Fides News - German (Standard)https://www.fides.org/Aus dem Archivder FidesagenturdeDie auf unseren Internetseiten veröffentlichten Inhalte unterliegen einer Licenza Creative Commons. AMERIKA/KUBA - Neue Sanktionen und eine anhaltende Krise: Die katholische Kirche steht an der Seite des kubanischen Volkeshttps://www.fides.org/de/news/77938-AMERIKA_KUBA_Neue_Sanktionen_und_eine_anhaltende_Krise_Die_katholische_Kirche_steht_an_der_Seite_des_kubanischen_Volkeshttps://www.fides.org/de/news/77938-AMERIKA_KUBA_Neue_Sanktionen_und_eine_anhaltende_Krise_Die_katholische_Kirche_steht_an_der_Seite_des_kubanischen_VolkesHavanna – Die neuen US-Sanktionen gegen Kuba treffen eine Bevölkerung, die mit einer der schwersten Wirtschafts- und Sozialkrisen der letzten Jahrzehnte zu kämpfen hat.<br />Am 13. Juli kündigte das US-Außenministerium neue Beschränkungen gegen das kubanische Tourismusministerium und neun weitere staatliche Einrichtungen an, die für Sektoren wie Außenhandel, Treibstoffversorgung und Dienstleistungen zuständig sind.<br />Die jüngsten Maßnahmen, die vom „Office of Foreign Assets Control“ veröffentlicht wurden, treffen den Tourismussektor, einen der wichtigsten Wirtschaftsmotoren der Insel, in einer besonders heiklen Phase für das kubanische Energiesystem, das von Treibstoffknappheit und anhaltenden Stromausfällen geprägt ist.<br />Die Folgen wirken sich auf den Alltag der Kubaner aus: Schwierigkeiten beim Zugang zu Lebensmitteln und Medikamenten, Verschlechterung der Grundversorgung und wachsende soziale Unsicherheit. Die Energiekrise trifft vor allem die ärmsten Familien und erschwert es ihnen, Lebensmittel zu konservieren, an Wasser zu gelangen und ihren Alltag zu bewältigen.<br />Seit Monaten weisen hochrangige Vertreter der kubanischen Kirche auf die Schwere der Krise im Land hin. Anfang des Jahres riefen die kubanischen Bischöfe dazu auf, „Wege des Dialogs, der gemeinsamen Verantwortung und Lösungen zu suchen, die uns neue Hoffnung geben“, und unterstrichen die Bedeutung von Geschwisterlichkeit und Gemeinwohl . In ihrem Hirtenbrief an das kubanische Volk bekräftigten die Bischöfe, dass die Kirche „dieses Volk, das wir lieben, weiterhin begleiten wird“, insbesondere die Armen, die Kranken, die Familien, die Gefangenen und alle, die sich in besonders schwierigen Lebenslagen befinden. Sie erklärten sich zudem bereit, auf Anfrage dazu beizutragen, „die Feindseligkeiten zwischen den Parteien abzubauen und Raum für eine fruchtbare Zusammenarbeit zum Wohle aller zu schaffen“.<br />In diesem Kontext setzt auch „Cáritas Cuba“ das konkrete Engagement im Rahmen Hilfsmaßnahmen fort. Dionisio Guillermo García Ibáñez, Erzbischof von Santiago de Cuba und Präsident von Cáritas Cuba, nutzte die Social-Media-Kanäle der Organisation, um die Verteilung humanitärer Hilfe aus den USA für die vom Hurrikan Melissa betroffenen Familien bekannt zu machenn. Der Hurrikan hatte 2025 die östlichen Provinzen der Insel heimgesucht. „Mehr als 50 Container mit Hilfsgütern haben den Hafen und Flughafen passiert. Das löst zwar nicht die Probleme, aber immerhin haben rund 8.000 Familien davon profitiert“, erklärte der Erzbischof. Er stellte außerdem klar, dass die angekündigten Gelder – zunächst drei Millionen Dollar und später sechs Millionen – nicht direkt an Cáritas Cuba gespendet, sondern in Form von Sachspenden über das Kirchennetzwerk verteilt wurden.<br />Die Hilfslieferungen erreichten die östlichen Diözesen Guantánamo, Holguín, Bayamo-Manzanillo und Santiago de Cuba, wo Tausende von Familien Lebensmittel, Hygieneartikel und andere lebensnotwendige Güter erhielten. Erzbischof García Ibáñez betonte jedoch, dass humanitäre Hilfe allein nicht ausreiche: „So viele Menschen bitten um Hilfe. Und Hilfe allein genügt nicht; sie kann nicht alle Probleme lösen.“ Der Erzbischof hob außerdem hervor, dass die Organisation bei der Unterstützung Bedürftiger keine politischen oder religiösen Unterschiede mache. „Cáritas achtet nicht darauf, welches Land Hilfe anbietet, sondern sagt: Die Hilfe wird gegeben, und wir nehmen sie entgegen, um sie zu verteilen“.<br />Priester, Freiwillige und katholische Gemeinden beteiligten sich an der Verteilung der Hilfsgüter und erreichten dabei sogar ländliche und schwer zugängliche Gebiete. Laut dem Erzbischof zeigt diese Zusammenarbeit, dass es selbst bei tiefgreifenden politischen Differenzen möglich ist, gemeinsam auf das Leid der Menschen zu reagieren. Angesichts der Schwierigkeiten, mit denen Kuba konfrontiert ist, ruft er die Gläubigen dazu auf, im Glauben geeint zu bleiben und Wege der Gerechtigkeit und Geschwisterlichkeit zu suchen. „In diesen schwierigen Zeiten, die wir durchmachen, lasst uns das Evangelium stets vor Augen haben“, lautet seine Bitte.<br /> <br />Wed, 15 Jul 2026 13:26:13 +0200AFRIKA/UGANDA - Bischof von Kabale zurückgetreten und Nachfolger ernannthttps://www.fides.org/de/news/77937-AFRIKA_UGANDA_Bischof_von_Kabale_zurueckgetreten_und_Nachfolger_ernannthttps://www.fides.org/de/news/77937-AFRIKA_UGANDA_Bischof_von_Kabale_zurueckgetreten_und_Nachfolger_ernanntVatikanstadt – Papst Leo XIV. hat den von Bischof Diocesi Callist Rubaramira von Kabale eingereichten Rücktritt angenommen und den bisherigen Rektor des „St. Martin of Tours Formation House“ in Ejisu zu seinem Nachfolger ernannt.<br />Bischof Bonaventure Bosco Gubazire , wurde am 3. März 1974 in Kitumba geboren. Nach dem Besuch des „St. Paul’s Minor Seminary“ in Rushoroza erwarb er einen Bachelor of Arts in Philosophie und Religionswissenschaft am „Philosophy Centre“ in Jinja und in Theologie am „Institut Catholique“ in Toulouse. Er trat in das Postulat der Afrikamissionare ein und wurde am 10. August 2003 zum Priester geweiht.<br />Danach hatte er folgende Ämter inne und absolvierte weitere Studien: Pfarrvikar der Gemeinde „Nossa Senhora de Fatima“ in Murraça ; Direktor der Schule für Erwachsenenbildung in Murraça und Caia ; Mitglied des Rates der mosambikanischen Sektion Afrikamissionare ; Ausbildungskurs für Ausbilder und spirituelle Begleitung am „Centre Spirituel Jésuite Le Châtelard“ in Lyon ; Lizentiat in Philosophie am „Milltown Institute of Philosophy“ in Dublin ; Professor und Studiendekan am“ Lechaptois Formation House“ in Balaka ; Beauftragter für den Schutz von Minderjährigen, Sektion Malawi ; Interimsrektor des „Lechaptois Formation Haouse“ in Balaka ; Bibelkurs am „St. Anne’s Formation Centre“ in Jerusalem ; Promotion in Philosophie an der „University of San Carlos“ in Cebu ; Koordinator und Kaplan der „Friends of Missionaries of Africa“ und Mitglied der Rates der Asien-Sektion in Cebu ; Rektor des Seminars des „Our Lady of Africa Formation House Seminary“ in Cebu ; Studiendekan am „Spiritan University College“ in Ejisu ; Rektor des „St. Martin of Tours Formation House“ in Ejisu ; Mitglied des Provinzialrats der Ghana-Nigeria-Provinz der Afrikamissionare .<br /> <br />Wed, 15 Jul 2026 12:34:16 +0200Die Mission Gottes: Die „Missio Dei“ steht im Mittelpunkt des 48. Lateinamerikanischen Kurses für Missonarische Animationhttps://www.fides.org/de/news/77936-Die_Mission_Gottes_Die_Missio_Dei_steht_im_Mittelpunkt_des_48_Lateinamerikanischen_Kurses_fuer_Missonarische_Animationhttps://www.fides.org/de/news/77936-Die_Mission_Gottes_Die_Missio_Dei_steht_im_Mittelpunkt_des_48_Lateinamerikanischen_Kurses_fuer_Missonarische_AnimationMexiko-Stadt – „Nicht die Kirche hat eine Mission, sondern Gottes Mission hat eine Kirche.“ Dies ist der Kern der Reflexion von Pater John Kennedy Joseph, einem Steyler Missionar, Professor an verschiedenen Hochschulen in Mexiko und Experte für Ekklesiologie und Pastoral, anlässlich der 48. Ausgabe des Lateinamerikanischen Kurses für Missionarische Animation , eines der wichtigsten Ausbildungsangebote für Missionare in Lateinamerika.<br />Der Kurs, der vom 28. Juni bis 24. Juli stattfindet, bietet eine theologische und pastorale Auseinandersetzung mit dem trinitarischen Gedanken der „Missio Dei“, der Sendung Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, der die Kirche als Sakrament des Reiches Gottes zur Teilhabe an seinem Werk der Versöhnung, Gerechtigkeit und Erlösung in der Geschichte aussendet.<br /><br />Eine biblische und theologische Reflexion<br /><br />Zu der Veranstaltung in Mexiko-Stadt, die von den Päpstlichen Missionswerken in Zusammenarbeit mit dem Interkontinentalen Institut für Missionswissenschaft organisiert wird, kommen vier Wochen lang Diözesanmissionsdirektoren der Päpstlichen Missionswerke, Priester, Ordensleute, Seminaristen und Laien zusammen, die in der Missionsarbeit tätig sind. Ziel ist es, ihre biblische, theologische und pastorale Ausbildung zu vertiefen.<br />Die Betrachtung zur „Missio Dei“ beginnt mit den großen Schriften des Alten Testaments: von der Berufung Abrahams und der Geschichte des aus Ägypten befreiten Volkes bis hin zur Gestalt des Dieners des Herrn und seinem prophetischen Wirken wird die Mission als roter Faden durch die gesamte Heilige Schrift dargestellt, die auf die vollständige Offenbarung des Heilsplans Gottes in Jesus Christus vorbereitet.<br />Die erste Woche unter Leitung von Schwester María del Socorro Becerra Molina befasste sich mit der Heilsgeschichte als die Barmherzigkeit Gottes, der das Leid sieht, den Schrei der Armen hört und herabsteigt, um sie zu befreien. Dies sollte dazu beitragen, den Heiligen Geist als den wahren Protagonisten der Evangelisierung zu betrachten, beginnend mit Pfingsten und der Apostelgeschichte.<br /><br />Die Missioni als “historische Form der trinitarischen Liebe”<br /> <br />In der zweiten Woche widmete Pater John Kennedy Joseph mehrere Vorträge der Ekklesiologie der Mission und betont: „Nicht die Kirche hat eine Mission, sondern die Mission Gottes hat eine Kirche.“ Aus dieser Perspektive entspringt die Sendung der Kirche der Sendung Christi, der wiederum vom Vater gesandt wurde, und entfaltet sich in der Kraft des Heiligen Geistes. Daher, so der Ordensmann, „ist jede christliche Mission trinitarisch: Sie hat ihren Ursprung im Vater, ihre Form in Christus und ihre Stärke im Heiligen Geist.“ Fernab jeglicher Logik der Eroberung oder religiöser Propaganda sei die „Missio Die“, so Pater John Kennedy, „die historische Form der trinitarischen Liebe“: Gott erschafft, beruft, befreit, vergibt, heilt und versöhnt, und die Kirche existiert, um dieser Liebe in konkreten Kontexten zu dienen und sie zu bezeugen. Auf diese Weise sind die Missiologie und die Ekklesiologie des Volkes Gottes eng miteinander verbunden: Die Mission als Initiative des einen und dreieinigen Gottes ist mit der Kirche als historischem und sakramentalem Volk verbunden, als einer konkreten Form, durch die sich diese Liebe in Kulturen, Gebieten und Randgebieten manifestiert.