Fides News - German (Standard)https://www.fides.org/Aus dem Archivder FidesagenturdeDie auf unseren Internetseiten veröffentlichten Inhalte unterliegen einer Licenza Creative Commons. ASIEN/MALAYSIA - Malaysischer Botschafter beim Heiligen Stuhl: „Die Achtung der Menschenwürde und des Völkerrechts ist der Weg zum Frieden im Nahen Osten und in Südostasien“https://www.fides.org/de/news/77520-ASIEN_MALAYSIA_Malaysischer_Botschafter_beim_Heiligen_Stuhl_Die_Achtung_der_Menschenwuerde_und_des_Voelkerrechts_ist_der_Weg_zum_Frieden_im_Nahen_Osten_und_in_Suedostasienhttps://www.fides.org/de/news/77520-ASIEN_MALAYSIA_Malaysischer_Botschafter_beim_Heiligen_Stuhl_Die_Achtung_der_Menschenwuerde_und_des_Voelkerrechts_ist_der_Weg_zum_Frieden_im_Nahen_Osten_und_in_SuedostasienVon Paolo Affatato<br /><br />Vatikanstadt – Mit Blick auf den Konflikt im Nahen Osten „unterstützt Malaysia den Dialog, die Achtung des Völkerrechts und den Schutz der Menschenwürde – konkrete Voraussetzungen für eine stabile und gerechte internationale Ordnung“ und das Land „fördert das Engagement der ASEAN für Frieden, Stabilität und eine regelbasierte regionale Ordnung“, so Malaysias Botschafter beim Heiligen Stuhl, Hendy Assan, im Interview mit Fides. Der katholische Diplomat, der ursprünglich von der Insel Borneo stammt, bekräftigt als Bürger eines multikulturellen und multireligiösen Landes seinen Wunsch, das durch den Konflikt in Myanmar und die jüngsten Spannungen zwischen Thailand und Kambodscha erschütterte Klima des Friedens und der Zusammenarbeit in Südostasien wiederherzustellen.<br /><br />Herr Botschafter, die Welt befindet sich inmitten eines neuen Krieges im Nahen Osten. Wie ist Ihre Sichtweise aus Asien?<br /><br />Die Lage im Nahen Osten ist äußerst ernst und zutiefst besorgniserregend. Es handelt sich nicht nur um einen weiteren regionalen Konflikt, sondern es besteht die Gefahr, dass er sich zu einem umfassenderen Krieg mit extrem gefährlichen globalen Folgen – humanitärer, politischer und sogar moralischer Natur – ausweitet. Wenn die Gewalt in einer so sensiblen und historisch komplexen Region eskaliert, reichen die Auswirkungen weit über ihre Grenzen hinaus.<br />Im Einklang mit Malaysias langjährigen außenpolitischen Grundsätzen müssen wir als erstes feststellen, dass Krieg niemals als Lösung politischer Probleme gelten kann. Krieg mag die Realität vor Ort vorübergehend verändern, doch er vervielfacht fast immer das Leid, vertieft die Spaltungen und hinterlässt Wunden, die Generationen überdauern. Die unmittelbaren Opfer sind stets Zivilisten, Familien, Kinder und einfache Menschen, die keine Verantwortung für politische Entscheidungen tragen und dennoch den höchsten Preis zahlen. <br />Malaysia hat sich stets für friedlichen Dialog, die Achtung des Völkerrechts und den Schutz der Menschenwürde eingesetzt. Dies sind keine abstrakten Ideale, sondern konkrete Notwendigkeiten für eine stabile und gerechte internationale Ordnung. Es ist unerlässlich, dass alle Parteien Zurückhaltung üben, eine weitere Eskalation vermeiden und den diplomatischen Dialog so bald wie möglich wieder aufnehmen. Die internationale Gemeinschaft muss ihr Engagement für einen gerechten und dauerhaften Frieden im Nahen Osten erneuern.<br />Frieden lässt sich nicht mit Gewalt erzwingen. Er entsteht durch Mut, Dialog und gegenseitige Anerkennung. Die Welt von heute braucht nicht mehr Waffen oder mehr Konflikte. Sie braucht Weisheit, Geduld und den politischen Willen, den Frieden dem Konflikt vorzuziehen.<br /><br />Mit Blick auf den Kontext Ihres Landes: Malaysia ist ein multikulturelles und multiethnisches Land. Wie kann es die Einheit wahren und soziale oder religiöse Konflikte verhindern? Wie kann der Zusammenhalt bewahrt werden?<br /><br />Malaysia ist die Heimat von etwa 35 Millionen Menschen. Die Bevölkerung setzt sich aus Malaien und anderen indigenen Bumiputera-Volksgemeinschaften zusammen, die zusammen etwa 70 % der Bevölkerung ausmachen, sowie Malaien chinesischer Herkunft , Indern und zahlreichen indigenen Gemeinschaften, insbesondere in Sabah und Sarawak. Der Islam ist Staatsreligion, doch Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Sikhismus und traditionelle Glaubensrichtungen werden offen praktiziert.<br />Nationale Einheit ist in diesem Kontext keine Selbstverständlichkeit; sie muss gezielt gefördert werden. Die Verfassung bildet den zentralen Rahmen. Sie erkennt den Islam als Staatsreligion an und garantiert gleichzeitig Religionsfreiheit. „Rukun Negara“, unsere nach den Ereignissen vom Mai 1969 eingeführte Staatsphilosophie, formuliert die Prinzipien, die unser Zusammenleben leiten: Glaube an Gott, Treue zum König und zum Land, Vorrang der Verfassung, Rechtsstaatlichkeit, Anstand und Moral.<br />Harmonie wird durch die Kombination von Rechtsgarantien, inklusiver Entwicklungspolitik und kontinuierlichem Dialog zwischen den Gemeinschaften gewahrt. Dennoch bestehen weiterhin Herausforderungen. Identitätspolitik kann sich in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit verschärfen. Soziale Medien können polarisierende Narrative verstärken. Sozioökonomische Ungleichheiten zwischen Regionen und Gemeinschaften müssen sorgfältig angegangen werden, um Ressentiments zu vermeiden. Der Schlüssel zur Konfliktprävention liegt in der Stärkung von Institutionen, der Förderung politischer Bildung und der Unterstützung des fortlaufenden Dialogs zwischen religiösen und ethnischen Gruppen, insbesondere unter jungen Menschen.<br /><br />Die Unterstützung für konservative islamische Politik scheint im Land zu wachsen, insbesondere unter jungen malaysischen Wählern. Wie wird Religionsfreiheit in Malaysia gewährleistet?<br /><br />Eine Umfrage des „Pew Research Center“ aus dem Jahr 2023 ergab, dass 86 % der malaysischen Muslime die Formalisierung des islamischen Rechts befürworten. Dieses Ergebnis muss jedoch im Kontext der aktuellen malaysischen Rechtsstruktur betrachtet werden. Malaysia verfügt bereits über ein duales Rechtssystem. Scharia-Gerichte sind für persönliche und familiäre Angelegenheiten von Muslimen zuständig, während Zivilgerichte die Zuständigkeit für Straf- und Verfassungsangelegenheiten sowie für Angelegenheiten von Nicht-Muslimen behalten.<br />Religionsfreiheit ist in Artikel 11 der Verfassung garantiert, der das Recht jedes Einzelnen auf die Ausübung seiner Religion festlegt. Nicht-Muslime unterliegen nicht der Scharia-Rechtsprechung. Kirchen, Tempel und andere Gebetsstätten sind im ganzen Land öffentlich zugänglich. Christliche Gemeinden, darunter auch Katholiken, feiern Gottesdienste in verschiedenen Sprachen und betreiben soziale und karitative Einrichtungen.<br />Die Herausforderung besteht darin, das verfassungsrechtliche Gleichgewicht zu wahren und gleichzeitig die Wünsche der muslimischen Mehrheit zu berücksichtigen. Malaysia ist kein theokratischer Staat, sondern eine konstitutionelle Monarchie, in der der Islam einen besonderen verfassungsrechtlichen Status genießt. Die Aufrechterhaltung dieses Gleichgewichts erfordert eine unabhängige Justiz, eine verantwortungsvolle politische Führung und ein konstantes Bekenntnis zur Mäßigung.<br /><br />Im November 2025 trafen sich 900 Delegierte katholischer Kirchen aus 32 asiatischen Ländern in Penang, um das Thema „Gemeinsam als Völker Asiens unterwegs“ zu erörtern. Teilt Malaysia dieses Bestreben?<br /><br />Malaysia teilt voll und ganz die auf dem Treffen in Penang geäußerte Vision. Die „Große Pilgerreise der Hoffnung 2025“, die in Penang stattfand und von der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen organisiert wurde, betonte Einheit, Dialog, gemeinsame Sendung und den Geist der Synodalität auf dem gemeinsamen Weg der Kirche und der Völker Asiens. Hoffnung, Zuhören und Solidarität zwischen den Kulturen sind tief in der malaysischen Gesellschaft verwurzelt.<br />Als multireligiöse und multiethnische Nation zielen die fünf Prinzipien der malaysischen Staatsphilosophie „Rukun Negara“ darauf ab, Einheit, gegenseitigen Respekt und sozialen Zusammenhalt zu fördern. Diese Prinzipien wurden eingeführt, um den Zusammenhalt in einer vielfältigen Gesellschaft zu stärken und sind bis heute zentral für die malaysische Identität.<br />Im Kern legt Malaysia Wert auf Respekt vor Vielfalt, friedliches Zusammenleben und gemeinsame Verantwortung für das Gemeinwohl. Auch wenn Herausforderungen bestehen bleiben, ist der Wunsch, „gemeinsam unterwegs zu sein“, tief in der Geschichte und den Werten des Landes verwurzelt.<br /><br />Wie steht der Staat zur katholischen Kirche? Wie gestalten sich die Beziehungen?<br /><br />Malaysia betrachtet die katholische Kirche vor allem im Kontext seiner Verfassungsordnung, seiner Politik des interreligiösen Dialogs und seines langjährigen Engagements für konstruktive Zusammenarbeit. Als föderale konstitutionelle Monarchie erkennt Malaysia den Islam gemäß Artikel 3 der Verfassung als Staatsreligion an und garantiert gleichzeitig die Religionsfreiheit für andere Glaubensrichtungen. In diesem Kontext gilt die katholische Kirche als eine der traditionsreichen und etablierten Religionsgemeinschaften des Landes mit tiefen Wurzeln, die bis in die Zeit vor der Unabhängigkeit zurückreichen.<br />Die katholische Gemeinde in Malaysia ist Teil der größeren christlichen Minderheit und hat maßgeblich zur Entwicklung des Landes beigetragen, insbesondere in den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen und Sozialwesen. Katholische Schulen und Missionseinrichtungen spielten eine führende Rolle beim Aufbau der Nation und bildeten Generationen von Malaysiern unterschiedlicher ethnischer Zugehörigkeit und Religion aus. Die karitativen und sozialen Aktivitäten der Kirche, einschließlich der Unterstützung marginalisierter und schutzbedürftiger Gemeinschaften, werden allgemein positiv bewertet, da sie mit Malaysias Fokus auf sozialen Zusammenhalt und inklusive Entwicklung übereinstimmen. Auf nationaler Ebene wird das Verhältnis zwischen Staat und katholischer Kirche durch etablierte rechtliche und administrative Mechanismen geregelt, die religiöse Angelegenheiten betreffen. Die Kirche agiert innerhalb der Grenzen des malaysischen Rechts frei und unterhält Diözesanstrukturen auf der malaysischen Halbinsel sowie in Sabah und Sarawak, wo das Christentum besonders stark vertreten ist. Der Dialog zwischen staatlichen Stellen und Kirchenvertretern findet in der Regel über konsultative und interreligiöse Plattformen statt, insbesondere bei Fragen des sozialen Zusammenhalts und der Berücksichtigung des religiösen Empfindens.<br /><br />Wie sind die Beziehungen zum Heiligen Stuhl und wie entwickeln sie sich?<br /><br />Die Beziehungen zwischen Malaysia und dem Heiligen Stuhl sind herzlich und konstruktiv. Formelle diplomatische Beziehungen wurden 2011 aufgenommen. Dies spiegelt Malaysias Anerkennung der einzigartigen Rolle des Heiligen Stuhls in internationalen Angelegenheiten wider – nicht nur als zentrale Autorität der katholischen Kirche, sondern auch als souveränes Gebilde nach internationalem Recht mit einer eigenständigen moralischen und diplomatischen Stimme.<br />Malaysia schätzt das kontinuierliche Engagement des Heiligen Stuhls für Frieden, Dialog der Kulturen, Armutsbekämpfung, Umweltschutz und die Wahrung der Menschenwürde. Diese Prioritäten decken sich voll und ganz mit Malaysias außenpolitischen Grundsätzen, darunter Mäßigung, Multilateralismus und die friedliche Beilegung von Streitigkeiten.