Fides News - German (Standard)https://www.fides.org/Aus dem Archivder FidesagenturdeDie auf unseren Internetseiten veröffentlichten Inhalte unterliegen einer Licenza Creative Commons. ASIEN/PHILIPPINEN - Schöpfungszeit: Vom Gebet zum Schutz der Wälder und der indigenen Völkerhttps://www.fides.org/de/news/78115-ASIEN_PHILIPPINEN_Schoepfungszeit_Vom_Gebet_zum_Schutz_der_Waelder_und_der_indigenen_Voelkerhttps://www.fides.org/de/news/78115-ASIEN_PHILIPPINEN_Schoepfungszeit_Vom_Gebet_zum_Schutz_der_Waelder_und_der_indigenen_VoelkerManila – Auf den Philippinen ist die „Schöpfungszeit“ – die Zeit vom 1. September bis zum 4. Oktober 2026 unter dem Motto „Lebendiges Wasser“ – nicht nur ein liturgisches Ereignis, sondern ein gemeinsamer Weg für Pfarreien, Diözesen, Ordensgemeinschaften und Bewegungen. Gebet, ökologisches Bewusstsein und konkretes Engagement für den Schutz der Ökosysteme stehen dabei im Mittelpunkt. Diese Zeit ist besonders bedeutsam in einem Land, in dem Abholzung, Bergbau und die Belastung der Ökosysteme eine Bedrohung für die Bevölkerung und insbesondere für die Schwächsten darstellen.<br />Für 2026 hat die Bischofskonferenz der Philippinen alle kirchlichen Gemeinschaften eingeladen, den Schöpfungstag am ersten Sonntag im September mit der neuen Vorlage der „Missa pro custodia creationis“, der Messe zum Schutz der Schöpfung, zu feiern. Die Einladung ist Teil einer Initiative, die sich in den letzten Jahren bereits etabliert hat und der auf den Philippinen oft bis zum zweiten Sonntag im Oktober andauert, dem Nationalen Tag zum Schutz der indigenen Völker. Dabei wird der Zusammenhang zwischen Umweltschutz, den Rechten indigener Völker und sozialer Gerechtigkeit hervorgehoben.<br />In diesem Zusammenhang rief der Bischof von Kalookan, Kardinal Pablo Virgilio David , zu einer „echten ökologischen Umkehr“ auf und verband diese mit Gerechtigkeit für die Armen und konkreten Maßnahmen zum Schutz von Wäldern und Meeren. Die liturgische Feier, so Kardinal David, sei der Ausgangspunkt für ein Engagement im Alltag der Gemeinden.<br />Eine wichtige Rolle spielt die „Laudato-Si'“-Bewegung der Philippinen, die seit Jahren einen ökumenischen „Schöpfungsmarsch“in Manila organisiert, an dem Menschen verschiedener christlicher Konfessionen teilnehmen. Der in neun „Gebetsstationen“ der „Via Creationis“ unterteilte Weg beinhaltet spirituelle Momente und die Reflexion über die gemeinsame Verantwortung für das „gemeinsames Haus“, auch dank der Zusammenarbeit mit ökumenischen Organisationen und Netzwerken.<br />Dieses Engagement auf nationaler Ebene findet Ausdruck in zahlreichen lokalen Initiativen. Im Erzbistum Manila wird die Schöpfungszeit mit einer Reihe von Veranstaltungen begangen, die mit der Messe am 1. September eröffnet werden. Dazu gehören die Vorführung des Films „The Letter“, der auf der Enzyklika „Laudato Si‘“ basiert, sowie Materialien zur Besinnung und zum Gebet für Pfarreien. Die „Ateneo de Manila University“ beteiligt sich ebenfalls mit künstlerischen, fotografischen und kulturellen Initiativen, die sich an junge Menschen richten. Das Programm gipfelt am 4. Oktober, dem Fest des Heiligen Franz von Assisi, in der öffentlichen Initiative „Jubilee für Creation“.<br />In der Diözese San Pablo in der Provinz Laguna bietet die Kommission für Ökologie ein wöchentliches Programm mit Treffen und Webinaren zu Umweltungleichheiten sowie Sensibilisierungsmaßnahmen zu einem lokalen Thema an: Das Ahunan-Staudammprojekt in der Provinz Laguna hat aufgrund der damit verbundenen gravierenden ökologischen, sozialen und kulturellen Herausforderungen starken Widerstand in der Bevölkerung hervorgerufen.<br />Für die Gläubigen der Diözese Imus begann die Schöpfungszeit mit einem Treffen auf der „Laudato-Si'-Farm“, an dem Priester, Ordensleute und Vertreter der Pfarreien teilnahmen. Weiter südlich, in der Prälatur Isabela , laufen verschiedene Baumpflanzungsinitiativen und Ökotourismusprojekte, um nachhaltige Lebensgrundlagen zu schaffen. Im Erzbistum Davao ist für den 13. September eine Wallfahrt zum „Bukid sa Kaluoy“ auf der Insel Samal geplant. Geplant sind auch ein Kreuzweg, eine symbolische Baumpflanzung und ein Gottesdienst, der „Social Action Center“ organisiert wird.<br />Diesen Erfahrungen ist ein gemeinsamer Ansatz gemein: Die Bewahrung der Schöpfung ist untrennbar mit der pastoralen Arbeit verbunden und geht, wenn nötig, mit dem Eintreten gegen umweltschädliche Projekte wie Staudämme, Bodenausbeutung, Abholzung und Bergbau einher.<br />Der Apostolische Vikar von Taytay auf der Insel Palawan , Bischof Broderick Pabillo, sprach während der Eröffnungsmesse des zweiten nationalen Kongresses der Konferenz der Ordensoberen der Philippinen über das Verhältnis zwischen Ressourcenausbeutung und christlicher Verantwortung. An dem Kongress nahmen 233 Ordensobere aus 159 Ordensgemeinschaften teil. Bischof Pabillo erinnerte die dauerhafte Schädigung der Wälder: „Man kann Bäume pflanzen, aber man kann sie nicht wieder aufforsten“, erklärte er und stellte damit die Verwendung des Begriffs „Wiederaufforstung“ infrage, wenn versucht werde, die Zerstörung alter oder fast ursprünglicher Wälder durch Neuanpflanzungen auszugleichen. „Das ist eine große Lüge“, bemerkte er und kritisierte die Genehmigungen, die das Fällen Tausender großer Bäume für den Bergbau erlauben. Der Bischof nannte insbesondere den Fall des südlichen Palawan, wo im Rahmen eines lokalen Bergbauprojekts etwa 57.000 Bäume gefällt werden sollen.<br /> „Die Schöpfung sollte nicht ausgebeutet, sondern geachtet werden“, erklärte er und stellte einen Zusammenhang zwischen der Zerstörung von Ökosystemen und den Folgen für die Bevölkerung her: von Überschwemmungen bis hin zu anderen Katastrophen, die durch den Verlust des natürlichen Gleichgewichts verschärft werden. Laut Bischof Pabillo gehört die Sorge für das gemeinsame Zuhause zur eigentlichen Aufgabe des geweihten Lebens: „Die Schöpfung ist Teil von Gottes Erlösungswerk“, sagte er und rief Ordensleute dazu auf, den Umweltschutz als eine spezifisch christliche Verantwortung anzuerkennen. Der Schlüssel liege daher darin, „für die Schöpfung zu beten, aber auch zu lernen, sie zu schützen“.<br /> Wed, 02 Sep 2026 13:21:54 +0200AFRIKA/NIGER - Militäraufstand: Vorwürfe gegen „ausländische Mächte“https://www.fides.org/de/news/78116-AFRIKA_NIGER_Militaeraufstand_Vorwuerfe_gegen_auslaendische_Maechtehttps://www.fides.org/de/news/78116-AFRIKA_NIGER_Militaeraufstand_Vorwuerfe_gegen_auslaendische_MaechteNiamey – „Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit“. Dieses berühmte Sprichwort lässt sich auch auf andere Situationen als offene Konflikte anwenden, etwa auf Putschversuche oder Militäraufstände, wie den, der sich in der Nacht vom 28. auf den 29. August im Niger ereignete .<br />Niamey – „Die Wahrheit ist das erste Opfer des Krieges.“ Dieser bekannte Aphorismus lässt sich auch auf Situationen jenseits offener Konflikte anwenden, etwa auf Staatsstreiche oder Militäraufstände, wie jenen, der sich in der Nacht vom 28. auf den 29. August in Niger ereignete .<br />Aufständisch aus verschiedenen Einheiten unter dem Kommando von Offizieren aus den Regionen Tillabéri und Dosso, griffen strategische Punkte in der Hauptstadt Niamey an. Die Rebellen erhoben keine politischen Forderungen, gehören laut lokalen Quellen aber zu den Anti-Terror-Spezialeinheiten. Der Aufstand basiert mutmaßlich auf Protesten gegen den unorganisierten Kampf gegen dschihadistische Gruppen in der Sahelzone.<br />Unterdessen hatte die Militärjunta, die am 26. Juli 2023 durch einen Putsch die Macht ergriff , den Sturz von Präsident Mohamed Bazoum damit rechtfertigte, ihm vorgeworfen zu haben, die Sicherheit des Landes nicht gewährleistet zu haben.<br />Nachdem die Behörden in Niamey den Aufstand mit russischer Hilfe und der Unterstützung Algeriens niedergeschlagen hatten, beschuldigten sie ausländische Mächte, den Putschversuch unterstützt zu haben.<br />Der nigrische Hauptmann Roger Gabriel beschuldigte in einer im staatlichen Fernsehen verlesenen Erklärung insbesondere einige Mitglieder des Umfelds des ehemaligen Präsidenten Mohamed Bazoum sowie Beamte aus Frankreich, Tschad, Benin und der Elfenbeinküste, den Putschversuch unterstützt zu haben.<br />Der Offizier gab außerdem an, Anrufe aus dem Ausland, insbesondere aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Belgien, erhalten zu haben, in denen er aufgefordert wurde, sich den Rebellen anzuschließen. Seine Gesprächspartner behaupteten zudem, französische Spezialeinheiten würden in Kürze am Flughafen Niamey eintreffen, um die Rebellen zu unterstützen.<br />In der Folge erschienen in sozialen Medien Beiträge, in denen behauptet wurde, die nigrischen Behörden hätten beschlossen, mehrere von den Vereinigten Arabischen Emiraten finanzierte religiöse Zentren zu schließen, die von einigen als Ausbildungszentren für „Terroristen“ bezeichnet wurden. Ein unbestätigtes Video, das angeblich die Zerstörung eines von den Emiraten finanzierten religiösen Zentrums zeigt, kursierte ebenfalls im Internet. Die Zerstörung soll nur wenige Tage nach dem gescheiterten Militäraufstand stattgefunden haben.<br />Die Lage bleibt daher weiterhin unklar. Es scheint jedoch, als versuche die Militärjunta, die internen Spaltungen innerhalb ihrer Streitkräfte zu verschleiern, indem sie „ausländische Mächte“ beschuldigt, den Aufstand angestiftet und unterstützt zu haben.<br /> Wed, 02 Sep 2026 12:58:25 +0200VATIKAN - “Septemberkurse” für 147 neuernannte Bischöfe in Romhttps://www.fides.org/de/news/78114-VATIKAN_Septemberkurse_fuer_147_neuernannte_Bischoefe_in_Romhttps://www.fides.org/de/news/78114-VATIKAN_Septemberkurse_fuer_147_neuernannte_Bischoefe_in_RomRom – In diesem Jahr werden 147 Bischöfe aus allen fünf Kontinenten teilnehmen. Es handelt sich um neu ernannte Bischöfe, die vom heutigen Mittwoch, dem 2. September, bis Donnerstag, dem 10. September, an den vom Dikasterium für Evangelisierung und dem Dikasterium für Bischöfe in Rom organisierten Fortbildungskursen teilnehmen werden. 49 von ihnen sind für den vom Dikasterium für Evangelisierung organisierten Kurs eingeschrieben. Die übrigen werden an einem ähnlichen Fortbildungsprogramm des Dikasteriums für die Bischöfe teilnehmen.<br />Die Bischöfe, die am Kurs des Dikasteriums für Evangelisierung teilnehmen, kommen aus Algerien, Bangladesch, Kamerun, Kolumbien, Kongo, Elfenbeinküste, Äthiopien, den Philippinen, Ghana, Honduras, Indien, Indonesien, Kenia, Madagaskar, Mali, Myanmar, Namibia, Papua-Neuguinea, Peru, der Zentralafrikanischen Republik, Senegal, den Seychellen, den Salomonen, Sri Lanka, Südafrika, Vietnam, Simbabwe, Kirgisistan und Thailand.<br />In diesem Jahr finden die gemeinsamen Arbeitssitzungen am Montag, dem 7. September, und Dienstag, dem 8. September, gemäß der 2024 eingeführten neuen Kursstruktur an der Päpstlichen Universität Urbaniana statt. Teilnehmen werden Bischöfe, die am Kurs des Dikasteriums für die Evangelisierung teilnehmen, sowie Bischöfe, die den entsprechenden Ausbildungskurs des Dikasteriums für Bischöfe besuchen.<br />Das 2024 eingeführte Format zielt darauf ab, die Gemeinschaft der neu ernannten Bischöfen aus Teilkirchen weltweit zu fördern und ihnen Raum für Begegnung, Austausch und Gemeinschaft zu bieten, mit Blick auf die unterschiedlichen kirchlichen, kulturellen und sozialen Kontexte, in denen sie ihren Dienst ausüben.<br /><br />Missionarische Arbeitsmodule<br /><br />Der Fortbildungskurs für die 49 Bischöfe der dem Dikasterium für Evangelisierung unterstellten Kirchsprengel findet im Päpstlichen Missionskolleg „San Pietro Apostolo“ statt und steht unter dem Motto „Diener der Gemeinschaft in der Kirche“. Die Veranstaltung beginnt am Mittwochabend, dem 2. September, mit einer Begrüßung und Vorstellung der Teilnehmer.<br />Der erste Kurstag, Donnerstag, der 3. September, ist dem Kennenlerne des Dikasteriums für Evangelisierung und seines Dienstes an den Teilkirchen in den Missionsgebieten gewidmet. Die Heilige Messe mit Laudes wird von Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung, zelebriert. Anschließend stellt Kardinal Tagle das Dikasterium für Evangelisierung, die Sektion für Erstevangelisierung und Neue Teilkirchen, vor.<br />Erzbischof Fortunatus Nwachukwu, Sekretär des Dikasteriums für die Evangelisierung, hält einen Vortrag mit dem Titel: „Diener der Gemeinschaft in der Kirche: Stammesdenken, Kastenwesen, Rassismus und exklusiver Regionalismus in der heutigen Kirche“.<br />Am Nachmittag spricht Pater Joseph Koonamparampil , Mitarbeiter und Konsultor des Dikasteriums, über „Die besonderen Befugnisse und die Praxis des Dikasteriums für die Evangelisierung: Priesterdisziplin, geweihtes Leben und Vermögensverwaltung“. Monsignore Erwin Balagapo, Untersekretär des Dikasteriums für die Evangelisierung, befasst sich mit dem Thema der Gläubigenvereinigungen. Pater Anton Paul Padinjarathala , ein Mitarbeiter des Dikasteriums für die Evangelisierung, geht auf praktische Fragen des geweihten Lebens in der missionarischen Kirche ein.<br />Der Freitag, der 4. September, steht unter dem Motto „Glaube und Inkulturation“ und beginnt mit einer Heiligen Messe unter dem Vorsitz von Kardinal Pietro Parolin, Staatssekretär des Heiligen Stuhls. Kardinal George Jacob Koovakad, Präfekt des Dikasteriums für den Interreligiösen Dialog, spricht zum Thema „Interreligiöser Dialog im aktuellen Kontext“. Erzbischof Aurelio García Macías, Untersekretär des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, hält einen Vortrag über „Kontinuität und Neues in der Liturgie im Kontext der Erstevangelisierung“. Kardinal Kurt Koch, Präfekt des Dikasteriums für die Förderung der Einheit der Christen, beschließt den Tag mit einem Vortrag über „Das Phänomen der Sekten und neuen religiösen Bewegungen: Eine pastorale Herausforderung“.