Fides News - German (Standard)https://www.fides.org/Aus dem Archivder FidesagenturdeDie auf unseren Internetseiten veröffentlichten Inhalte unterliegen einer Licenza Creative Commons. AMERIKA/ARGENTINIEN - In Rosario fördert die Kirche im Vorfeld des Papstbesuchs den Dialog zwischen Politik und Zivilgesellschafthttps://www.fides.org/de/news/78382-AMERIKA_ARGENTINIEN_In_Rosario_foerdert_die_Kirche_im_Vorfeld_des_Papstbesuchs_den_Dialog_zwischen_Politik_und_Zivilgesellschafthttps://www.fides.org/de/news/78382-AMERIKA_ARGENTINIEN_In_Rosario_foerdert_die_Kirche_im_Vorfeld_des_Papstbesuchs_den_Dialog_zwischen_Politik_und_ZivilgesellschaftRosario – Bei einem von der Ortskirche organisierten Treffen im Hauptgebäude der Katholischen Universität Argentiniens in Rosario kamen Vertreter verschiedener Bereiche des politischen, wirtschaftlichen, sozialen und institutionellen Lebens zusammen. Wie aus einer Mitteilung der Bischofskommission für Sozialpastoral hervorgeht, hob die Initiative, die vom Bischof von Rosario, Eduardo Martín, gemeinsam mit dem Verantwortlichen für Sozialpastoral, Pater Fabián Monte, die Fähigkeit der Kirche hervorgehoben, den Dialog und die Teilhabe zwischen den verschiedenen Teilen der Gesellschaft zu fördern – in einer Zeit, die von sozialen Spannungen geprägt ist, und im Hinblick auf den Besuch von Papst Leo XIV. in Argentinien, der für den 8. bis 11. November vorgesehen ist.<br /><br />Als roter Faden diente die Enzyklika des Papstes „Magnifica Humanitas“.<br /> In seiner Ansprache regte Bischof Martín zum Nachdenken über den Dialog als unverzichtbaren Weg zum Aufbau des sozialen Friedens an und rief dazu auf, institutionelle Brücken und zwischenmenschliche Beziehungen zu fördern, die auf gegenseitigem Verständnis und dem Engagement für das Gemeinwohl beruhen. Der Bischof betonte insbesondere, wie wichtig es sei, trotz aller Unterschiede nach Gemeinsamkeiten zu suchen und diejenigen zu respektieren, die andere Standpunkte vertreten. Der soziale Frieden, so erklärte er, sei eine kollektive Verantwortung und angesichts der Schwierigkeiten, mit denen das Land zu kämpfen habe, eine dringende Aufgabe. „Wir wollen die Gemeinschaft für die Gedanken des Papstes zu sozialen Themen sensibilisieren“, erklärte er.<br /><br />Der Tag war auch von einer symbolischen Geste der Einheit geprägt. Am Ende seiner Ansprache stieg der Bischof von der Bühne herunter, um sich den Teilnehmern anzuschließen, die sich zu einem Gruppenfoto versammelt hatten. Das Bild vereinte Vertreter unterschiedlicher Herkunft und Ausrichtung, bevor die Arbeit in den thematischen Ausschüssen begann. An dem Treffen nahmen Vertreter fast aller politischen Kräfte teil, darunter Provinzabgeordnete, Gemeinderäte und Vertreter der Justiz. Ebenfalls anwesend waren Unternehmer, Gewerkschaften und soziale Organisationen, Vertreter der Berufsverbände von Ärzten, Rechtsanwälten und Architekten sowie zahlreiche Persönlichkeiten der Stadt.<br /><br />Unterdessen wächst in Argentinien die Vorfreude auf den Besuch von Papst Leo XIV., der von besonderer historischer, religiöser und institutioneller Bedeutung ist: Es wäre nämlich der erste Besuch eines Papstes in Argentinien seit fast vierzig Jahren, seit der letzten Reise des heiligen Johannes Paul II. im Jahr 1987.<br /><br />Zu den für den 8. November geplanten Terminen gehören laut der Mitteilung eine Ehrung für General José de San Martín, ein offizielles Treffen mit Präsident Javier Milei in der Casa Rosada und eine Ansprache an die Zivilgesellschaft im Palacio Libertad. Am Montag, dem 9. November, wird der Papst den Vormittag voraussichtlich einem Solidaritätsbesuch im „Piccolo Cottolengo Don Orione“ in Claypole widmen und seine erste Eucharistiefeier vor einer großen Zahl von Gläubigen am Denkmal für die Spanier halten. Am Nachmittag sind ein Treffen mit Vertretern der Arbeitswelt an der UCA sowie ein Treffen mit Vertretern verschiedener Religionsgemeinschaften vorgesehen . Am Dienstag, dem 10. November, wird Papst Leo XIV. in Córdoba sein, wo er eine Eucharistiefeier auf dem Gelände der Fábrica Argentina de Aviones leiten wird. Nach seiner Rückkehr nach Buenos Aires wird er am Abend an einer Nachtwache mit Jugendlichen teilnehmen. Am nächsten Morgen sieht das Programm einen Besuch im Gefängnis von Devoto und eine abschließende Eucharistiefeier in der Basilika Unserer Lieben Frau von Luján vor. Von dort aus wird der Papst zum Flughafen Ezeiza fahren, um seine Apostolische Reise nach Peru fortzusetzen.<br /><br /> <br />Thu, 05 Nov 2026 17:19:31 +0100AMERIKA/PARAGUAY - Ueno Bank: Die Krise erschüttert Paraguay. Die Bischöfe fordern Transparenz und den Schutz der Ärmstenhttps://www.fides.org/de/news/78383-AMERIKA_PARAGUAY_Ueno_Bank_Die_Krise_erschuettert_Paraguay_Die_Bischoefe_fordern_Transparenz_und_den_Schutz_der_Aermstenhttps://www.fides.org/de/news/78383-AMERIKA_PARAGUAY_Ueno_Bank_Die_Krise_erschuettert_Paraguay_Die_Bischoefe_fordern_Transparenz_und_den_Schutz_der_AermstenAsunción – Schutz der ärmsten Sparer, größtmögliche Transparenz hinsichtlich der öffentlichen Gelder, die bei den von der Krise betroffenen Banken hinterlegt sind, unabhängige Untersuchungen und die Kontrolle der Behörden durch die Zivilgesellschaft. Dies sind die Hauptpunkte der Erklärung der paraguayischen Bischofskonferenz , die gestern, am 4. November, zur Bankenkrise in Paraguay veröffentlicht wurde.<br /><br />Auslöser der Angelegenheit war die Zwangsverwaltung der Ueno Bank, des größten digitalen Kreditinstituts des Landes, durch die Zentralbank von Paraguay , nachdem deren Eigenkapitalquote auf weniger als die Hälfte des gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerts gesunken war. Der Präsident der Zentralbank, Carlos Carvallo, trat auf Wunsch des Präsidenten der Republik, Santiago Peña, zurück. Zuvor hatte Carvallo das Finanzunternehmen geleitet, aus dem später die Ueno Bank hervorging – ein Umstand, der heftige Kritik wegen angeblicher regulatorischer Lücken und möglicher Interessenkonflikte schürte.<br /><br />Die Spezialeinheit für Wirtschaftskriminalität und Korruptionsbekämpfung ordnete die Festnahme von acht Personen an, darunter hochrangige Führungskräfte und mit dem Kreditinstitut verbundene Personen. Zu ihnen gehören der Gründer und Mehrheitsaktionär Miguel Vázquez sowie der Vorstandsvorsitzende der Ueno Bank, Juan Manuel Gustale.<br /><br />Die Maßnahme der BCP führte zur Sperrung der digitalen App, der Kreditkarten und der Geldtransferdienste der Ueno Bank. Rund drei Millionen Nutzer, was etwa 60 % der erwachsenen Bevölkerung Paraguays entspricht, konnten somit nicht mehr auf ihre bei der Bank hinterlegten Ersparnisse zugreifen. Die verzweifelten Sparer gingen in Asunción auf die Straße und versammelten sich vor den geschlossenen Filialen, um die Rückgabe ihres Geldes zu fordern. Dabei warfen sie Politikern und Vertretern der Institutionen vor, für das Geschehene mitverantwortlich zu sein.<br /><br />In der Erklärung, die anlässlich der 250. ordentlichen Generalversammlung veröffentlicht wurde, fordern die Bischöfe vor allem, dass bei den Entschädigungen die schutzbedürftigsten Menschen Vorrang erhalten. Sie hoffen auf eine rasche Rückzahlung der eingezahlten Beträge an Rentner, Arbeitnehmer, Kleinsparer und Unternehmer, ohne unnötige bürokratische Hürden und unter besonderer Berücksichtigung älterer Menschen.<br /><br />Die Bischöfe fordern zudem größtmögliche Transparenz hinsichtlich der Höhe der bei der Ueno Bank hinterlegten Gelder des Instituto de Previsión Social und des Staates sowie hinsichtlich der Modalitäten und des Zeitplans für deren Rückgewinnung.<br /><br />Die Bischofskonferenz fordert darüber hinaus eingehende Untersuchungen durch den Kongress, die Justiz, den Rechnungshof und die Zentralbank selbst, damit alle Verantwortlichkeiten geklärt werden, „unabhängig von der Position oder der Nähe zur Regierung“.<br /><br />Schließlich rufen die Bischöfe die Pfarreien dazu auf, die von der Krise betroffenen Familien zu unterstützen und ihnen bei den notwendigen Schritten zur Rückforderung ihrer Ersparnisse zu helfen.<br /> Zudem warnen sie vor möglichen Betrugsversuchen und raten den Kontoinhabern, ihre Kontopasswörter niemandem zu geben, der verspricht, ihnen bei der „Rückgewinnung“ des Geldes zu helfen. <br /> <br /> <br /><br /><br /><br />Thu, 05 Nov 2026 17:14:56 +0100ASIEN/PAKISTAN - Christen und Muslime vor Maria, der Königin des Friedens: „Ein Ort des Friedens und der Versöhnung“https://www.fides.org/de/news/78385-ASIEN_PAKISTAN_Christen_und_Muslime_vor_Maria_der_Koenigin_des_Friedens_Ein_Ort_des_Friedens_und_der_Versoehnunghttps://www.fides.org/de/news/78385-ASIEN_PAKISTAN_Christen_und_Muslime_vor_Maria_der_Koenigin_des_Friedens_Ein_Ort_des_Friedens_und_der_Versoehnungvon Paolo Affatato<br /><br />Lahore – Das Leben der örtlichen Gemeinde Maria, der Königin des Friedens, anzuvertrauen, aber auch die Zukunft der gesamten Nation unter ihren schützenden Mantel zu stellen: in diesem Sinne hat der Erzbischof von Lahore, Khalid Rehmat OFM Cap, die neue „Mariengrotte von Lourdes“ und einen kleinen Wallfahrtsort, der der Jungfrau Maria, verehrt als „Königin des Friedens“, gewidmet ist, in Mehar Town in der Stadt Lahore, der Hauptstadt der pakistanischen Provinz Punjab, gesegnet und eingeweiht. <br /><br />Über 3.000 Gläubige nahmen am 31. Oktober an der Einweihung und Segnung teil, die mit der Krönungszeremonie der seligen Jungfrau Maria zusammenfiel. Die Menschen kamen vor allem aus Mehar Town, einem Stadtteil am östlichen Stadtrand von Lahore, in dem Menschen mit mittlerem und niedrigem Einkommen leben, darunter eine bedeutende und traditionsreiche christliche Glaubensgemeinschaft. Dort befinden sich mehrere lokale Gebetsstätten, darunter die dem heiligen Pater Pio geweihte katholische Kirche sowie Marienheiligtümer.<br /><br />„Diese neue Grotte wird dazu beitragen, den Glauben der christlichen Gemeinde zu stärken, und die Jungfrau Maria wird für alle Fürsprache einlegen, die hierherkommen, um zu beten“, sagt der Erzbischof von Lahore, Khalid Rehmat, gegenüber der Agentur Fides. In seiner Ansprache an die Gläubigen während der Einweihungsmesse brachte der Erzbischof die Hoffnung zum Ausdruck, dass „die Marienverehrung in der Kirche weiterhin gedeihen möge“, und betete, „dass Maria von ihrem glorreichen Thron aus stets für die christlichen Familien und für den Frieden in ganz Pakistan Fürsprache einlege“. Er gratulierte zur Fertigstellung der neuen Mariengrotte und dankte Pater Qaiser Feroz, dem Pfarrer von Mehar Town und Leiter des Bauvorhabens. Dabei lobte er die Zusammenarbeit der örtlichen Pfarrgemeinde und bezeichnete das Projekt als „ein wunderschönes Beispiel für Glauben und kirchliche Einheit“.<br />Pater Henry Paul OFM Cap, der die Predigt hielt, ermahnte die Gläubigen, „das Wort Gottes in ihren Herzen aufzunehmen, seinem Willen gehorsam zu bleiben und durch Worte und Taten Zeugen seiner Liebe, seines Dienstes und seines Friedens zu werden“. Er betonte zudem, dass „das Leben Mariens weiterhin alle Gläubigen zu einer tieferen Beziehung zu Gott führt“.<br /><br />„Mit dieser besonderen Feier, die für uns ein wahrer Segen war, konnten wir den Monat Oktober, der der Mutter Gottes gewidmet ist, ausklingen lassen, aber auch das Jubiläum zum 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi begehen“, fügt der Kapuziner Pater Qaiser Feroz OFM Cap, Pfarrer in Lahore und Sprecher der Pakistanischen Bischofskonferenz, gegenüber Fides hinzu.<br />Der Ordensbruder berichtet von einer bemerkenswerten Begebenheit: „Ein älterer Mann brachte Tauben mit und ließ sie zu Beginn der Messe frei. Zwei von ihnen flogen noch eine Weile um die Grotte herum, um sich dann direkt auf deren Spitze niederzulassen. Dieses Zeichen drückt genau unseren tiefen Wunsch nach Frieden aus: Die Mutter Gottes, die Königin des Friedens, wird dafür Fürsprache einlegen, um Frieden in die Familien, in die Gemeinschaft und in unsere Nation zu bringen.“<br /><br />Der Grundstein für das kleine Heiligtum und die Grotte wurde im vergangenen Jahr von Pater Ajaz Bashir OFM Cap, Kustos der Generalkustodie der Kapuziner „Mariam Sadeeqa“ in Pakistan, gelegt. Unter dem neuen verantwortlichen Priester von Mehar Town, Pater Qaisar Feroz, wurden die Bauarbeiten bis zur Fertigstellung der Grotte fortgesetzt, die von Pater Feroz unter Beratung von Pater Mahboob Evarist OFM Cap vor dessen Tod entworfen wurde: „Er war als ‚der Mann der Lourdes-Grotten‘ bekannt, da er zahlreiche Stätten wie diese in ganz Pakistan geschaffen hatte“, betont Pater Feroz. Pater Basharat Siraj, Schulleiter der St. Anthony High School, fügt gegenüber Fides hinzu: „Diese Grotte ist von großer Bedeutung, da sie viele biblische Symbole in sich vereint.<br /> Jeder, der sie besucht, wird sofort an die Wunder und die biblischen Bezüge denken, die mit diesen Zeichen verbunden sind.“<br /><br />In Pakistan kommt die Marienverehrung neben großen Zentren wie dem Wallfahrtsort Mariamabad im Punjab auch flächendeckend durch den Bau von Nachbildungen der „Grotte von Lourdes“ zum Ausdruck, die in fast allen Pfarreien, katholischen Schulen und religiösen Einrichtungen, auch in ländlichen Dörfern, zu finden sind. Diese kleinen Altäre im Freien sind jederzeit zugänglich und werden zu täglichen Anlaufstellen für jeden, der vorbeikommt, unabhängig von seinem Glauben: „Die Gläubigen, aber auch Bürger anderer Glaubensrichtungen, betrachten die Jungfrau Maria als Schutzfigur; ich würde sagen, sie ist die beliebteste im gesamten religiösen Spektrum des Landes“, bemerkt Pater Feroz.<br />Ein außergewöhnlicher Aspekt der Marienverehrung in Pakistan ist in der Tat ihr interreligiöser Charakter, der sich darin zeigt, dass sich zahlreiche muslimische Gläubige spontan neben den Christen auf Pilgerreisen begeben, um die Jungfrau Maria zu verehren und sie um Gnaden zu bitten. Obwohl sich dieses Phänomen besonders deutlich bei den jährlichen Wallfahrten zeigt, wie beispielsweise zum nationalen Wallfahrtsort Mariamabad, muss man doch sagen, dass „es ein übergreifendes kulturelles und spirituelles Merkmal darstellt, das, so könnte man sagen, im Alltag des Landes und auch im spirituellen Gefüge des lokalen Islam verwurzelt ist“, erklärt Pater Feroz.<br /><br />„Die Gestalt Marias “, fährt er fort, „wird nicht nur als den Christen zugehörig wahrgenommen: Sie ist die einzige Frau, die im Koran namentlich erwähnt wird, wo ihr ein ganzes Kapitel gewidmet ist, und sie wird von den Muslimen als Vorbild für Reinheit und Glauben verehrt. Dieser tiefe religiöse Respekt bewegt sehr viele Pakistaner islamischen Glaubens, insbesondere Frauen und Familien, dazu, marianische Wallfahrtsorte aufzusuchen, um Heilung für ihre Kinder zu erbitten oder Probleme mit Unfruchtbarkeit zu überwinden.“<br /><br />Der Kapuziner-Mönch fasst zusammen: „Maria ist Zuflucht und Symbol des Friedens für religiöse Minderheiten.<br /> In einem Land, das von Polarisierung und Diskriminierung geprägt ist, wird Maria ständig als ‚Königin des Friedens‘ angerufen und ist unsere Beschützerin und Fürsprecherin. Vor ihr erleben wir jeden Tag ein wahres ‚soziales Wunder‘: Christen und Muslime beten Seite an Seite, und so ist Maria ein Zeichen der nationalen Versöhnung und des Dialogs im Leben.“<br /><br />Thu, 05 Nov 2026 17:09:57 +0100Eine lange Reise. Das Abenteuer der sechs Bischöfe, die 1926 von Pius XI. geweiht wurdenhttps://www.fides.org/de/news/78380-Eine_lange_Reise_Das_Abenteuer_der_sechs_Bischoefe_die_1926_von_Pius_XI_geweiht_wurdenhttps://www.fides.org/de/news/78380-Eine_lange_Reise_Das_Abenteuer_der_sechs_Bischoefe_die_1926_von_Pius_XI_geweiht_wurden<p ><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/VwhTBjXdi1U?si=g6nlWemYRQjel4NK" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p><br /><br /><br />Dokumentarfilm von Teresa Kuang Yi<br /><br /><br /><br /><br />Im Jahr 1926 durchquerten sechs chinesische Priester die halbe Welt, um nach Rom zu gelangen.<br /><br />Ihre Reise gipfelte im Petersdom, wo Papst Pius XI. sie zu Bischöfen weihte.<br /><br />In ihrer Reise und ihrem Abenteuer liegt der Keim eines Zeugnisses des Glaubens, der Hoffnung und der Nächstenliebe, das in den kommenden Jahren in China erblühen sollte – auch auf beschwerlichen und schmerzhaften Wegen. Bis heute <br /> <br />1. Es war das China der 1920er Jahre: ein riesiges Gebiet, erschüttert von Kriegen, Nationalismus und antiimperialistischen Aufständen. Der Katholizismus wurde von vielen noch immer als religiöses Banner des Westens angesehen, das von den Kolonialmächten instrumentalisiert wurde.<br /><br />2. Von Rom aus hatten weitsichtige Päpste schon seit langem erkannt, dass dies nicht der richtige Weg war, um das Evangelium in China zu verkünden. Vielmehr galt es, allen zu zeigen, dass Christus alle liebt. Dass sein Heilsversprechen alle erreichen kann und keinem Menschen, keiner Nation fremd ist.<br />Ein neuer Weg hatte bereits begonnen.<br /> <br />Benedikt XV. hatte 1919 in seinem Apostolischen Schreiben „Maximum illud“ geschrieben, dass die Verflechtung von Missionsarbeit und kolonialistischen Strategien der Mission geschadet habe. Er hatte auch geschrieben, dass die „größten Hoffnungen“ für die „neuen christlichen Gemeinschaften“ auf die einheimischen Priester zu setzen seien, die deshalb nicht als „Klerus minderer Klasse“ behandelt werden dürften.<br /> <br /><br />Im Jahr 1924 hatte Erzbischof Celso Costantini, der erste Apostolische Delegat in China, im Namen des Papstes in Shanghai das erste Konzil der chinesischen Kirche einberufen. Und auch dieses Konzil hatte gefordert, dass der Weg der Kirche in China den Söhnen dieses Landes anvertraut werde.<br /> <br />Nicht, um nationalen Stolz zu befriedigen, sondern weil dies das universelle Wesen der Kirche erfordert.<br /><br />Ein weiterer entscheidender Schritt erfolgte am 28. Februar 1926 mit der Enzyklika „Rerum Ecclesiae“.<br /><br />Pius XI. skizzierte das Profil der zukünftigen Bischöfe aus den Reihen des einheimischen Klerus: Männer des Glaubens, gut ausgebildet und bereit, ihre eigenen Gemeinden zu leiten. Und er forderte, dass es keine Unterscheidung mehr zwischen europäischen Missionaren und dem einheimischen Klerus geben dürfe. <br />Costantini fiel die Aufgabe zu, die Kandidaten auszuwählen: Priester von Tugend und Gelehrsamkeit, die tief mit der chinesischen Kultur verbunden waren, aber eine Ausbildung hatten, die sowohl dem Osten als auch dem Westen offenstand. Die Wahl fiel auf sechs Männer aus verschiedenen Regionen Chinas.<br /><br /><br />3- Nachdem sie als die ersten sechs chinesischen Bischöfe ausgewählt worden waren, schrieben sie ein Telegramm an Pius XI., um ihm zu danken.<br />„Heiliger Vater, zutiefst bewegt von Ihren Worten, die die legitimen Bestrebungen und Rechte des chinesischen Volkes anerkennen, sprechen wir Ihnen unseren Dank aus. In der Kirche gibt es keinen Unterschied zwischen Chinesen und Ausländern: Alle sind Kinder und Brüder.“<br /><br />4. Nach Erhalt der Bischofsernennung begannen die Vorbereitungen für die Reise. Mit nur wenig Gepäck trafen sich die sechs Priester in Shanghai. Bereit, einen Neuanfang auf dem Weg der Kirche in China zu erleben.<br /><br />5. Im Herbst 1926 verließ das Schiff Shanghai. Vor ihnen lag eine lange Reise nach Rom: Hongkong, Manila, Singapur, Penang, dann Suez und das Mittelmeer. Über einen Monat lang wurde die Reise zu einer Zeit des Wartens und der Vorbereitung. <br />Je weiter sie sich von China entfernten, desto näher kamen sie der Mission, die auf sie wartete.<br /><br />6. Ankunft in Neapel: Der aus Shanghai kommende Dampfer „President Adams“ lief am Samstagabend um 19:30 Uhr in den Hafen von Neapel ein. Um Monsignore Costantini und die sechs chinesischen Bischöfe zu empfangen – HIER IST EIN FEHLER UND ES HEISST „JESUITEN“ –, waren über sechzig Bischöfe und Priester versammelt, darunter Monsignore Giovanni Costantini, der nach Neapel gekommen war, um nach so vielen Jahren der Trennung seinen Bruder Celso wiederzusehen.<br /><br />6 – Die Abreise aus Neapel. Um 10:30 Uhr brachen die sechs chinesischen Bischöfe in Richtung Rom auf. Die italienische Regierung hatte eigens einen Sonderzug bereitgestellt, um sie zu empfangen und zu begleiten – als Zeichen besonderer Feierlichkeit. Der italienische Ministerpräsident Mussolini hatte zudem eine Eskorte entsandt, die sie während der gesamten Reise begleiten sollte.