<br />Gleichzeitig betrachtet Malaysia den Heiligen Stuhl als wertvollen Partner in der Förderung des interreligiösen Dialogs. Als multireligiöse und multiethnische Gesellschaft legt Malaysia großen Wert auf die Förderung von gegenseitigem Respekt und Verständnis zwischen den Glaubensgemeinschaften. Die langjährige Erfahrung des Heiligen Stuhls im interreligiösen Dialog, insbesondere mit muslimischen Gemeinschaften weltweit, bietet eine wichtige Grundlage für die Zusammenarbeit und den Austausch bewährter Verfahren.<br />Im Wesentlichen betrachtet der malaysische Staat die katholische Kirche als integralen Bestandteil seiner vielfältigen Gesellschaft. Die bilateralen Beziehungen zum Heiligen Stuhl sind geprägt von gegenseitigem Respekt, gemeinsamen ethischen Überzeugungen und einem gemeinsamen Engagement für Dialog und Frieden. Die Beziehung ist nicht bloß symbolisch, sondern basiert auf einem substanziellen Engagement auf nationaler und internationaler Ebene und spiegelt eine reife und weitsichtige Partnerschaft wider.<br /><br />Der heilige Franz Xaver, der das Evangelium nach Asien brachte, landete in Malakka: Sehen Sie heute sein Vermächtnis in der Nation und insbesondere im Leben der katholischen Gemeinde?<br /><br />Die Ankunft des heiligen Franz Xaver in Malakka im Jahr 1545 markierte einen bedeutenden Moment in der frühen Geschichte der katholischen Kirche in Südostasien. Er kam nicht nur als Reisender, sondern als einer der entschlossensten Missionare des Jesuitenordens, berufen, von dieser strategisch wichtigen Hafenstadt aus das Evangelium in ganz Asien zu verbreiten. Malakka wurde zu einem wichtigen Stützpunkt für seine Vorbereitung auf Missionen in Ländern wie Japan und für seinen Versuch, in China Fuß zu fassen. Sein Wirken war alles andere als kurzlebig: Zwischen 1545 und 1552 unternahm er mehrere Reisen, predigte, spendete die Sakramente, pflegte Kranke und verkündete das Evangelium in den portugiesischen Kolonien und unter der einheimischen Bevölkerung.<br />Eines der greifbarsten Vermächtnisse seiner Zeit in Malakka ist die katholische Gemeinde, die in dieser Region bis heute lebendig ist. Der katholische Glaube, zu dessen Verbreitung er beitrug, ist über die Jahrhunderte gewachsen und hat sich weiterentwickelt und die kirchlichen Strukturen hervorgebracht, die wir heute kennen; so betreut beispielsweise das katholische Bistum Malakka-Johor Tausende von Gläubigen in ganz Malaysia. Die Kirche des heiligen Franz Xaver in Malakka ist ein sichtbares und lebendiges Zeugnis dieses Erbes. Sie wurde Mitte des 19. Jahrhunderts auf dem Gelände ehemaliger portugiesischer Missionen erbaut und ist nicht nur eine der ältesten und größten katholischen Kirchen in Malakka, sondern wird auch heute noch als Pfarrkirche genutzt, in der regelmäßig Messen gefeiert und Gemeindeveranstaltungen stattfinden.<br />Ein weiteres sichtbares Zeichen für den anhaltenden Einfluss des heiligen Franz Xaver ist die jährliche Feier seines Gedenktags am 3. Dezember. Jedes Jahr versammeln sich Katholiken aus ganz Malaysia und dem Ausland an den Ruinen der alten St.-Pauls-Kirche auf dem St.-Pauls-Hügel, wo einst Franz Xaver begraben wurde, um sein Leben und Wirken mit besonderen Messen und Prozessionen zu feiern. Neben der liturgischen Bedeutung und den historischen Gebäuden lebt sein Erbe in anderen Institutionen fort, die von der Rolle der Kirche im gesellschaftlichen Leben zeugen. Katholische Schulen in Malakka, von denen einige aus der Missionszeit stammen oder nach dem heiligen Franz Xaver benannt sind, bilden weiterhin junge Menschen unabhängig von ihrer Konfession aus.<br />Doch das Erbe beschränkt sich nicht nur auf Institutionen und Architektur. Für viele Katholiken in Malaysia verkörpert der heilige Franz Xaver heute ein spirituelles Vorbild missionarischen Eifers, Mitgefühls und Offenheit gegenüber anderen Kulturen. Sein Beispiel ermutigt die Gläubigen vor Ort, ihren Glauben in einer multireligiösen Gesellschaft zu leben und sich im Dienst und Dialog mit ihren Mitmenschen anderen Glaubens zu engagieren. Die Kirche in Malaysia spiegelt dieselbe interkulturelle Begegnung wider, die ihre Mission geprägt hat, und vereint Gläubige malaysischer, chinesischer, indischer und indigener Herkunft. Dieses gelebte Erbe manifestiert sich häufig im täglichen Gemeindeleben: in Hilfsprogrammen, interreligiösem Austausch und gemeinschaftsfördernden Initiativen, die auf der katholischen Soziallehre basieren.<br /><br />Der Einfluss der katholischen Kirche im malaysischen Bildungswesen hat abgenommen, seit die Regierung die Kontrolle über staatliche und private Schulen übernommen hat. Warum sollte man einer Institution wie der katholischen Kirche nicht die Möglichkeit geben, innerhalb eines Rahmens gemeinsamer Normen frei und autonom im Bildungswesen zu agieren?<br /><br />Katholische Missionsschulen spielten eine grundlegende Rolle im frühen malaysischen Bildungssystem. Nach der Unabhängigkeit wurden viele dieser Schulen in das staatliche System integriert, um Standardisierung, Chancengleichheit und die Angleichung an die staatlichen Bildungspolitiken zu gewährleisten.<br />Bildung in Malaysia ist eng mit der Entwicklung des Landes, Sprachpolitik und sozialem Zusammenhalt verknüpft. Während die Regierung die Aufsicht über die staatlichen Lehrpläne behält, bewahren die Missionsschulen weiterhin ihre Identität und ihre historischen Werte. Katholische Einrichtungen sind nach wie vor im privaten Hochschulwesen und im gesellschaftlichen Engagement aktiv.<br />Die Frage der Autonomie muss daher im breiteren Kontext der Integration und der verfassungsmäßigen Ordnung behandelt werden. Es geht um eine konstruktive Partnerschaft, und nicht um eine institutionelle Trennung, und dies ermöglicht einen nachhaltigeren Weg für die Zukunft.<br /><br />Welche spezifische Rolle spielt Malaysia innerhalb der ASEAN und welchen Beitrag leistet es?<br /><br />Malaysia ist Gründungsmitglied der Vereinigung Südostasiatischer Länder , die 1967 gegründet wurde. Malaysia hat die zentrale Rolle der ASEAN stets unterstützt, zur regionalen Sicherheitsarchitektur beigetragen und die wirtschaftliche Integration, unter anderem durch die ASEAN-Freihandelszone, gefördert.<br />Malaysias Rolle innerhalb der ASEAN, insbesondere als Vorsitzland des 47. ASEAN-Gipfels in Kuala Lumpur, war geprägt von Führungsstärke, Koordination und dem ständigen Streben nach Konsens. Unter dem Motto „Inklusion und Nachhaltigkeit“ hat Malaysia daran gearbeitet, die Einheit der ASEAN zu stärken und die Reaktionsfähigkeit auf regionale und globale Herausforderungen zu gewährleisten.<br />Auf politischer Ebene hat Malaysia das Engagement der ASEAN für Frieden, Stabilität und eine regelbasierte regionale Ordnung bekräftigt. Premierminister Anwar Ibrahim hat als Vorsitzender die Diskussionen so gelenkt, dass Dialog, Diplomatie und gegenseitiger Respekt zwischen den Mitgliedstaaten im Vordergrund standen. Malaysia hat die Bedeutung der zentralen Rolle und Einheit der ASEAN, insbesondere in Zeiten zunehmender geopolitischer Spannungen, stets betont.<br />Wirtschaftlich hat Malaysia seine Bemühungen um regionale Integration verstärkt. Während seiner Präsidentschaft wurden bei prioritären wirtschaftlichen Zielen bedeutende Fortschritte erzielt, darunter die Aktualisierung des ASEAN-Warenhandelsabkommens, Fortschritte beim ASEAN-Rahmenabkommen zur digitalen Wirtschaft und Initiativen zur Stärkung der Halbleiterlieferkette. Malaysia hat zudem eine vertiefte finanzielle Zusammenarbeit, nachhaltige Finanzrahmen und die Diversifizierung von Handelspartnerschaften unterstützt, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der ASEAN zu sichern.<br />Im Bereich Nachhaltigkeit und Energiewende hat Malaysia regionale Initiativen wie das ASEAN-Stromnetz, die Strategie zur Klimaneutralität, den Umsetzungsplan für die so genannte Blaue Wirtschaft und die Erklärung zum Recht auf eine sichere, saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt gefördert. Diese Bemühungen spiegeln Malaysias Engagement wider, Wirtschaftswachstum und ökologische Verantwortung in Einklang zu bringen.<br />Im humanitären Bereich, insbesondere in Bezug auf Myanmar, hat Malaysia eine konstruktive Rolle gespielt, indem es die Arbeit der humanitären Mechanismen der ASEAN, einschließlich des ASEAN-Zentrums für humanitäre Hilfe , unterstützt und sich für eine sichere und inklusive Hilfeleistung eingesetzt hat.<br />Insgesamt bestand Malaysias Beitrag darin, die institutionelle Kohärenz der ASEAN zu stärken, konkrete Ergebnisse zu erzielen und die Einheit bei der Bewältigung komplexer regionaler Probleme zu wahren.<br /><br />Im April 2021 entwickelte die ASEAN einen Friedensplan für Myanmar, den sogenannten „Fünf-Punkte-Konsens“. Aufgrund des andauernden Krieges im Land blieb dieser jedoch wirkungslos. Was ist nun zu tun? Welchen Vorschlag unterbreitet Malaysia innerhalb der ASEAN, um den Weg für Verhandlungen wieder zu öffnen?<br /><br />Der „Fünf-Punkte-Konsens“ bleibt der von der ASEAN vereinbarte Rahmen zur Bewältigung der Krise in Myanmar. Seine Umsetzung verlief jedoch uneinheitlich, und der Konflikt dauert an. Die größte Herausforderung besteht nun nicht darin, den Rahmen aufzugeben, sondern ihn effektiver und praxisorientierter zu gestalten.<br />In dieser Phase muss der humanitäre Zugang oberste Priorität haben. Während unserer ASEAN-Präsidentschaft betonten wir die Bedeutung einer sicheren, transparenten, inklusiven und diskriminierungsfreien humanitären Hilfe. Malaysia unterstützt die Stärkung der Rolle des AHA-Zentrums und die Sicherstellung, dass die Hilfe die betroffenen Gemeinschaften in ganz Myanmar erreicht. Humanitäre Zusammenarbeit kann vertrauensbildend wirken und den Weg für ein breiteres Engagement ebnen.<br />Neben den humanitären Bemühungen muss der politische Dialog wiederbelebt werden. Der „Fünf-Punkte-Konsens“ fordert einen konstruktiven Dialog zwischen allen Parteien. Malaysia ist überzeugt, dass die ASEAN, unterstützt durch den Mechanismus der Sondergesandten, weiterhin ein inklusives Engagement fördern und gleichzeitig die Einheit der ASEAN wahren muss. Klarere Maßstäbe, stärkere Berichtsmechanismen und ein kontinuierliches diplomatisches Engagement können dazu beitragen, den Prozess wiederzubeleben. Malaysias Ansatz ist pragmatisch. Malaysia erkennt an, dass Fortschritt schrittweise erfolgen kann. Anstatt den „Fünf-Punkte-Konsens“ zu ersetzen, setzt sich Malaysia für dessen Stärkung durch konkrete Maßnahmen, kontinuierliches Engagement und verstärkte Koordinierung zwischen den ASEAN-Mitgliedstaaten und internationalen Partnern ein.<br />Ziel ist es nicht, eine Lösung aufzuzwingen, sondern den Raum für Verhandlungen wiederzueröffnen und die Gewalt im Einklang mit den ASEAN-Prinzipien zu reduzieren.<br /><br />Wie beurteilt Malaysia die jüngsten Spannungen und den Konflikt zwischen Thailand und Kambodscha? Wie können die bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern normalisiert werden, um den Frieden in Südostasien vollständig wiederherzustellen?<br /><br />Malaysia betrachtet die jüngsten Spannungen zwischen Thailand und Kambodscha mit großer Sorge, vor allem weil jede Instabilität zwischen zwei ASEAN-Mitgliedstaaten weitreichende Folgen für den regionalen Frieden, die wirtschaftliche Integration und die Glaubwürdigkeit der ASEAN als geschlossener Staatenbund hat.