Fides News - German (Standard)https://www.fides.org/Aus dem Archivder FidesagenturdeDie auf unseren Internetseiten veröffentlichten Inhalte unterliegen einer Licenza Creative Commons. AMERIKA/USA - Seligsprechung von Erzbischof Fulton Sheen: Päpstliche Missionswerke laden zur Mithilfe bei der Anfertigung von Missionsrosenkränzen einhttps://www.fides.org/de/news/77856-AMERIKA_USA_Seligsprechung_von_Erzbischof_Fulton_Sheen_Paepstliche_Missionswerke_laden_zur_Mithilfe_bei_der_Anfertigung_von_Missionsrosenkraenzen_einhttps://www.fides.org/de/news/77856-AMERIKA_USA_Seligsprechung_von_Erzbischof_Fulton_Sheen_Paepstliche_Missionswerke_laden_zur_Mithilfe_bei_der_Anfertigung_von_Missionsrosenkraenzen_einNew York – „Die Päpstlichen Missionswerke der Vereinigten Staaten laden Katholiken im ganzen Land ein, sich an der Seligsprechung von Erzbischof Fulton J. Sheen durch die Mithilfe bei der Herstellung des Missionsrosenkranzes zu beteiligen“. Dieser Aufruf findet sich in einer Erklärung der US-amerikanischen Päpstlichen Missionswerke anlässlich der Seligsprechung des Bischofs, der von 1950 bis 1966 auch der fünfte Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in den Vereinigten Staaten war. Die Liturgie zur Seligsprechung wird am 24. September in St. Louis stattfinden.<br />„Auf Anregung der Ordensschwestern, die dem Organisationskomitee der Seligsprechung angehören, haben wir uns an Gemeinden im ganzen Land gewandt, in der Hoffnung, dass sie zur Anfertigung von mindestens 75.000 Rosenkränzen beitragen könnten“, so Monsignore Roger J. Landry, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke der Vereinigten Staaten. „Nach Gott selbst stellen vereinte Ordensfrauen die stärkste Kraft in der Kirche dar“, fährt Monsignore Landry fort, der bereits einige der beteiligten Ordensgemeinschaften besucht hat, darunter die Klarissinnen in Kokomo . „Die Nonnen begannen am 13. Mai 2026 mit der Anfertigung der Rosenkränze“, sagte der neunte Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in den Vereinigten Staaten, und „erst später entdeckten sie, dass der 13. Mai 1977 genau der Tag war, an dem Erzbischof Sheen ihr Kloster besuchte, die heilige Messe zelebrierte und eine Predigt hielt. Es scheint, als ob dieses Engagement von göttlicher Fügung begleitet wird“, fügt Landry hinzu.<br />Die Initiative, Missionsrosenkränze anzufertigen und an die Pilger zu verteilen, die an der Seligsprechung teilnehmen, der Kardinal Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung , vorstehen wird, wurde von zahlreichen Mitgliedern der amerikanischen katholischen Glaubensgemeinschaft mit großer Begeisterung aufgenommen. „Was als einfache Andachtspraxis in den Vereinigten Staaten begann, hat sich weltweit verbreitet“, so Monsignore Landry. „Heute lernen Kinder in vielen Missionsländern schon in jungen Jahren den Weltmissionsrosenkranz zu beten und tragen ihn freudig als Zeichen ihres Glaubens.“<br />Seit fünf Jahrzehnten ist jedes Gesätz des Weltmissionsrosenkranzes durch eine bestimmte Farbe mit einer bestimmten geografischen Region verbunden: Grün steht für Afrika, Blau für Ozeanien, Weiß für Europa, Rot für Amerika und Gelb für Asien. Diese Farbwahl symbolisiert konkret die universale Einheit der Kirche in ihrem missionarischen Engagement.<br />Der derzeitige Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke erklärt, dass durch das Anfertigen des Missionsrosenkranzes jeder, insbesondere jene, die Erzbischof Sheen verehren, an dieser historischen Feier teilnehmen kann, auch wenn er nicht nach St. Louis reist. „Wir hoffen nicht nur, jedem Pilger, der an der Seligsprechung von Erzbischof Sheen teilnimmt, einen Rosenkranz in die Hand zu geben, sondern auch ein erneuertes Engagement für das Gebet für die Missionen und die Umsetzung des Auftrags, das Evangelium allen Völkern zu bringen, zu wecken“, erklärt Monsignore Landry, der auch an der jüngsten Generalversammlung der Päpstlichen Missionswerke vom 27. Mai bis 3. Juni in Rom teilnahm.<br />Der 24. September beginnt mit einer einführenden Veranstaltung zur Vorbereitung auf die Seligsprechung. Katie Preajan Macgrady, Autorin und Radiomoderatorin, führt gemeinsam mit Monsignore Roger Landry durch die Vormittagsveranstaltung. Zahlreiche Redner und Musiker werden die Anwesenden auf die Seligsprechungsmesse einstimmen. <br />Erzbischof Sheen gilt als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des amerikanischen Katholizismus im 20. Jahrhundert. Papst Benedikt XVI. hatte ihn 2012 offiziell den heroischen Tugendgrad des berühmten US-amerikanischen Erzbischofs Fulton Sheen anerkannt und ihn damit zum „Ehrwürdigen Diener Gottes“ erklärt. Am 5. Juli 2019 erkannte Papst Franziskus das seiner Fürsprache zugeschriebene Wunder an.<br />Während seiner Tätigkeit als Nationaldirektor des Missionswerks für die Glaubensverbreitung, eines der vier Päpstlichen Missionswerke, führte er 1951 den Missionsrosenkranz ein, der heute im Mittelpunkt des Engagements der kirchlichen Gemeinschaft und der Päpstlichen Missionswerke auf dem Weg zu seiner Seligsprechung steht.<br /> Thu, 25 Jun 2026 14:44:06 +0200AFRIKA/NIGERIA - Gemeinsame Erklärung: Bischöfe äußern sich besorgt nach über einem Monat Gefangenschaft für 39 Schüler und 7 Lehrerhttps://www.fides.org/de/news/77855-AFRIKA_NIGERIA_Gemeinsame_Erklaerung_Bischoefe_aeussern_sich_besorgt_nach_ueber_einem_Monat_Gefangenschaft_fuer_39_Schueler_und_7_Lehrerhttps://www.fides.org/de/news/77855-AFRIKA_NIGERIA_Gemeinsame_Erklaerung_Bischoefe_aeussern_sich_besorgt_nach_ueber_einem_Monat_Gefangenschaft_fuer_39_Schueler_und_7_LehrerAbuja – Seit dem 15. Mai befinden sich 39 Schüler und 7 Lehrer in der Gewalt von Banditen, die Schulen in der Region Ahoro-Esinle im Distrikt Oriire nahe Ogbomoso im Bundesstaat Oyo im Südwesten Nigerias angegriffen haben .<br />An die Notlage dieser Menschen, die laut lokalen Zeitungen unter schwierigen Bedingungen im Old Oyo Nationalpark festgehalten werden, erinnern die Bischöfen der Kirchenprovinz Ibadan in einer gemeinsamen Erklärung. Darin brachten sie ihre tiefe Besorgnis über die Lage der Opfer nach mehr als einem Monat Gefangenschaft zum Ausdruck.<br />„Diese Kinder, die kaum begreifen, was ihnen widerfahren ist, leben seit über einem Monat unter extremen Bedingungen – ohne Dach über dem Kopf, ohne ausreichende Nahrung und den Elementen im Wald schutzlos ausgeliefert“, so die Bischöfe, die ihre sofortige und bedingungslose Freilassung fordern.<br />Bei der Massenentführung töteten Banditen drei Menschen: einen Lehrer, einen Motorradfahrer und einen weiteren Lehrer, der später im Wald enthauptet wurde. Diese Taten, so die Bischöfe, „verletzen die Ruhe und Unschuld der Menschen im Südwesten Nigerias, die für ihre Leidenschaft für Bildung bekannt sind.“<br /> „Das hat in Nigeria, und insbesondere unter den Yoruba, absolut keinen Platz“, betonen sie.<br />Die Bischöfe fordern die staatlichen Behörden auf, den schutzlosen Bevölkerungsgruppen mehr Sicherheit zu gewähren, und äußern gleichzeitig Zweifel an der Politik der Wiedereingliederung sogenannter „reumütiger Banditen“.<br />Laut den Bischöfen schwächt ein solches Vorgehen das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Justiz und sendet ein falsches Signal an gesetzestreue Bürger.<br />„Die fortgesetzte Wiedereingliederung sogenannter reumütiger Krimineller in Polizei und Gesellschaft, während die Opfer von Verbrechen und ihre Familien vernachlässigt oder verachtet werden, beschädigt das Ansehen der Justiz“, erklären sie. <br />Unterdessen haben Gewerkschaften, lokale Gemeinschaften und Bürger in Ibadan Proteste organisiert, um konkrete Maßnahmen zu fordern.<br />Laut lokalen Presseberichten haben die Entführer ihre Forderungen geändert und verlangen nun entweder Lösegeld oder die Freilassung einiger ihrer Komplizen. <br />Massenentführungen von Schülern sind in Nigeria nichts Neues; sie begannen mit der Entführung der -Schülerinnen in Chibok im April 2014. Ein Hoffnungsschimmer war das Urteil des Bundesgerichtshofs in Abuja vom 11. Juni, das fünf Männer wegen der Entführung von 230 Schülern der katholischen Grund- und Sekundarschule „St. Mary’s“ in Papiri zu jeweils 25 Jahren Haft verurteilte .<br /> <br />Thu, 25 Jun 2026 13:26:01 +0200ASIEN/INDIEN - Neue "Durchführungsbestimmungen" zum Gesetz über die ausländische Finanzierung zivilgesellschaftlicher und religiöser Nichtregierungsorganisationenhttps://www.fides.org/de/news/77853-ASIEN_INDIEN_Neue_Durchfuehrungsbestimmungen_zum_Gesetz_ueber_die_auslaendische_Finanzierung_zivilgesellschaftlicher_und_religioeser_Nichtregierungsorganisationenhttps://www.fides.org/de/news/77853-ASIEN_INDIEN_Neue_Durchfuehrungsbestimmungen_zum_Gesetz_ueber_die_auslaendische_Finanzierung_zivilgesellschaftlicher_und_religioeser_NichtregierungsorganisationenNeu-Delhi – Das indische Innenministerium hat neue Durchführungsbestimmungen zum „Foreign Contribution Regulation Act “ von 2010 veröffentlicht. Dieses Gesetz regelt den Zufluss von Geldern und Spenden aus dem Ausland an Nichtregierungsorganisationen sowie zivilgesellschaftliche und religiöse Vereinigungen in Indien.<br />Die neuen, bereits in Kraft getretenen und rechtsverbindlichen Regeln verschärfen die Kontrollen und Sanktionen gegen NGOs, die die geltenden Bestimmungen nicht einhalten: Organisationen riskieren hohe Geldstrafen, die sofortige Sperrung von Geldern und den Entzug ihrer Lizenzen. Die indische Regierung verfolgt parallel zwei unterschiedliche Rechtsinstrumente im Bereich des „Dritten Sektors“: zum einen die vom Innenministerium veröffentlichten und geänderten Durchführungsbestimmungen zum bestehenden Gesetz; zum anderen einen neuen Gesetzentwurf zur Reform des FCRA, der noch vom Parlament verabschiedet werden muss .<br />Nach den neuen Bestimmungen müssen antragstellende Organisationen nicht nur den genauen Verwendungszweck der erhaltenen Gelder angeben, sondern auch die indischen Bundesstaaten und Unionsterritorien, in denen die Gelder verwendet werden sollen, konkret benennen. Darüber hinaus fallen für jedes weitere Gebiet oder jeden weiteren Verwendungszweck, den sie nachträglich hinzufügen möchten, zusätzliche Gebühren an. Bereits registrierte NGOs haben ein Jahr Zeit, die neuen Bestimmungen umzusetzen und die erforderlichen Informationen einzureichen.<br />Die neuen Regelungen richten sich auch speziell an Organisationen mit Verbindungen zu Glaubensgemeinschaften. Es wird erneut betont, dass „keine Gelder aus dem Ausland für Missionierung oder die religiöse Konversion indischer Staatsbürger verwendet werden dürfen“. Die neuen Bestimmungen enthalten zudem eine verbindliche Liste zulässiger Aktivitäten. Während sich Vereinigungen zuvor unter der allgemeinen Kategorie „religiös“ registrieren lassen konnten, hat die Regierung mit den neuen Bestimmungen eine detaillierte Liste mit 105 zulässigen Aktivitäten erstellt. Organisationen müssen genau angeben, welche dieser Aktivitäten sie mit Geldern aus dem Ausland finanzieren wollen.<br />Zulässige Aktivitäten umfassen: Bau, Instandhaltung und Renovierung von Gebetsstätten ; Druck, Digitalisierung und Übersetzung heiliger Texte; religiöse Unterweisung von Mitgliedern, sofern diese nicht auf Konversion abzielt; Unterstützung von Pilgern und Betrieb von Suppenküchen und Unterkünften für die Gemeinschaft; sowie Schutz und Bewahrung indigener und Stammesreligionen.<br />Die Durchführungsbestimmungen traten an diesem Montag in Kraft, und Nichtregierungsorganisationen sind bereits zur Einhaltung verpflichtet. Registrierte Vereine haben ein Jahr Zeit, eine detaillierte Liste ihrer Aktivitäten gemäß dem neuen, von der Regierung festgelegten Klassifizierungssystem einzureichen.<br />Der im indischen Unterhaus eingebrachte Gesetzentwurf zur Änderung des Gesetzes „Foreign Contribution Regulation Act Amendment Bill 2026“ zielt hingegen darauf ab, den gesamten Rahmen des Gesetzes von 2010 restriktiv zu reformieren und zu ändern. Der Entwurf räumt der Exekutive noch weitreichendere Befugnisse ein als bisher und richtet eine spezielle „designierte Behörde“ ein, die für die Beschlagnahme, Verwaltung, den dauerhaften Erwerb oder sogar den Verkauf von Vermögenswerten und Immobilien von Organisationen zuständig ist, deren FCRA-Lizenzen widerrufen wurden.<br />Die Verabschiedung des Gesetzes im Parlament hat kontroverse Debatten und Proteste von Oppositionsparteien und zahlreichen Nichtregierungsorganisationen ausgelöst. Die Regierung von Premierminister Narendra Modi rechtfertigt die strengen Bestimmungen mit Artikel 25 der indischen Verfassung. Obwohl die Verfassung die Freiheit garantiert, die eigene Religion zu bekennen, auszuüben und zu verbreiten, urteilte der Oberste Gerichtshof Indiens 1977 in einem wegweisenden Urteil, dass „das Recht, Religion zu verbreiten, nicht das Recht einschließt, andere Menschen zu bekehren“.