<br /><br />Volk Gottes als Territorium und Saat des Reichs Gottes<br /><br />Pater John Kennedy Joseph interpretierte in diesem Zusammenhang auch die ekklesiologische Erneuerung des Zweiten Vatikanischen Konzils im Lichte des Konzepts der „Missio Die“ neu und betonte dabei die Kategorie des „Volkes Gottes“. Im Lichte der Konstitution über die Kirche „Lumen Gentium“ erinnerte er daran, dass die Kirche nicht primär als perfekte Gesellschaft definiert wird, sondern als Geheimnis der Gemeinschaft, als von Gott berufenes Volk und als Sakrament des Heils, in dem die Taufe die radikale Gleichheit aller Gläubigen begründet. Ein Volk, das als historische, sichtbare und situierte Gemeinschaft beschrieben wird, die in spezifischen Kulturen lebt, konkrete Gebiete bewohnt, in reale Konflikte verwickelt ist und die Zeichen der Zeit unter konkreten Völkern erkennt. Das Gebiet ist daher nicht bloß ein geografischer Raum, sondern ein Ort, der vom Leben der Menschen, die ihn bewohnen, geprägt ist, mit ihren Erinnerungen, Leiden und Hoffnungen. „Jesus verkündete nicht zuerst die Kirche, sondern das Reich Gottes. Die Kirche existiert, um dem Reich Gottes zu dienen“, so Pater John Kennedy Joseph. Eine Berufung die sich erfülle, wenn man einen Weg des gemeinsamen Lebens findet. Deshalb sei authentische Synodalität in der Kirche keine methodische Erfindung oder ein Rezept für „Teambildung“, sondern die historisch erlebte Lebensform des Volkes Gottes: Laien, Frauen, Jugendliche, Arme, indigene Völker, Migranten, Opfer, geweihte und konsekrierte Amtsträger, berufen, gemeinsam zu leben und zu erkennen, was der Heilige Geist von ihnen verlangt, ausgerichtet auf den Dienst der Mission. Das Volk einer „Kirche im Aufbruch“ – in der von Papst Franziskus geprägten Terminologie –, die sich für die Ausgeschlossenen einsetzt und dem Reich Gottes in Gesellschaften dient, die von Ungerechtigkeit, Gewalt und ökologischen Krisen gezeichnet sind.<br />Für den Steyler Missionar bildet das Reich Gottes daher den Horizont der Mission. Als Geschenk Gottes und historische Aufgabe wird es überall dort sichtbar, wo Leben, Gerechtigkeit, Versöhnung, Geschwisterlichkeit und Frieden sich manifestieren, insbesondere unter den Armen und Ausgeschlossenen, gemäß den großen Intuitionen, die nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil entwickelt und umgesetzt wurden, unter anderem auch bei den Generalversammlungen der lateinamerikanischen Bischöfe von Medellín , Puebla , Santo Domingo und Aparecida .<br /> Wed, 15 Jul 2026 12:05:15 +0200Mißbrauch des Blasphemieparagraphen: Zusammenarbeit zwischen Religionsvertretern und zivilen Behörden verhindert Gewalthttps://www.fides.org/de/news/77935-Missbrauch_des_Blasphemieparagraphen_Zusammenarbeit_zwischen_Religionsvertretern_und_zivilen_Behoerden_verhindert_Gewalthttps://www.fides.org/de/news/77935-Missbrauch_des_Blasphemieparagraphen_Zusammenarbeit_zwischen_Religionsvertretern_und_zivilen_Behoerden_verhindert_GewaltKaratschi – Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen muslimischen und christlichen Religionsvertretern, zivilen Behörden und Sicherheitskräften kann eine Eskalation der Gewalt zwischen den Religionsgemeinschaften verhindern. So konnte ein Fall von angeblicher Blasphemie mit rechtlichen Mitteln, Wohlwollen und Wahrheit und nicht mit Gewalt und Rache behandelt werden. Dies zeigen die jüngsten Ereignisse in der „Qazafi Colony“ in Baldia Town, einem Vorort am Stadtrand von Karatschi. Dort drohte eine Provokation und Anschuldigung gegen einen katholischen Bürger, in interreligiöse Gewalt auszuarten.<br />Die Krise begann am 9. Juli, als ein Lebensmittelladen in dem Stadtviertel ein anonymes Paket erhielt. Dieses enthielt eine verbrannte Seite des Korans, Fotos des Katholiken Azeem Javaid und seiner Mutter sowie eine Kopie des Personalausweises der Frau. Der muslimische Ladenbesitzer erkannte sofort den verdächtigen Inhalt und alarmierte Anwohner und Polizei. Laut lokalen Quellen könnte der Vorfall mit einem kürzlichen Streit zwischen Javaid und einigen Personen zusammenhängen, die ihn angeblich nach dem Blasphemiegesetz anklagen wollten.<br />Die Nachricht von der mutmaßlichen Schändung verbreitete sich jedoch schnell, und Tausende versammelten sich in der Gegend, während radikale Muslime zu Protesten aufriefen. Etwa zehn christliche Familien aus Javaids Nachbarschaft wurden in ihren Häusern belagert. Um einen Lynchmord zu verhindern, entsandte die Provinzregierung von Sindh Polizeiverstärkung, die Javaids Familie an einnen sicheren Ort brachte.<br />Das gemeinsame Eingreifen von Politikern, islamischen Gelehrten und katholischen Priestern war entscheidend: Sie erklärten öffentlich, dass das Paket offenbar eine gezielte Provokation sei, um Hass zwischen Muslimen und Christen zu schüren. Die Behörden versicherten, dass eine umfassende Untersuchung durchgeführt werde. <br />Im Anschluss fanden Treffen zwischen prominenten Vertretern verschiedener islamischer Denkschulen, Politikern, Polizeibeamten und Vertretern der christlichen Gemeinde statt. Unter ihnen waren die christliche Provinzabgeordnete Rooma Mushtaq Mattoo und die Priester Waqas Raza , Rizwan und Kashif Gouri . Alle Teilnehmer forderten eine faire Untersuchung, die Ermittlung der Verantwortlichen und die Wahrung der Gerechtigkeit.<br />Pater Shahzad Arshad, Direktor der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der Erzdiözese Karatschi, dankte den Sicherheitskräften und der spontan entstandenen „Friedenskoalition“, der unter anderem der Vizepräsident der Provinzversammlung von Sindh, der Katholik Naveed Anthony, Mufti Zubair und weitere islamische Würdenträger angehörten. Sie alle forderten öffentlich, jeden Versuch, Spaltungen zwischen Muslimen und Christen zu schüren, zurückzuweisen. <br />In einer Stellungnahme, die Fides vorliegt, bestätigte die Abgeordnete Rooma Mushtaq Mattoo aus Sindh ihre Intervention und erklärte, dass „Azeem Javaid und seine Familie unter staatlichem Schutz an einem sicheren Ort sind“. Sie bekräftigte zudem „das Engagement der Regierung von Sindh für die Sicherheit religiöser Minderheiten und den sozialen Frieden“.<br /> „Es gibt Anzeichen dafür, dass der Vorfall darauf abzielte, Spannungen zu schüren und die interreligiösen Beziehungen zu beeinträchtigen; die Untersuchung wird die Verantwortlichen klären“, sagte Pater Lazar Aslam, Leiter der Kommission für Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie der Kapuzinerbrüder, gegenüber Fides. „Wir fordern, dass alles im Einklang mit dem Gesetz abläuft. In der Zwischenzeit muss die gesamte christliche Gemeinde vor Ort geschützt werden. Es gibt aber auch etwas Positives an diesem Vorfall: Mit gutem Willen, Zusammenarbeit und Vernunft kann Gewalt verhindert und gute Beziehungen zum Wohle aller gewahrt werden“, schloss der Ordensmann.<br /> <br />Wed, 15 Jul 2026 10:55:11 +0200AMERIKA/HAITI - “Saint Camille"-Krankenhaus der Kamillianer in Jérémie eröffnet erste Fachabteilungenhttps://www.fides.org/de/news/77934-AMERIKA_HAITI_Saint_Camille_Krankenhaus_der_Kamillianer_in_Jeremie_eroeffnet_erste_Fachabteilungenhttps://www.fides.org/de/news/77934-AMERIKA_HAITI_Saint_Camille_Krankenhaus_der_Kamillianer_in_Jeremie_eroeffnet_erste_FachabteilungenJérémie – Anlässlich des Festes des Heiligen Kamillus von Lellis wurde das neue „Saint Camille“-Krankenhaus in Jérémie im Südwesten Haitis eingeweiht. Dieses lang erwartete Projekt bietet nun erstmals medizinische Versorgung für eine Bevölkerung, die seit Langem auf eine bessere und qualifiziertere medizinische Betreuung wartet.<br />„Es ist ein Projekt, das seit vielen Jahren läuft und heute endlich seinen wertvollen Dienst aufnimmt. Vier hochmotivierte und gut ausgebildete haitianische Mitbrüder werden das Krankenhaus leiten“, sagte Pater Massimo Miraglio gegenüber Agenzia Fides und betonte, dass die neue Einrichtung „eine konkrete Antwort auf die vielen Bedürfnisse der Bevölkerung“ darstelle.<br />Die offizielle Einweihung fand am Sonntag, dem 12. Juli, in Anwesenheit des Bischofs von Jérémie, Joseph Gontrand Décoste , statt, der die Messe zelebrierte. Am darauffolgenden Tag der offenen Tür kamen fast 200 Patienten in das Krankenhaus und bestätigten damit den großen Bedarf an medizinischer Versorgung in der Region.<br />In der ersten Phase werden neben allgemeinmedizinischen Sprechstunden die Abteilungen für Urologie, Dermatologie, Pädiatrie, Geburtshilfe und Chirurgie geöffnet sein. Die Einrichtung verfügt außerdem über ein Labor und einen modernen Operationssaal mit zwei voll ausgestatteten OP-Sälen.<br />„Dank des Engagements unserer jungen haitianischen Mitbrüder, die von fähigen und engagierten Führungskräften geleitet werden, hat Jérémie nun ein neues Krankenhaus. Der Weg zur Fertigstellung des Projekts ist noch lang und herausfordernd, aber wir beginnen ihn mit großer Hoffnung und Begeisterung“, bekräftigt Pater Miraglio.<br />Das Krankenhaus wird eng mit den Kamillianern und dem medizinischen Personal des „Saint Camille“- Krankenhauses in Port-au-Prince zusammenarbeiten und so das Gesundheitsnetzwerk des Ordens im Land stärken.<br />Das Projekt wurde durch die Unterstützung der Madian-Gemeinschaft der Kamillianer in Turin über das Hilfswerk „Madian Orizzonti“ ermöglicht. Dieser entscheidende Beitrag hat die Fertigstellung eines Projekts ermöglicht, das den Zugang zur Gesundheitsversorgung für Tausende von Menschen in einer der am stärksten benachteiligten Regionen Haitis konkret verbessern soll.<br /> <br />Wed, 15 Jul 2026 08:49:10 +0200Hawaii feiert 200 Jahre katholische Mission: Für einen Baum braucht es einen Samenhttps://www.fides.org/de/news/77933-Hawaii_feiert_200_Jahre_katholische_Mission_Fuer_einen_Baum_braucht_es_einen_Samenhttps://www.fides.org/de/news/77933-Hawaii_feiert_200_Jahre_katholische_Mission_Fuer_einen_Baum_braucht_es_einen_SamenVon Marie-Lucile Kubacki<br /><br />Honolulu „Die Ankunft der ersten katholischen Missionare in Hawaii im Jahr 1827 war nicht der Beginn einer Reise. Im wahrsten Sinne des Wortes hatte Gott, obwohl die Hawaiianer im Vorfeld fast nichts von der Ankunft der Missionare wussten, ihre Herzen bereits darauf vorbereitet, das Evangelium Jesu Christi anzunehmen“, so der Bischof von Honolulu, Clarence Richard „Larry“ Silva, am 9. Juli 2026 bei der Eröffnung des Jubiläumsjahr zum 200. Jahrestag der Ankunft der ersten katholischen Missionare in Hawaii.<br />„Diese Menschen“, erklärte der Bischof, „waren bereits gläubig, und viele ihrer Geschichten ähnelten denen der Bibel. Sie waren ein Volk, dem Gemeinschaft wichtig war und dessen Herzen offen für das Wirken des Heiligen Geistes waren. Ihre Offenheit für den katholischen Glauben begann also nicht erst mit der Ankunft der ersten Missionare. Gott hatte bereits den Boden bereitet, damit der Same des Wortes des wahren und lebendigen Gottes gepflanzt werden konnte. Und so war es schon immer.“<br />Dem Eröffnungsgottesdienst stand Bischof Silva in der Kathedrale Unserer Lieben Frau vom Frieden vor. Dies war der Beginn eines Weges der Erinnerung und der Umkehr, der die Ortskirche im Juli 2027 dazu führen, des 200. Jahrestages der Ankunft von Pater Alexis Bachelot zu gedenken, einem Mitglied der Kongregation von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens und dem ersten Apostolischen Präfekten der Sandwich-Inseln. Indem der Bischof daran erinnerte, dass Gott im Herzen eines tiefgläubigen Volkes „bereits den Boden bereitet hatte“ lud er die Gläubigen ein, die Geschichte der Evangelisierung als ein geduldiges Wirken des Heiligen Geistes neu zu deuten, das lange vor der sichtbaren Ankunft der Missionare begonnen hatte.