<br />Der Samstag, der 5. September, steht ganz im Zeichen der juristischen Kompetenz in der bischöflichen Verwaltung. Kardinal Claudio Gugerotti, Präfekt des Dikasteriums für die Orientalischen Kirchen, zelebriert die Heilige Messe. Erzbischof Anthony Randazzo, Präfekt des Dikasteriums für Gesetzestexte, spricht über diözesane Strukturen der Gemeinschaft und Zusammenarbeit sowie über Tribunale, insbesondere im Hinblick auf die Dokumente „Mitis Iudex Dominus Iesus“ und „Vos Estis Lux Mundi“. Erzbischof John Joseph Kennedy, Sekretär der Disziplinarsektion des Dikasteriums für die Glaubenslehre, erörtert den Umgang mit so genannten „delicta gravoria“. Am Nachmittag halten Erzbischof Dario Gervasi, Sekretär des Dikasteriums für Laien, Familie und Leben, und Gabriella Gambino, Untersekretärin desselben Dikasteriums, einen Vortrag zum Thema „Laien, Familie und Leben: Begleitung und Ausbildung in der Seelsorge für das Volk Gottes“.<br /><br />Gemeinsame Lerneinheiten <br /><br />Am Montag, dem 7. September, und Dienstag, dem 8. September, finden an der Päpstlichen Universität Urbaniana gemeinsame Sitzungen statt, die die 147 teilnehmenden Bischöfe der beiden Kurse zusammenbringen. Die Heilige Messe am Montag wird von Kardinal Ángel Fernández Artime , Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens, zelebriert. Kardinal Michael Czerny , emeritierter Präfekt des Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, wird die Enzyklika „Magnifica Humanitas“ von Papst Leo XIV. vorstellen. Am Nachmittag sprechen Kardinal Mario Grech, Generalsekretär der Bischofssynode, und Kardinal Roberto Repole, Erzbischof von Turin, zum Thema: „Für eine synodale Ekklesiologie: Gemeinschaft, Teilhabe, Sendung“.<br />Am Dienstag, dem 8. September, dem Fest Mariä Geburt, wird die Heilige Messe in der Päpstlichen Basilika Santa Maria Maggiore von Kardinal Baldassare Reina, Generalvikar Seiner Heiligkeit für das Bistum Rom, zelebriert. Kardinal Lazarus You Heung-sik, Präfekt des Dikasteriums für den Klerus, und Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung, werden über die Priesterausbildung im heutigen Kontext sprechen.<br />Bei der Nachmittagssitzung zum missionarischen Band mit dem Heiligen Stuhl – dem Peterspfennig, Kanon 1271 und den Päpstlichen Missionswerken – werdeb Erzbischof Filippo Iannone, Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe, Erzbischof Samuele Sangalli, beigeordneter Sekretär für die Verwaltung des Dikasteriums für die Evangelisierung, und Pater Tadeusz Nowak , Generalsekretär des Päpstlichen Werkes für die Glaubensverbreitung, Vorträge halten.<br />Am Mittwoch, dem 9. September, zelebriert Erzbischof Samuele Sangalli die Heilige Messe mit dem Laudesgebet. Monsignore Peter Beer, Professor am Institut für Anthropologie der Päpstlichen Universität Gregoriana, hält einen Vortrag zum Thema „Der Bischof und Krisenmanagement, insbesondere im Klerus“. Pater Hans Zollner , Dekan des Instituts für Anthropologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana, spricht über „Die Verantwortung der Teilkirchen für den Schutz von Minderjährigen und schutzbedürftigen Erwachsenen“. Das Institut für Anthropologie leitet außerdem den am Nachmittag stattfindenden Workshop, der in Sprachgruppen unterteilt ist.<br /><br />Begegnung mit dem Papst <br /><br />Der Kurs endet am Donnerstag, dem 10. September, mit der Heiligen Messe und der Verehrung der Reliquien des Apostels im Petersdom im Vatikan. Der Gottesdienst wird von Kardinal Mauro Gambetti , Erzpriester des Petersdoms, geleitet. Anschließend werden die 98 neuen Bischöfe von Papst Leo XIV. empfangen.<br />Die Begegnung mit dem Nachfolger Petri bildet den Höhepunkt der Tage der Ausbildung, des Gebets und der Gemeinschaft in Rom.<br />In seiner Ansprache an die im Vorjahr geweihten Bischöfe am 11. September 2025 erinnerte Papst Leo XIV. daran, dass „die Gabe, die ihr empfangen habt, ist nicht für euch, sondern damit ihr dem Evangelium dient“. Bischöfe, so fügte er hinzu, seien „berufen, um als Apostel des Herrn und als Diener des Glaubens ausgesandt zu werden“. Der Papst betonte, dass der Dienst nicht nur eine äußere Dimension des Amtes sei, sondern das Wesen des Bischofs selbst betreffe: „Der Bischof ist Diener, der Bischof ist berufen, dem Glauben des Volkes zu dienen“. Aus diesem Grund rief er die neuen Hirten auf, „in Demut und im Gebet euren Weg zu gehen, um Diener des Volkes zu sein, zu dem der Herr euch sendet“. <br />In Anlehnung an den heiligen Augustinus betonte Papst Leo XIV.:„Zuallererst muss derjenige, der dem Volk vorsteht, verstehen, dass er der Diener vieler ist“<br />In seiner Ansprache stellte der Papst auch einen Zusammenhang zwischen dem bischöflichen Dienst und der konkreten Nähe zu Einzelpersonen, Gemeinden und Priestern her. Die Kirche, so betonte er, brauche „fürsorgliche, aufmerksame Hirten, die den Weg, die Fragen, die Ängste und die Hoffnungen der Menschen zu teilen wissen“; Hirten, die „Leiter, Väter und Brüder für Priester und die Brüder und Schwestern im Glauben sein mögen“.<br />Papst Leo XIV. erinnerte abschließend an die dringenden Herausforderungen, vor denen die Ortskirchen heute stehen: die Krise des Glaubens und seiner Weitergabe, die Mühe hinsichtlich der kirchlichen Zugehörigkeit und Praxis, die neue spirituelle Suche derer, die die weit entfernt vom Glauben zu sein scheinen, die Tragödie des Krieges und der Gewalt, das Leiden der Armen, das Streben viler nach einer geschwisterlichen und solidarischeren Welt sowie ethische Fragen nach dem Wert des Lebens und der Freiheit. In diesem Zusammenhang, so bemerkte er, sei es notwendig, „die Leidenschaft für eine neue Verkündigung des Evangeliums und den Mut zu ihr wiederzufinden“.<br />Die Weiterbildungskurse für neuernannte Bischöfe in den dem Dikasterium für die Evangelisierung anvertrauten Kirchenbezirken bieten Raum für Gebet, Besinnung, Gemeinschaft und Austausch über die pastoralen, kanonischen und missionarischen Aufgaben des bischöflichen Dienstes. Das Programm von 2026 stellt diesen Weg ausdrücklich unter das Motto des Dienstes an der Gemeinschaft in der Kirche.<br /> <br />Wed, 02 Sep 2026 12:30:34 +0200ASIEN/SÜDKOREA - Pater Bordo: Von den Straßenkindern bis zum Weltjugendtag 2027 - eine Kirche, die auf die Menschheit zugehthttps://www.fides.org/de/news/78113-ASIEN_SUeDKOREA_Pater_Bordo_Von_den_Strassenkindern_bis_zum_Weltjugendtag_2027_eine_Kirche_die_auf_die_Menschheit_zugehthttps://www.fides.org/de/news/78113-ASIEN_SUeDKOREA_Pater_Bordo_Von_den_Strassenkindern_bis_zum_Weltjugendtag_2027_eine_Kirche_die_auf_die_Menschheit_zugehtSeoul – „In Korea gibt es 250.000 Straßenkinder. Das sind sehr viele. Und wir sagten uns: Wenn sie nicht zu uns kommen, gehen wir zu ihnen“. So entstand die Initiative „Azit“, eine Bewegung, deren Helfer und Freiwillige auf den Straßen der Stadt unterwegs sind, um den Kindern einen Weg zur Genesung und sozialen Wiedereingliederung zu ebnen. So berichtet der italienische Missionar Pater Vincenzo Bordo – in Korea auch bekannt als Pater Kim Ha-jong – im Gespräch mit Fides von seinen Erfahrungen mit Straßenkindern in Südkorea, „in einer Gesellschaft im rasanten Wandel, in der ständig neue Formen der Armut entstehen“.<br />„Wir haben die Azit-Bewegung ins Leben gerufen“, fährt er fort, „und fahren von 16 bis 23 Uhr mit dem Bus durch die Straßen der Stadt, um die Straßenkinder zu suchen. Es ist Gottes Pädagogik.“ „In Korea arbeite ich daran, ‚Azit‘ in allen Diözesen zu etablieren, und ich würde mich freuen, wenn ‚Azit‘ eine Botschaft für die gesamte Kirche wäre. ‚Azit‘ ist Jesu Vorgehensweise. Als Jesus sein Wirken begann, baute er keine Kirche in Nazareth, sondern ging auf die Straßen Palästinas, um den Menschen zu begegnen und bei ihnen zu sein“. Dies ist eine der Erfahrungen, die in dem Buch „Vi aspetto a Seoul“ festgehalten sind, das der Missionar der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria in Italien vorstellt. Der Text steht in engem Zusammenhang mit dem Weltjugendtag , der im August 2027 in Seoul stattfinden wird.<br />Pater Bordo ist seit 36 Jahren in Korea als Seelsorger tätig und widmet sich den Schwächsten der koreanischen Gesellschaft, wie Obdachlosen, von zu Hause weggelaufenen Jugendlichen und alleinlebenden älteren Menschen. „Pater Bordos Wirken ist eng mit den Vorbereitungen für den Weltjugendtag 2027 und der Vorfreude auf die Ankunft junger Menschen aus aller Welt in Seoul verbunden“, betonte Shin Hyung-sik, der koreanische Botschafter beim Heiligen Stuhl, der die Präsentation organisiert hatte. „Wir hoffen, dass der Weltjugendtag in Seoul nicht nur ein wichtiger Anlass für den Besuch von Papst Leo XIV. in Korea sein wird, sondern auch eine Gelegenheit für den Glaubensweg und einen kulturellen Austausch bietet und junge Menschen aus aller Welt zusammenbringt.“<br /> „Die koreanische Regierung“, betonte Shin, „wird alles Notwendige tun, um den Erfolg und die Sicherheit des Weltjugendtags zu gewährleisten, damit er zu einem Moment der Begegnung und im Zeichen von Frieden und Solidarität unter jungen Menschen aus aller Welt wird“, fügte der Botschafter hinzu. „Gemeinsam mit dem Heiligen Stuhl wird unsere Regierung weiterhin zum Frieden auf der koreanischen Halbinsel, zum Weltfrieden, zur Menschenwürde und zum Gemeinwohl beitragen.“<br />Für Pater Bordo ist der Weltjugendtag untrennbar mit der Straße und den Menschen verbunden, denen er täglich begegnet. Dies, erklärt er, sei der Kern Methodik von ‚Azit‘: „Nicht darauf zu warten, dass die Bedürftigsten kirchliche Einrichtungen betreten, sondern hinauszugehen und sie dort zu treffen, wo sie leben.“ Der Missionar beschreibt seine Erfahrungen mit Worten, die über einfache Sozialarbeit hinausgehen. „In den Armen, den einsamen Senioren, den Obdachlosen, den Straßenkindern, den engagierten Freiwilligen – dort sah ich Gott, dort spürte ich ihn, dort begegnete ich ihm, und er umarmte mich.“<br />Unter den vielen Begegnungen, die seinen Lebensweg prägten, erinnert sich Pater Bordo besonders an eine: „An einem Januarabend war es bitterkalt in Korea. Wir liefen mit unseren Rucksäcken, belegten Broten und Milch umher, um unsere obdachlosen Freunde zu besuchen. Ich erinnere mich an einen Abend, an dem ein Mann, dem es nicht gut ging. Ich sagte zu ihm: ‚Es tut mir leid, dass es Ihnen nicht gut geht‘. Und er antwortete: ‚Nein, Pater, das Leben ist schön.‘“ „Da sagte ein Obdachloser einem Priester, dass das Leben schön ist. Dieser Mann war einer meiner Lehrer. Er half mir, tiefer in das Leben einzutauchen, zum Wesentlichen vorzudringen.“<br />Diese Erfahrung fand konkrete Gestalt in der Einrichtung „Anna’s House“, die gegründet wurde, um Menschen in schwierigen Lebenslagen aufzunehmen und zu unterstützen. „‘Anna‘s Home‘ kümmert sich um Straßenkinder, Kinder, Jugendliche, Obdachlose und alleinlebende ältere Menschen. Es gibt verschiedene Programme und Initiativen.“ Täglich werden rund 500 Mahlzeiten ausgegeben. „Es ist ein Abendessen für Bedürftige. Nebenan haben wir Duschen, einen Friseur und Kleidung für den täglichen Bedarf.“<br />Im Laufe der Jahre hat "Anna's House" mehr als 3 Millionen Mahlzeiten für die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen Koreas bereitgestellt und Tausende von Menschen unterstützt, indem es ihnen half, ihr Leben wieder aufzubauen.<br />Im zweiten Stock des Gebäudes werden weitere Dienstleistungen und Aktivitäten angeboten: „Wir haben eine Gruppe von Anwälten, eine Gruppe von Ärzten und eine Klinik, die kostenlose Medikamente ausgibt. Wir bieten Berufsberatung und Unterstützung bei der Arbeitssuche. Wir bieten Musiktherapie, Kunsttherapie und viele andere Projekte an.“ Außerdem ist in dem Haus ein Wohnheim untergebracht. „Im dritten Stock haben wir ein Wohnheim für Obdachlose: Dort leben dreißig Menschen. Und für sie haben wir im vierten Stock eine kleine Werkstatt: Ziel ist es, diesen Menschen die Wiedereingliederung in das soziale Leben zu erleichtern.“ Zehn Unterkünfte wurden für Straßenkinder eingerichtet.<br />Im Laufe der Zeit hat sich „Anna‘s House‘ auch zu einem Ort der praxisorientierten Ausbildung für die koreanische Kirche entwickelt. „In den letzten Jahren haben über hundert Seminaristen drei bis sechs Monate in Annas Haus verbracht, um Erfahrungen zu sammeln. Heute sind sie alle Priester.“ Der Priester erzählt von der Verwunderung vieler Seminaristen über eine Realität, die ihnen während ihrer Ausbildung im Priesterseminar oft fern bleibt. „Sie fragten uns: ‚Gibt es so etwas in Korea?‘ Normalerweise absolviert man die Ausbildung im Priesterseminar, geht dann nach Hause und in die Gemeinde, aber das hier ist eine Realität außerhalb dieser gewohnten Umgebungen.“ Auch zahlreiche Ordensleute haben „Anna‘s House‘ besucht. „Sie kamen, um sich selbst ein Bild zu machen, und einige haben, ähnlich wie wir, Suppenküchen gegründet. Das war ein kleiner Beitrag“. Diese Sensibilität verbindet Pater Bordo auch mit den Lehren von Papst Franziskus. „Was Papst Franziskus mitbrachte, sein Engagement für die Armen, das setzen wir in die Praxis um. Deshalb kamen viele Menschen, um es zu sehen. Vielleicht war es ein kleiner Beitrag zum Bewusstsein der Barmherzigkeit.“<br /> „Meiner Meinung nach“, betont Pater Bordo, „hat ‚Anna‘s House‘ zwei Funktionen. Die erste ist, den Armen zu helfen. Die zweite ist, die koreanische Gesellschaft für diese Realität zu sensibilisieren.“ Jeden Monat kommen etwa 1.500 Freiwillige die Einrichtung. „Jeden Monat gibt es ein Schulungsthema für die Freiwilligen. Sie lernen etwas über ehrenamtliches Engagement, Teilen, Geschwisterlichkeit, Gerechtigkeit und Liebe.