<br />Während die Anhänger der Regierung die neuen Maßnahmen als notwendiges Instrument zur Eindämmung von Einmischung und Einflussnahme durch ausländisches Kapital betrachten, verurteilen indische zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter Bürgervereinigungen und religiöse Gruppen, eine weitere bürokratische Verschärfung, die die Aktivitäten des „Dritten Sektors“ und von Organisationen, die im sozialen, Bildungs- und humanitären Bereich tätig sind, erheblich einschränken könnte.<br /> <br />Thu, 25 Jun 2026 10:16:45 +0200ASIEN/INDIEN - Weihbischof für die Erzdiözese Ranchi ernannthttps://www.fides.org/de/news/77852-ASIEN_INDIEN_Weihbischof_fuer_die_Erzdioezese_Ranchi_ernannthttps://www.fides.org/de/news/77852-ASIEN_INDIEN_Weihbischof_fuer_die_Erzdioezese_Ranchi_ernanntVatikanstadt – Papst Leo XIV. hat den bisherigen Generalvikar und Pfarrer Kathedrale der Erzdiözese Ranchi, Pfarrer Anand David Xalxo, zum Weihbischof für die Erzdiözese ernannt und ihm den Titularsitz Tinisa di Numidia verliehen.<br />Danach hatte er folgende Ämter inne und absolvierte weitere Studien: Persönlicher Sekretär von Kardinal Toppo ; Postgraduiertenstudium im Bereich Management mit Schwerpunkt Krankenhausverwaltung am „Muller’s Hospital“ in Mangalore ; Stellvertretender Direktor der „Society for Medical Education“ der katholischen Bischofskonferenz, Nordindien ; Vorsitzender des Rates der Diözesanpriester Indiens der damaligen BIJHAN-Region ; Mitglied des Verwaltungsrats des „Lieven’s Hospital Project“ der katholischen Bischofskonferenz in Mandar ; Sekretär des Generalsekretärs der katholischen Bischofskonferenz in Delhi ; Pubblic Relations Officer ; Verwalter der Erzbischöflichen Residenz in Ranchi ; Pfarrer und stellvertretender Vikar der „St. Mary’s Cathedral“ in Ranchi . Direktor des Zentrums für soziale Entwicklung in Ranchi ; Direktor der Seminaristen in Ranchi ; Generalvikar der Erzdiözese Ranchi .<br /> Wed, 24 Jun 2026 13:12:48 +0200AFRIKA/ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK - Bischof von Bangassou zurückgetreten und Nachfolger ernannthttps://www.fides.org/de/news/77851-AFRIKA_ZENTRALAFRIKANISCHE_REPUBLIK_Bischof_von_Bangassou_zurueckgetreten_und_Nachfolger_ernannthttps://www.fides.org/de/news/77851-AFRIKA_ZENTRALAFRIKANISCHE_REPUBLIK_Bischof_von_Bangassou_zurueckgetreten_und_Nachfolger_ernanntVatikanstadt – Papst Leo XIV. hat den von Bischof Juan José Aguirre Muñoz, M.C.C.J. von Bangassou eingereichten Rücktritt angenommen und den bisherigen Weihbischof der Diözese, Aurelio Gazzera, O.C.D., zu seinem Nachfolger ernannt.<br /> Wed, 24 Jun 2026 12:59:23 +0200AFRIKA/KENIA - Bischöfe nach Angriff auf anglikanische Kathedrale in Nairobi: “Ist dies im Interesse der politischen Elite?“https://www.fides.org/de/news/77850-AFRIKA_KENIA_Bischoefe_nach_Angriff_auf_anglikanische_Kathedrale_in_Nairobi_Ist_dies_im_Interesse_der_politischen_Elitehttps://www.fides.org/de/news/77850-AFRIKA_KENIA_Bischoefe_nach_Angriff_auf_anglikanische_Kathedrale_in_Nairobi_Ist_dies_im_Interesse_der_politischen_EliteNairobi – „Angesichts der Ereignisse in der ‚All Saints Cathedral‘ in Nairobi, wo eine Versammlung von Schlägern gestört wurde, die mit ungeheurer Arroganz sogar die anwesenden Polizisten bedrohten, befinden wir uns in großer Gefahr!“, bekräftigten die Bischöfe Kenias in einem Hirtenbrief mit dem Titel „Mögen sie Leben haben und es in Fülle haben“, der an diesem Dienstag vom Vorsitzenden der kenianischen Bischofskonferenz, Erzbischof Maurice Muhatia Makumba von Kisumu, im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt wurde.<br />Bei dem Vorfall handelt es sich um den Angriff unbekannter junger Männer auf Motorrädern auf die „All Saints Cathedral“ der Anglikanischen Kirche Kenias in Nairobi am 12. Juni während einer öffentlichen Veranstaltung zur Diskussion des Staatshaushalts.<br />Nachdem die Angreifer die Sicherheitskräfte überwältigt hatten, drangen sie gewaltsam in die Kirche ein; einige hatten Masken getragen, um ihre Identität zu verbergen. Die Schläger warfen Tränengas in das Gebäude und gaben Schüsse ab, wodurch die Anwesenden auseinandergetrieben wurden. Anschließend zerschlugen sie die Fenster der Kirche und beschädigten in der Nähe geparkte Fahrzeuge.<br />Die Polizei schritt schließlich ein und gab Warnschüsse ab.<br />„Wir haben vor einigen Monaten einen ähnlichen Vorfall in einer Kirche während eines Gottesdienstes erlebt und verurteilen daher erneut solche Gewalttaten in einem Gotteshaus. Sie stellen eine eklatante Schändung eines heiligen Gotteshauses und eine schwere Verletzung der verfassungsmäßigen Rechte auf Versammlungs-, Vereinigungs- und Informationsfreiheit dar“, erklären die katholischen Bischöfe.<br />Der Angriff vom 12. Juni wurde auch vom „National Council of Churches of Kenya“ , dem größten Dachverband protestantischer Kirchen und christlicher Organisationen in Kenia, verurteilt. In einer in den sozialen Medien veröffentlichten Erklärung bezeichnete der Rat den Vorfall als „eine eklatante und verwerfliche Respektlosigkeit gegenüber einem Gotteshaus“. Obwohl die Verantwortlichen nicht namentlich genannt wurden, bezeichnete der NCCK den Angriff als „staatlich gefördert“ und von einem Regierungsbeamten angeordnet.<br />Die katholischen Bischöfe weisen zudem darauf hin, dass solche Gewalt politisch motiviert sein könnte. „Wir befürchten, dass die öffentliche Sorge wächst, dass Rowdytum offizielle Unterstützung erhält. Kann die Regierung diesen Verdacht in den Köpfen der Bürger ausräumen? Besteht der politische Wille, die Bedrohung durch Rowdytum anzugehen, oder liegt dies nicht im Interesse der politischen Elite?“, fragen die Bischöfe.<br />Der „Inter-Religious Council of Kenya“ kommentierte den Anschlag mit den Worten: „Keine Drohung oder Gewalttat wird die Kenianer davon abhalten, ihre Rechte wahrzunehmen.“ Der Rat fügte hinzu: „Wir fordern die Strafverfolgungsbehörden auf, friedliche Kundgebungen zu schützen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.“<br />Auch der „Supreme Council of Kenya Muslims“ verurteilte den Anschlag. In einer Erklärung bezeichnete der Rat den Angriff auf die anglikanische Kirche als „inakzeptable Manifestation politischer Intoleranz“ und forderte ein sofortiges Vorgehen gegen die Verantwortlichen.<br /> Wed, 24 Jun 2026 12:04:26 +0200ASIEN/MYANMAR - Bischof von Myitkyina: "Ohne Gottes Hilfe können wir nichts tun. Lasst uns mehr beten“https://www.fides.org/de/news/77848-ASIEN_MYANMAR_Bischof_von_Myitkyina_Ohne_Gottes_Hilfe_koennen_wir_nichts_tun_Lasst_uns_mehr_betenhttps://www.fides.org/de/news/77848-ASIEN_MYANMAR_Bischof_von_Myitkyina_Ohne_Gottes_Hilfe_koennen_wir_nichts_tun_Lasst_uns_mehr_betenVon Paolo Affatato <br /><br />Myitkyina – „Jesus sagt uns im Evangelium: Fürchtet euch nicht. Das ist mein Motto. Gott wird uns helfen, was auch immer geschieht. In unserer Lage müssen wir auf Gott vertrauen. Ich sage zu meinem Volk: Lasst uns mehr beten“, so Bischof John Mung Ngawn La Sam von Myitkyina, der Hauptstadt des Staates Kachin, gegenüber Agenzia Fides. Der Staat ist von heftigen Kämpfen im andauernden Bürgerkrieg in Myanmar gezeichnet. In der im Norden Myanmars gelegenen Region dauern die Auseinandersetzungen zwischen der Armee und Oppositionsgruppen an, die sich aus den Volksverteidigungskräften und bewaffneten Gruppen ethnischer Minderheiten wie der“ Kachin Independence Army“ zusammensetzen. Die Lage bleibt äußerst instabil.<br />Der Bischof erklärte gegenüber Fides, dass „die Menschen ums Überleben kämpfen“ und dass, während das gesamte Schulsystem aufgrund des Krieges zersplittert oder unterbrochen sei, die Bildung auch „dem guten Willen vieler anvertraut ist, wie etwa den Ordensschwestern und Katecheten, die informellen Unterricht für Kinder und Jugendliche organisieren“. „In unserer Situation“, fährt er fort, „leben wir von Tag zu Tag; die Gläubigen mussten ihre Dörfer und Gemeinden verlassen, sie waren zur Flucht gezwungen, aber an vielen Orten, wie etwa in Flüchtlingslagern und informellen Siedlungen, hat sich angesichts des anhaltenden Lebens als Vertriebene fast ein gewisses Gleichgewicht eingestellt. Das heißt, die Menschen haben sich beinahe an dieses Leben in Unsicherheit gewöhnt, das jedoch nicht unsere Zukunft sein kann“, erklärt er.<br /> „Wir sind alle des Konflikts müde. Hunderttausende Vertriebene leiden“, sagt er und spricht über die gravierenden humanitären Folgen für allein etwa 250.000 Menschen im Staat Kachin, wie jüngste Schätzungen des UN-Hochkommissars für Flüchtlinge belegen. „Sie leben in Flüchtlingslagern oder in kleinen Siedlungen in Waldgebieten. Christen und Buddhisten leben dort zusammen. Ich besuche sie regelmäßig und wir feiern gemeinsam die Messe. Im Jahr 2026 habe ich insgesamt 900 Firmungen von Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 15 Jahren gespendet. Diese Kinder tragen das Licht Christi in ihren Augen und Herzen: Sie sind unsere Hoffnung, ihr Leben ein großes Zeichen der Hoffnung“, bekräftigt er. <br />Der Bischof fährt fort: „Ich höre das Leid der Vertriebenen und bin tief bewegt. Durch ‚Karuna‘, unsere Caritas, helfen wir ihnen und versorgen sie mit dem Nötigsten. Und ich sage nur eines: Wir müssen mehr beten, es gibt keine andere Lösung. Das Gebet ist wichtig, es ist das Band, das uns mit dem Herrn verbindet. Lasst uns ihn bitten, uns in dieser schwierigen Lage beizustehen und für uns zu sorgen.“ Der Bischof wohnt noch immer auf dem Gelände der Kathedrale von Myitkyina, da, wie er berichtet, „in der Stadt nicht gekämpft wird, weil Myitkyina von der regulären Armee kontrolliert wird“. Die Spannungen sind jedoch auch dort spürbar.<br />„Wir müssen von ganzem Herzen glauben und hoffen“, betont Bischof La Sam, „Wir müssen daran glauben, dass das nächste Jahr besser wird als dieses. Wir müssen mehr beten, das sage ich den Gläubigen immer wieder.“ „Wir können nichts tun, als warten und beten. Denn ohne Gottes Hilfe können wir nichts ausrichten. Wir hoffen daher, dass wir einen Prozess der nationalen Versöhnung einleiten können, der, so Gott will, möglich sein wird und den Frieden wiederherstellen wird“.<br />Der Staat Kachin, im äußersten Norden des Landes an der Grenze zu China und Indien gelegen, ist einer der am stärksten vom Bürgerkrieg, der nach dem Militärputsch im Februar 2021 ausbrach, betroffenen Staaten. Der Konflikt in der Region hat jedoch ältere Wurzeln: Der Waffenstillstand zwischen der burmesischen Armee und der KIA war bereits 2011 gescheitert, und der Konflikt betraf auch die Kontrolle über natürliche Ressourcen wie Holz und Jadevorkommen, an denen die Region reich ist. Die Hauptstadt des Staates, Myitkyina, beherbergt derzeit das Hauptquartier des nördlichen Militärkommandos der burmesischen Armee und wird weiterhin stark von Regierungstruppen bewacht. In der Umgebung kommt es immer wieder zu Zusammenstößen, Kämpfen, Hinterhalten und Bombenangriffen auf Dörfer, die schwerwiegende Folgen für die Zivilbevölkerung haben. In dieser humanitären Notlage ist die örtliche katholische Kirche eine der wenigen Anlaufstellen für Hilfe, psychologische Unterstützung, Bildung, sozialen und interreligiösen Zusammenhalt sowie spirituelle Begleitung für die Geflüchteten.<br /><br />Wed, 24 Jun 2026 11:18:48 +0200Die kolumbianischen Wahlen zeigen ein gespaltenes Landhttps://www.fides.org/de/news/77847-Die_kolumbianischen_Wahlen_zeigen_ein_gespaltenes_Landhttps://www.fides.org/de/news/77847-Die_kolumbianischen_Wahlen_zeigen_ein_gespaltenes_LandVon Cosimo Graziani<br /><br />Bogotá – In Kolumbien hat der rechte Kandidat Abelardo de la Espriella die Stichwahl um das Präsidentenamt gewonnen. Dies wurde auf Grundlage der sogenannten „vorläufigen Ergebnisse“ bekannt gegeben. Laut ersten Hochrechnungen, die noch der endgültigen Bestätigung bedürfen, liegt de la Espriellas Vorsprung vor dem Kandidaten der linken Koalition, Iván Cepeda, der vom scheidenden Präsidenten Gustavo Petro unterstützt wurde, bei unter einem Prozentpunkt. De la Espriella erklärte sich jedoch auf der Grundlage dieser Ergebnisse umgehend zum Präsidenten. Cepeda hingegen kündigte an, das offizielle Ergebnis abzuwarten, bevor er das Endergebnis anerkenne, und die Ergebnisse in 27.000 Wahllokalen anzufechten. Der scheidende Präsident Petro kommentierte De la Espriellas Äußerungen mit den Worten: „Solange das offizielle Ergebnis nicht vorliegt, kann sich niemand zum Präsidenten erklären.