<br /><br />7. Rom empfing die sechs Priester einige Wochen vor der Weihe. Sie wurden in den Räumlichkeiten der Heiligen Kongregation für die Glaubensverbreitung untergebracht, an Orten, an denen seit Jahrhunderten Missionare ausgebildet und in die ganze Welt entsandt wurden.<br /><br />Dann kam die Zeit der Stille. Eine Woche lang zogen sich die sechs zu den Redemptoristen in der Via Merulana zurück, um sich geistlich auf die Weihe vorzubereiten.<br /><br />8. Am 28. Oktober 1926 war alles bereit. Gewänder, Insignien und Paramente waren bis ins kleinste Detail festgelegt worden. Im Petersdom sollte die Weihe von Pius XI. selbst geleitet werden: eine seltene Geste und ein klares Signal an die ganze Welt.<br /><br />Die ersten chinesischen Bischöfe werden vom Papst am Grab des Apostels Petrus geweiht. Diese Geste zeigt der Welt, dass der Glaube der Apostel die stets lebendige Quelle der Gemeinschaft ist, die den Papst, die Bischöfe und die Katholiken aller Völker der Welt umfasst und vereint.<br /><br />9. Vor einer riesigen Menschenmenge begann die Weihe. Pius XI. legte den sechs Bischöfen die Hände auf und überreichte ihnen die bischöflichen Insignien. <br />Der katholische Glaube traf auf die chinesische Tradition. Es war die prophetische Intuition, der auch Celso Costantini folgte: eine universelle Kirche, die an jedem Ort das Antlitz der Völker annimmt, denen sie entgegengeht.<br /><br />10. Am nächsten Tag ging die Nachricht um die Welt. Von Italien bis nach China berichtete die Presse aller Richtungen über die Weihe der sechs Bischöfe als Beginn einer neuen Ära.<br /><br /><br />11. Heute, hundert Jahre später, erscheint die Bedeutung dieser Entscheidung noch deutlicher. Die lange Reise dieser sechs Männer von Shanghai nach Rom hatte den Weg geebnet, der fortgesetzt werden sollte: den Weg einer immer chinesischeren und gerade deshalb UNIVERSELLEN Kirche.<br /><br />Thu, 05 Nov 2026 17:01:56 +0100Kardinal Tagle: Fünf „Dankesworte“ am Rande der Tagung über die ersten chinesischen Bischöfehttps://www.fides.org/de/news/78387-Kardinal_Tagle_Fuenf_Dankesworte_am_Rande_der_Tagung_ueber_die_ersten_chinesischen_Bischoefehttps://www.fides.org/de/news/78387-Kardinal_Tagle_Fuenf_Dankesworte_am_Rande_der_Tagung_ueber_die_ersten_chinesischen_BischoefeRom <br /><br /><br />Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle<br /><br />Ich wurde gebeten, zum Abschluss dieses Tages, an dem Vorträge und Reden aus verschiedenen Blickwinkeln auf die Weihen der sechs chinesischen Bischöfe eingegangen sind, die vor hundert Jahren von Papst Pius XI. in Rom geweiht wurden – die ersten, die in der Neuzeit geweiht wurden –, einige abschließende Gedanken zu teilen.<br />Ich möchte keine Zusammenfassung der Inhalte der einzelnen Beiträge geben. Ich beabsichtige auch nicht, eine Bilanz einer historischen Forschungs- und Auswertungsarbeit zu ziehen, die für weitere Vertiefungen offen bleibt, wie die namhaften Wissenschaftler und Gelehrten, die bisher zu Wort gekommen sind, gezeigt haben. <br />Stattdessen möchte ich einige einfache Denkanstöße geben, die die Form von fünf „Dankesworten“ annehmen werden. <br />Ich werde auf fünf Aspekte und Fakten eingehen, die wir jetzt und in Zukunft, nachdem wir an dieser Veranstaltung teilgenommen haben, besser erkennen und würdigen können, indem wir dem dünnen Faden folgen, der unsere Zeit mit jenem Ereignis vor hundert Jahren verbindet.<br /><br />1– Ein „Dank“ für die Gemeinschaft, die „aus dem Glauben der Apostel erwächst“<br /><br />In der Weihe der sechs chinesischen Bischöfe im Jahr 1926 offenbart sich auf leuchtende Weise das Wesen und die Sendung des bischöflichen Dienstes im großen Geheimnis der Kirche und ihres Pilgerwegs durch die Geschichte.<br />Papst Leo XIV. hat dies in seiner Videobotschaft mit prägnanten Worten zum Ausdruck gebracht, als er sagte, dass die sechs Bischöfe die Welt durchquert hätten, um die Bischofsweihe aus den Händen des Nachfolgers Petri zu empfangen und um auf diese Weise – ich zitiere – „Zeugnis abzulegen für die Gemeinschaft, die aus dem Glauben der Apostel erwächst und deren unverzichtbares Zeichen die Einheit jedes einzelnen Bischofs mit dem Bischof von Rom ist.“<br />Der Papst bekräftigt uns, dass DIE QUELLE der Einheit und der Gemeinschaft in der Kirche der Glaube der Apostel ist, nicht unsere Vereinbarungen, unsere Absichten und unsere menschlichen Anpassungen – eine Quelle, die stets lebendig ist.<br />Papst Leo beschrieb diese Gemeinschaft unter Berufung auf das „Credo des Volkes Gottes“ des heiligen Paul VI. als „Offenbarung des Geheimnisses des mystischen Leibes Christi, der, wie der heilige Paul VI. im Credo des Volkes Gottes schrieb, „kein anderes Leben besitzt als das der Gnade““.<br />Das Abenteuer der sechs chinesischen Bischöfe, die eine einmonatige Reise auf sich nahmen, um in Rom die Bischofsweihe aus den Händen von Pius XI. zu empfangen, zeigt auf leuchtende und bewegende Weise, was Bischöfe sind – alle Bischöfe –, mit ihren Fähigkeiten und ihren Grenzen, ihren Gaben und ihrem menschlichen Elend. Sie sind keine „Beamten Gottes“, keine lokalen Vertreter einer „politisch-geistlichen Macht“: Sie sind Seelsorger. Sie sind keine „Manager“ oder „Influencer des Heiligen“. Sie sind Nachfolger der Apostel.<br />Die sechs, die vor hundert Jahren im Oktober nach Rom kamen, waren die ersten Chinesen, die in der Neuzeit Nachfolger der Apostel wurden. <br />Die apostolische Sukzession, die sie aus den Händen des Bischofs von Rom empfingen, ist wie ein roter Faden, der sich durch die Geschichte zieht und jeden Bischof mit den ersten Aposteln verbindet, mit den Augenzeugen, die mit Jesus lebten und ihn auferstanden sahen.<br />So gewährleisten die Bischöfe durch die apostolische Sukzession die Kontinuität in der Feier gültiger und wirksamer Sakramente, jener Gesten der Erlösung und Heilung, die Christus selbst durch seine Diener von Generation zu Generation wirkt.<br />Die Quelle der Gemeinschaft untereinander und mit dem Bischof von Rom ist ihr gemeinsamer Weg im Glauben der Apostel. <br />Von dort kommt für sie auch der missionarische Auftrag, das Evangelium überall zu verkünden, wie es den ersten Aposteln widerfuhr. Nachfolge im Glauben und in der Mission der Apostel.<br /><br />Als Pro-Präfekt des Missionsdikasteriums, berufen, im großen Strom des christlichen Lebens zu wirken und zu arbeiten, der seit Jahrhunderten das Netzwerk der Propaganda Fide belebt, bin ich selbst jeden Tag Zeuge davon, wie sich diese apostolische Dynamik in allen Teilen der Welt manifestiert und auch im Leben unserer chinesischen Brüder und Schwestern erstrahlt.<br /><br />2 – Ein „Dank“ für das „universale Antlitz der Kirche“, das sich auch in China offenbart<br /><br />Zahlreiche Beiträge der Tagung haben hervorgehoben, dass die 1926 gefeierten Bischofsweihen chinesischer Bischöfe ein wichtiges Ereignis im „missionarischen Wandel“ darstellen, den die katholische Kirche in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts vor allem unter den Pontifikaten von Benedikt XV. und Pius XI. durchlebte.<br />Dem Heiligen Stuhl war schon seit langem klar, dass die Verflechtung zwischen der Missionsarbeit und den kolonialistischen Strategien der westlichen Mächte der Mission schadete.<br />Mehrere heute zu Wort kommende Stimmen haben betont, dass die neuen Leitlinien – ebenso wie die Entscheidung, die Entfaltung des einheimischen Klerus zu fördern und auch die Leitung der Diözesen einheimischen Bischöfen anzuvertrauen – nicht nur als eine Änderung der „kirchlichen Politik“ angesichts des Wandels der Zeit und des Niedergangs des damaligen Kolonialismus gesehen werden dürfen.<br /><br />Papst Leo XIV. hat in seiner heutigen Videobotschaft bekräftigt, dass es vielmehr darum gehe, „dem Wesen der Kirche selbst treu zu bleiben, deren Einheit nicht in der Uniformität, sondern in einer Gemeinschaft in der Vielfalt besteht“.<br />Papst Franziskus hatte in seiner Videobotschaft, die er 2024 an die internationale Tagung zum hundertjährigen Jubiläum des Konzils von Shanghai richtete – eine Tagung, die ebenfalls an dieser Universität stattfand –, betont, dass auch die Teilnehmer jener ersten Generalsynode der Kirche in China erkannt hatten, dass „die Verkündigung des Heils in Christus nur dann jede menschliche Gemeinschaft und jeden einzelnen Menschen erreichen kann, wenn sie seine Muttersprache spricht“.<br /><br />Wir sind nun aufgerufen zu prüfen, inwiefern all dies in unterschiedlichen Formen und Kontexten auch heute noch gilt. <br />Wir sehen in verschiedenen Zusammenhängen, dass jede Anpassung, jede „Lokalisierung“ oder „Indigenisierung“ Veränderungen in den Formen und Praktiken des kirchlichen Lebens mit sich bringen kann.<br /><br />In den unterschiedlichen historischen Situationen können sich auch unerwartete und einzigartige Wege eröffnen, um weiterhin gemeinsam im Glauben der Apostel, in Einheit und Gemeinschaft, hinter Jesus herzugehen.<br /><br />So kann die Universalität der Kirche in neuen Formen und Situationen erstrahlen, wobei stets die Lehre zu berücksichtigen ist, die in dem alten, verschiedenen Autoren zugeschriebenen Motto enthalten ist und auch von Johannes XXIII. in der Enzyklika „Ad Petri cathedram“ wieder aufgegriffen wurde: „Im Notwendigen Einheit, im Zweifel Freiheit, in allem die Liebe“ .<br /><br />Jede mögliche Veränderung und Anpassung kann angenommen werden, wenn man weiterhin gemeinsam aus der Quelle der Gemeinschaft schöpft und gemeinsam im Glauben der Apostel, in der gemeinsamen Zugehörigkeit zum Leib Christi und in Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri wandelt. Indem man „allen alles“ wird, um den auferstandenen Christus zu verkünden und von ihm Zeugnis abzulegen, wie es bereits der Apostel Paulus lehrte. <br /><br />Dies ermöglicht das christliche Paradoxon, durch das die katholische Kirche auch in China das universale Antlitz des Katholizismus in seiner ganzen Fülle offenbaren kann, gerade während sie ihre chinesische Identität in vollem Umfang zum Ausdruck bringt. Die Weltkirche existiert in und durch die verschiedenen Teilkirchen.<br /><br />In diesem Paradoxon befreit gerade die Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom und mit der Weltkirche vor der Gefahr, die verschiedenen kulturellen, sozialen, ethnischen und religiösen Zugehörigkeiten in „identitäre“ Fahnen zu verwandeln. Außerhalb dieser universalen Offenheit führen die beharrlichen Verweise auf die eigenen Besonderheiten, auf die eigenen spezifischen Merkmale fast immer dazu, sich in sich selbst zu verschließen. Sie sind Ausdruck selbstbezogener Rückzüge, die Konflikte schüren.<br /><br />3 – Ein „Dank“ für den Schmerz der Sünden und für die Geduld, die aus Dankbarkeit und Vergebung entspringen<br /><br />Wir haben gesehen, dass die Reise der chinesischen Bischöfe von Shanghai nach Rom, um von Pius XI. die Bischofsweihe zu empfangen, mit Freude und Begeisterung begrüßt wurde. Aber wir haben auch gesehen, dass es nicht einfach gewesen war, diesen Tag zu erreichen. <br /><br />Zuvor, und über lange Jahrzehnte hinweg, hatte es Widerstände, Feindseligkeiten und Sabotage gegeben, auch innerhalb der Kirche, seitens derer, die sich aus verschiedenen Gründen gegen die Bischofsweihen chinesischer Bischöfe aussprachen oder diese als „verfrüht“ betrachteten.<br /><br />Im Alltag gab es Menschen, die chinesische Priester weiterhin als „Klerus zweiter Klasse“ behandelten und sie in einigen Fällen dazu zwangen, regelrechte Diskriminierungen zu erdulden. <br />Diese Haltungen, auch wenn sie nicht aus persönlicher Boshaftigkeit entstanden, erkannten das universelle Wesen der Kirche nicht an und schränkten den Katholizismus auf eine exklusive Verbindung mit einer Kultur, mit einer einzigen Zivilisation ein.<br />Angesichts all dessen gilt es zu danken, dass die chinesische katholische Gemeinschaft ihren Weg fortgesetzt und inmitten so vieler Prüfungen weitergewachsen ist. Die Prüfungen jener Jahre und dann die der folgenden Jahrzehnte. <br />Der Herr hat den Glauben so vieler inmitten der Anschuldigungen, der Zerrissenheit unter Brüdern und des apostolischen Leidens bewahrt – jenes Leidens, das der heilige Paulus „Thlipsis“ nannte.<br />Dafür gilt es, Dank zu sagen.<br />So sieht der Weg der Kirche in der Geschichte aus. Es ist kein Weg für die Vollkommenen, für diejenigen, die sich rein fühlen und glauben, sich selbst retten zu können, indem sie ihre moralische Integrität aus eigener Kraft aufbauen. <br /><br />Der Weg der Kirche ist geprägt von menschlichem Elend, von Beeinflussungen, von Fehlern, von altem und neuem Klerikalismus. Von Nachgiebigkeiten, von Rückschlägen. <br />Aber es gibt immer die Möglichkeit, neu anzufangen, Vergebung zu erfahren und dank der barmherzigen Vergebung auch den Schmerz über die eigenen Sünden und den eigenen Verrat zu spüren.<br /><br />Aus dem barmherzigen Blick Jesu entspringen die Tränen des Schmerzes des Petrus, dessen Herz in diesem Moment gebrochen ist, weil er ihn gerade verleugnet hat.<br />„Denn Christus ist, als wir noch schwach waren, für die zu dieser Zeit noch Gottlosen gestorben“, schreibt der heilige Paulus im Brief an die Römer. <br />Und während des Jubiläumsjahres 2000 antwortete der damalige Kardinal Joseph Ratzinger auf die Frage, warum die Kirche um Vergebung für die Sünden der Vergangenheit bitte, dass „nur die Vergebung, die Tatsache der Vergebung, die Offenheit ermöglicht, die Sünde anzuerkennen“.<br />Diese Erfahrung der geschenkten und empfangenen Vergebung kann auch heute noch Wunden heilen. Sie kann die Seelen stärken und die Herzen erfreuen inmitten der Mühen und Hindernisse, denen man auf dem Weg begegnet. <br /><br /><br />4 – Ein „Danke“ für das Spektakel der Kirchen, „die sich gegenseitig beschenken“<br /><br />Die sechs chinesischen Bischöfe, die aus Shanghai nach Rom gekommen waren, brachten dem Bischof von Rom Gaben mit, wie wir in dem kurzen Dokumentarfilm gesehen haben, der heute Vormittag gezeigt wurde. <br />Auch heute, in der neuen missionarischen Zeit, die wir erleben und die vom missionarischen Lehramt von Papst Franziskus und Leo XIV. geprägt ist, ist der Horizont, der vor uns liegt und den wir mit Dankbarkeit erkunden und annehmen können, der des „Austauschs von Gaben“ zwischen den Kirchen.<br />Der Horizont des „Geschenkaustauschs“ ist auch derjenige, der durch die jüngste Tagung zum Thema „Die Kirche der Garben“ angedeutet wurde, die von unserem Dikasterium organisiert und an dieser Universität ausgerichtet wurde.<br /><br />Das Bild der Garben, wie uns Erzbischof Fortunatus Nwachukwu immer wieder erklärt, stammt aus Psalm 126, dem Psalm derer, die unter Tränen säen und dann mit Jubel nach Hause zurückkehren und ihre Weizengarben mitbringen.<br />In vergangenen Zeiten haben unzählige Missionare das Evangelium fern ihrer Heimat gesät. Heute sind die Früchte dieser Aussaat sichtbar. Überall auf der Welt gibt es im Glauben lebendige Gemeinschaften, neue Berufungen und Gaben – so Erzbischof Fortunatus –, die „den gesamten Leib Christi bereichern“ können. Deshalb kann man eine „einseitige“ Sichtweise der missionarischen Beziehungen überwinden, bei der es auf der einen Seite „gebende Kirchen“ und auf der anderen Seite „empfangende Kirchen“ gibt: Jede Ortskirche hat Gaben zu bieten und Gaben zu empfangen, zum Wohle der gesamten kirchlichen Gemeinschaft.<br /><br />Es gibt viele Gaben und Schätze, die die Kirche in China mit allen Kirchen der Welt austauschen kann und bereits austauscht. Ein Austausch, der auch durch die immer häufigeren Begegnungen mit den chinesischen Bischöfen begünstigt wird. Was bis vor einigen Jahren noch undenkbar war, wird nun immer häufiger: chinesische Bischöfe nehmen an Synoden, an vom Papst einberufenen Treffen und auch an den von unserem Dikasterium organisierten Tagungen teil. <br />Ich möchte sagen, dass es für mich eine große Freude ist, diese auch physische Nähe zu erleben, die die Vertrautheit, das Vertrauen unter den Brüdern und die Möglichkeit gegenseitiger Hilfe wachsen lässt.<br />Ich bereite mich darauf vor, die Schwelle von 25 Jahren im Bischofsamt zu erreichen. Und Bruder Giuseppe Li Shan ist seit fast zwanzig Jahren Bischof von Peking. Wir haben so viele Gaben, die wir miteinander teilen können… Und die größte Freude entsteht, wenn wir erkennen, dass alle Gaben, die wir untereinander austauschen, Gaben Jesu sind.<br />Alle Gaben, die wir untereinander austauschen können, die wahren Gaben, jene, die das Herz erfreuen, kommen von Ihm, nicht von uns. Wir spielen mit seinen Gaben, wir „hantieren“ mit den Gaben, die von Ihm zu uns kommen, wie Kinder. Die mit den Geschenken spielen und untereinander die Geschenke austauschen, die sie von Mama und Papa erhalten haben.<br />So können wir Bischöfe entdecken, dass auch unsere Treue ein Geschenk ist, kein Ergebnis unserer Fähigkeiten, unserer Beharrlichkeit und unserer Leistungen . Wie es diejenigen erfahren, die wegen des Namens Christi in Situationen der Verfolgung leben.<br /><br />5 – Ein „Dankeschön“ für das Gebet der chinesischen Brüder am Grab des Apostels Petrus <br /><br />Mein innigstes und persönlichstes „Dankeschön“ habe ich mir für den Schluss aufgehoben, um eine große Freude mit euch allen zu teilen. <br />Vor hundert Jahren, wie während der Tagung mehrfach betont wurde, kamen die sechs chinesischen Bischöfe bis nach Rom, um am Grab des Apostels Petrus geweiht zu werden und Nachfolger der Apostel zu werden.<br />Morgen Vormittag, vor ihrer Abreise, können Bischof Li Shan, Bischof Ding Zuyao und weitere Personen gemeinsam am Grab des Petrus beten.<br />Das ist die schönste und tröstlichste Geste, die wir vollbringen können. Eine Geste, die unsere Reden und Vorträge einbezieht, die sonst Gefahr laufen, zu reinen Selbstfeierlichkeiten zu werden.<br /><br />Lasst uns füreinander beten, danken und den Weg der katholischen Kirche in China der Fürsprache des heiligen Apostels Petrus anvertrauen. <br /><br />Lasst uns für Papst Leo XIV. beten, lasst uns für die Brüder und Schwestern der Kirche in China und für das gesamte große chinesische Volk beten. <br /><br />Danke<br /><br /><br />Thu, 05 Nov 2026 16:51:31 +0100Der Bischof von Peking auf der Tagung über die ersten chinesischen Bischöfe: Verwurzelt in der lokalen Realität, mit offenem Herzen für die Katholizitäthttps://www.fides.org/de/news/78384-Der_Bischof_von_Peking_auf_der_Tagung_ueber_die_ersten_chinesischen_Bischoefe_Verwurzelt_in_der_lokalen_Realitaet_mit_offenem_Herzen_fuer_die_Katholizitaethttps://www.fides.org/de/news/78384-Der_Bischof_von_Peking_auf_der_Tagung_ueber_die_ersten_chinesischen_Bischoefe_Verwurzelt_in_der_lokalen_Realitaet_mit_offenem_Herzen_fuer_die_KatholizitaetRom – Wir veröffentlichen den Beitrag von Giuseppe Li Shan, Bischof von Peking, auf der internationalen Tagung „Das Antlitz der Weltkirche in China. 100 Jahre nach der Weihe der ersten chinesischen Bischöfe“ .<br /><br />§§§<br /><br /><br />Exzellenzen, <br />Brüder und Schwestern im Glauben,<br /> verehrte Experten und Wissenschaftler,<br />guten Morgen an alle!<br /><br />Als chinesischer Bischof ist es mir eine große Ehre, an dieser Tagung zum Gedenken an den hundertsten Jahrestag der Bischofsweihe der ersten sechs chinesischen Bischöfe teilzunehmen, und ich danke den Organisatoren von ganzem Herzen für die freundliche Einladung. Ich nutze diese Gelegenheit, um dieser Tagung im Namen der Kirche in China und der chinesischen Bischöfe meine herzlichsten Wünsche zu übermitteln, damit sie unter der Führung des Heiligen Geistes und dank unseres gemeinsamen Engagements reichlich Früchte tragen möge. Außerdem wünsche ich allen ehrenwerten Teilnehmern alles Gute für Leib und Seele.<br />Ich bin Bischof der Diözese Peking und selbst in Peking geboren. Peking war die erste Diözese in China. Im Jahr 1294 kam der Franziskanermönch Giovanni da Montecorvino, entsandt von Papst Nikolaus IV., nach Peking, um das Evangelium zu verkünden: So konnte das chinesische Volk die frohe Botschaft der Erlösung hören. Im Jahr 1307 wurde die Erzdiözese Khanbaliq, also Peking, errichtet. Mit dem Ende der Yuan-Dynastie verfiel jedoch auch die Kirche, die vor allem Beziehungen zu Fürsten und Adligen unterhielt, bis sie schließlich ganz verschwand.<br />Im Jahr 1601 gelang es dem Jesuiten Matteo Ricci, der von Rom aus aufgebrochen war, nach unzähligen Mühen endlich, sich in Peking am Xuanwu-Tor niederzulassen, wo er die erste Kirche der Stadt errichtete. Matteo Ricci hatte tief verstanden, dass die Verkündigung des Evangeliums Christi die Gesellschaft und Kultur des Ortes weder übergehen noch unterschätzen darf; im Gegenteil: Nur wenn man mit respektvoller Haltung von den lokalen kulturellen Traditionen ausgeht, kann der Same des Evangeliums Wurzeln schlagen, keimen, blühen und Frucht bringen. Es ist offensichtlich, dass Matteo Ricci dem missionarischen Geist des Apostels Paulus folgte, der sich „allen alles“ machte .