<br /><br />Ein Blick zurück in die Vergangenheit<br /><br />Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlebte das Königreich Hawaii einen tiefgreifenden religiösen und politischen Wandel: Das alte System der Tabus , das bis dahin das soziale, politische und spirituelle Leben geprägt hatte, wurde 1819 abgeschafft, ein Jahr vor der Ankunft der ersten protestantischen Missionare. Die Hawaiianer blieben tief religiös und besaßen eine Kosmologie und Erzählungen, die ihr Weltbild formten. Doch diese Entscheidung und der zunehmend intensive Kontakt mit der „Außenwelt“ durch westliche Seeleute und Händler erschütterten ihre traditionellen Vorstellungen. In diesem Kontext tiefgreifender kultureller Veränderungen hielt das Christentum Einzug.<br />Im Jahr 1820 landeten amerikanische protestantische Missionare des “American Board of Commissioners for Foreign Missions“ kurz nach der Abschaffung der Kapu-Regeln auf Oʻahu. Sie eröffneten Schulen, bildeten Katecheten aus, übersetzten die Heilige Schrift und begleiteten die fortschreitende Bekehrung der Monarchie und der Eliten.<br />In einem in „Christianity Today“ erschienen Artikel mit dem Titel „Tahitians First Came to Hawaiʻi in Power. They Later Returned with the Gospel“ betont Christopher Cook, ein Experte für die Zeit der Monarchie und der Mission in der hawaiianischen Geschichte und Autor einer Biografie von Opus Kahaia-Henry Obookiah, dem ersten getauften einheimischen hawaiianischen Christen, dass diese Entwicklung nicht allein das Werk angelsächsischer Missionare war: Tahitianische Paare, die bereits Christen waren, spielten eine entscheidende Rolle bei den ersten Schritten einer hawaiianischen Königin im christlichen Glauben – eine Bekehrung, die die Geschichte des Christentums auf den Inseln nachhaltig prägte.<br />Vor diesem Hintergrund, der bereits durch die Ankunft der ersten protestantischen Missionare verändert worden war, begann 1827 mit der Ankunft des Katholizismus auf dem Archipel eine neue Ära.<br />In jenem Jahr traf der französische Priester Alexis Jean-Augustin Bachelot, der von Papst Leo XII. den Auftrag zur Evangelisierung des hawaiianischen Archipels erhalten hatte, in Honolulu ein. Inspiriert von der missionarischen Tradition seiner Gemeinschaft, etablierte er eine feste katholische Präsenz, um sich in den Dienst der einheimischen Bevölkerung zu stellen.<br />Gemeinsam mit einigen Mitbrüdern zelebrierte Alexis Bachelot die ersten Messen auf hawaiianischem Boden und begann, eine kleine Gemeinschaft um die Sakramente, die Katechese und ein Leben des Gebets aufzubauen. Er verfasste auch mehrere Texte in hawaiianischer Sprache – eine Grammatik, Katechismusbücker und ein Gebetbuch –, die von seiner tiefen Verbundenheit mit der lokalen Kultur zeugen. Obwohl sein Aufenthalt von Schwierigkeiten geprägt war, die ihn 1831 zwangen, die Inseln zu verlassen, legte er den Grundstein für die Mission der Kongregation der Heiligen Herzen und das spätere Apostolische Vikariat und hinterließ einen bleibenden Eindruck im Gedächtnis der örtlichen Kirche.<br /><br />Samen des Prosopis-Baums und Samen des Evangeliums<br /> <br />Wie in einer biblischen Parabel trug der Missionar auch konkret zur Veränderung der Insellandschaft bei. Er hatte Samen des Prosopis-Baums, eines in Südamerika verbreiteten immergrünen Strauchs aus der Gattung der Mimosengewächse, aus dem damaligen „Jardin du Roi“ in Paris mitgebracht – dem Ergebnis umfangreicher botanischer Sammlungen des 19. Jahrhunderts. Pater Alexis Jean-Augustin Bachelot pflanzte sie in Honolulu, und die Art verbreitete sich in der Folgezeit weit über den Archipel.<br />Bischof Larry Silva griff die Metapher des Samens auf und erinnerte sich daran, dass Pater Bachelot sie „in diesem neuen Missionsfeld aussäen wollte, damit, wie dieser Baum Wurzeln schlägt und sich über die Inseln ausbreitet, sich auch der katholische Glaube ausbreitet“. Heute ist das Gebiet der Diözese Honolulu von Prosopis-Bäumen bedeckt und umfasst 66 Pfarreien und 23 Kirchen für die Katholiken auf den sechs bewohnten Inseln des Archipels.<br />Der Bischof stellte das zweihundertjährige Jubiläum in einen größeren Zusammenhang und erinnerte daran, dass die Weltkirche sich auf die Feier des 2000. Jahrestages von Christi Tod und Auferstehung im Jahr 2033 vorbereitet. In der Bibel, so der Bischof, bereitet Gott selbst dieses Ereignis vor, indem er „seine Boten aus dem Volk Israel erwählt, Propheten sendet und machtvolle Zeichen vollbringt, um die Herzen seines geliebten Volkes aufs Neue zu berühren“. Deshalb wurzelt das missionarische Leben stets im Gebet, verstanden als Suche nach Gottes Willen, ohne den menschliches Handeln Gefahr läuft, wirkungslos zu bleiben.<br />Angesichts dieser Heilsgeschichte lud Bischof Silva die hawaiianischen Katholiken ein, das zweihundertjährige Jubiläum als erneuten Aufruf zur Mission zu begreifen: „Wie können wir durch unser heutiges Glaubensleben sicherstellen, dass unser Glaube auf diesen Inseln und in der ganzen Welt weiter gedeiht und wächst? Wie kann das Wort Gottes in Herzen gepflanzt werden, die Jesus nicht kennen, wenn wir nicht selbst einpflanzen?“. Er ermutigte die Gemeinde, sich nicht in erster Linie auf Strukturen und Programme zu konzentrieren, sondern auf Christus selbst zu blicken und in die Fußstapfen der Missionare von gestern zu treten, um heute und morgen „einen Boden zu bieten, auf dem das Wort des lebendigen Gottes, Jesus Christus, unseres Herrn, erblühen kann“.<br />Bischof Larry Silva leitete das Bistum Hawaii zwanzig Jahre lang. Am 6. Mai nahm Papst Leo XIV. seinen Rücktritt an und ernannte den Jesuiten Michael T. Castori zum neuen Bischof von Honolulu. Die Bischofsweihe und Amtseinführung des sechsten Bischofs von Honolulu findet am Dienstag, dem 28. Juli, in der Konkathedrale der heiligen Therese vom Kinde Jesu statt.<br /><br />Tue, 14 Jul 2026 13:35:17 +0200Sechsunddreißig Generaloberinnen nehmen am Fortbildungskurs des Nationalen Seminars in Peking teilhttps://www.fides.org/de/news/77932-Sechsunddreissig_Generaloberinnen_nehmen_am_Fortbildungskurs_des_Nationalen_Seminars_in_Peking_teilhttps://www.fides.org/de/news/77932-Sechsunddreissig_Generaloberinnen_nehmen_am_Fortbildungskurs_des_Nationalen_Seminars_in_Peking_teilVon Marta Zhao<br /><br />Peking – „Seid das Salz der Erde und das Licht der Welt. Seid Teil der ‚Stadt, die auf dem Berg liegt‘.“ Mit diesen eindringlichen Worten wandte sich Bischof Li Shan an die 36 Generaloberinnen, die am dritten Fortbildungskurs 2026 teilnahmen. Dieser fand vom 6. bis 11. Juli im Nationalen Seminar in Peking statt.<br />Die 36 Generaloberinnen kamen aus 31 Diözesen in den 19 Provinzen des chinesischen Festlands. Während der Fortbildungsveranstaltungen tauschten sie sich unter anderem über die verschiedenen Ordensregeln, die Gestalten der Führung und Leitung in der Heiligen Schrift sowie über Fragen der Bioethik aus.<br />In seinem Grußwort anlässlich seines Besuchs des Fortbildungskurses am Mittwoch, dem 8. Juli, sprach Bischof Li Shan von Peking über die „Sendung und das Zeugnis von Ordensfrauen in der heutigen Gesellschaft“. Der Bischof forderte die Ordensschwestern auf, „ihre Verantwortung mutig wahrzunehmen und ihr Charisma im Dienst an anderen und zur Förderung des Gemeinwohls zu leben“. Unter Bezugnahme auf das Matthäusevangelium bat er sie außerdem, „Förderer einer harmonischen Gesellschaft zu werden und heute das Salz der Erde und das Licht der Welt zu sein“, eine „Stadt, die auf dem Berg liegt“.<br />Die chinesischen Bischöfe haben die Arbeit der Ordensfrauen und ihren Beitrag zur Seelsorge und Mission in den Ortskirchen, sowohl in ländlichen Gebieten als auch in Großstädten, stets wertgeschätzt. Die meisten weiblichen Ordensgemeinschaften sind diözesanrechtlich organisiert und unterstehen dem Bischof der Diözese, in der sie gegründet wurden und aktiv sind.<br />Das Nationale Seminar für Philosophie und Theologie in Peking ist ein Ort, an dem chinesische Ordensschwestern an verschiedenen Fortbildungen teilnehmen. Diese sind nicht nur Generaloberinnen, sondern auch Ordensschwestern im aktiven Missionsdienst vorbehalten. Die Programme zeichnen sich stets durch ein fundiertes theologisches Studium aus und sind eng mit den praktischen Aspekten der Evangelisierung verbunden. <br />In diesem Jahr fand vom 25. Februar bis 12. April der erste jährliche Lehrgang für Ordensschwestern statt. Insgesamt 32 Schwestern aus 23 Kongregationen und 19 Diözesen nahmen an den Seminaren zum Thema „Bibel und Spiritualität“ teil. Ziel der Kurse war es, die biblische Ausbildung der Schwestern zu festigen und ihr spirituelles Leben zu vertiefen. Ergänzt wurden sie durch thematische Seminare zu Kirchenrecht, missionarischer Spiritualität, Moraltheologie und weiteren Disziplinen. Die Teilnehmerinnen werden ermutigt, ihre Lernerfahrungen mit anderen Ordensschwestern in ihren jeweiligen Instituten und Diözesen zu teilen und so zur apostolischen Arbeit der Kirche in China beizutragen.<br /> <br />Tue, 14 Jul 2026 12:41:48 +0200AFRIKA/MOSAMBIK - Zeichen der Hoffnung: Zwei neue Priester in der Diözese Pemba geweihthttps://www.fides.org/de/news/77931-AFRIKA_MOSAMBIK_Zeichen_der_Hoffnung_Zwei_neue_Priester_in_der_Dioezese_Pemba_geweihthttps://www.fides.org/de/news/77931-AFRIKA_MOSAMBIK_Zeichen_der_Hoffnung_Zwei_neue_Priester_in_der_Dioezese_Pemba_geweihtPemba – Die Provinz Cabo Delgado im Norden Mosambiks ist weiterhin von Angriffen des Islamischen Staates Mosambik , auch als al-Shabaab bekannt, betroffen, die 2017 begannen. Der Konflikt hat über eine Million Menschen vertrieben und ist von wiederkehrenden Gewaltausbrüchen, humanitärer Not und internationalem Engagement geprägt. Seit 2017 wurden in der dortigen Diözese Pemba über 117 Kirchen und Kapellen zerstört, 23 davon allein im Jahr 2025. Anfang Juli bat Bischof António Juliasse Sandramo von Pemba die Priester der Diözese um Unterstützung und rief sie zum Gebet und zur Ermutigung auf. Die Region bleibt instabil, doch inmitten dieser prekären Lage gibt es auch Hoffnungsschimmer. <br />Unter anderem freute sich die Bevölkerung im Bezirk Mueda in der Diözese Pemba über die Priesterweihe von Jaimito Samuel China und Cosme Hilário Makabwa, die etwa zwanzig Jahre nach der letzten in der Gegend gefeierten Weihe stattfand.<br />Eine Erklärung des lokalen Senders „Radio Sem Fronteira“, die Fides vorliegt, hebt hervor, dass an der feierliche Zeremonie unter dem Vorsitz von Bischof Juliasse Sandramo zahlreiche Priester, Ordensschwestern, Vertreter der Zivilverwaltung und Gläubige aus verschiedenen Gemeinden der Diözese teilnahmen. In seiner Predigt rief der Bischof die beiden neuen Priester dazu auf, ihren Dienst in Demut, im Geist des Dienens und in der Nähe des Volkes Gottes zu leben und sich dabei vom Evangelium und dem Beispiel christlicher Brüderlichkeit leiten zu lassen.