“ Die Wahlbeteiligung lag bei 63 Prozent – ein Rekord für das südamerikanische Land.<br />In Kolumbien geht die vierjährige Amtszeit eines linken Präsidenten zu Ende – eine Ausnahme im Vergleich zum Trend in Südamerika, wo in den letzten Jahren rechte Präsidenten wie Javier Milei in Argentinien gewählt wurden. Doch die Situation nach der Wahl in Kolumbien gestaltet sich anders als in anderen Ländern: Sollten sich die vorläufigen Ergebnisse bestätigen – üblicherweise beträgt die Abweichung von den endgültigen Daten nur wenige Dezimalstellen –, stünde der neue Präsident vor einem polarisierten Land.<br />Dies birgt die Gefahr, die nationale Debatte weiter anzuheizen, angesichts der Politik, die De la Espriella durchsetzen möchte: Sein Wahlprogramm trägt den Titel „Patria Milagro“ und beinhaltet unter anderem das Verbot von Abtreibung, die Abschaffung der gleichgeschlechtlichen Ehe und das Verbot von Adoptionen für diese Paare. Aus diesem Grund wird sein Sieg von LGBTQ+-Gruppen als Katastrophe angesehen. Doch auch breitere Bevölkerungsschichten sind besorgt über seine Äußerungen zu seinen politischen Gegnern: Während des Wahlkampfs erklärte er unter anderem, er wolle die Linke „ausweiden“, sollte er an die Macht kommen. Zu seinen Vorschlägen gehört auch die Abschaffung von „Paz Total“, der von Petro während seiner Präsidentschaft initiierten Dialogpolitik mit bewaffneten Gruppen im Land. De la Espriellas Idee ist es, einen Plan für eine „90-tägige Offensive“ umzusetzen, in deren Rahmen versucht werden soll, gegen diese bewaffneten Gruppen vorzugehen. <br />Laut Analysten, die von der Zeitung „El País“ zitiert werden, sieht der Plan vor, sie und ihre Infrastruktur mit Waffengewalt anzugreifen. Diese „Sicherheitsstrategie“ möchte der rechtsgerichtete Kandidat auch mit dem Bau von zehn neuen Megagefängnissen umsetzen.<br />Viele Analysten sind der Ansicht, dass das Scheitern der Politik Gustavo Petros in den letzten Jahren, das zuletzt zu starker öffentlicher Ablehnung geführt hat, zu De la Espriellas Sieg beigetragen hat. Cepeda, der Kandidat des scheidenden Präsidenten, hätte daher unter den Protestwählern gegen Petro gelitten.<br />Die kolumbianische Bischofskonferenz hat sich noch nicht zu den Wahlergebnissen geäußert, obwohl sie in den vorangegangenen Wochen nicht geschwiegen hat. Am 17. Juni, nach der Generalaudienz von Papst Leo XIV. in Rom, richteten Mitglieder des Vorstands der Kolumbianischen Bischofskonferenz – Bischof Francisco Javier Múnera Correa, Vorsitzender der Bischofskonferenz; Bischof Gabriel Ángel Villa Vahos, stellvertretender Vorsitzender; und Bischof Germán Medina Acosta, Generalsekretär – eine Botschaft an das kolumbianische Volk. Darin riefen sie alle dazu auf, den Wahlen am 21. Juni mit Hoffnung, Verantwortungsbewusstsein und Gelassenheit zu begegnen und den Weg der Versöhnung, Brüderlichkeit und Harmonie weiter zu beschreiten.<br />Am 19. Juni riefen die Bischöfe zudem zu einem Gebetstag im Vorfeld der Wahlen auf. Die Gebetsinitiative forderte die Teilnehmer auf, für Frieden, Versöhnung und Besonnenheit der Bürger sowie für die Stärkung der nationalen Einheit zu beten, in einer Zeit, in der das Land, wie die Bischöfe anmerkten, buchstäblich „in zwei Teile gespalten“ zu sein scheint.<br /><br />Wed, 24 Jun 2026 11:00:32 +0200Kardinäle Vesco und Marengo: "In der Schule der Apostelgeschichte, in den Wüsten der Welt"https://www.fides.org/de/news/77849-Kardinaele_Vesco_und_Marengo_In_der_Schule_der_Apostelgeschichte_in_den_Wuesten_der_Welthttps://www.fides.org/de/news/77849-Kardinaele_Vesco_und_Marengo_In_der_Schule_der_Apostelgeschichte_in_den_Wuesten_der_WeltVon Marie-Lucile Kubacki<br /><br />Rom - In der Schule der Apostelgeschichte haben die Kardinäle Jean-Paul Vesco, Erzbischof von Algier, und Giorgio Marengo, Apostolischer Präfekt von Ulan Bator, im Gespräch Fides ihre Erfahrungen in Algerien und in der Mongolei geschildert. Zwischen der Sahara und der Gobi-Steppe beschreiben sie eine Mission, die nicht als Aktivismus verstanden werden darf, sondern als demütige, beziehungsorientierte und hoffnungsvolle Präsenz, die berufen ist, das Evangelium in Gesellschaften zu verkünden, die nicht vom Christentum geprägt sind.<br /><br />In seinem Brief an die Kardinäle vom April spricht Papst Leo XIV. im Hinblick auf die Sendung der Kirche von der «Notwendigkeit, das Apostolische Schreiben ‚Evangelii gaudium‘ neu zu beleben». Wie klingt für Sie das Wort «Mission»?<br /><br />Kardinal Jean-Paul Vesco: Für mich klingt das Wort «Mission» zunächst wie eine Frage: «Warum sind wir hier? Warum bleiben wir? Was wollen wir leben?» Ich glaube, dass diese Frage nach dem „Warum“ fruchtbarer ist als die nach dem «Wie». In einem Land zu leben, in dem unsere Kirche eine Minderheit ist und rechtlichen Einschränkungen unterliegt, hat mich gelehrt, dass sich die Mission nicht an der Menge dessen misst, was wir tun, und auch nicht an der Sichtbarkeit unserer Initiativen, sondern an der Wahrhaftigkeit unserer Präsenz und an der Qualität unserer Hoffnung. Ich vergleiche unsere Kirche oft mit einem Menschen mit einer Behinderung: Von außen sieht man vor allem, was er nicht tun kann; aber was er tut, hat seinen Preis. Ebenso ist Mission keine Leistung, sondern Treue. Das Wesentliche geschieht nicht zuerst durch Worte. Wir verkündigen einen gekreuzigten Messias durch das, was wir sind, durch unsere Weise, Beziehungen zu leben, im Respekt vor dem Glauben des anderen. Mission besteht für mich darin, unsere Hoffnung durchscheinen zu lassen, oft auf diskrete, beinahe zerbrechliche Weise …<br />Kardinal Giorgio Marengo: Wenn ich das Wort «Mission» höre, denke ich im Licht von „Evangelii gaudium“ vor allem an eine Beziehung: an die Beziehung zwischen dem, der sendet, und dem, der gesandt ist. Das Substantiv «Mission» kommt vom lateinischen Verb „mittere“, senden. Es setzt eine lebendige Beziehung zwischen dem, der sendet, und dem, der gesandt ist, voraus. Es heißt nicht einfach: «Erledige mir bitte diesen Auftrag, bring dieses Buch»; es geht um etwas anderes. Die Mission wird auf einer tiefen Ebene gelebt, dort, wo wir uns selbst hingeben; sonst laufen wir Gefahr, an der Oberfläche zu bleiben, zu «tun» und das «Sein» zu vernachlässigen. In einem Kontext wie der Mongolei, wo die ausdrückliche Verkündigung geregelt ist und die Kirche sehr klein, nimmt die Mission das Gesicht von Diskretion und Nähe an. Ich zitiere oft die Beobachtung einer mongolischen Katechistin, die eines Tages sagte: „Am Anfang hat die Kirche in der Mongolei keine Bücherpakete geschickt, sondern Menschen“. Mission wird in dieser demütigen, beziehungsorientierten Präsenz gelebt, die es Christus ermöglicht, die Herzen durch ganz einfache menschliche Vermittlungen zu erreichen.<br /><br />Sie leben beide in Ländern, die von großen Wüsten geprägt sind – der Sahara oder der Gobi. Wie hat diese Erfahrung Ihre Art, die Mission zu verstehen, geprägt?<br /><br />Kardinal Jean-Paul Vesco: In Algerien ist tatsächlich der größte Teil des Landes Wüste. Aber 80% der Bevölkerung leben auf 20% des Territoriums: Die Wüste ist riesig, aber nur dünn besiedelt. Als ich Anfang der 2000er-Jahre ankam, lebte ich anderthalb Jahre in Béni-Abbès, dort, wo Charles de Foucauld sein erstes Eremitenkloster gegründet hatte, um Arabisch zu lernen. In gewissem Sinn war er es, der mich nach Algerien geführt hat. Dort habe ich wirklich die Erfahrung der Wüste gemacht: die Unermesslichkeit, die Begegnung mit den Nomaden … Ich glaube, das war das glücklichste Jahr meines Lebens. Es ist mein verlorenes Paradies. Als ich zum Provinzial der Dominikanerprovinz Frankreich gewählt wurde und innerhalb von vierundzwanzig Stunden zurückkehren musste, während ich als Generalvikar der Diözese Oran tätig war, geriet ich in eine existenzielle Krise. Eines der Anzeichen war, dass ich mich nicht mehr an Charles de Foucauld wenden konnte, den ich in Algerien zurückgelassen hatte: Ich hatte den Eindruck, ihn verloren zu haben. Eines Tages ging ich in Paris in die Kirche Saint-Augustin, genau dort, wo er sich bekehrt hatte. Als ich das Gebet der Hingabe wieder las, kehrte der Friede in mir zurück: Ich verstand, dass ich wieder glücklich sein konnte, wo immer ich war – in Paris oder anderswo – mit Charles de Foucauld. In der Wüste braucht man einen Führer. Ich bin viel mit einem befreundeten Nomaden gegangen, dem ich nur schwer folgen konnte, und ich habe den Unterschied zwischen «jemandes Spuren folgen» und «in seine Fußstapfen gehen» verstanden. Als es mir gelang, meine Schritte in seine Fußstapfen zu setzen, war alles anders: Ich hatte seine Energie. Da sagte ich mir: Christus nachfolgen und in seinen Fußspuren gehen, das sind zwei verschiedene Dinge. Mission ist für mich, nach und nach zu lernen, in seinen Fußstapfen zu gehen, statt sich darauf zu beschränken, seiner Spur zu folgen.<br />Kardinal Giorgio Marengo: Als ich Bischof wurde, erhielt ich, da die Kirche in der Mongolei noch keine Diözese, sondern ein Apostolisches Vikariat ist, den Titel einer alten Diözese, die es nicht mehr gibt: Castra Severiana in Algerien. Ich war glücklich, mit diesem Teil der Welt, mit der Wüste und mit Charles de Foucauld verbunden zu sein. Ich habe nicht in der Wüste gelebt, aber ich habe vierzehn Jahre in einer Region der Mongolei verbracht, die ganz in der Nähe der Gobi-Wüste liegt, der größten Kältewüste der Welt. Dort hat Teilhard de Chardin geforscht und seine Meditation «Die Messe über die Welt» verfasst. Ich bin oft dorthin gefahren, zu Besuchen und Erkundungsreisen. Für mich ist die Wüste vor allem die Erfahrung der Leere: die unermessliche Weite des Raumes. Wenn ich mitten in der Wüste bin, fühle ich mich eingeladen, auf eine höhere Ebene zu gehen, weil die wenigen Beziehungen dazu führen, dass alles mehr Gewicht erhält. Man kann Gespräche führen, die in der Stadt schwieriger sind, weil sich jeder stärker öffnet. Unermesslichkeit und Intimität gehören zusammen. Man spürt seine eigene Kleinheit, und paradoxerweise sind die Schatten am Morgen und am Abend sehr lang, weil die Sonne sehr tief am Horizont auf- und untergeht. Es ist, als wären wir zu etwas Größerem berufen, als wir uns vorstellen. Das prägt meine Art, Mission zu verstehen: weniger als Vielzahl von Initiativen und mehr als einige sehr dichte Beziehungen, in jener Leere, die alles kostbarer macht.<br /><br />Heute leben Sie in großen Hauptstädten. Wie verändert die Stadt die Art, die Mission zu leben, im Vergleich zur Wüste?<br /><br />Kardinal Jean-Paul Vesco: Für mich ist die Wüste in der Stadt. Ich habe die Oase Béni-Abbès als einen Ort sehr intensiver Geselligkeit erlebt, an dem man ständig in Beziehung steht. In Oran ist es schon anders, und je größer die Stadt wird, desto mehr wird sie für mich zu einer Wüste: Die Menschen sind isolierter, es ist schwieriger, in Beziehung zu treten. Christ zu sein in einer muslimischen Gesellschaft ist in Béni-Abbès viel einfacher als in Algier. Denken wir an die Erfahrung von René Voillaume, dem Gründer der Kleinen Brüder Jesu nach den Regeln von Charles Foucauld. In dem Wunsch, dem Beispiel Charles de Foucaulds zu folgen, ging er nach El Abiodh Sidi Cheikh in der Wüste und gründete dort ein Kloster. Aber nach dem Krieg begriffen die Brüder, dass die Wüste in der Stadt ist, dort, wo sich die Armut findet, und die Foucauld-Familie vollzog einen vollständigen Spiritualitätswechsel. Mission besteht für uns dann darin, diese «städtischen Wüsten» zu bewohnen, die aus Einsamkeit und Beziehungsarmut bestehen.<br />Kardinal Giorgio Marengo: Für mich ist es leichter, in der Wüste als in der Stadt in Beziehung zu Gott zu sein. Das heißt nicht, dass es unmöglich wäre, aber in der Wüste wird man durch Landschaft und Kontext unterstützt. Man ist von Natur aus eher zum Nachdenken bereit, während man sich in der Stadt leicht ablenken lässt. Städte sind Orte großer Einsamkeit, aber es handelt sich oft um eine negative Einsamkeit mitten in der Menge, während man in der Wüste eine positive Einsamkeit erfahren kann. Ulaanbaatar ist zum Beispiel eine stark überlastete Stadt. Nach den 2000er-Jahren hat sie ein starkes Bevölkerungswachstum erlebt: Heute lebt die Hälfte der Bevölkerung des Landes auf engem Raum, denkt aber weiterhin in nomadischen Kategorien. Die Herausforderungen des Zusammenlebens sind groß. Ich bin überzeugt, dass man im Herzen der Städte Räume der Stille braucht, Möglichkeiten, ein Wort der Weisheit zu hören. Die buddhistischen Klöster, die in der Hauptstadt verstreut sind, sind für die Menschen Orte intensiver Besinnung. In der Kirche wünschen wir uns, dass auch unsere Pfarreien Orte des Friedens und der Begegnung mit Gott und untereinander sind. Das ist meiner Ansicht nach die erste Berufung der Pfarreien in den Städten von heute.