<br />Diese von Matteo Ricci angewandte Methode der Evangelisierung, die sich an die chinesische Gesellschaft und Kultur anpasste, wurde als „die Regel des Matteo Ricci“ bezeichnet. Gerade dank dieser Methode konnte der Same des Heils Christi in diesem Land Peking Wurzeln schlagen und Frucht bringen. Meine Vorgänger im Glauben und ich selbst sind die Fortsetzung dieser Früchte.<br />Vor zwei Jahren fand hier anlässlich des hundertjährigen Jubiläums des Concilium Sinense, das in Shanghai begangen wurde, eine weitere Tagung zur Kirche in China statt. Das von Erzbischof Celso Costantini einberufene Konzil von Shanghai im Jahr 1924 beschäftigte sich eingehend mit den Methoden, die westliche Missionare nach den Opiumkriegen in China angewandt hatten, lehnte die falsche Praxis einer Kirche ab, die sich auf die politische Macht der westlichen Mächte stützte, und formulierte hinsichtlich der Kirche in China und ihrer Beziehungen zur chinesischen Politik und Kultur sowie zum chinesischen Volk zahlreiche Ideen und Vorschläge, die bis heute Gültigkeit haben, wodurch der Prozess der Sinisierung des Katholizismus wieder in Gang gesetzt wurde.<br />Gerade im Concilium Sinense von 1924 wurden die Ausbildung und der Einsatz des einheimischen Klerus in die Schlussdokumente aufgenommen: „Die katholische Kirche Gottes ist keinem Volk und keiner Nation fremd oder fremdartig; daher muss anerkannt werden, dass jedes Volk seine eigenen Amtsträger für die Spendung der Sakramente hat, damit diese ihr Volk unterweisen und anleiten, das göttliche Gesetz und die göttlichen Gebote anzunehmen.“ „Um die Missionen den Zeiten entsprechend zu betreuen und die Kirche in China sowohl im Diözesanklerus als auch im Ordensklerus vollständiger aufzubauen, soll man sich intensiv darum bemühen, chinesische Ordensberufungen zu fördern und zu pflegen.“<br />Die Einberufung des ersten Concilium Sinense hatte vor allem die Umsetzung des Geistes des Apostolischen Schreibens Maximum illud zum Ziel, das Papst Benedikt XV. am 30. November 1919 verkündet hatte. Dieses Dokument forderte die Missionsgebiete auf, einheimische Geistliche auszubilden und einzusetzen, um so Ortskirchen aufzubauen, die dem missionarischen Geist der Apostel authentisch entsprechen. Gleichzeitig erhoben Erzbischof Celso Costantini, Pater Vincent Lebbe, Ma Xiangbo und andere, die zutiefst unter den Missständen der damaligen Kirche in China litten, eindringlich ihre Stimme, um die Dringlichkeit der Gründung einer Ortskirche und der Ausbildung eines chinesischen Klerus zu verkünden: „Die Kirche Chinas den Chinesen!“ Diese Appelle standen voll und ganz im Einklang mit dem missionarischen Geist des Apostels Paulus.<br />Auch die westlichen Missionare, die zwischen dem Ende der Ming-Dynastie und dem Beginn der Qing-Dynastie erneut nach China kamen, erkannten die Bedeutung des einheimischen Klerus für die Entwicklung der Kirche. So unterbreitete beispielsweise Pater Jean Basset von den Pariser Auslandsmissionen, der Zeuge der zahlreichen Krisen war, die die Kirche in China damals durchlebte, verschiedene Vorschläge, darunter die Sinisierung des Klerus. Er war der Ansicht, dass die Kirche in China weder ein eigenes Glaubensverständnis noch eine eigene Leitungsfähigkeit entwickelt habe und nicht in der Lage sei, sich zu verselbstständigen, da sie vollständig von ausländischen Missionaren kontrolliert werde. Aus diesem Grund hielt Basset die Übersetzung der Heiligen Schrift ins Chinesische, die Sinisierung der Liturgie und die Ausbildung eines Klerus chinesischer Nationalität für notwendig und nicht länger aufschiebbar. Pater Basset machte sich daher daran, die Bibel ins Chinesische zu übersetzen, und schaffte es, einen Großteil des Neuen Testaments zu übersetzen.<br />Leider gab es neben dieser Strömung der Sinisierung der Kirche auch gegensätzliche Strömungen. Die wechselvollen Ereignisse rund um die Erhebung von Luo Wenzao, dem ersten chinesischen Bischof, zum Bischofsamt sind ein Beweis dafür. Bereits 1669 wurde Luo Wenzao aufgrund seiner hervorragenden Arbeit in der Evangelisierung als Bischof vorgeschlagen, doch Portugal widersetzte sich unter Berufung auf das Patronatsrecht, und die Weihe wurde ausgesetzt. Im Jahr 1674 wurde Luo Wenzao erneut zum Apostolischen Vikar von Nanjing ernannt, doch der Widerstand war nach wie vor groß, und die Weihe wurde bis 1685 verschoben. Von da an bis 1926, also über zweihundert Jahre lang, blieb das lokale Bischofsamt in der Kirche in China völlig unbesetzt.<br />Im 20. Jahrhundert wurde mit der Verkündung der Maximum illud und der hervorragenden Arbeit von Erzbischof Celso Costantini und Pater Vincent Lebbe der Weg zur Übertragung der Leitung der Kirche in China an chinesische Bischöfe wieder in Angriff genommen. Am 12. Dezember 1923 wurde Puqi in Hubei zur Apostolischen Präfektur erhoben, die dem chinesischen Klerus anvertraut wurde; anschließend wurden die Apostolischen Vikariate Anguo und Xuanhua in Hebei, Taizhou in Zhejiang, Fenyang in Shanxi und Haimen in Jiangsu errichtet. Trotz heftigen Widerstands konnten die chinesischen Bischöfe unter dem starken Druck des chinesischen Volkes, das nach nationaler Unabhängigkeit strebte, schließlich nach Rom reisen und in der Petersbasilika die Bischofsweihe empfangen.<br />Diese sechs Bischöfe – Zhao Huaiyi aus Xuanhua, Chen Guodi aus Fenyang, Hu Ruoshan aus Taizhou, Zhu Kaimin aus Haimen, Cheng Hede aus Puqi und Sun Dezhen aus Anguo – leisteten in der Folge einen unauslöschlichen Beitrag zur Entwicklung ihrer jeweiligen Diözesen und der Kirche in China sowie zur Inkulturation der Kirche und widerlegten damit endgültig die unbegründete These, der chinesische Klerus sei nicht in der Lage, die Herde seines eigenen Landes zu weiden.<br />Dennoch änderte sich die Situation einer von ausländischen Missionaren geleiteten und verwalteten Kirche in China durch die Weihe der sechs chinesischen Bischöfe nicht wesentlich. Die westlichen politischen Kräfte hatten sich noch nicht vollständig aus China zurückgezogen, und der Widerstand gegen die Inkulturation der Kirche war nach wie vor stark. Vor der Gründung der Volksrepublik China hatten von den 137 kirchlichen Bezirken in China nur 28 einen chinesischen Bischof, und von den 20 Erzbischöfen waren lediglich 3 Chinesen. Der chinesische Katholizismus hatte sich nicht wirklich von einer externen Herrschaft emanzipiert, war kein von den chinesischen Christen selbst geleitetes Werk geworden und hatte es noch nicht geschafft, sich vom Etikett der „ausländischen Religion“ zu befreien.<br />Die Gründung des Neuen China veränderte die Lage einer Kirche in China, die sich auf westliche politische Kräfte stützte, radikal. Unter Wahrung des Wesens des Glaubens und unter Beibehaltung der grundlegenden Lehre und der kanonischen Normen standen alle Christen vor der Frage, wie sich die Kirche im Rahmen der Politik und der Gesetze der chinesischen Regierung zur Religionsfreiheit am besten an eine neue Art von Beziehungen zwischen Staat und Religion mit chinesischen Merkmalen anpassen könnte. Gerade in diesem Zusammenhang unterstützten die chinesischen Katholiken gemeinsam mit dem gesamten chinesischen Volk das neue sozialistische China und schlugen den Weg der Liebe zum Vaterland und zur Kirche, der Unabhängigkeit, der Autonomie und der Selbstverwaltung ein. Im Einklang mit der von der jüngsten Bischofssynode vorgeschlagenen Synodalität werden die Angelegenheiten der Kirche in China vollständig gemeinsam vom Klerus, den Ordensfrauen und den chinesischen Gläubigen verwaltet, und die verschiedenen heiligen Werke der Kirche erleben eine blühende Entwicklung. Heute haben die über 80 Bischöfe der Kirche in China den ihnen von Jesus Christus anvertrauten pastoralen Dienst übernommen und weiden die Herde des Herrn auf dem alten chinesischen Boden.<br />Heute, anlässlich des hundertsten Jahrestags der Weihe der ersten sechs chinesischen Bischöfe, wollen wir sowohl den Weg der Kirche in China hin zur Sinisierung des Katholizismus feiern, der durch die Entstehung eines chinesischen Episkopats ermöglicht wurde, als auch an den beschwerlichen und mühsamen Weg der Sinisierung der Kirche in China erinnern, deren Früchte mit hohem Preis erkauft wurden. Wir dürfen die Geschichte nicht vergessen: Ohne das Licht, das aus der Geschichte kommt, können wir die Ausrichtung der Sinisierung, die heute von der Kirche in China vorangetrieben wird, nicht vollständig verstehen.<br />Als Hirte der Kirche in China halte ich einige Punkte für besonders wichtig für ihre Zukunft.<br />Zunächst einmal muss und kann die katholische Kirche, die von Jesus Christus gegründet wurde und nicht auf die Verfolgung irgender weltlicher Interessen ausgerichtet ist, eine authentische Begegnung und eine echte Integration mit der Gesellschaft und der Kultur des Ortes, an dem sie lebt, verwirklichen. Dies ist sowohl der missionarische Geist des Apostels Paulus als auch die Vision des Zweiten Vatikanischen Konzils über das Verhältnis zwischen Glaube und Kultur sowie zwischen Kirche und Welt. Die Kirche in China, die einst von kolonialen Strukturen geprägt war, hat damit eine noch tiefgreifendere Erfahrung gemacht: Genau darin liegt die Bedeutung der Sinisierung der Kirche, die wir heute vorschlagen.<br />Meiner Ansicht nach gehört die Umsetzung der Sinisierung des Katholizismus zum wesentlichen Kern der Kirche. Die Sinisierung des Katholizismus zielt nicht darauf ab, einen anderen Katholizismus zu schaffen, der sich von der Tradition entfernt, sondern eine authentisch katholische Kirche aufzubauen. Sie ist kein äußerer Zusatz zur katholischen Kirche, als wäre sie optional, den man vornehmen oder weglassen könnte, sondern ein der Katholizität der Kirche innewohnendes Erfordernis. Die Sinisierung des Katholizismus ist der Prozess, durch den die Katholizität der Kirche vom Abstrakten zum Konkreten, von der Leere zur Fülle, von der Unreife zur Reife übergeht. Wir müssen sie so verstehen: Die Sinisierung ist für die Kirche eine Gelegenheit, über sich selbst nachzudenken und sich an den heutigen sozialen und kulturellen Kontext Chinas anzupassen; diese Anpassung beeinträchtigt nicht nur nicht die Katholizität des christlichen Glaubens, sondern wird vielmehr von ihr gefordert und bietet einen geeigneten Ausgangspunkt, damit sie sich in der Teilkirche in China authentisch verwirklicht.<br />Zweitens: „Wo der Bischof ist, da ist die Kirche.“ Der Bischof ist zugleich derjenige, dem Jesus Christus seinen Auftrag anvertraut, und sein Weggefährte. Damit die Kirche vollkommen ist, muss der Bischof vor allem mit gutem Beispiel vorangehen, um sich so immer mehr zu vervollkommnen. Heute legt die Kirche in China besonderen Wert auf die kirchliche Disziplin und übt eine strenge und ganzheitliche Leitung der Kirche aus, damit sich der gesamte chinesische Klerus an Christus ausrichtet und vor der Welt zur Ehre Gottes und zum Wohl der Menschen wirkt.<br />Unser Glaube, der von Jesus Christus stammt, ist stets eng mit der Übernahme von Verantwortung gegenüber der heutigen Gesellschaft verbunden. Sowohl die biblische Tradition als auch die Lehre der Päpste fordern uns auf, „uns den rechtmäßigen Autoritäten zu unterwerfen, denn sie sind von Gott eingesetzt“. Die Verfassung und die Gesetze des Staates sind als Ausdruck des allgemeinen Willens die grundlegende Garantie für die soziale Ordnung und die Rechte der Bürger. Als katholischer Bischof bin ich der Ansicht, dass die Einhaltung der staatlichen Gesetze nicht als äußerer Zwang betrachtet werden darf, sondern als natürlicher Ausdruck des inneren Glaubens und als getreue Umsetzung des evangelischen Gebots: „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört.“ Die Gesetze des Staates und die Normen der Kirche stehen nicht nur nicht im Widerspruch zueinander, sondern ergänzen sich auf dem Weg zur Vervollkommnung des Menschen. Die staatlichen Gesetze legen die legitimen Grenzen religiöser Aktivitäten fest und gewährleisten in vollem Umfang die normale evangelisierende und seelsorgerische Tätigkeit der Kirche sowie die legitimen Rechte der Gläubigen; was die kirchenrechtlichen Normen betrifft, so leiten sie die Gläubigen dazu an, ihr moralisches Leben zu verbessern und im Geist des Glaubens die Gewohnheit der Gesetzestreue zu entwickeln.<br />Von Jesus Christus haben wir Amtsträger keine Anstellung erhalten, sondern eine heilige Berufung. Wie der Papst oft betont, verlangt dies, dass wir Gott jeden Tag unseres Lebens darbringen und ihn als Weg der Heiligung leben. „Erweist euch als heilig und seid heilig, weil ich heilig bin“ : Gottes Berufung fordert uns auf, die Heiligkeit in der Welt zu bewahren, uns von jeder Sünde und Versuchung fernzuhalten, die Lehre des Evangeliums zu bezeugen und allen mit reinem Herzen und reinem Verhalten zu dienen. Mit Blick auf die Gegenwart sind in der Kirche aufgrund der durch den modernen Individualismus und Hedonismus verursachten Verrohung der Seelen tatsächlich Phänomene der Schwäche in den Glaubensidealen und einer Lockerung der Disziplin zu beobachten, die dem Bild, das die Kirche der Gesellschaft vermitteln sollte, schweren Schaden zufügen. Die Kirche in China hat heute die Erneuerung der kirchlichen Sitten zu einer ihrer vorrangigen Aufgaben gemacht, um der Kirche wieder ein gutes Ansehen in der Gesellschaft zu verschaffen. In diesem Zusammenhang behalten der heilige Franziskus, der vor achthundert Jahren starb, und die von ihm vorgeschlagene authentisch Lebensweise im Glauben auch für unsere Zeit eine große Bedeutung.<br />Schließlich unterscheidet sich die Kirche in China im Glauben in nichts von allen anderen Kirchen der Welt. In den letzten zwei Jahren haben die chinesischen Bischöfe an der Bischofssynode und an zwei wichtigen Tagungen in Rom teilgenommen, natürlich neben weiteren Initiativen des internationalen Austauschs. All dies hat zweifellos unser gegenseitiges Kennenlernen und die Brüderlichkeit unter uns Bischöfen im Herrn Jesus Christus vertieft. Eine umfassendere Gemeinschaft zwischen den Kirchen der Welt wird sicherlich dem Aufbau einer Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft für die Menschheit zugutekommen.<br />Heute schreiten die großen Veränderungen, wie sie seit einem Jahrhundert nicht mehr gesehen wurden und die die Welt derzeit durchläuft, in rasantem Tempo voran, und die Herausforderungen betreffen jeden Bereich: von der traditionellen internationalen Sicherheitsordnung bis hin zum gemeinsamen traditionellen Ethos der Menschheit, wie etwa die Frage nach dem Verhältnis zwischen künstlicher Intelligenz und dem Menschen, die Papst Leo XIV. besonders am Herzen liegt. Heute ist keine einseitige Kraft auf der Welt in der Lage, diese schwerwiegenden Herausforderungen anzugehen und zu lösen; nur mit dem Bewusstsein eines gemeinsamen menschlichen Schicksals und mit der Methode des „gemeinsamen Weges“ können wir auf dem richtigen Weg voranschreiten. China, das mit der chinesischen Modernisierung die große Wiedergeburt der chinesischen Nation ganzheitlich fördert, ist ein China im Wandel, ein friedliebendes China, ein China, das bestrebt ist, mit allen Freundschaft zu schließen. Das Gleiche gilt für die Kirche in China: Wir möchten in einer Haltung des Respekts, des Dialogs und der Gemeinschaft mit allen Schwesterkirchen der Welt, die Glieder des einen Leibes sind, „gemeinsam voranschreiten“, um gemeinsam das vollkommene Evangelium zu bezeugen, das Jesus Christus uns anvertraut hat.<br />Hochwürdige Exzellenzen, Brüder und Schwestern im Glauben, verehrte Experten und Wissenschaftler, die Weihe der ersten sechs chinesischen Bischöfe war für die Kirche in China ein richtiger Schritt in Bezug auf die kirchliche Leitung und ein richtiger Schritt bei der Sinisierung der Kirche! Im Geiste des Zweiten Vatikanischen Konzils wird die Kirche in China weiterhin nach Wegen der Integration des christlichen Glaubens in die chinesische Gesellschaft und Kultur suchen und das Denken und die Praxis der Sinisierung der Kirche weiter vertiefen, damit sich die Katholizität des Evangeliums Christi in einer Kirche in China, die sich ständig wandelt, weiterentwickelt und an Reife gewinnt, immer vollkommener entfalten kann.<br /><br />Vielen Dank an alle!<br /><br /><br />Thu, 05 Nov 2026 15:43:20 +0100Kardinal Parolin auf der Tagung über die ersten chinesischen Bischöfe: Die kirchliche Gemeinschaft ist die „grundlegende Leitlinie“, an der sich das Wirken des Heiligen Stuhls orientierthttps://www.fides.org/de/news/78381-Kardinal_Parolin_auf_der_Tagung_ueber_die_ersten_chinesischen_Bischoefe_Die_kirchliche_Gemeinschaft_ist_die_grundlegende_Leitlinie_an_der_sich_das_Wirken_des_Heiligen_Stuhls_orientierthttps://www.fides.org/de/news/78381-Kardinal_Parolin_auf_der_Tagung_ueber_die_ersten_chinesischen_Bischoefe_Die_kirchliche_Gemeinschaft_ist_die_grundlegende_Leitlinie_an_der_sich_das_Wirken_des_Heiligen_Stuhls_orientiertRom – Wir veröffentlichen den Text der Ansprache von Kardinal Pietro Parolin, Staatssekretär Seiner Heiligkeit, auf der internationalen Tagung „Das Antlitz der Weltkirche in China. 100 Jahre nach der Weihe der ersten chinesischen Bischöfe“ <br /><br />§§§<br /><br />ehr geehrte Kardinäle,<br />Liebe Brüder im Bischofsamt,<br />Liebe Priester, Ordensleute und Seminaristen,<br />Verehrte Referenten,<br />Meine Damen und Herren,<br /><br />Mit großer Freude gedenke ich heute gemeinsam mit Ihnen des hundertsten Jahrestags der Weihe der ersten sechs chinesischen Bischöfe. Es handelt sich dabei tatsächlich um die ersten der Neuzeit, nach dem Einzelfall von Gregor Luo Wenzhao im Jahr 1685. Der heutige Anlass wird durch die Anwesenheit zweier Mitbrüder aus der Volksrepublik China unter uns noch freudiger: S.E. Mons. Giuseppe Li Shan, Erzbischof von Peking, und S.E. Mons. Ignazio Ding Zuyao, der kürzlich zum Bischof von Haimen geweiht wurde, einem der Bistümer, die den 1926 geweihten Bischöfen anvertraut wurden. Gerne möchte ich hier ihre Namen nennen: Giuseppe Hu Ruoshan, Apostolischer Vikar von Taizhou, Simone Zhu Kaimin, Apostolischer Vikar von Haimen; Filippo Zhao Huaiyi, Apostolischer Vikar von Xuanhua; Melchiorre Sun Dezhen, Apostolischer Präfekt von Lixian, Odorico Chen Hede, Apostolischer Präfekt von Puqi;<br />Luigi Chen Guodi, Apostolischer Vikar von Fenyang. Ihre Weihe markierte zweifellos einen entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte der katholischen Mission in China, war aber auch ein Moment von besonderer Intensität im Hinblick auf die Verbundenheit zwischen der Weltkirche und der Ortskirche:<br />Nachdem sie den Glauben an ihren jeweiligen Herkunftsorten angenommen hatten, empfingen die sechs neuen Hirten nach einer langen Reise die Vollkommenheit des Priestertums aus den Händen des Nachfolgers Petri selbst, um anschließend erneut in ihre Heimat entsandt zu werden mit dem Auftrag, dort die Herde Christi zu weiden und das Evangelium weiter zu verbreiten.<br />Um die Tragweite dieses Ereignisses und die darin enthaltene ekklesiologische Bedeutung voll und ganz zu verstehen, ist es hilfreich, kurz auf die Entscheidungen und die Vision dessen einzugehen, der dessen Verwirklichung nachdrücklich angestrebt hatte.<br /><br />Tatsächlich war es das entschlossene Eingreifen von Papst Pius XI. zu Beginn des Jahres 1926, das den Vorbereitungen für die Weihe der ersten chinesischen Bischöfe in Rom einen entscheidenden Impuls verlieh. Papst Ratti räumte einige Bedenken aus, die bei den Beratungen der Missionare und bei der Abwägung durch die Römische Kurie aufgekommen waren, und besiegelte eigenhändig die Entscheidung, sechs Diözesen des Landes – die zum Teil eigens für diesen Anlass errichtet worden waren – einheimischen Hirten anzuvertrauen. „Seine Heiligkeit unser Herr entschied, dass man auf jeden Fall weitermachen müsse, da man sonst niemals etwas Gutes und Solides erreichen werde“[1]: Mit diesen Worten beschreibt eine Notiz von Kardinal van Rossum, dem damaligen Präfekten der Kongregation De Propaganda Fide, die entschiedene Haltung, die Pius XI. während der ihm zu diesem Anliegen am 4. Februar jenes Jahres gewährten Audienz zum Ausdruck brachte. Tatsächlich lässt schon ein kurzer historischer Rückblick erkennen, wie zentral die Entscheidungen und die Person des Papstes selbst für die Ereignisse waren, die zur Weihe der ersten aus China stammenden Bischöfe im Vatikan führten.