<br />Als ASEAN-Vorsitzland im Jahr 2025 verfolgt Malaysia unter der Führung von Premierminister Anwar Ibrahim einen proaktiven, aber gleichzeitig sorgfältig abgewogenen Ansatz. Malaysia vermittelte im Juli 2025 einen sofortigen Waffenstillstand und spielte eine zentrale Rolle bei der Ausrichtung und Unterzeichnung des Friedensabkommens von Kuala Lumpur am 26. Oktober 2025. Das Ziel war klar: Deeskalation, Wiederherstellung von Frieden und Integration, Wiedereröffnung der Kommunikationskanäle und die Bekräftigung des Engagements beider Länder für die friedliche Beilegung von Streitigkeiten. Malaysia hat seine Rolle stets als neutraler Vermittler verstanden, der eine verlässliche Plattform für den Dialog bietet, anstatt in die inneren oder souveränen Angelegenheiten einer der beiden Seiten einzugreifen.<br />Das Ziel ist nicht nur die Abwesenheit bewaffneter Konflikte, sondern die Wiederherstellung des Vertrauens und die Stärkung der Solidarität innerhalb der ASEAN. Malaysia ist überzeugt, dass die Priorisierung von Dialog, gegenseitigem Respekt und institutionellen Prozessen, Thailand und Kambodscha ihre Beziehungen normalisieren und erneut zu einem Klima des Friedens und der Zusammenarbeit in Südostasien beitragen können.<br /><br />Welche Rolle können religiöse Führer und der interreligiöse Dialog bei der Lösung von Konflikten und der Erreichung von Frieden spielen, sowohl lokal als auch global?<br /><br />Religiöse Führer genießen moralische Glaubwürdigkeit und Einfluss auf lokaler Ebene. Sie können Narrative prägen, Extremismus entgegenwirken und die Versöhnung fördern. Der interreligiöse Dialog stärkt das gegenseitige Verständnis und verringert das Risiko von Missverständnissen.<br />In Malaysia hat sich der interreligiöse Dialog als wichtiges Instrument zur Entschärfung von Spannungen und zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts erwiesen. Weltweit kann die Religionsdiplomatie politische Verhandlungen ergänzen, indem sie die ethischen und humanitären Dimensionen von Konflikten berücksichtigt. Friedensförderung und interreligiöser Dialog sind natürliche Bereiche der Zusammenarbeit mit dem Heiligen Stuhl. Unser gemeinsames Anliegen der Menschenwürde, des Dialogs und des friedlichen Zusammenlebens bildet eine solide Grundlage für die fortgesetzte Kooperation.<br /><br />Sun, 29 Mar 2026 09:01:35 +0200Geschichte und Gegenwart der syro-malabarischen Auslandsgemeinden auf der Arabischen Halbinselhttps://www.fides.org/de/news/77513-Geschichte_und_Gegenwart_der_syro_malabarischen_Auslandsgemeinden_auf_der_Arabischen_Halbinselhttps://www.fides.org/de/news/77513-Geschichte_und_Gegenwart_der_syro_malabarischen_Auslandsgemeinden_auf_der_Arabischen_HalbinselVon Pfarrer Jolly Vadakken*<br /><br />Kuwait-Stadt – Ich habe vom vatikanischen Staatssekretariat mein Ernennungsschreiben zum Apostolischen Visitator für die syro-malabarischen Gläubigen auf der Arabischen Halbinsel erhalten. Es wurde mir von Raphael Thattil, dem syro-malabarischen Großerzbischof von Ernakulam-Angamaly, übermittelt. Die offizielle Ernennung wurde am 18. November 2025 in der Eparchie Irinjalakuda und auf dem Mount Saint Thomas in Kakkanad öffentlich bekanntgegeben.<br /><br />Ich bin berufen, meinen Dienst in enger Gemeinschaft und Zusammenarbeit mit den Apostolischen Vikaren des Nördlichen Arabien, Bischof Aldo Berardi , und Südlichen Arabien, Bischof Paolo Martinelli, , auszuüben, und prüfe ich die pastorale Situation, erarbeite konkrete Lösungen zum Wohl der Gläubigen und berichte dem Heiligen Stuhl regelmäßig über den Fortschritt der Mission. Sowohl Bischof Berardi als auch Bischof Martinelli begrüßten meine Ernennung, und während eines gemeinsamen Treffens in der Konkathedrale von Kuwait am 21. Dezember 2025 erörterten wir konstruktiv die mir anvertraute Aufgabe. Am selben Tag trafen wir uns auch mit dem Apostolischen Nuntius in Kuwait, Erzbischof Eugene Martin Nugent. Von diesem Moment an begann meine Arbeit auf der Arabischen Halbinsel.<br /><br />Die syro-malabarischen Katholiken in der Golfregion<br /><br />Die Geschichte der syro-malabarischen katholischen Gemeinde auf der Arabischen Halbinsel ist untrennbar mit dem wirtschaftlichen Wandel der Region verbunden. Nach der Entdeckung des Erdöls begann sich eine zweite Welle des Christentums in der Wüste auszubreiten, nicht durch traditionelle Missionen, sondern durch die Anwesenheit von Arbeitsmigranten.<br />Zu diesen Pionieren gehörten die syro-malabarischen Katholiken. Obwohl ihre Präsenz in den 1970er Jahren zunächst nur einen kleinen Zustrom darstellte, entwickelte sie sich in den 1990er Jahren zu einer lebendigen Gemeinde. Anfänglich wurde ihre Seelsorge von den bestehenden apostolischen Vikariaten des lateinischen Ritus übernommen. Da diese Gemeinde jedoch tief in alten, auf Pfarrei und Familie ausgerichteten spirituellen Praktiken verwurzelt war, suchten die Gläubigen naturgemäß nach eigenen liturgischen Ausdrucksformen.<br />Es wuchsen die seelsorgerischen Bedürfnisse: Viele syro-malabarische Familien und Kinder, die von ihrer Mutterkirche getrennt waren, wurden ausschließlich im lateinischen Ritus erzogen und entfernten sich dadurch von ihrem unverwechselbaren östlichen Erbe. Dieses kulturelle und liturgische Vakuum hat auch verschiedenen Sekten den Weg geebnet, was einige dazu veranlasst hat, sich von ihren katholischen Wurzeln abzuwenden und sich protestantischen Konfessionen zuzuwenden.<br /><br />Die syro-malabarischen Katholiken in Kuwait<br /><br />Als Kuwait 1991 vom Irak angegriffen wurde, zwang der plötzliche Kriegsausbruch unzählige Migrantenfamilien zur Rückkehr in ihre Heimatländer. Diese erneute Entwurzelung brachte eine schmerzliche Erkenntnis mit sich: Viele hatten sich von ihrer Mutterkirche entfremdet. Die jüngere Generation, die Jahre im Ausland verbracht hatte, war mit den syro-malabarischen Ritualen und Gebeten nicht vertraut. Obwohl das Zweite Vatikanische Konzil die Bedeutung der Rückbesinnung auf die eigenen spirituellen Wurzeln bekräftigt hatte, mussten die Gläubigen in der Golfregion feststellen, dass die Bewahrung ihres rituellen Erbes angesichts der Belastungen durch Migration und Krieg in der Praxis eine große Herausforderung und eine gewaltige Aufgabe darstellte.<br />Mit dem Beginn des Wiederaufbaus der Region nach 1993 setzte eine neue Migrationswelle ein. Dubais wirtschaftlicher Aufschwung und der Wiederaufbau Kuwaits zogen noch mehr syro-malabarische Katholiken an. Entschlossen, ihr Erbe zu bewahren und die Gemeinschaft vor Missionierung zu schützen, unternahmen die Gläubigen einen historischen Schritt zur Selbstorganisation. Laienvereinigungen wurden bei ihren jeweiligen indischen Botschaften als Kulturbewegungen registriert, wodurch ihre Aktivitäten rechtlichen Schutz erhielten. Am 1. Dezember 1995 wurde die SMCA Kuwait als erste formelle Laienvereinigung gegründet – ein Modell, das bald von ähnlichen Bewegungen in Katar, Bahrain, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Oman übernommen wurde. Diese Vereinigungen wurden zum Herzstück der Gemeinschaft. Sie wurden zu den wichtigsten Instrumenten für einen kontinuierlichen und respektvollen Dialog mit den Bischöfen des Lateinischen Vikariats, um die Seelsorge für den syro-malabarischen Ritus sicherzustellen. Sie initiierten Initiativen zur Vermittlung des reichen spirituellen Erbes an junge Menschen und stellten so sicher, dass ihr kulturelles und liturgisches Vermächtnis an die nächste Generation weitergegeben wird. Durch den Aufbau eines soliden Netzwerks für Bedürftige innerhalb der Migrantengemeinschaft hat sich die syro-malabarische Glaubensgemeinschaft am Golf von einer heimatlosen Arbeiterschaft zu einer blühenden und gut organisierten Gemeinschaft entwickelt, die fest in ihrem alten Glauben verwurzelt ist und sich gleichzeitig für die moderne Entwicklung ihrer Gastländer engagiert.<br /><br />Statistiken über die syro-malabarischen Katholiken in Kuwait<br /><br />Gesamtbevölkerung: 4,3 Millionen<br />Indische Bevölkerung in Kuwait: 0,85 Millionen <br />Katholische Bevölkerung: 400.000 <br />Syro-Malabarische Katholiken: ca. 40.000 <br />Vier Pfarreien in Kuwait<br />1. Konkathedrale der Heiligen Familie, Kuwait-Stadt<br />2. Pfarrei Unserer Lieben Frau von Arabien, Ahmadi, Kuwait<br />3. Pfarrei der heiligen Therese vom Kinde Jesu, Salmiya, Kuwait<br />4. Pfarrei des heiligen Daniele Comboni, Abbasiya, Kuwait<br /><br />In allen vier Pfarreien pulsiert das Leben der syro-malabarischen Gemeinde. Doch das spirituelle Wachstum steht vor erheblichen materiellen und logistischen Herausforderungen. In Abbasiya ist unsere Gemeinde mit 2.460 Kindern, die den Religionsunterricht besuchen, beeindruckend groß. Dieser Segen bringt jedoch auch ernsthafte Einschränkungen mit sich. Aufgrund fehlender Klassenräume müssen die Kinder in vier Gruppen aufgeteilt werden. Der verfügbare Platz im Keller reicht seit Langem nicht für unsere Gottesdienste und Gemeindeaktivitäten aus; die Situation verschärfte sich kürzlich, als die zuständigen Behörden die Kellerräume in Abbasiya vollständig schlossen. Ähnliche Schwierigkeiten bestehen in Salmiya, wo wir auf angemietete Kellerräume angewiesen sind, um unsere Liturgie zu feiern und unsere Jugendlichen religiös zu erziehen. Obwohl wir uns der komplexen rechtlichen und behördlichen Formalitäten bewusst sind, ist der Bedarf an einer angemessenen Infrastruktur, einem größeren Gottesdienstraum und funktionierenden Parkplätzen dringend. Ein wesentliches Merkmal unserer syro-malabarischen Identität ist der Zusammenhalt der Familie. Diese kleinen Hauskirchengemeinschaften, die aus 30 bis 40 Familien bestehen, treffen sich monatlich in den Häusern der jeweiligen Familien, um das Wort Gottes zu hören und die christliche Gemeinschaft zu pflegen.<br /><br />Die syro-malabarische Kirche des heiligen Thomas in Doha <br /><br />Die syro-malabarische Kirche des heiligen Thomas in Doha nimmt als einzige Kirche auf der Arabischen Halbinsel mit einer eigenständigen syro-malabarischen Identität eine besondere Stellung ein. Sie ist weit mehr als ein bloßes Gebäude; sie dient als spirituelle Heimat und bietet den syro-malabarischen Gläubigen in Katar liturgische, seelsorgerische und soziale Begleitung. Die Kirche wurde am 22. Mai 2009 von Kardinal Varkey Vithayathil, dem damaligen Großerzbischof der syro-malabarischen Kirche, feierlich eingeweiht. Das spirituelle Leben der Gemeinde ist lebendig: Täglich werden drei Heilige Messen gefeiert, freitags sogar fünf, um der großen Gemeinde gerecht zu werden. Die Glaubensbildung ist ein zentrales Anliegen. Derzeit besuchen 2.544 Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 12 freitags den Religionsunterricht, die von über 180 Lehrkräften unterrichtet werden. In der Gemeinde sind zahlreiche apostolischen Organisationen und Bewegungen aktiv, und 28 Familiengruppen treffen sich monatlich in der Kirche, wodurch ein tiefes Gefühl des Zusammenhalts gefördert und der Gemeinschaftsgeist der Gemeinde lebendig gehalten wird.