<br /><br />In Ihren Ländern geht es nicht um Proselytismus, und die Kirchen leben mit starken rechtlichen und kulturellen Beschränkungen. Wie definieren diese Grenzen die Mission neu?<br /><br />Kardinal Jean-Paul Vesco: Wenn man mir sagt: «Sie sind eingeschränkt», ist der Ton oft abwertend, und das erscheint mir nicht angemessen. Ich nehme zwei Beispiele. Das erste ist das klassische Ballett. Die Tänzerinnen erwecken den Eindruck, einen Körper ohne Grenzen zu haben, in aller Leichtigkeit, aber das geschieht um den Preis einer ungeheuren Arbeit innerhalb eines äußerst strengen Rahmens. Das zweite Beispiel ist das der Menschen mit Behinderung, von denen ich vorhin gesprochen habe. Für mich gehören diese beiden Beispiele zusammen. Gibt es in meiner Evangelisierungsmission vielleicht etwas Wesentliches, das ich in Algerien nicht tun könnte? Im Grunde sehr wenig! Wir verkündigen durch das, was wir sind, und durch unsere Hoffnung.<br />Kardinal Giorgio Marengo: Ich finde mich in dem wieder, was du sagst. Die Frage der Einschränkungen hilft uns, mit dem Wesentlichen in Kontakt zu bleiben. Mitunter, wenn man meint, alles tun zu können, läuft man Gefahr, sich zu verlieren und sich in einer Vielzahl von Aktivitäten zu verausgaben. In diesem Sinn ist es paradoxerweise ein Weg zu größerer Freiheit, seinen Glauben in einem Minderheitenkontext mit stärkeren äußeren Beschränkungen zu leben. Es drängt uns dazu, an dem festzuhalten, was wirklich wesentlich ist. Die rechtliche und kulturelle Begrenzung wird zu einer indirekten Hilfe, um zu dem vorzudringen, was wirklich zählt.<br /><br />Kann man noch von Mission sprechen, wenn die ausdrückliche Verkündigung eingeschränkt ist und alles mit großer Diskretion geschehen muss?<br /><br />Kardinal Jean-Paul Vesco: Ich kann Mission nicht auf die Dialektik von explizit/implizit reduzieren. Was ich weiß, ist, dass ich in Algerien viel öfter von Gott spreche als in Europa, weil die Menschen mich viel häufiger und ohne Unterlass fragen. Die wichtigste Frage ist für mich die nach der Wahrheit, die ich im Glauben des anderen anerkenne. Ich denke an den Satz von Pierre Claverie: «Ich bin gläubig, ich glaube, dass es einen Gott gibt, aber ich maße mir nicht an, diesen Gott zu besitzen … Gott besitzt man nicht. Man besitzt die Wahrheit nicht, und ich brauche die Wahrheit der anderen.»<br />In meiner konkreten Erfahrung bedeutet «diskret» wenig sichtbar, aber auch respektvoll. Unsere Präsenz ist diskret, weil sie die Stimme des anderen respektiert. Diskretion kann ein Zeichen von Feinheit, Respekt und Realismus sein: nicht die eine Frage zu viel zu stellen, die ein gerade entstehendes Vertrauensverhältnis zerbrechen würde. Ich denke an mein erstes Weihnachten in Algerien: kein äußeres Zeichen auf den Straßen, und doch in unseren Gemeinden eine sehr große Freude, an die viele gerne zurückdenken. Als ich nach Frankreich zurückkehrte, sagte ich mir: Endlich ein traditionelles Weihnachten! Und trotzdem fehlte mir das algerische Weihnachten, das unvergleichlich ist.<br />Oft wirft man uns vor, wir betrieben Sozialarbeit, ohne von Christus zu sprechen. Wir verbieten es uns nicht. Ich liebe diesen Satz von Desmond Tutu: «Mein Leben ist das Evangelium, das viele Menschen lesen werden.» Es geht nicht darum, unaufhörlich von ihm zu reden, sondern ihn durch unser Leben sichtbar zu machen. Und in der Frage, die im anderen aufkommt – «Warum sind Sie hier?» – liegt, so glaube ich, eine große missionarische Kraft.<br />Kardinal Giorgio Marengo: Ich kenne dieses Zitat von Pierre Claverie gut, den ich sehr bewundere. Jedes Jahr überlegen wir mit den Missionaren neu, dass die Mission auf einer tiefen Ebene gelebt werden muss, indem wir einen Teil von uns selbst hingeben; sonst laufen wir Gefahr, an der Oberfläche zu bleiben, zu «tun» und das «Sein» zu vernachlässigen.<br />Macht es Sinn, von Mission zu sprechen, wenn die Verkündigung so begrenzt ist? Die Antwort ist ja, wie Papst Franziskus in „Evangelii gaudium“ erklärt hat. Mission ist nicht in erster Linie ein äußeres Tun, sondern eine demütige, beziehungsorientierte Präsenz, getragen von der Freude des Evangeliums. Im Westen habe ich manchmal festgestellt, dass man Entwicklungsprojekte gerne annimmt, aber irritiert ist, wenn man sagt: «Wir sind hier um Christi willen.» Wichtig ist, zu dieser Beziehung zu Christus zurückzukehren. Wie eine unserer Katechistinnen, Rufina, sagte: «Die Kirche hat Menschen gesandt, keine Pakete mit Büchern.» Wenn Mission nur darin bestünde, eine Botschaft zu verbreiten, würde es genügen, allen eine SMS zu schicken. Aber Mission ist viel schöner: Sie ist eine lebendige Beziehung mit Christus, der uns so annimmt, wie wir sind, und uns hineinnimmt in einen Kreislauf der Liebe, der Freude und der Fülle.<br /><br />In Europa hat der Glaube Kathedralen errichtet; in der Mongolei leben die Nomaden in leichten Strukturen wie der Jurte. Welche Gestalten von Kirche erscheinen Ihnen heute für die Mission am passendsten?<br /><br />Kardinal Jean-Paul Vesco: Ich denke an Frère Roger Schutz, den Gründer der Gemeinschaft von Taizé. Am Anfang versammelten sich die Brüder in der kleinen romanischen Dorfkirche. Dann kamen auf geheimnisvolle Weise junge Leute, und ein Bruder, der Architekt war, begann, eine Betonkirche zu bauen. Eines Tages kam Frère Roger, um die Baustelle zu sehen, und ging wütend wieder weg, weil er fand, dass alles zu starr geworden war. Doch einige Wochen vor Ostern merkten die Brüder, dass die Kirche zu klein war. Der Architekt sagte: «Es gibt nur eines zu tun: die Fassade einreißen.» Seitdem ist die ursprüngliche Steinstruktur geblieben, ergänzt durch einen anpassbaren Teil. Das ist es, was Frère Roger die «Dynamik des Provisorischen» nannte. In Algerien ist unser Verhältnis zum Ort besonders: Die erste Evangelisierung fand vor Augustinus statt, dann kamen Islamisierung und Kolonialisierung. Die meisten Kirchen, die es gab, sind Ruinen oder in Moscheen umgewandelt. Wir leben zwischen Spuren eines Erbes und gegenwärtiger Zerbrechlichkeit. Beide Dynamiken, die des Steins und die des Zeltes, sind wichtig. Architektur ist auch eine Weise zu existieren; sie ist eine Form von Macht. Wenn man eine Kathedrale baut, ist unvermeidlich auch das Ego derer im Spiel, die sie errichtet haben. Und zugleich gibt es die Transzendenz, die Schönheit, die das Gebet trägt. Aber was ist angemessen und was nicht? Das ist eine ständige Unterscheidungsaufgabe.<br />Kardinal Giorgio Marengo: Für junge Kirchen ist es wichtig, auf jene Gesellschaften zu schauen, in denen der christliche Glaube Kunst, Musik und Sakralarchitektur geprägt hat. Eine der Auswirkungen der Evangelisierung ist, dass die Begegnung mit Christus nicht nur das Leben einzelner Menschen formt, sondern auch einen Lebensstil sowie politische und künstlerische Entscheidungen prägt. Zugleich schätze ich die Idee der «Vorläufigkeit» und der Leichtigkeit, die der mongolischen Nomadenkultur mit ihrer Schlichtheit eigen sind: kein übermäßiger Geldaufwand für die Unterhaltung von Gebäuden. Die Gefahr für uns Missionare besteht darin, anzukommen und sofort zu bauen. Wir kommen aus Zusammenhängen, in denen Kirche auch ein physischer Ort ist, und manchmal bauen wir zuerst die Gebäude, in der Annahme, die Gemeinschaft werde dann nachfolgen. In der Mongolei sind wir 64 Missionare aus 29 verschiedenen Nationen: Jeder trägt sein Kirchenmodell aus der Heimat in sich und möchte es mitunter reproduzieren. Der Wunsch, schöne Kirchen zu errichten, entspringt einer sehr guten Absicht. Aber für mich bleibt eine offene Frage: Wie verbinden wir die Leichtigkeit und das Provisorische, die sehr gut mit der mongolischen Kultur harmonieren, mit der positiven und legitimen Dimension eines stabilen Gottesdienstraums? Vielleicht sollten wir, hybride Formen erfinden.<br /><br />Letzte Frage: Sie leben beide in Kirchen, die noch am Anfang stehen, auch wenn beide von einer alten Präsenz gezeichnet sind. Inwiefern kann die Urkirche, die der Apostelgeschichte, eine Inspirationsquelle sein?<br /><br />Kardinal Jean-Paul Vesco: Es stimmt, dass unsere Kirche der Kirche der Anfänge in der Apostelgeschichte ähnelt, und diese Feststellung trägt uns sehr. Wie die frühe Kirche streben wir danach, ein Herz und eine Seele zu sein; und wie sie werden wir von Zerreißproben, Konflikten, Misstrauen, Eifersucht durchzogen. Wie sie haben wir regelmäßig den Eindruck, wieder ganz von vorne anfangen und neu aufbauen zu müssen, und wir nehmen die Schwierigkeiten, von denen sowohl die Apostelgeschichte als auch die Paulusbriefe sprechen, sehr konkret und leibhaftig wahr. Wie in der ersten Zeit der Kirche staunen wir darüber, was der Geist im Leben der Menschen auf eine menschlich unerklärliche Weise bewirken kann. Und zugleich sehen wir den Spalter im Inneren unserer Gemeinschaft am Werk. Unter der sehr kleinen Zahl algerischer Christen in unserer Kirche sind in den letzten drei Jahren vier verstorben, darunter einer unserer beiden Seminaristen, den wir als Gottesgeschenk empfangen hatten. Zwei in der Osternacht 2025 Getaufte sind innerhalb von sechs Monaten nach ihrer Taufe heimgegangen, und eine andere wurde zwei Tage nach der Bitte um die Taufe bei einem unwahrscheinlichen Haushaltsunfall schwer verletzt. Das ist wohl die Gnade der Anfänge: diese Anfechtungen des Bösen und zugleich die Kraft des Hauchens des Geistes gleichsam in Echtzeit zu erleben.<br />Beim Besuch des Heiligen Vaters im vergangenen April hoffte ich, ihm ein sonniges, lächelndes Algerien zu zeigen. Stattdessen hat ein Toben der Elemente einen Teil dessen, was wir vorbereitet hatten, hart auf die Probe gestellt. Das hat mich verletzt, bis ich begriff, dass sich, weit entfernt von der Postkartenidylle, die ich mir gewünscht hatte, eine kleine Kirche mit brennendem Herzen, die gegen Wind und Wellen ankämpft, in ihrer ganzen Wahrheit zeigte.<br />Kardinal Giorgio Marengo: In der Mongolei beziehen wir uns oft auf die Apostelgeschichte als unsere Inspirationsquelle. Dort finden wir unsere tägliche Realität zwischen Licht und Schatten beschrieben, und daraus schöpfen wir Vertrauen und Hoffnung. Wir spüren stark die Verantwortung, die erste Generation von Christen zu begleiten, die uns mit der Frische ihres Glaubens viel zu geben hat. Besonders interessiert uns die Dynamik, von der das Buch berichtet, wenn das Evangelium der nichtjüdischen Welt verkündet wird. In diesen ersten Phasen der entstehenden Kirche reifte die Überzeugung, dass das Evangelium für alle ist und man sich daher auch an Völker wenden muss, die nicht direkt mit der Erfahrung Israels verbunden sind. Das erleben wir heute in der Begegnung mit den religiösen Traditionen Asiens. In der Schule der Apostelgeschichte spüren wir, dass wir berufen sind, «das Evangelium dem Herzen der Mongolei zuzuflüstern», durch ein einfaches und diskretes Zeugnis, das in Beziehungen echter Geschwisterlichkeit aufblüht.<br /><br /><br />Wed, 24 Jun 2026 09:59:01 +0200Zwischen politischem „Neomessianismus“ und augustinischem Realismus: Das Lehramt von Papst Leo XIV. mit Blick auf die internationale Politik und die globalen Szenarienhttps://www.fides.org/de/news/77846-Zwischen_politischem_Neomessianismus_und_augustinischem_Realismus_Das_Lehramt_von_Papst_Leo_XIV_mit_Blick_auf_die_internationale_Politik_und_die_globalen_Szenarienhttps://www.fides.org/de/news/77846-Zwischen_politischem_Neomessianismus_und_augustinischem_Realismus_Das_Lehramt_von_Papst_Leo_XIV_mit_Blick_auf_die_internationale_Politik_und_die_globalen_SzenarienRom – Ein Jahr nach der Wahl von Papst Leo XIV. bot eine öffentliche Konferenz an der Päpstlichen Universität Gregoriana eine der ersten umfassenden Analysen seines Pontifikats im Hinblick auf internationale Politik und die Diplomatie des Heiligen Stuhls. <br />Die Veranstaltung fand im Rahmen des „Rome Summer Seminar on Religion and Global Politics“ statt. Sie wurde von der „Scuola Sinderesi“ unter der Schirmherrschaft des „Centro Alberto Hurtado Fede e Cultura“ organisiert und verband historische Rekonstruktionen mit einer theologisch-politischer Analyse.