<br /><br />Verschiedene Faktoren hatten dazu beigetragen, die Sichtweise von Pius XI. auf die Zukunft der Missionsarbeit zu prägen und seine Zuneigung zum asiatischen Kontinent sowie zu dem, was damals als Fernost bezeichnet wurde, zu stärken. Vor allem sah sich das Bewusstsein für den universellen Charakter der katholischen Kirche in den 1920er Jahren mit den tiefgreifenden Veränderungen konfrontiert, die die Erfahrungen des Ersten Weltkriegs mit sich gebracht hatten. Die Erinnerung an diese ungeheure Tragödie hatte in der Tat tiefe Spuren im gesellschaftlichen Leben, in den internationalen Beziehungen und vor allem im weltlichen wie auch im religiösen Denken hinterlassen. Bereits Benedikt XV. hatte in seinem Apostolischen Schreiben Maximum illud aus dem Jahr 1919, das als Magna Charta der zeitgenössischen katholischen Missionsarbeit gilt, die Mission der Kirche nach dem Krieg auf besondere Weise neu definiert. Dieses Dokument hob drei zentrale Punkte hervor: die Ablehnung des Kolonialismus, verbunden mit einer Kritik an der Verbindung, die sich in gewisser Weise zwischen den Auslandsmissionen und den nationalen Interessen der westlichen Mächte etabliert hatte; die Förderung des einheimischen Klerus, damit die Kirche nirgendwo als fremd wahrgenommen würde; die notwendige Dimension der Mission mit dem Auftrag, nicht „ein Menschenreich zu verbreiten , sondern das Christi“[2]. Auf dieser Grundlage wurde in den Jahren des nachfolgenden Pontifikats von Pius XI. die pax christiana, zu deren Verfechterin sich die Kirche bereits im 19. Jahrhundert in Europa als Gegengewicht zur zunehmenden Gewalt des Klassenkonflikts gemacht hatte, dazu geführt, ihre Bedeutung zu erweitern, indem sie die soziale und eurozentrische Perspektive überwand, um sich auf den breiteren Kontext der internationalen Gemeinschaft auszudehnen und so das Thema des friedlichen Zusammenlebens zwischen verschiedenen Nationen und Kulturen aufzugreifen. In der Sichtweise von Pius XI. fand die fortschreitende Krise des Alten Kontinents, für die der Erste Weltkrieg ein exemplarisches Beispiel war, ihre Antwort in der weltweiten Öffnung gegenüber anderen Völkern, die ebenfalls dazu bestimmt waren, in das Reich Christi einzufließen und an der daraus resultierenden Befriedung teilzuhaben. Infolgedessen wurde der seit Beginn des Jahrhunderts anhaltende erneuerte missionarische Eifer unter dem Pontifikat von Papst Ratti nach neuen Gesichtspunkten und Leitlinien umgestaltet. Eines der bedeutendsten Merkmale in diesem Zusammenhang war die veränderte Wertschätzung der außereuropäischen Völker, insbesondere der asiatischen. Gerade in der Predigt, die er am 28. Oktober 1926 anlässlich der Weihe der sechs chinesischen Bischöfe hielt, verwendete der Papst Ausdrücke wahrer Wertschätzung für ihr Land, das er als „grenzenlose Gebiete, in denen seit der fernsten Antike die Literatur und die Künste blühten“[3] beschrieb. Es handelt sich um eine radikal andere Sichtweise als die der „populi in tenebris et in umbra mortis sedentes“, die bis dahin – auch im katholischen Umfeld – die allgemeine Wahrnehmung nichtchristlicher Zivilisationen geprägt hatte. Diese neue Sichtweise sorgte – unter Beibehaltung einer missionarischen Tätigkeit, die fest auf die Verbreitung des Glaubens und des Namens Christi ausgerichtet war – für den Übergang von einer Vorstellung, die auf einer einzigen, als wahrhaftig angesehenen Zivilisation beruhte – die daher verbreitet und weitergegeben werden musste – hin zu einem Pluralismus der Zivilisationen – von denen jede ihre eigene, wenn auch unvollkommene, Gültigkeit besitzt –, was komplexere Bemühungen um Begegnung und gegenseitigen Dialog erforderte. Dieses neuartige Missionsmodell wurde in der Enzyklika Rerum Ecclesiae, die Pius XI. am 28. Februar 1926 verkündete – wenige Monate vor der Ankunft der sechs chinesischen Bischöfe in Rom zu ihrer Weihe –, aufgegriffen und mit Nachdruck dargelegt. Das Dokument bekräftigt eindeutig einige Grundpfeiler der katholischen Mission, die, auch wenn sie heute selbstverständlich erscheinen mögen, damals wirklich innovativ waren: Der einheimische Klerus wurde nicht mehr als bloßes Hilfselement betrachtet, sondern ihm wurde die volle Verantwortung für die kirchliche Leitung übertragen; die Ausbildung einheimischer Bischöfe wurde zu einem strukturellen Ziel und einer notwendigen Voraussetzung für die künftige Stabilität der Kirche; die lokalen Ordensgemeinschaften waren aufgerufen, ein integraler Bestandteil dieses Projekts zu sein, um eine flächendeckende missionarische Organisation zu gewährleisten; schließlich wurde das Bewusstsein dafür gestärkt, wie wichtig die Kenntnis der Mentalität und die Wertschätzung der lokalen Kultur für eine wirksame Weitergabe des Glaubens waren.<br /><br />In diesem Sinne wurde die Mission in China zur treibenden Kraft und zum Vorreiter auch für andere Regionen, sowohl in Asien als auch auf weiteren Kontinenten, die bald darauf dasselbe Missionsmodell übernahmen.<br />Und die Entscheidungen von Pius XI. wurden in China mit wahrhaft großer Begeisterung aufgenommen, wie aus einem Bericht hervorgeht, den Monsignore Celso Costantini, damals Apostolischer Delegat in Peking, am 18. August 1926 an Propaganda Fide sandte: „Die Enzyklika Rerum Ecclesiae, […] die Ernennung der sechs chinesischen Bischöfe und ihre Weihe in Rom haben einen tiefgreifenden Eindruck hinterlassen: Es ist, als wäre ein elektrischer Schlag durch die Missionen gegangen, der die Gemüter wiederbelebt und sie auf einen neuen Weg gelenkt hat. […] Mit der Ernennung der sechs chinesischen Bischöfe hat der Papst eine historische Epoche endgültig abgeschlossen und eine neue eingeleitet“[4].<br /><br />Die missionarische Weitsicht des Papstes und seine pastorale Entschlossenheit trugen somit entscheidend zum glücklichen Ausgang der Geschichte der ersten sechs chinesischen Bischöfe der Neuzeit bei. Liest man jedoch die Zeilen der kurzen Predigt, die der Papst an jenem 28. Oktober 1926 hielt, so wird auch zweifelsfrei die persönliche und zutiefst spirituelle Verbindung deutlich, die er zu diesen ersten Söhnen Chinas, die in die bischöfliche Würde erhoben wurden, herstellen wollte. Zunächst einmal erklärt der Papst, er habe beschlossen, dass die Feier an demselben Tag stattfinden solle, an dem er selbst sieben Jahre zuvor die Bischofsweihe empfangen hatte: eine Übereinstimmung, die er als „eine überaus kostbare Gnade“ bezeichnet, für die er Gott stets dankbar sein werde[5]. Anschließend unterstreicht er mit besonderer Nachdrücklichkeit die symbolische Bedeutung des für den Ritus gewählten Rahmens: „Wir haben euch nämlich in diese Stadt, das Zentrum der christlichen Religion, gerufen, um euch in der erhabenen Würde dieses dem Petrus geweihten Gotteshauses zu weihen – euch, die ihr als Erste und Keime des chinesischen Episkopats […] von hier aus in eure Regionen zurückkehren müsst; von hier aus, so sagen wir, wo die Quelle jedes Apostolats entspringt“[6].<br />Schließlich fasst er die durch diesen Anlass geschaffene Verbindung im Glauben auf emotionaler Ebene zusammen: „Ihr seid gekommen, ehrwürdige Brüder, um Petrus zu sehen. […] Und Petrus hat euch mit großer Zuneigung empfangen“[7]. Es wird deutlich, dass dieser so bedeutende Moment nach dem Verständnis des Papstes nicht nur einer klugen Strategie der Missionsorganisation entsprach. Er war so gestaltet, dass er eine tiefere und ursprünglichere Realität zum Ausdruck brachte: die Verbindung zwischen dem Nachfolger Petri und den Nachfolgern der Apostel, in China wie in jedem Winkel der Welt, als konstitutives Element des kirchlichen Lebens, unverzichtbar für die Verkündigung Christi und entscheidend für die Anerkennung der Apostolizität des christlichen Zeugnisses.<br /><br />Seit den ersten Jahrhunderten des Bestehens der kirchlichen Gemeinschaft sind Papst und Bischöfe durch ein Band verbunden, das auf dem Auftrag Christi gründet und in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes genährt wird. So wie Petrus berufen war, seine Brüder zu stärken, so ist der Nachfolger Petri ein sichtbares Zeichen der Einheit für die Hirten der Kirche. Und die Bischöfe, die über die verschiedenen Länder der Welt verstreut sind, bleiben untereinander und mit dem Papst im selben Glauben, in derselben Sendung und in derselben Nächstenliebe vereint. Es gibt viele Kirchen, viele Stimmen und Gesichter der Völker; doch es gibt nur einen Leib Christi, dem alle zu dienen berufen sind.<br />In diesem wunderbaren göttlichen Plan sind das Petrusamt und die Sendung der Bischöfe keineswegs gegensätzliche Realitäten: Sie gehören zu einer einzigen kirchlichen Gemeinschaft. Die Bischöfe haben als Mitglieder des Apostolischen Kollegiums nicht nur die Sorge um ihre eigenen Diözesen, sondern tragen auch Mitverantwortung für die gesamte Kirche, die sollecitudo omnium Ecclesiarum[8].<br />Im Bischof von Rom hingegen nimmt diese universale Sorge eine besondere Intensität an, da sie mit der höchsten, vollen, universalen und unmittelbaren pastoralen Vollmacht über die gesamte Kirche verbunden ist, die von Christus übertragen wurde.<br />Das Amt des Nachfolgers Petri wird daher gegenüber den einzelnen Teilkirchen nicht als eine auswärtige Autorität ausgeübt, die von außen eingreift, sondern gehört untrennbar zu ihrem eigenen kirchlichen Leben.<br />Weit davon entfernt, eine Hegemonie politischer Art zu sein[9], offenbart diese dem Petrusamt innewohnende Präsenz in jedem Teil des Volkes Gottes eine wunderbare und wechselseitige Innigkeit zwischen der Weltkirche und den Teilkirchen: keine fremden oder bloß nebeneinander stehenden Realitäten, sondern innig verbundene Dimensionen der einen Kirche Christi[10]: So heißt es in der dogmatischen Konstitution Lumen gentium: „Kraft dieser Katholizität bringen die einzelnen Teile ihre eigenen Gaben den übrigen Teilen und der ganzen Kirche hinzu, so daß das Ganze und die einzelnen Teile zunehmen aus allen, die Gemeinschaft miteinander halten und zur Fülle in Einheit zusammenwirken.“[11].<br /><br />Auf dieser theologischen Grundlage ist die Verbindung, die sich so offensichtlich und symbolisch zwischen Pius XI. und den ersten sechs chinesischen Bischöfen hergestellt hat, auch für unsere heutige Zeit ein beredtes Zeichen.<br />Ich glaube, dass sich in diesem Zusammenhang mindestens zwei Denkanstöße skizzieren lassen. Was vor hundert Jahren geschah, verweist vor allem eindringlich auf das Thema der Gemeinschaft zwischen dem Papst und den katholischen Bischöfen in China. Der Heilige Stuhl hat dies stets als eine grundlegende Leitlinie – vielleicht sogar als das entscheidende Element schlechthin – bei der Ausrichtung seines Wirkens betrachtet. Von jenen vielversprechenden Anfängen am 28. Oktober 1926 bis heute, durch die komplexen Ereignisse hindurch, die die Weltgeschichte immer wieder geprägt haben, war jeder Schritt, den der Apostolische Stuhl in Richtung China unternommen hat, darauf ausgerichtet, diese Beziehung der Gemeinschaft und der wirksamen Kommunikation anzubieten und zu bewahren. Dabei gelten einige grundlegende Kriterien: die Notwendigkeit, dass die Einzelnen die Gemeinschaft wirklich wünschen und dass die äußeren Bedingungen gegeben sind, damit sie zum Ausdruck kommen kann; das Bewusstsein, dass die Kommunikation zwischen den Bischöfen und dem Papst „nicht den politischen Kampf an sich reißen" darf, "um die möglichst gerechte Gesellschaft zu verwirklichen. Sie kann und darf nicht sich an die Stelle des Staates setzen. Aber sie kann und darf im Ringen um Gerechtigkeit auch nicht abseits bleiben." [12]; schließlich das Bewusstsein, dass für den Papst alle Getauften gleichermaßen Kinder Gottes sind, ganz gleich, welche Entscheidungen sie nach bestem Gewissen im konkreten historischen und politischen Kontext treffen müssen. Besonders bedeutsam sind in diesem Zusammenhang die Worte von Papst Franziskus, die er 2018 nach der Unterzeichnung des Vorläufigen Abkommens über die Ernennung von Bischöfen verfasste und die von der Freude und der Fürsorge zeugen, die der Papst für die pastorale Verbundenheit mit den in China lebenden Brüdern aufbringt: „Ihr sollt wissen, dass ich, seit mir das Petrusamt anvertraut wurde, großen Trost darin gefunden habe, dass ich das aufrichtige Verlangen der chinesischen Katholiken erleben durfte, ihren Glauben in vollkommener Gemeinschaft mit der universalen Kirche und dem Nachfolger Petri zu leben“[13]. Daraus, so glaube ich sagen zu können, entspringt auch der Wunsch für die Zukunft: dass die Gemeinschaft, die heute zweifellos in wesentlicher Weise zwischen dem Papst und allen Bischöfen in der Volksrepublik China besteht, auf einem schrittweisen und gemeinsamen Weg immer konkretere Formen finden möge, um sich zu manifestieren, zu nähren und zu festigen.<br /><br />Ein zweiter Denkanstoß betrifft die Auswirkungen, die dieses Band der Gemeinschaft hervorbringt. Am Tag der Weihe der sechs Bischöfe schloss Pius XI. seine Predigt mit einem eindringlichen Auftrag: „Das Wort Christi, des Herrn, kann in dieser feierlichen Stunde zu Recht auch an euch vom Stellvertreter Christi gerichtet werden: ‚Erhebt euer Haupt und blickt auf die Felder – eure unermesslichen Felder –, die bereits vor Ernte weiß leuchten‘; und weiter: ‚Geht auch ihr in meinen Weinberg‘; und überdies: ‚Geht, predigt, lehrt, tauft, segnet. Denn ich habe euch erwählt, damit ihr hingeht und Frucht bringt, und damit eure Frucht Bestand habe‘“[14]. Dies war ein Auftrag, der in gewisser Weise über den jeweiligen Moment hinausging und den Beginn eines allgemeineren Wandels markierte: Auch wenn das Wirken der westlichen Missionare noch lange Zeit einen unschätzbaren Beitrag zum Wachstum der chinesischen Kirche leistete, begann damals eine Zeit der zunehmenden Eigenverantwortung der dortigen Katholiken. Genau ein Jahrhundert nach jenem Tag können auch wir mit derselben Freude wie Pius XI. bekräftigen, dass heute die chinesischen Katholiken und insbesondere ihre Bischöfe dazu berufen sind, Träger der Mission in China zu sein. Ihnen kommt die Ehre und die Verantwortung zu, das Erbe dieses historischen Weges anzutreten, um die Protagonisten des kirchlichen Lebens und mit stets neuem Elan die Förderer der Evangelisierung ihres Landes zu sein. Darin liegt der Grund für die tiefe Zuneigung, mit der der Heilige Stuhl stets auf sie und das ihnen anvertraute Volk blickt, in aufrichtiger Bereitschaft, sie auf diesem Weg zu begleiten und zu unterstützen.<br /><br />Gemeinschaft und Mission erweisen sich somit als untrennbare Aspekte des kirchlichen Lebens, heute wie damals, in China wie im Rest der Welt: Ohne den Elan der Mission bleibt die Gemeinschaft statisch und läuft sogar Gefahr, zu erlöschen; ohne die lebenswichtigen Bindungen der Gemeinschaft hingegen zerfällt die Mission in tausend unfruchtbare Strömungen.<br />Zum Abschluss dieses kurzen Exkurses möchte ich die Worte wiederholen, mit denen Papst Leo vor wenigen Tagen den hundertsten Jahrestag des Weltmissionssonntags feiern wollte, der einst von Pius XI. ins Leben gerufen wurde. Ich mache sie zu meinem besonderen Wunsch für die Zukunft der Kirche in China: „Im Zentrum der Mission steht das Geheimnis der Vereinigung mit Christus. Vor seinem Leiden betete Jesus zum Vater: »Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein« . In diesen Worten wird der tiefste Wunsch Jesu, unseres Herrn, und zugleich die Identität der Kirche sichtbar, die die Gemeinschaft seiner Jünger ist, die aus der Dreifaltigkeit hervorgeht und aus und in der Dreifaltigkeit lebt, im Dienste der Geschwisterlichkeit aller Menschen und der Harmonie mit allen Geschöpfen. […] Die Einheit der Jünger ist kein Selbstzweck: Sie ist auf die Sendung ausgerichtet. Jesus sagt dies ganz klar: »Damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.« . Erst im Zeugnis einer versöhnten, geschwisterlichen und solidarischen Gemeinschaft entfaltet die Verkündigung des Evangeliums ihre volle kommunikative Kraft»[15].<br />[1] Willem Marinus van Rossum, Notiz, 4. Februar 1926, in: Historisches Archiv der Propaganda Fide, Neue Reihe, Bd. 902, Blatt 66.<br />[2] Benedikt XV., Apostolisches Schreiben Maximum illud, 30. November 1919.<br />[3] Pius XI., Predigt Iam finis, 28. Oktober 1926, in Acta Apostolicae Sedis, Bd. 18, 1926, S. 432.<br />[4] Celso Costantini, Brief an Kardinal Willem Marinus van Rossum, 18. August 1926, im Historischen Archiv de Propaganda Fide, Neue Reihe, Band 899, Blätter 918–919.<br />[5] Pius XI., Predigt Iam finis, S. 433.<br />[6] Ebd.<br />[7] Ebd.<br />[8] Kongregation für die Glaubenslehre, Überlegungen Der Primat des Nachfolgers Petri im Geheimnis der Kirche, 31. Oktober 1998, 6.<br />[9] Eibenda, 7.<br />[10] Eibenda, 6.<br />[11] Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 21. November 1964, 13.<br />[12] Benedikt XVI., Enzyklika Deus caritas est, 25. Dezember 2005, 28.<br />[13] Franziskus, Botschaft An die chinesischen Katholiken und die Weltkirche, 26. September 2018, 3.<br />[14] Pius XI., Predigt Iam finis, S. 433.<br />[15] Leo XIV., Botschaft Zum 100. Weltmissionssonntag, 18. Oktober 2026, 1–2.<br /><br /><br />Thu, 05 Nov 2026 15:20:15 +0100Leo XIV. auf der Tagung über die ersten chinesischen Bischöfe: Die Gemeinschaft erblüht aus dem Glauben der Apostelhttps://www.fides.org/de/news/78379-Leo_XIV_auf_der_Tagung_ueber_die_ersten_chinesischen_Bischoefe_Die_Gemeinschaft_erblueht_aus_dem_Glauben_der_Apostelhttps://www.fides.org/de/news/78379-Leo_XIV_auf_der_Tagung_ueber_die_ersten_chinesischen_Bischoefe_Die_Gemeinschaft_erblueht_aus_dem_Glauben_der_Apostel<p ><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/Paod6p3r9jA?si=6IUS70pK06Sh96HD" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p><br /><br />Rom – Wir veröffentlichen den Text der Videobotschaft von Papst Leo XIV. an die internationale Tagung „Das Antlitz der Weltkirche in China. 100 Jahre nach der Weihe der ersten chinesischen Bischöfe“ .<br />§§§<br /><br />Videobotschaft des Heiligen Vaters<br />anlässlich der internationalen Tagung, die vom Dikasterium für die Evangelisierung – Sektion für die Erstevangelisierung<br />in Zusammenarbeit mit der Päpstlichen Universität Urbaniana<br />„Das Antlitz der Weltkirche in China.<br />100 Jahre nach der Weihe der ersten chinesischen Bischöfe“<br /><br />Liebe Brüder, liebe Schwestern,<br />ich freue mich, mich an euch alle wenden zu dürfen, die ihr an der Tagung mit dem Titel „Das universale Antlitz der Kirche in China“ teilnehmt. Sie ist den Ereignissen rund um die ersten chinesischen katholischen Bischöfe gewidmet, die in der Neuzeit geweiht wurden und vor hundert Jahren, am 28. Oktober 1926, in der Petersbasilika durch Papst Pius XI. die Bischofsweihe empfingen.<br />Ihre Weihe war ein Ereignis von großer Bedeutung, nicht nur für den Weg der katholischen Kirche in China, sondern auch für die Weltkirche, wie der Titel eurer Tagung andeutet.<br />Sie waren mit dem Schiff von Shanghai aus aufgebrochen, um die Bischofsweihe aus den Händen des Nachfolgers Petri zu empfangen, und wir könnten die Gefühle, die sie auf dieser Reise beseelten, mit den Worten des heiligen Johannes von Ávila zusammenfassen: „Wenn du mich sendest, Herr, um das zu tun, was du getan hast, dann gib mir dein Herz“ .<br />In ihrer Reise sehen wir eine Metapher für den langen Weg, den die katholische Kirche in China bis zu jenem Tag zurückgelegt hatte – eine Frucht des großen missionarischen Elans, der für die 1920er Jahre des vergangenen Jahrhunderts charakteristisch war.<br />Im Jahr 1919 hatte Papst Benedikt XV. mit dem Apostolischen Schreiben Maximum illud den klaren Grundsatz bekräftigt, dass das missionarische Wirken der Kirche nicht mit Prozessen der Kolonisierung und des Exports von Ideen oder kulturellen Modellen verwechselt werden darf. Der Samen des Evangeliums wächst nämlich dort, wo er ausgestreut wird, nicht durch menschliche Pläne, sondern durch die Gnade Gottes. Und die Kirche, die aus der Mission und der ersten Verkündigung hervorgeht, nimmt gerne die Eigenschaften und Merkmale der Menschen und Völker an, unter denen sie berufen ist, in Liebe Zeugnis für Christus abzulegen.