<br />Familienangehörige, Mitbrüder, Ordensleute und Vertreter der Zivilverwaltung gratulierten den beiden neuen Priestern und sicherten ihnen die Unterstützung durch Gebet und die Gemeinde in ihrem pastoralen Dienst zu. Am Ende des Gottesdienstes wurden die ersten Pfarrstellen bekanntgegeben: Jaimito Samuel China wird an der Kathedrale St. Paul in Pemba tätig sein, während Cosme Hilário Makabwa der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Mueda zugeteilt wurde.<br /> <br />Tue, 14 Jul 2026 12:04:08 +0200ASIEN/INDIEN - Einschüchterung von Don-Bosco Schwestern in West Bengala: Katholiken fordern Schutzhttps://www.fides.org/de/news/77930-ASIEN_INDIEN_Einschuechterung_von_Don_Bosco_Schwestern_in_West_Bengala_Katholiken_fordern_Schutzhttps://www.fides.org/de/news/77930-ASIEN_INDIEN_Einschuechterung_von_Don_Bosco_Schwestern_in_West_Bengala_Katholiken_fordern_SchutzBarasat – Die katholische Bischofskonferenz Indiens äußerte sich in einer Erklärung, die Fides vorliegt, „zutiefst besorgt“ über die Einschüchterungen, denen die Don-Bosco-Schwestern in Barasat, einer Stadt im indischen Bundesstaat Westbengalen, ausgesetzt sind. Die Bischöfe forderten die Behörden auf, die Sicherheit der Ordensfrauen zu gewährleisten, die Rechtsstaatlichkeit durchzusetzen und die verfassungsmäßigen Rechte aller Religionsgemeinschaften zu schützen. Pfarrer Stephen Alathara, Sprecher der katholischen Bischofskonferenz, rief dazu auf, „Gewalt abzulehnen und jegliche Streitigkeiten ausschließlich auf dem Rechtsweg und durch demokratische Prozesse beizulegen“. <br />Laut den Ordensfrauen drang am 12. Juli eine Gruppe von etwa 60 Personen in das Gelände des Ordens ein, forderte die Frauen auf, eine im Bau befindliche Gedenkkapelle und einen Friedhof sofort abzureißen, und drohte mit Gewalt. Die Don-Bosco-Schwestern stellten klar, dass der Friedhof, der für die Beisetzung der Schwestern des Ordens vorgesehen ist, vor Baubeginn unter der vorherigen Landesregierung alle erforderlichen Genehmigungen der zuständigen Behörden erhalten hatte. Nach dem jüngsten Regierungswechsel im Bundesstaat hin zur Bharatiya Janata Party , der nationalistischen Partei, die unter Premierminister Narendra Modi auch auf Bundesebene regiert, wird das Projekt nun angefochten.<br />Auch die „All India Catholic Union“ , der Verband indischer katholischer Laien, verurteilt den Angriff und erklärte, die Ordensfrauen seien eingeschüchtert und beleidigt worden. Einige Mitglieder der Gruppe hätten gesagt: „Eure Regierung existiert nicht mehr, jetzt sind wir an der Macht“. Der Verband erklärt, dies beziehe sich auf die jüngsten Wahlen, bei denen die BJP in Westbengalen an die Macht kam. Diese Worte stellten jedoch einen klaren Versuch dar, „Rechtsverfahren durch Einschüchterung zu ersetzen“. <br />Die AICU sieht den Vorfall als Teil eines umfassenderen Musters von Schikanen und Gewalt gegen christliche Einrichtungen im Bundesstaat Westbengalen und fordert die Achtung der verfassungsmäßigen Rechte religiöser Minderheiten, darunter das Recht, den Glauben zu bekennen und Einrichtungen und Eigentum selbst zu verwalten. Daher appelliert die Organisation an die Landesregierung, den Don-Bosco-Schwestern und ihren Einrichtungen Schutz zu garantieren, die Kapelle und den Friedhof, die bereits rechtlich genehmigt sind, zu erhalten und die Verantwortlichen für die Drohungen strafrechtlich zu verfolgen.<br />Der Vorfall ereignete sich inmitten wachsender Besorgnis innerhalb der indischen katholischen Kirche über Gewalttaten und Einschüchterungen gegen Gläubige in verschiedenen Bundesstaaten des Landes, was auch Gegenstand eines Dialogs mit den staatlichen Behörden ist. In den vergangenen Tagen traf eine Delegation von fünf Bischöfen unter der Leitung von Kardinal Anthony Poola, dem Vorsitzenden der Indischen Bischofskonferenz , mit Bundesinnenminister Amit Shah in Neu-Delhi zusammen und äußerte ihre Besorgnis über Übergriffe auf Gläubige und kirchliche Einrichtungen, die laut den Bischöfen häufig mit Anschuldigungen von Zwangsbekehrungen einhergehen.<br />Wie der Sprecher der interrituellen Bischofskonferenz, Pfarrer Robinson Rodrigues, mitteilte, versicherte Minister Shah, dass er persönlich in Fällen intervenieren werde, in denen die Polizei von Christen eingereichte Anzeigen nicht aufnimmt. Der Minister rief Opfer außerdem dazu auf, Vorfälle, bei denen die Strafverfolgungsbehörden die Einleitung von Verfahren verweigern, direkt seinem Ministerium zu melden und sich für die Durchsetzung der Gerechtigkeit einzusetzen.<br />Gegenstand der Gespräche waren auch Änderungen des Gesetzes zur ausländischen Finanzierung . Der Minister versicherte, dass die neuen Bestimmungen weder gegen christliche Gemeinden angewendet werden noch rückwirkend auf kirchliche Einrichtungen Anwendung finden, die mit ausländischen Geldern gegründet wurden. <br />Christen stellen etwa 2,3 % der indischen Bevölkerung von über 1,4 Milliarden Einwohnern.<br /> Tue, 14 Jul 2026 11:50:07 +0200Missionarische Fortbildung: Zweite On-line-Schulung für Teilnehmende aus englischsprachigen Ländern zur Botschaft von Papst Leo XIV.https://www.fides.org/de/news/77929-Missionarische_Fortbildung_Zweite_On_line_Schulung_fuer_Teilnehmende_aus_englischsprachigen_Laendern_zur_Botschaft_von_Papst_Leo_XIVhttps://www.fides.org/de/news/77929-Missionarische_Fortbildung_Zweite_On_line_Schulung_fuer_Teilnehmende_aus_englischsprachigen_Laendern_zur_Botschaft_von_Papst_Leo_XIVVatikanstadt – „Eins in Christus. Ein spiritueller und missionarischer Weg“ lautet das Thema der zweiten Veranstaltung der Reihe zur missionarischen Fortbildung für die Teilnehmende aus englischsprachigen Länder am heutigen Dienstag, dem 14. Juli. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Botschaft von Papst Leo XIV. zum Weltmissionssonntag 2026. <br />Das vierteilige Online-Seminar wird vom Internationalen Sekretariat der Päpstlichen Missionsunion in Zusammenarbeit mit mehreren Nationaldirektionen der Päpstlichen Missionswerke organisiert.<br />Das Schulungsprogramm begann am 9. Juni mit dem Einführungsvortrag des Generalsekretärs der Päpstlichen Missionsunion, Pater Dinh Anh Nhue Nguyen . Er ordnete die Botschaft von Papst Leo XIV. in den breiteren Kontext der heutigen Mission ein. „Um den missionarischen Charakter der Papstbotschaft von 2026 zu verstehen, ist es unerlässlich, mit dem persönlichen Werdegang von Papst Leo XIV. zu beginnen. Anders als andere Päpste, deren Erfahrung vorwiegend akademisch oder an die Kurie gebunden war, ist Papst Leo XIV. tiefgreifend von einer langen missionarischen Tätigkeit unter den Menschen geprägt. Dies war kein nebensächlicher Aspekt seines Lebens, sondern vielmehr ein wesentlicher Bestandteil seiner kirchlichen Identität“, erklärte der Generalsekretär der Päpstlichen Missionsunion im Gespräch mit Pfarrer Bonaventura Luchidio, dem Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Kenia. „Die Ansprache von Papst Leo XIV. an die Nationaldirektoren und seine Botschaft zum Weltmissionssonntag sind im Wesentlichen ein Aufruf zur Erneuerung der Mission. Der Heilige Vater lädt die Päpstlichen Missionswerke ein, ihre ursprüngliche Berufung wiederzuentdecken: eine missionarische Kirche zu bilden“, betonte Pfarrer Luchidio. „Für Afrika“, fügte er hinzu, „bedeutet dies, eine Kultur zu schaffen, in der jeder Getaufte versteht, dass er von Christus gesandt ist. Es bedeutet, von gelegentlichen Missionsfeiern zu einer kontinuierlichen missionarischen Ausbildung überzugehen. Es bedeutet, Priester, Ordensleute, Katecheten, Familien, Jugendliche und Kinder zu formen, die in Christus eins und in der Mission vereint sind.“<br />Heute spricht neben Pater Dinh Anh Nhue Nguyen auch Pfarrer Lawrence Iwuamadi, Priester der nigerianischen Diözese Owerri und Dekan und Professor für Ökumenische Biblische Hermeneutik am Ökumenischen Institut Bossey in der Schweiz. Die Online-Veranstaltung ist von 12:30 Uhr bis 14:00 Uhr für alle Interessierten zugänglich. Dieselben Zeiten gelten für die dritte Veranstaltung am 11. August zum Thema „Vereint in der Mission: Wie können wir die Lehren des Papstes umsetzen und fördern?“.<br />Die vierte und letzte Veranstaltung der Reihe, die in englischer Sprache stattfindet, ist für den 22. September geplant. Sie findet von 16:30 Uhr bis 18:00 Uhr statt, um auch Teilnehmern aus Amerika die Teilnahme zu ermöglichen. Erzbischof Samuele Sangalli, beigeordneter Sekretär des Dikasteriums für die Evangelisierung wird aus diesem Anlass einen Vortrag über die missionarische Spiritualität der heiligen Therese von Lisieux halten.<br /> Tue, 14 Jul 2026 11:13:16 +0200AMERIKA/PERU - “In persona Christi Capitis”: Lateinamerikanischen Kirchen erörtern die Identität der Priester angesichts neuer pastoraler Herausforderungenhttps://www.fides.org/de/news/77927-AMERIKA_PERU_In_persona_Christi_Capitis_Lateinamerikanischen_Kirchen_eroertern_die_Identitaet_der_Priester_angesichts_neuer_pastoraler_Herausforderungenhttps://www.fides.org/de/news/77927-AMERIKA_PERU_In_persona_Christi_Capitis_Lateinamerikanischen_Kirchen_eroertern_die_Identitaet_der_Priester_angesichts_neuer_pastoraler_HerausforderungenVon Laura Gómez Ruiz<br />Lima – Unter dem Motto „In Persona Christi Capitis“ findet vom 13. bis 17. Juli in Peru das nationale Priestertreffen statt. Diese Initiative bringt Priester aus den 46 Kirchensprengeln des Landes zum Thema „Identität, Spiritualität und Sendung des Priesters als sakramentale Gegenwart Christi, des Bräutigams, Hauptes und Hirten“ zusammen.<br />Das Treffen soll die priesterliche Gemeinschaft stärken und die Identität des Weiheamtes vertiefen. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer Krise, mit der viele lateinamerikanische Kirchen konfrontiert sind: dem Rückgang der Berufungen zum Priesteramt und dem Bedarf an der Ausbildung von Seelsorgern, die den neuen pastoralen Realitäten gewachsen sind.<br />Die peruanische Initiative spiegelt das Anliegen mehrerer Kirchen auf dem Kontinent wider: Wie kann man Priester in ihrem Leben begleiten und eine ganzheitliche Ausbildung fördern, die es ihnen ermöglicht, den aktuellen gesellschaftlichen und kirchlichen Veränderungen angemessen zu begegnen?<br />Die Dringlichkeit betrifft nicht nur die Anzahl der verfügbaren Geistlichen, sondern vor allem die Ausbildung von Priestern mit solider menschlicher, spiritueller, intellektueller und pastoraler Reife, die in der Lage sind, zuzuhören, zu unterscheiden und das Volk Gottes zu begleiten.<br />Mit demselben Thema befasste sich jüngst auch in der Kirche in Kolumbien. Bei der 121. Vollversammlung der Bischofskonferenz stand angesichts sinkender Berufungen die Priesterausbildung im Mittelpunkt, wobei die Bedeutung der Ausbildung von Priestern mit einem tiefen spirituellen Leben und einer erneuerten Fähigkeit zur Seelsorge hervorgehoben wurde . Bei der abschließenden Eucharistiefeier der Versammlung betonte Bischof Germán Medina Acosta, Generalsekretär der Kolumbianischen Bischofskonferenz, die Notwendigkeit, „Priester mit dem Herzen eines Hirten auszubilden, Männer des Gebets und der Unterscheidung, besonnen, einfach und frei, fähig, mit dem Volk Gottes zu gehen und das Evangelium mit Freude und Hoffnung zu verkünden“. Der Bischof fügte hinzu: „Nur eine Kirche, die sich zur Umkehr bereit erklärt, kann Geistliche ausbilden, die die Umkehr des Volkes Gottes begleiten können“.