“ So, erklärt Pater Bordo, werde Nächstenliebe auch zu einer Erfahrung, die die Menschen, die sie praktizieren, verändern kann: „Wir helfen nicht nur den Armen. Wir helfen der Gesellschaft auch, das Leben dieser Menschen zu sehen, zu verstehen und daran teilzuhaben.“<br />Der Titel des Buches, „Vi aspetto a Seoul“, enthält einen direkten Bezug zu den Erwartungen des Weltjugendtags. „Aber er birgt auch eine andere Erwartung“, erklärt Pater Bordo, „die der Armen, denen wir täglich begegnen. Das Buch trägt diesen Titel, weil so viele Menschen auf den Papst warten, auf die jungen Leute, die kommen werden. Aber auch die Armen warten“, bemerkt er, „sie haben eine Sehnsucht, eine Erwartung.“<br />Pater Bordo erlebte dies besonders deutlich, als das Jugendjubiläumskreuz in „Anna‘s House‘ aufgestellt war. „Wir hatten die Freude, das Jugendjubiläumskreuz zweimal zu Gast zu haben. Einmal stellten wir es vor ‚Anna‘s Haouse‘ auf. Wir bereiteten unsere Gäste vor: Fast niemand war katholisch, fast niemand war Christ.“<br />Dann geschah etwas Unerwartetes: „Bei der Kreuzverehrung sangen wir Lieder und beteten. Unsere Kinder, die Obdachlosen, die Armen … alle kamen vor das Kreuz, berührten es und beteten einen Moment.“ „Es gibt eine Sehnsucht nach Spiritualität, nach Wahrheit, nach einer Botschaft, nach der Frohen Botschaft“, bemerkt er. „Deshalb glaube ich, dass der Weltjugendtag uns allen helfen wird, auch unseren Freunden, die nicht katholisch sind und nicht unseren Glauben teilen.“<br />La GMG di Seoul, nella prospettiva del missionario, potrà dunque essere anche un’occasione per andare oltre i confini visibili della Chiesa: non soltanto un grande raduno di giovani cattolici, ma uno spazio di incontro con una società in trasformazione e con le sue nuove povertà. “Vi aspetto a Seoul” diventa così anche una promessa: quella di una Chiesa che non resta in attesa di quanti arrivano, ma che, come Gesù sulle strade della Palestina, sceglie di andare incontro all’umanità.<br />Aus missionarischer Sicht bietet der Weltjugendtag in Seoul die Chance, über die sichtbaren Grenzen der Kirche hinauszugehen: Er ist nicht nur ein großes Treffen junger Katholiken, sondern ein Raum für die Begegnung mit einer sich wandelnden Gesellschaft und ihren neuen Formen der Armut. „Vi aspetto a Seoul“ wird so auch zu einem Versprechen: dem einer Kirche, die nicht auf die Ankommenden wartet, sondern – wie Jesus auf den Straßen Palästinas – aktiv auf die Menschheit zugeht.<br /> <br />Wed, 02 Sep 2026 11:24:41 +0200ASIEN/CHINA - Neuer Bischof von Chifeng hat seinen Dienst aufgenommenhttps://www.fides.org/de/news/78112-ASIEN_CHINA_Neuer_Bischof_von_Chifeng_hat_seinen_Dienst_aufgenommenhttps://www.fides.org/de/news/78112-ASIEN_CHINA_Neuer_Bischof_von_Chifeng_hat_seinen_Dienst_aufgenommenChifeng – Einen Monat nach seiner Bischofsweihe, die in voller Gemeinschaft mit Papst Leo XIV. gefeiert wurde, hat Bischof Joseph Chang Yanfeng von Chifeng in der chinesischen Provinz Innere Mongolei seinen bischöflichen Dienst bereits voller Elan aufgenommen. Dazu gehören Pfarrbesuche, die Spendung der Sakramente und ein umfassendes Engagement in der Diözesanverwaltung.<br />Am 27. August weihte der Bischof einen neuen Diözesanpriester. Am 23. August hatte er einem Seminaristen die Diakonenweihe erteilt. An den beiden Weihen nahmen 38 Diözesanpriester, Ordensfrauen und zahlreiche Laien teil. Sie vermittelten das Bild einer lebendigen Diözesangemeinschaft, die sich im apostolischen Dienst um ihren Bischof vereint.<br />Joseph Chang wurde am 22. Juli dieses Jahres zum Bischof geweiht. Am 15. Juni hatte ihn Papst Leo XIV. zum Bischof von Chifeng ernant „nachdem er seine Kandidatur im Rahmen des vorläufigen Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China bestätigt hatte“, wie aus einer vom Presseamt des Heiligen Stuhls veröffentlichten Verlautbarung hervorging.<br />Der neue Bischof hat einen beruflichen und akademischen Werdegang hinter sich, der ihn dank seiner langjährigen pastoralen Erfahrung für die dringenden Bedürfnisse der Priesterausbildung sensibilisiert hat.<br />In seiner Predigt rief Bischof Chang die neuen Diakone und Priester dazu auf, zu erkennen, dass das Herzstück des kirchlichen Dienstes darin besteht, Christus nachzufolgen, die Mitmenschen in Demut zu lieben und ihnen von ganzem Herzen zu dienen. Er äußerte die Hoffnung, dass die neuen Priester und Diakone durch Gottes Gnade ihrer Berufung „stets treu“ bleiben und ihren Dienst mit großzügigem und selbstlosem Einsatz ausüben mögen.<br /> Auch in anderen chinesischen Diözesen gibt es viele Priesterberufungen. Am 24. August, dem liturgischen Fest des Apostels Bartholomäus, weihte Joseph Han Yingjin von Sanyuan zwei Diözesanpriester. Bischof Joseph Li Shan von der Diözese Peking weihte drei Diakone des Pekinger Priesterseminars und ermahnte sie mit folgenden Worten: „Glaube, was du verkündest, lehre, was du glaubt, und lebe, was du lehrst.“<br /> <br />Tue, 01 Sep 2026 13:29:22 +0200AFRIKA/SÜDSUDAN - Zwei Ordensschwestern bei Raubüberfall verletzthttps://www.fides.org/de/news/78111-AFRIKA_SUeDSUDAN_Zwei_Ordensschwestern_bei_Raubueberfall_verletzthttps://www.fides.org/de/news/78111-AFRIKA_SUeDSUDAN_Zwei_Ordensschwestern_bei_Raubueberfall_verletztJuba – An diesem Sonntag wurden zwei Karmelitinnen, Schwester Helen und Schwester Ansa, auf dem Weg von Torit nach Juba nach dem Morgengottesdienst überfallen. Ihr Fahrzeug wurde unterwegs angegriffen.<br />Laut Radio „Emmanuel 89“ schlug einer der Angreifer Schwester Helen mit dem Lauf eines Gewehrs auf den Kopf und verletzte sie. Die beiden Ordensschwestern und die anderen Fahrgäste wurden ausgeraubt.<br />Ersten, noch bruchstückhaften Informationen zufolge nahmen die Angreifer außerdem zwei Kinder in ihre Gewalt, bevor sie flohen.<br />Der Bischof von Torit, Emmanuel Bernardino Lowi Napeta, veranlasste umgehend Hilfsmaßnahmen von Juba aus. Die beiden Ordensschwestern wurden in die Hauptstadt gebracht, wo Schwester Helen die notwendige medizinische Versorgung für ihre Verletzungen erhielt.<br />Auf derselben Straße wurden am 16. August 2021 zwei Ordensschwestern der Kongregation der Schwestern vom Heiligsten Herzen Jesu getötet: die ehemalige Generaloberin, Schwester Mary Daniel Abut, und Schwester Regina Roba, die zweimal dem Generalrat angehört hatte. Die beiden Ordensschwestern wurden kaltblütig ermordet, als sie nach den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum der Pfarrei Mariä Himmelfahrt nach Juba zurückkehrten .<br /> <br />Tue, 01 Sep 2026 13:02:49 +0200AMERICA/USA - SELIGSPRECHUNG VON FULTON SHEEN/I - Monsignore Roger Landry (Päpstliche Missionswerke USA): Fulton Sheen und die Gegenwart der Missionhttps://www.fides.org/de/news/78110-AMERICA_USA_SELIGSPRECHUNG_VON_FULTON_SHEEN_I_Monsignore_Roger_Landry_Paepstliche_Missionswerke_USA_Fulton_Sheen_und_die_Gegenwart_der_Missionhttps://www.fides.org/de/news/78110-AMERICA_USA_SELIGSPRECHUNG_VON_FULTON_SHEEN_I_Monsignore_Roger_Landry_Paepstliche_Missionswerke_USA_Fulton_Sheen_und_die_Gegenwart_der_Mission<p ><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/WfbtTCdBi1I?si=K_Ooya-Y2YhtFyAc" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p><br /><br />Von Pascale Rizk<br /><br />Rom - Die missionarische Leidenschaft, die das Leben und Wirken des amerikanischen Erzbischofs Fulton Sheen prägte, war weder persönliche Anstrengung noch Strategie. Es war kein Eroberungsdrang. Alles in ihm entsprang schlicht und einfach seinem „glühenden Glauben an Jesus Christus, den Erlöser der Welt“. Ein Jünger, geprägt von diesem Glauben, der erkannte, dass ohne die Liebe Christi selbst die ausgefeiltesten Strategien und Mittel zur Verkündigung des Evangeliums letztlich wie „dröhnendes Erz und lärmende Pauken“ klingen, wie der heilige Paulus in seinem Brief an die Korinther schreibt. <br />Dies betont Monsignore Roger J. Landry, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in den Vereinigten Staaten, im Hinblick auf die Persönlichkeit und Bedeutung des amerikanischen Erzbischofs, der am 24. September in St. Louis im Rahmen eines feierlichen Gottesdienst unter dem Vorsitz von Kardinal Luis Antonio Tagle seliggesprochen wird.<br /><br /><br /><br />Welches Vermächtnis hinterlässt Erzbischof Fulton J. Sheen mit Blick auf die missionarische Identität der Kirche in den Vereinigten Staaten von Amerika heute?<br /><br />Erzbischof Fulton Sheen wird bald seliggesprochen. Sein ganzes Leben war von seiner tiefen Liebe zu Jesus Christus geprägt. Sein Ziel war es, Jesus bestmöglich zu dienen und so viele Menschen wie möglich zu ihm zu führen, damit sie seine Liebe erfahren, diese erwidern und weitergeben konnten.<br />Deshalb widmete er sich dem Studium und wurde einer der gelehrtesten Priester in der amerikanischen Geschichte. Deshalb widmete er sich auch mit großem Eifer der Predigt und schaffte es, die Kanzeln „mit dem Feuer des Heiligen Geistes zu entzünden“, indem er seine Liebe zu Jesus verkündete. Dies ist einer der Gründe, warum er während seiner 61 Priesterjahre jeden Morgen eine ganze Stunde der Anbetung des Herrn widmete. Und deshalb konnte er sagen, dass seine größte Liebe stets den Missionen galt. Er gab alles, was er hatte: Energie, Talent und Geld, das er durch seine verschiedenen Initiativen sammelte, um den Glauben in der ganzen Welt zu verbreiten.<br />Das alles rührt daher, dass er ein hingebungsvoller Jünger und glühender Apostel Jesu Christi, des Erlösers der Welt, war.<br /><br />Welche Aspekte seiner persönlichen Spiritualität halten Sie für die heute im Einsatz befindlichen Missionare für besonders relevant, und welcher Aspekt spricht Sie persönlich am meisten an?<br /><br />Fulton Sheen war nicht nur ein herausragender Missionar, sondern prägte die gesamte Kirche im Geiste der Mission.<br />Zwei Aspekte seiner Frömmigkeit sind beispielhaft. Erstens nahm er die Realpräsenz Jesu in der Heiligen Eucharistie sehr ernst. Für ihn war die Eucharistie keine Sache, sondern eine Person. Und für ihn war es selbstverständlich, jeden Tag Zeit mit Jesus zu verbringen.<br />Die Sendung der Kirche besteht nicht nur darin, das Evangelium bis an die Enden der Erde zu tragen. Sie besteht nicht einmal nur darin, Gemeinden zu gründen. Die Sendung der Kirche ist es, Jesus Christus bis an die Enden der Erde zu bringen. Er lebt mit uns, Gott mit uns, er ist immer noch mit uns in der Heiligen Eucharistie, in seinem Leib, Blut, seiner Seele und seiner Göttlichkeit. Und so inspirierte Fulton Sheens Liebe zur Eucharistie seine missionarische Spiritualität zutiefst, Gemeinden zu aufzubauen – nicht Gebäude und physische Strukturen, sondern Gemeinden, die durch das Wirken Jesu in der Heiligen Eucharistie den mystischen Leib Christi bilden.<br />Und das Zweite, was ich über Sheen sagen möchte, ist, dass er sich der Kunst der Kommunikation widmete. Er wusste, dass es nicht genügte, Glauben zu haben. Es genügte nicht, den Wunsch zu haben, den Glauben zu verbreiten. Er wollte in der Verbreitung des Glaubens wirksam sein. Er wollte die Glut von Gottes Liebe zu uns in seinen Worten, während er das Evangelium predigte, zum Ausdruck bringen.<br />Fulton Sheen besaß diese Eigenschaft schon immer. Und einer der prägendsten Einflüsse in seinem Leben war, dass er nicht nur bestimmte Medien, alte wie neue, dazu ermutigte, als Plattformen zu dienen, um den Schatz unseres Glaubens mit Inbrunst weiterzugeben. Meiner Meinung nach sind dies die beiden Dinge, die er der gesamten Kirche über die erfolgreiche Ausübung von Mission vermittelt hat.<br />Für mich ist Fulton J. Sheens größte Stärke seine Liebe zum Priestertum. Fulton Sheen war ein „Priester unter Priestern“, und in seinem Ruhestand leitete er im letzten Jahrzehnt seines Lebens monatlich drei Exerzitienwochen für Priester. Er wollte seine Mitbrüder im Priesteramt mit einem wahrhaft missionarischen Herzen nach dem Vorbild Christi formen, damit sie als Salz und Sauerteig hinausgehen und die ganze Welt verändern konnten.<br />Mit 18 Jahren begann ich, Fulton Sheens Kassetten auf langen Autofahrten zu hören. Seine Gedanken drangen tief in meine Gedanken ein, seine Leidenschaft berührte mein Herz. Und heute, als sein Nachfolger – er war der fünfte Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in den Vereinigten Staaten –, denke ich gern, dass ich nicht nur seinem Beispiel folgen und sein Modell umsetzen kann, sondern ich zähle auch auf seine mächtige Fürsprache, für immer an der Seite Jesu. Dafür liebe ich Fulton Sheen von ganzem Herzen.<br /><br />Was können die heutigen sogenannten „digitalen Missionare“ von Erzbischof Fulton J. Sheen lernen, nicht nur in Bezug auf Technologie, sondern auch in Bezug auf spirituelle Grundlagen? Was würde Fulton Sheen selbst, kritisch betrachtet, über die Illusionen unseres Kommunikationszeitalters denken?<br /><br />Was würde er wohl denken, und welchen entscheidenden Beitrag könnte er heute zur Welt der digitalen Medien und digitalen Missionare leisten? Der Erzbischof würde alle digitalen Missionare und „Influencer“ dazu ermutigen, ihre Beziehung zu Jesus in den Mittelpunkt zu stellen. Wenn sie die persönliche Liebe des Herrn nicht erfahren haben, wenn sie nicht wirklich danach streben, in Glaube, Hoffnung und Liebe in dieser persönlichen Beziehung zu Jesus zu wachsen, dann werden sie – um es mit den Worten des Paulus an die Korinther zu sagen – nur wie dröhnendes Erz und lärmende Pauken. Um reiche Frucht zu bringen, müssen sie mit Jesus verbunden sein wie die Reben mit dem Weinstock. Und dies wäre daher der erste Ratschlag gewesen, den Fulton Sheen gegeben hätte.