<br />Im Jahr 1924 war auf dem Konzil von Shanghai – dem ersten Generalkonzil der Kirche in China – die dringende Forderung laut geworden, die Leitung der Gemeinden und kirchlichen Bezirke bald lokalen chinesischen Priestern und Bischöfen zu übertragen. Die Initiative zu diesem Anliegen ging von den Missionsbischöfen selbst aus, die alle aus anderen Ländern stammten, unter der weitsichtigen Leitung des Apostolischen Delegaten, Erzbischof Celso Costantini. Es war angebracht, diesen Prozess einzuleiten und zu fördern, um dem Wesen der Kirche selbst treu zu bleiben, deren Einheit nicht in der Uniformität, sondern in einer Gemeinschaft in der Vielfalt besteht .<br />Im Volk Gottes umfasst der gemeinsame Glaube die Unterschiede und macht sich, wo immer möglich, die Merkmale der Einzelnen und der Völker zu eigen – mit einer Weite, die das Wirken Gottes widerspiegelt, der jeden mit seinen eigenen Besonderheiten aufruft. So lebt die Kirche inmitten der Völker in Freundschaft und mit Verständnis für deren Erwartungen und positiven Bestrebungen. Schon die Kirchenväter bezeugten dies und stellten freudig fest, dass der Glaube an Jesus und das Wirken des Heiligen Geistes Menschen aus unterschiedlichen und manchmal weit voneinander entfernten Kulturen, Sprachen, Zivilisationen und Nationen zu Brüdern und Schwestern machen.<br />In diesem Zusammenhang hatte ich kürzlich, als ich auf den großen Missionsbischof, den heiligen Toribio von Mogrovejo, Bezug nahm, Gelegenheit zu betonen, dass kein Hirte in der Kirche sich die Mission allein zuschreiben kann, sondern dass er sie in Gemeinschaft empfängt und ausübt, vereint mit dem Nachfolger Petri und allen anderen Nachfolgern der Apostel: die über die ganze Welt verteilten Bischöfe .<br />In diesem Licht ist es bewegend, an unsere sechs zukünftigen Bischöfe zu denken, die von Shanghai bis nach Rom kamen, um am Grab des Apostels Petrus die Bischofsweihe zu empfangen. Sie durchquerten die Welt, um Zeugnis abzulegen für die Gemeinschaft, die aus dem Glauben der Apostel erwächst und deren unverzichtbares Zeichen die Einheit jedes einzelnen Bischofs mit dem Bischof von Rom ist.<br />Es ist ein schönes, selbstloses, tröstliches Zeichen, eine befreiende Verbindung, eine Nähe, die Vertrauen schenkt, und vor allem eine Offenbarung des Geheimnisses des mystischen Leibes Christi, der, wie der heilige Paul VI. im Credo des Volkes Gottes schrieb, „kein anderes Leben besitzt als das der Gnade“. Darin liegt die Einzigartigkeit der Kirche gegenüber allen anderen sozialen und politischen Systemen und Organisationen, die die Gesellschaften und das Zusammenleben der Völker prägen und regeln.<br />Papst Benedikt XVI. schrieb in seinem Brief an die chinesischen Katholiken , dass „die katholische Kirche in China durch eine besondere Gnade des Heiligen Geistes nie des Dienstes rechtmäßiger Hirten beraubt worden, die die Apostolische Sukzession intakt bewahrt haben.“ .<br />Auf seine Worte folgten die von Papst Franziskus: „Die chinesischen Katholiken leben in der Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom in der Gegenwart. In dem Kontext, in dem sie leben, bezeugen sie ihren Glauben auch durch Werke der Barmherzigkeit und der Nächstenliebe, und in ihrem Zeugnis leisten sie einen echten Beitrag zur Harmonie des gesellschaftlichen Zusammenlebens, zum Aufbau des gemeinsamen Hauses.“ .<br />Wie so oft in der langen Geschichte der Kirche kann also der Blick in die Vergangenheit die Gegenwart erhellen. Vor hundert Jahren weckte die Reise von sechs Männern, die aus China nach Rom reisten, um Bischöfe der katholischen Kirche zu werden, bei vielen ihrer Landsleute Freude und Stolz und ließ Misstrauen, Argwohn und Feindseligkeit in Vergessenheit geraten. Heute, in einer Welt, die von Konflikten zerrissen und von Kriegen heimgesucht wird, setzt die Braut Christi dieselbe Mission fort und betet darum, dass der Herr angesichts aller Gefahren den Schatz der kirchlichen Gemeinschaft bewahre, diese fruchtbare Quelle des Guten und des Friedens für alle.<br />Ihr Lieben, ich wünsche euch viel Erfolg bei eurer Arbeit und segne euch von Herzen.<br /><br />Thu, 05 Nov 2026 14:55:01 +0100„Ihr seid gekommen, ehrwürdige Brüder, um Petrus zu sehen.“ Die Weihe der ersten sechs chinesischen Bischöfe im Jahr 1926, aus Berichten der damaligen internationalen Pressehttps://www.fides.org/de/news/78375-Ihr_seid_gekommen_ehrwuerdige_Brueder_um_Petrus_zu_sehen_Die_Weihe_der_ersten_sechs_chinesischen_Bischoefe_im_Jahr_1926_aus_Berichten_der_damaligen_internationalen_Pressehttps://www.fides.org/de/news/78375-Ihr_seid_gekommen_ehrwuerdige_Brueder_um_Petrus_zu_sehen_Die_Weihe_der_ersten_sechs_chinesischen_Bischoefe_im_Jahr_1926_aus_Berichten_der_damaligen_internationalen_Pressevon Marie-Lucile Kubacki<br /><br />Rom : „Silberne Trompeten verkünden den Einzug des Papstes in die Petersbasilika. Alle Augen richten sich auf sechs chinesische Priester, die bescheiden in der prächtigen Prozession voranschreiten.“ So beginnt der Jesuit Alfons Väth seinen Bericht in „Die katholischen Missionen“ vom Dezember 1926 mit dem Titel „Die Weihe der sechs chinesischen Bischöfe“.<br />Im Mittelpunkt des Berichts steht die Weihe, die Pius XI. am 28. Oktober an Filippo Zhao Huaiyi, Odorico Cheng Hede, Melchior Sun Dezheng, Louis Chen Guodi, Giuseppe Hu Ruoshan und Simone Zhu Kaimin vollzog.<br /> Das Bild, das die Berichterstattung begeistert, ist die Weihe einer Gruppe chinesischer Hirten in Rom durch den Papst am Grab des heiligen Petrus. Die deutsche und belgische Missionspresse, italienische und französische Zeitungen sowie die in China erscheinenden französischsprachigen Publikationen verfolgen die Vorbereitungen, die Reise und die Feier; ein Echo erreicht sogar Sydney, auf den Seiten von „The Catholic Press“ vom 17. Februar 1927.<br /><br />Ein Dampfer, „in den päpstlichen Farben geschmückt“<br /><br />Die Reise wird bereits im August vorbereitet. „Wir werden am 10. September von Shanghai aus aufbrechen und am 16. Oktober in Neapel ankommen; die Termine stehen fest“: So lautete das Programm, das Erzbischof Celso Costantini, Apostolischer Delegat in China, in einem Telegramm mitteilte, das am Abend des 7. August 1926 in Ningbo einging und im „Bulletin Catholique de Pékin“ des folgenden Septembers wiedergegeben wurde, in einem Bericht, der vom „Petit Messager de Ningpo“ vom August 1926 übernommen worden war. Das Telegramm kündigt noch die Weihe für den 24. Oktober an, bevor schließlich der 28. Oktober als endgültiges Datum festgelegt wurde.<br /><br />In Väths Bericht, der im Dezember 1926 in „Die katholischen Missionen“ veröffentlicht wurde, folgen die Abschiedsfeiern in Peking, Tientsin und Shanghai aufeinander. Am 10. September gehen die Auserwählten in Begleitung des Apostolischen Delegaten an Bord des „in den päpstlichen Farben geschmückten“ Dampfers; in Hongkong, Manila, Singapur und Penang bereiten die chinesischen Gemeinden Empfänge vor. Die Freude beschränkt sich nicht nur auf die Katholiken: Demselben Artikel zufolge würdigen auch die wichtigsten nichtchristlichen Zeitungen das Ereignis.<br />Die Ankunft des US-Dampfers „President Adams“ im Hafen von Neapel geht aus einem Zeitungsausschnitt vom Oktober 1926 hervor, der der Zeitung „Il Mattino“ zugeschrieben wird. Der Reporter schildert das lange Warten am Kai, die Anlegemanöver und den Dampfer, der nur wenige Meter vom Ufer entfernt bleibt. Als er endlich die Reisenden treffen kann, bemerkt er deren Kleidung: „Sie sind ganz in Schwarz gekleidet wie einfache Priester“.<br />Der Empfang, der ihnen entlang der Route zuteilwurde, kommt in dem Interview von Charles Pichon mit Bischof Filippo Zhao wieder zum Ausdruck, das am 5. Januar 1927 im „Journal de Pékin“ veröffentlicht wurde: Der Bischof erinnert darin daran: „In allen Häfen, die wir angelaufen haben, gab es einen ununterbrochenen Jubel zu Ehren der Söhne Chinas, die vom Oberhaupt der Weltkirche berufen wurden“ .<br /><br />Vom Kai in Neapel bis zu den Häfen Asiens berichten die Chroniken so von einer Reise nach Rom, auf der sich die Ehrung der Söhne Chinas mit der Dankbarkeit gegenüber dem Papst verflechtet.<br /><br />„Lebendige Steine“ auf dem Felsen Petri<br /><br />Schon vor der Abreise hatte Costantini auf die kirchliche Bedeutung dieser Reise hingewiesen. In seinem Brief vom 7. August 1926 an die Vikare und Apostolischen Präfekten Chinas, der im September 1926 im „Bulletin Catholique de Pékin“ veröffentlicht wurde, schreibt er, dass die Ernennung der sechs die „Katholizität oder Universalität der Kirche“ bestätige.<br /> Die Einladung des Papstes, der ihnen persönlich die Hände auflegen will, veranlasst ihn zu einem Verweis auf den ersten Petrusbrief: „Und ihr selbst als lebendige Steine, geht ein in das Haus, um einen geistlichen Tempel zu bilden.“ Es folgt in demselben Brief vom 7. August ein Satz, der die Entsendung der Missionare und die Aufnahme der neuen Hirten miteinander verbindet:<br /> „Durch den Stellvertreter Jesu Christi wurden seine ersten Missionare nach China entsandt, und nun kehren, in umgekehrter Richtung, die ersten Früchte des chinesischen Episkopats zum Stellvertreter Jesu Christi zurück.“ Die Rückkehr der in den chinesischen Gemeinden gereiften Früchte zum Nachfolger Petri: Das ist die vom Apostolischen Delegaten vorgeschlagene Lesart.<br />Auch in dem Brief an Pròspero Paris, den Apostolischen Vikar von Nanjing, datiert vom 4. August 1926 in Peking und veröffentlicht in derselben Ausgabe des „Bulletin Catholique de Pékin“, betont Costantini die Bedeutung der Wahl des Ortes. Der Papst beruft die neuen Bischöfe, „um sie mit eigener Hand am Grab des heiligen Petrus zu weihen“. In dieser Geste sieht der Apostolische Delegat ein Versprechen für die Kirche Chinas, die „auf festem Felsen erbaut“ ist, und zitiert die lateinische Formel: „Haec est domus Domini firmiter aedificata: bene fundata est super firmam petram“.<br /><br /><br />Das „Exultet“ der Monatszeitschrift „Il Prete Indigeno“<br /><br />In Italien begrüßt die Monatszeitschrift „Il Prete Indigeno“, Organ des Päpstlichen Werkes des Heiligen Apostels Petrus, das Ereignis in der Ausgabe vom Oktober 1926 mit dem Titel „Esultiamo!“ . Die nationale Leitung erkennt darin „ein großes Familienfest“ und betont, dass der Papst die Salbung „nicht in der Stille einer privaten Kapelle, sondern inmitten der Pracht der Vatikanischen Basilika“ vornehmen wollte, „damit die ganze Welt ihren Blick auf diese feierliche Bekräftigung der Katholizität der Kirche Christi richtet“. Das Gebet, das diese Begeisterung begleitet, richtet sich an die „neuen Nachfolger der Apostel“: Die Sprache der apostolischen Nachfolge ist dabei unmissverständlich.<br /><br />Die Wahl des Datums verbindet die Weihe der sechs zudem mit der persönlichen Geschichte von Pius XI. Giovanni Morsani berichtet im „Bulletin des Missions“ der Benediktiner von Saint-André in Belgien in der Ausgabe vom November-Dezember 1926 über die Predigt des Papstes. In dem vom Heiligen Stuhl veröffentlichten italienischen Text erklärt der Papst: „Wir haben beschlossen, dass dies an genau jenem Tag geschehen solle, an dem wir vor sieben Jahren die Bischofsweihe empfangen haben.“ Er erinnert an die empfangene Gnade und an die Dankbarkeit gegenüber Gott, dem „Spender alles Guten“. <br /><br /><br />Sieben Priester, eine betende Kirche<br /><br />Ein Bericht des Missionshistorikers Paul Lesourd für „Le Figaro“ beschreibt die beleuchtete und mit roten Vorhängen geschmückte Basilika; man hört die silbernen Trompeten, die Menge jubelt dem Papst zu. Doch die treffendste Beobachtung betrifft einen Moment der Schlichtheit zu Beginn der Messe: „Wären da nicht die weiße Kalotte und die päpstlichen Insignien von Pius XI., hätte man meinen können, es handele sich um sieben gewöhnliche Priester, die gemeinsam ihre Messe feiern.“ Lesourd geht dann auf die sechs am Boden liegenden Personen sowie auf den Papst, die Kardinäle und die Bischöfe ein, die während der Litaneien knieten. Diese Anrufungen, so schreibt er in seinem Bericht, vermittelten „eine Vorstellung von der Gemeinschaft der Heiligen“, den Eindruck, dass die gesamte Kirche im Gebet für die neuen Hirten versammelt sei.<br /><br />Giovanni Morsani beschreibt im „Bulletin des Missions“ vom November-Dezember 1926 die Apsis, den von Lichtern umgebenen Bernini-Stuhl und die sieben Kerzen auf dem Altar. Er zählt sechzehn Kardinäle auf und erwähnt die Anwesenheit von Pater Vincent Lebbe, dem er auch die Freude über die „silberne Priesterjubiläumsfeier“ zuschreibt; außerdem erinnert er an die beiden assistierenden Erzbischöfe, Carlo Cremonesi und Costantini. Eine Bildunterschrift zeigt den Papst, wie er auf dem Evangelienbuch den Treueeid jedes Gewählten entgegennimmt. Morsani berichtet von der Niederwerfung der Kandidaten und den Segnungen, die der Papst während der Litaneien spendete, sowie von der Handauflegung des Papstes und der assistierenden Erzbischöfe auf jeden der sechs. Seine Chronik begleitet den Ritus mit den Worten „Empfangt den Heiligen Geist“ und stellt ihn als die Verleihung der Fülle des Priestertums dar. Es folgen die Salbungen, die Übergabe des Hirtenstabs, des Rings und des Evangeliums, der Friedensgruß und die Feier der Messe gemeinsam mit dem Papst.<br /><br />Morsani selbst präzisiert, dass der Papst und die sechs die Kommunion aus derselben Hostie und demselben Kelch empfangen, wie es das Römische Pontifikale für die Weihe mehrerer Bischöfe vorschrieb. Väth schlägt in „Die katholischen Missionen“ vom Dezember 1926 eine Verbindung zu den christlichen Ursprüngen vor: Die Feier erinnere ihn an „das bewegende Zeugnis der Einheit und der christlichen Nächstenliebe, das die Bischöfe der Urkirche ablegten, indem sie einander den Leib des Herrn zusandten“. Zwei unterschiedliche Darstellungen deuten die liturgischen Gesten als Zeichen ein und derselben Gemeinschaft.<br /><br /><br />Die Umarmung des Petrus<br /><br /><br />Der Zusammenhang zwischen Rom und der den neuen Bischöfen anvertrauten Mission kommt vor allem in der Predigt von Pius XI. zum Ausdruck, die von Morsani im „Bulletin des Missions“ auf Französisch wiedergegeben wurde. „Der feierliche Ritus, mit dem wir euch hier am Grab der Apostel die Fülle des Priestertums verliehen haben, ist zu Ende“, beginnt der Papst. „Wir können die innere Freude nicht zurückhalten, die uns völlig erfüllt, wenn wir sehen, wie hier in Rom zum ersten Mal vom Papst Bischöfe des einheimischen chinesischen Klerus geweiht werden, die dazu bestimmt sind, verschiedene Apostolische Vikariate zu leiten und unter ihren Landsleuten den katholischen Glauben zu verbreiten sowie das Reich Christi unter ihnen auszubreiten. Dies ist ein wahrhaft segensreiches Vorhaben, das wir heute freudig zum Abschluss bringen können und das wir uns sehnlichst wünschen und mit Gottes Hilfe nach und nach auch in anderen Regionen umsetzen zu können“, fährt er fort.<br /><br />„Wir haben euch nämlich in diese Stadt, das Zentrum der christlichen Religion, gerufen, um euch in der erhabenen Heiligkeit und Majestät dieses dem Petrus geweihten Tempels zu weihen; ihr, die ihr als Erstlinge und neue Triebe des chinesischen Episkopats mit der bischöflichen Würde ausgezeichnet und mit den heiligen Mitren geehrt worden seid, sollt von hier aus in eure Regionen zurückkehren; von hier, so sagen wir, wo die Quelle jedes Apostolats entspringt“, betont er. „Ihr seid gekommen, ehrwürdige Brüder, um Petrus zu sehen; ja, ihr habt von ihm den Hirtenstab empfangen, den ihr auf euren apostolischen Wanderungen und zum Sammeln der Herde gebrauchen sollt. Und Petrus hat euch mit so großer Zuneigung aufgenommen, dass ihr eine nicht geringe Hoffnung gebt, die evangelische Wahrheit unter euren Mitbürgern zu verbreiten.“<br /><br />Er betont dann den Dienst am Volk: „Diese Mitbürger, die mit euch die Heimat teilen und in den weiten Regionen leben, in denen seit der fernsten Antike die Literatur und die Künste blühten, diese Mitbürger – insbesondere jene, deren Herz der Religion nicht fremd ist –, haben einstimmig die Entscheidung des Apostolischen Stuhls gelobt, und so, verehrte Brüder, haben insbesondere die Katholiken euch mit Zeichen der Freude und Zuneigung überhäuft und euch bei eurer Abreise nach Rom unter Beifallsrufen verabschiedet.“<br /><br />Der Bericht von „Le Gaulois“ vom 29. Oktober 1926 berichtet, dass dem Papst zweimal die Tränen die Stimme brachen, beim Gebet und bei der Ansprache an die neu Geweihten. Derselbe Text unterstreicht die Feinfühligkeit, mit der sie den Missionaren ihren Dank aussprachen.<br /> Edouard Devoghel erinnert in der französischen katholischen Wochenzeitschrift „La Vie Catholique“ vom 30. Oktober 1926 an die Fülle des Priesteramtes, das sieben Jahre zuvor in der Kathedrale von Warschau von demjenigen empfangen wurde, der damals Monsignore Achille Ratti, Nuntius in Polen, war und den die Welt heute als Nachfolger Petri verehrt. Devoghel fasst die abschließende Umarmung dann in einem Bild zusammen: „die mystische Umarmung, mit der der Papst von Rom die gesamte Kirche Chinas väterlich umarmt“.<br /><br />Morsani beschreibt die sechs Männer, die beim Gesang des „Te Deum“ durch die Versammlung gehen und den Segen erteilen, sowie den Papst, der jeden einzelnen aufrichtet und an seine Brust drückt; anschließend das Gebet am Grab der Heiligen Simon und Judas und am Petrusgeständnis.<br /><br /><br />Die Kirche der Anfänge und die Interviews auf Latein<br /><br /><br />Am 23. Oktober 1926, vor der Weihe, veröffentlichte die Mailänder Zeitung „La Sera“ ein Interview mit Monsignore Zhu. Der Journalist, der ihn befragte, wird nicht namentlich genannt, doch ein Detail ist eindeutig: „Das Interview fand auf Latein statt.“<br />Der zukünftige Bischof wird gefragt, welche Vorteile die Anwesenheit chinesischer Hirten mit sich bringen werde: „Zunächst einmal wird sie dazu beitragen, das Vorurteil abzubauen, dass die katholische Religion eine fremde Religion sei“, antwortet er.<br /><br />Zhu bringt die Hoffnung auf eine Beziehung zum Ausdruck, die auf der gemeinsamen Zugehörigkeit zum chinesischen Volk beruht. „Wir, die einheimischen Bischöfe, hoffen, vor allem aus Liebe zur Volkszugehörigkeit respektiert zu werden“, heißt es in „La Sera“ vom 23. Oktober. In dem Interview wird die Möglichkeit aufgezeigt, die Nähe der Kirche zur Bevölkerung besser sichtbar zu machen.<br /><br />Ein weiteres Interview, verfasst von Charles Pichon und veröffentlicht im „Journal de Pékin“ am 5. Januar 1927, verortet das Treffen mit Bischof Filippo Zhao im Haus der Auslandsmissionen in Paris. Daraus ergibt sich das Bild eines Mannes, der laut dem Journalisten Französisch ohne Lehrer gelernt hatte.<br /><br />„Ich habe Ihre Sprache selbst gelernt“, sagt er uns, „und zwar über das Lateinische“, berichtet der Bischof. Im selben Interview trennt Zhao die Förderung chinesischer Seelsorger nicht von der Dankbarkeit gegenüber den Europäern: „Wir wissen, was wir ihnen schulden, was wir ihnen noch schulden werden, und wir gehören nicht zu denen, denen diese Dankbarkeit schwerfällt.“ Eine ähnliche Sichtweise kommt in dem Artikel von Msgr. Jean Baptiste de Guébriant zum Ausdruck, der für „Le Gaulois“ verfasst und am 4. Januar 1927 in „L’Écho de Tientsin“ abgedruckt wurde. Der Oberste der Auslandsmissionen beschreibt darin den Übergang von den Bekehrten zu den Gemeinden, von den Gemeinden zu den Missionen und Diözesen bis hin zu einer chinesischen Kirche „im Schoß der Weltkirche“.<br />Das Bild der Urkirche taucht schließlich erneut in dem von N. Rivan verfassten Artikel „Die Rückkehr von Monsignore Hayasaka“ im „Bulletin des Missions“ vom September-Oktober 1928 auf. Der Autor erinnert an die Besuche der neuen Bischöfe aus dem Fernen Osten, Chinesen und Japaner, und vergleicht sie mit den Reisen der Bischöfe der Antike, die ihre Brüder im Bischofsamt grüßten und den fernen Kirchen Nächstenliebe brachten.<br /><br /><br />Es ist dieselbe Gemeinschaft, die die Chroniken von 1926 durch den Klang der Trompeten, die Handauflegung, das Abendmahl und die Umarmung des Nachfolgers Petri sichtbar machen wollten. <br /> <br />Wed, 04 Nov 2026 16:31:58 +0100ASIEN/BANGLADESCH - Streikende Textilarbeiter: Bischof Gomes: „Sie fordern einen fairen Lohn, um in Würde leben zu können“https://www.fides.org/de/news/78376-ASIEN_BANGLADESCH_Streikende_Textilarbeiter_Bischof_Gomes_Sie_fordern_einen_fairen_Lohn_um_in_Wuerde_leben_zu_koennenhttps://www.fides.org/de/news/78376-ASIEN_BANGLADESCH_Streikende_Textilarbeiter_Bischof_Gomes_Sie_fordern_einen_fairen_Lohn_um_in_Wuerde_leben_zu_koennenvon Paolo Affatato<br /><br />Dhaka – „Der Lohn reicht nicht aus, um die grundlegenden Lebenshaltungskosten der Familien zu decken: Viele Arbeiter in der Textil- und Bekleidungsindustrie leben unter sehr schwierigen Bedingungen, obwohl sie einen Arbeitsplatz haben. Manche können sich nicht einmal leisten, ihre Kinder zur Schule zu schicken.