<br />Auch in Paraguay setzt sich die Kirche mit diesem Thema auseinander. Während der 248. Ordentlichen Vollversammlung analysierten die Bischöfe die kirchliche Realität des Landes und formulierten Handlungsfelder für die kommenden Jahre.<br />Obwohl es in lateinamerikanischen Kirchen unterschiedliche Ausgangssituationen gibt, herrscht Einigkeit darüber, dass die priesterliche Identität gestärkt und Seelsorger ausgebildet werden müssen, die Gemeinden in ihren jeweiligen Kontexten begleiten können.<br />Das Treffen unter dem Motto „In Persona Christi Capitis“ in Peru fügt sich in diesen Prozess ein und ist Teil eines gemeinsamen Weges zur Bewahrung der priesterlichen Berufung und zur Stärkung des Auftrags im Dienst am Volk Gottes.<br />Papst Leo XIV. erinnerte in einem Brief vom 4. November 2025 an das Priesterseminar „San Carlos y San Marcelo“ in Trujillo , anlässlich dessen 400-jährigen Bestehens – einer Institution, an der er selbst als Professor und Studiendirektor wirkte – daran, dass das Priestertum „keine Flucht vor dem ist, dem man sich nicht stellen möchte, noch ein Zufluchtsort vor emotionalen, familiären oder sozialen Schwierigkeiten; es ist weder Beförderung noch Schutz, sondern ein vollkommenes Geschenk des Lebens.“ Der Papst betonte zudem, dass die priesterliche Ausbildung vor allem ein Weg der Angleichung an Christus sei, auf dem „die Aufrichtigkeit der Absicht bedeutet, jeden Tag in Einfachheit und Wahrheit sagen zu können: ‚Herr, ich möchte dein Priester sein, nicht für mich selbst, sondern für dein Volk.‘“<br />Tue, 14 Jul 2026 10:45:50 +0200ASIEN/BANGLADESCH - Biscof Tudu: "Jedes Jahr haben wir mehr als tausend neue Taufen“https://www.fides.org/de/news/77925-ASIEN_BANGLADESCH_Biscof_Tudu_Jedes_Jahr_haben_wir_mehr_als_tausend_neue_Taufenhttps://www.fides.org/de/news/77925-ASIEN_BANGLADESCH_Biscof_Tudu_Jedes_Jahr_haben_wir_mehr_als_tausend_neue_TaufenVon Paolo Affatato<br />Dinajpur – „Die Hoffnung der Kirche in Bangladesch ruht auf den indigenen Bevölkerungsgruppen. Dort liegt die Zukunft der Kirche“, betont Bischof Sebastian Tudu von Dinajpur im Interview mit Fides über die Entwicklung in der Diözese im Nordwesten Bangladeschs, wo di katholische Gemeinde dank der Verkündigung des Evangeliums unter den indigenen Bevölkerungsgruppen, insbesondere den Santal und Orao, stetig wächst.<br />Die 1927 gegründete Diözese Dinajpur zählt rund 100.000 Katholiken, etwa 0,6 % der Gesamtbevölkerung, und hat etwa 18 Millionen Einwohner. Sie ist in über 30 Pfarreien unterteilt und unterhält zahlreiche Missionsstationen in den Dörfern der indigenen Bevölkerung. Priester, Ordensleute und Katecheten engagieren sich dort in Evangelisierung, Bildung und der Förderung des Gemeinwohls. Die überwiegende Mehrheit der Katholiken gehört indigenen Bevölkerungsgruppen an, insbesondere den Santal und Orao, Gemeinschaften, aus denen weiterhin viele Familien stammen, die sich für den katholischen Glauben entscheiden.<br />„Im Gebiet von Dinajpur leben zahlreiche indigene Gemeinschaften zusammen. Es ist eine der Diözesen, in denen die katholische Präsenz besonders stark ausgeprägt ist, vor allem unter diesen Bevölkerungsgruppen“, erklärte der Bischof gegenüber Fides. „Unter den Santal und Orao sehen wir ein großes Potenzial für die Evangelisierung. Die Kirche in Dinajpur wächst und expandiert von Jahr zu Jahr.“<br />Diese Entwicklung erklärt er, gehe von der Initiative der Gemeinden selbst aus: „Unsere Art der Evangelisierung besteht in erster Linie darin, eine Erstevangelisierung und ein erstes Glaubenszeugnis an entlegene Orte zu bringen. Wir entsenden Katecheten, Priester und Ordensschwestern in Dörfer, in denen es noch keine Christen gibt. Sehr oft laden uns die Bewohner selbst ein. Sie möchten mehr über den christlichen Glauben erfahren und äußern den Wunsch, das Evangelium zu hören.“<br />Aus dieser ersten Begegnung beginnt ein Katechumenat, das Zeit und Vorbereitung erfordert: „Priester und Katecheten besuchen das Dorf regelmäßig, und einige Bewohner werden offiziell zu Katechumenen. Nach etwa einem Jahr können sie die Taufe empfangen; manchmal dauert es länger, weil wir sie gut vorbereiten wollen. Sie lernen die Liturgie und die Gebete kennen und erfahren mehr über das christliche Leben. So bereiten wir die Entstehung einer christlichen Gemeinde in einem Dorf vor.“<br />Es gehe nicht um einzelne Bekehrungen: „Manchmal taufen wir zehn, fünfzehn oder zwanzig Familien auf einmal. Manchmal nimmt ein ganzes Dorf das Evangelium an“, stellt der Bischof fest, „Die katholische Gemeinde wächst stetig weiter, Gott sei Dank.“ Dieses Wachstum zeige sich auch in der pastoralen Organisation der Diözese: „Fast jedes Jahr eröffnen wir eine neue Pfarrei“, sagt Bischof Tudu. „Jedes Jahr haben wir mehr als tausend neue Taufen. Die Gemeinden sind da, sie sind bereit. Aber um eine neue Pfarrei zu gründen, müssen wir alles Notwendige vorbereiten: die Kirche, das Pfarrhaus, die Räumlichkeiten. Manchmal verlangsamen wirtschaftliche Schwierigkeiten diesen Prozess. Aber die Menschen sind da. Das ist ein großes Zeichen der Hoffnung für uns.“<br />Laut Bischof Tudu ist die missionarische Dynamik der bangladeschischen Kirche heute eindeutig mit den indigenen Völkern verbunden: „Die Kirche in Bangladesch kann insbesondere unter den Stammesvölkern wachsen. Die Mehrheit der Katholiken in unserem Land, das mehrheitlich muslimisch ist, gehört diesen Gemeinschaften an. Deshalb sagen wir, dass die Hoffnung und die Zukunft der Kirche genau in den Stammesvölkern liegen.“<br />In Bangladesch gibt es kein Gesetz, das Muslimen den Übertritt zum Christentum verbietet, und die Verfassung garantiert formell die Religionsfreiheit, einschließlich des Rechts, den eigenen Glauben zu bekennen, auszuüben und zu verbreiten. Auf sozialer und familiärer Ebene kann der Übertritt eines Muslims zum Christentum jedoch zu starkem Druck führen, und ein Konvertit vom Islam kann Isolation, Familienzerfall, Diskriminierung, Arbeitsplatzverlust oder sogar Bedrohungen und Angriffe durch extremistische Gruppen erleben. Um in diesem Kontext den interreligiösen Frieden zu wahren, richtet sich die Verkündigung und Predigt der katholischen Kirche vorrangig an die nichtmuslimische einheimische Bevölkerung.<br />Bischof Tudu erklärt auch die Gründe für die Offenheit dieser Menschen gegenüber dem Christentum: „Sicherlich gibt es kulturelle Faktoren, die ihnen die Begegnung mit unserem Glauben erleichtern, aber das ist nicht der Hauptgrund. Wenn sie eine Ausbildung erhalten, wenn sie lernen, nachzudenken und zu urteilen, entdecken sie ihre Würde wieder. Die Kirche fördert Bildung, und dafür sind sie zutiefst dankbar.“ „Was sie aber wirklich anzieht“, fährt er fort, „ist das Evangelium. Jesu Worte, wie etwa ‚Selig sind die Armen‘, sprechen direkt zu ihren Herzen. Im Evangelium finden sie ein Wort des Lebens. Diese Menschen praktizieren noch traditionelle Religionen und Formen des Animismus, und sie entdecken im Wort Gottes einen Wegweiser für ihr Leben. Für sie ist es ein großes Geschenk und ein fester Bezugspunkt, ein sicherer Wegweiser.“<br />Bischof Tudu selbst stammt aus dem Volk der Santal. „Ich bin ein Santal. Mein Vater war bereits getauft, und ich habe den Glauben von meiner Familie geerbt. Heute sehe ich so viele Angehörige unseres Volkes, die das Christentum annehmen, und das erfüllt mich mit Freude.“<br />Das Wachstum der Kirche spiegelt sich auch in der Zunahme der Berufungen wider: „Unter den indigenen Bevölkerungsgruppen gibt es viele Berufungen zum Priestertum und zum Ordensleben. Die Begeisterung ist groß, denn diese Gemeinschaften haben den Glauben erst vor Kurzem entdeckt. Wir sehen Gottes Wirken in ihnen. Es ist ein großes Geschenk für uns.“<br />Der Bischof betont auch das Klima des friedlichen Zusammenlebens, das die Dörfer der Diözese prägt: „Wir haben weder mit den Muslimen noch mit den nicht konvertierten Angehörigen indigener Völker Probleme. Sie alle leben friedlich zusammen. Unter den indigenen Völkern praktizieren einige noch den Animismus, andere sind Christen, aber sie nehmen gemeinsam an sozialen und kulturellen Aktivitäten, Hochzeiten, Feiern und Dorffesten teil. Sie sind einfache, friedliche und glückliche Menschen.“<br />Viele dieser Familien leben in ländlichen Gebieten am Waldrand und sind hauptsächlich in der Landwirtschaft tätig. „Das Bildungsniveau“, bemerkt er, „ist noch niedrig. Daher ist es ein wesentlicher Bestandteil der Mission der Kirche, Schulen zu fördern und Kinder und Jugendliche in ihrer Bildung zu begleiten. Die Familien wissen diesen Dienst sehr zu schätzen.“ <br />Bischof Tudu erinnert an die Geschichte der Diözese und drückt den Missionaren, die das Fundament der Ortskirche gelegt haben, tiefe Dankbarkeit aus. „Wir haben ein unermessliches Geschenk von Missionaren erhalten, wie beispielsweise denen des Päpstlichen Instituts für die Auslandsmissionen . Viele sind inzwischen betagt oder bereits verstorben. Wir sind ihnen zutiefst dankbar. Sie haben nicht nur unsere Kirche gegründet, sondern auch zur menschlichen, sozialen und bildungsbezogenen Entwicklung unserer Gemeinden beigetragen.“ <br />Bischof Tudu blickt vertrauensvoll in die Zukunft: „Ich bin sehr zuversichtlich. Wir hoffen, dass die Weltkirche unsere kleine Gemeinde weiterhin unterstützen wird. Wir brauchen diese Unterstützung nach wie vor, denn die Mission geht weiter und der Herr beruft weiterhin neue Menschen zum Glauben.“<br /><br />Mon, 13 Jul 2026 13:05:35 +0200ASIEN/CHINA - “Laufen für den Herrn”: Diözese Peking veranstaltet zweiten “Synodalen Halbmarathon”https://www.fides.org/de/news/77924-ASIEN_CHINA_Laufen_fuer_den_Herrn_Dioezese_Peking_veranstaltet_zweiten_Synodalen_Halbmarathonhttps://www.fides.org/de/news/77924-ASIEN_CHINA_Laufen_fuer_den_Herrn_Dioezese_Peking_veranstaltet_zweiten_Synodalen_HalbmarathonPeking – „Laufen Für den Herrn“ – auf dem Weg der Verkündigung des Evangeliums und des Zeugnisses des Glaubens. Dies ist das Motto der zweiten Auflage des „Synodalen Halbmarathons“ mit dem Titel „Pegasus“, der vom Erzbistum Peking organisiert und am Freitag, dem 10. Juli, in der Nähe des diözesanen Philosophisch-Theologischen Seminars im Anschluss an die jährliche Exerzitien der Priester ausgetragen wurde. Laut den Webseiten des Bistums und des Seminars nahmen rund dreißig Diözesanpriester an der Initiative von Bischof Joseph Li Shan teil, die von seinem Koadjutor, Bischof Matthew Zhen Xuebin , organisiert wurde.<br />Das erklärte Ziel der Initiative war es, die priesterliche Gemeinschaft und Brüderlichkeit durch sportliche Betätigung zu stärken und der pastoralen und missionarischen Arbeit neue Impulse zu verleihen. Das körperliche und geistige Wohlbefinden sowie die ganzheitliche Entwicklung der Priester stehen im Mittelpunkt des Anliegens des Bistums.<br />Vom 7. bis 10. Juli fanden im Priesterseminar die jährlichen Exerzitien für Priester unter der Leitung von Bischof Li Shan statt. Während der Meditationen rief der Bischof von Peking alle Priester dazu auf, ihrer priesterlichen Berufung treu zu bleiben und ihre missionarische Arbeit bei der Verkündigung des Evangeliums fortzusetzen. Mehrere Diözesanpriester und Ausbilder von Priesterseminaren leiteten die Exerzitien, in deren Mittelpunkt Lesungen aus der Heiligen Schrift standen und die darauf abzielten, den apostolischen Eifer und die Dankbarkeit für die Berufung zum Priestertum neu zu entfachen.<br />Im Rahmen der Exerzitien wurden die Priester auch eingeladen, „nach den eigenen Fähigkeiten“ am Halbmarathon teilzunehmen. Dabei wurde die Bedeutung der Erhaltung der körperlichen Fitness betont und die Gemeinschaft und Teilnahme anstelle des Wettbewerbs hervorgehoben.<br />Die Teilnehmer nahmen das Rennen unterdessen sehr ernst: Die schnellste Zeit lag bei einer Stunde und 42 Minuten. Vor dem Start nahmen alle Teilnehmer an einem gemeinsamen Gebet und einem sportlichen Aufwärmprogramm teil. Entlang der Strecke befanden sich Verpflegungsstände und Sanitätsstationen, um angesichts der großen Hitze in Peking in dieser Jahreszeit einen sicheren und reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Die Siegerehrung fand direkt im Anschluss an den Wettkampf statt.<br /> <br />Mon, 13 Jul 2026 12:30:48 +0200AMERIKA/VENEZUELA - Don-Bosco-Schwestern: „Der Notstand dauert an”https://www.fides.org/de/news/77926-AMERIKA_VENEZUELA_Don_Bosco_Schwestern_Der_Notstand_dauert_anhttps://www.fides.org/de/news/77926-AMERIKA_VENEZUELA_Don_Bosco_Schwestern_Der_Notstand_dauert_anCaracas – Die offizielle, noch vorläufige Zahl der Todesopfer der beiden verheerenden Erdbeben vom 24. Juni in Venezuela ist auf fast 4.500 gestiegen. Rund 17.000 Menschen wurden verletzt, über 19.500 leben weiterhin in Notunterkünften. Die Zahl der Vermissten ist noch unklar. Such- und Rettungsaktionen, die medizinische Versorgung und die Verteilung humanitärer Hilfe werden dank der Unterstützung zahlreicher Länder unvermindert fortgesetzt. Gleichzeitig schreiten die Wiederaufbau- und Instandsetzungsarbeiten voran, insbesondere in der Region La Guaira, die zu den am stärksten betroffenen Gebieten zählt.<br />Die Don-Bosco-Schwestern, sind ebenfalls vor Ort und engagieren sich für die Unterstützung der obdachlosen Familien. „Wir haben mit Liebe zubereitete Mahlzeiten verteilt und vor allem den Menschen nahegestanden, ihre Sorgen gehört und ihnen in den schwersten Stunden beigestanden“, so die Provinzialobere Schwester Maria Eugenia Ramos Rangel gegenüber Fides.<br />Die Ordenschwestern sind auch El Junquito aktiv, wo das Erdbeben zwar erhebliche Sachschäden verursacht hatte, aber keine hohe Zahl an Todesopfern forderte. In den beiden Notunterkünften vor Ort wurden Pyjamas an Kinder und Hygieneartikel sowie Windeln an Mütter verteilt. Auch in der Innenstadt von Caracas wurden Hilfsprogramme auf den Weg gebracht, wo viele Familien weiterhin in Zelten leben, nachdem ihre Häuser für unbewohnbar erklärt worden waren.<br />„Wir freuen uns, dass bereits mehrere Familien in Notunterkünfte verlegt wurden, aber die Arbeit ist noch lange nicht beendet“, betonte Schwester Eugenia. „Viele Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen, ohne eine neue Unterkunft garantieren zu können. Sie warten weiterhin auf konkrete Antworten und ein sicheres Zuhause.“<br /> Mon, 13 Jul 2026 12:15:37 +0200Pater Guy Bognon zur Priesterausbildung in Afrika: “Die direkte Beteiligung der Bischöfe ist erforderlich”https://www.fides.org/de/news/77923-Pater_Guy_Bognon_zur_Priesterausbildung_in_Afrika_Die_direkte_Beteiligung_der_Bischoefe_ist_erforderlichhttps://www.fides.org/de/news/77923-Pater_Guy_Bognon_zur_Priesterausbildung_in_Afrika_Die_direkte_Beteiligung_der_Bischoefe_ist_erforderlichLibreville – Afrika ist neben Asien einer von nur zwei Kontinenten, auf denen die Zahl der Priester weiter steigt, und der einzige, auf dem auch die Zahl der Seminaristen in den Priesterseminaren zunimmt. Die Qualität der Ausbildung steht im Mittelpunkt der Tätigkeit des Päpstlichen Apostel-Petrus-Werks. <br />Laut Daten, die Fides im Oktober 2025 veröffentlichte, sinkt die weltweite Priesterzahl zwar auf 406.996 , doch verzeichnet Afrika ein deutliches Wachstum und auch einen Anstieg der Zahl der Seminaristen , während auf allen anderen Kontinenten weltweit rückläufige Zahlen zu verzeichnen sind.<br /> „Vom 15. bis 20. Juni reisten wir nach Gabun, genauer gesagt nach Libreville, um Ausbilder fortzubilden“, erklärte Pater Guy Bognon, Generalsekretär des Päpstlichen Apostel-Petrus-Werks, studierter Bibelwissenschaftler und ehemaliger Rektor von Priesterseminare in Benin, gegenüber Fides. An das Fortbildungsangebot nutzten rund zwanzig Priester aus allen Priesterseminaren des Landes, darunter auch Gemeindepfarrer sowie Seminarlehrer, die als externe Ausbilder fungierten.<br />Nach der gemeinsamen Eröffnungsmesse waren die Teilnehmer zu einer Exerzitienwoche eingeladen, die sich auf das Wort Gottes und die Bedeutung der Weihe konzentrierte. „Wir begannen auf diese Weise, um zu verstehen, dass die Ausbildung in den Priesterseminaren nicht nur eine intellektuelle Frage ist, sondern das Herz betrifft. Wir konzentrierten uns bei dieser Exerzitienwoche auf die Meditation über die Bedeutung der ‚Selbsthingabe‘“, erläutert Pater Bognon. Es ging darum, darüber nachzudenken, „wie Jesus selbst, der sich selbst hingegeben hat, diese Realität sein ganzes Leben lang gelebt hat, und dies dann mit uns, den gottgeweihten Menschen von heute, zu verbinden, wobei wir die Herausforderungen, denen wir uns gegenübersehen, und die konkreten Mittel, die uns für unsere Sendung zur Verfügung stehen, berücksichtigen.“<br /><br />“Permanente Fortbildung” damit “wir Christus immer ähnlicher werden”<br /><br />Die folgenden Tage waren Vorträgen und Diskussionen gewidmet. „Wir begannen mit einem Beitrag zum Thema ‚Die Dringlichkeit und Notwendigkeit der ständigen Weiterbildung‘“, fuhr er fort. „Viele fragen sich, was sie noch lernen sollen, doch wir müssen verstehen, dass wir nie aufhören zu lernen: Das ganze Leben ist ein Lernprozess. Ständige Umkehr ist notwendig, um uns Christus immer ähnlicher zu machen und uns zu erneuern, insbesondere als Ausbilder im Priesterseminar, indem wir unser Wissen und unser inneres Leben beständig vertiefen.“<br />Die Anforderungen an den Ausbilder, den Ausbildungsweg im Priesterseminar sowie die spirituellen, menschlichen, intellektuellen und pastoralen Dimensionen wurden ausführlich erörtert, auch im Lichte der „Ratio Fundamentalis Institutionis Sacerdotalis“, dem offiziellen Dokument des Heiligen Stuhls, das 2016 unter dem Titel „Das Geschenkt der Berufung zum Priestertum“ veröffentlicht wurde und die Richtlinien und Normen für die Ausbildung zukünftiger Priester in der Weltkirche festlegt.<br /> „Besonderes Augenmerk wurde auf die spirituelle Begleitung der Seminaristen gelegt“, bemerkte Pater Bognon. „Man kann nicht improvisieren: Es gibt Regeln und Wissen, die man nicht nur an der Universität, sondern auch durch Erfahrung erlernt. Man kann zwar akademische Qualifikationen besitzen und unterrichten können, aber das reicht nicht aus, um ein guter Ausbilder zu sein.“<br />Die Tagung betonte außerdem „die feinen Aspekte der Empathie, die für die Entwicklung ausgeglichener Persönlichkeiten unerlässlich sind“, die Fähigkeit, „den eigenen Glauben zu erklären“, und den pastoralen Zweck der gesamten Ausbildung. Das brüderliche Leben war ein zentrales Element dieser Tage. „Diese Tage beschränkten sich nicht auf Vorträge: Es gab die tägliche Messe, das Stundengebet und Momente des brüderlichen Austauschs“, erklärte der Generalsekretär des Päpstlichen Apostel-Petrus-Werks. „Wir wollten wie Brüder leben, um aus eigener Erfahrung zu verstehen, was Ausbildung bedeutet.“<br /><br />„Die Anzahl der Berufungen allein genügt nicht”<br /> <br />Der Besuch bot zudem Gelegenheit zu mehreren Treffen mit Kirchenvertretern in Gabun: dem Geschäftsträger der Nuntiatur, Monsignore Grzegorz Piotr Bielaszka; dem Vositzenden der Bischofskonferenz, Bischof Jean-Vincent Ondo Eyene von Oyem; dem Erzbischof von Libreville, Jean-Patrick Iba-Ba; dem Bischof von Franceville, Ephrem Ndjoni; und dem kürzlich ernannten Apostolischen Nuntius, Erzbischof Relwendé Kisito Ouédraogo. Pater Bognon betonte in diesem Zusammenhang: „Viele Aspekte der Ausbildung erfordern die direkte Beteiligung der Bischöfe. Die Ausbilder handeln in ihrem Auftrag und können mit deren Unterstützung.“<br />Für Pfarrer Serge-Patrick Mabickassa, Koordinator der bischöflichen Kommission für Kommunikation, Kultur und Tourismus, und Ausbilder am „Grand Séminaire National Saint Augustin“ in Libreville, trägt diese Fortbildung ganz konkreten Bedürfnissen Rechnung. Er nennt unter anderem den Bedarf an einer „intellektuellen Ausbildung mit Schwerpunkt auf afrikanischer Theologie“, die die „Glaubenskrisen im Spannungsfeld zwischen christlichem Glauben, traditioneller Religion und gabunischer Kultur“ beleuchten kann, sowie das Erlernen der „Lectio divina“, „um eine tiefere Beziehung zu Gott aufzubauen“, und die „Einladung, die Nächstenliebe gegenüber den Ärmsten und allen Christen zu pflegen“, in einem Kontext, in dem „die Laien uns allzu oft mangelnde Nähe und Aufmerksamkeit gegenüber den Schwachen vorwerfen“. „Dieses Fortbiildungsseminar hat diesen Bedürfnissen entsprochen, indem es uns die Werkzeuge an die Hand gab, die zukünftige Priester für eine gute Ausbildung benötigen, insbesondere die Vertrautheit mit dem Wort Gottes für zukünftige Priester und die Lektüre der Kirchenväter zur Beantwortung von Glaubensfragen sowie die Erinnerung daran, dass der Priester seinem Volk zuhören muss“, bekräftigt er gegenüber Fides.<br />Die Veranstaltung so sagt er, „hilft uns, unsere pädagogischen Praktiken und unsere geistliche Begleitung zu überdenken, da sie uns einen aktuellen Überblick über die traditionellen Methoden geboten hat“. Auf der Grundlage der „Ratio Fundamentalis Istitutionis Sacerdotalis“ „haben wir festgestellt, dass diese den Seminaristen selbst nun in den Mittelpunkt seiner Ausbildung stellt. Er ist für seine eigen Ausbildung verantwortlich. Jeder Seminarist ist also auch sein eigener Ausbilder und der Ausbilder der anderen Seminaristen“.<br /> Auf intellektueller Ebene stellt der Ausbilder fest, dass die intellektuelle Arbeit „mit dem Aufkommen der künstlichen Intelligenz und des Internets“ schwierig gestalten kann, wenn diese Werkzeuge an die Stelle der Reflexion treten. Er ruft deshalb dazu auf, „den ethischen Umgang mit künstlicher Intelligenz zu erlernen, um einen Mangel an Inspiration bei der Vorbereitung der Predigten und Katechesen der zukünftigen Priester zu vermeiden“, und wünscht „eine Überarbeitung der Methoden zur Präsentation wissenschaftlicher Arbeiten, um die Glaubensintelligenz des besser zur Geltung zu bringen“.