<br /><br />Statistik über die syro-malabarischen Katholiken in Doha<br /><br />Gesamtbevölkerung Katars: 2,7 Millionen<br />Indische Bevölkerung: 0,7 Millionen <br />Katholische Bevölkerung: 350.000 <br />Syro-malabarische Katholiken: 35.000 <br />Registrierte Mitglieder: 17.900<br />Anzahl Familien: 3.500<br />Anzahl Alleinstehende: 7.000<br />Anzahl Katechismusschüler: 2.544<br /><br /><br />Die syro-malabarischen Katholiken in Bahrain<br />Das Königreich Bahrain, historisch bekannt als das „Land der zwei Meere“, ist ein Archipel, der seit Langem ein Knotenpunkt für Kultur und Handel ist. Seit den 1950er Jahren gibt es in Bahrain eine vielfältige internationale Arbeiterschaft, doch erst der Ölboom der frühen 1970er Jahre löste die Migration der katholischen Gemeinde aus Kerala aus. Auf der Suche nach neuen Lebensgrundlagen brachten diese Gläubigen ein tiefgreifendes spirituelles Erbe mit, das bis heute lebendig ist.<br />Die Wurzeln des katholischen Glaubens in Bahrain reichen tief. Bereits 1939 erteilte die Herrscherfamilie die Genehmigung zum Bau der ersten Kirche. Unter der Leitung von Bischof Tirinanzi und dem Kapuzinerpater Luigi wurde die Herz-Jesu-Kirche in Manama gegründet. Heute hat sich die spirituelle Landschaft deutlich erweitert. Die majestätische Kathedrale Unserer Lieben Frau von Arabien in Awali dient heute als Sitz des Vikariats und wurde von Kardinal Luis Antonio Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung , eingeweiht. Sie beherbergt auch die BAPCO-Mission von Awali. Die katholische Präsenz in Bahrain ist ein wesentlicher und dynamischer Bestandteil des nationalen Gefüges.<br /><br />Statistik über die syro-malabarischen Katholiken in Bahrain<br /><br />Gesamtbevölkerung: 1,47 Millionen<br />Indische Bevölkerung: 0,33 Millionen<br />Katholiken: 80.000 <br />Syro-malabarische Katholiken: ca. 20.000 <br /><br />Anders als in anderen Staaten der Golfregion zeichnet sich die katholische Gemeinde in Bahrain durch ein besonderes Gefühl liturgischer Einheit aus. Obwohl die syro-malankarische Kirche ihre eigenen, unverwechselbaren Gottesdienste feiert, ist die übrige katholische Gemeinde gut integriert. Der syro-malabarische Gottesdienst wird zweimal wöchentlich in Malayalam sowohl in der Herz-Jesu-Kirche als auch in der Awali-Kathedrale gefeiert. Im Geiste geschwisterlicher Zusammenarbeit finden Religionsunterricht und Katechismus gemeinsam mit Schülern anderer liturgischer Traditionen statt. Derzeit werden die Gemeindeaktivitäten gemeinschaftlich und nicht nach Ritus getrennt durchgeführt, was den einheitlichen pastoralen Ansatz unter dem Lateinischen Vikariat widerspiegelt.<br />Ich fühle mich zutiefst geehrt und bin dankbar für das Vertrauen, das mir der Heilige Stuhl mit meiner Ernennung zum Apostolischen Visitator entgegengebracht hat. Mein Dank gilt Papst Leo XIV., dem Staatssekretär, Kardinal Pietro Parolin, und allen Kirchenvertretern, die diese Entscheidung unterstützt haben. Im Vertrauen auf die göttliche Vorsehung versichere ich, dass ich meine Aufgaben und Pflichten mit Integrität, Mitgefühl und Liebe für die syro-malabarischen Katholiken auf der Arabischen Halbinsel erfüllen werde.<br />Die katholische Kirche auf der Arabischen Halbinsel ist heute in zwei lateinische Apostolische Vikariate gegliedert, die beide direkt dem Dikasterium für die Evangelisierung unterstehen. Zuvor bildeten das Apostolische Vikariat von Arabien und das Apostolische Vikariat von Kuwait zwei separate Jurisdiktionen. Diese wurden später neu organisiert und umbenannt. Aktuell umfasst das Apostolische Vikariat des Südlichen Arabien die Vereinigten Arabischen Emirate, Oman und Jemen, während das Apostolische Vikariat des Nördlichen Arabien Kuwait, Katar, Bahrain und Saudi-Arabien einschließt. In den vergangenen 20 Jahren hat das Apostolische Vikariat des Nördlichen Arabien die Arbeit von 17 syro-malabarischen Priestern und die Glaubensbildung, den Katechismusunterricht, die Sakramente und heilige Messen im syro-malabarischen Ritus ermöglicht. Wir danken den Kapuzinern, den Trinitariern und den Salesianern.<br /><br /><br />*Apostolischer Visitator für die syro-malabarischen Katholiken auf der Arabischen Halbinsel Sat, 28 Mar 2026 10:28:36 +0100AFRIKA/ÄQUATORIALGUINEA - Der Besuch von Papst Leo XIV. und der Samen des Heiligen Geisteshttps://www.fides.org/de/news/77523-AFRIKA_AeQUATORIALGUINEA_Der_Besuch_von_Papst_Leo_XIV_und_der_Samen_des_Heiligen_Geisteshttps://www.fides.org/de/news/77523-AFRIKA_AeQUATORIALGUINEA_Der_Besuch_von_Papst_Leo_XIV_und_der_Samen_des_Heiligen_GeistesVon der Gemeinschaft der Don Bosco Schwestern in Äquatorialguinea<br /><br />Malabo – Über die üblichen allgemeinen Informationen zu Äquatorialguinea hinaus ist es wichtig zu betonen, dass sich das Land der Welt als ein Land präsentiert, in dem Natur und Kultur koexistieren und sich ständig gegenseitig beeinflussen. In seinen dichten Regenwäldern ist Grün nicht nur eine Farbe, sondern Ausdruck eines Lebens, das unaufhörlich wächst, sich wandelt und erneuert. Jeder Baum, jeder Fluss und jede Meeresbrise scheinen uralte Geschichten zu flüstern, die bis heute nachhallen. Die Vitalität dieser Nation beschränkt sich nicht auf ihre Geografie. Sie pulsiert auch in ihren Menschen, in der Vielfalt ihrer Gemeinschaften und im Reichtum ihrer Traditionen. Die von Generation zu Generation weitergegebenen Tänze, Lieder und Sprachen zeugen von einer Identität, die nicht statisch geblieben ist, sondern sich angepasst hat, ohne ihr Wesen zu verlieren. Hier ist Kontinuität nicht statisch; sie ist Bewegung, sie ist gelebte Erinnerung. Ebenso ist das Meer, das seine Küsten umgibt, keine Grenze, sondern eine Brücke. Es verbindet, nährt und prägt eine tiefe Beziehung zwischen Mensch und Umwelt.<br />Das Leben in diesem zentralafrikanischen Land gründet auf dem Gleichgewicht zwischen Natur und Mensch, zwischen Tradition und Moderne. Äquatorialguinea ist ein lebendiges Land, durchwoben von Geschichten und Hoffnungen. Es ist nicht bloß ein geografischer Raum, sondern ein Ort, an dem sich das Leben intensiv in der Vielfalt seiner Kulturen, dem Reichtum seiner Traditionen und der Stärke seiner Bevölkerung ausdrückt. Die Kultur der Äquatorialguineer lebt von einer tiefen Verbundenheit mit der Menschheit und einem starken Bewusstsein für die Bewahrung überlieferter Werte wie Solidarität, Familie und Respekt vor den Älteren – Werte, die durch die Identität und Rolle jedes Einzelnen in der Gemeinschaft gestärkt werden. Frauen spielen eine zentrale Rolle in der Gesellschaft, indem sie Leben, Werte und Glauben weitergeben. Junge Menschen stellen eine sich stetig weiterentwickelnde, kreative Kraft dar, die Tradition mit neuen Ausdrucksformen verbindet. Dieses Nebeneinander von Alt und Jung ist keine Spannung, sondern ein Reichtum, in dem Wissen von Generation zu Generation weitergegeben wird – nicht nur durch Worte, sondern auch durch Gesten, traditionelle Riten und Zeremonien sowie durch das gemeinsame Leben.<br />In diesem Kontext ist der Besuch von Papst Leo XIV. für die Bevölkerung Äquatorialguineas weit mehr als nur ein „Besuch“. Er ist nicht einfach ein Ereignis, sondern ein Zeichen der Verbundenheit und Anerkennung. Die Vorbereitungen mobilisieren die gesamte Bevölkerung und erzeugen Begeisterung, kollektive Freude, institutionelle Initiativen und Einheit innerhalb der christlichen Gemeinschaft. Der herzliche Empfang, die spirituelle Erwartung und die Hoffnung auf religiöse Erneuerung sind angesichts der gegenwärtigen Glaubenskrise, des Rückgangs der religiösen Praxis unter jungen Menschen, des Einflusses neuer Kirchen und des weit verbreiteten Synkretismus bemerkenswert. Dies sind ermutigende und beruhigende Zeichen. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass der Besuch des Heiligen Vaters als Staatsbesuch gilt und daher landesweit von Regierung, Kirche und Zivilgesellschaft gemeinsam organisiert wird. Es wurde ein öffentlicher Aufruf zur Teilnahme an den Veranstaltungen gestartet, die gesamte nationale Presse wurde für die Berichterstattung mobilisiert, und speziell entworfene Kleidung wurde an die ärmsten Bevölkerungsgruppen verteilt, da es sich um eines der wichtigsten Ereignisse im Land der letzten vierzig Jahre handelt. Der letzte Besuch eines Bischofs von Rom in dem Land fand vor 44 Jahren statt.<br />Die Kathedralen und Stadien von Malabo und Bata, die Gefängnisse, das Denkmal für die Gefallenen des 7. März, die Basilika von Mongomo, die staatliche Universität und vieles mehr werden zu Symbolen des Wandels, des Neubeginns und vor allem des lebendigen Glaubens. Die Vorfreude auf dieses bedeutsame Ereignis wird zweifellos als Zeit der inneren Vorbereitung erlebt. In Städten und Gemeinden, von Malabo bis Bata, ist die tiefe Sehnsucht nach spiritueller Erneuerung, nach Zuhören und Gemeinschaft neu entfacht. Dies sind nicht nur Orte der Begegnung, sondern wahre Quellen der Erneuerung. Wo immer der Papst weilt, wird der Glaube neu entfacht, das Engagement gestärkt und die christliche Identität der Menschen in Äquatorialguinea erneuert. Diese Orte werden von einer lebendigen Erinnerung geprägt sein, die uns mit Zuversicht in die Zukunft blicken lässt und uns ermutigt, eine gerechtere, menschlichere und mitfühlendere Gesellschaft aufzubauen. In Wirklichkeit geht es nicht nur darum, den Papst zu sehen, sondern darum, die Botschaft, die er bringt, zu rezipieren, sich von seiner Präsenz herausfordern zu lassen und neue Wege im persönlichen, kirchlichen und sozialen Leben zu eröffnen.<br />Der Besuch der Universität „León IV“ unterstreicht die Bedeutung, die die Bevölkerung Äquatorialguineas der Bildung beimisst. Sie gilt als Grundstein für die Entwicklung kritisch denkender und verantwortungsbewusster Persönlichkeiten, die zur Entwicklung des Landes beitragen. Bildung ist die Basis für die Überwindung der Armut, die Stärkung von Institutionen und die Schaffung von Chancen für neue Generationen. Daher bietet sich hier eine besondere Gelegenheit, den Reichtum der äquatorialguineischen Kulturen kennenzulernen und wertzuschätzen: ihre Sprachen, Traditionen und ihr tiefes Gemeinschaftsgefühl. Bei den Völkern der Fang, Bubi, Ndowé, Annobonesen, Bisio, Balengue und anderern finden sich tief verwurzelte christliche Werte: Gastfreundschaft, Solidarität, Achtung vor dem Leben und Offenheit für Gott.<br />Die Menschen in Äquatorialguinea sind fest davon überzeugt, dass Kultur kein Hindernis, sondern ein besonderer Weg zur Begegnung mit dem Evangelium ist. Dies ist ein Schatz, der nicht nur Afrika gehört, sondern die gesamte Weltkirche bereichert. Religion, insbesondere die katholische Tradition, die sich nach dem Besuch Johannes Pauls II. gefestigt hat, vermittelt Werte wie Solidarität, Respekt, Gerechtigkeit und friedliches Zusammenleben. Bildung und Religion stehen nicht im Gegensatz, sondern ergänzen sich: Die eine prägt den Verstand, die andere leitet das Herz, und Kultur wird als der wahre Weg zu einer ganzheitlichen menschlichen Entwicklung verstanden. Daher wird der Papstbesuch nichts völlig Neues bringen, sondern bestätigen, unterstützen und fördern, was bereits den Gemeinden, Familien, unter den Jugendlichen, in den Pfarreien und Schulen wächst: die Saat des Guten, die der Heilige Geist bereits gesät hat. Die Anwesenheit des Heiligen Vaters stärkt dies und macht es sichtbar und ermutigt dazu, nicht den Mut zu verlieren. Es ist eine Einladung, sich mit größerem Mut für den Aufbau des Gemeinwohls in Äquatorialguinea einzusetzen. <br />Fri, 27 Mar 2026 12:55:41 +0100Die ambivalenten Auswirkungen des Krieges im Iran auf lateinamerikanische Länderhttps://www.fides.org/de/news/77525-Die_ambivalenten_Auswirkungen_des_Krieges_im_Iran_auf_lateinamerikanische_Laenderhttps://www.fides.org/de/news/77525-Die_ambivalenten_Auswirkungen_des_Krieges_im_Iran_auf_lateinamerikanische_LaenderBuenos Aires – Der Krieg im Iran macht sich auch in Regionen bemerkbar, die weit von den direkt am Konflikt beteiligten Ländern entfernt liegen, darunter auch in mittel- und südamerikanischen Ländern.