ASIEN/PAKISTAN - Gesetzentwurf zum Schutz des Eigentums religiöser Minderheiten in Punjab

Mittwoch, 25 Februar 2026

Wikimedia Commons

Lahore (Agenzia Fides) – Als umfassendes Gesetz zum Schutz des Eigentums religiöser Minderheiten in der gesamten Provinz Punjab versteht sich ein Gesetzentwurf mit dem Titel "Protection of Minority Community Properties Bill 2026", der der Provinzversammlung von Punjab zur Beratung und Abstimmung in der nächsten Sitzung vorgelegt wurde. Der Entwurf stammt vom Ständigen Ausschuss der Versammlung für Minderheitenangelegenheiten und betrifft nicht nur religiöse Einrichtungen wie Kirchen und Tempel, sondern auch Immobilien wie Grundstücke, Gebäude, Schulen und Institute, die durch staatliche Zuschüsse, öffentliche Gelder, Spenden und wohltätige Zuwendungen erworben wurden. Da der Gesetzentwurf von der Mehrheit unterstützt wird, die die amtierende Provinzregierung stützt, stehen die Chancen gut, dass der Entwurf angenommen wird.
Der Gesetzentwurf sieht die Einrichtung eines Sonderausschusses vor, der den Schutz des gesamten Eigentums von Minderheiten in Punjab gewährleisten soll. Dieses Gremium wird ein vollständiges Verzeichnis der Immobilien in der Provinz erstellen und die illegale Besetzung und den Missbrauch dieser Immobilien überwachen. Es wird der Regierung außerdem Empfehlungen für deren Verwaltung geben und Minderheiten bei der Lösung etwaiger rechtlicher Probleme unterstützen.
Pater Qaisar Feroz (OFM Cap), Pfarrer aus Lahore, der Hauptstadt der Provinz Punjab, und Sprecher der Pakistanischen Bischofskonferenz, erklärte gegenüber Fides: „Dieser Gesetzesentwurf erscheint uns richtig, er berührt einen wichtigen Punkt: Viele Immobilien wie Schulen, Gebäude und Grundstücke wurden in der Vergangenheit verstaatlicht und befinden sich noch immer in staatlicher Hand oder werden illegal von Muslimen besetzt, die sie für private Zwecke nutzen. Wenn das Gesetz dazu beitragen würde, unsere Rechte anzuerkennen und zu schützen, wäre das ein gutes Zeichen der staatlichen Behörden“, bemerkte er. „Als christliche Gemeinde bitten wir um Schutz und sichern die volle Zusammenarbeit mit den Polizeibehörden zu“, fügte er hinzu und erinnerte daran, dass auch der Schutz von Kirchen durch Sicherheitspersonal, insbesondere während der wichtigsten religiösen Feiertage, eine begrüßenswerte Maßnahme sei.
Die Christen, die in Pakistan eine kleine Minderheit darstellen (etwa 1,5 % der mehrheitlich muslimischen Bevölkerung), haben sowohl die vergangene Verstaatlichungskampagne (viele Schulen und Institutionen wurden 1972 unter der Regierung von Zulfiqar Ali Bhutto verstaatlicht) als auch die illegale Besetzung von Eigentum durch Einzelpersonen oder Organisationen als Versuch erlebt, ihren kulturellen und religiösen Einfluss einzuschränken.
(PA) (Fides 25/2/2026)


Teilen: