ASIEN/PAKISTAN - "Offener Krieg” zwischen Pakistan und Afghanistan: “Terroranschläge und Ausweisung afghanischer Staatsbürger haben zur Eskalation geführt”

Freitag, 27 Februar 2026

OMI Pakistan

Lahore (Fides) – Die Feindseligkeiten zwischen Pakistan und Afghanistan haben sich zu einem „offenen Krieg“ ausgeweitet, wie der pakistanische Verteidigungsminister Khawaja Asif erklärte. Die gegenseitigen Angriffe und die militärische Eskalation zwischen Pakistan und Afghanistan haben zu einem ausgedehnten Konflikt zwischen den ehemaligen Verbündeten geführt. Laut der Regierung in Islamabad ist der Bruch auf Kabuls Weigerung zurückzuführen, die Orte und Stützpunkte an der Grenze zu neutralisieren, in denen sich Terroristen verstecken, die Anschläge in Pakistan verüben. Dieser „offene Krieg“ beendet das gegenseitige Sicherheitsabkommen, das im Oktober 2025 in Katar unterzeichnet wurde. Darin verpflichtete sich Kabul, die Terrorgruppen auf seinem Territorium zu eliminieren, im Gegenzug für die Einstellung der grenzüberschreitenden Bombardierungen durch Islamabad. Die neuen Kampfhandlungen begannen am 22. Februar mit einem pakistanischen Luftangriff auf afghanischem Boden, der in den folgenden Tagen auch Kabul und Kandahar traf. Als Reaktion darauf stellten die afghanischen Angriffe in Abbottabad und in der Nähe von Islamabad den bisher größten Luftangriff des „Islamischen Emirats“ außerhalb des Grenzgebiets dar.

Im Zentrum des Konflikts steht die Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP), die sogenannten „Pakistanischen Taliban“, eine Gruppierung, die die eigene Gewalt und Terroranschläge auf pakistanischem Boden verstärkt hat. Die Weigerung der afghanischen Taliban, die TTP zu stoppen, hat das Militärkommando in Islamabad veranlasst, den Dialog als gescheitert zu betrachten und stattdessen direkte Bombenangriffe auf „TTP-Rückzugsgebiete“ in Afghanistan zu verüben.

„Die Spannungen wurden durch Pakistans beschleunigte Vertreibung von über einer Million Afghanen angeheizt, die sich seit dem Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan Ende der 1970er-Jahre in Pakistan niedergelassen hatten“, erklärte Pater Cecil Paul, pakistanischer Missionar der Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria, Historiker und Berater der OMI- Ordensprovinz in Pakistan sowie Direktor des „Oblaten-Medienzentrums“ in Pakistan, gegenüber Fides. „Millionen afghanischer Flüchtlinge haben in der Vergangenheit in Pakistan Zuflucht gefunden, sich hier niedergelassen, Arbeit gefunden und sich in die Gesellschaft integriert. Doch kriminelle Aktivitäten wie Drogenhandel, Menschenhandel und Terrorismus haben unter ihnen zugenommen. Deshalb hat die pakistanische Regierung nun den Weg der Abschiebung gewählt. Die Afghanen hegen nun Hass und Feindseligkeit und scheinen aus Vergeltung zu Gewalt zu greifen. Daher die Eskalation“, bemerkt der pakistanische Geistliche.

„Die öffentliche Meinung in Pakistan scheint derzeit gespalten“, bemerkt Pater Cecil Paul, „Auf der einen Seite gibt es diejenigen, die der Ansicht sind, dass es keinen Krieg gegen unsere muslimischen Brüder in Afghanistan geben sollte; auf der anderen Seite herrscht, insbesondere in Militärkreisen, Einigkeit über eine harte Reaktion, um die Terroristen zu stoppen, die in Pakistan Angehörige der Streitkräfte und auch Zivilisten getötet haben und weiterhin töten.“

„Als Christen in Pakistan setzen wir uns stets für den Frieden ein. Wir sind friedliebende Menschen. Wir lehnen jede Form von Gewalt, Terrorismus und Krieg ab. Wir rufen zum Frieden auf und bitten die Gläubigen um das Gebet: Wir beten auch für unsere Feinde, wie Jesus es uns lehrt, und wir versuchen, Zeugnis für den Frieden abzulegen“, so der Oblaten-Missionar abschließend.
(PA) (Fides 27/2/2026)


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