<br />„In diesem Kontext plant das Päpstliche Apostel-Apetrus-Werk ähnliche Initiativen in mehreren Ländern – demnächst in Tansania, dann in Malawi und Burkina Faso – denn die Ausbildung von Ausbildern steht im Mittelpunkt unserer Mission“, betont Pater Bognon. „Es ist unerlässlich, dass die Bischofskonferenzen diesen Aspekt ernst nehmen: Die Anzahl der Berufungen allein genügt nicht, Qualität ist ebenso wichtig. Priesterausbildung bedeutet nicht einfach, sich über volle Seminare zu freuen. Eine qualitativ hochwertige Ausbildung hängt unmittelbar von der Qualität der Ausbilder ab, und dies erfordert kontinuierliche Weiterbildung. Das Priestertum endet nicht mit der Weihe: Es ist ein lebenslanger Weg.“<br /> „Angesichts der heutigen Herausforderungen in der Welt ist es unerlässlich, gut ausgebildete Priester zu haben, die fähig sind, zu führen. Die Qualität eines Priesters hängt in erster Linie von seinem inneren Leben, von seiner Beziehung zu Gott ab, denn von dort empfängt der Priester, was er weitergeben soll“, betont er im Rückblick auf den Aufenthalt in Gabun.<br /> <br />Mon, 13 Jul 2026 12:01:25 +0200In afrikanischen Ländern wächst die Besorgnis über die schädlichen Auswirkungen des illegalen Bergbaushttps://www.fides.org/de/news/77918-In_afrikanischen_Laendern_waechst_die_Besorgnis_ueber_die_schaedlichen_Auswirkungen_des_illegalen_Bergbaushttps://www.fides.org/de/news/77918-In_afrikanischen_Laendern_waechst_die_Besorgnis_ueber_die_schaedlichen_Auswirkungen_des_illegalen_BergbausVon Cosimo Graziani<br />Monrovia – In Liberia wurde die Gründung einer Taskforce zur Bekämpfung des illegalen Bergbaus bekanntgegeben. Die „Protect Our Resources Taskforce“ soll die Kontrollen verstärken, die Einhaltung von Vorschriften verbessern und die staatliche Überwachung des Phänomens intensivieren. Laut der liberianischen Zeitung „The New Dawn“ wurde Taskforce im Beisein von Energie- und Bergbauminister Matenokay Tingban auf den Weg gebracht, der sie als Zeichen eines „strategischen Wandels hin zu einer nachrichtendienstlich gestützten Stärkung, einer besseren strategischen Koordination und einem verantwortungsvolleren Umgang mit Bodenschätzen“ bezeichnete.<br />Die Taskforce wird den Betrieb der Minen des Landes überwachen und die Einhaltung von Lizenzen, Lizenzgebühren, Umweltstandards, Arbeitsbestimmungen und anderen Vorschriften sicherstellen. Eines der erklärten Ziele der Regierung ist die Förderung einer kontrollierten Entwicklung des Bergbausektors, die Reduzierung des illegalen Bergbaus und des illegalen Handels, insbesondere mit Gold, um nicht nur die Arbeitsbedingungen und die Umweltauswirkungen zu verbessern, sondern auch die Staatseinnahmen zu erhöhen. Wie Tingban auf der Pressekonferenz erklärte, gehören Liberias Bodenschätze zu seinen nationalen Vermögenswerten und müssen deshalb zur wirtschaftlichen Transformation, finanziellen Stabilität, ökologischen Nachhaltigkeit und zum nationalen Wohlstand beitragen.<br />Die Entscheidung der liberianischen Regierung, eine Task Force für den Bergbausektor einzurichten, dürfte nicht überraschen. Die zunehmende Verbreitung von illegalen Minen ist eines der sozioökonomischen Probleme, die mehrere Länder des Kontinents plagen.<br /> Am stärksten betroffen sind Westafrika, von Senegal bis Nigeria, sowie das Kongobecken, Kamerun und die Demokratische Republik Kongo . Aber auch in Südafrika und Uganda gibt es illegale Minen, vorwiegend Goldminen. In den letzten Tagen wurden in diesen beiden Ländern illegale Minen geschlossen. Die Schließungen in Südafrika führten zur Festnahme von über zweihundert Personen, zumeist Einwanderern ohne Aufenthaltsberechtigung.<br />Illegaler Bergbau schadet afrikanischen Gesellschaften in vielerlei Hinsicht, allen voran der Umwelt. Beim Goldabbau werden Schadstoffe wie Quecksilber eingesetzt, die in Flüsse und Gewässer gelangen. Die verheerenden Umweltauswirkungen gehen mit sozialen Folgen einher: In der kürzlich geschlossenen Mine im Distrikt Kanungu in Uganda war in den vergangenen Wochen ein regelrechter Goldrausch ausgebrochen. Dieser führte dazu, dass ein Großteil der Bevölkerung, das Dorf Kanoni verließ und in verfallene Unterkünfte rund um die Mine zog. Die Verlassenheit des Dorfes führte zu einer lokalen Nahrungsmittelkrise, da die Bauern ihre Felder aufgaben, um in den Minen zu arbeiten. Ganze Familien verließen das Dorf, darunter auch minderjährige Kinder, mussten die Schule abbrechen mussten, um ihre Familien zu unterstützen. Um diese Situation in Uganda zu lösen, musste die Ministerin für Energie und Mineralienentwicklung, Phiona Nyamutoro, eingreifen und den Minenbetrieb nach ihrer Ankunft vor Ort schließen.<br />Das Problem verursacht nicht nur interne soziale Schwierigkeiten, sondern steht auch in engem Zusammenhang mit internationalen Dynamiken und Konflikten. Der illegale Bergbau wird durch den Rohstoffhunger regionaler und globaler geopolitischer Mächte angeheizt. Er ist mit weit verbreiteter Korruption verbunden und stellt eine weitere Facette des Neokolonialismus dar.<br />In der Demokratischen Republik Kongo hängen die Bergbauaktivitäten mit der Instabilität zusammen, die durch die Präsenz von Rebellengruppen wie der M23 verursacht wird. Seit die Bewegung Anfang 2025 die Kontrolle über Goma übernommen hat, hat die Regierung in Kinshasa die Kontrolle über die lokalen Minen verloren, die nun von der Rebellengruppe betrieben werden. Diese hat ihre Kontrolle auch auf den Goldschmuggel ausgeweitet. Darüber hinaus werden in der Demokratischen Republik Kongo nicht nur Goldminen, sondern auch Edelmetalle für technologische Innovationen abgebaut. Diese stehen im Zentrum eines von Rebellengruppen begehrten Schmuggels, der oft mit engen Allianzen zu Gruppen und Organisationen in Nachbarländern verknüpft ist. So wird der Handel mit Gold und Edelmetallen auch zum Schlachtfeld wirtschaftlicher Konflikte, die wiederum mit regionalen und globalen Konflikten verknüpft sind.<br /><br />Sun, 12 Jul 2026 14:07:05 +0200AFRIKA/TANSANIA - Weihbischof für die Erzdiözese Dar-es-Salaam ernannthttps://www.fides.org/de/news/77922-AFRIKA_TANSANIA_Weihbischof_fuer_die_Erzdioezese_Dar_es_Salaam_ernannthttps://www.fides.org/de/news/77922-AFRIKA_TANSANIA_Weihbischof_fuer_die_Erzdioezese_Dar_es_Salaam_ernanntVatikanstadt – Papst Leo XIV. hat den bisherigen Kanzler der Erzdiözese Dar-es-Salaam, Pfarrer Vincent Lawrence Mpwaji aus der Erzdiözese Dar-es-Salaam, zum Weihbischof für die Erzdiözese Dar-es-Salaam ernannt und ihm den Titularsitz Tacarata in Numidia verliehen.<br />Vincent Lawrence Mpwaji wurde am 5. Juni 1978 in Morogoro geboren. Er studierte Philosophie am Seminar „St. Anthony of Padua“ in Bukoba und Theologie am Seminar „St. Charles Lwanga“ in Daressalam. Am 7. Juli 2008 wurde er zum Priester geweiht.<br />Danach hatte er folgende Ämter inne und absolvierte weitere Studien: Diözesansekretär, Bildungsbeauftragter und Notar des Erzbischöflichen Gerichts ; Promotion in Dogmatik an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom ; Mitglied des Projektkomitees des Erzbistums ; und seit 2021 Kanzler des Erzbistums und Kaplan an der St.-Josephs-Kathedrale in Daressalam.<br />.<br />Sat, 11 Jul 2026 08:19:35 +0200ASIEN/PHILIPPINEN - Pater Sebastiano D'Ambra über sein Leben als Missionar: "Der Dialog kommt von Gott und führt zu Gott”https://www.fides.org/de/news/77916-ASIEN_PHILIPPINEN_Pater_Sebastiano_D_Ambra_ueber_sein_Leben_als_Missionar_Der_Dialog_kommt_von_Gott_und_fuehrt_zu_Gotthttps://www.fides.org/de/news/77916-ASIEN_PHILIPPINEN_Pater_Sebastiano_D_Ambra_ueber_sein_Leben_als_Missionar_Der_Dialog_kommt_von_Gott_und_fuehrt_zu_GottZamboanga – „Es ist nicht leicht, Bilanz über 60 Jahre Missionarsleben zu ziehen. Ich kann nur sagen, was in meinem Herzen ist, was der Herr mich erleben ließ. Ich kann sagen, was das Engagement und der Weg des islamisch-christlichen Dialogs für mich waren und sind: Es bedeutet, gemeinsam im Geist zu wachsen, gemeinsam den Weg zu gehen, der zu Gott führt“, so Pater Sebastiano D’Ambra, ein 84-jähriger Missionar des Päpstlichen Instituts für die Auslandsmissionen wenige Wochen nach dem 60jährigen Jubiläum seiner Priesterweihe, das er am 25. Juni 2026 feuerte im Rückblick auf fünfzig Jahre Missionstätigkeit im Süden der Philippinen im Interview mit Fides, in dem er seinen Weg schildert, der ihn zu einem der wichtigsten Zeugen des Dialogs zwischen Christen und Muslimen auf der Insel Mindanao machte, wo er noch immer in der Stadt Zamboanga lebt.<br />Geboren in Aci Trezza studierte er im Priesterseminar in Acireale und entschied sich für das Päpstliche Institut für Außenmission . Er wurde 1966 zum Priester geweiht und arbeitet zunächst im Bereich der missionarischen Öffentlichkeitsarbeit. Doch schon damals, erinnert er sich, hegten er und seine Mitbrüder, Pater Salvatore Carzedda und Pater Antimo Villano, einen Traum: „Es war Anfang der 1970er-Jahre, und wir wollten das beschreiten, was damals, im Klima des Zweiten Vatikanischen Konzils, die ‚neuen Wege der Mission‘ genannt wurden. Wir wollten uns nicht nur auf das Reden über Mission beschränken: Wir wollten sie leben, konkretes Zeugnis ablegen.“<br />Dieser Traum nahm 1977 Gestalt an, als das PIME sie auf die Philippinen entsandte und ihnen ein besonderes Aufgabenfeld der Mission anvertraute: den interreligiösen Dialog. Pater D'Ambra wurde nach Siocon auf der Insel Mindanao im südlichen Archipel versetzt. Es war eine Zeit, die vom Kriegsrecht des Regimes von Ferdinand Marcos, von bewaffneten Konflikten und der Präsenz muslimischer Rebellengruppen geprägt war: „Als wir ankamen, herrschte Gewalt. Ich versuchte, Gottes Zeichen in dieser Situation zu verstehen“, sagte er gegenüber Fides. Aus diesem Grund beschloss er, Pionierarbeit zu leisten und allein in einem muslimischen Dorf zu leben. Diese Erfahrung sollte sein Verständnis der Mission für immer verändern: „Dort ließ mich der Herr verstehen, was zur zentralen Botschaft meines gesamten Missionarslebens geworden ist: Der Dialog kommt von Gott und führt zu Gott.“<br />Aus dieser spirituellen Intuition entstand die „Silsilah“-Bewegung, ein arabisches Wort für „Kette“. Eine Kette, die, wie der Missionar erklärt, nicht einfach nur die Verbindung zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen symbolisiert: „Im Allgemeinen versteht man unter Dialog mit Muslimen Zusammenarbeit in bestimmten Bereichen. Für uns ist er etwas viel Tieferes: eine spirituelle Kette, die Christen und Muslime mit Gott vereint. Aus dieser Beziehung erwächst die Geschwisterlichkeit unter uns.“<br />Der Weg der Bewegung war jedoch nicht ohne Schwierigkeiten, Hindernisse und Prüfungen. 1981 verlor einer seiner philippinischen Mitarbeiter bei einem Anschlag sein Leben. Seine Vorgesetzten baten ihn, Mindanao vorübergehend zu verlassen und nach Rom zurückzukehren. „Es war eine Zeit der Gnade“, erinnert er sich. In der italienischen Hauptstadt besuchte er das PISAI und vertiefte seine Studien des Arabischen und des Islam. „Ich konnte meine Reflexionen über die spirituelle Dimension und die Grundlagen des interreligiösen Dialogs festigen“, bemerkt er.