<br />Erzbischof Samuele Sangalli, beigeorneter Sekretär des Dikasteriums für die Evangelisierung und Koordinator der „Scuola Sinderesi“, eröffnete die Veranstaltung mit den Worten: „Gut ein Jahr nach seiner Wahl erscheint es besonders angebracht, innezuhalten und und mit den Auswirkungen des Pontifikats von Papst Leo XIV. auf die Weltpolitik zu befassen“ und zu fragen, „welche Gestalt das Petrusamt unter Papst Leo XIV. angesichts der tiefgreifenden Umwälzungen in der internationalen Politik annimmt“. Der Erzbischof betonte, dass der Heilige Stuhl berufen sei, „jene grundlegenden menschlichen und spirituellen Werte zu bewahren, ohne die das menschliche Zusammenleben weder besser wird noch künftigen Generationen Gutes bringen kann“. <br />Die Hauptrede hielt der Historiker Massimo Faggioli, der das erste Jahr von Leo XIV. im Kontext einer sich rapide verschlechternden internationalen Ordnung betrachtete. Faggioli erinnerte an eine Reihe von Krisen zwischen Januar und Februar 2026 – von der Militäroperation in Venezuela über die Bedrohungen gegen Grönland und Kuba bis hin zu bewaffneten Aktionen gegen den Iran und dem Wiederaufflammen des Konflikts im Libanon – als den Moment, in dem „wir eine Art zweiten Anfang“ des Pontifikats in Bezug auf die dringenden Probleme erlebten, die durch die aktuellen globalen Ereignisse in den Vordergrund gerückt wurden.<br />Im Zentrum der Analyse stand das Beharren von Papst Leo XIV. auf Multilateralismus. Mit einem Zitat aus der päpstliche Ansprache an das Diplomatische Korps vom 9. Januar stellte Faggioli fest: “Eine Diplomatie, die den Dialog fördert und den Konsens aller sucht, wird durch eine Diplomatie der Stärke, durch einzelne Staaten oder Gruppen von Verbündeten ersetzt“. In derselben Ansprache warnte Leo XIV., dass „Das nach dem Zweiten Weltkrieg festgelegte Prinzip, das es Ländern verbot, Gewalt anzuwenden, um die Grenzen anderer zu verletzen, ist gebrochen worden“ und dass Frieden zunehmend „mit Waffen als Voraussetzung für die Durchsetzung der eigenen Herrschaft“ angestrebt werde, was schwerwiegende Beeinflussung der Rechtsstaatlichkeit darstelle.<br />Faggioli lenkte die Aufmerksamkeit anschließend auf den offenbar ungewöhnlichen und sehr kurzen Besuch des Papstes im Fürstentum Monaco. Er wiederholte ein längeres Zitat von Kardinal Pietro Parolin, in dem der Staatssekretär die Bedeutung kleiner Staaten als „natürliche Hüter des Multilateralismus“ für den Heiligen Stuhl hervorhob. Laut Parolin sei „für kleine Staaten ist das Recht keine Last, sondern die wichtigste Garantie für Überleben und Freiheit“, und internationale Bedeutung messe sich heute „nicht mehr nur an militärischer Stärke, sondern auch an moralischer Glaubwürdigkeit und der Fähigkeit, als neutrale Brücken für Versöhnung zu wirken“. Für Faggioli lässt diese Betonung den vermeintlichen Protokollbesuch wie eine programmatische Geste zugunsten einer „Pax Vaticana“ erscheinen, die sich sowohl von der antiken „Pax Romana“ als auch von der modernen „Pax Americana“ unterscheidet.<br />Der Vortrag befasste sich auch mit der ersten Enzyklika von Papst Leo XIV. „Magnifica Humanitas“ zur künstlichen Intelligenz. Faggioli hob hervor, dass die Rezeption bemerkenswert gewesen sei, selbst bei „ungewöhnlichen Gesprächspartnern der katholischen Kirche“, und alle hätten bemerkt, wie der Heilige Stuhl „sich in diesem Wettlauf um die KI, der in erster Linie ein Wettlauf zwischen den Vereinigten Staaten und China ist, Gehör verschafft“. Gleichzeitig deutete Faggioli an, dass der Text „eine gewisse Einsamkeit des Heiligen Stuhls bei der Behandlung von Themen offenbart, die einst von internationalistischen oder sozialistischen Parteien behandelt worden wären“, sodass die katholische Kirche „mit ihrer internationalen Natur“ auf einzigartige Weise die letzte dem „Internationalismus“ verpflichtete Stimme sei.<br />Aus europäischer Sicht verwies Faggioli auf jüngsten Besuch von Papst Leo XIV. in Spanien und seine Rede im spanischen Parlament als eine Art „große Öffnung“ des Pontifikats gegenüber dem Kontinent, mit „zahlreichen Bezügen zur Rede Papst Benedikts XVI. im Deutschen Bundestag“, in einer Zeit, in der sich Europa „von seinem langjährigen Verbündeten, den Vereinigten Staaten, verwaist oder, schlimmer noch, bedroht fühlen“ könnte.<br />In der darauf folgenden lebhaften Debatte, an der auch Professor Michael Driessen von der „John Cabot University“ und Dr. Antonella Piccinin von der „Notre Dame University“ teilnahmen, ordnete der Politikwissenschaftler Fabio Petito die Enzyklika „Magnifica Humanitas“ in ein umfassenderes Streben nach einem „neuen Multilateralismus“ ein. Seiner Ansicht nach signalisiert das Dokument, dass der Heilige Stuhl beabsichtigt, „der Neudefinition der Menschenwürde in der künftigen globalen Ordnung Gewicht und zentrale Bedeutung beizumessen“. Er betonte, dass eine zukünftige Weltordnung, die sowohl gerecht als auch friedlich ist, über ein einfaches „Gleichgewicht der Kräfte“ zwischen großen Staaten hinausgehen müsse und stattdessen auf einem erneuerten „ius gentium“, einem „neuen interkulturellen ius gentium“, basieren müsse, das in der Lage sei, die Perspektiven aufstrebender Zivilisationen und religiöser Traditionen zu integrieren.<br />Ein weiterer Redner, der deutsche Religions- und Politikwissenschaftler Adrian Pabst, hob die theologischen Grundlagen des Ansatzes von Papst Leos XIV. hervor bekräftigte dessen Realismus, der mit Augustinus’ Geschichtserfahrung verbunden ist. Für Augustinus und Papst Leo XIV., so Pabst, bestehe Realismus darin, „nach Wegen zu streben, die irdische Stadt immer mehr dem Gottesstaat anzunähern“, geleitet vom „Ordo amoris“, der „Ordnung der Liebe“. Aus dieser Perspektive seien politische und rechtliche Strukturen aufgerufen, von Nächstenliebe durchdrungen zu sein: „Der Realismus, den Papst Leo XIV. wie seine Vorgänger vertritt, ist eine Ordnung, die nicht auf Macht, nicht allein auf Recht, sondern tatsächlich auf Liebe gründet.“<br />Die Teilnehmer stellten Fragen zu den jüngsten Äußerungen des Papstes hinsichtlich der Unzulänglichkeit der traditionellen Kategorien des „gerechten Krieges“, seinem konsequenten Eintreten für Gewaltlosigkeit und Abrüstung sowie seiner wiederholt geäußerten Bereitschaft, dem Heiligen Stuhl ein neutrales Forum für den Dialog in laufenden Konflikten anzubieten. Mehrere Redner betonten in diesem Zusammenhang, dass solche Initiativen sowohl eine klare moralische Position als auch geduldige diplomatische Neutralität voraussetzen, ganz im Sinne der Tradition der vatikanischen Diplomatie.<br />Abschließend bekräftigte Faggioli, das erste Jahr des Pontifikats von Leo XIV. habe bereits erste Anzeichen einer „Pax Vaticana“ aufgezeigt, die auf Multilateralismus, Rechtsstaatlichkeit und einem explizit theologischen Politikverständnis beruhe. Gleichzeitig warnte er jedoch: „Wir befinden uns wahrlich in einer neuen Ära, einer neuen Epoche“, geprägt vom Wiederaufleben „politischer Messianismen“ und neuen Formen religiösen Nationalismus. In diesem Zusammenhang fügte er hinzu: „Unwissenheit ist das Letzte, was uns retten kann – Unwissenheit über die Theologie, über ihre Bedeutung und so weiter.“ Auch deshalb blieben Initiativen für das Studium und der Dialog zwischen Glaube und Weltpolitik weiterhin wichtig.<br /> <br />Tue, 23 Jun 2026 15:22:02 +0200Das Brevier und andere „Familienerinnerungen“ von Pater Amédée Benoîthttps://www.fides.org/de/news/77841-Das_Brevier_und_andere_Familienerinnerungen_von_Pater_Amedee_Benoithttps://www.fides.org/de/news/77841-Das_Brevier_und_andere_Familienerinnerungen_von_Pater_Amedee_BenoitVon Marie-Lucile Kubacki<br />Lyon – „Er starb mit dem Rosenkranz in der Hand, so wie er gelebt hatte: als Missionar, der sich ganz hingegeben hatte“, so fasst Pfarrer Benoît Campion im Gespräch mit Fides das Leben von Pater Amédée Benoît zusammen, einem Priester der Pariser Auslandsmissionen , der 1913 in Lyon geboren wurde und 1954 in Vietnam starb, inmitten des Volkes, zu dem er gesandt worden war. <br />Pater Campion begleitete lange Zeit die Lyoner Pfarrei, aus der Pater Amédée stammte. Hinter dem von ihm gewählten Bild zeichnet sich ein Leben ab, das still und leise vom Gebet, vom kirchlichen Bewusstsein und von der Begeisterung für die Mission geprägt war.<br />Amédée Charles Benoît wurde am Vorabend des Ersten Weltkriegs in eine kinderreiche Familie geboren, die tief vom Glauben und vom Pfarreileben geprägt war. In seiner Kindheit und Jugend wurde gemeinsam gebetet, an der Messe teilgenommen und konkrete Nächstenliebe praktiziert. Noch heute spricht seine Familie von ihm als einem „Zeitgenossen“: nicht als einer fernen Gestalt aus einem alten Album mit vergilbten Fotos, sondern als einem Onkel, der ihnen überraschend nahe steht. <br />Nach dem Besuch des Saint-Joseph College trat Amédée in das Große Priesterseminar von Issy-les-Moulineaux ein. Im Jahr 1937 empfing er schließlich Priesterweihe und wurde als Vikar nach Saint-Didier-au-Mont-d'Or in der Diözese Lyon entsandt wurde.<br />Acht Jahre lang widmete er sich dem Seelsorgedienst in der Gemeinde. Diejenigen, die die Zeugnisse der älteren Generation gesammelt haben, wie Pater Campion, bewahren das Bild eines Priesters, der in Gebet versunken, aufmerksam für die Menschen, hilfsbereit und diskret war. Doch nach und nach entwickelte sich in ihm eine neue Berufung: die der Mission „ad gentes“.<br />Nach dem Zweiten Weltkrieg, als so viele Leben aus den Fugen geraten waren und er selbst deportiert und inhaftiert wurde, schloss er sich den Pariser Auslandsmissionen an, jener geistlichen Gemeinschaft, die Hunderte von Priestern nach Asien entsandte. „Er suchte kein Abenteuer, sondern die Treue zu einer ganz klaren inneren Berufung“, so Pfarrer Benoît Campion, der betont, wie diese Entscheidung auch in eine Familiengeschichte passt, die von Nächstenliebe und Hingabe geprägt ist.<br />Pater Amédée, der für die Mission in Quy Nhon in Zentralvietnam bestimmt war, verließ Frankreich 1946. Sein Weg führte ihn über mehrere Stationen: Nha Trang, Binh Cang, um die Sprache zu erlernen und Kultur kennenzulernen, dann Tourane, Tra Kiêu und schließlich ein kleines Priesterseminar in der Nähe von Phan Rang, wo er als Lehrer und Ökonom arbeitete. Er nahm die Herausforderung an, selbst Schüler zu sein, eine neue Sprache zu lernen, die Sitten zu erlernen und sich verändern zu lassen.<br />Seine Familie erinnert sich, dass er ein sehr bescheidenes Leben führte. „Er besaß nicht viel, denn als gläubiger Mann hatte er nur wenig“, bemerkt sein Patensohn Bruno Benoît und erinnert sich an den Koffer, den er aus Vietnam mitgebracht hatte – fast leer, aber voller Geschichte.<br />Doch die politische und militärische Lage verschärfte sich zusehends. 1952 war Pater Amédée verantwortlich für den Bezirk Tra Kiêu, den der Krieg in ein regelrechtes Schützengrabenlager verwandelt hatte. Die Gefahren waren real, Angriffe möglich und Reisen gefährlich. Dennoch dachte er nie daran, seinen Posten zu verlassen. Seine Entscheidung, bei den Vietnamesen zu bleiben, die er liebte und denen er diente, wurde zu einem spirituellen Ankerpunkt für seine Familie. „Man könnte sagen, er hält die Familie zusammen, stärkt den Glauben, hilft, Prüfungen zu bestehen, und vermittelt Lebensfreude“, fassen Bruno und seine Cousine Marie-Ange zusammen, die in seiner pastoralen Haltung eine Quelle anhaltender Inspiration sehen.<br />Die Erinnerung an diesen Missionar verankerte sich schon früh. Eine andere Nichte, Dominique, erinnert sich: „Als Kind, zur Zeit meiner Erstkommunion, bat mich meine Mutter, Onkel Amédée zu schreiben, der seit vielen Jahre in Vietnam war. Ich erhielt seine handgeschriebene Antwort auf Luftpostpapier, die ich immer in Ehren gehalten habe. Er starb ein Jahr später. Seitdem wird sein Andenken immer wieder, mehr oder weniger regelmäßig, geehrt.“ Mit diesen wenigen Zeilen aus Asien wurde ein Band geknüpft, das übe die Jahre nie abriss.<br />Über die Jahrzehnte hat die Familie beschlossen, die Erinnerung an Pater Amédée Benoît wachzuhalten und erwog sogar die Gründung eines Vereins zu seinen Ehren. In diesem Zusammenhang werden Treffen organisiert, anfangs bescheiden, dann immer formeller, angefangen mit der großen Feier der Glaubenszeugen, die von Papst Johannes Paul II. zum Heiligen Jahr 2000 initiiert worden war und bei der auch Pater Amédée gedacht wurde. Oftmals sind es große Familientreffen, an denen mehrere Generationen teilnehmen, manchmal mit mehreren Hundert Gästen. „Diese Familientreffen sind Momente voller Freude, einer menschlichen Freude natürlich, denn wir sind eine sehr große Familie, zu der sich eine übernatürliche Freude hinzugesellt, die unser Verständnis übersteigt“, so Dominique. Für Isabelle steht die spirituelle Dimension im Mittelpunkt dieser Treffen: „Wir könnten uns nicht treffen, ohne mit einer Messe zu beginnen. Die spirituelle Dimension ist selbstverständlich.