“ Dies berichtet Monsignore Subroto Boniface Gomes, Weihbischof der Erzdiözese Dhaka, gegenüber Fides und kommentiert damit die Proteste, die seit Tagen die Textilbranche in Bangladesch erschüttern. Tausende Arbeiter fordern eine Erhöhung des monatlichen Mindestlohns, der mittlerweile als unzureichend gilt, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Die Mobilisierung rückt die Lebensbedingungen von Millionen von Arbeitern wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, die einen der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes stützen.<br /><br />Die Proteste, die am 1. November begannen, haben sich auf die zentralen Industriegebiete rund um die Hauptstadt Dhaka ausgeweitet, insbesondere auf Gazipur, Savar, Ashulia und Mirpur. Tausende von Arbeitern streikten und blockierten Straßen und Verkehrsadern, was zu Produktionsausfällen führte. In mehreren Fällen kam es zu Zusammenstößen mit den Ordnungskräften, die Tränengas und Blendgranaten einsetzten, um die Demonstranten zu vertreiben. Es gab Verletzte, Festnahmen sowie Schäden an Fahrzeugen und Fabrikgebäuden. Nach Angaben der Branchenverbände haben an einem einzigen Tag fast 700 Fabriken den Betrieb eingestellt oder einen Ruhetag ausgerufen.<br /><br />Die Arbeiter fordern, dass der monatliche Mindestlohn von derzeit 12.500 Taka auf 30.000 Taka angehoben wird, was mehr als einer Verdopplung entspricht. Der derzeitige Betrag war im November 2023 festgelegt worden und trat am 1. Dezember desselben Jahres in Kraft. Die Forderung nach einer Anpassung ist durch den Anstieg der Preise für Lebensmittel, Mieten, Transport und Gesundheitsdienstleistungen begründet. Die jährliche Inflationsrate in Bangladesch erreichte im September 2026 laut Angaben des Nationalen Statistikamtes 8,34 %.<br />Die Regierung kündigte die Bildung einer sechsköpfigen Kommission an, die mit der Überprüfung der Lohnstruktur in der Textilbranche beauftragt ist. Die Initiative hat jedoch bislang die Proteste in einem für das gesamte Land wichtigen Sektor nicht gestoppt: Die Bekleidungsindustrie beschäftigt rund vier Millionen Menschen, überwiegend Frauen, und erwirtschaftet über 80 % der Exporteinnahmen Bangladeschs, das nach China der zweitgrößte Bekleidungsexporteur der Welt ist.<br /><br />„Es gibt ein Phänomen der Ausbeutung von Arbeitnehmern. Der derzeitige Mindestlohn gehört international zu den niedrigsten in diesem Sektor, während die Textilindustrie einen entscheidenden Sektor für die nationale Wirtschaft darstellt“, bemerkt Monsignore Gomes. Der Bischof verweist auf die Kluft zwischen dem gesetzlichen Lohn und den tatsächlichen Lebenshaltungskosten: Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation „Global Living Wage Coalition“ liegt der geschätzte existenzsichernde Lohn für eine Familie in der Stadt Dhaka bei etwa 30.000 Taka pro Monat – ein Wert, der unter Berücksichtigung der Ausgaben berechnet wurde, die eine Familie benötigt, um in Würde zu leben, und nicht nur als bloße Existenzsicherungsgrenze. „Die Arbeiter sagen, dass das Gehalt nicht ausreicht, um die grundlegenden Familienausgaben zu decken: Miete, Ernährung, Gesundheitsversorgung und Bildung. Unter diesen Umständen wird es sogar schwierig, die Kinder zur Schule zu schicken“, berichtet Msgr. Subroto gegenüber Fides.<br /><br />Bischof Gomes erinnert an die Proteste und Reformforderungen nach dem Einsturz des Rana Plaza, eines Gebäudes, in dem mehrere Textilfabriken untergebracht waren. Der Einsturz ereignete sich am 24. April 2013 in Savar und kostete über tausend Menschen das Leben. Nach dieser Tragödie wurden strengere Kontrollen und Standards für die Sicherheit von Gebäuden und Arbeitsstätten eingeführt: „In den letzten zehn Jahren wurden Fortschritte im Bereich der Sicherheit erzielt, doch die Lohnfrage bleibt ein strukturelles Problem“, bemerkt er.<br /><br />Der Bischof bringt die Situation der bangladeschischen Arbeiter auch mit den internationalen Dynamiken der sogenannten „Fast Fashion“ in Verbindung, jenem Geschäftsmodell, das auf der beschleunigten Produktion von Billigkollektionen und einem ständigen Produktwechsel basiert: „Der Druck der westlichen Märkte und der großen Marken, immer niedrigere Preise zu erzielen, wirkt sich auf die gesamte Lieferkette aus. Das Risiko der Ausbeutung ist auf den untersten Ebenen der Produktion besonders groß, auch aufgrund des Systems der Untervergabe.“<br /><br />Die Frage betrifft also nicht nur das Verhältnis zwischen Arbeitnehmern, Unternehmen und der Regierung von Bangladesch: „Die Proteste“, so betont er, „sind nicht nur eine interne Angelegenheit des Landes: Sie sind das Ergebnis eines globalen Systems, in dem die großen Modemarken von sehr niedrigen Produktionskosten profitieren, während diejenigen, die die Produkte tatsächlich herstellen, Mühe haben, von ihrem Lohn zu leben.“<br />Der Bischof verweist daher auch auf die Verantwortung der Verbraucher und der internationalen Öffentlichkeit: „Die Arbeiter fordern von der Regierung, einzugreifen, aber es bedarf auch eines Bewusstseinswandels und eines Verantwortungsbewusstseins seitens der internationalen Öffentlichkeit. Die Marken müssen ihren Zulieferern fairere Preise zahlen, damit diese den Arbeitern menschenwürdige Löhne garantieren können.“<br />Die Mobilisierung der letzten Tage macht einen Widerspruch deutlich: Ein Sektor, der Bangladesch eine führende Rolle im weltweiten Bekleidungshandel sichert, stützt sich weiterhin auf die Arbeit von Millionen von Menschen, die nicht in der Lage sind, die Grundbedürfnisse ihrer Familien zu decken. Vor diesem Hintergrund erhebt die Ortskirche ihre Stimme, um die Würde jedes Menschen zu verteidigen, auch wenn es in der Textilbranche nicht viele christliche Arbeiter gibt: „Die Würde der Arbeit und das Recht auf eine angemessene Entlohnung sind nicht nur wirtschaftliche Fragen, sondern betreffen die soziale Gerechtigkeit und die Möglichkeit, eine humanere Gesellschaft aufzubauen“, schließt der Bischof.<br /><br /><br />Wed, 04 Nov 2026 16:17:44 +0100AMERIKA/ARGENTINIEN - Im Vorfeld des Treffens mit Papst Leo XIV.: Der Aufruf des Bischofs von La Rioja zu Arbeit und Teilhabehttps://www.fides.org/de/news/78377-AMERIKA_ARGENTINIEN_Im_Vorfeld_des_Treffens_mit_Papst_Leo_XIV_Der_Aufruf_des_Bischofs_von_La_Rioja_zu_Arbeit_und_Teilhabehttps://www.fides.org/de/news/78377-AMERIKA_ARGENTINIEN_Im_Vorfeld_des_Treffens_mit_Papst_Leo_XIV_Der_Aufruf_des_Bischofs_von_La_Rioja_zu_Arbeit_und_TeilhabeLa Rioja – Eine Botschaft, die die Einheit stärkt, den Dialog fördert und das Vertrauen in die Möglichkeit nährt, gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Das erwartet der Bischof von La Rioja und Vorsitzende der Bischofskommission für Sozialpastoral , Dante Braida, vom bevorstehenden Besuch von Papst Leo XIV. in Argentinien, insbesondere im Hinblick auf das Treffen mit Vertretern der Arbeitswelt, das für Montag, den 9. November, an der Katholischen Universität Argentiniens geplant ist.<br /><br /><br />„Wir hoffen auf eine klare Botschaft, die uns hilft, die Einheit, den Dialog und das Vertrauen in die Möglichkeit zu stärken, Gemeinsamkeiten zu finden und zusammen die Zukunft zu gestalten“, erklärte der Bischof in einer von der Diözese La Rioja verbreiteten Mitteilung.<br /><br />An dem Treffen werden etwa tausend Personen teilnehmen, darunter Arbeitnehmer, Gewerkschaftsführer, Unternehmer kleiner, mittlerer und großer Unternehmen, Vertreter sozialer Bewegungen sowie Vertreter der Wissenschaft.Wie aus der dem Fidesdienst vorliegenden Mitteilung hervorgeht, wird es Bischof Braida obliegen, das Treffen zu eröffnen und dem Papst das Tagesprogramm vorzustellen, das auch fünf Erfahrungsberichte aus verschiedenen Bereichen der Arbeitswelt vorsieht. „Ich werde dem Papst diese Veranstaltung vorstellen, vor allem, um ihm zu danken, denn in seiner Enzyklika ‚Magnifica Humanitas‘ geht er gezielt auf das Thema Arbeit und die Veränderungen ein, die diese aufgrund neuer Technologien durchläuft“, erklärte der Bischof. In seiner Ansprache will Braida zudem auf die wachsende Sorge um die Arbeitslosigkeit im Land und auf die Notwendigkeit eines gemeinsamen Engagements hinweisen, um „eine bessere Welt zu schaffen, in der es mehr Arbeit für alle gibt, vor allem für die jungen Generationen“.Die Termine des Prälaten beginnen am Sonntag, dem 8. November, im Palacio San Martín, wo er gemeinsam mit dem Exekutivausschuss der Argentinischen Bischofskonferenz unter der Leitung des Erzbischofs von Mendoza, Marcelo Colombo, den Mitgliedern des Ständigen Ausschusses sowie Vertretern der nationalen, provinziellen und gesetzgebenden Behörden an der offiziellen Begrüßungszeremonie teilnehmen wird. Am folgenden Tag wird er den Papst zu dem in Claypole geplanten Treffen mit Vertretern der Behindertengemeinschaft begleiten. Am Nachmittag wird er an der Feier der Vesper in der Metropolitankathedrale teilnehmen, zusammen mit den Gruppen und Teams, die sich im synodalen Weg engagieren. Braida bestätigte zudem, dass drei Vertreter der Diözese La Rioja Teil der Delegation sein werden, die an der Veranstaltung zur synodalen Dimension der Kirche teilnimmt. Nach der Ehrung von Papst Franziskus in der Kathedrale werden die Bischöfe gemeinsam mit Leo XIV. zu Abend essen. Der Prälat bezeichnete dieses Treffen als „den Moment des direktesten Kontakts des gesamten Episkopats mit dem Papst“.Der Besuch hat für den Bischof auch eine persönliche Bedeutung, die mit einer Erinnerung an seine Jugend verbunden ist. Er war nämlich 19 Jahre alt, als er 1987 in Córdoba die Gelegenheit hatte, den Besuch des heiligen Johannes Paul II. in Argentinien mitzuerleben. „Wir Jugendlichen der Kapuzinerkirche waren daran beteiligt, entlang der Avenida Vélez Sarsfield eine Menschenkette zu bilden. Mit 19 Jahren hatte ich zumindest die Möglichkeit, ihn vorbeiziehen zu sehen und an einer Eucharistiefeier teilzunehmen“, erinnerte er sich. Eine Erfahrung, die heute im Licht seines bischöflichen Dienstes eine noch tiefere Bedeutung annimmt: „Für mich ist das besonders wichtig. Wir Bischöfe sind die direkten Mitarbeiter des Papstes; dieser Besuch ist eine große Gnade, die den Weg, den wir täglich gehen, bestätigt und bestärkt.“<br /><br />Zu den Aspekten, die Braida am meisten beeindruckt haben, gehört auch der Verweis von Leo XIV. auf den seligen Enrique Angelelli , der zusammen mit dem heiligen Maximilian Kolbe und Monsignore Óscar Romero als einer der „Märtyrer der Brüderlichkeit und der Gerechtigkeit“ in Erinnerung geblieben ist. „Die Erwähnung Angelellis in diesem Zusammenhang stellt eine sehr wichtige Anerkennung für eine Persönlichkeit dar, die sich für eine partizipative und missionarische Kirche eingesetzt hat“, betonte der Bischof. Sollte er die Gelegenheit haben, den Papst persönlich zu begrüßen, möchte Braida ihm gerade für diese besondere Aufmerksamkeit danken: „Ich möchte dies als Bischof von La Rioja und im Namen des gesamten Volkes von La Rioja tun.“<br /><br />Abschließend betonte der Prälat, dass die Bedeutung des päpstlichen Besuchs nicht in den Feierlichkeiten und Begegnungen erschöpft sein werde, die während des Aufenthalts des Papstes auf dem Programm stehen, sondern sich in einem Weg widerspiegeln müsse, der auch in Zukunft fortgesetzt werde.<br /> „Der Besuch umfasst eine Vorbereitungsphase, das eigentliche Ereignis und anschließend die Aufnahme der Botschaften, deren Vertiefung sowie den Dialog mit den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft, auch mit jenen, die andere Standpunkte und Ideen vertreten“, erklärte er.<br /><br />Braida verwies daraufhin auf die Bedeutung von Teilhabe und Mitverantwortung beim Aufbau der Zukunft des Landes und hob hervor, dass die notwendigen gesellschaftlichen Veränderungen die Einbeziehung aller erfordern: „In unserer Gesellschaft gibt es verschiedene Bereiche, die erneuert oder umgestaltet werden müssen. Dies erfordert eine breite und überzeugte Beteiligung der Bürger, nicht nur der Behörden, sondern des gesamten Volkes.“<br /><br />Eine Aufforderung also, den Besuch von Leo XIV. nicht nur als kirchliches Ereignis zu betrachten, sondern auch als Gelegenheit, den Dialog zwischen Kirche und Gesellschaft wiederzubeleben, die Herausforderungen der Arbeitswelt anzugehen und gemeinsame Wege der sozialen Gerechtigkeit und der Hoffnung zu fördern, mit besonderem Augenmerk auf die jungen Generationen.<br /><br /> Wed, 04 Nov 2026 16:10:54 +0100ASIEN/LIBANON - Maronitischer Priester ermordethttps://www.fides.org/de/news/78378-ASIEN_LIBANON_Maronitischer_Priester_ermordethttps://www.fides.org/de/news/78378-ASIEN_LIBANON_Maronitischer_Priester_ermordetBeirut Pater Samir Mikhael Daou, ein maronitischer Priester aus Ain Jrain im Bezirk Jbeil, wurde am 29. Oktober in seiner Wohnung ermordet aufgefunden.<br /><br />Nach Angaben der libanesischen Behörden und Berichten lokaler Medien war der Priester am Nachmittag des 28. Oktober verschwunden. Das letzte Signal seines Mobiltelefons wurde gegen 13 Uhr in der Stadt Jbeil empfangen, danach war das Gerät ausgeschaltet.<br /><br />Seine Leiche, mit deutlichen Blutspuren, wurde im zweiten Stock eines ihm gehörenden Hauses in Ain Jrain gefunden.<br /><br />Der Priester soll erstochen und seiner persönlichen Gegenstände beraubt worden sein, darunter seine Brieftasche, sein Handy und sein Auto.<br /><br />Die libanesischen Sicherheitskräfte haben sofort Ermittlungen aufgenommen, dabei das Material der Überwachungskameras ausgewertet und die Fahrtroute des gestohlenen Fahrzeugs rekonstruiert.<br /><br />Der Verdacht richtete sich von Anfang an auf einen Saisonarbeiter syrischer Staatsangehörigkeit, der von den lokalen Medien als der 22-jährige Arkan al-Naddaf identifiziert wurde und den Pater Samir zur Hilfe bei der Olivenernte eingestellt hatte. Der Verdächtige wurde von den libanesischen Behörden festgenommen und soll laut Presseberichten das Verbrechen während des Verhörs gestanden haben.<br /><br />Pater Samir war in den Pfarreien von Hsoun und Ferhet tätig und dafür bekannt, sein Leben dem Dienst an Gott und der Gemeinschaft mit Demut und Liebe gewidmet zu haben. Im Jahr 2023 hatte Pater Daou über die schwierigen Bedingungen geschrieben, unter denen die christlichen Gemeinden in den Bergpfarreien lebten, in denen er gedient hatte – geprägt vom wirtschaftlichen Zusammenbruch, von Abwanderung und den zahlreichen Schwierigkeiten des Alltags.<br /><br />Pater Daou stammte aus Ain Jrain, war etwa 62 Jahre alt, verheiratet und Vater eines Sohnes und dreier Töchter.<br /><br />Der maronitische Patriarch Bechara al-Rai verurteilte das, was er als „grausames Verbrechen“ bezeichnete, und forderte die Sicherheits- und Justizbehörden auf, den Vorfall vollständig aufzuklären und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.<br /><br />„Wir fordern die zuständigen Sicherheits- und Justizbehörden auf, die Ermittlungen mit der gebotenen Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit durchzuführen, die Umstände dieses Verbrechens vollständig aufzuklären, die Wahrheit festzustellen, die Verantwortlichen zu identifizieren und sie vor Gericht zu stellen, mit dem Ziel, die Menschenwürde zu wahren, die Gerechtigkeit zu verteidigen und jeglicher Verletzung der Unantastbarkeit des menschlichen Lebens ein Ende zu setzen.“<br /><br />Auch Michel Aoun, maronitischer Eparch von Jbeil, drückte in einer Erklärung sein tiefes Beileid zum Tod von Pater Daou aus. Monsignore Aoun dankte zudem den Sicherheitskräften für ihren Einsatz und forderte die Bevölkerung auf, sich verantwortungsbewusst und besonnen zu verhalten und gleichzeitig die Verbreitung unbestätigter Informationen zu vermeiden. <br /><br /> <br /><br />Wed, 04 Nov 2026 16:02:42 +0100Zwei Bischöfe aus China in Rom: Die beste Art, die ersten chinesischen Bischofsweihen vor 100 Jahren zu feiernhttps://www.fides.org/de/news/78371-Zwei_Bischoefe_aus_China_in_Rom_Die_beste_Art_die_ersten_chinesischen_Bischofsweihen_vor_100_Jahren_zu_feiernhttps://www.fides.org/de/news/78371-Zwei_Bischoefe_aus_China_in_Rom_Die_beste_Art_die_ersten_chinesischen_Bischofsweihen_vor_100_Jahren_zu_feiernvon Pater Paul HAN Qingping SVD<br /><br />Peking – Chinesische Bischöfe zu sehen, die „ganz normal“ an den Aktivitäten des Heiligen Stuhls teilnehmen, ist die beste Art, den hundertsten Jahrestag der ersten chinesischen Bischofsweihen zu begehen, die am 28. Oktober 2026 in Rom in der Vatikanischen Basilika stattfanden. Das schreibt der Steyler Missionar Pater Paul Han Qingping in seinem vielgelesenen Blog. <br /><br />Im Folgenden veröffentlichen wir eine Übersetzung des Beitrags von Pater Han. <br /><br />§§§<br /><br />Bekanntlich jährte sich am 28. Oktober zum hundertsten Mal die Bischofsweihe der sechs chinesischen Bischöfe, die 1926 in Rom durch Papst Pius XI. selbst vollzogen wurde.<br /><br />Hundert Jahre später ist es keineswegs von geringem Interesse für die Gegenwart, dieses für die Kirche in China epochale Ereignis auf verschiedene Weise zu gedenken. Im Gegenteil: Angesichts des vorläufigen Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und China über die Ernennung von Bischöfen gewinnt dieses Ereignis von vor hundert Jahren heute starke Aktualität.Vor 341 Jahren wurde der Dominikanerbischof Luo Wenzao , nachdem ihm eine künstlich herbeigeführte Verzögerung von gut elf Jahren auferlegt worden war, schließlich 1685 zum Bischof geweiht und wurde damit der erste Bischof chinesischer Nationalität.Auch die Weihe der sechs chinesischen Bischöfe vor hundert Jahren konnte erst nach der Verkündung des Apostolischen Schreibens „Maximum illud“ von Benedikt XV. und nach der Ankunft des ersten Apostolischen Delegaten, Erzbischof Celso Costantini, sowie im Anschluss an die Einberufung des „Primum Concilium Sinense“ im Jahr 1924 in Shanghai.<br /><br />Gerade im Geiste des Prinzips der „Inkulturation und lokalen Verwurzelung der Kirche“ wurde dieses Ereignis möglich. Wenn wir heute sowohl der Weihe von Bischof Luo Wenzao als auch der Weihe der sechs chinesischen Bischöfe gedenken, die 1926 geweiht wurden, feiern wir im Grunde dasselbe Ereignis: „Endlich können Chinesen Bischöfe der Kirche in China werden.“ Das 2018 unterzeichnete vorläufige Abkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China über die Ernennung chinesischer Bischöfe zielt hingegen darauf ab, die Frage zu klären, „wie die Kandidaten für das Bischofsamt in China ermittelt und ausgewählt werden sollen“. Die Kernpunkte der beiden Ereignisse haben im Kontext der historischen Entwicklung unterschiedliche Tragweite und Auswirkungen angenommen. Das zentrale Thema bleibt jedoch stets das der „chinesischen Bischöfe“. Es gibt Elemente der Kontinuität, aber auch Unterschiede!<br /><br />Was die Art und Weise betrifft, dieses Jubiläum zu begehen, so gibt es vielfältige Möglichkeiten: Konferenzen und Seminare unterschiedlicher Ebene und Größe zu organisieren; Artikel unterschiedlichen Inhalts und unterschiedlicher Länge zu verfassen; Videos mit Bildern und Fotomontagen zu erstellen ; die Eucharistie an den Geburts- und Wirkungsorten der sieben oben genannten Bischöfe zu feiern; Gedenkfeiern an ihren Gräbern zu organisieren und so weiter.<br />All dies sind angemessene, vernünftige und voll und ganz gerechtfertigte Formen des Gedenkens.<br />Meiner Meinung nach gibt es jedoch keine bessere Art, dieses Jubiläum zu begehen, als zu sehen, wie die chinesischen Bischöfe auf „normale“ Weise an den Aktivitäten des Heiligen Stuhls teilnehmen!<br /><br /><br />In meinem Artikel über die Wahl von Kardinal Luis Antonio Tagle zum Dekan des Kardinalskollegiums habe ich einen Screenshot eines Berichts von Fides mit dem Titel „Vom ‚außergewöhnlichen Ereignis‘ zur gewöhnlichen Präsenz: Chinesische Bischöfe nehmen an den Aktivitäten des Heiligen Stuhls teil“ veröffentlicht.<br /> Bei dieser Gelegenheit habe ich auch die Teilnahme von zwei chinesischen Bischöfen erwähnt, die auf Einladung von Papst Leo XIV. nach Rom gereist waren, um an den Gedenkveranstaltungen zum zehnten Jahrestag der Veröffentlichung des nachsynodalen Apostolischen Schreibens *Amoris Laetitia* teilzunehmen, mit Treffen, die der Reflexion darüber gewidmet waren, wie die Seelsorge und die Begleitung von Paaren und Familien, die sich in schwierigen Situationen und Notlagen befinden, wirksamer gefördert werden können.<br /><br />Dies war nach den Jahren 2018, 2023 und 2024 eine weitere Gelegenheit, bei der zwei chinesische Bischöfe gemeinsam mit den Vorsitzenden der Bischofskonferenzen aus aller Welt, den Leitern der Dikasterien des Heiligen Stuhls und Vertretern der Laien an einem Treffen teilnahmen.