<br />Die schwerste Prüfung kam jedoch 1992, als Pater Salvatore Carzedda, ein Mitglied der PIME, in Zamboanga City bei einem von islamistischen Extremisten verübten Anschlag ermordet wurde. „Viele meinten, es sei besser, alles aufzugeben und diesen Weg zu verlassen. Doch nach tiefgreifender spiritueller Auseinandersetzung wählten wir ein anderes Wort: ‚Padayon‘, was so viel bedeutet wie ‚Lasst uns vorwärtsgehen‘. Wenn dieses Werk von Gott kommt, wird er es unterstützen.“<br />Diese Entscheidung markierte einen Wendepunkt. Die „Silsilah“-Bewegung wuchs weiter und brachte neue Initiativen hervor, wie beispielsweise das „Harmony Village“, einen Ort der Bildung, Begegnung und des friedlichen Zusammenlebens von Christen und Muslimen.<br />Im Laufe der Jahre wurde Pater D’Ambra auch zum Sekretär für interreligiösen Dialog der Bischofskonferenz der Philippinen berufen und trug dazu bei, die während der „Silsilah“-Erfahrung gewonnenen Erkenntnisse im ganzen Land zu verbreiten. Aus dieser Bewegung ging auch eine spezifisch katholische Gemeinschaft hervor, die Emmaus-Dialogbewegung, die von den philippinischen Bischöfen unterstützt wird und Ordensleute, Laien und Familien zusammenbringt, die sich dazu berufen fühlen, den Dialog als authentische christliche Berufung zu leben.<br />Die letzte Errungenschaft dieser langen Reise ist das „Emmaus College of Theology“, das vor fünf Jahren eröffnet wurde. Dort absolvieren junge Menschen unterschiedlicher Herkunft ein vierjähriges Theologiestudium mit Schwerpunkt interreligiöser Dialog und erwerben einen staatlich anerkannten akademischen Grad. „Ziel ist es, weiterhin Missionare des Dialogs auszubilden. Es geht nicht nur darum, das Zusammenleben zu lernen, sondern eine Spiritualität des Dialogs umzusetzen“, erklärt er gegenüber Fides.<br />Heute befinden sich die muslimischen Gemeinden, die sich an der „Silsilah“-Bewegung beteiligen, vorwiegend in den ärmsten Vierteln von Zamboanga, und die Mission hat sich auch auf die Insel Basilan ausgedehnt. Viele Ordensleute und Gläubige, die „Silsilah“ kennenlernen und regelmäßig besuchen, tragen diesen Geist in die Diözesen der Philippinen und auch in andere Teile der Welt.<br />In seinem Rückblick auf 60 Jahre Priesteramt und 50 Jahre Mission in den Philippinen konzentriert sich Pater D'Ambra nicht auf die erreichten Ergebnisse, sondern auf Gottes treue Begleitung: „Ich danke dem Herrn, denn er hat mich immer geführt. Ich habe gelernt, dass wir in allem, was wir tun, von ihm geleitet werden. Alles, was wir sind und tun, ist ein Zeichen der Hoffnung für das Evangelium, ein Werk, seine Liebe zu verkünden.“ <br />Demütig stellt er fest, dass die in diesen Jahrzehnten geleistete Arbeit „dazu beigetragen hat, eine spirituelle Ausrichtung auf den Dialog in den Philippinen zu etablieren“, doch vor allem möchte er einen zentralen Punkt klarstellen: „Ein Bischof sagte mir einmal: In Mindanao ist der Dialog notwendig, weil es dort Christen und Muslime gibt; in meiner Diözese hingegen ist er nutzlos, weil wir keine Muslime haben. Ich glaube, das ist der falsche Ansatz. Dialog ist keine Strategie, kein Instrument zur Gestaltung der Beziehungen zu anderen Religionen. Er bedeutet, gemeinsam im Geist zu wachsen, gemeinsam den Weg zu gehen, der zu Gott führt. Daraus entstehen Geschwisterlichkeit und friedliches Zusammenleben.“<br />Dies, sagt er, sei das Vermächtnis, das er an zukünftige Generationen weitergeben wolle, während sich andere darauf vorbereiten, die Bewegung anzuführen. „Ich lege dieses ganze Werk in Gottes Hände, denn es ist sein Plan. Vor Jahren schrieb ich ein Buch mit dem Titel ‚A Call to a Dream ‘, den Traum vom friedlichen Zusammenleben; und wir veröffentlichten die Sammlung ‚Dreaming together‘. Ich hoffe, dass wir mit Gottes Gnade weiterhin gemeinsam träumen können.“<br /> <br />Sat, 11 Jul 2026 09:26:46 +0200ASIEN/PHILIPPINEN - Kardinal Quevedo erhält “Harmony in Diversity Award” für seinen Einsatz für den Fieden auf der Insel Mindanaohttps://www.fides.org/de/news/77919-ASIEN_PHILIPPINEN_Kardinal_Quevedo_erhaelt_Harmony_in_Diversity_Award_fuer_seinen_Einsatz_fuer_den_Fieden_auf_der_Insel_Mindanaohttps://www.fides.org/de/news/77919-ASIEN_PHILIPPINEN_Kardinal_Quevedo_erhaelt_Harmony_in_Diversity_Award_fuer_seinen_Einsatz_fuer_den_Fieden_auf_der_Insel_MindanaoCotabato – Für sein Engagements für Dialog, Vermittlung zwischen Regierung und Rebellengruppen, den Aufbau von Harmonie zwischen den Religionen und den Frieden in Mindanao wurde Kardinal Orlando B. Quevedo von den Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria und emeritierter Erzbischof von Cotabato, der Diözese auf der Insel Mindanao im Süden der Philippinen, am 15. Juli in Jakarta, Indonesien, mit dem „Harmony in Diversity Award“ ausgezeichnet. Dieser Preis „würdigt das Streben nach sozialer Harmonie und zielt darauf ab, die Wirkung der Förderung des sozialen Zusammenhalts in Südostasien zu fördern“.<br />Der 87-jährige emeritierte Erzbischof von Cotabato wurde von der Übergangsbehörde der mehrheitlich muslimischen Autonomen Region Bangsamoro nominiert, da er sich „außerordentlich für die Förderung des sozialen Zusammenhalts und der Harmonie zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen in Südostasien eingesetzt“ hat.<br />Die Jury habe das Engagement des Kardinals für die Werte gewürdigt, die dem „Harmony in Diversity Award“ zugrunde liegen: die Förderung des Verständnisses über Unterschiede hinweg, den Brückenbau zwischen Gemeinschaften und die Stärkung eines Geistes des gegenseitigen Respekts und der Inklusion, so die Juryvorsitzende Halimah Yacob, die erste weibliche Parlamentspräsidentin Singapurs und derzeitige Kanzlerin der „Singapore University of Social Sciences“.<br />Die „Harmony in Diversity Award Foundation“ wies darauf hin, dass der Index für sozialen Zusammenhalt in Südostasien laut der Studie „Southeast Asian Social Cohesion Radar 2025“ der „S. Rajaratnam School of International Studies“ durchschnittlich 72,4 % beträgt. Dies deute auf ein wachsendes Bewusstsein für das Konzept der „Harmonie in Vielfalt“ in den Ländern der Region hin – genau das, was auch der Zielsetzung des Preises entspricht.<br />„In unsicheren Zeiten dürfen wir nicht den Mut verlieren. Wir müssen weiterhin Brücken bauen und gemeinsam voranschreiten. Der ‚Harmony in Diversity Award‘ würdigt diejenigen, die sich dafür einsetzen, Gräben zu überbrücken und den sozialen Zusammenhalt und die Harmonie in Südostasien zu fördern sowie weitere Initiativen anzuregen“, sagte Yacob und dankte der „Temasek Foundation“ und dem „5P Global Movement“ , die den „Harmony in Diversity Award“ unterstützen.<br />Kardinal Orlando Quevedo war Rektor der „University of Notre Dame“ in Cotabato, von 1980 bis 1986 Bischof von Kidapawan, von 1986 bis 1998 Erzbischof von Nueva Segovia und Erzbischof von Cotabato von 1998 bis 2018, dem Jahr, in dem ihn Papst Franziskus zum Kardinal ernannte.<br />Als Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz der Philippinen während zweier Amtszeiten – in einer Zeit des bewaffneten Konflikts in Mindanao – setzte er sich konsequent für Vermittlung und Friedensgespräche ein. Er gehörte zu den Architekten und Förderern des Bangsamoro-Abkommens zwischen der Regierung und der „Moro Islamic Liberation Front“ , das im März 2014 unterzeichnet wurde, sowie des Gesetzes zur Gründung der Autonomen Region Bangsamoro im muslimischen Teil Mindanaos , das im Juli 2018 verabschiedet und im Januar 2019 ratifiziert wurde. Im Anschluss daran wurde die Bangsamoro-Übergangsbehörde gegründet. Laut Zeitplan sollen die ersten Parlamentswahlen der BARMM – die immer wieder verschoben wurden – am 14. September 2026 stattfinden.<br /> <br />Fri, 10 Jul 2026 13:39:51 +0200ASIEN/BAHRAIN - Pastoralbesuche in Zeiten des Kriegeshttps://www.fides.org/de/news/77917-ASIEN_BAHRAIN_Pastoralbesuche_in_Zeiten_des_Kriegeshttps://www.fides.org/de/news/77917-ASIEN_BAHRAIN_Pastoralbesuche_in_Zeiten_des_KriegesVon Bischof Aldo Berardi *<br /><br />Awali – Das Jahr 2026 hielt viele Überraschungen für uns bereit. Im Januar feierten wir Weihe der Kirche Unserer Lieben Frau von Ahmadi zur Basilika Minor des Vikariats. Kurz darauf gerieten wir jedoch aufgrund des Krieges in eine Phase sozialer und wirtschaftlicher Instabilität.<br />Das Jahr 2026 war auch das Jahr der Pastoralbesuche in den elf Pfarreien des Vikariats. Trotz der Schwierigkeiten durch die Angriffe und die Flughafenschließungen konnten wir das Programm aufrechterhalten. Der Bischof muss seine Gemeinde besuchen, insbesondere in dieser Zeit der Anspannung und Angst.<br /><br />Eine den Umständen entsprechende Pastoral <br /><br />Trotz der vorübergehenden Schließung der Kirchen und das Online-Gebet konnte die Gemeinschaft lebendig gehalten werden. Wir setzten alles daran, die Kirchen wieder zu öffnen und jenen Trost und Frieden zu spenden, die danach suchten. So blieben wir in unseren Schwierigkeiten vereint und fühlten uns der Kirche, der Gemeinschaft und der Spiritualität verbunden. <br />Der Besuch des Bischofs war wichtig, um die Gläubigen zu ermutigen, ihnen beizustehen und die väterliche Gegenwart zum Ausdruck zu bringen. Wir beteten gemeinsam für den Frieden und organisierten besondere Treffen, um zusammenzukommen. Kein Priester bat darum, in sein Heimatland zurückkehren zu dürfen, und dies war für alle ein Trost.<br /><br />Eine Zeit der Angst <br /><br />Inmitten von Alarmsirenen, Drohnen und Raketen breitete sich Angst in den Städten aus. Man fürchtete Tote und Verletzte. Der Lärm von Explosionen auf Militärbasen und Flughäfen erschwerte den Alltag erheblich. Kinder und Erwachsene erlebten Momente großen Leids, und der Stresspegel, insbesondere bei den Jüngsten, stieg. Die Aufgabe der Geistlichen – Bischof und Priester – bestand darin, den Bitten der Gläubigen zuzuhören und ihnen nahe zu sein. Der Pastoralbesuch ermöglichte es, die Gemeinden zu erreichen, ihre Sorgen anzuhören und ihnen Hoffnung, Mut und Segen zu spenden.<br /><br />Wirtschaftliche Instabilität <br /><br />Der Krieg brachte Leid und wirtschaftliche Instabilität. Viele verloren ihre Arbeit oder erhielten monatelang kein Gehalt. Andere wurden zur Rückkehr in ihre Heimat aufgefordert. Abreisen und Abschiede nahmen zu.<br />Die Besuche trugen zur Stärkung von Solidarität und Nächstenliebe bei. Kirchen wurden zu Orten der Hoffnung und des Beistands. Die Kirche ist ihrer Sendung gemäß weiterhin ein Zuhause und eine Familie: ein Ort, an dem jeder willkommen ist.<br /><br />Die Gegenwart Christi<br /><br />Die Kraft des Glaubens leitete uns, und geschwisterliche Liebe half uns, diese Zeit des Leidens gemeinsam zu durchstehen.<br />Der Pastoralbesuch offenbarte ein noch tieferes Verlangen nach Gebet, christlicher Bildung, Einheit und Solidarität. Er ermöglichte es mir, die Realität unserer Gemeinden unmittelbar zu erfahren und Antworten und Unterstützung anzubieten. In diesem Kontext erhielt unsere Anwesenheit ihre volle Bedeutung: die Gegenwart Christi, des Guten Hirten, zu sein.<br /><br /><br />*Apostolischer Vikar des nördlichen Arabien mit Bahrain, Kuwait, Katar und Saudiarabien<br />Fri, 10 Jul 2026 13:08:32 +0200