“<br />Im Mittelpunkt der Treffen stehen stets die Eucharistie, das gemeinsame Gebet, die Erinnerung an die Familiengeschichte, aber auch eine sehr ungezwungene Atmosphäre. Bruno Benoît und Marie-Ange freuen sich darüber, dass diese Zusammenkünfte keineswegs nur nostalgische Erinnerungen sind, sondern „den Weg zur Teilnahme an Gebetsgruppen ebnen und dazu beitragen, mit der Eucharistie verbunden zu bleiben“. Für sie vereint die Gestalt von Pater Amédée „die Familie, hebt das geistliche Niveau an, hilft, Prüfungen zu überwinden, und vermittelt Lebensfreude“. Diese Freude, sagen sie, sei eine der sichtbarsten Früchte der unaufdringlichen Gegenwart dieses Onkels, der Missionar war.<br />Eine von der Familie aufbewahrte Kiste, die zur während des Gebets herumgereicht wird, zeugt konkret von dieser Geschichte. Darin befindet sich insbesondere das Brevier, das er zum Zeitpunkt seines Todes bei sich trug und das von den Kreuzliebenden Schwestern zurückgebracht wurde. „Es ist für mich der wichtigste Gegenstand“, vertraut Dominique an. „Aus Rücksichtnahme haben die Ordensschwestern den blutbefleckten Einband entfernt, bevor sie es den Eltern des Missionars übergaben, um sie nicht noch mehr zu erschüttern.“ „Dieses Brevier war meiner Mutter in der Stunde ihres Todes eine große Stütze“, fügt sie hinzu und verdeutlicht damit, wie sehr dieser Gegenstand zu einem Bindeglied zwischen den Generationen geworden ist. Isabelle bestätigt dies: „Das Brevier ist der Gegenstand, der uns am meisten berührt … Es ist eine Reliquie, die wir in unserer Familie und unter unseren Freunden weitergeben.“<br />Um diesen zentralen Gegenstand der Erinnerung sind weitere Zeugnisse entstanden: ein im MEP-Museum aufbewahrtes Messbuch, Fotografien, eine Broschüre, die sein Leben nachzeichnet, ein Theaterstück, ein Lied, der Beginn eines Kindercomics und sogar eine Figur von ihm, die heute in Krippen verschiedener Familienzweige aufgestellt ist. Gedenktafeln erinnern in einigen Pfarreien, wie beispielsweise Saint-Didier, an ihn. All dies trägt, in Dominiques Worten, zu einem „spirituellen und immateriellen Erbe bei, das es wichtig ist, weiterzugeben“.<br />Das Leben von Pater Amédée endete innerhalb weniger Stunden inmitten eines Sturms. Im Juli 1954 erfuhr er, dass ein Soldat eines nahegelegenen Postens schwer verwundet worden war, und fuhr sofort mit dem Fahrrad zu dessen Sterbebett, um ihm beizustehen. Am nächsten Tag beschloss er, den Leichnam nach Tra Kiêu zu begleiten, um ihm ein christliches Begräbnis zu ermöglichen. Er folgte der Bahre und betete den Rosenkranz. Anschließend wurde die kleine Prozession angegriffen. Eine bewaffnete Gruppe eröffnete das Feuer, und der Missionar wurde aus nächster Nähe getroffen. Er starb kurz darauf, den Rosenkranz noch in der Hand. Gläubige und mehrere Gemeindemitglieder bargen seinen Leichnam und bestatteten ihn nahe der Kirche, inmitten der Bevölkerung, die ihn aufgenommen hatten und sein Andenken durch Feierlichkeiten bewahrt, darunter ein wunderschönes Gemälde eines vietnamesischen Künstlers in Tra Kiêu, heute ein beliebter Marienwallfahrtsort.<br />Für seine Familie ist der Tod von Pater Amédée die Vollendung eines Lebens der Hingabe. „Wir sind Erben eines spirituellen und immateriellen Erbes, das es wert ist, weitergegeben zu werden“, sagt Dominique. Sie fügt hinzu: „In schwierigen Zeiten spreche ich oft mit ihm: ‚Onkel Amédée, komm und hilf mir!‘ Und es hilft!“ Seine Großnichte Florence erzählt, dass eine vietnamesische Ordensfrau, als sie von „Onkel Amédée“ sprach, antwortete, sie kenne ihn bereits und habe an seinem Grab gebetet: ein stilles Zeichen dafür, dass sein Andenken in dem Land weiterlebt, in dem er wirkte und sein Leben gab.<br />Dieses Erbe reicht weit über den Familienkreis hinaus. Isabelle betont, dass es „zwei Neffen gibt, die bereits Priester sind, und einen Großneffen im Priesterseminar“. Die Gestalt von Pater Amédée regt uns an, uns mit unserer Berufung in einer Zeit zu befassen, in der dies in Familien nicht mehr selbstverständlich ist. So wurde Pater Alexandre Rogala, ein Besucher aus Fourvière, mit dem Marie-Ange über Pater Amédée gesprochen hatte, Priester der Pariser Auslandsmissionen. Anschließend ging er als Missionar nach Japan, als ob die Gnade der Mission in seine geistliche Familie weiterhin wirkte. „Viele möchten wie er Zeugnis vom Glauben ablegen“, resümiert Isabelle, wohl wissend, dass viele geistliche Früchte „im Verborgenen“ bleiben und dass „die Zukunft nicht uns gehört“. Ein weiterer Neffe, Pater Étienne Frécon, ist heute Generalvikar der Pariser Auslandsmissionen.<br />Heute lebt die Erinnerung an Pater Amédée Benoît im Gebet, in Begegnungen, in den überlieferten Gegenständen und auch in bestimmten Orten fort. Seine Ikone, die heute die Kapelle des Hauses Lorette in Lyon schmückt, wo einst Pauline Jaricot lebte, erinnert zusammen mit einem Meditationsheft an die wichtigsten Stationen seines Lebens: seine Taufe, seine Pilgerreisen nach Le Puy-en-Velay mit den jungen Cœurs Vaillants, seine Abreise nach Asien, sein Wirken als Pfarrer in Vietnam und sein gewaltsamer Tod, weil er seiner Mission treu blieb. Diese Präsenz neben einer so bedeutenden Persönlichkeit der Mission und Nächstenliebe wie Pauline Jaricot unterstreicht die Kontinuität einer einzigen inneren Überzeugung, der Antwort auf Christi Ruf. „Er hilft und leitet die Familie, aber vor allem bewahrt er deren Lebensfreude“, vertraut Isabelle an. <br />Zwischen dem Fourvière-Hügel bei Lyon und dem Marienheiligtum von Tra Kiêu, zwischen dem Elternhaus und der Gesellschaft der Auswärtigen Missionen in Paris, zieht sich ein roter Faden durch das Leben von Pater Amédée Benoît. Sein Tod im Jahr 1954 ist also keineswegs das Ende seiner Geschichte, sondern erhellt ein Leben, das von einer spirituellen Fruchtbarkeit geprägt war, die Generationen umspannt und auch heute noch mutige missionarische Berufungen hervorbringt. Ein Leben, das beispielhaft für die Offenheit der Familie stand, deren kostbarster Schatz ein lebendiger Glaube ist.<br /><br />Tue, 23 Jun 2026 13:08:27 +0200AMERIKA/KOLUMBIEN - Missionskongress der Kinder- und Jugendmissionswerke: 1000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen erwartethttps://www.fides.org/de/news/77844-AMERIKA_KOLUMBIEN_Missionskongress_der_Kinder_und_Jugendmissionswerke_1000_Teilnehmer_und_Teilnehmerinnen_erwartethttps://www.fides.org/de/news/77844-AMERIKA_KOLUMBIEN_Missionskongress_der_Kinder_und_Jugendmissionswerke_1000_Teilnehmer_und_Teilnehmerinnen_erwartetBogotá – Vom 25. bis 28. Juni werden in der kolumbianischen Stadt Valledupar Kinder und Jugendlichen aus dem ganzen Land zusammenkommen, die zu einem großen Fest des Glaubens, der Gemeinschaft und der Mission anreisen. „Mit Jesus auf Mission in der Welt mit Trommel, Guacharaca und Akkordeon“ lautet das Motto des 9. Missionskongresses der Kinder- und Jugendmissionswerks. Das Thema des Kongresses ist: „Vereint mit dem Herzen Jesu verkünden wir der Welt die Freude des Evangeliums.“<br />Über 1.000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen werden erwartet, darunter Jungen und Mädchen, Jugendliche und Animateure, die, inspiriert von den Worten Jesu: „Alle sollen eins sein, damit die Welt glaubt“ , Tage der Bildung, Spiritualität, des Feierns, des kulturellen Austauschs und der missionarischen Tätigkeit erleben werden. Dies fördert die Gemeinschaft zwischen den einzelnen Teilkirchen Kolumbiens und stärkt das Charisma der Päpstlichen Kinder- und Jugendmissionswerke.<br />Zu dem von den Päpstlichen Missionswerken in Kolumbien in Zusammenarbeit mit der Diözese Valledupar und der kolumbianischen Bischofskonferenz organisierte Missionskongress werden auch Bischöfen, Diözesandirektoren des Päpstlichen Missionswerke und Verantwortliche der missionarische Pastoral erwartet.<br />Die Wahl von Valledupar als Veranstaltungsort für den Kongress ermöglicht die Verbindung des reichen kulturellen Erbes der kolumbianischen Karibik mit der missionarischen Begeisterung der Kinder und Jugendlichen. Die musikalische Tradition der Region , die europäische Instrumente mit afrikanischen Trommeln und indigenen Rhythmusinstrumenten verbindet, wird zum Sinnbild der freudigen Verkündigung des Evangeliums.<br />„Mit diesem Treffen“, so eine Pressemitteilung der kolumbianischen PMS, „bekräftigt die Kirche in Kolumbien ihr Engagement für die Ausbildung neuer Generationen missionarischer Jünger, die, aus ihrer eigenen Erfahrung und ihrem kulturellen Reichtum schöpfend, zum Aufbau einer zunehmend synodalen, missionarischen Kirche beitragen können, die offen für die universelle Mission ist.“<br /> <br /><br/><strong>Link correlati</strong> :<a href="https://www.fides.org/it/attachments/view/file/LOCANDINA.jpg">Plakat</a>Tue, 23 Jun 2026 12:49:44 +0200ASIEN/PHILIPPINEN - Wegen seiner Unterstützung indigener Gemeinschaften im Kampf gegen den Bergbau verklagt: Kirchenvertreter bringen Verbundenheit mit Bischof von Bayombong zum Ausdruckhttps://www.fides.org/de/news/77843-ASIEN_PHILIPPINEN_Wegen_seiner_Unterstuetzung_indigener_Gemeinschaften_im_Kampf_gegen_den_Bergbau_verklagt_Kirchenvertreter_bringen_Verbundenheit_mit_Bischof_von_Bayombong_zum_Ausdruckhttps://www.fides.org/de/news/77843-ASIEN_PHILIPPINEN_Wegen_seiner_Unterstuetzung_indigener_Gemeinschaften_im_Kampf_gegen_den_Bergbau_verklagt_Kirchenvertreter_bringen_Verbundenheit_mit_Bischof_von_Bayombong_zum_AusdruckBayombong – Priester, Ordensleute und Laien aus den Provinzen Nueva Vizcaya und Quirino nahmen heute an einem friedlichen Marsch und einem Gebet teil, die von der Kommission für Soziales der Diözese Bayombong im Zentrum der philippinischen Insel Luzon organisiert wurden. Sie bekundeten damit ihre Verbundenheit und Solidarität mit Bischof Jose Elmer Mangalinao von Bayombong und Pfarrer Christian Dumangeng, die beide in einem Rechtsstreit wegen Bergbauaktivitäten in der Region Kasibu angeklagt und verurteilt wurden.<br />Am 23. Juni fand vor dem Amtsgericht von Kasibu in der philippinischen Provinz Nueva Vizcaya eine Anhörung zum Antrag auf einstweilige Verfügung in dem Zivilprozess gegen Bischof Jose Elmer Mangalinao von Bayombong und weitere Aktivisten und Umweltschützer statt, die sich gegen ein Bergbauprojekt in der Region engagieren.<br />Die Zivilklage wurde von Rosario Camma eingereicht, der sich als „Häuptling der indigenen Bugkalot-Ilongot-Gemeinschaft“ bezeichnete. Im Kern geht es jedoch um die von lokalen Gemeinschaften errichteten Barrikaden gegen die Explorationsaktivitäten der North Luzon Mineral Resources Corporation im angestammten Gebiet der indigenen Bevölkerung. Obwohl das Bergbauunternehmen nicht als Kläger aufgeführt ist, steht der Streit in direktem Zusammenhang mit dem von ihm geförderten Bergwerksprojekt.<br />Der Anwalt der Beklagten, Fidel Santos, bezeichnete das Verfahren als potenziell „juristische Maßnahme zur Einschüchterung von Umweltschützern und Gegnern des Bergbaus“.<br />Das Gericht hatte in den letzten Tagen bereits einen Antrag auf polizeiliche Intervention abgelehnt und damit die friedlichen Barrikaden der lokalen Gemeinschaften gegen die Mineralexploration zumindest bis zum Erlass der einstweiligen Verfügung bestehen gelassen.<br />Die Kontroverse dreht sich um den Protest der indigenen Bugkalot-Ilongot-Gemeinschaften, deren Gebiete von einem Bergbauprojekt betroffen sind. Erzbischof Mangalinao bekräftigte, dass die Präsenz der Kirche an der Seite der lokalen Gemeinschaften auf einer seelsorgerischen, nicht auf einer politischen Verantwortung beruhe. „Als Bischof dieser Diözese“, erklärte er, „spüre ich die Verantwortung, den Armen beizustehen, die Schwächsten zu verteidigen und denen eine Stimme zu geben, deren Stimmen oft ungehört bleiben. Dies ist keine politische, sondern eine seelsorgerische Pflicht.“<br />Der Bischof erläuterte die Gründe für seinen Besuch in der Region: „Ich bin hingegangen, um sie zu begleiten und ihnen Trost zu spenden.“ Er leitete ein Gebet vor Ort und betonte, dass die Kirche weiterhin „den Schrei der Erde und den Schrei der Armen“ hören werde.<br />Zahlreiche kirchliche und akademische Organisationen brachten unterdessen ihre Verbundenheit mit dem Bischof von Bayombong zum Ausdruk. Die Saint „Mary’s University of Bayombong“ bekundete ihre uneingeschränkte Solidarität mit der Diözese und Bischof Mangalinao und bekräftigte ihr Engagement für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, den Schutz der Schöpfung und die Förderung sozialer Gerechtigkeit. Die Universität betonte die Notwendigkeit, den indigenen Völkern besondere Aufmerksamkeit zu widmen, und erinnerte daran, dass das Land für sie ein Geschenk Gottes und ihrer Vorfahren und ein wesentlicher Bestandteil ihrer kulturellen und spirituellen Identität sei.