<br />Für Fulton Sheen war nicht das Medium entscheidend. Es ging ihm um die Botschaft, die er über das jeweilige Medium vermittelte, sei es in Büchern, im Radio, im Fernsehen oder, um es in der heutigen Zeit auszudrücken, in Videos, Podcasts oder sogar künstlicher Intelligenz. <br />Fulton Sheen konzentrierte sich stets auf diese Botschaft, und diese Botschaft lautete: Was Gott mit uns tun möchte: Er möchte mit uns leben. Er hat nicht nur für uns gelitten, ist gestorben und auferstanden, sondern er begleitet uns auch heute noch: Christus ist auferstanden.<br />Diese Wahrheit war Fulton Sheen wohlbekannt. Er lebte sie jeden Tag, beginnend mit einer Stunde Gebet vor dem auferstandenen Herrn Jesus im Tabernakel seiner privaten Kapellen.<br />Was künstliche Intelligenz betrifft, so würde Fulton Sheen zunächst ihr großes Potenzial erkennen. Zweitens würde er sicherstellen wollen, dass dieses großartige Werkzeug, das der Kirche und der Menschheit helfen kann, der Menschheit nicht letztendlich schadet. Wir sollten nicht zu Anhängern der künstlichen Intelligenz werden und uns von ihr beherrschen lassen.<br />Wir müssen vielmehr – wie der Herr es uns im Buch Genesis gelehrt hat – über die Werke unserer Hände herrschen, über die Kreativität, die er in uns entfacht hat. Daher würde Fulton Sheen zunächst die Möglichkeiten sehen, die diese neuen, von Gott gegebenen Mittel bieten, aber gleichzeitig alle mahnen, zu erkennen, dass der Teufel ebendiese Mittel missbrauchen kann. Deshalb müssen wir wachsam sein und darauf achten, dass sie stets auf Gott ausgerichtet sind, denn sonst verlieren sie – und damit auch wir selbst – die Orientierung. Wie bereits erwähnt, gründete Fulton Sheen seine Missionsarbeit auf die tägliche Anbetung des Allerheiligsten Sakraments.<br /><br />Erzbischof Fulton Sheen gründete seine gesamte Missionsarbeit auf eine tägliche Heilige Stunde vor dem Allerheiligsten. Im Jahr 2024 durchquerten Sie die Vereinigten Staaten 65 Tage lang zu Fuß und trugen die Eucharistie bei sich. Was ist der wesentliche Zusammenhang zwischen der Eucharistie und der Mission?<br /><br />Wie Kardinal Tagle, Propräfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung, der Kirche in den Vereinigten Staaten während des Nationalen Eucharistischen Kongresses 2024 in Indianapolis sagte: „Der eucharistische Jesus ist von Natur aus missionarisch.“ Er gibt seinen Leib und sein Blut für uns und spricht dann: „Tut dies zu meinem Gedächtnis.“ Das bedeutet nicht einfach, die Messe in seinem Gedenken zu feiern, sondern unser Leben wahrhaft eucharistisch zu gestalten. Mögen wir, wie Jesus, berufen sein, uns für andere aufzuopfern. Mögen wir zu anderen sagen können: „Dies ist mein Leib, dies ist mein Blut, dies sind meine Schwielen, dies ist mein Schweiß, dies sind meine Tränen, dies ist mein Herz; alles, was ich bin und alles, was ich habe, gebe ich aus Liebe.“<br />Eine Eucharistie, die nicht in Mission verwandelt wird, wie der heilige Johannes Paul II. einst sagte, ist wie in ihrem Wesen zerbrochen, zersplittert. Doch so wie wir die Liebe des Herrn empfangen, die er uns schenkt, wenn wir Jesus würdig in der Heiligen Kommunion empfangen können, so möchte Jesus, der nun in uns wohnt, dass wir diese Gemeinschaft mit ihm fortsetzen, indem wir an seinem Auftrag zur Erlösung der Welt teilhaben. Dies ist einer der Gründe, warum jede Messe mit Gottes Segen und den Worten „Gehet hin in Frieden“ endet. „Ite missa est“ bedeutet, dass das Ziel der Kirche gesetzt ist, und so sendet uns Christus, der uns zu seinem Leib macht, mit sich, damit wir, von ihm in der Eucharistie verwandelt, die ganze Welt verwandeln können.<br /><br />Papst Leo XIV. wird oft als missionarischer Papst bezeichnet, aber wie analysiert man eigentlich seine missionarische Perspektive und Vision wirklich?<br /><br />Papst Leo wirkte 22 Jahre lang als Seminarist, Priester und Bischof in Peru. Anschließend bereiste er zwölf Jahre lang als Generalprior der Augustiner 50 verschiedene Länder. Somit war er die Hälfte seines Lebens Missionar. Als er am 8. Mai 2025 gewählt wurde, war er der erste Papst seit dem heiligen Petrus, der einen Teil seines Lebens damit verbracht hatte, seine Heimat zu verlassen, um Menschen, die noch nie von Jesus gehört hatten, das Evangelium zu verkünden, so wie Leo es in den Bergen Nordperus getan hatte. Diese Erfahrung, diesen Reisepass voller Stempel, brachte er mit, als er mit Beifall empfangen wurde. Und so wie Papst Pius X. als erster Papst seit Jahrhunderten war, der aktiv als Seelsorger tätig war und diese Erfahrung nutzte, um das Papsttum zu verändern, so hat auch Papst Leo, der erste missionarische Papst „ad agentes“ seit Simon von Bethsaida, die Welt bereist, um seine Glaubensbrüder und -schwestern zu stärken und sie mit in den Apostolischen Palast zu nehmen.<br />Es überrascht nicht, dass er in seiner Antrittsansprache nicht nur die Menschen von Chiclayo begrüßte, wo er als Missionsbischof gewirkt hatte, sondern auch erklärte, dass wir gemeinsam Wege suchen müssen, eine „missionarische Kirche“ zu werden. Wenn man darüber nachdenkt, was seine Missionserfahrung so einzigartig macht, so ist es seine Erkenntnis, dass Missionsarbeit das gemeinsame Engagement der gesamten Kirche ist; sie ist nicht das Werk eines einzelnen Missionars oder einiger weniger Mitglieder einer Missionsgemeinde, sondern für das Gelingen der Mission der Kirche ist das Engagement aller notwendig. Und schon mit seinen ersten Worten als 267. Bischof von Rom rief er uns alle dazu auf, uns ihm im missionarischen Eifer anzuschließen, um allen Menschen das größte Geschenk der Welt zu bringen: Jesus Christus. Christus selbst allen, allen 8,1 Milliarden Menschen, den 8,1 Milliarden, die heute leben und für die Jesus in Liebe sein Leben gab. Das ist es, was ihn wirklich einzigartig macht und uns spüren lässt, wie gesegnet wir sind, nicht nur einen amerikanischen Papst zu haben – das kann ich als Amerikaner sagen –, sondern auch einen wahrhaft missionarischen Papst zu haben, dem der Wunsch, den Glauben zu verbreiten, im Blut liegt.<br /><br /><br />Tue, 01 Sep 2026 12:37:31 +0200EUROPA/ÖSTERREICH - Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke ernannthttps://www.fides.org/de/news/78109-EUROPA_OeSTERREICH_Nationaldirektor_der_Paepstlichen_Missionswerke_ernannthttps://www.fides.org/de/news/78109-EUROPA_OeSTERREICH_Nationaldirektor_der_Paepstlichen_Missionswerke_ernanntVatikanstadt – Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung hat am 8. Juni 2026, Pfarrer Johannes Laichner aus der Diözese Innsbruck, für die kommenden fünf Jahre zum Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Österreich ernannt. <br />Der am 9. Juli 1982 geborene neue Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Österreich , der heute sein Amt antritt, promovierte 2008 in katholischer Fachtheologie und 2011 in Klassischer Archäologie. Ab September 2012 war er Pfarrprovisor in Roppen und anderen Pfarreien. Seit 2019 ist er Diözesandirektor der Päpstlichen Missionswerke in Innsbruck und seit 2021 Pfarrer in Karres, Karrösten, Mils und Roppen. Er hat an verschiedenen Spendenaktionen für Missionsprojekte mitgewirkt, darunter eine Reise nach Kamerun. Neben zahlreichen anderen Publikationen veröffentlichte er unter anderem die Biografie des Heiligen Engelbert Kolland.<br /> Tue, 01 Sep 2026 11:51:17 +0200ASIEN/INDONESIEN - Pfarrer Budi Purnomo: “Bei den Demonstrationen geht es um Gerechtigkeit und Gemeinwohl”https://www.fides.org/de/news/78108-ASIEN_INDONESIEN_Pfarrer_Budi_Purnomo_Bei_den_Demonstrationen_geht_es_um_Gerechtigkeit_und_Gemeinwohlhttps://www.fides.org/de/news/78108-ASIEN_INDONESIEN_Pfarrer_Budi_Purnomo_Bei_den_Demonstrationen_geht_es_um_Gerechtigkeit_und_GemeinwohlJakarta – Bei den Demonstrationen, zu denen sich in den letzten Wochen Tausende Menschen vor dem indonesischen Parlament versammelt haben, kristallisiere sich eine klare Forderung der Bürger heraus: mehr Transparenz, mehr Demokratie, Gerechtigkeit und ein wirksamerer Kampf gegen Korruption. Dies erklärte Pfarrer Aloysius Budi Purnomo, Sekretär der Kommission für interreligiöse Beziehungen der Indonesischen Bischofskonferenz, gegenüber Fides.<br />„An den Demonstrationen am 27. August nahmen nicht nur Studierende, sondern auch ganz normale Bürger teil, insbesondere aus Zentraljava, wo es Fälle von schwerer Korruption gab“, erläutert der Priester. „Es sind Menschen aller Religionen. Es handelt sich nicht um eine religiös, sondern um eine ethisch motivierte Bewegung.“<br />In Indonesien, einem Land mit über 270 Millionen Einwohnern, wo das friedliche Zusammenleben von Muslimen, Christen, Hindus, Buddhisten und Angehörigen anderer Religionsgemeinschaften ein grundlegendes Merkmal der Gesellschaft ist, wurzele der Protest, so Pater Buddi Purnomo, in einer gemeinsamen Auffassung vom Wohl der Nation.<br />Im Zentrum der Mobilisierung stehe das Parlament, nicht die Regierung oder Präsident Prabowo Subianto selbst. „Die Protestierenden richten sich gegen die Abgeordneten, deshalb findet die Demonstration vor dem Parlament statt. Bislang gibt es keine direkten Forderungen an die Regierung oder den Präsidenten“, erklärt der Priester. Die Forderungen der Protestierenden seien größtenteils lobenswert: „Es gibt eine Forderung nach Transparenz, Demokratie und Gerechtigkeit“, doch diese müsse „selbstverständlich friedlich“ verfolgt werden.<br />Der Protest hat bereits ein konkretes politisches Ergebnis erzielt. Am 27. August unterzeichneten die führenden Abgeordneten des Repräsentantenhauses nach einem Treffen mit Vertretern der „Aliansi Masyarakat Pati Bersatu“ eine Verpflichtungserklärung zum Gesetz über die Einziehung von aus Straftaten stammenden Vermögenswerten. Das Parlament verpflichtete sich, das Gesetz bis zum 15. Dezember 2026 zu verabschieden. Die unterzeichnenden Abgeordneten erklärten sich bereit, von ihren Ämtern und dem Parlament zurückzutreten, sollte das Gesetz nicht bis zum festgelegten Stichtag verabschiedet werden.<br />Der 15. Dezember könnte sich als Test für die Fähigkeit der Institutionen erweisen, eine Forderung der Zivilgesellschaft in konkrete Reformen umzusetzen. Der Vorsitzende der Kommission III des indonesischen Parlaments, Habiburokhman, versicherte, dass der Gesetzgebungsprozess bereits im Gange sei und der Dezember als Stichtag im parlamentarischen Zeitplan vorgesehen sei. Das zur Abstimmung stehende Gesetz befasst sich mit einem der heikelsten Themen im Kampf gegen Korruption: der Möglichkeit, aus kriminellen Aktivitäten stammende Vermögenswerte einzuziehen und korrupte Personen der Erträge ihrer Straftaten zu entziehen. Die Billigung stand lange im Mittelpunkt der Forderungen der Zivilgesellschaft.<br />Die Demonstration verlief jedoch nicht durchgehend friedlich. Nach der Hauptkundgebung vor dem Parlament kam es zu Ausschreitungen durch Gruppen, die von den Behörden und den Medien als „Unruhestifter“ bezeichnet wurden – schwarz gekleidete Personen, die in keiner Verbindung zu den Organisatoren der Proteste standen. Es wurden Brände, Sachbeschädigungen und Zusammenstöße mit der Polizei gemeldet. Über 300 Menschen wurden festgenommen, und ein Zivilist starb, nachdem er bei den Ausschreitungen angeschossen und ins Krankenhaus gebracht worden war.<br />Diese Unterscheidung ist auch aus Sicht der katholischen Kirche wichtig: „Als Katholiken achten wir auf den Geist der Demonstrationen“, betont Pfarrer Budi Purnomo. „Wenn sie friedlich verlaufen und Forderungen vertreten, die dem Gemeinwohl dienen, wie beispielsweise der Kampf gegen Korruption, können sie als Ausdruck gesunder bürgerlicher Verantwortung verstanden werden. Gewalt hingegen ist mit diesem Streben nach Gerechtigkeit nicht gleichzusetzen.“<br />Die indonesische Kirche hat in jüngster Zeit ihr moralisches Engagement für eine verantwortungsvolle öffentliche Verwaltung bekräftigt: Sie unterstützt alles, was zur Menschenwürde, Gerechtigkeit, Transparenz und zum Frieden beiträgt, und wahrt dabei eine Haltung des Dialogs und der Verantwortung gegenüber allen Beteiligten.<br />Diese Position – so erinnert Pfarrer Purnomo – findet einen wichtigen Bezugspunkt in der kürzlich der von dem indonesischen Bischofskonferenz anlässlich des Unabhängigkeitstages am 17. August veröffentlichten Hirtenbrief 2026. In dem Dokument mit dem Titel „Der Weg der Hoffnung inmitten der nationalen Dynamik: Eine synodale Kirche zur Förderung öffentlicher Ethik und Stärkung der menschlichen Solidarität in Indonesien“ äußern sich die Bischöfe zur Lage des Landes.<br />Die Bischöfe benennen eine vielschichtige Krise mit sozialen, wirtschaftlichen, politischen, ökologischen und moralischen Dimensionen. Zu ihren Sorgen zählen Korruption, Ungleichheit, die Fragilität der öffentlichen Ethik, der Verfall der Demokratie und die Gefahr, dass die Politik letztlich die Interessen von Eliten über das Gemeinwohl stellt.<br />Besonders bedeutsam, so der Priester, sei die Einladung der Bischöfe, „sich aktiv am nationalen Leben zu beteiligen, ohne dabei Partei zu ergreifen“. Die Kirche müsse, so die Erklärung, eine Präsenz sein, die mit allen Menschen guten Willens zusammenarbeitet und gleichzeitig als kritischer Gesprächspartner gegenüber Institutionen agiert.<br />Die Analyse des Schreibens verdeutlicht einige der zugrundeliegenden Fragen: den Kampf gegen Korruption, die Qualität der Demokratie, die Bürgerbeteiligung, die institutionelle Rechenschaftspflicht und die Verteidigung der Würde des Einzelnen und der schutzbedürftigsten Gruppen. In diesem Sinne, so Pater Budi Purnomo abschließend, bringe das Dokument der Bischöfe einen wichtigen Punkt zum Ausdruck: „Demokratie ist eine gelebte Kultur der Verantwortung, Transparenz und Teilhabe sowie des Schutzes der Würde jedes Menschen.