ASIEN/PAKISTAN - Katholischer Lehrer beklagt “Scheitern des Bildungswesens”

Dienstag, 19 September 2017 religionsfreiheit   menschenrechte   religiöse minderheiten   islam   christentum   hinduismus   extremismus   schule   bildungswesen  



Faisalabad (Fides) – “In Pakistan beobachten wir ein Scheitern des Bildungswesens. Der Tod des christlichen Schülers Sharon Masih, der von seinen Mitschülern umgebracht wurde, während Lehrer gleichgültig blieben, zeigt dies sehr klar. Es existiert ein Klima des Hasses gegenüber Nichtmuslimen, die Atmosphäre an Schulen hat sich verschlechtert. Christliche Kinder und Jugendliche sind nicht nur Opfer muslimischer Schüler sondern auch der Lehrer” so der katholische Lehrer und Vorsitzender der “Pakistan Minorities Teachers’ Association” (PMTA), Anjum James Paul. Anjum James Paul war ein Mitschüler des ermordeten katholischen Ministers Shahbaz Bhatti, und setzt sich wie dieser für Menschenrechte und Minderheiten im Land ein. Sein Verein arbeitet mit dem pakistanischen Bildungsministerium zusammen.
“Aus unseren insgesamt 14 Untersuchungen, die wir der Regierung vorgelegt haben, geht hervor, dass Intoleranz an öffentlichen Schulen weit verbreitet ist und der Mord an Sharon ist dafür ein vielsagendes Beispiel“, so Anjum James Paul weiter, „Es gibt Vorurteile und Hass gegenüber religiösen Minderheiten, die von Schulbüchern, die an öffentlichen Schulen benutzt werden, in denen Missachtung gegenüber anderen Religionen verbreiten, befeuert werden. Wir müssen an den Schulen dringend das Zusammenleben und die Toleranz fördern und zwar schon bei kleinen Kindern. Das Bildungssystem hat großen Einfluss auf die Denkweise junger Leute und damit auf die ganze Gesellschaft. Dies haben wir in unserem ‚Weißbuch zu Bildung’ bereits vor zehn Jahren betont”.
“In den vergangenen Jahren gab es einige Fortschritte und positive Veränderungen, doch es wurde nicht genug getan. Es kommt zu einer institutionalisierten Diskriminierung von Nichtmuslimen und das ist sehr gefährlich. Wir müssen dringend die Wurzeln des Extremismus bekämpfen und einer globalen Reform der Lehrpläne mehr Aufmerksamkeit und Engagement widmen. Dabei sollten wir uns idealerweise auf die Rede des Staatsgründers Ali Jinnah aus dem Jahr 1947 über den Schutz und die Freiheit religiöser Minderheiten beziehen; aber auch auf das Gesetz des Obersten Gerichts vom 19. Juni 2014, das die Regierung verpflichtet konkrete Maßnahmen zum Schutz der religiösen Minderheiten zu ergreifen und gleiche Rechte für alle Bürger zu garantieren”, so der katholische Lehrer abschließend.
(PA) (Fides 19/9/2017)


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