<br />Kurzfristig könnten die lateinamerikanischen Volkswirtschaften die Folgen des Konflikts ausgleichen. Die Krise könnte zwar zu erhöhter Inflation führen, doch Rohstoffexporte könnten von steigenden Preisen profitieren.<br />In Mexiko könnten die kurzfristigen Auswirkungen auf die Öleinnahmen der Regierung Vorteile bringen. Die zweite mögliche Auswirkung betrifft die Kraftstoffpreise. Die Regierung versucht, den Druck auf die Kraftstoffpreise zu verringern, indem sie sicherstellt, dass die Preise bei den Händlern für mindestens die nächsten sechs Monate unverändert bleiben.<br />Die Situation in Argentinien, das unter Präsident Milei weitreichende, ultraliberale Wirtschaftsreformen durchläuft, wird in einem kürzlich von Morgan Stanley veröffentlichten Bericht hinsichtlich der potenziellen Auswirkungen des Krieges auf die nationale Wirtschaft untersucht. Laut der amerikanischen Bank würde ein Anstieg der Ölpreise zu erhöhten Exporten führen, insbesondere dank der Reserven des Ölfelds „Vaca Muerta“, was sich positiv auf die Zahlungsbilanz auswirken würde. Problematisch ist jedoch die Inflation, die sich in den letzten Jahren als Achillesferse der argentinischen Wirtschaft erwiesen hat. Im von Morgan Stanley entwickelten Modell würde ein Anstieg der Rohölpreise um 10 % die Inflation von 0,2 % auf 0,4 % erhöhen.<br />Auch ein weiterer wichtiger Sektor der argentinischen Wirtschaft, die Landwirtschaft, ist betroffen. Der Krieg im Iran könnte auch hier einen doppelten Effekt haben: Einerseits könnten die Weltmarktpreise steigen, was Buenos Aires zugutekäme, da die Landwirtschaft 60 % der Exporte ausmacht. Andererseits ist der Iran ein bedeutender Düngemittelexporteur, und die Lieferengpässe aus Teheran würden die Preise für Agrarprodukte erhöhen. Während dies zunächst positiv für die Exporte erscheinen mag, gibt der Inlandsmarkt Anlass zur Sorge. Steigende Preise für Agrarprodukte könnten zu einer höheren Inflation führen, als im Bericht von Morgan Stanley prognostiziert, mit gravierenden Folgen für die Bevölkerungsgruppen, die bereits unter den Folgen der ultraliberalen Reformen leiden.<br />Was Brasilien betrifft, sind zwei Aspekte zu berücksichtigen. Das Land könnte kurzfristig von steigenden Ölpreisen profitieren, da es in den letzten Jahren zu einem Exporteur geworden ist; doch auch hier wird der Agrarsektor betroffen sein. Steigende Preise könnten die Kraftstoffpreise beeinflussen und, ähnlich wie in Argentinien, die Inflation anheizen. Ebenso wie Argentinien verzeichnet Brasilien aufgrund des Konflikts im Iran einen Rückgang der Düngemittellieferungen. Während dies in Argentinien jedoch mit steigenden Agrarpreisen einherging, was sich positiv auf die Exporte ausgewirkt haben könnte, führt es in Brasilien zu einem Rückgang der Exporte. Denn der Iran und der Nahe Osten im Allgemeinen waren die Hauptabnehmer von Gütern wie Weizen, die die Straße von Hormus passieren mussten, um ihre Bestimmungsorte zu erreichen.<br />Die lateinamerikanischen Regierungen haben unterschiedlich reagiert. Argentiniens Präsident Milei ist ein enger Verbündeter Israels. Andere Präsidenten haben sich jedoch gegen das Vorgehen der USA ausgesprochen. So schrieb beispielsweise der kolumbianische Präsident Gustavo Petro am Tag des Bombardierungsbeginns in einem Beitrag auf X, Trump habe „falsch gehandelt“. Auch die venezolanische Regierung äußerte sich ähnlich und bedauerte, dass nach Beginn der Bombardierungen ein militärisches Vorgehen gewählt worden war. Schließlich hat sich der brasilianische Präsident Lula wiederholt gegen den Krieg ausgesprochen und auf dem Gipfeltreffen der Gemeinschaft Lateinamerikanischer und Karibischer Staaten Parallelen zwischen dem aktuellen Konflikt und dem Irakkrieg von 2003 gezogen.<br /> <br />Fri, 27 Mar 2026 12:41:03 +0100AFRIKA/UGANDA - Messianismus und Krieg gegen den Iran: Ugandischer Armeechef stellt sich an die Seite Israelshttps://www.fides.org/de/news/77524-AFRIKA_UGANDA_Messianismus_und_Krieg_gegen_den_Iran_Ugandischer_Armeechef_stellt_sich_an_die_Seite_Israelshttps://www.fides.org/de/news/77524-AFRIKA_UGANDA_Messianismus_und_Krieg_gegen_den_Iran_Ugandischer_Armeechef_stellt_sich_an_die_Seite_IsraelsKampala – „Wir stehen an der Seite Israels, weil wir Christen sind. Errettet durch den heiligen Sohn Gottes … Jesus Christus, den Einzigen, der Sünden vergeben kann. Die Bibel sagt: Wie glücklich bist du, Israel! Wer ist dir gleich, du Volk, gerettet durch den Herren, den Schild, der dir hilft, deine Hoheit, wenn das Schwert kommt? “, heißt es in einem der Beiträge, die General Muhoozi Kainerugaba, Stabschef der ugandischen Streitkräfte und Sohn von Präsident Yoweri Museveni, auf X veröffentlichte. Darin bekräftigt er die Unterstützung der ugandischen Armee für Israels Krieg gegen den Iran.<br />Neben der „religiösen“ Motivation führt General Kainerugaba auch andere politische Gründe an. In einem weiteren Beitrag schreibt er: „Israel stand uns in den 1980er und 1990er Jahren bei, als wir unbedeutend waren. Warum sollten wir es jetzt nicht verteidigen, wo unser BIP 100 Milliarden Dollar beträgt? Eines der höchsten in Afrika.“ In einem weiteren Beitrag erklärte General Kainerugaba: „Wir wollen, dass der Krieg im Nahen Osten jetzt endet. Die Welt hat genug. Doch jede Rede von Israels Vernichtung oder Niederlage wird uns in einen Krieg hineinziehen – an Israels Seite!“. In einem anderen Beitrag schrieb Kainerugaba: „Die ugandische Armee wird in diesen Krieg zwischen Iran und Israel eintreten – an Israels Seite –, wenn er nicht bald beendet wird. Israel hat ein Existenzrecht, und die Angriffe gegen das Land müssen aufhören.“<br />Diese Beiträge des Chefs der ugandischen Streitkräfte sollten mit Vorsicht betrachtet werden, da Kainerugaba für seine kontroversen Kommentare auf Twitter bekannt ist, weshalb er auch den Spitznamen „Tweeting General“ trägt. Interessant ist jedoch der religiöse Bezug zu Ugandas angeblicher Unterstützung für Israel, der auf den Einfluss des sogenannten „christlichen Zionismus“ in einigen afrikanischen Ländern hindeutet.<br /> Fri, 27 Mar 2026 12:26:14 +0100EUROPA/ITALIEN - Ostern für die Studierenden der Europäischen Universität Romhttps://www.fides.org/de/news/77522-EUROPA_ITALIEN_Ostern_fuer_die_Studierenden_der_Europaeischen_Universitaet_Romhttps://www.fides.org/de/news/77522-EUROPA_ITALIEN_Ostern_fuer_die_Studierenden_der_Europaeischen_Universitaet_RomRom –Von Mittwoch bis Ostersonntag nimmt eine Gruppe Studierender der Europäischen Universität Rom an einer von „Mission Youth“, der Jugendbewegung der „Regnum-Christi“-Bewegung, in der Karwoche auf den Weg gebrachten Initiative teil.<br />In einer Mitteilung des Zentrums für Ganzheitliche Bildung der UER, die Fides vorliegt, wird betont, dass die Initiative Teil der Aktivitäten im Bereich der sozialen Verantwortung ist, die vom Zentrum koordiniert werden. Ziel sei es, den Studierenden durch Dienst und Zuhören eine konkrete Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung zu bieten. Im Rahmen der Initiative besuchen die Studierenden die Region Marken, begleitet von den UER-Kaplänen Pfarrer Matthew Whalen und Pfarrer Enrico Trono sowie weiteren Priestern und Seminaristen der Legionäre Christi und Ordensfrauen der „Regnum Christi“-Bewegung. Der direkte Kontakt mit den lokalen Gemeinschaften erfolgt durch Besuche bei Familien, älteren und kranken Menschen und Mitarbeit in Pfarreien und Bildungs- und Freizeitprogrammen für Kinder und Jugendliche.<br /><br />Fri, 27 Mar 2026 12:12:59 +0100AFRIKA/D.R. KONGO - Bischöfe lehnen Verfassungsänderung ab: “Angesichts der aktuellen Sicherheitslage riskant”https://www.fides.org/de/news/77521-AFRIKA_D_R_KONGO_Bischoefe_lehnen_Verfassungsaenderung_ab_Angesichts_der_aktuellen_Sicherheitslage_riskanthttps://www.fides.org/de/news/77521-AFRIKA_D_R_KONGO_Bischoefe_lehnen_Verfassungsaenderung_ab_Angesichts_der_aktuellen_Sicherheitslage_riskantKinshasa – Die Bischöfe der Demokratischen Republik Kongo lehnen eine Änderung der 2006 verabschiedeten Verfassung ab. „Die Position der kongolesischen Bischofskonferenz hat sich nicht geändert. Das Prinzip der Verfassungsänderung ist in der Verfassung selbst verankert, die auch die Verfahren für ihre Revision festlegt. Die Verfassung listet die Artikel auf, die nicht geändert werden können. Für die Bischöfe wäre es angesichts der aktuellen Sicherheitslage riskant, das Kapitel der Verfassungsänderung in einem nicht konsensbasierten Kontext zu eröffnen“, erklärte der Generalsekretär der kongolesischen Bischofskonferenz, Pfarrer Donatien Nshole, auf einer Pressekonferenz im Anschluss an die außerordentliche Plenarversammlung, die vom 23. bis 25. März in Kinshasa tagte.<br />In ihrer nach der Tagung veröffentlichten Erklärung betonten die Bischöfe die Notwendigkeit eines „Sozialpakts für Frieden und friedliches Zusammenleben“ in der besonders angespannten nationalen Lage. <br />Die Debatte um die Verfassungsreform steht im Kontrast zwischen dem von der Mehrheit betonten Modernisierungsbedarf und der Befürchtung der Opposition vor einer autoritären Entwicklung. Die Partei von Präsident Félix Tshisekedi argumentiert, die Verfassung von 2006 werde der kongolesischen Realität nicht gerecht und müsse geändert oder überarbeitet werden, um die Effektivität des Staates zu stärken. Die Opposition und zahlreiche zivilgesellschaftliche Bewegungen hingegen verurteilen ein politisches Manöver, das primär darauf abzielt, die Amtszeitbegrenzung für den Präsidenten aufzuheben, um dem derzeitigen Staatsoberhaupt zu ermöglichen, über das Jahr 2028 hinaus an der Macht zu bleiben.<br />Die Verfassung von 2006 wurde nach verheerenden Bürgerkriegen verabschiedet und zielte darauf ab, demokratische Institutionen zu etablieren und das politische System zu stabilisieren. Eine ihrer Kernbestimmungen führte Amtszeitbegrenzungen für den Präsidenten ein, um die Machtkonzentration zu verhindern, die frühere Perioden der kongolesischen Politikgeschichte geprägt hatte. Besonders wichtig ist Artikel 220, der mehrere Grundprinzipien vor einer Verfassungsänderung schützt. Dazu gehören die republikanische Staatsform, das allgemeine Wahlrecht, das repräsentative Regierungssystem, Amtszeitbegrenzungen für den Präsidenten, die Unabhängigkeit der Justiz und der politische Pluralismus. Der Artikel verbietet zudem jegliche Änderungen, die individuelle Rechte und Freiheiten einschränken oder die Autonomie der Provinzen und dezentralen Gebietskörperschaften schwächen könnten.<br />Die Gegner der Reform argumentieren, dass sie diese geschützten Bestimmungen untergraben und letztlich demokratische Garantien gefährden sowie die institutionelle Stabilität bedrohen würde. Bereits 2015 hatte ein von dem damaligen Präsidenten Joseph Kabila vorgeschlagener Verfassungsreformversuch eine starke Oppositionsbewegung ausgelöst .