<br /><br />Bei den genannten früheren Anlässen handelte es sich um die erste und zweite Sitzung der XVI. Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode .<br /><br />Bei diesen Anlässen konnten die chinesischen Bischöfe – wenn auch für unterschiedlich lange Zeiträume – am selben Ort mit ihren Mitbrüdern aus aller Welt diskutieren, ins Gespräch kommen und Erfahrungen austauschen; zudem hatten sie bei einigen Gelegenheiten die Möglichkeit, dem Papst nahe zu sein.<br /><br />Darüber hinaus reiste Giuseppe Shen Bin, Bischof der Diözese Shanghai, am 21. Mai 2024 nach Rom, um an den Feierlichkeiten und Veranstaltungen teilzunehmen, die anlässlich des hundertjährigen Jubiläums des „Primum Concilium Sinense“ in Shanghai organisiert wurden.<br /><br />Nun hat Fides anlässlich der internationalen Tagung mit dem Titel „Das Antlitz der Weltkirche in China: der hundertste Jahrestag der Weihe der ersten sechs chinesischen Bischöfe“, die am Donnerstag, dem 5. November, an der Päpstlichen Universität Urbaniana in Rom stattfindet, die Teilnahme von Giuseppe Li Shan, Bischof von Peking, und von Ignazio Ding Zuyao, Bischof von Haimen, der vor weniger als einem Monat geweiht wurde, angekündigt.<br /> Wir können diese Teilnahme als ein weiteres Zeugnis für die fortschreitende „Normalisierung“ der Präsenz chinesischer Bischöfe bei den Aktivitäten des Heiligen Stuhls betrachten.<br /><br />Gerade im Lichte der historischen und aktuellen Fragen, die das Leben der Kirche in China in den letzten drei Jahrhunderten begleitet haben – „Können Chinesen Bischöfe der Kirche in China werden?“ und „Wie sollen die Kandidaten für das Bischofsamt in China ausgewählt werden?“ – ist es von besonderer Bedeutung zu beobachten, wie sich seit der Unterzeichnung des vorläufigen Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und China über die Ernennung von Bischöfen und seinen drei nachfolgenden Verlängerungen die Teilnahme chinesischer Bischöfe an den Aktivitäten des Heiligen Stuhls allmählich von einem „außergewöhnlichen Ereignis“ zu einer immer „gewöhnlicheren“ Gegenwart gewandelt hat.<br /><br /><br />Meiner Ansicht nach ist dies nicht nur die beste Art, der Bischofsweihe der sechs chinesischen Bischöfe vor hundert Jahren in Rom zu gedenken, sondern auch die bedeutendste Geste der Zukunftsorientierung.<br /><br />Mit Gebet, Segen, beharrlichem Engagement und zuversichtlicher Erwartung hoffen wir, weitere Entwicklungen und Veränderungen hin zu einer immer stärkeren „Normalisierung“ des kirchlichen Lebens in China miterleben zu können.<br /><br />(Fides, 03/11/2026Tue, 03 Nov 2026 16:55:28 +0100ASIEN/PHILIPPINEN - In der Autonomen Muslimischen Region keimt nach den Wahlen erneut Hoffnung auf Frieden und Wohlstand aufhttps://www.fides.org/de/news/78372-ASIEN_PHILIPPINEN_In_der_Autonomen_Muslimischen_Region_keimt_nach_den_Wahlen_erneut_Hoffnung_auf_Frieden_und_Wohlstand_aufhttps://www.fides.org/de/news/78372-ASIEN_PHILIPPINEN_In_der_Autonomen_Muslimischen_Region_keimt_nach_den_Wahlen_erneut_Hoffnung_auf_Frieden_und_Wohlstand_aufvon Paolo Affatato<br /><br />Zamboanga – „Lasst uns weiterhin an das Zusammenleben glauben, die Spiritualität des Dialogs leben und Bande der Freundschaft und Gemeinschaft knüpfen: Lasst uns die Hoffnung auf Frieden und Wohlstand für Mindanao nicht verlieren.“<br /> Dies ist der Gedanke, den Pater Sebastiano D’Ambra , ein Missionar, der seit langem auf Mindanao, einer weitläufigen Insel im Süden der Philippinen, tätig ist, dem Fidesdienst mitteilte, während die 2019 auf Mindanao gegründete autonome muslimische Region eine wichtige Phase ihrer Geschichte durchläuft. Die ersten Parlamentswahlen am 14. September und die Bildung der neuen Regionalregierung markieren einen bedeutenden Schritt, während einige Wirtschaftsdaten auf einen Aufschwung hindeuten, auch wenn weiterhin tiefgreifende politische und soziale Schwachstellen bestehen.<br /><br />Am 30. Oktober 2026 wählte das Regionalparlament der Bangsamoro Autonomous Region in Muslim Mindanao Abdulraof Macacua zum neuen Ministerpräsidenten.<br /> Macacua, ein Vertreter der „Bangsamoro Federalist Party“ , der die Region bereits kommissarisch geführt hatte, erhielt 51 Stimmen gegenüber 27 Stimmen für den ehemaligen Ministerpräsidenten Murad Ebrahim, der für die „United Bangsamoro Justice Party“ antrat, die mit der historischen politischen Formation der Moro Islamic Liberation Front verbunden ist.<br /> Seine Wahl wurde durch eine Koalitionsvereinbarung ermöglicht, nachdem die Parlamentswahlen Mitte September zu einer Versammlung ohne absolute Mehrheit geführt hatten.<br />Die Wahl stellte einen historischen Wendepunkt dar: Zum ersten Mal wählten die Bürger der Region das Parlament in einer demokratischen Abstimmung und beendeten damit die Phase der von der Zentralregierung in Manila eingesetzten Übergangsverwaltung. Die Wahlbeteiligung lag bei über 84 %, was auf eine bedeutende Beteiligung der Bevölkerung hindeutet. Das neue Parlament, bestehend aus 80 Mitgliedern, steht vor der Herausforderung, eine heterogene Koalition zu führen, in der ehemalige Vertreter der Separatistenbewegungen, Parteivertreter und Persönlichkeiten aus lokalen Clans zusammenwirken. Zu den Prioritäten zählen Steuerreformen, die Verwaltung der Einnahmen und Ressourcen des Gebiets sowie Maßnahmen zur sozialen Entwicklung.<br />Das Wahlergebnis, das als wichtiger Schritt für den Friedensprozess gewertet wird, beseitigt jedoch nicht die Spannungen, politischen Rivalitäten und internen Spaltungen innerhalb lokaler militanter Gruppen wie der Moro National Liberation Front und der Moro Islamic Liberation Front. Während der Wahlen kam es zu Gewalttaten im Zusammenhang mit Rivalitäten zwischen Clans, bei denen fünf Menschen starben und über zwanzig verletzt wurden, vor allem im Gebiet von Cotabato City, während Beobachter von Einschüchterungen, Stimmenkauf und Unregelmäßigkeiten in einigen Bezirken berichteten.<br /><br />Zudem gilt es, das Verhältnis zur Zentralregierung unter Präsident Ferdinand Marcos Jr. zu regeln. Macacua ist Vertreter einer Partei, die der politischen Formation von Präsident Marcos nahesteht: Analysten zufolge wird die Zukunft der Region auch davon abhängen, inwieweit Manila in der Lage ist, die Selbstverwaltungsrechte der BARMM zu respektieren und die notwendigen Ressourcen zur Umsetzung der Friedensabkommen, insbesondere derjenigen im Zusammenhang mit sozioökonomischen Programmen, bereitzustellen.<br />„Das Projekt der autonomen Region schreitet auch deshalb voran, weil die Zentralregierung es unterstützt, um ein Wiederaufflammen des Konflikts zu verhindern, doch die Lage ist noch nicht stabil“, stellt Pater D’Ambra fest, Gründer und Leiter der Bewegung für den islamisch-christlichen Dialog „Silsilah“, und erinnert daran, dass die 2019 ins Leben gerufene BARMM ein komplexes Projekt ist, an dem verschiedene Gemeinschaften und ethnische Gruppen wie die Völker der Maguindanao und Maranao beteiligt sind. „Es wurde vor allem ins Leben gerufen, um den Krieg zu vermeiden, und ging mit vielen Finanzierungsversprechen einher. Doch es ist noch nicht gelungen, einen dauerhaften Frieden zu gewährleisten, noch Entwicklung und Wohlstand für alle zu schaffen.“<br />Das Ende der bewaffneten Auseinandersetzungen heilt nämlich nicht die Wunden der Vergangenheit. Insbesondere bleibt das Trauma der Belagerung von Marawi bestehen, jener Stadt, die 2017 während des Konflikts zwischen Regierungstruppen und dem „Islamischen Staat“ nahestehenden bewaffneten Gruppen verwüstet wurde. „Innerhalb der BARMM gibt es noch viele Fragezeichen“, bemerkt Pater D’Ambra, „wie zum Beispiel das Risiko, dass einige Führer – ob Muslime oder nicht – die religiöse Identität nutzen, um persönliche Interessen und Machtansprüche zu verfolgen. Und die Beziehungen zwischen der Region und Manila“, fügt er hinzu, „sind oft von dem Austausch von Gefälligkeiten und politischen Interessen geprägt.“<br />Der Missionar erkennt jedoch einige positive Veränderungen im Bereich der Sicherheit an: „Es gibt nicht mehr die Konflikte von früher.“ Die Einschränkung der operativen Kapazitäten extremistischer Gruppen wie Abu Sayyaf hat dazu beigetragen, das soziale Umfeld positiv zu verändern, auch wenn damit nicht alle Ursachen der Instabilität beseitigt wurden. Aus diesem Grund, betont er, „setzt sich die kirchliche Gemeinschaft weiterhin für Dialog und Versöhnung ein und versucht, Gelegenheiten für Begegnungen zwischen den verschiedenen Teilen der Gesellschaft zu schaffen“.<br /><br />Neben dem politischen Wandel geben auch die wirtschaftlichen Indikatoren Anlass zur Hoffnung in der Region Mindanao, die nach wie vor die am stärksten benachteiligte Region der Philippinen ist. Das regionale Bruttoinlandsprodukt wächst und verzeichnete einen Anstieg um 5 %, getragen von der Landwirtschaft, den natürlichen Ressourcen und Investitionen. Nach Angaben der Philippine Statistics Authority ist die Armut in den Haushalten der Autonomen Region von 26 % im Jahr 2023 auf 12,8 % im Jahr 2025 gesunken, doch leben 31 % der Haushalte in Mindanao weiterhin unter Ernährungsarmut . Das Wirtschaftswachstum führt jedoch nicht für alle zu Beschäftigungs- und Entwicklungsmöglichkeiten: Die Arbeitslosigkeit ist auf 3,9 % gestiegen, und die Bevölkerung ist weiterhin von Subsistenzlandwirtschaft und Fischerei abhängig, während im Landesinneren nach wie vor clangestützte Klientelsysteme bestehen, die die Entstehung unternehmerischer Aktivitäten behindern.<br />Besonders gravierend ist die Kluft bei Bildung und grundlegenden Dienstleistungen. Die mehrheitlich muslimischen Provinzen leiden weiterhin unter den Folgen jahrzehntelanger Konflikte, die Schulen, Gesundheitseinrichtungen und die Infrastruktur beschädigt haben. In der BARMM liegt die Grundalphabetisierungsrate unter den Einwohnern über fünf Jahren bei 81 % , und es bestehen nach wie vor tiefgreifende Ungleichheiten beim Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Entwicklungsmöglichkeiten.<br /><br />Vor diesem Hintergrund bleibt laut Pater D’Ambra die Priorität, „Vertrauensbeziehungen in der Gesellschaft und zwischen den Religionsgemeinschaften aufzubauen, die die Grundlage und den Motor für die Entwicklung bilden“, und er betont: „Trotz aller Schwierigkeiten setzen wir uns weiterhin für den Dialog und die soziale und religiöse Versöhnung ein. Wir glauben weiterhin daran.“ Die christliche Gemeinschaft in einer mehrheitlich muslimischen Region, die von einer langen Geschichte der Konflikte geprägt ist, „ist aufgerufen, durch ihre Präsenz, ihr Zuhören und die Begegnung mit den verschiedenen Gemeinschaften zum Zusammenleben beizutragen; sie ist aufgerufen, im Geist des Evangeliums Worte und Gesten des Friedens zu überbringen“, bekräftigt er.<br /><br />Die Entstehung neuer demokratischer Institutionen und die Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung – so schließt der PIME-Missionar –<br /> „können eine Chance zur Festigung des Friedens darstellen, vorausgesetzt, dass sich die politische Autonomie in Gerechtigkeit, Dienstleistungen und konkreten Möglichkeiten für die Bevölkerung niederschlägt. Die Herausforderung für die Autonome Region Bangsamoro, die einen neuen Abschnitt ihrer Geschichte beginnt, besteht nicht nur darin, die Zeit des Krieges zu überwinden, sondern eine Gesellschaft aufzubauen, in der die verschiedenen Identitäten zusammenleben und am Gemeinwohl teilhaben können“.<br /><br /> Tue, 03 Nov 2026 16:45:13 +0100AMERIKA/HAITI - In Pourcine Pic-Macaya entsteht ein Schulgarten: Umwelterziehung und praktische Erfahrung vor Orthttps://www.fides.org/de/news/78373-AMERIKA_HAITI_In_Pourcine_Pic_Macaya_entsteht_ein_Schulgarten_Umwelterziehung_und_praktische_Erfahrung_vor_Orthttps://www.fides.org/de/news/78373-AMERIKA_HAITI_In_Pourcine_Pic_Macaya_entsteht_ein_Schulgarten_Umwelterziehung_und_praktische_Erfahrung_vor_OrtPourcine Pic-Macaya – Theoretische Bildung mit praktischer Erfahrung vor Ort verbinden und die Kinder in den Umweltschutz und die Nutzung der Ressourcen der Region einbeziehen. Das ist das Ziel des neuen „Schulgartens“, der zum Schuljahr 2026-2027 in der Pfarrschule „Unsere Liebe Frau vom Immerwährenden Beistand“ in Pourcine Pic-Macaya ins Leben gerufen wurde, wo der Kamillianer-Missionar Pater Massimo Miraglio tätig ist.<br /><br />„Wir haben gemeinsam mit den Schülern der fünften und sechsten Klasse der Pfarrschule eine neue Aktivität ins Leben gerufen“, berichtet Pater Miraglio gegenüber der Agentur Fides. „Es handelt sich um einen Schulgarten, der den theoretischen Unterricht im Bereich Umwelterziehung durch einen praktischen Teil ergänzt.“<br /><br />Nach den ersten Einführungsstunden machten sich die Schüler an die Arbeit. Begleitet von einem jungen Agrarwissenschaftler, der sie während des gesamten Schuljahres betreuen wird, erkundeten sie verschiedene Bereiche, um den am besten geeigneten Standort für die Anlegung des Beets und der Baumschule zu finden. Die Wahl fiel auf eine ebene Fläche in der Nähe von Wasser und windgeschützt – Bedingungen, die als günstig für den Start des Projekts angesehen wurden.<br /><br />„Wir haben keine Zeit verloren“, berichtet der Missionar. „Mit den wenigen verfügbaren Werkzeugen haben die Jugendlichen das ausgewählte Gelände geräumt.“ Bei der Arbeit haben sich insbesondere die Mädchen hervorgetan, die sich mit viel Energie auch beim Einsatz der Machete zur Bodenbereinigung engagiert haben. Die Aktion endete in einer Atmosphäre voller Begeisterung und guter Laune. Einige der Jugendlichen nahmen auf dem Heimweg sogar ein paar Süßkartoffeln mit, die sie im Laufe des Tages geerntet hatten.<br /><br />„Letztendlich wurde das Ziel erreicht: Das Gelände, auf dem der Schulgarten mit Aussaatbeet und Baumschule entstehen soll, wurde geräumt“, betont Pater Miraglio.<br /><br />Das Projekt wird nun mit theoretischen Schulungen und einigen vorbereitenden Arbeiten auf dem Gelände fortgesetzt, bis die ersten Pflanzen gesetzt werden können. Ein Weg, der nach den Vorstellungen der Schule und der Mission den Jugendlichen nicht nur Kenntnisse über Umwelt und Landwirtschaft vermitteln soll, sondern auch eine konkrete Erfahrung in Sachen Verantwortung, Zusammenarbeit und Landschaftspflege.<br /><br />„Wir werden mit der theoretischen Ausbildung und einigen vorbereitenden Arbeiten auf dem Gelände fortfahren, bis wir so bald wie möglich mit Elan durchstarten können“, schließt der Missionar.<br /><br /> <br />Tue, 03 Nov 2026 16:38:48 +0100AFRIKA/ÄTHIOPIEN - - Zwischen Äthiopien und Eritrea herrscht nun Krieg, auch wenn er nicht erklärt wurdehttps://www.fides.org/de/news/78374-AFRIKA_AeTHIOPIEN_Zwischen_Aethiopien_und_Eritrea_herrscht_nun_Krieg_auch_wenn_er_nicht_erklaert_wurdehttps://www.fides.org/de/news/78374-AFRIKA_AeTHIOPIEN_Zwischen_Aethiopien_und_Eritrea_herrscht_nun_Krieg_auch_wenn_er_nicht_erklaert_wurde<br />Addis Abeba – Der interne Konflikt in Äthiopien hat sich mittlerweile zu einem nicht erklärten Krieg zwischen dem Land und Eritrea entwickelt.<br />Die Kämpfe konzentrieren sich auf Tigray, wo entlang der Frontlinie Egela-Tsorona gewaltsame direkte Zusammenstöße zwischen äthiopischen und eritreischen Streitkräften ausgebrochen sind. Die Auseinandersetzungen begannen am 30. Oktober, als äthiopische Drohnen und Artillerie eritreische Stellungen in der Nähe des Dorfes Qolo-Berdo bombardierten, und dauerten den ganzen Tag des 31. Oktober an.<br />Am Morgen des Sonntags, dem 1. November, lieferten sich Infanterieeinheiten beider Armeen Nahkämpfe am Boden.<br /> Gleichzeitig behaupten die Kräfte aus Tigray, den äthiopischen Regierungstruppen bei den Zusammenstößen zwischen Ahferom und Bizet schwere Verluste zugefügt zu haben.<br /><br />Addis Abeba wirft der Armee von Asmara vor, zur Unterstützung der tigrayischen Kräfte der Tigray People’s Liberation Front in äthiopisches Gebiet eingedrungen zu sein. Dies stellt eine Umkehrung der Bündnisse dar: Während des Krieges von 2020, in dem die äthiopische Armee gegen die TPLF kämpfte, standen die eritreischen Streitkräfte an der Seite der äthiopischen Truppen gegen die tigrayischen Kräfte, die heute hingegen Verbündete Asmaras sind .<br />Der Einsatz der eritreischen Armee soll auf den 7. Oktober zurückgehen, als ihre Truppen die Grenze bei Zelambesa überquerten und sich in Richtung der Achse Adigrat–Idaga Hamus bewegten. Die äthiopische Regierung beschuldigt Ägypten, den Sudan und andere Mächte – ohne diese jedoch namentlich zu nennen –, hinter dem eritreischen Einsatz zu stehen.<br /><br />Kairo hat einen langjährigen Streit mit Addis Abeba wegen des Großen Äthiopischen Wiederauferstehungs-Staudamms . Der Sudan hingegen wirft Äthiopien vor, auf seinem Territorium Stützpunkte für Drohnen zu beherbergen, die von Milizionären der „Rapid Support Forces“ eingesetzt werden, die Angriffe gegen den Sudan verüben . Khartum hat beim Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine formelle Beschwerde eingereicht, in der es geltend macht, dass seit Februar 187 Angriffsdrohnen von äthiopischem Gebiet aus gegen sudanesische zivile Infrastrukturen und Kraftwerke gestartet worden seien.<br />Die TPLF hat sich der „Allianz der äthiopischen Volkskräfte für das Überleben“ angeschlossen, deren Ziel es ist, die Bundesregierung zu stürzen und eine Übergangsregierung zu bilden . Dem Bündnis gehören Gruppierungen aus verschiedenen Regionen des Landes an: von Tigray im Norden über die Fano-Milizen der Amhara bis hin zur Oromo-Befreiungsarmee und anderen bewaffneten Gruppen.<br /><br />Der Bürgerkrieg beschränkt sich somit nicht auf Tigray. In Wuchale und Ambassel im Regionalstaat Amhara kam es zu heftigen Kämpfen zwischen den Soldaten der ENDF und ihren ehemaligen Verbündeten der Fano-Milizen.<br />Der Bürgerkrieg weist zudem eine Dimension der Auseinandersetzung zwischen Regionen auf. Seit dem 18. Oktober dauern Kämpfe zwischen den Streitkräften der Regionalstaaten Somalia und Oromia an, die sich auf die Stadt Moyale an der Grenze zu Kenia konzentrieren. Letzteres Land hat über 50.000 Äthiopier aufgenommen, die vor den Kämpfen geflohen sind.<br />Unterdessen hat die russische Regierung angeboten, zwischen Eritrea und Äthiopien zu vermitteln, obwohl sie kürzlich die Luftwaffe von Addis Abeba durch die Lieferung von 12 Su-35-Jagdbombern verstärkt hat.<br /><br /> Moskau hat sich zudem bereit erklärt, vier S-400-Flugabwehr- und Raketenabwehrbatterien zu liefern. Dabei handelt es sich um hochentwickelte Systeme, die vor allem für den Einsatz gegen reguläre Armeen konzipiert und für einen irregulären Konflikt weniger geeignet sind. <br /> <br /> <br />Tue, 03 Nov 2026 16:35:26 +0100ASIEN/PAKISTAN - Cricket verbindet junge Menschen: Sport, Brüderlichkeit und Missionhttps://www.fides.org/de/news/78365-ASIEN_PAKISTAN_Cricket_verbindet_junge_Menschen_Sport_Bruederlichkeit_und_Missionhttps://www.fides.org/de/news/78365-ASIEN_PAKISTAN_Cricket_verbindet_junge_Menschen_Sport_Bruederlichkeit_und_MissionIslamabad – Cricket, der Nationalsport Pakistans, als Mittel der Brüderlichkeit, der Begegnung und der Bildung junger Menschen: Das ist die Bedeutung des siebten Turniers, das in den letzten zwei Monaten in der Diözese Islamabad-Rawalpindi organisiert wurde und am 29. Oktober zu Ende ging. Die Initiative brachte Mannschaften aus verschiedenen Pfarreien und Gemeinden zusammen und bot den jungen Katholiken die Gelegenheit, sich kennenzulernen, ihre Talente zu entfalten und die Bande der Gemeinschaft innerhalb der Ortskirche zu stärken.<br /><br />Im Finale sicherte sich nach einem hart umkämpften Spiel über neun Overs die Mannschaft von „San Giovanni Paolo II“ den Turniersieg, während das Team von „Nostra Signora di Fatima – Lady of Fatima“ den zweiten Platz belegte. Die Abschlusszeremonie wurde vom Erzbischof von Islamabad-Rawalpindi, Monsignore Joseph Arshad, geleitet, der die Teilnehmer ermutigte und dabei „die Bedeutung von Initiativen“ hervorhob, „die junge Menschen durch Sport, Freundschaft und das Teilen gemeinsamer Werte einbinden“.<br /><br />Das Ziel des Turniers war nicht nur der Wettkampf: Das Cricketfeld wurde zu einem Ort der Begegnung zwischen Jugendlichen aus verschiedenen Gemeinschaften, die dazu aufgerufen waren, zusammenzuarbeiten, sich gegenseitig zu respektieren und sowohl den Sieg als auch die Niederlage gemeinsam zu bewältigen. Disziplin, Geduld, Fairness und Respekt gegenüber dem Gegner waren ein wesentlicher Bestandteil dieser Erfahrung und zeigten, wie „der Sport zur menschlichen Entwicklung und zur Bildung junger Menschen im Leben der kirchlichen Gemeinschaft beitragen kann“, betonte der Erzbischof.