“<br /> <br />Tue, 01 Sep 2026 11:14:42 +0200ASIEN/CHINA - Paul Liu Honggang zum Bischof von Datong geweihthttps://www.fides.org/de/news/78107-ASIEN_CHINA_Paul_Liu_Honggang_zum_Bischof_von_Datong_geweihthttps://www.fides.org/de/news/78107-ASIEN_CHINA_Paul_Liu_Honggang_zum_Bischof_von_Datong_geweihtVon Marta Zhao<br /><br />Datong – Am Montagmorgen fand die Bischofsweihe von Paul Liu Honggang, dem neuen Bischof des Bistums Datong in der chinesischen Provinz Shanxi statt.<br />Papst Leo XIV. hatte – wie das Presseamt des Heiligen Stuhls heute mitteilte – Paul Liu Honggang, am 10. August „nachdem er seine Kandidatur im Rahmen des vorläufigen Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China“ über die Ernennung chinesischer Bischöfe bestätigt hatte, zum Bischof von Datong ernannt.<br />Mit der Bischofsernennung von Leo XIV. und der heutigen Bischofsweihe erhöht sich die Zahl der neu in voller Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom geweihten chinesischen katholischen Bischöfe auf 17. Diese Weihe erfolgte im Rahmen des unter dem Pontifikat von Papst Franziskus vom Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China am 22. September 2018 unterzeichneten vorläufigen Abkommens über neue Bischofsernennungen, das 2020 und 2022 für jeweils zwei Jahre erneuert und im Oktober 2024 um eine vier Jahre verlängert wurde.<br />Der gesamte Prozess, der zur Ernennung und Bischofsweihe von Paul Liu Honggang führte, wurde von Anfang an unter dem Pontifikat von Papst Leo XIV. durchgeführt.<br />Die Weiheliturgie fand in der Kathedrale des Unbefleckten Herzens Mariens im Bezirk Pingcheng statt. Hauptkonsekrator war Joseph Shen Bin, Bischof der Diözese Shanghai. Vier Bischöfe aus der Provinz Shanxi konzelebrierten bei dem Weihegottesdinst: Peter Ding Lingbin, Bischof der Diözese Changzhi; Peter Liu Genzhu, Bischof der Diözese Linfen; Paul Ma Cunguo, Bischof der Diözese Shuozhou; und Anthony Ji Weizhong, Bischof der Diözese Lüliang. Über 200 Gläubige, darunter Priester, Ordensschwestern und Laien, nahmen an der Weihe teil.<br />Paul Liu Honggang wurde am 2. November 1970 im Dorf Wufuying nahe der Stadt Taiyuan geboren. Von 1988 bis 1992 besuchte er das Priesterseminar in Fenyang und anschließend von 1992 bis 1996 das Nationale Priesterseminar Peking, wo er den Bachelor-Abschluss in Theologie erwarb. Am 24. November 1996 wurde er zum Priester geweiht und in das Bistum Datong inkardiniert. Von Dezember 1996 bis 1999 war er Pfarrer in Zhangguantun, von 2000 bis 2003 in Xubao und anschließend von 2003 bis 2005 in der Pfarrei Xihehe. Seit dem 15. März 2005 bekleidet er das Amt des Administrators der Diözese.<br />Die katholische Präsenz in der Region Datong lässt sich mindestens bis ins späte 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Missionare der Kongregation vom Unbefleckten Herzen Mariens , bekannt als Scheut-Missionare, waren dort tätig. Die Apostolische Präfektur Datong wurde am 14. März 1922 von Papst Pius XI. errichtet. Am 17. Juni 1932 wurde sie vom selben Papst in den Rang eines Apostolischen Vikariats erhoben. Am 11. April 1946 wurde das Vikariat mit der päpstlichen Bulle „Qiotidie Nos“ von Papst Pius XII. in den Rang eines Bistums erhoben.<br />Heute zählt die Diözese etwa 10.000 Katholiken und hat 15 Priester, 16 Pfarreien und eine Frauenordensgemeinschaft vom Heiligsten Herzen Jesu.<br />Trotz der langen Jahre der Vakanz und der wirtschaftlichen Benachteiligung der Region hat die katholische Gemeinde ihren Glauben und ihr lebendiges kirchliches Leben stets bewahrt. Am 11. April 2024 wurde unter dem Vorsitz von Bischof Paul Ma Cunguo von Shuozhou die feierliche Liturgie zur Priesterweihe zweier Diakone gefeiert. Dies waren die ersten Priesterweihen im Bistum Datong seit 2010.<br />Der Kohlebergbau ist der wichtigste Wirtschaftszweig in Datong. Auch die katholische Gemeinde hat mit begrenzten wirtschaftlichen Mitteln zu kämpfen, doch die katholische Nächstenliebe scheint vom biblischen Bild der armen Witwe inspiriert zu sein. Pfarrer Wang Lisheng aus Yulin berichtete: „Während der Pandemie hat Armut die Solidarität nicht verhindert. Die 3.470 Yuan, die von etwa zwanzig älteren Gläubigen gespendet wurden, mögen wie ein Tropfen auf den heißen Stein erscheinen, doch sie stellen einen Teil ihrer ohnehin schon bescheidenen finanziellen Mittel dar. … Dank Gebet und eucharistischer Anbetung haben sie die Notzeit überstanden. Während der Pandemie habe ich einigen älteren Gläubigen den Schlüssel zur Kapelle gegeben, in der sie das Allerheiligste Sakrament anbeten konnten, damit sie täglich die eucharistische Anbetung vollziehen und abwechselnd für das Ende der Pandemie beten kinnten.“<br />Am 22. August 2006 fand die Feier zum 100-jährigen Bestehen der Kathedrale statt, in der heute die Weihe von Paul Liu erfolgte. Vertreter der Zivilverwaltung und die Bevölkerung waren bei der Feier anwesend. Auch die Lokalzeitung berichtete über die Weihe.<br /><br />Mon, 31 Aug 2026 13:26:37 +0200ASIEN/CHINA - Bischof von Datong geweihthttps://www.fides.org/de/news/78106-ASIEN_CHINA_Bischof_von_Datong_geweihthttps://www.fides.org/de/news/78106-ASIEN_CHINA_Bischof_von_Datong_geweihtVatikanstadt – Am heutigen 31. August 2026 wurde Paul Liu Honggang zum Bischof geweiht, den Papst Leo XIV. am 10. August 2026 zum Bischof von Datong ernannt hatte, nachdem er die Kandidatur im Rahmen des Vorläufigen Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik bestätigt hatte. <br />Paul Liu Honggang wurde am 2. November 1970 im Dorf Wufuying nahe der Stadt Taiyuan geboren. Von 1988 bis 1992 besuchte er das Priesterseminar in Fenyang und anschließend von 1992 bis 1996 das Nationale Priesterseminar Peking, wo er den Bachelor-Abschluss in Theologie erwarb. Am 24. November 1996 wurde er zum Priester geweiht und in das Bistum Datong inkardiniert.<br />Von Dezember 1996 bis 1999 war er Pfarrer in Zhangguantun, von 2000 bis 2003 in Xubao und anschließend von 2003 bis 2005 in der Pfarrei Xihehe. Seit dem 15. März 2005 bekleidet er das Amt des Administrators der Diözese.<br /> <br />Mon, 31 Aug 2026 13:08:16 +0200AFRIKA/NIGER - Nach gescheitertem Putschversuch: Algerien stationiert Militärflugzeuge in Niameyhttps://www.fides.org/de/news/78104-AFRIKA_NIGER_Nach_gescheitertem_Putschversuch_Algerien_stationiert_Militaerflugzeuge_in_Niameyhttps://www.fides.org/de/news/78104-AFRIKA_NIGER_Nach_gescheitertem_Putschversuch_Algerien_stationiert_Militaerflugzeuge_in_NiameyNiamey – Nach dem Militäraufstand vom vergangenen Wochenende wurden vier Su-30-Kampfjets, begleitet von einem Il-76-Transportflugzeug und einem Il-78-Tankflugzeug, aus Algerien zum Luftwaffenstützpunkt 101 in der Nähe des internationalen Flughafens “Diori Hamani“ in Niamey verlegt. Dies ist der erste Auslandseinsatz des algerischen Militärs und unterstreicht die Bedeutung, die Algerien der Lage im südlichen Nachbarland beimisst. Dies ist wohl der bedeutendste geopolitische Aspekt des gescheiterten Aufstands in Niger.<br />Der direkten Intervention des algerischen Militärs, das offenbar nicht an der Niederschlagung des Aufstands beteiligt war, ging wenige Tage zuvor die Spende von vier Hubschraubern sowie Munition, Ersatzteilen, Wartungsausrüstung und logistischer Unterstützung an die nigrischen Streitkräfte voraus.<br />Der Aufstand einiger Spezialeinheiten, die zur Bekämpfung dschihadistischer Gruppen in den Regionen Tillabéri und Dosso eingesetzt waren, brach in der Nacht vom 28. auf den 29. August aus. Anwohner berichteten von Schüssen und Explosionen an mehreren strategischen Punkten der Hauptstadt: dem Stadtzentrum, dem Präsidentenpalast, der Nähe des Hauptsitzes des staatlichen Radio- und Fernsehsenders sowie dem Luftwaffenstützpunkt 101. Dort ist auch die italienische Militärmission stationiert, das letzte westliche Kontingent, das nach dem Abzug der französischen, amerikanischen und deutschen Truppen noch in Niger stationiert ist.<br />Am 29. August erklärten die nigrischen Behörden, die Lage wieder unter Kontrolle gebracht und die Ruhe in der Hauptstadt wiederhergestellt zu haben. Zur Bestätigung der Angaben der Militärjunta fand am darauffolgenden Sonntag, dem 30. August, eine offizielle Zeremonie auf dem Luftwaffenstützpunkt 101 statt, um die Ankunft des algerischen Luftwaffenkontingents zu feiern.<br />Laut einer Erklärung des algerischen Verteidigungsministeriums wurden die Flugzeuge auf Anfrage der nigrischen Behörden nach Niger verlegt. Die Mission soll die nigrischen Streitkräfte angesichts eines von den Behörden als „Versuch der Destabilisierung“ des Staates bezeichneten Angriffs unterstützen.<br />Der Flughafen Niamey und der Luftwaffenstützpunkt 101 wurden in diesem Jahr bereits dreimal angegriffen: am 29. Januar bei einem Angriff, zu dem sich der Islamische Staat in der Sahelzone bekannte ; am 18. Juni bei einem weiteren Angriff, der der JNIM zugeschrieben wird ; und nun, am 29. August, von aufständischen Soldaten.<br />Der Putschversuch wurde auch mithilfe von Mitgliedern des „Africa-Corps“, der dem russischen Verteidigungsministerium unterstellten russischen Truppe, die die Wagner-Söldner ablösten, vereitelt. Auf dem Luftwaffenstützpunkt 101 sind sowohl das Kontingent des „Africa Corps“ als auch das gemeinsame Hauptquartier der vereinten Streitkräfte der Allianz der Sahelstaaten untergebracht, der Niger, Burkina Faso und Mali angehören.<br />Algerien hat unterdessen nach den Spannungen der letzten Jahre auch die Beziehungen zu Mali wieder aufgenommen . Die Beziehungen hatten sich seit 2023/24 bereits verschlechtert, insbesondere nach Malis Ausstieg aus dem 2015 von Algier vermittelten Abkommen, das Algerien mit bewaffneten Gruppen im Norden ausgehandelt hatte. Mali wirft Algerien zudem vor, bestimmte bewaffnete Gruppen zu unterstützen oder zu beherbergen. Die algerische Militärpräsenz im Zentrum des AES-Generalstabs könnte daher auch einen Wendepunkt in den Beziehungen zwischen Mali und Algier markieren.<br /> <br /><br />Mon, 31 Aug 2026 12:57:22 +0200AFRIKA/NIGERIA - Nach Angriffen auf muslimische Gemeinden: Bischof von Kontagora fordert Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen für Kultstättenhttps://www.fides.org/de/news/78105-AFRIKA_NIGERIA_Nach_Angriffen_auf_muslimische_Gemeinden_Bischof_von_Kontagora_fordert_Verschaerfung_der_Sicherheitsmassnahmen_fuer_Kultstaettenhttps://www.fides.org/de/news/78105-AFRIKA_NIGERIA_Nach_Angriffen_auf_muslimische_Gemeinden_Bischof_von_Kontagora_fordert_Verschaerfung_der_Sicherheitsmassnahmen_fuer_KultstaettenAbuja – „Moscheen müssen vor dschihadistischen Angriffen geschützt werden“, dies fordert Bischof Bulus Yohanna von Kontagora und Präsident der Christian Association of Nigeria im Bundesstaat Niger, einem der 36 Bundesstaaten Nigerias im mittleren Norden des Landes.<br />„Für uns ist ein Angriff auf ein Gotteshaus, unabhängig von der Religion, ein Angriff auf die Heiligkeit dieser Stätten und eine Bedrohung für die gesamte Gemeinschaft“, sagte Bischof Yohanna in seiner Predigt während des Sonntagsgottesdienstes, am gestrigen 30. August, in der katholischen Kathedrale St. Michael in Kontagora.<br />Mit Blick auf die jüngsten Angriffe auf muslimische Gemeinden vor Ort betonte Bischof Yohanna die Dringlichkeit des Schutzes der Moscheen vor dschihadistischen Angriffen. Yohanna betonte: „Das gesamte Emirat Borgu, zu dem auch die lokalen Regierungsbezirke Agwara und Borgu gehören, benötigt eine starke und ständige Präsenz von Sicherheitskräften, damit die Bewohner ländlicher Gemeinden ohne Angst vor Entführungen leben können.“<br />Dem Appell des Bischofs von Kontagora war am vergangenen 21. August ein koordinierter Angriff auf fünf Gemeinden im Verwaltungsbezirk Borgu vorausgegangen. Bewaffnete Männer stürmten während des Freitagsgebets Moscheen und entführten Hunderte von Gläubigen. Betroffen sind die Gemeinden Dekara, Kpenya, Sabon Gida, Maciyan Gyada und Gidan Zana.<br />Die Christian Association of Nigeria , deren Landesverband Niger von Bischof Yohanna geleitet wird, ist der Dachverband der christlichen Konfessionen in Nigeria. Die katholische Kirche ist durch die Nigerianische Bischofskonferenz vertreten.<br />Bereits in der vergangenen Woche verurteilten die nigerianischen Bischöfe die wahllosen Angriffe auf die Bevölkerung des Landes, unabhängig von deren Religionszugehörigkeit, aufs Schärfste und forderten die Behörden auf, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Bevölkerung zu schützen .<br /> <br />Mon, 31 Aug 2026 12:33:24 +0200ASIEN/PAKISTAN - Nach Brand auf einer Säuglingsstation: Katholiken beten für 14 verstorbene Neugeborenehttps://www.fides.org/de/news/78103-ASIEN_PAKISTAN_Nach_Brand_auf_einer_Saeuglingsstation_Katholiken_beten_fuer_14_verstorbene_Neugeborenehttps://www.fides.org/de/news/78103-ASIEN_PAKISTAN_Nach_Brand_auf_einer_Saeuglingsstation_Katholiken_beten_fuer_14_verstorbene_NeugeboreneIslamabad – Für die christliche Gemeinde Pakistans ist der tragische Brand im „Pakistan Institute of Medical Sciences “ in Islamabad, bei dem 14 Neugeborene ums Leben kamen, Anlaß, ihre konkretes Mitgefühl zu bekräftigen und für die Betroffenen zu beten, den Familien beizustehen und daran zu erinnern, dass jedes menschliche Leben, insbesondere das schutzloseste, verlangt, bewahrt zu werden.