<br /> Fri, 27 Mar 2026 11:28:49 +0100ASIEN/ISRAEL - Nächstes Schuljahr gefährdet: Lehrer mit Wohnsitz im Westjordanland sollen künftig keine Lehrbefugnis an christlichen Schulen in Jerusalem erhaltenhttps://www.fides.org/de/news/77519-ASIEN_ISRAEL_Naechstes_Schuljahr_gefaehrdet_Lehrer_mit_Wohnsitz_im_Westjordanland_sollen_kuenftig_keine_Lehrbefugnis_an_christlichen_Schulen_in_Jerusalem_erhaltenhttps://www.fides.org/de/news/77519-ASIEN_ISRAEL_Naechstes_Schuljahr_gefaehrdet_Lehrer_mit_Wohnsitz_im_Westjordanland_sollen_kuenftig_keine_Lehrbefugnis_an_christlichen_Schulen_in_Jerusalem_erhaltenJerusalem – Die Zukunft christlicher Schulen in der Heiligen Stadt ist ungewiss, nachdem das israelische Bildungsministerium am 10. März ein Schreiben an die Schulleiter christlicher Schulen in Jerusalem versandt hat. Darin wird mitgeteilt, dass ab dem Schuljahr 2026/27 nur noch Lehrkräfte mit Wohnsitz in Jerusalem und israelischer Lehrbefähigung eingestellt werden dürfen.<br />Der Unterricht wird daher nicht mehr von palästinensischen Lehrkräften aus dem Westjordanland erteilt werden können. Bislang konnten diese Lehrkräfte mit einem von den israelischen Behörden ausgestellten Arbeitsdokument, der so genannten "Green Card", in Jerusalem unterrichten.<br />Laut „Kirche in Not“ könnten über 200 christliche Lehrer arbeitslos werden und nicht mehr an christlichen Schulen in Jerusalem unterrichten. Dies gefährdet den Fortbestand der traditionsreichen Bildungseinrichtungen und die Zukunft der christlichen Bildung in der Heiligen Stadt.<br />Bereits im Juli 2025 hatte der Bildungsausschuss des israelischen Parlaments die Einstellung palästinensischer Lehrer mit Abschlüssen aus dem Westjordanland und Ostjerusalem an christlichen Schulen untersagt. Begründet wurde dies damit, dass diese Abschlüsse die akademischen Anforderungen für den Lehrerberuf nicht erfüllen.<br />Zu Beginn des laufenden Schuljahres hatten 171 Lehrer aus dem Westjordanland noch nicht die notwendigen Lehrbefugnisse erhalten. Das Generalsekretariat der christlichen Schulen organisierte daraufhin einen Streik an allen christlichen Schulen in Jerusalem, bis die erforderlichen Genehmigungen ausgestellt wurden.<br /> Thu, 26 Mar 2026 13:16:22 +0100AFRIKA/KENYA - Weihbischof der Erzdiözese Nairobi ernannthttps://www.fides.org/de/news/77518-AFRIKA_KENYA_Weihbischof_der_Erzdioezese_Nairobi_ernannthttps://www.fides.org/de/news/77518-AFRIKA_KENYA_Weihbischof_der_Erzdioezese_Nairobi_ernanntVatikanstadt – Papst Leo XIV. hat den bisherigen Moderatore der Laienvereinigung “Franciscan Servants of Mary Queen of Love” der Diözese di Ngong, Pater Obed Muriungi Karobia zum Weihbischof der Erzdiözese Nairobi ernannt und ihm den Titularsitz Timida verliehen.<br />Bischof Obed Muriungi Karobia wurde am 29. Juni 1979 geboren. Er studierte Philosophie am „St. Bonaventure College“ in Lusaka und erwarb einen Bachelor-Abschluss in Theologie am „Tangaza College“ in Kenia. Er trat dem Orden der Franziskaner-Minoriten bei und wurde am 28. Juli 2012 zum Priester geweiht.<br />Danach hatte er folgende Ämter inne: Pfarrvikar und Pfarrer der Gemeinde „St. Catherine of Alexandria“ in Nairobi; Berufungsbeauftragter der Kustodie der Minoriten in Kenia ; Ausbilder und Ökonom des Bildungshauses seines Instituts in Nairobi ; Provinzial der kenianischen Provinz der Franziskaner-Minoriten . Präsident der Afrikanischen Föderation der Franziskaner-Minoriten ; Doktorand der Psychologie an der „Daystar University“ in Nairobi; seit 2024 vom Dikasterium für die Evangelisierung zum Moderator der „Francisan Servants of Mary Queen of Love“ der Diözese Ngong ernannt.<br /> Thu, 26 Mar 2026 13:03:42 +0100AMERIKA/USA - Am 24. September wird Erzbischof Fulton Sheen seliggesprochen: Kardinal Tagle ist Sondergesandter des Papstes bei den Feierlichkeitenhttps://www.fides.org/de/news/77516-AMERIKA_USA_Am_24_September_wird_Erzbischof_Fulton_Sheen_seliggesprochen_Kardinal_Tagle_ist_Sondergesandter_des_Papstes_bei_den_Feierlichkeitenhttps://www.fides.org/de/news/77516-AMERIKA_USA_Am_24_September_wird_Erzbischof_Fulton_Sheen_seliggesprochen_Kardinal_Tagle_ist_Sondergesandter_des_Papstes_bei_den_FeierlichkeitenSt. Louis – Am 24. September dieses Jahres wird Erzbischof Fulton J. Sheen seliggesprochen. Papst Leo XIV. wird Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle, Propräfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung als seinen Vertreter zu den Feierlichkeiten entsenden.<br />„Es ist eine unbeschreibliche Freude, zu erfahren, dass Erzbischof Fulton J. Sheen, der von 1950 bis 1966 Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke war, am 24. September in St. Louis seliggesprochen wird“, so Monsignore Roger J. Landry, der aktuelle Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in den Vereinigten Staaten, in einer Pressemitteilung am gestrigen Mittwoch . „Er ist eine Quelle der Inspiration, nicht nur für uns alle, die wir sein Werk des Gebets und der Unterstützung der Mission der Kirche in aller Welt fortführen, sondern auch für alle, deren Glaube durch seine Predigten, seine Radio- und Fernsehsendungen, seine Schriften und sein heiliges katholisches Leben gestärkt wurde“, betont der Prälat.<br />Fulton Sheen wurde am 8. Mai 1895 in El Paso als Sohn einer irischen Familie geboren. Er verspürte im Alter von 24 Jahren seine Berufung zum Priestertum und wurde 1919 zum Priester geweiht. Er absolvierte seine akademische Ausbildung an der „Catholic University of Amerika in Washington, D.C., der Katholischen Universität Löwen in Belgien und der Päpstlichen Universität „San Tommaso d’Aquino“ Rom fort. Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten begann er 1926 an der „Catholic University of America“ zu lehren. Von 1930 bis 1950 moderierte er die zudem die abendliche Radiosendung „The Catholic Hour“ auf NBC, die schnell ein großes Publikum erreichte und außerordentlich erfolgreich war Erfolg und viele Menschen zum katholischen Glauben führte. Während seiner 16jährigen Tätigkeit als Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in den Vereinigten Staaten setzte er sich mit großem Engagement für die Missionsarbeit der Kirche ein.<br /> „Ich freue mich sehr, dass Kardinal Luis Antonio Tagle, Propräfekt der Sektion für die Erstevangelisierung und neuen Teilkirchen des Dikasteriums für die Evangelisierung im Vatikan, als päpstlicher Legat, die Seligsprechungsmesse zelebrieren wird“, fuhr Monsignore Landry fort. „Kardinal Tagle ist, wie Sheen selbst, nicht nur ein außergewöhnlich begabter Prediger, sondern wird zweifellos auch die Verdienste des zukünftigen Seligen Fulton Sheen für die Missionsarbeit der Kirche hervorheben können.“ <br />Fulton Sheen war Bischof von Rochester und Papst Paul VI. ernannte ihn 1969 zum Titularerzbischof von Newport, Wales. Als Dozent und brillanter Redner moderierte er außerdem die wöchentliche Fernsehserie „Life is Worth Living“, die rund 30 Millionen Zuschauer erreichte und ihm zwei Emmy Awards einbrachte. Von 1961 bis 1967 moderierte er die „Fulton Sheen Show“. Fulton Sheen gründete außerdem die Zeitschrift „Christ to the World“ und verfasste rund 300 Bücher und Artikel.<br /> Thu, 26 Mar 2026 12:49:15 +0100ASIEN/MYANMAR - Bischof von Hpa-An zurückgetreten und Nachfolger ernannthttps://www.fides.org/de/news/77517-ASIEN_MYANMAR_Bischof_von_Hpa_An_zurueckgetreten_und_Nachfolger_ernannthttps://www.fides.org/de/news/77517-ASIEN_MYANMAR_Bischof_von_Hpa_An_zurueckgetreten_und_Nachfolger_ernanntVatikanstadt – Papst Leo XIV. hat den von Bischof Justin Saw Min Thide von Hpa-An eingereichten Rücktritt angenommen und den bisherigen Bishofskoadjutor derselben Diözese, Stanislaus Min Ko, zu seinem Nachfolger ernannt.<br /> <br />Thu, 26 Mar 2026 12:40:01 +0100AFRIKA/TSCHAD - Generationen ohne Schulbildung: Programme zur Sicherstellung des Zugangs zu Bildung für sudanesische Flüchtlinge im Schulalter scheiternhttps://www.fides.org/de/news/77514-AFRIKA_TSCHAD_Generationen_ohne_Schulbildung_Programme_zur_Sicherstellung_des_Zugangs_zu_Bildung_fuer_sudanesische_Fluechtlinge_im_Schulalter_scheiternhttps://www.fides.org/de/news/77514-AFRIKA_TSCHAD_Generationen_ohne_Schulbildung_Programme_zur_Sicherstellung_des_Zugangs_zu_Bildung_fuer_sudanesische_Fluechtlinge_im_Schulalter_scheiternN’Djamena – Nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs im Sudan im Jahr 2023 zählt der Tschad zu den Ländern mit den weltweit höchsten Flüchtlingszahlen. Die meisten sudanesischen Flüchtlinge im Tschad stammen aus Darfur, einer Region, die bereits im Zentrum eines Bürgerkriegs stand, der von 2003 bis 2020 andauerte.<br /> Laut Daten der Organisation „Development Action Platform“ vom Januar letzten Jahres sind 904.000 sudanesische Flüchtlinge im Tschad registriert – eine enorme Zahl, die zu den bereits im Land befindlichen 400.000 Flüchtlingen hinzukommt.<br />Die Lebensbedingungen der nach 2023 eingereisten Flüchtlinge analysiert eine vom UN-Flüchtlingshilfswerk durchgeführte Studie. Die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass die Bemühungen des Tschad zur Bewältigung der Krise nicht ausreichen.<br />In 76 % der Fälle gaben die befragten Familien an, dass ihre minderjährigen Kinder die Schule abgebrochen haben.<br />Dies ist ein sehr hoher Prozentsatz, insbesondere angesichts der zahlreichen Berichte über die Initiativen der Regierung in N’Djamena, die sich seit Jahren für den Zugang sudanesischer Schüler zu Bildung einsetzt. Ein Beispiel dafür ist die Organisation der Schulprüfungen im vergangenen September. Über 5.000 Schüler konnten ihr Schuljahr abschließen und sich für das kommende einschreiben. Das Programm wurde von UNHCR und UNICEF auf vielfältige Weise unterstützt, unter anderem durch den Transport von Schülern aus Flüchtlingslagern zu den Prüfungsorten, die Verteilung von Lernmaterialien und die psychologische Betreuung der Schüler.<br />Die Umfrage ergab weitere Ergebnisse: Nur 48 % der Befragten gaben an, Zugang zu medizinischer Versorgung im Tschad zu haben, während lediglich 10 % über sanitäre Einrichtungen verfügten. Darüber hinaus berichteten 32 %, bei ihrer Flucht körperliche Gewalt erlebt zu haben, und 20 % gaben an, noch Verwandte im Sudan zu haben. Von diesen können 84 % das vom Krieg zerrüttete Land aufgrund fehlender Transportmöglichkeiten nicht verlassen, während 7 % aus Angst vor willkürlicher Verhaftung nicht ausreisen.<br />Eines der größten Probleme ist der Mangel an Ausweispapieren für Geflüchtete: Ganze 87 % der Befragten gaben an, keine zu besitzen, entweder weil sie diese verloren hatten oder sie ihnen während ihrer Flucht von bewaffneten Milizen abgenommen wurden. Der Mangel an Ausweispapieren verhindert den Zugang zu den Dienstleistungen der lokalen Behörden. Die Bereitstellung von Ausweispapieren für sudanesische Geflüchtete ist die Herausforderung, der sich die tschadische Regierung in den kommenden Monaten stellen muss, um zu verhindern, dass die Flüchtlingsversorgung in eine Krise mündet.<br />In den letzten Jahren wurden bereits Maßnahmen für Geflüchtete eingeführt, die sich vor Ausbruch des Konflikts im Sudan im Land befanden. Dazu gehören das Asylgesetz von 2020 sowie die 2019 verabschiedeten Dekrete zum Rechtsschutz und zur biometrischen Identitätserfassung.<br /> <br />Thu, 26 Mar 2026 11:58:44 +0100AFRIKA/NIGERIA - Diözese Wakuri warnt vor möglichen neuen Angriffen von Fulani-Hirtenhttps://www.fides.org/de/news/77515-AFRIKA_NIGERIA_Dioezese_Wakuri_warnt_vor_moeglichen_neuen_Angriffen_von_Fulani_Hirtenhttps://www.fides.org/de/news/77515-AFRIKA_NIGERIA_Dioezese_Wakuri_warnt_vor_moeglichen_neuen_Angriffen_von_Fulani_HirtenAbuja – Im Distrikt Takum und anderen Gebieten des Bundesstaates Taraba im Nordosten Nigerias wird erneut vor möglichen Angriffen von Fulani-Hirten gewarnt. Dies teilte die Diözese Wakuri in einer Erklärung vom 25. März mit, die von Pfarrer Anthony Bature, Verwaltungsvikar und Leiter des diözesanen Friedenskomitees, unterzeichnet wurde.