<br />Monsignore Arshad stellte zudem das Vorhaben vor, eine echte „Cricket-Akademie“ zu gründen, in der junge Katholiken eine angemessene Ausbildung erhalten und nicht nur ihre sportlichen, sondern auch ihre menschlichen Fähigkeiten entwickeln können. Der Erzbischof erinnerte zudem an seine Erfahrungen in Bangladesch, wo er Turniere für Jugendliche gefördert hatte, und betonte, dass „die Kirche zu einem beständigen Engagement zugunsten der neuen Generationen aufgerufen ist, um ein bleibendes Erbe des Glaubens und der Hoffnung zu hinterlassen“.<br /><br />Das Turnier ist Teil eines größeren Kontextes, in dem die christlichen Gemeinschaften Pakistans im Sport eine konkrete Möglichkeit der Bildung, der Zusammenkunft und des Dialogs erkennen. Das Netzwerk katholischer Bildungseinrichtungen, das in verschiedenen Regionen des Landes präsent ist, bietet in der Tat Gelegenheiten für tägliche Begegnungen auch zwischen Schülern unterschiedlicher Religionen.<br /> In einer Gesellschaft, die von sozialen Gräben und der oft prekären Lage religiöser Minderheiten geprägt ist, werden sportliche Aktivitäten zu Orten, an denen Beziehungen aufgebaut, Vorurteile überwunden und das Zusammenleben erlebt werden können.<br /><br />Neben den in den Diözesen organisierten Turnieren nutzen auch andere Initiativen Cricket und andere Sportarten, um die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinschaften und die Bildung der Jugendlichen zu fördern.<br /> Die Erfahrung der „Harmony Cricket League“, die in der Region Islamabad-Rawalpindi unter Einbeziehung christlicher Einrichtungen, Gemeinschaften und Vereinigungen auf ökumenischer Ebene ins Leben gerufen wurde, zeigt, wie die Leidenschaft für den Sport das friedliche Zusammenleben und die Harmonie zwischen den Konfessionen fördern kann. Auch in anderen Regionen des Landes zielen die von kirchlichen Einrichtungen organisierten Fußballturniere darauf ab, Führungsqualitäten, Verantwortungsbewusstsein und Teamgeist zu fördern, und sind „ein wirkungsvolles Instrument des Dialogs und des interreligiösen Zusammenlebens“, wie Rabeel Aslam, Leiter der Abteilung für soziale Kommunikation in der Diözese Islamabad-Rawalpindi, gegenüber Fides erklärt.<br /><br />Für die Kirche in Pakistan wird der Sport zudem zu einem Instrument der Evangelisierung: „Er ist nicht nur eine Aktivität, die man Jugendlichen anbieten kann, sondern eine konkrete Möglichkeit, das Evangelium durch Gastfreundschaft, Dienst, Respekt und Brüderlichkeit zu bezeugen. Auf dem Spielfeld lernen die Jugendlichen, den Wert des anderen anzuerkennen und sich als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen, die über ihre eigene hinausgeht. Das sind Haltungen, die sie dann auch im Alltag und im Umgang mit Menschen anderer Glaubensrichtungen begleiten“, erklärt Rabeel Aslam.<br /><br />Der Abschluss des siebten Turniers von Islamabad-Rawalpindi hinterließ somit eine Botschaft, die weit über das sportliche Ergebnis hinausgeht: Die Pokale, Medaillen und Urkunden, die den beiden Finalisten überreicht wurden, würdigten das Engagement der Teilnehmer, doch, wie Aslam betont, „war der wahre Sieg die Möglichkeit, Freundschaften zu festigen, den gegenseitigen Respekt zu fördern und junge Menschen zu ermutigen, ihre Talente in den Dienst des Nächsten zu stellen sowie Werte wie Loyalität, Hingabe, Opferbereitschaft für einen Mitspieler, Respekt, Ehrlichkeit und Solidarität gegenüber dem Gegner zu erleben“. <br />In dieser Verbindung von Sport, Bildung und christlichem Zeugnis findet die örtliche katholische Gemeinde einen Weg, die neuen Generationen zu begleiten und Bande der Gemeinschaft zu knüpfen.<br /><br /> Sat, 31 Oct 2026 17:49:31 +0100VATIKAN - „Denn die Liebe Christi drängt uns (vgl. 2 Kor 5,14)“: Das Thema des kommenden Weltmissionssonntags 2027https://www.fides.org/de/news/78366-VATIKAN_Denn_die_Liebe_Christi_draengt_uns_vgl_2_Kor_5_14_Das_Thema_des_kommenden_Weltmissionssonntags_2027https://www.fides.org/de/news/78366-VATIKAN_Denn_die_Liebe_Christi_draengt_uns_vgl_2_Kor_5_14_Das_Thema_des_kommenden_Weltmissionssonntags_2027Vatikanstadt – „Denn die Liebe Christi drängt uns“ lautet das von Papst Leo XIV. gewählte Thema für den 101. Weltmissionssonntag, der am Sonntag, dem 24. Oktober 2027, begangen wird und auf den Kern der christlichen Mission verweist: Die Liebe Christi, die angenommen und gelebt wird, wird zum Antrieb, das Evangelium zu verkünden und jedem Bruder und jeder Schwester ein Nächster zu sein.<br />Wie der Heilige Vater in seiner Botschaft zum Weltmissionssonntag 2026 betonte: „Wenn die Einheit die Voraussetzung für die Mission ist, so ist die Liebe ihr Wesen.“ Die Mission der Kirche entspringt nämlich der in Jesus Christus offenbarten Liebe Gottes, wird durch die Begegnung mit ihm genährt und drückt sich in einem konkreten Zeugnis der Brüderlichkeit, der Nähe und des Dienstes aus.<br />Die Liebe Christi lässt uns nicht gleichgültig: Sie drängt uns, aus uns selbst herauszugehen, anderen zu begegnen und vor allem diejenigen zu erreichen, die einsam, arm oder verletzt sind.<br /><br />Zur Vorbereitung auf den Weltmissionssonntag 2027 wird in den ersten Monaten des Jahres die Botschaft des Heiligen Vaters veröffentlicht, die als Leitfaden für die Reflexion, die Animation und die missionarische Ausbildung der christlichen Gemeinschaften dienen wird.<br />Auf diesem Weg leisten die vier Päpstlichen Missionswerke – Glaubensverbreitung, Missionskinder, Apostel Petrus und Missionsunion – einen wesentlichen Dienst, indem sie das missionarische Bewusstsein und die Verantwortung der Getauften, von den Kleinsten bis zu den Erwachsenen, stärken und ein weltweites Netzwerk aus Gebet, Bildung und Nächstenliebe zur Unterstützung der Evangelisierung und der jungen Kirchen fördern.<br /><br />Sie tragen, jede entsprechend ihrer Besonderheit und alle gemeinsam, dazu bei, den missionarischen Geist im Volk Gottes zu fördern und die neuen Teilkirchen zu unterstützen .<br /> <br /> Sat, 31 Oct 2026 17:47:02 +0100Vom „Brunnen“ zum „Traum Gottes“: Bilder, um die Mission auf der internationalen Tagung der Päpstlichen Missionsunion zu veranschaulichenhttps://www.fides.org/de/news/78367-Vom_Brunnen_zum_Traum_Gottes_Bilder_um_die_Mission_auf_der_internationalen_Tagung_der_Paepstlichen_Missionsunion_zu_veranschaulichenhttps://www.fides.org/de/news/78367-Vom_Brunnen_zum_Traum_Gottes_Bilder_um_die_Mission_auf_der_internationalen_Tagung_der_Paepstlichen_Missionsunion_zu_veranschaulichenvon Marie-Lucile Kubacki<br /><br />Rom – Die Mission als Brunnen, aus dem Wasser sprudelt, und nicht als Gefäß, das es zu füllen gilt. Dies ist eines der eindrucksvollsten Bilder, die in den Vorträgen auf der internationalen Tagung der Päpstlichen Missionsunion vorgeschlagen wurden, die vom 29. bis 31. Oktober von der Päpstlichen Universität Urbaniana und dem Päpstlichen Kolleg Urbano ausgerichtet wurde. Daneben prägten eine ganze Reihe eindrucksvoller Bilder die Vorträge der Tagung, die alle darauf abzielten, die Dynamik des apostolischen Wirkens und seine unvergleichlichen Merkmale andeutungsweise spürbar zu machen. Die Wurzeln und die Flügel, die Samen, das Feuer und der Tropfen, der den Felsen höhlt, deuten einen Weg an: von der Quelle der Verkündigung bis zur Begegnung mit den anderen, von der Leidenschaft, die weitergegeben wird, bis zur Geduld, die nötig ist, um sie über die Zeit hinweg zu bewahren.<br /><br />Während der Tagung tauchten konkrete Bilder auf, die an Gleichnisse erinnern, um von einer Mission zu erzählen, die in der Begegnung mit Menschen und in den Situationen des Lebens Gestalt annimmt: eine inkarnierte Mission, die sich nicht auf Slogans reduzieren lässt.<br /><br /><br />Der Brunnen: Die Quelle befreien<br /><br /><br />„Die missionarische Ausbildung ist wie ein Brunnen“, erklärt die Comboni-Missionarin Schwester Maria Rosa Venturelli. Das Bild kehrt die Vorstellung von Ausbildung als Anhäufung um: „Man darf den Brunnen nicht mit vielen Dingen füllen, denn das verstopft den Wasserauslauf.“ Es ist eine maieutische Arbeit: Es geht darum, das zum Vorschein zu bringen, was tief im Inneren des Menschen wohnt, jene Gotteserfahrung, die zu Wasser werden kann, das man teilt, um Brüder und Schwestern zu erquicken, „sogar ganze Völker“. Eine Arbeit, die auch durch die Schwachstellen führt, die ans Licht kommen sollen, „um sie zu pflegen und die Wunden zu heilen“.<br /><br />Der Brunnen kann so zu einem „Synonym für Begegnung und Beziehung zwischen Menschen und Völkern“ werden, bemerkt Venturelli und verweist dabei auf die biblischen Szenen von Mose in Midian und von Jesus in Samaria. Auch im geweihten Leben gilt es, „aus dem Brunnen des Lebens zu schöpfen, der der auferstandene Herr Jesus ist, und dabei zu helfen, Brunnen zu graben, um die Menschheit zu erquicken“.<br /><br />Vor dem Brunnen Wasser zu schöpfen und es zu teilen, gehört zur selben Bewegung. Doch auch wer Brunnen für andere gegraben hat, kann den Kontakt zu seiner eigenen Quelle verlieren. Venturelli berichtet von der Begegnung mit älteren Missionarinnen, die das Gefühl haben, nichts mehr zu bewirken, und fragt: „Haben wir den Brunnen für unsere Brüder und Schwestern gegraben und den Brunnen meines geweihten Lebens mit der Asche der Zeit zugeschüttet?“ Diese Frage verweist auf eine Berufung, die sich nicht auf vollbrachte Werke reduzieren lässt: Wenn die Kräfte nachlassen, bleibt die Möglichkeit, anderen eine Präsenz und ein Zeugnis zu schenken, die aus dem inneren Leben genährt werden.<br /><br /><br />Die Wurzeln und die Flügel: Aufbrechen, ohne das Fundament zu verlieren<br /><br /><br />Der Xaverianer-Missionar Paolo Tovo wählt ein doppeltes Bild, um das missionarische Priestertum zu beschreiben: die „biblischen und magisterialen Wurzeln” und die „pastoralen und spirituellen Flügel”. Die ersten weisen auf das Fundament der Berufung hin; die zweiten auf ihre Entfaltung im Leben. In dieser Perspektive sind die pastorale Tätigkeit und die spirituelle Erfahrung die beiden Flügel ein und derselben Bewegung, während die missionarische Begegnung selbst zu einem Ort wird, an dem der Glaube wächst.<br /><br />Indem er sich dem anderen öffnet, so Tovo, begegnet der Priester Christus und betrachtet ihn, „der ihm immer vorausgeht“. Auch seine Art, in der Gemeinschaft zu stehen, verändert sich. Tovo schlägt vor, von der Figur des „prêtre-pivot“ zu der des „prêtre-passeur“ überzugehen: nicht der Dreh- und Angelpunkt, um den sich alles drehen muss, sondern derjenige, der begleitet, hilft, einen Übergang zu vollziehen und den Weg fortzusetzen. Ein Bild, das seine Entsprechung im Beitrag von Armando Nugnes, Rektor des Päpstlichen Kollegs „Collegio Urbano“, findet: Der Priester ist ein Jünger und Hirte, der es versteht, „vor, inmitten oder hinter der Herde“ zu stehen, aber „nicht außerhalb, nicht darüber“.<br /><br /><br />Von den Samenkörnern zu den Garben: eine Präsenz erkennen, die vorausgeht<br /><br /><br />Wenn der Brunnen dazu einlädt, in die Tiefe zu blicken, fordern die Samenkörner dazu auf, das Leben der anderen mit anderen Augen zu betrachten. Tovo greift eine Überlegung von Kardinal Jean-Marc Aveline über die „Samenkörner des Wortes“ auf: nicht so sehr abstrakte Werte, sondern „die Spuren der aktiven Gegenwart des Heiligen Geistes in jedem Menschen“. Es sind Spuren, die in konkreten Leben und Geschichten zu erkennen sind, wenn Menschen sich den Fragen und Weichenstellungen des Lebens stellen und dabei aus den ihnen zur Verfügung stehenden spirituellen Ressourcen schöpfen. Das Bild schließt aus, dass der Missionar in ein Land kommt, in dem Gott abwesend ist. Derjenige, der ihm gegenübersteht, ist kein passiver Empfänger, sondern ein „Gesprächspartner“. Tovo beschreibt die Mission als den Weg der Kirche, die, „aus der Sakristei tretend“, der Menschheit entgegengeht, „indem sie Christus bringt, ihn aber zugleich bereits im Heiligen Geist als gegenwärtig entdeckt“. Verkündigung und Entdeckung gehen Hand in Hand.<br /><br />Das Bild der Samen findet auf der Ebene des Austauschs zwischen den Kirchen eine weitere Entfaltung in der „Kirche der Garben“, die von Erzbischof Fortunatus Nwachukwu, dem Sekretär des Dikasteriums für Evangelisierung, neu vorgeschlagen wurde: Die Garben verweisen auf die Früchte der missionarischen Aussaat, die in den Ortskirchen auf der ganzen Welt gereift sind. Diese Gemeinschaften sind nicht mehr nur Empfänger der Verkündigung, sondern ihrerseits dazu aufgerufen, die empfangenen Gaben zu teilen – in einem Austausch, in dem jede Kirche etwas zu bieten und anzunehmen hat.<br /><br /><br />Das Feuer: eine Leidenschaft, die sich ausbreitet<br /><br /><br />Ein weiteres Bild zieht sich durch die Erinnerungen der Protagonisten des missionarischen Wirkens: das Feuer. In dem Beitrag über die Übereinstimmung zwischen Paolo Manna und Giuseppe Allamano erinnert Ashenafi Yonas Abebe daran, dass Mannas erster Biograf, Pater Giuseppe Tragella, ihn als „eine Seele aus Feuer“ bezeichnete. Dasselbe Bild drückt aus, was die beiden verband: eine gemeinsame Vision und jenes „Feuer für die Mission“, das ihr Leben und ihr Wirken beseelte.Es geht jedoch nicht darum, die Leidenschaft außergewöhnlicher Persönlichkeiten zu feiern, als wären sie Superhelden. Dieses Feuer entspringt dem Glauben, der sich in Liebe verwandelt und sich durch kleine Gesten und alltägliches Engagement verbreiten kann. Schwester Monika Juszka deutet dies am Ende ihrer Betrachtung zur Entstehung der Union an: „Wenn jeder von uns den missionarischen Geist auch nur in einer einzigen Person weckt, wenn er sie zum Handeln anregt“, kann sich dieser Impuls weiter ausbreiten. Die missionarische Leidenschaft lebt auch von dieser persönlichen Weitergabe, von einem Leben zum anderen, wie eine Flamme, die durch den Atem wiederbelebt und weiterverbreitet wird.<br /><br /><br />Der Tropfen und der Atem: Durchhalten und sich öffnen<br /><br /><br />Das Feuer der Verkündigung macht die Geduld nicht weniger notwendig, die in den Beiträgen als eine der wertvollsten Eigenschaften des Missionars hervorgehoben wurde. „Der Tropfen höhlt den Stein nicht durch Kraft, sondern durch ständiges Fallen“, erklärt Schwester Monika Juszka. Das bedeutet, „sensibilisieren, beleben, wecken, erinnern, kontinuierlich formen“. Und zu warten, in der Erkenntnis, dass Gottes Zeitplan nicht mit dem der Menschen übereinstimmt.<br />Die Intensität eines Augenblicks kann die Frucht eines langjährigen Engagements sein, und nicht immer sehen die Missionare im Laufe ihres Lebens die Früchte ihrer Anwesenheit. Auch Pater Vito del Prete vom Päpstlichen Institut für Auslandsmissionen betont, was eine authentische Bildungsarbeit erfordert: „Geduld, einen langen Atem und systematisches Handeln“. Zur Geduld gesellt sich ein offener Horizont: derjenige, der weiß, dass menschliches Engagement allein nicht ausreicht, sondern der Gnade Gottes bedarf. Del Prete drückt dies anhand der Dynamik des Atems aus: „ Eine in sich selbst verschlossene Ortskirche, die sich nur um ihr eigenes Leben sorgt, macht traurig und ist unfruchtbar. Sie muss mit dem unendlichen Atem Gottes atmen.“ Die Mission ist also wie eine Lunge, die der Gemeinschaft Sauerstoff spendet und sie am Leben erhält, und keine Last, die man mit aller Kraft tragen muss. Wie das Wasser aus dem Brunnen ist sie ein Geschenk, das man nicht zurückhalten kann.<br /><br /><br />Gottes Traum: die ganze Kirche für die ganze Welt<br /><br /><br />Zu den Bildern der Mission gesellt sich das Bild von Gottes Traum für die Welt, auf das Schwester Mary Barron – designierte Präsidentin der Päpstlichen Missionswerke – in ihrer Begrüßungsrede zur Tagung Bezug nahm.<br />Schwester Barron sieht im Weg der Päpstlichen Missionswerke und insbesondere der Missionsunion ein allmähliches Wiedererwachen der Vision von Paolo Manna und des Zweiten Vatikanischen Konzils: „Die ganze Kirche für die ganze Welt“ . Ein Horizont, der den Beitrag eines jeden erfordert: „Mehr denn je braucht die Welt missionarische Jünger Christi, die fähig sind, auf ganz einfache und konkrete Weise Frieden und Liebe zu säen“, bekräftigt sie.<br /> So verflechtet sich der Traum Gottes mit dem täglichen Zeugnis der Christen, mit jenen Gesten, durch die jeder dazu beitragen kann, die Welt zu verändern. Für die neue Präsidentin der POM bedeutet gemeinsam missionarisch zu sein, sich gegenseitig dabei zu helfen, diesen Geist im anderen wieder zu wecken, voneinander zu lernen und die eigenen Gaben einzubringen.<br /> <br />Sat, 31 Oct 2026 17:42:20 +0100OZEANIEN/AUSTRALIEN - Das hundertjährige Jubiläum des Weltmissionssonntags wird mit der Fotoausstellung „HOPE“ gefeierthttps://www.fides.org/de/news/78368-OZEANIEN_AUSTRALIEN_Das_hundertjaehrige_Jubilaeum_des_Weltmissionssonntags_wird_mit_der_Fotoausstellung_HOPE_gefeierthttps://www.fides.org/de/news/78368-OZEANIEN_AUSTRALIEN_Das_hundertjaehrige_Jubilaeum_des_Weltmissionssonntags_wird_mit_der_Fotoausstellung_HOPE_gefeiertSydney – Hundert Jahre missionarisches Engagement, Solidarität und Glaubensgemeinschaft stehen im Mittelpunkt von „Hope“, der Fotoausstellung, die von Catholic Mission, der nationalen Leitung der Päpstlichen Missionswerke in Australien, organisiert wurde, um das hundertjährige Jubiläum des Weltmissionssonntags zu feiern, der 1926 von Papst Pius XI. ins Leben gerufen wurde. <br /><br />Die Ausstellung, die am 23. Oktober an der Australian Catholic University in North Sydney eröffnet wurde, versammelt Fotografien, die im letzten Jahrzehnt in Afrika, Asien und anderen Teilen der Welt entstanden sind, sowie historische Plakate zum Weltmissionssonntag. Das Projekt geht von der Frage „Wie sieht Hoffnung aus?“ aus und bietet einen Rundgang durch Gesichter, Begegnungen und Erfahrungen des Glaubens und der Solidarität, die das Leben der lokalen Gemeinschaften bezeugen. Die Ausstellung ist bis zum 9. November 2026 geöffnet und kann auch online „besucht“ werden. „Jedes Foto entstand aus einer Begegnung, aus einem Moment, in dem zwei Menschen eine Beziehung zueinander aufbauten und die Distanz zwischen ihren Welten verschwand“, erklärte Simone Medri, Leiter für Kommunikation und Digitales bei Catholic Mission und Mitglied der Koordinierungsgruppe der Internationalen Kommission für Kommunikation, Fundraising und digitale Transformation der POM, und berichtete dabei von den Erfahrungen, die er in über zehn Jahren auf Reisen und bei Begegnungen mit Gemeinschaften auf verschiedenen Kontinenten gesammelt hat. <br /><br />„Die Bilder“, fügte er hinzu, „sind nicht nur fotografische Zeugnisse, sondern bewahren Geschichten von Menschen, Familien und Gemeinschaften, die sich täglichen Herausforderungen stellen und weiterhin ihre Zukunft gestalten.“ Bei der Vorstellung der Ausstellung lud Medri die Besucher ein, nicht nur bei den Bildern stehen zu bleiben, sondern den abgebildeten Menschen in die Augen zu schauen und sich von ihren Geschichten ansprechen zu lassen. „Die Fülle des Lebens ist nicht etwas, das wir anderen einfach nur bringen. Es ist etwas, das wir gemeinsam suchen und leben“, betonte er und hob dabei den Wert des Zuhörens, des gegenseitigen Lernens und der Nähe hervor. Die Ausstellung ist Teil der Feierlichkeiten zum hundertjährigen Jubiläum des Weltmissionssonntags, dessen von Papst Leo XIV. für dieses Jahr gewähltes Thema „Vereint in Christus, vereint in der Mission“ lautet. <br /><br />Die Initiative verweist somit auf die Verbindung zwischen den Ortskirchen und die gemeinsame Verantwortung für die Verkündigung des Evangeliums und die Unterstützung der Gemeinschaften in den Missionsgebieten. Anlässlich des hundertjährigen Jubiläums des Weltmissionssonntags erneuert „Hope“ die Einladung, die Bedeutung der Mission als Begegnung, Austausch und Brüderlichkeit zwischen den Völkern wiederzuentdecken. Anhand der Geschichten und Gesichter, die in den Fotografien festgehalten sind, zeugt die Ausstellung davon, wie Hoffnung aus der Nähe zu den Menschen und aus der Zusammenarbeit zwischen den Kirchen entsteht, und ruft alle zu einer gemeinsamen Verantwortung bei der Verkündigung des Evangeliums und der Unterstützung der Gemeinschaften in den Missionsgebieten auf.<br /><br /> AUSSTELLUNG „LINEwww.catholicmission.org.au/exhibitionVIDEO“ AUSSTELLUNG „https://www.youtube.com/watch?v=t0E-4ThCGbY&t=1s“ <br /> <br /> Sat, 31 Oct 2026 17:37:31 +0100