<br />Am 26. August brach auf der Neugeborenen-Intensivstation des Krankenhauses ein Feuer aus. Von 15 Neugeborenen überlebte nur eines, das von einer christlichen Krankenschwester gerettet werden konnte. Razia Noreen zögerte nicht, stellte sich den Flammen entgegen, betrat trotz der Rauchentwicklung die Station und kam wenige Sekunden später mit einem Neugeborenen im Arm wieder heraus. Aufnahmen von Überwachungskameras hielten die kurzen Momente fest, in denen Razia Noreen, eine christliche Krankenschwester, versuchte, die Station erneut zu betreten, um den anderen Kindern zu helfen. Hitze und Rauch hinderten sie jedoch daran. „Ich liebe Kinder, und die Betreuung von Kindern ist meine Leidenschaft“, sagte Noreen, noch immer tief erschüttert. „Ich wollte die anderen retten, aber das Feuer breitete sich innerhalb von zwei Minuten auf der Station aus. Diese Kinder lassen mich nicht schlafen.“ Ihre Aussage und die Aufnahmen der Überwachungskamera lösten landesweit Bestürzung aus.<br />Der Einsatz von Razia Noreens wurde auch von den Behörden anerkannt und gewürdigt. Premierminister Shehbaz Sharif genehmigte die Verleihung des „Sitara-i-Khidmat“ , einer der zivilen Auszeichnungen Pakistans, verbunden mit einem Preisgeld von 10 Millionen Rupien. Der Premierminister lobte ihr Pflichtbewusstsein und ihren Mut, ihr eigenes Leben zu riskieren, um das Neugeborene zu retten. <br />Neben dieser Geste der Krankenschwester begleitet die kleine christliche Gemeinde von Islamabad und Rawalpindi die Tragödie mit dem Gebet und der Solidarität mit den Familien. In den Pfarreien der Erzdiözese Rawalpindi-Islamabad wurden Gedenkfeiern und -gottesdienste für die verstorbenen Kinder abgehalten, während Priester und Gläubige die Eltern und Angehörigen, die diesen schwer zu begreifenden Verlust erlitten haben, im Gebet begleiten. Die örtliche Kirche trauert mit der Stadt und dem ganzen Land.<br /> „Wir wollen nicht bloß Zuschauer des Leids sein“, so lautet die Kernaussage des Erzbistums: Die Kirche möchte das Leid der Stadt teilen und dem Gebet auch Nähe, Solidarität und Engagement folgen lassen, um sicherzustellen, dass sich solche Tragödien nicht wiederholen. Der Erzbischof von Rawalpindi-Islamabad, Joseph Arshad, brachte öffentlich die Trauer der katholischen Gemeinde über den Tod der Neugeborenen zum Ausdruck. „Der tragische Tod dieser unschuldigen Kinder hat uns alle tief erschüttert“, sagte er und bekundete den Familien seine Solidarität und sein Beileid zu diesem „unersetzlichen Verlust“. Der Erzbischof erinnerte auch an die Nähe und die Gebete von Papst Leo XIV. für die betroffenen Familien, die Verletzten und alle, die von der Tragödie betroffen sind, und rief alle dazu auf, für die Eltern und Angehörigen zu beten, dass Gott ihnen Kraft und Mut schenke. Für die Kirche geht das Gebet auch mit einem Appell zur Verantwortung einher: „Diese Tragödie muss ein dringender Weckruf sein“, betonte der Erzbischof, „damit die Sicherheitsmaßnahmen in den Krankenhäusern streng überwacht und verstärkt werden und keine Familie jemals wieder einen Schmerz ertragen muss, der hätte vermieden werden können.“<br />Am frühen Morgen des 26. August brach im dritten Stock der Säuglingsstation des „Pakistan Institute of Medical Sciences “, einem der größten öffentlichen Krankenhäuser der Hauptstadt, ein Feuer aus. Ersten Berichten zufolge entstand das Feuer in der Nähe einer Klimaanlage und breitete sich rasch aus, unter anderem aufgrund des in den Inkubatoren verwendeten Sauerstoffs. Von den 15 Neugeborenen auf der Station starben 14.<br />Die staatliche Untersuchung deckte gravierende Mängel bei den Sicherheits- und Evakuierungssystemen auf. Der vorläufige Bericht bemängelte das Fehlen adäquater Brandmelde- und Alarmsysteme, Defizite in der Notfallvorsorge und Probleme mit den Fluchtwegen.<br />Die Regierung hat die Suspendierung von acht Beamten angeordnet und Strafverfahren gegen die im Zuge der Ermittlungen identifizierten Personen eingeleitet. Zudem kündigte sie finanzielle Unterstützung in Höhe von 5 Millionen Rupien für jede der betroffenen Familien an.<br />„Keine Entschädigung“, sagte Pater Qaisar Feroz , Sprecher der Bischofskonferenz Pakistans, gegenüber Fides, „kann den Verlust eines Neugeborenen aufwiegen. Diesen Schmerz versuchen wir als katholische Gemeinschaft durch Gebet und unsere Anwesenheit an der Seite der Familien zu teilen. Inmitten des Schmerzes kann die Fürsorge für andere zu einer Geste der Geschwisterlichkeit werden.“<br /> Mon, 31 Aug 2026 12:16:51 +0200EUROPA/RUMÄNDIEN - Der Glaube vereint die Völker: Gedenken an Papst Johannes Paul I. in der Kirche der italienischen Auslandsgemeindehttps://www.fides.org/de/news/78102-EUROPA_RUMAeNDIEN_Der_Glaube_vereint_die_Voelker_Gedenken_an_Papst_Johannes_Paul_I_in_der_Kirche_der_italienischen_Auslandsgemeindehttps://www.fides.org/de/news/78102-EUROPA_RUMAeNDIEN_Der_Glaube_vereint_die_Voelker_Gedenken_an_Papst_Johannes_Paul_I_in_der_Kirche_der_italienischen_AuslandsgemeindeBukarest – In Rumänien ist die Verehrung für Papst Johannes Paul I. ungebrochen. Um den in Canale d’Agordo geborenen Papst werden alte Verbundenheiten wiederbelebt und neue Freundschaften geknüpft, die zu überraschenden Initiativen führen. <br />Davon zeugt auch die feierliche Messe, die an diesem Sonntag in der Bukarester Erlöserkirche gefeiert wurde. Die auch als „Italienische Kirche“ bekannte Kirche wurde zwischen 1915 und 1916 für die Seelsorge der stetig wachsenden Migrantengemeinschaft erbaut, die in jenen Jahren aus vielen Regionen der italienischen Halbinsel nach Rumänien kam, um Arbeit zu suchen.<br />Dem Gottesdienst, der im Gedenken an einen Papst, der selbst Sohn von Migranten war, gefeiert wurde, stand der Apostolische Nuntius in Rumäninen, Erzbischof Giampiero Gloder, vor. Zu den Konzelebranten gehörten Erzbischof Aurel Perca von Bukarest, der emeritierte Erzbischof Ioan Robu und die Priester der Pfarrerei. An der Feier nahmen rumänische und italienische Katholiken teil, die damit zum ersten Mal gemeinsam an einer solchen feierlichen Liturgie teilnahmen. Diese ist Teil der Initiativen der „Asociatia Papa Luciani“, einer Vereinigung, die die Lehren und das Vorbild der Heiligkeit des seligen Johannes Paul I. in Rumänien verbreitet.<br />Anwesend waren auch Lina Petri, die Nichte von Papst Johannes Paul II., und die italienische Botschafterin in Rumänien, Laura Aghilarre.<br />Während der Messe wurden eine „Ex indumentis“-Reliquie und ein Bild von Papst Johannes Paul II. von einer Delegation aus Rom unter der Leitung von Stefania Falasca, Vizepräsidentin der Johannes-Paul-I.-Vatikan-Stiftung und Postulatorin des Seligsprechungsverfahrens des von Papst Franziskus am 4. September 2022 seliggesprochenen Papstes, an die „Italienische Kirche“ in Bukarest übergeben.<br /><br />Die Predigt von Erzbischof Gloder<br /><br />In seiner Predigt, die er auf Rumänisch hielt, erinnerte Erzbischof Gloder, gebürtig aus Asiago, an persönliche Erlebnisse, die ihn mit Papst Johannes Paul I. verbinden, angefangen beim Tag seiner Papstwahl, die er als junger Seminarist auf dem Petersplatz miterlebt hatte. „Ich erinnere mich“, sagte der aus Italien stammende Apostolische Nuntius, „an die große Freude, die wir empfanden, als wir einen Sohn unserer Region Venetien, Kardinal Albino Luciani, Patriarch von Venedig, zum Nachfolger des Apostels Petrus mit dem Namen Johannes Paul I. gewählt sahen“. Erzbischof Gloder hob auch auf die Freundschaft des Papstes mit Gerolamo Bortignon, dem Bischof, von dem der Nuntius selbst die Priesterweihe empfangen hatte, hervor. Er hatte dem jungen Albino Luciani als Bischof von Belluno verantwortungsvolle Aufgaben übertragen und dessen „menschliche Qualitäten und Fähigkeiten“ so sehr geschätzt, dass er ihn schließlich zum Generalprovikar ernannte.<br />Mit Bezug auf die Spiritualität und Bedeutung von Papst Johannes Paul I. erinnerte Erzbischof Gloder an Predigten, Katechesen und Angelus-Ansprachen aus dessen kurzem Pontifikat. Er begann mit den spontanen Worten, die der neu gewählte Papst an die Gemeinden der Diözesen richtete, in denen er seine Ausbildung erhalten und vor seiner Wahl zum Papst gewirkt hatte, die er kurz nach seiner Wahl zum Papst in Audienz empfing. Bei diesen Begegnungen erkundigte sich der Papst nach den Senioren, teilte Erinnerungen und erkundigte sich nach den Pfarreien der Diözesen Belluno, Vittorio Veneto und Venedig. Er zeigte damit, dass „er sie von ganzem Herzen liebte, so sehr, dass ihre Gesichter und Lebensumstände sich ihm als Mensch, Christ und Seelsorger tief eingeprägt hatten.“ „Papst Johannes Paul I. lebte stets seine Nähe zu Priestern und Gläubigen, die Papst Franziskus immer wieder betont hat“, fügte Erzbischof Gloder hinzu. „Er hatte sie von seiner armen, geeinten und zutiefst christlichen Familie gelernt.“<br />Der Apostolische Nuntius erinnerte auch an die Worte, die Papst Johannes Paul I. am 10. September 1978 beim Angelusgebet wählte, um die väterliche und mütterliche Dimension der Liebe Gottes zu verdeutlichen: „Wir sind Gegenstand der unvergänglichen Liebe Gottes. Wir wissen: Er hat seine Augen immer für uns offen, selbst in der dunkelsten Stunde. Er ist Vater, ja noch mehr Mutter“. Der Zelebrant betonte, dass „die Erfahrung, von Gott geliebt zu werden, ihn dazu bewegte, diese Liebe zu erwidern und sich ihm vorbehaltlos hinzugeben“. Erzbischof Gloder zitierte die Stelle aus der Nachfolge Christi, die auch Papst Johannes Paul I. in einem seiner Katechesen erwähnte: „Wer Gott liebt, „currit, vola, laetetur“. Er hob hervor, dass Glaube für Papst Johannes Paul I. keine Anstrengung, sondern ein „sich Gott ergeben“ war – eine Erfahrung, die gerade aufgrund dieser Dynamik auf wunderbare Weise mit der Tugend der Demut verbunden ist.<br />Johannes Paul I. widmete seine erste Mittwochskatechese der Demut. „Wenn ich sage: ‚Herr, ich glaube‘“, sagte Papst Johannes Paul I. bei dieser Gelegenheit, mit einer Formulierung, die auch Erzbischof Gloder in seiner Predigt von zitierte, „schäme ich mich nicht, mich wie ein Kind vor seiner Mutter zu fühlen; man glaubt an seine Mutter, ich glaube an den Herrn, und an das, was er mir offenbart hat.“<br /> Sun, 30 Aug 2026 11:32:56 +0200ASIEN/KASACHISTAN - Internationaler Tag gegen Nuklearversuche: Aus Zentralasien die gemeinsame Entscheidung gegen Atomwaffenhttps://www.fides.org/de/news/78091-ASIEN_KASACHISTAN_Internationaler_Tag_gegen_Nuklearversuche_Aus_Zentralasien_die_gemeinsame_Entscheidung_gegen_Atomwaffenhttps://www.fides.org/de/news/78091-ASIEN_KASACHISTAN_Internationaler_Tag_gegen_Nuklearversuche_Aus_Zentralasien_die_gemeinsame_Entscheidung_gegen_AtomwaffenAstana – Jedes Jahr am 29. August begeht die internationale Gemeinschaft den Internationalen Tag gegen Atomwaffentests. In Kasachstan hat dieses Datum eine hohe Symbolkraft: Am 29. August 1991 wurde das Atomwaffentestgelände Semipalatinsk geschlossen. Die erste sowjetische Atomexplosion hatte dort 42 Jahre zuvor, am 29. August 1949, stattgefunden. Dieses Datum symbolisiert in der Geschichte des Landes sowohl den Beginn einer tragischen Ära als auch die bewusste Entscheidung für Frieden, Abrüstung und internationale Zusammenarbeit.<br />2026 jährt sich die Schließung des Atomwaffentestgeländes Semipalatinsk zum 35. Mal, gleichzeitig aber auch die Unterzeichnung des Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen zum 30. Mal. Zudem jährt sich die Unterzeichnung des Semipalatinsk- Vertrags über eine kernwaffenfreie Zone in Zentralasien zum 20. Mal.<br />„Dies sind drei Jahrestage, die das nationale Gedächtnis Kasachstans mit den globalen Bemühungen zur Verhinderung neuer nuklearer Tragödien verbinden“, heißt es in einer Erklärung der kasachischen Botschaft beim Heiligen Stuhl, die Fides vorliegt.<br />Zwischen 1949 und 1989 wurden auf dem Testgelände Semipalatinsk insgesamt 456 Atomwaffentests durchgeführt: 30 bodengestützte, 86 atmosphärische und 340 unterirdische Tests. Ihre Folgen betrafen weite Gebiete und ganze Generationen von Menschen, etwa 1,5 Millionen, darunter auch die Nachkommen der direkt Betroffenen. Die Forschung dokumentiert weiterhin die langfristigen medizinischen, psychologischen und sozialen Folgen der Strahlenbelastung. Semipalatinsk erinnert daher bis heute an die menschlichen Kosten von Atomtests für Einzelpersonen, Familien, die Gesellschaft und die Umwelt.<br />Diese Geschichte führte zu einer starken öffentlichen Anti-Atomkraft-Bewegung: 1989 entstand die internationale antinukleare „Nevada-Semipalatinsk“-Protestbewegung, in der sich die Befürworter eines Endes der Atomtests zusammenschlossen. Auch dank dieser Mobilisierung wurden die Tests eingestellt, und am 29. August 1991 wurde das Testgelände endgültig geschlossen, noch bevor Kasachstan seine Unabhängigkeit erklärte.<br />Nach dem Zerfall der Sowjetunion verfügte Kasachstan über eines der damals größten Atomwaffenarsenale der Welt: rund 1.400 Atomsprengköpfe sowie die dazugehörige strategische Infrastruktur. Nach dem Ende des Kalten Krieges beschloss Kasachstan, dieses Arsenal aufzugeben und strebte eine freiwillige nukleare Abrüstung an. 1994 trat Kasachstan als Nichtkernwaffenstaat dem Atomwaffensperrvertrag bei. Bis 1995 waren die letzten Atomsprengköpfe aus dem Staatsgebiet entfernt worden, und der Staat unterzeichnete am 30. September 1996 den Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen und ratifizierte ihn am 14. Mai 2002.<br />Die Geschichte von Semipalatinsk endete nicht mit der Schließung des Testgeländes. Kasachstan musste die ehemalige militärische Infrastruktur sichern, die kontaminierten Gebiete untersuchen und die Voraussetzungen für deren Sanierung schaffen. Zu diesem Zweck wurde 1992 das Nationale Nuklearzentrum der Republik Kasachstan gegründet. Zwischen 2008 und 2021 wurde eine umfassende Umweltuntersuchung des gesamten ehemaligen Testgeländes durchgeführt, die über zwei Millionen Feldmessungen und über 100.000 Laboranalysen umfasste. 