<br />„In den sozialen Medien kursiert ein Video der Organisation ‚Equipping the Persecuted‘“, heißt es in der Erklärung, die Fides vorliegt. „Der Geschäftsführer, Judd Saul, warnt vor einem unmittelbar bevorstehenden Angriff bewaffneter Fulani-Hirten ab dem 23. März in Takum, Chanchanji und im Bezirk Tor Damisa der Lokalverwaltung Donga sowie an anderen Orten. Bekanntlich wurde ein ähnlicher Angriff in Chanchanji zwischen dem 21. und 22. März 2026 vereitelt, die Terroristen wurden jedoch vom Militär zurückgeschlagen”.<br />Im Gebiet von Takum wurde erst in den vergangenen Tagen die „St. James the Great Catholic Church“ in Adu angegriffen .<br /> „Immer mehr Terroristen sammeln sich an verschiedenen Orten im Verwaltungsbezirk Takum“, so warnt Pfarrer Bature, „beispielsweise in New Gboko, sowie im Verwaltungsbezirk Donga entlang des Donga-Flusses und in Ananum.“<br />Die Diözese Wakuri betont, dass die von Fulani-Hirten verursachte Unsicherheit die Lage der Bevölkerung in der Region verschärft. „Nachrichten über diese Angriffe schüren Angst und Schrecken und führen zu einer Massenflucht in unbekannte Gebiete, ohne Hoffnung auf Rettung.“<br />„Angesichts dieser Lage ruft Bischof Mark Maigida Nzukwein die Dekane, Priester und Ordensleute der genannten Gebiete auf, ihre Gläubigen zu sensibilisieren und alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen für die eigene Sicherheit zu treffen“, heißt es in der Erklärung. Sie werden dringend gebeten, „die Strafverfolgungsbehörden zu kontaktieren, um die Sicherheit zu erhöhen und die drohende humanitäre Katastrophe abzuwenden.“<br />Bei einer Pressekonferenz im vergangenen Februar hatte der Bischof von Wakuri, Mark Maigida Nzukwein, berichtet, dass die Bewohner des Distrikts Chanchanji im Verwaltungsbezirk Takum sowie Teile der Verwaltungsbezirke Ussa und Donga in Südtaraba bereits seit September 2025 aufgrund von Angriffen der Fulani-Hirten in einer verzweifelten Lage leben.<br />„Bislang gab es mehr als 80 Tote, zahlreiche Verletzte, über 200 zerstörte Siedlungen und Kirchen sowie mehr als 90.000 vertriebene katholische Einwohner“, sagte Bischof Nzukwein. Er fügte hinzu: „Die Fulani-Milizen, die diese Angriffe verüben, treffen in der Regel in den frühen Morgenstunden ein, meist während die Menschen schlafen, und greifen an, töten jeden, dem sie begegnen, und setzen Häuser und Ernten in Brand.“<br />„Darüber hinaus“, so der Bischof weiter, „haben Milizen die Kontrolle über das Ackerland der Bevölkerung übernommen und greifen jeden an, der es wagt, die Felder zu betreten, um Nahrung für die eigene Familien zu beschaffen“. „Einige Frauen wurden bei diesen Angriffen vergewaltigt“, beklagt er. Die Hirten nutzen die Feldfrüchte, um ihre Herden zu füttern.<br /> Thu, 26 Mar 2026 11:57:05 +0100ASIEN/PHILIPPINEN - Apostolisches Vikariat Calapan in den Rang einer Diözese erhoben und erster Bischof ernannthttps://www.fides.org/de/news/77512-ASIEN_PHILIPPINEN_Apostolisches_Vikariat_Calapan_in_den_Rang_einer_Dioezese_erhoben_und_erster_Bischof_ernannthttps://www.fides.org/de/news/77512-ASIEN_PHILIPPINEN_Apostolisches_Vikariat_Calapan_in_den_Rang_einer_Dioezese_erhoben_und_erster_Bischof_ernanntVatikanstadt – Papst Leo XIV. hat das Apostolische Vikariat Calapan in den Rang einer Diözese erhoben und sie der Erzdiözese Lipa als Suffrgaganbistum unterstellt und den bisherigen Apostolischen Vikar von Calapan, Moises Magpantay Cuevas, zum Bischof der neuen Diözese Calapan ernannt.<br />Die Diözese Calapan liegt im Osten der Insel Mindoro. Sie umfasst eine Fläche von 4.238,38 km² und hat 908.339 Einwohner, von denen 735.754 katholisch sind. Zum Bistum gehören 23 Pfarreien, 32 Bildungseinrichtungen und eine karitative Einrichtung. Es gibt 63 Diözesanpriester, 17 Ordenspriester und 62 Ordensschwestern sowie 57 Seminaristen.<br /> <br />Wed, 25 Mar 2026 13:16:42 +0100ASIEN/BANGLADESCH - Diözese Joypurhat errichtet und erster Bischof ernannthttps://www.fides.org/de/news/77511-ASIEN_BANGLADESCH_Dioezese_Joypurhat_errichtet_und_erster_Bischof_ernannthttps://www.fides.org/de/news/77511-ASIEN_BANGLADESCH_Dioezese_Joypurhat_errichtet_und_erster_Bischof_ernanntVatikanstadt – Papst Leo XIV. hat auf einem Teilgebiet der Diözesen Rajshahi und Dinajpur die neue Diözese Joypurhat errichtet und sie der Erzdiözese Dhaka als Suffraganbistum unterstellt und den bisherigen Rektor des „Holy Spirit Major Seminary“ in di Banani in der Erzdiözese Dhaka, Pfarrer Paul Gomes aus dem Klerus der Diözese Rajshahi, zum ersten Bischof der neuen Diözese ernannt. <br />Bischof Paul Gomes wurde am 3. September 1962 in Kharbaria in der Diözese Rajshahi geboren. Nach seinem Studium der Philosophie und Theologie am „Holy Spirit National Major Seminary“ in Banani , erwarb er einen Bachelor am „Notre Dame College“ in Dhaka. Am 29. Dezember 1992 wurde er zum Priester geweiht und in die Diözese Rajshahi inkardiniert.<br />Danach hatte er folgende Ämter inne und absolvierte weitere Studien: Kaplan in der Pfarrei Darstellung des Herrn in Surshunipara ; Rektor des Priesterseminars in Dinajpur ; Master und kanonisches Lizenziat in Dogmatik von der „University of Santo Tomas“ Universität Santo Tomas in Manila, Philippinen; Rektor des „St. Joseph Degree Seminary“ in Ramna ; Kaplan in Beneedwar ; Professor für Dogmatik und Vizerektor am „Holy Spirit Major Seminary“ in Banani, Dhaka; Diplom in Psychospiritualität vom „St. Anselm Institute“ in Kent ; Pfarrer von der Gemeinde „Virgo Potens“ in Borni und der „Good Sheperd Cathedral in Rajshahi . Generalvikar und Diözesankonsultor der Diözese Rajshahi ; seit 2021 Rektor des „Holy Spirit Major Seminary“ in Banani .<br /> <br /><br/><strong>Link correlati</strong> :<a href="https://www.fides.org/it/attachments/view/file/dati_statistici_-_Bangladesh.pdf">Statistiken</a>Wed, 25 Mar 2026 13:09:36 +0100AFRIKA/KENIA - Bischof von Wote zurückgetretenhttps://www.fides.org/de/news/77510-AFRIKA_KENIA_Bischof_von_Wote_zurueckgetretenhttps://www.fides.org/de/news/77510-AFRIKA_KENIA_Bischof_von_Wote_zurueckgetretenVatikanstadt – Papst Leo XIV. hat den von Bischof Paul Kariuki Njiru von Wote eingereichten Rücktritt angenommen.<br /> <br />Wed, 25 Mar 2026 12:54:31 +0100AFRIKA/NIGERIA - Katholische Kirche im Bundesstaat Taraba im Nordosten des Landes angegriffenhttps://www.fides.org/de/news/77509-AFRIKA_NIGERIA_Katholische_Kirche_im_Bundesstaat_Taraba_im_Nordosten_des_Landes_angegriffenhttps://www.fides.org/de/news/77509-AFRIKA_NIGERIA_Katholische_Kirche_im_Bundesstaat_Taraba_im_Nordosten_des_Landes_angegriffenAbuja – Die „St. James the Great Catholic Church“ in Adu im Bundesstaat Taraba im Nordosten Nigerias wurde angegriffen.<br />Am vergangenen 23. März richteten bewaffnete Fulani-Hirten bei einem Angriff auf die Kirche erheblichen Schaden an: Fenster wurden eingeschlagen, Gemeindegebäude verwüstet und die Pfarrwohnung beschädigt.<br />Der Angriff wurde als präzise und koordiniert beschrieben und entsprach einer Warnung der Sicherheitskräfte vom 19. März vor unmittelbar bevorstehenden koordinierten Angriffen in Taraba und im südlichen Kaduna.<br />Laut lokalen Presseberichten war die Warnung der nigerianischen Sicherheitskräfte sehr detailliert und deutete auf einen unmittelbar bevorstehenden koordinierten Terroranschlag auf die Zivilbevölkerung in den Städten Chenchenji und Yelwa entlang der Straße zwischen Wukari und Takum um Sonntag, den 22. März, hin. <br />Der nigerianische Geheimdienstbericht besagte, dass am 19. März eine Gruppe bewaffneter Fulani-Hirten beim Überqueren des Donga-Flusses in Richtung Gbundu und weiter südwestlich in Richtung Amadu und Chenchenji gesichtet wurde.<br />Dies ist ein weiteres Anzeichen für die zunehmende Infiltration der Region durch bewaffnete Banden, die die Wanderung großer Viehherden als Deckung nutzen – ein Phänomen, das bereits in den letzten Monaten beobachtet wurde. Die Banditen haben sich unterdessen in den Buschgebieten niedergelassen und sich in ländlichen Regionen niedergelassen.<br />Der Geheimdienstbericht führt aus, dass die von Drohnen durchgeführte Luftaufklärung die Anwesenheit von Hirten bestätigte, die mit schussbereiten automatischen Waffen unterwegs waren. Dies deutet laut Sicherheitskräften auf eine Eskalation der Bandenaktivitäten hin.<br />Der Angriff auf die Kirche wird als Vergeltungsmaßnahme für die Verluste angesehen, die den Banditen am 17. März zugefügt wurden. Dabei wehrten Selbstverteidigungsgruppen der lokalen Gemeinde Tor-Damisa einen Angriff bewaffneter Hirten mit ihren Herden ab, wodurch es zu erheblichen Viehverlusten kam. <br />Die Unsicherheit in der Region hat unterdessen etwa 90.000 Menschen zur Flucht gezwungen.<br /> <br />Wed, 25 Mar 2026 12:52:19 +0100Kardinal Vesco: „Der Besuch von Papst Leo XIV. in Algerien ist in gewisser Weise zu vergleichen mit ‚Maria Heimsuchung‘“https://www.fides.org/de/news/77508-Kardinal_Vesco_Der_Besuch_von_Papst_Leo_XIV_in_Algerien_ist_in_gewisser_Weise_zu_vergleichen_mit_Maria_Heimsuchunghttps://www.fides.org/de/news/77508-Kardinal_Vesco_Der_Besuch_von_Papst_Leo_XIV_in_Algerien_ist_in_gewisser_Weise_zu_vergleichen_mit_Maria_HeimsuchungVon Gianni Valente<br /><br />Algier – Der Bischof von Rom hat bei seinem Besuch in Algerien „nichts zu verkaufen oder zu verteidigen“. Er kommt als „Sohn des heiligen Augustinus“, um „einem muslimischen Volk zu begegnen, zu dem sich die Kirche auf geheimnisvolle Weise berufen fühlt“. Daher „ist sein Besuch in gewisser Weise zu vergleichen mit ‚Maria Heimsuchung‘ ‘“.<br />Um einen Vorgeschmack auf den bevorstehenden Besuch Leos XIV. in Algerien zu geben, zitiert der Erzbischof von Algier, Kardinal Jean-Paul Vesco , das Bild Marias, der Mutter Jesu, die nach der Verkündigung des Engels unverzüglich ihre Cousine Elisabeth besucht , um ihr in den letzten Monaten ihrer Schwangerschaft beizustehen. Keine „Strategie“, keine Berechnung. Nur die Erwartung der überraschenden Dinge, die sich aus einer solchen Begegnung ergeben könnten. Und dies in der österlichen Zeit, in der die Märtyrer Algeriens ein leuchtendes Zeugnis eines „entwaffneten und entwaffnenden Friedens“ in einer vom Krieg zerrissenen Welt ablegen. In einem Land, in dem die katholische Kirche – auch dank dieser Märtyrer – nicht länger als „Überbleibsel der Kolonialzeit“ wahrgenommen wird.<br /><br />Auch die katholische Kirche in Algerien steht kurz vor der Karwoche. Was bedeutet es, Ostern in Nordafrika zu feiern, während der Nahe Osten und die ganze Welt von Kriegen und vielfältigen Krisen erschüttert werden?<br /><br />JEAN-PAUL VESCO: Ostern zu feiern bedeutet, das Geheimnis von Tod und Auferstehung zu feiern. Wir wissen, dass das Kreuz existiert, jeder Mensch sein eigenes Kreuz erfährt. Niemand wird verschont, insbesondere – wie Sie betonen – in diesem Kontext vieler Kriege. Doch wir sind Zeugen der Tatsache, dass im Kreuz die Kraft der Auferstehung reift, und dieser Sieg des Lebens über den Tod ist eine Zeit, die wir erleben und mit anderen teilen können.<br /><br />Welches Licht werfen die Märtyrer Algeriens inmitten dieses Kriegs, der Gewalt und des Schmerzes, die den Nahen Osten erschüttern, auf die Gegenwart?