<br />Auch die „Catholic Educational Association of the Philippines“ , in der sich die katholischen Bildungseinrichtungen im Norden der Insel Luzon zusammenschließen, veröffentlichte ebenfalls eine Erklärung, in der die Mitglieder ihre Unterstützung für den Bischof von Bayombong zum Ausdruck brachten. Die Initiativen des Bischofs, so CEAP, dürften nicht als politische Akte, sondern als Ausdrucksformen des Auftrags der Kirche interpretiert werden. „Sich mit den Armen zu solidarisieren, mit den Gemeinden zu beten und Gottes Schöpfung zu verteidigen, ist ein integraler Bestandteil des Evangeliums“, heißt es in dem Dokument. Es warnt zudem vor der Gefahr, dass juristische Instrumente dazu missbraucht werden, diejenigen einzuschüchtern oder zum Schweigen zu bringen, die sich für den Umweltschutz und die Rechte lokaler Gemeinschaften einsetzen.<br />CEAP erinnert daran, dass die „Sorge für unser gemeinsames Haus“ auch die Menschenwürde, soziale Gerechtigkeit und die Zukunft künftiger Generationen betrifft. Sie bekräftigt ihren Aufruf, dass Wahrheit, Gerechtigkeit und das Gemeinwohl siegen müssen, und betont ihr Engagement für die Erziehung junger Menschen, die nicht nur die Schöpfung achten, sondern sie auch mutig schützen.<br />Mehrere Vertreter der philippinischen Kirche haben ihre Unterstützung für den angeklagten Prälaten zum Ausdruck gebracht. Kardinal Pablo Virgilio David, Bischof von Kalookan, lobte Bischof Mangalinao und erklärte, der Bischof habe „nie den Mut verloren, das zu verteidigen, was er für sein Volk als lebenswichtig erachtet“.<br />Erzbischof Ricardo Baccay von Tuguegarao, Präsident der Bischöflichen Kommission für Öffentlichkeitsarbeit der Katholischen Bischofskonferenz der Philippinen bekundete seine Solidarität „mit all jenen, die mutig für den Schutz unseres gemeinsamen Hauses eintreten“, und erinnerte daran, dass die Sorge für die Schöpfung und alle Geschöpfe „eine moralische Verantwortung“ sei.<br /> <br />Tue, 23 Jun 2026 12:48:48 +0200AFRIKA/SUDAN - Bischof Kussala: “Der Verlust von Pfarrr Youhanna Al-Amin ist eine schmerzliche Wunde für die ganze Kirche”https://www.fides.org/de/news/77845-AFRIKA_SUDAN_Bischof_Kussala_Der_Verlust_von_Pfarrr_Youhanna_Al_Amin_ist_eine_schmerzliche_Wunde_fuer_die_ganze_Kirchehttps://www.fides.org/de/news/77845-AFRIKA_SUDAN_Bischof_Kussala_Der_Verlust_von_Pfarrr_Youhanna_Al_Amin_ist_eine_schmerzliche_Wunde_fuer_die_ganze_KircheKhartum – „Der gewaltsame Tod eines Priesters im Dienst am Volk Gottes ist eine Tragödie, die das Herz der Kirche tief berührt“, so Bischof Eduardo Hiiboro Kussala von Tombura-Yambio im Südsudan in seinem Beileidsschreiben zum Tod von Pfarrer Youhanna Al-Amin, der am 19. Juni in Kauda in den Nuba-Bergen gewaltsam ums Leben kam .<br />„Pfarrer Youhanna war nicht einfach nur ein Gemeindepfarrer“, betont Bischof Kussala. „Er war ein Hirte, ein Diener der Hoffnung, ein Friedensbote und ein Zeuge des Evangeliums. Sein Verlust ist eine schmerzliche Wunde für die Diözese El Obeid, für die Kirche im Sudan und für uns alle, die wir an die unantastbare Würde jedes menschlichen Lebens glauben.“<br />„Als Bischöfe des Sudan und des Südsudans, vereint in der Katholischen Bischofskonferenz des Sudan und des Südsudans, stehen wir solidarisch an der Seite der Diözese El Obeid und all jener, die um Pfarrer Youhanna Al-Amin trauern“, fährt Erzbischof Kussala fort.<br />Der Bischof von Tombura-Yambio betont, dass die Ermordung von Pater Youhanna „uns an die immensen Opfer erinnert, die Priester, Ordensleute, Katecheten und Laien weiterhin an Orten bringen, die von Konflikten und Unsicherheit geprägt sind. Es erinnert uns auch daran, dass die Mission der Kirche oft unter schwierigen Umständen stattfindet, wo Gottes Diener trotz Gefahren und Ungewissheiten ihren Gläubigen nahe bleiben.“ Aus diesem Grund, so Bischof Kussala, „bezeugt Pfarrer Youhannas Zeugnis pastorale Hingabe, Mut und Treue zu Christus und seinem Volk.“ <br />Mit Blick auf die schwierige Lage in den Nuba-Bergen, wo der ermordete Priester jahrzehntelang gewirkt hatte, betont Bischof Kussala: „Die Kirche ist den Menschen in den Nuba-Bergen in all ihren Prüfungen stets nahe geblieben.“ „Ihre Mission war es immer, Leidende zu begleiten, Wunden zu heilen, Versöhnung zu fördern, die Menschenwürde zu verteidigen und Hoffnung zu verkünden. Selbst in den dunkelsten Momenten bleibt die Kirche ein Zeichen dafür, dass Gott sein Volk nicht verlassen hat“, bekräftigt er abschließend<br /> Tue, 23 Jun 2026 12:10:31 +0200AFRIKA/SÜDAFRIKA - Aufruf zum Dialog gegen Fremdenfeindlichkeithttps://www.fides.org/de/news/77842-AFRIKA_SUeDAFRIKA_Aufruf_zum_Dialog_gegen_Fremdenfeindlichkeithttps://www.fides.org/de/news/77842-AFRIKA_SUeDAFRIKA_Aufruf_zum_Dialog_gegen_FremdenfeindlichkeitKapstadt – „Ich hoffe, dass unsere Kirchen auf allen Ebenen einen offenen Dialog fördern und unterstützen werden, der Einheimische, ausländische Staatsbürger und ihre Organisationen, Unternehmer und ihre Verbände sowie die Behörden zusammenbringt“, so Erzbischof Sithembele Anton Sipuka von Kapstadt und Präsident des Südafrikanischen Kirchenrats , der angesichts der Welle der Fremdenfeindlichkeit, die seit Wochen ausländische Gemeinschaften in Südafrika trifft , zum Dialog aufruft. <br />Gewalt und Einschüchterung machen nach Angaben des SACC, das ökumenische Gremium der wichtigsten christlichen Konfessionen Südafrikas, auch nicht vor Kirchen halt, die von Ausländern geleitet werden und im Land aktiv sind. Laut dem Kirchenrat kam es zu verbalen Beleidigungen, einschüchternden Graffiti an Kirchenwänden und in Einzelfällen zu Drohungen mit körperlicher Gewalt gegen Ausländer, die Kirchengemeinden angehören, welche Spenden aus dem Ausland erhalten.<br />Die SACC nennt zwar keine konkreten Vorfälle, betont aber, dass diese Verhaltensweisen an frühere Situationen erinnern, in denen mit dem Ausland verbundene NGOs ähnliche Reaktionen erfahren haben. Die Organisation bekräftigt zudem, dass alle Religionsgemeinschaften, unabhängig von ihren Finanzierungsquellen, Anspruch auf denselben gesetzlichen Schutz haben.<br />In seinem Aufruf zum Dialog betont Erzbischof Sipuka, dass dieser auf dem Zuhören „der berechtigten Anliegen der Gemeinschaften beruhen muss. Es gilt, die Verantwortlichen für Fehlverhalten – unabhängig von ihrer Nationalität – sowie Geschäftsinhaber, die ausländische Staatsangehörige zu Niedriglöhnen beschäftigen und sich so fairen Löhnen und arbeitsrechtlichen Verpflichtungen entziehen, zur Rechenschaft zu ziehen“.<br />„Die Kirche ist überzeugt, dass berechtigte Anliegen Gehör verdienen, aber dass kein Anliegen Gewalt, Einschüchterung, die Bildung von Bürgerwehren oder die Verfolgung unschuldiger Menschen aufgrund ihrer Nationalität rechtfertigen kann“, fügte der Erzbischof hinzu.<br />Bischof Sipuka lud auch die Partnerkirchenräte der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika zum Dialog ein, „in Anerkennung dessen, dass Migration eine regionale Herausforderung darstellt, die regionale Solidarität, Zusammenarbeit und Verständnis erfordert“.<br />Bongani Mkwananzi, Sprecher des „African Diaspora Forum“ , erklärte unterdessen: „Das ADF lehnt fremdenfeindliche Ultimaten und jeden Versuch ab, Menschen allein aufgrund ihrer Herkunft zu diskriminieren.“ Gleichzeitig räumte er jedoch ein: „Wir dürfen aber auch die wachsende Besorgnis der Öffentlichkeit über die Zunahme selbsternannter Propheten, Untergrundkirchen und religiöser Organisationen, die scheinbar mehr daran interessiert sind, von schutzbedürftigen Menschen zu profitieren, nicht ignorieren.“<br />„Jeder, unabhängig von seiner Nationalität, der unschuldige Menschen ausbeutet und täuscht, muss vor dem Gesetz zur Rechenschaft gezogen werden“, schloss Mkwananzi.<br /> Tue, 23 Jun 2026 11:57:34 +0200AMERIKA/DOMINIKANISCHE REPUBBLIK - Zwischen Armut und Migration: Die „kongregationsübergreifende“ Mission der Ordensschwestern in den „Bateyes“ von Barahonahttps://www.fides.org/de/news/77835-AMERIKA_DOMINIKANISCHE_REPUBBLIK_Zwischen_Armut_und_Migration_Die_kongregationsuebergreifende_Mission_der_Ordensschwestern_in_den_Bateyes_von_Barahonahttps://www.fides.org/de/news/77835-AMERIKA_DOMINIKANISCHE_REPUBBLIK_Zwischen_Armut_und_Migration_Die_kongregationsuebergreifende_Mission_der_Ordensschwestern_in_den_Bateyes_von_BarahonaBarahona – Die Interkongregationale Missionsgemeinschaft entstand 2010 in Haiti auf Initiative der Lateinamerikanischen Konferenz der Ordensleute und wurde anschließend von der Ecuadorianischen Konferenz der Ordensleute nach dem verheerenden Erdbeben im Land unterstützt. Heute ist die Gemeinschaft in Barahona in der Dominikanischen Republik tätig. Die Ordensschwestern arbeiten dort in einem Kontext, der von struktureller Armut, haitianischer Migration und der Realität der „Bateyes“, landwirtschaftlichen Siedlungen mit hoher sozialer Verwundbarkeit, geprägt ist.<br />Ein besonderes Merkmal der Missionsgemeinschaft ist ihr „kongregationsübergreifender“ Charakter: Die CIM ist aus der Zusammenarbeit von Ordensfrauen verschiedener Kongregationen entstanden, die durch denselben missionarischen Eifer verbunden sind.<br />Im Laufe der Zeit haben sich Ordensschwestern aus über zehn Kongregationen in der Missionsgemeinschaft zusammengeschlossen.<br />Diese Gemeinschaft der Charismen ist ein konkretes Zeichen der Einheit in Vielfalt und fördert eine bedeutende kirchliche Präsenz an den menschlichen und sozialen Rändern – ein Ausdruck des Reichtums des Ordenslebens in Mitverantwortung und gemeinsamem Dienst. Es ist eine innovative und zutiefst kirchliche Missionserfahrung.<br />Der Missionsgemeinschaft von Barahona gehören Comboni-Missionsschwestern, mexikanische „Maestras Católicas del Sagrado Corazón de Jesús“ und „Mercedarias Misioneras“ aus Barcelona an, die gemeinsam an einem Projekt arbeiten. Zu ihnen gehört Schwester Rosa María del Socorro López Castañeda, eine Comboni-Missionarin mit langjähriger Erfahrung in Grenzgebieten. Ihr Zeugnis, das von ihrer Ordensgemeinschaft bereitgestellt wurde, wurde von den Päpstlichen Missionswerken in Spanien veröffentlicht.<br />Die ursprünglich aus Mexiko stammende Ordensfrau berichtet, dass ihr Lebensweg eng mit der Entwicklung der CIM verbunden ist, der sie zuvor in Haiti angehörte. Sieben Jahre lang war sie in Grenzgebieten seelsorgerisch tätig, in Kontexten extremer Armut und hoher menschlicher Mobilität. Diese Erfahrung prägte ihren Ansatz der Missionsarbeit nachhaltig. Die Eröffnung der Mission in Barahona stellt die Fortsetzung dieses in Haiti begonnenen Weges dar und zielt darauf ab, die kirchliche Präsenz in den am stärksten gefährdeten Gebieten zu stärken.<br /> „Ich bin als Mitglied der CIM in Barahona. Die Stadt ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und liegt in unmittelbarer Nähe zur Grenze zu Haiti. Daher leben hier viele haitianische Migranten. Es ist eines der ärmsten und bedürftigsten Bistümer, sowohl religiös als auch wirtschaftlich“, so die Missionsschwester. „Wir von der CIM arbeiten in Pueblo Nuevo, einem der ärmsten Viertel am Stadtrand, wo hohe Arbeitslosigkeit, Analphabetismus, Prostitution und Drogenabhängigkeit herrschen. Die große Präsenz protestantischer Gemeinden führt zudem zu einer gewissen Abneigung gegenüber der katholischen Kirche“, fügt sie hinzu. <br />Die Arbeit der Schwestern konzentriert sich auf die Unterstützung vernachlässigter älterer Menschen und auf die pastorale Begleitung. Außerdem bieten sie in den Pfarreien und Gemeindehäusern von Barahona und San Pedro de Macorís Workshops zu Naturheilkunde und Phytotherapie an, insbesondere für Frauen in schwierigen Lebenslagen.<br />Die Missionsschwester beschreibt die „Bateyes“ als Siedlungen, die um landwirtschaftliche Plantagen entstanden sind, die sich ursprünglich dem Anbau von Zuckerrohr widmeten. Dort leben dominikanische Familien haitianischer Herkunft und haitianische Migranten unter prekären Bedingungen und mit nur eingeschränktem Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen. „Dies ist eine der schwierigsten, herausforderndsten und risikoreichsten Missionen in der Dominikanischen Republik“, betont sie. <br />In den Workshops, erklärt sie, „wollen wir das Selbstwertgefühl und die Fähigkeiten zur Gemeinschaftsorganisation stärken, das Bewusstsein für die Rechte und Pflichten im Gesundheitswesen fördern und Frieden, Gerechtigkeit sowie neue Formen lokaler Organisation und Wirtschaft unterstützen.