2023 wurde die Nuklearsicherheitszone Semipalatinsk eingerichtet, die einem speziellen Rechtsrahmen unterliegt. Dieser sieht einen eingeschränkten Zugang zu den kontaminierten Gebieten, deren Sanierung sowie eine kontinuierliche Überwachung von Strahlung und Umwelt vor. So hat sich ein einst für Atomtests vorgesehenes Gebiet schrittweise in einen Raum für wissenschaftliche Forschung und internationale Zusammenarbeit verwandelt und den Übergang von einer militärischen Infrastruktur zu einem Ort für friedliche Forschung abgeschlossen.<br />Diese Politik erlangte auch regionale Bedeutung: Der Vertrag über eine atomwaffenfreie Zone in Zentralasien, der am 8. September 2006 in Semipalatinsk von Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan unterzeichnet wurde, trat 2009 in Kraft. Zentralasien – eine Region, in der zuvor nicht nur Atomwaffen getestet, sondern auch stationiert worden waren – wurde damit zur ersten atomwaffenfreien Zone der Nordhalbkugel. Auf dem Gebiet, auf dem jahrzehntelang eines der größten Atomwaffentestgelände der Welt betrieben wurde, brachten fünf Staaten rechtlich ihre gemeinsame Entscheidung für eine atomwaffenfreie Zone zum Ausdruck.<br />International hat Kasachstan daran gearbeitet, dem Gedenken an Semipalatinsk eine universelle Dimension zu verleihen. Auf Initiative des Staates verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 2. Dezember 2009 die Resolution 64/35, mit der der 29. August zum Internationalen Tag gegen Atomwaffentests erklärt und der Tag der Schließung des Testgeländes im Gedächtnis der gesamten Menschheit verankert wurde.<br />Im Jahr 2015 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die „Allgemeine Erklärung über die Verwirklichung einer kernwaffenfreien Welt“, die von Kasachstan initiiert wurde. Kasachstan ist Mitglied des Vertrags über das Verbot von Atomwaffen, der 2018 unterzeichnet und am 29. August 2019 ratifiziert wurde. Auch der Heilige Stuhl unterzeichnete und ratifizierte den Vertrag am 20. September 2017 und gehörte damit zu den ersten Mitgliedstaaten.<br />„Der Präsident der Republik Kasachstan, Kassym-Schomart Tokajew, rief zur Wiederaufnahme des Dialogs zwischen den Atommächten und zu multilateralen Maßnahmen zur Verringerung des Risikos eines Atomwaffeneinsatzes auf. Papst Leo XIV. äußerte in einer Botschaft vom 5. März 2026 die Hoffnung, dass ‚die nukleare Bedrohung nie wieder die Zukunft der Menschheit bestimmen wird‘. Kasachstan und der Heilige Stuhl sind nicht nur durch das moralische Bestreben nach einer Welt ohne Atomwaffen vereint, sondern auch durch ein konkretes, völkerrechtlich verankertes Engagement für die Verwirklichung dieses Ziels“, heißt es in der Erklärung der kasachischen Botschaft beim Heiligen Stuhl.<br />„Dies ist eine der zentralen Bedeutungen des 29. August: die Erinnerung an das Erlebte zu bewahren und diese Erinnerung in Verantwortung für eine Zukunft umzuwandeln, die nicht von der nuklearen Bedrohung und Angst, sondern von Menschenwürde, Vertrauen und Frieden geprägt ist“ heißt es abschließend.<br /> Sat, 29 Aug 2026 10:16:13 +0200ASIEN/CHINA - Dissertation von Papst Leo XIV. ins Chinesische übersetzthttps://www.fides.org/de/news/78100-ASIEN_CHINA_Dissertation_von_Papst_Leo_XIV_ins_Chinesische_uebersetzthttps://www.fides.org/de/news/78100-ASIEN_CHINA_Dissertation_von_Papst_Leo_XIV_ins_Chinesische_uebersetztPeking – Die Dissertation „The Office and Authority of the Local Prior in the Order of Saint Augustine“ von Papst Leo XIV. ist ins Chinesische übersetzt und veröffentlicht worden.<br />Mit dieser Dissertation zum Kirchenrecht, die sich mit Rolle, Autorität und Pflichten des Ortspriors im Augustinerorden befasst, promovierte von Robert Francis Provost als jungem Augustinerpater 1987 an der Päpstlichen Universität St. Thomas von Aquin .<br />Die chinesische Ausgabe wurde vom Zentrum für Katholische Studien der Chinesischen Universität Hongkong herausgegeben. Mit der Übersetzung wurde Pfarrer Peter Zhao Jianmin, einem Priester der Diözese Peking mit langjähriger akademischer Erfahrung, beauftragt.<br />Pfarrer Peter Zhao war der erste chinesische Priester, der nach der „Wiederöffnung“ Chinas promovierte und das Pekinger Institut für Katholische Studien und Kultur gründete. Das am 3. August 2002 eröffnete Institut widmet sich der akademischen Forschung und hat sich zum Ziel gesetzt, durch wissenschaftliche Zusammenarbeit eine Plattform für den interkulturellen Austausch und das gegenseitige Lernen zu fördern. Die Überarbeitung des Textes wurde Pater Peter Ren Panji anvertraut, dem ersten chinesischen Priester, der an der Fakultät für Kanonisches Recht der Päpstlichen Universität Gregoriana promovierte und derzeit am Pekinger Priesterseminar lehrt.<br />Wie Pfarrer Peter Zhao gegenüber der Fides erklärt, ist dieses Standardwerk nicht nur eine wissenschaftliche Abhandlung, sondern auch ein praktischer Leitfaden für die Kirchenleitung und die Seelsorge. Obwohl es vor fast vierzig Jahren verfasst wurde, besitzt es bemerkenswerte Tiefe und bietet wertvolle Orientierung. Dies ist die erste Ausgabe der chinesischen Übersetzung; es ist zu hoffen, dass jeder, ob Priester Ordensangehöriger oder Kirchenleiter, anhand des Textes neu darüber nachdenken kann, wie Autorität im Dienst der Liebe eingesetzt werden kann. Darüber hinaus analysiert das Werk aus theologischer Perspektive das Wesen kirchlicher Autorität: Autorität ist keine erzwungene Macht, sondern ein Dienst und eine Führung, die von Kirche und Gemeinde anerkannt werden. Wie Robert Francis Prevost betonte auch er, dass Autorität aus Beziehungen ensteht und in einem Verhältnis der Geschwisterlichkeit und Gleichheit ausgeübt werden muss. Aus dieser Perspektive kann der Leser also einen Blick auf das Ideal einer zeitgenössischen kirchlichen Führung werfen, die sich durch Demut auszeichnet und auf die Förderung der Gemeinschaft ausgerichtet ist, wie sie heute von Papst Leo XIV. bezeugt wird.<br /> Fri, 28 Aug 2026 14:00:48 +0200ASIEN/TURKMENISTAN - Pater Kubiak: “Gottes Wille kann überraschen. Wir sind hier, um da zu sein“https://www.fides.org/de/news/78096-ASIEN_TURKMENISTAN_Pater_Kubiak_Gottes_Wille_kann_ueberraschen_Wir_sind_hier_um_da_zu_seinhttps://www.fides.org/de/news/78096-ASIEN_TURKMENISTAN_Pater_Kubiak_Gottes_Wille_kann_ueberraschen_Wir_sind_hier_um_da_zu_seinAschgabat – „Am Beginn dieser unglaublichen Reise empfinde ich vor allem Freude, aber auch ein starkes Verantwortungsgefühl. Jede neue Aufgabe, insbesondere eine wie die des Missionsoberen, bringt eine gewisse Anspannung und die Frage mit sich, ob man der einem anvertrauten Aufgabe gewachsen sein wird“, sagte Pater Paweł Janusz Kubiak , der kürzlich vom Heiligen Stuhl zum neuen Oberen der „Missio sui iuris“ in Turkmenistan ernannt wurde, gegenüber Fides. „Ich betrachte diese neue Mission vor allem durch die Brille des Vertrauens auf Gott“, fügt er hinzu, „Mein priesterlicher Weg hat mir oft gezeigt, dass Gott den Menschen anders führt, als er es selbst geplant hätte. Einst wollte ich Gefängnisseelsorger werden und in Polen arbeiten, doch Gott führte mich zuerst in die Ukraine, dann in den Nordkaukasus in Russland und auf die Krim und später nach Turkmenistan“. „Heute“, bekräftigt er, „kann ich sagen, dass Gottes Wille überraschen und Menschen an Orte führen kann, die sie zuvor nicht einmal in Betracht gezogen haben. Aus diesem Grund nehme ich diese neue Aufgabe voller Zuversicht an. Ich bin mir der Verantwortung bewusst, aber ich freue mich auch darüber, der Kirche und dem Volk Gottes weiterhin dienen zu können.“<br />Die Kirche in Turkmenistan ist eine sehr kleine Gemeinde mit etwa 300 Gläubigen. Sie ist jung und baut ihre Strukturen noch auf. „Wir sind nur wenige im ganzen Land, und deshalb ist uns jeder Einzelne, jede Familie, die sich unserer Gemeinde anschließt, sehr wichtig“, betont er. Unter diesen Umständen gewinnen Präsenz und gelebtes Zeugnis eine besondere Bedeutung: „Wir haben keine großen Gebäude und nicht viele Priester. Deshalb ist es umso wichtiger, für die Menschen da zu sein, ihnen zu begegnen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, ihnen zuzuhören und ihnen durch unser Leben zu zeigen, was Glaube ist und was er bedeutet“. Pater Kubiak freut sich, „Menschen zu sehen, die sich auf die Sakramente vorbereiten, an der Eucharistie teilnehmen und Christus immer besser kennenlernen und lieben wollen. Das ist Kirche – sie braucht Zeit, Geduld und vor allem eine beständige und treue Präsenz.“<br />Doch wie sieht das Leben eines Katholiken oder Priesters in einer so abgelegenen Gegend aus? „Unser Alltag ist sehr einfach, aber dennoch anspruchsvoll. Wir beten, feiern die Eucharistie, nehmen Beichte ab, unterrichten im Katechismus und bereiten die Gläubigen auf die Sakramente vor. Wir widmen auch viel Zeit Gesprächen und Begegnungen mit den Gläubigen“, sagt der Missionar. „In Turkmenistan“, bemerkt er, „kann sich die Seelsorge nicht auf das beschränken, was in der Kapelle geschieht. Es ist sehr wichtig, unter den Menschen präsent zu sein. Manchmal genügt es, sich einfach hinzusetzen, zu reden und den Problemen der Menschen zuzuhören. So verkünden wir auch das Evangelium.“<br />Ein zweiter, sehr wichtiger Aspekt ist die Hilfe für Bedürftige: „Dank der Arbeit von Caritas können wir Lebensmittel, Medikamente und andere Hilfsgüter an Menschen in Notlagen verteilen. Wir haben auch einen Ort eingerichtet, wo Obdachlose baden und ihre Kleidung waschen können“, erklärt er. „Für mich ist dieser Zusammenhang sehr wichtig: Die Verkündigung der Frohbotschaft geht Hand in Hand mit konkreter Hilfe für Menschen. Christentum darf nicht nur aus Worten bestehen. Wenn wir jemandem helfen können, wollen wir es tun.“<br />Der Priester spürt „eine große Verantwortung für die gesamte Mission“, betont aber, „Ich möchte diesen Dienst nicht ausschließlich durch die Brille großer Pläne oder neuer Projekte betrachten. Für mich ist es wesentlich, das fortzuführen, was die Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria begonnen haben, die hier seit fast 30 Jahren die Entwicklung der jungen Kirche in Turkmenistan begleitet haben.“ Er setzt seine pastorale Arbeit und die Arbeit von Caritas fort. „Vor allem bin ich nicht allein: Ich werde mit meinen Mitbrüdern, Pater Diego und Pater Adrian, zusammenarbeiten. Dies ist eine Mission der ganzen Kirche und eine gemeinsame Verantwortung. Wir wollen einfach da sein, den Menschen dienen und das tun, wozu Gott uns beruft“, schließt er.<br />Die kleine katholische Gemeinde in dem zentralasiatischen Land kann auf einige konkrete Schritte der letzten Jahre zurückblicken. Die Verlegung des Missionshauptsitzes im Jahr 2025 ermöglichte den Bau einer größeren Kapelle und eines separaten Raums für die Aktivitäten der Caritas, wo Lebensmittel, Medikamente und andere Hilfsgüter an Obdachlose verteilt werden. Heute gibt es in ganz Turkmenistan nur drei katholische Priester; die den Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria anvertraute Mission bleibt in einem riesigen Land mit enormen Entfernungen eine winzige Realität. Das Missverhältnis zwischen der Größe der Gemeinde und der Größe des Territoriums macht die Aufgabe der Missionare besonders bedeutsam: eine tägliche Präsenz, bestehend aus Gebet, Zuhören, Zeugnisgeben und konkreter Unterstützung für die Menschen.<br />Die katholische Präsenz in Turkmenistan hat relativ junge Wurzeln. Nach der Unabhängigkeit des Landes von der Sowjetunion gründete Papst Johannes Paul II. 1997 die „Missio sui iuris“ in Turkmenistan und übertrug sie den Missionaren der Oblaten von der Makellosen Jungfrau Maria . In den ersten dreizehn Jahren war die Anwesenheit der Missionare nur innerhalb der diplomatischen Vertretungen des Heiligen Stuhls gestattet: Katholiken versammelten sich in Privathäusern, und die Messe wurde auf dem Gelände der Apostolischen Nuntiatur in Aschgabat gefeiert. 2010 erkannte die turkmenische Regierung die Präsenz der katholischen Kirche offiziell an und leitete damit eine neue Phase ihres öffentlichen Lebens ein. Heute, fast dreißig Jahre nach ihrer Gründung, ist die „Missio sui iuris“ eine zwar kleine, aber stabile Institution.<br /> Fri, 28 Aug 2026 12:47:34 +0200PAPSTBESUCH IN FRANKREICH /III - Metz und die Wurzeln des europäischen Friedens in der „Stadt der drei Grenzen“https://www.fides.org/de/news/78097-PAPSTBESUCH_IN_FRANKREICH_III_Metz_und_die_Wurzeln_des_europaeischen_Friedens_in_der_Stadt_der_drei_Grenzenhttps://www.fides.org/de/news/78097-PAPSTBESUCH_IN_FRANKREICH_III_Metz_und_die_Wurzeln_des_europaeischen_Friedens_in_der_Stadt_der_drei_GrenzenVon Marie-Lucile Kubacki<br /><br />Metz – Im Licht des Spätsommers offenbaren die Fassaden aus Jaumont-Stein im Stadtzentrum tiefe Narben, die stellenweise in den Kalkstein gehauen wurden. Die Granatsplittereinschläge von 1944 zeugen von der Gewalt des Zweiten Weltkriegs, die die Dreiländerstadt miterlebte. Hier wird Papst Leo XIV. am Montag, dem 28. September 2026, nach Paris und Lourdes seine Apostolische Reise durch Frankreich abschließen. Auf dem Programm stehen ein interreligiöses Treffen und eine Veranstaltung, die den „Wurzeln Europas für Frieden und Einheit“ gewidmet ist, bevor der Papst im Papamobil durch die Innenstadt fährt und in der Kathedrale Saint-Étienne die Messe feiert.<br />„Die Begeisterung für Europa geht verloren, weil wir vergessen haben, warum wir es geschaffen haben“, bedauerte einst ein ehemaliger Botschafter, der am Aufbau Europas beteiligt war. Wer sich fragt, warum der Bischof von Rom auf seiner Reise diesen Zwischenstopp im Département Moselle einlegt, findet die Antwort in der Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner.<br />Am 28. September reist Leo XIV. nach seiner Ankunft am Flughafen Metz-Nancy-Lothringen zum Robert-Schuman-Konferenzzentrum. Dort nimmt er zunächst an einem interreligiösen Treffen und anschließend an einer Veranstaltung zu den Wurzeln Europas teil. Bevor er ins Stadtzentrum fährt, hält er zwei Reden. Am Nachmittag unternimmt er eine Fahrt im Papamobil von der Avenue Foch zur Kathedrale Saint-Étienne. Die Route führt über die Avenue Robert-Schuman, die Place de la République und durch die Straßen der Altstadt.<br /><br />Die Erinnerung an die Grenzen<br /><br />Das Département Moselle liegt nicht nur nahe an den Grenzen, sondern hat deren Entwicklungen seit jeher eng miterlebt. Nach dem Krieg von 1870 annektiert, fiel sie 1918 an Frankreich zurück, bevor sie im Zweiten Weltkrieg erneut vom NS-Regime annektiert wurde, bis sie Ende 1944 befreit und 1945 endgültig wieder in Frankreich eingegliedert wurde. „Das Département Moselle trägt, wie das Elsass, noch immer die Erinnerung an die Konflikte, Annexionen und Zerrissenheiten, die das heutige Europa geprägt haben, in sich“, erklärt Pater Cédric Burgun, Dekan der Fakultät für Kanonisches Recht am „Institut Catholique“ in Paris und gebürtig aus Metz, gegenüber der Fides. „Diese Erinnerung ist besonders in den Familien lebendig.“ Die europäische Integration, betont er, „entstand nicht aus einer technokratischen Abstraktion, sondern aus dem Wunsch, Völker zu versöhnen, die lange Zeit verfeindet waren.“<br />Pfarrer Stéphane Jourdain von der Pfarrgemeinde „Saint-Privat“ im Süden von Metz erinnert Geschichten von Menschen. „Manche hatten einen Großvater, der Partisan war; andere wurden zur Zwangsarbeit gezwungen. Einige Einwohner wurden nach Südfrankreich vertrieben und kehrten später zurück.“ In vielen Familien erlebten die älteren Generationen die erzwungenen Veränderungen in Sprache, Nationalität oder Verwaltung. Das lokale Gedächtnis bewahrt auch Spuren der späteren Ankunft italienischer, polnischer, algerischer und, in jüngerer Zeit, anderer Zuwanderer.<br />Diese Geschichte hat auch die örtliche Kirche tiefgreifend geprägt. Während der deutschen Annexion wurde unter Bischof Willibrord Benzler ein Eucharistischer Kongress in Französisch und Deutsch abgehalten – ein Zeichen der doppelten kulturellen Identität dieses Gebiets. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der deutsche Bischof von den französischen Behörden ausgewiesen. „Das Leben der örtlichen Kirche wurde von den Umbrüchen der politischen und nationalen Geschichte überschattet“, betont Pfarrer Jourdain.<br /><br />Robert Schuman: Ein Sohn des Département Moselle<br /><br />Dem dem Besuch in Metz steht natürlich Robert Schuman im Mittelpunkt. Geboren 1886 im damals annektierten Département Moselle als Sohn eines lothringischen Vaters, der nach der Annexion Deutscher wurde, und einer luxemburgischen Mutter, verkörperte der Mann, der als einer der Väter Europas gilt, diese Geschichte sich verschiebender Grenzen und verflochtener Identitäten. „Sein Lebensweg wurzelt in einer Region, die an Luxemburg, Deutschland und Frankreich grenzt“, erklärt Pfarrer Cédric Burgun, der Initiator des Seligsprechungsverfahrens für Robert Schuman und Präsident des „Institut Saint-Benoît“, der diözesanen Vereinigung von Metz, die sich für dieses Verfahren einsetzt. „Diese Erfahrung schärfte in ihm das Bewusstsein, nationale Gegensätze zu überwinden und einen ehemaligen Feind in einen Partner und schließlich in einen Bruder zu verwandeln“, erklärt er.<br />In seiner Erklärung vom 9. Mai 1950 schlug er vor, die Kohle- und Stahlproduktion Frankreichs und Deutschlands gemeinsam zu verwalten. Dies bedeutete, gemäß der inzwischen historischen Formel, einen neuen Krieg „nicht nur undenkbar, sondern materiell unmöglich“ zu machen.<br />Die politische Erkenntnis war konkret: es sollte eine gegenseitige Abhängigkeit geschaffen werden, dort, wo industrielle Rivalitäten zu Konflikten beigetragen hatten. Es war eine Erkenntnis von tiefem moralischem Wert, gegründet auf der Möglichkeit der Versöhnung zwischen verwundeten Völkern.<br />Für Pfarrer Burgun bleibt Schumans Werk „eine wahre Schule des Engagements für Christen“. Es zeigt, dass ein vom Glauben inspiriertes Engagement „weder zu einem Rückzug in die eigene Konfession noch zu einer ausschließlich defensiven Haltung“ führt, sondern zum Dienst am Gemeinwohl, am Frieden und an der Versöhnung. „Es wäre falsch anzunehmen, Robert Schuman habe sein politisches Engagement in einer einhellig christlichen Gesellschaft ausgeübt, die seinem Projekt wohlgesinnt gewesen wäre“, erklärt Pfarrer Burgun. „Als er Premierminister und später Minister war, litt Frankreich unter starker ideologischer Polarisierung und einem ausgeprägten Antiklerikalismus. Vincent Auriol, der Präsident der Republik, verkörperte selbst eine republikanische Tradition, die dem Katholizismus fernstand. Schumans europäisches Projekt wurde nicht sofort mit Begeisterung aufgenommen, nicht einmal innerhalb seiner eigenen politischen Familie, der christdemokratischen Volksrepublikanischen Bewegung. Sein Beispiel zeigt somit, dass es möglich ist, ein christliches Bekenntnis in einer pluralistischen und mitunter widersprüchlichen Gesellschaft aufrechtzuerhalten“.<br />Sein öffentliches Wirken war untrennbar mit einem tiefen inneren Leben verbunden. Robert Schuman fand die Quelle seines Handelns im Gebet, in der Stille und in der Eucharistie.<br />„In seinem Haus in Scy-Chazelles, hoch über Metz, ging er regelmäßig in die Kapelle der Dienerinnen vom Herzen Jesu, wo er lange betete. Die Dorfbewohner sagten, sie kannten ihn am besten ‚auf den Knien und von hinten‘, so diskret und doch regelmäßig war seine Anwesenheit im Gebet“, erzählt der Priester. Sein Seligsprechungsprozess, der von Gebeten vor Ort begleitet wurde, erinnert daran, dass dieses politische Wirken seinen Ursprung in einem tiefen inneren Leben hatte. Papst Franziskus erklärte ihn 2019 zum „Ehrwürdigen Dienser Gottes“, doch die Anerkennung eines Wunders steht noch aus, bevor er seliggesprochen werden kann.<br /><br />Eine einzigartige Kirche <br /><br />Das Bistum Metz zeichnet sich durch eine weitere Besonderheit aus: die Aufrechterhaltung des Elsass-Mosel-Konkordats. „Dies verleiht der Kirche eine spezifische institutionelle Rolle in einer französischen Landschaft, die von einem anspruchsvollen, mitunter komplexen Verständnis von Laizismus geprägt ist“, betont Pfarrer Cédric Burgun. Diese Regelung betrifft die verschiedenen anerkannten Glaubensrichtungen und gewährleistet im Alltag einen Dialog zwischen staatlichen und kirchlichen Vertretern.<br />In den Pfarreien ist der Bürgermeister oder sein Vertreter von Amts wegen Mitglied des Pfarrgemeinderats, der insbesondere für wirtschaftliche und vermögensrechtliche Angelegenheiten zuständig ist. „Diese Situation kann je nach individuellen oder politischen Empfindlichkeiten mitunter Schwierigkeiten bereiten, erfordert aber auch die Pflege regelmäßiger Beziehungen zwischen staatlichen und kirchlichen Vertretern“, erklärt der Kirchenrechtler. Sie ermöglicht seiner Ansicht nach „eine gelassenere und bewusstere Präsenz der Religionen im öffentlichen Raum“.<br />Diese Besonderheit hat auch eine pastorale Dimension. Pfarrer Stéphane Jourdain schätzt, dass rund 150 bezahlte Laien in kirchlichen Ämtern tätig sind, fast so viele wie es Priester in der Diözese gibt. Diese personellen Ressourcen ermöglichen die Durchführung zahlreicher Initiativen und ermutigen gleichzeitig dazu, das freiwillige Engagement und die gemeinsame Verantwortung weiter auszubauen.<br /><br />Hoffnung inspirieren<br /><br />Wie viele andere Diözesen durchläuft auch die Kirche von Metz derzeit eine Phase des Wandels. In einigen ländlichen Gebieten besteht eine starke christliche Tradition und eine beständige Beteiligung am kirchlichen Leben. Gleichzeitig suchen auch viele Erwachsene heute den Weg zur Kirche, um die Taufe zu empfangen oder ihren Glauben zu vertiefen. „Die Kirche verjüngt sich“, sagt der Bischof von Metz laut Pfarrer Jourdain gern. Die Wege sind vielfältig: junge Erwachsene, die den Kontakt zum Glauben aus der Ferne aufrechterhalten haben, Eltern, die ihren Kindern folgen, Menschen, die als Erwachsene das Gebet, das Evangelium oder das sakramentale Leben entdecken. „Viele kommen auf der Suche nach Sinn, Orientierung oder neuen Impulsen“, bemerkt er.<br />Diese Vitalität kann die Schwächen, insbesondere den seit einigen Jahren ausbleibenden Priesterweihen, nicht ausgleichen. Sie nährt jedoch die Hoffnung vor Ort und verleiht dem Papstbesuch zusätzliche Bedeutung. „Aus dieser Erinnerung heraus kann der Besuch des Papstes seine volle Bedeutung entfalten: an die tiefgreifenden Gründe für den Aufbau Europas zurück zu denken, den Aufruf zum Frieden zu erneuern und in den Geschichten von Migration, deren Leid und der Vermischung der Bevölkerungen eine mögliche Quelle der Geschwisterlichkeit zu erkennen“, sagt Pater Jourdain.<br />In Metz, wo die Wunden des Krieges noch immer an den Steinen der Stadt und in den Familien sichtbar sind, wird der Papst aus den Quellen des europäischen Friedens schöpfen – ein Wunsch, der als historische, politische und spirituelle Entscheidung geäußert wurde. „Das Bistum Metz kann mit seiner Geschichte, seinem Konkordat, seinen grenzüberschreitenden Erfahrungen und dem Andenken an Robert Schuman Zeugnis ablegen von einer Kirche, die berufen ist, in der Stadt präsent zu sein“, so Pfarrer Cédric Burgun abschließend, „nicht um eine konfessionelle Vision aufzuzwingen, sondern um die Menschen daran zu erinnern, dass der christliche Glaube eine Kultur der Begegnung, der Verantwortung, des Friedens und der Hoffnung inspirieren kann.“<br /><br />Fri, 28 Aug 2026 12:32:11 +0200ASIEN/NEPAL - Pfarrer Bogati: “Wir sind dem Papst zutiefst dankbar und mit der Caritas bereits aktiv“https://www.fides.org/de/news/78099-ASIEN_NEPAL_Pfarrer_Bogati_Wir_sind_dem_Papst_zutiefst_dankbar_und_mit_der_Caritas_bereits_aktivhttps://www.fides.org/de/news/78099-ASIEN_NEPAL_Pfarrer_Bogati_Wir_sind_dem_Papst_zutiefst_dankbar_und_mit_der_Caritas_bereits_aktivKathmandu – „Wir sind dem Heiligen Vater zutiefst dankbar, dass er in dieser Krisenzeit an Nepal gedacht, für uns gebetet und seine Unterstützung für die Flutopfer zugesagt hat.“ Dies erklärte Pater Silas Bogati, Apostolischer Administrator des Vikariats Nepal, gegenüber Fides in Bezug auf die Botschaft von Papst Leo XIV., in der er der Bevölkerung, die von der verheerenden Flutkatastrophe in Nepal und den an Tibet grenzenden Himalaya-Gebieten betroffen ist, seine Verbundenheit und sein Gebet aussprach. „Obwohl die Kirche in Nepal mit etwa 10.000 Katholiken klein ist, hat uns die Anteilnahme des Heiligen Vaters am Schicksal der Menschen in Nepal tief berührt“, so Pater Bogati weiter.<br />In einem von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichneten Telegramm, drückte Papst Leo XIV. den den Schmerz über die durch die Flut verursachte Verwüstung sein aus. Der Papst empfahl „die Seelen der Verstorbenen der Barmherzigkeit des Allmächtigen“, sprach den Familien sein Beileid aus und versicherte allen Betroffenen seine geistliche Verbundenheit. Er bete für die an den Rettungsmaßnahmen beteiligten Einsatzkräften und um göttlichen Schutz für alle.<br />Die Folgen der Katastrophe verschlimmern sich weiter: Nach den neuesten verfügbaren Daten sind in Nepal mindestens 469 Menschen ums Leben gekommen, während über 1.500 Menschen in Nepal und Tibet vermisst werden. Die Behörden warnen zudem vor weiteren Überschwemmungen durch einen flussaufwärts gelegenen See, der sich durch Ablagerungen von Geröll gebildet hat.<br />„Unter den Vermissten befinden sich Einheimische, Pilger und Touristen“, berichtet Pfarrer Bogati. „Wir befürchten, dass auch einige Katholiken, die in diesen Gebieten arbeiten, von den Fluten mitgerissen wurden. Katholische Kirchen wurden nicht von der Flut betroffen“, stellt er klar.<br />„Caritas Nepal ist bereits vor Ort und versucht, den Opfern Hilfe zu leisten“, informiert er. „Wir sind bereits aktiv“, bekräftigt er. Das Netzwerk von Caritas Nepal setzt sich im Rahmen von Programmen für Katastrophenmanagement, Gesundheitsversorgung und die Unterstützung gefährdeter Bevölkerungsgruppen für die Betroffenen ein. „Wir beten und arbeiten daran, dass die Betroffenen die benötigte Hilfe erhalten“, schließt er.<br />Die Rettungsarbeiten in den am stärksten betroffenen Gebieten dauern an. Die nepalesischen Behörden haben Armee, Polizei, Hubschrauber und Spezialteams mobilisiert, um nach Vermissten zu suchen und isolierte Gemeinden mit Hilfsgütern zu versorgen. Die Zerstörung von Straßen und Brücken beeinträchtigt jedoch die Verbindungen zu einigen der betroffenen Gebiete erheblich. Die nepalesische Regierung hat zudem eine Notfalleinheit eingerichtet, um die Suche zu koordinieren und ausländischen Staatsangehörigen, die von der Tragödie betroffen sind, Hilfe zu leisten.<br />Das Schicksal zahlreicher ausländischer Pilger in der Region, die zum Berg Kailash und zum Manasarovar-See in Tibet reisten oder von dort zurückkehrten, ist tragisch. Der Berg Kailash gilt in mehreren asiatischen Religionen als heilig: Im Hinduismus wird er mit dem Wohnsitz von Shiva und Parvati in Verbindung gebracht, im tibetischen Buddhismus mit dem Berg Meru, dem symbolischen Zentrum des Universums. Der Pilgerweg um den Berg, die etwa 52 Kilometer lang ist, dauert in der Regel drei Tage und ist für viele Gläubige eine Reise des Gebets, der Reinigung und der spirituellen Erneuerung. Laut Angaben der Behörden befinden sich unter den Vermissten Pilger und Touristen aus Indien, den USA, Australien, Großbritannien, Kanada, der Ukraine und anderen Ländern. Das Unglück ereignete sich an einer der Hauptrouten zwischen Kathmandu und Tibet sowie an einem der Pilgerwege zum Berg Kailash.<br /> <br />Fri, 28 Aug 2026 13:19:29 +0200