<br /><br />VESCO: Das Licht der algerischen Märtyrer ist jener „unbewaffnete und entwaffnende Frieden“, von dem Papst Leo XIV. immer wieder spricht. In der schwierigen Lage, in der sich das Land damals befand, waren alle Opfer unbewaffnet: Ordensfrauen auf dem Weg zur Messe, Menschen in einer Kinderbibliothek in der Kasbah … Ich denke an einen wunderschönen Text von Pierre Claverie, der schreibt: „Gut gemacht, meine Herren, Sie haben unbewaffnete Menschen getötet.“ Ich denke auch an den Text von Pater Christian de Chergé, Prior des Klosters Tibhirine, in dem er sich an die Konfrontation mit den bewaffneten Männern erinnert, die ihn bedroht hatten: „Danach sagte ich mir: Diese Leute, dieser Mann, mit dem ich ein so angespanntes Gespräch geführt hatte – welches Gebet kann ich für ihn sprechen? Ich kann den lieben Gott nicht bitten: ‚Töte ihn.‘ Aber ich kann bitten: ‚Entwaffne ihn.‘“ Da sagte ich mir: Ich habe das Recht zu fordern: Entwaffnet ihn!, wenn ich nicht zuerst bitte: Entwaffnet mich und uns als Gemeinschaft?“. Diese Worte benutzt auch der Papst heute, der jene verurteilte, die Kriege segnen. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin beklagte seinerseits, dass das „Recht des Stärkeren“ die „Macht des Gesetzes“ ersetzt habe. Angesichts zunehmender Gewalt ist die Versuchung groß, sich zu bewaffnen; die prophetische Rolle der Seligen besteht in diesem Zusammenhang darin, zu zeigen, dass ein unbewaffnetes Herz mehr denn je nötig ist. Die Kraft des unbewaffneten Friedens. Märtyrer und Menschen mit Behinderungen verkörpern diese Kraft des entwaffneten Friedens.<br /><br />Glauben Sie, angesichts des Nahen Ostens in Flammen, dass alle Christen im Nahen Osten und Nordafrika Gefahr laufen, den Preis für den Krieg im Iran zu zahlen?<br /><br />VESCO: Ich spreche aus der Perspektive der algerischen Realität. Heute ist die Kirche in den Augen der algerischen Behörden und der Bevölkerung weder Europa noch Frankreich noch ein Überbleibsel der Kolonialzeit. Die Kirche und Christen im allgemeinen werden nicht mehr wie einst mit dem Westen in Verbindung gebracht, und in diesem Sinne werden die Christen meiner Meinung nach nicht unter den Folgen eines Krieges zwischen Iran und Israel leiden. Tatsächlich umfasst die algerische Kirche einen bedeutenden Anteil an Studierenden aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara und, in manchen Gegenden, Migranten; es gibt aber auch Algerier, die Christen sind. Es gibt etwa sechzig Priester und über hundert Ordensleute, und die, die heute der Kirche beitreten, stammen überwiegend aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara oder dem globalen Süden. Es gibt nur sehr wenige Europäer. In dreißig Jahren ist die Kirche in Algerien afrikanischer geworden – in dem Sinne, dass Algerien ein Land auf dem afrikanischen Kontinent ist –, aber auch katholischer, im Sinne einer Realität, die von einer Vielzahl von Nationalitäten geprägt ist. Was die Folgen der Kriege im Nahen Osten betrifft, gibt es keinen Unterschied zwischen christlichen und nichtchristlichen Algeriern. Betrachtet man den Nahen Osten insgesamt, so sind Christen ganz offensichtlich Opfer, genau wie alle anderen.<br /><br />Heute haben sich Interessen im Zusammenhang mit Erdöl mit Blutvergießen vermischt. Welche Rolle spielen die in bestimmten Kriegsrechtfertigungen wahrgenommene millenaristischen messianischen Propheizeiungen?<br /><br />VESCO: Die Erklärung des Krieges im Iran oder der Destabilisierung des Nahen Ostens allein aus Interesse an Ölvorkommen erscheint mir unzureichend. Wenn es so etwas wie Messianismus gibt, dann vor allem in dem Sinne, dass sich ein Mann für den Messias oder den „König der Welt“ hält und alles auf den Kopf stellt. Aber das ist nur meine Meinung, und ich habe mich noch nicht tief genug mit dem Thema auseinandergesetzt, um die Analyse weiter zu vertiefen. Was ich vor allem sehe, ist die explosionsartige Zunahme von Individualismus, Nationalismus und der „Ich zuerst“-Ideologie.<br /><br />Die Bischöfe Roms haben niemals Kriege gesegnet, die in den Nahen Osten hineingetragen wurden. Was waren die Schlüsselmomente dieses Lehramtes in der jüngeren Geschichte, und wie wird dies von der muslimischen Bevölkerung wahrgenommen?<br /><br />VESCO: Ich kann sagen, dass Papst Franziskus von der arabischen Bevölkerung gerade deshalb so geliebt wurde, weil er als Papst des „globalen Südens“ auftrat, der die dringenden Bedürfnisse der verschiedenen Regionen des Südens verstand. In der muslimischen Welt wurde er sofort geliebt, weil er jenseits lehramtlicher und formaler Streitigkeiten die Herzen der Menschen erreichte. Die Muslime fühlten sich von ihm geliebt. Vielleicht wurden sein Pontifikat und seine Vision gerade in diesen Regionen am besten verstanden. Heute wird der Papst nicht mehr als Oberhaupt des westlichen Christentums gesehen, obwohl die Päpste – mit Ausnahme von Papst Franziskus – nach wie vor alle westlicher Herkunft sind. Papst Leo XIV. bietet ein interessantes Profil: Er verbrachte fast ein Drittel seines Lebens in den Vereinigten Staaten, ein weiteres in Peru und ein Drittel in Rom. Seine Weltanschauung beginnt an der Basis und der Unantastbarkeit des Nächsten.<br /><br />Was genau erwarten Sie und was erhoffen Sie sich vom Besuch von Papst Leo XIV. in Algerien?<br /><br />VESCO: Eine Begegnung mit dem algerischen Volk. Eine echte Begegnung, ein authentischer Moment, aus dem jeder ein Stück weit verändert hervorgehen kann. Der Papst hat nichts zu verkaufen oder zu verteidigen, und ich glaube, es ist gerade diese Selbstlosigkeit, die Herzen öffnen kann. Er kommt als „Sohn des heiligen Augustinus“, wie er selbst sagt, um dem algerischen Volk als Ganzem zu begegnen, einem muslimischen Volk, zu dem sich die Kirche auf geheimnisvolle Weise berufen fühlt. Er kommt, um einem Volk und einer Kirche zu begegnen. Ich sage gern, dass sein Besuch in gewisser Weise zu vergleichen ist mit „Maria Heimsuchung“.<br />Wed, 25 Mar 2026 12:26:46 +0100AFRIKA/D.R. KONGO - Trotz US-Sanktionen: Offensive in der Provinz Süd-Kivu wird fortgesetzthttps://www.fides.org/de/news/77504-AFRIKA_D_R_KONGO_Trotz_US_Sanktionen_Offensive_in_der_Provinz_Sued_Kivu_wird_fortgesetzthttps://www.fides.org/de/news/77504-AFRIKA_D_R_KONGO_Trotz_US_Sanktionen_Offensive_in_der_Provinz_Sued_Kivu_wird_fortgesetztKinshasa – Es werden neue Angriffe der Rebellen der Bewegung M23 und ihrer ruandischen Verbündeten auf Uvira befürchtet. Dies geht aus einer Mitteilung der lokalen Menschenrechtsorganisation ACMEJ aus Katogota inder Provinz Südkivu, im Osten der Demokratischen Republik Kongo, hervor, die Fides vorliegt. Uvira ist seit Langem umkämpft zwischen der von ruandischen Truppen unterstützten Rebellenorganisation M23/AFC und der regulären kongolesischen Armee , die von lokalen Wazalendo-Milizen unterstützt wird. Nach Druck der USA schien die M23 die Stadt zunächst aufgegeben zu haben . Die Rebellen blieben jedoch in der Nähe, wie nun aus der Erklärung der ACMEJ hervorgeht. Darin heißt es, dass in der Nacht des 17. März in Uvira, insbesondere in den Hügeln von Kalundu, Schüsse zu hören waren, die Panik unter der Bevölkerung auslösten.<br />In der vergangenen Woche wurden auch Bewegungen ruandischer Truppen und der M23/AFC in der Ebene von Ruzizi gemeldet. Es kam zu Zusammenstößen zwischen Soldaten der FARDC und ihren Wazalendo-Verbündeten sowie der M23/AFC und ruandischen Truppen.<br />Laut mehreren zuverlässigen Quellen begannen die Kämpfe am Morgen des 17. März gegen 6:00 Uhr in Runingu, Biriba, Kabunambo und Umgebung. Dabei wurden Granaten aus Stellungen der M23 und ihrer ruandischen Verbündeten abgefeuert. „Die Granaten zerstörten Berichten zufolge eine katholische Kirche in Runingu; weitere fielen in den Hof einer Dorfschule“, heißt es in der Erklärung. Es gab zivile Opfer, und die Bevölkerung musste in Richtung Burundi oder nach Uvira fliehen.<br />ACMEJ berichtet von Aussagen von Bewohnern mehrerer kongolesischer Dörfer an der Grenze zur Gemeinde Bugarama in Ruanda. Demnach wurden ruandische Militärlastwagen mit Truppen an Bord gesehen, die in verschiedene Gebiete der Ruzizi-Ebene und des umliegenden Hochlands unterwegs waren. Die ruandischen Soldaten wollen demnach auch Uvira, eine strategisch wichtige Stadt an der Grenze zu Burundi und Tansania, zurückerobern. Tatsächlich wurden seit dem 20. März in einigen Ortschaften der Ruzizi-Ebene neue Zusammenstöße zwischen den FARDC und ruandischen Streitkräften sowie ihren M23-Verbündeten gemeldet.<br />Unterdessen ist die Bevölkerung von Uvira auf sich allein gestellt. Ohne Sicherheitsbeamte sind die Einwohner „gezielten Attentaten, Tötungen, Folter und anderen unmenschlichen und erniedrigenden Misshandlungen durch unbekannte Bewaffnete ausgesetzt“.<br />Die jüngsten Sanktionen der US-Regierung gegen Mitglieder des ruandischen Regimes haben Kigali also nicht davon abgehalten, seine Militäraktionen in den kongolesischen Provinzen Süd- und Nordkivu fortzusetzen. „Die Bewohner Südkivus hatten gehofft, dass die Maßnahmen des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gegen hochrangige ruandische Militäroffiziere schnell Frieden und Sicherheit wiederherstellen würde, doch leider ist vor Ort keine Veränderung zu verzeichnen“, heißt es dazu abschließend in der Erklärung.<br /> Tue, 24 Mar 2026 13:11:15 +0100AFRIKA/SUDAN - Sudanesische Regierung: “Die Eroberung der Grenzstadt Kurmuk wurde von Äthiopien ermöglicht”https://www.fides.org/de/news/77506-AFRIKA_SUDAN_Sudanesische_Regierung_Die_Eroberung_der_Grenzstadt_Kurmuk_wurde_von_Aethiopien_ermoeglichthttps://www.fides.org/de/news/77506-AFRIKA_SUDAN_Sudanesische_Regierung_Die_Eroberung_der_Grenzstadt_Kurmuk_wurde_von_Aethiopien_ermoeglichtKhartum – Zwischen der sudanesischen und der äthiopischen Regierung ist eine diplomatische Krise ausgebrochen. Die Regierung in Khartum wirft Äthiopien vor, die Eroberung der Grenzstadt Kurmuk durch Milizionäre der „Rapid Support Forces“ und deren Verbündete der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung-Nord ermöglicht zu haben. <br />Laut sudanesischen Regierungsquellen habe Äthiopien den RSF-Einheiten den Durchmarsch durch sein Territorium gestattet, wodurch diese die in der Stadt stationierten Regierungssoldaten der Sudanesischen Streitkräfte aus dem Hinterhalt angreifen konnten. <br />Bereits Anfang Februar hatten sudanesische Regierungsvertreter ähnliche Vorwürfe erhoben. Damals behaupteten sie, RSF- und SPLM-N-Milizionäre seien bei einem Angriff auf Deim Mansour im Bezirk Kurmuk über äthiopisches Territorium in den Staat Blue Nile eingedrungen.<br />Laut einer Recherche von Reuters soll die RSF auch ein Ausbildungscamp für ihre Kämpfer auf äthiopischem Boden errichtet haben. Zudem sollen Waffen, Munition und andere Güter für die RSF durch Äthiopien transportiert werden.<br />Die Eröffnung neuer Nachschubwege für die RSF ist Teil der Strategie der Vereinigten Arabischen Emirate, die von Staaten, die die sudanesische Regierung unterstützen – allen voran Ägypten –, verhängten Beschränkungen zu umgehen. Trotz der Schwierigkeiten, die der Krieg im Iran mit sich bringt, unterstützen die Emirate weiterhin die von Mohammed Hamdan Dagalo, bekannt als „Hemedti“, geführte bewaffnete Gruppe. Neben Äthiopien und dem Südsudan werden die RSF auch über die Zentralafrikanische Republik und den Tschad mit Nachschub versorgt.<br /> <br />Tue, 24 Mar 2026 12:52:41 +0100