“ Dank der Verwendung von Heilpflanzen „lernen die Teilnehmenden außerdem, Salben, Sirupe, Seifen und Shampoos herzustellen.“<br />Schwester Rosa María betont auch den Wert der interkulturellen Begegnungen durch die Verwendung der Muttersprache der Menschen, die sie begleitet. Diese Sprache lernte sie während ihrer Jahre als Missionsschwester in Haiti. „Wenn ich Haitianisch-Kreolisch spreche, fangen sie an zu singen und zu applaudieren“, sagt sie.<br />„Es liegt noch ein langer Weg vor uns und es gibt viel zu tun. Wir bemühen uns, diesen Menschen Hoffnung und Mitgefühl zu schenken... Ich vertraue dabei auf den Wunsch des heiligen Daniel Comboni: ‚Seelen werden durch Gebet und Opfer gerettet‘“, so fasst die Missionarin ihren Dienst in diesen Gebieten zusammen.<br /> Tue, 23 Jun 2026 10:25:34 +0200EUROPA/BOSNIEN UND HERZEGOWINA - Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke ernannthttps://www.fides.org/de/news/77840-EUROPA_BOSNIEN_UND_HERZEGOWINA_Nationaldirektor_der_Paepstlichen_Missionswerke_ernannthttps://www.fides.org/de/news/77840-EUROPA_BOSNIEN_UND_HERZEGOWINA_Nationaldirektor_der_Paepstlichen_Missionswerke_ernanntSarajevo - Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung , hat am 30. April 2026, Pfarrer Dubravko Turalija aus der Erzdiözese Vrhbosna, für fünf Jahre zum Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Bosnien und Herzegowina ernannt. <br />Der Priester der Erzdiözese Vrhbosna und Universitätsdozent Dubravko Turalija wurde 1977 in Livno geboren, besuchte zunächst die Grundschule in Kupres und von 1991 bis 1995 das Kleine Seminar und das Gymnasium in Dubrovnik, Pazin und Zadar. Pfarrer Turalija studierte Theologie an der Katholischen Theologischen Fakultät in Vrhbosna in Boj auf der Insel Braè während der Kriegsjahre und nach dem Krieg in Sarajevo .<br />Der 2002 zum Priester geweihte neue Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Bosnien und Herzegowina war Pfarrvikar in Sarajevo und ist seit 2005 persönlicher Sekretär von Kardinal Vinko Puljic. Im selben Jahr begann er ein Bibelstudium am Päpstlichen Bibelinstitut in Rom und an der Hebräischen Universität Jerusalem. 2009 studierte er Griechisch in Athen und begann seine Promotion in Bibelwissenschaften und Semitistik an der Katholischen Universität von Amerika in Washington, D.C., die er 2014 abschloss. Seit 2015 lehrt er an der Katholischen Theologischen Fakultät in Sarajevo. Er ist Autor zahlreicher Studien und wissenschaftlicher Artikel, hat an mehreren nationalen und internationalen Symposien teilgenommen und zahlreiche Exerzitien für Priester und Ordensleute geleitet.<br /> <br />Tue, 23 Jun 2026 09:10:48 +0200ASIEN/CHINA - Vatertag ist in der Handelsstadt Yiwu Anlass zur Verkündigung des Evangeliumshttps://www.fides.org/de/news/77838-ASIEN_CHINA_Vatertag_ist_in_der_Handelsstadt_Yiwu_Anlass_zur_Verkuendigung_des_Evangeliumshttps://www.fides.org/de/news/77838-ASIEN_CHINA_Vatertag_ist_in_der_Handelsstadt_Yiwu_Anlass_zur_Verkuendigung_des_EvangeliumsASIEN/CHINA – Der Vatertag ist in Yiwu Anlass zur Verkündigung des Evangeliums <br />Yiwu – Ein unerwartetes Ereignis erfreut die katholische Gemeinde von Yiwu und bestätigt sie in ihrem Wirken bei der Verkündigung des Evangeliums: Anlässlich des Vatertags dankten an diesem Sonntag, dem 21. Juni, Väter aus aller Welt der Kirchengemeinde für die ihnen entgegengebrachte Freundlichkeit.<br />Sie stammen aus Kolumbien, Indien, Korea oder verschiedenen afrikanischen Ländern. Es sind katholische Unternehmer, Arbeiter und Händler, die sich zum Arbeiten in China aufhalten. Junge Menschen, die fernab ihrer Familien leben, mit kleinen Kindern oder älteren Vätern, manche sogar über achtzig. Während ihres Aufenthalts in China leisten sie einen wertvollen Beitrag zum Leben und Wachstum der katholischen Gemeinde in der internationalen Handelsstadt Yiwu. Gemeinsam mit den Priestern und Gläubigen der örtlichen Kirche sprachen sie über die Erfahrung einer gemeinsamen Heimat und den gemeinsamen Weg des Glaubens, der Hoffnung und der Nächstenliebe.<br />In der dem Heiligen Josef geweihten Pfarrei, die am 18. März 2025 von Bischof Joseph Yang Yongqiang von Hangzhou, eingeweiht wurde, feierten ausländische Väter gemeinsam mit anderen berufstätigen Vätern aus verschiedenen chinesischen Provinzen am 17. Juni das traditionelle chinesische Familienfest – das Drachenbootfest. Viele von ihnen bereiteten gemeinsam „Zongzi“ zu, eine typische Süßspeise dieses Festes. Am darauffolgenden Tag nahmen sie gemeinsam an der feierlichen Eucharistiefeier teil und erhielten am Ende der Messe einen Fächer mit dem Bild des Heiligen Josef als Geschenk.<br />Im besonderen Kontext von Yiwu, das durch die starke Präsenz ausländischer Arbeiter und Unternehmer geprägt ist, bietet die gemeinsame Teilnahme am Gemeindeleben immer wieder die Möglichkeit, eine Gemeinschaft zu erleben, die ethnische und kulturelle Grenzen überwindet.<br />So bot der Vatertag in der Gemeinde Yiwu unter der Leitung von Pfarrer Chang Zhengguo und dem neuen Pfarrgemeinderat auch die Gelegenheit die Integration verschiedener Kulturen innerhalb der traditionellen chinesischen Kultur zu erleben. Diese harmonische Integration ist dem gemeinsamen Glauben an Christus zu verdanken.<br />Auch in anderen Teilen Chinas wurde der Vatertag von Taufpaten und Priestern gefeiert, die ihren Dienst mit väterlicher Hingabe ausüben. Bischof Joseph Shen Bin aus Shanghai schrieb auf seinem Social-Media-Account: „Heute ist Vatertag. Das erinnert mich daran, jeden Tag danach zu streben, ein guter Hirte zu sein.“<br /> <br />Mon, 22 Jun 2026 14:00:09 +0200AFRIKA/SUDAN - Der für die Pfarrei in Kaduna in den Nuba-Bergen verantwortliche Pfarrer Youhanna Al-Amin ermordethttps://www.fides.org/de/news/77839-AFRIKA_SUDAN_Der_fuer_die_Pfarrei_in_Kaduna_in_den_Nuba_Bergen_verantwortliche_Pfarrer_Youhanna_Al_Amin_ermordethttps://www.fides.org/de/news/77839-AFRIKA_SUDAN_Der_fuer_die_Pfarrei_in_Kaduna_in_den_Nuba_Bergen_verantwortliche_Pfarrer_Youhanna_Al_Amin_ermordetKhartum – Pfarrer Youhanna Al-Amin, der über dreißig Jahre lang die Pfarre in in Kauda in den Nuba-Bergen im Sudan betreut, wurde getötet, weil er trotz der eskalierenden Gewalt bei den ihm anvertrauten Gläubigen geblieben war.<br />Laut Berichten von „Kirche in Not“, die die Nachricht zuerst veröffentlichten, wurde der Pfarrer am 19. Juni zusammen mit dem Hausmeister und einer weiteren Person ermordet. Lokalen Quellen zufolge, die von dem katholischen Hilfswerk zitiert werden, scheint der Dreifachmord ein Racheakt gegen Pfarrer Youhanna gewesen zu sein, der den Diebstahl von Medikamenten gemeldet hatte, die in der Pfarrei gelagert und für die Bevölkerung bestimmt waren.<br />Die Online-Zeitung „Sudan Now“ berichtet unter Berufung auf lokale Zeugenaussagen, dass das Verbrechen von Mitgliedern einer Fraktion „Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung-Nord“ begangen wurde. Die Zeitung liefert weitere Details zu den beiden anderen Opfern: dem Lagerverwalter der Pfarrei, dessen Vorname nur mit Yohanna genannt wird, und dem Hausmeister, der als John Lama identifiziert wurde.<br />Der Dreifachmord ereignete sich inmitten monatelanger Spannungen. Seit März kam es in mehreren Gebieten der Nuba-Berge zu internen Auseinandersetzungen zwischen Fraktionen der SPLM-N verbunden. Dies führte zur Vertreibung hunderter Zivilisten und einer weiteren Verschlechterung der humanitären Lage für die lokale Bevölkerung.<br />Die Ursache der Gewalt sind seit Jahren andauernde Landstreitigkeiten sowie Streitigkeiten über Verwaltungsgrenzen in der Region Otoro.<br />Die Führung der SPLM-N wirft einem Teil der Bevölkerung vor, gegen die Autorität der Bewegung zu rebellieren, die die Region kontrolliert. Lokale Gemeindevertreter hingegen behaupten, die Bewegung versuche, ihr Land gewaltsam zu enteignen. Da Kauda das wichtigste Zentrum der Nuba-Berge ist, hat sich die Stadt zu einem Brennpunkt der Spannungen entwickelt.<br />Die SPLM-N wurde 2011 nach der Unabhängigkeit Südsudans gegründet. Viele Nuba-Kämpfer der Sudan People’s Liberation Movement/Army blieben im Norden des Landes und kämpften weiterhin gegen die sudanesische Regierung wegen der Marginalisierung nicht-arabischsprachiger Bevölkerungsgruppen, der Landrechte und des politischen Ausschlusses von Randgebieten.<br />2017 spaltete sich die Bewegung in zwei Hauptfraktionen: die SPLM-N unter der Führung von Abdelaziz al-Hilu, die vorwiegend in den Nuba-Bergen aktiv ist, und die SPLM-N unter der Führung von Malik Agar mit einer stärkeren Präsenz in der Region des Blue Nile.<br /> Mon, 22 Jun 2026 13:42:02 +0200ASIEN/SÜDKOREA - Papstbesuch in Korea: Mögliche positive Auswirkungen auf den Dialog zwischen Nord- und Südkorahttps://www.fides.org/de/news/77837-ASIEN_SUeDKOREA_Papstbesuch_in_Korea_Moegliche_positive_Auswirkungen_auf_den_Dialog_zwischen_Nord_und_Suedkorahttps://www.fides.org/de/news/77837-ASIEN_SUeDKOREA_Papstbesuch_in_Korea_Moegliche_positive_Auswirkungen_auf_den_Dialog_zwischen_Nord_und_SuedkoraSeoul – Angesichts der offiziellen Einladung an Papst Leo XIV., Südkorea anlässlich des Weltjugendtags 2027 in Seoul zu besuchen, sagte der südkoreanische Präsident Lee Jae-Myung nach seiner Rückkehr von einer Europareise, bei der er auch Papst Leo XIV. im Vatikan traf, in einer von der Koreanischen Bischofskonferenz veröffentlichten Erklärung: „Ich habe ihn gebeten, auch einen Besuch der Demilitarisierten Zone und, wenn möglich, einen Besuch in Nordkorea in Erwägung zu ziehen. Der Papst sagte, man werde diese Vorschläge prüfen.“ Daher wächst die Hoffnung, dass der Papstbesuch in Korea 2027 als Katalysator für die Wiederaufnahme des Dialogs zwischen den beiden Teilen Koreas dienen könnte.<br />Laut Pfarrer Jeong Su-yong, Vizepräsident des Komitees für Nationale Versöhnung des Erzbistums Seoul, „könnte ein Papstbesuch in Nordkorea die positiven Auswirkungen auf den Frieden auf der koreanischen Halbinsel haben, die weit über unsere Vorstellungskraft hinaus gehen. Gleichzeitig wäre es umso wichtiger, Feindseligkeiten und Misstrauen beiseitezulegen und im Sinne des Friedens und der Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen gegenseitigen Respekt zu entwickeln, so wie es der Papst für den Frieden auf der koreanischen Halbinsel tut.“<br />Pfarrer Park Chang-il, Präsident der Nichtregierungsorganisation „Peace3000“, merkt an: „Nordkorea scheint die Initiativen des Vatikans stets mit Interesse zu verfolgen. Sie kennen den Weltjugendtag und wissen auch, dass er nächstes Jahr in Seoul, Südkorea, stattfinden wird.“ In diesem Zusammenhang könnte Nordkorea ein positives Signal an die internationale Gemeinschaft senden: „Aus nordkoreanischer Sicht frage ich mich, was geschehen würde, wenn die nordkoreanische Regierung die Initiative ergreifen und der Papstbesuch im Norden zustande käme. Ich denke, das könnte ein gutes Image erzeugen und einen positiven Einfluss auf die internationale Gemeinschaft haben. Nordkorea hat von einem möglichen Papstbesuch sicherlich nur zu gewinnen.“<br />Die Idee eines Papstbesuchs in Nordkorea wurde auch von früheren Regierungen verfolgt. 2018 setzte sich die Regierung des damaligen Präsidenten Moon Jae-in für einen Besuch von Papst Franziskus in Nordkorea ein, in der Hoffnung, dass ein solcher Besuch „dem Frieden auf der koreanischen Halbinsel neuen Schwung verleihen“ würde.<br />Im Rahmen des fortwährenden Engagements für die Versöhnung in Korea hat das Komitee für Nationale Versöhnung der Koreanischen Bischofskonferenz vom 17. bis 25. Juni eine besondere „Novene für Versöhnung und nationale Einheit“ ausgerufen, zu der die Gläubigen in allen Diözesen eingeladen sind.<br />Darüber hinaus besuchte kürzlich eine Delegation von neun koreanischen Bischöfen Panmunjom in der Demilitarisierten Zone an der Grenze zwischen den beiden Teilen Koreas – wo nord- und südkoreanische Soldaten nur wenige Meter voneinander entfernt stationiert sind. Während des Besuchs, der vom Komitee für Nationale Versöhnung der Koreanischen Bischofskonferenz organisiert wurde, besichtigten die Bischöfe die Gemeinsame Sicherheitszone und die Demilitarisierte Zone und besuchten Orte, die symbolisch für die Teilung der Halbinsel stehen.<br />Die Bischöfe betraten das „Haus der Freiheit“ mit Blick auf die nordkoreanische Seite der Grenze und segneten das Land, indem sie inne hielten und beteten, „dass der Wind des Friedens in diesem Land, wo Konfrontation und Dialog nebeneinander bestehen, wieder wehen möge“. Anschließend setzten sie ihr Gebet für die Versöhnung auf der koreanischen Halbinsel fort.<br /> Mon, 22 Jun 2026 13:25:21 +0200