Missionare getötet

ASIEN/LIBANON - Seligsprechung: Die Kapuzinerpatres Leonard Melki und Thomas Saleh starben als Märtyrer

Friday, 03 June 2022

Beirut (Fides) - Der Termin findet am morgigen Samstag, den 4. Juni findet im Kloster der Franziskanerinnen vom Kreuz in Jal el-Dib die Seligsprechung der beiden libanesischen Märtyrer Leonard Melki und Thomas Saleh statt. Es handelt sich um zwei Priester des Kapuzinerordens, die aus Hass auf den Glauben in der Türkei, während der Zeit der systematische Ausrottung der Armenier und anderer Christen ab 1915 auf der anatolischen Halbinsel getötet wurden.
Der Feier zur Seligsprechung der beiden Märtyrer, der Kardinal Marcello Semeraro, Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, vorstehen wird, ging eine Woche mit Begegnungen, Gebetswachen, Prozessionen und Konzerten voraus, die im ganzen Land organisiert wurden, um mit dem gesamten libanesischen Volk in dieser schwierigen Phase seiner Geschichte die aufrichtige Dankbarkeit der lokalen christlichen Gemeinschaften für den Schatz des Glaubens, der Hoffnung und der Nächstenliebe zu teilen.
„Ihr Märtyrertod", so der katholische Apostolischer Vikar von Beirut, Bischof César Essayan in einem Interview mit Noursat TV, "liegt mehr als hundert Jahre zurück... Vielleicht könnte jemand sagen: Was hat das mit uns zu tun? Aber wir interessieren uns auch für ihre Taten der Nächstenliebe... Auch heute sind wir aufgerufen, das Wirken des Heiligen Geistes in diesen Taten der Nächstenliebe zu erkennen... Die Nächstenliebe zeigt sich darin, sich für andere aufzuopfern, und das ist kein menschlicher Dienst, sondern kommt vom Heiligen Geist. Heute feiern wir nicht zwei tote Brüder, sondern zwei in Christus auferstandene Brüder, die uns den Weg zur Heiligkeit zeigen".
Der Diener Gottes Leonard (Geburtsnahme: Youssef Houais) Melki wurde 1881 in dem libanesischen Dorf Baabdath (Region Metn) als siebtes von elf Kindern geboren. Vom das Zeugnis der Kapuzinerbrüder fasziniert, trat er in ihren Orden ein und stellte sich für Mission außerhalb seines Heimatlandes zur Verfügung. Er schloss seine philosophischen und theologischen Studien im Kloster von Bugià bei Izmir ab, legte am 2. Juli 1903 die feierlichen Gelübde ab und wurde am 4. Dezember 1904 zum Priester geweiht. Pater Leonard übte sein missionarisches in den Städten Mardin, Mamuret-ul-Aziz und Urfa aus. Im Dezember 1914 begannen Gewaltakte und Ausweisungsbefehle gegen die Missionare in Mardin. Um seinen über achtzig Jahre alten Mitbruder nicht allein zu lassen, beschloss Pater Leonard, das Kloster nicht zu verlassen, und wurde am 5. Juni 1915 verhaftet. Nach tagelanger Folter wurde er zusammen mit 416 anderen Männern, darunter der bereits selig gesprochene armenisch-katholische Erzbischof Ignace Maloyan von Mardin, in Richtung Diyarbakir deportiert. Die Deportierten wurden unterwegs ermordet, ihre Leichen wurden in Brunnen und Höhlen geworfen.
Der Diener Gottes Thomas (geb. Géries) Saleh wurde ebenfalls im Mai 1879 in dem libanesischen Dorf Baabdat als fünftes von sechs Kindern geboren. Thomas teilte den gleichen beruflichen und missionarischen Weg wie sein Mitbruder Leonard Melki. Die Priesterweihe erhielt er 1904. Sein missionarisches Leben auf der anatolischen Halbinsel spielte sich hauptsächlich in den Städten Mardin, Kharput und Diyarbakir ab. Im Dezember 1914 wurde er zusammen mit einem seiner Mitbrüder und einigen Schwestern aus dem Kloster Diyarbakir vertrieben und suchte Zuflucht im Kloster Urfa. Anfang 1917 wurde er zusammen mit seinen Mitbrüdern unter dem Vorwurf verhaftet, einen armenischen Priester im Kloster versteckt zu haben und eine Waffe zu besitzen. Er wurde von einem Ort zum anderen deportiert, erkrankte an Typhus und starb an den Strapazen und Misshandlungen in Marasch, wahrscheinlich am 18. Januar 1917.
Am 27. Oktober 2020 bestätigte Papst Franziskus das Dekret über "das Martyrium der Diener Gottes Leonard Melki und Thomas Saleh, Priester des Ordens der Minderbrüder der Kapuziner, die 1915 und 1917 in der Türkei aus Hass gegen den Glauben getötet wurden".
(GV) (Agenzia Fides 3/6/2022)


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