Teneriffa (Fides) – Das Aufnahmezentrum „Las Raíces“ auf Teneriffa bereitet sich auf den Besuch von Papst Leo XIV. am 12. Juni vor, der dort im Rahmen seiner Apostolischen Reise Migranten begegnen wir.
Der Aufenthalt auf den Kanarischen Inseln rückt die Realität der Migration und das Engagement der Kirche und sozialer Organisationen für die Aufnahme von Migranten in den Mittelpunkt.
Der Besuch in „Las Raíces“ findet einen Tag nach dem Aufenthalt auf Gran Canaria statt, wo am 11. Juni ein Treffen im Hafen von Arguineguín, einem der wichtigsten Ankunftspunkte der Atlantikroute, geplant ist (vgl. Fides 7/6/2026). Beide Orte sind zu Symbolen der Migrationskrise auf den Kanarischen Inseln und der institutionellen und humanitären Maßßnahmen im Hinblick auf die Migrationsströme aus Westafrika geworden.
Das von der Organisation „Accem“ betriebene Zentrum ist eine der wichtigsten Notunterkünfte für Migranten, die in Fischerbooten (den sogenannten „Cayucos“) auf den Inseln ankommen. Entstanden als Reaktion auf die Migrationsströme im Atlantik, dient es als Erstaufnahmeeinrichtung des staatlichen Aufnahmesystems. In Spitzenzeiten beherbergte es über 2.500 Menschen unter extrem beengten Verhältnissen. Derzeit leben dort etwa 500 Menschen.
Der Papstbesuch beinhaltet die Begegnung mit einer Gruppe von Migranten in ungezwungener Atmosphäre, bei dem einige Migranten die Möglichkeit haben werden, sich kurz auf Spanisch mit dem Papst auszutauschen. Die Flüchtlinge, insbesondere die Katholiken unter ihnen, erwarten den Besuch mit großer Vorfreude. Laut Angaben des Zentrums sind die im Rahmen der Integrationsprogramme angebotenen Spanischkurse in den letzten Tagen besonderes Interesse gestoßen, da sich einige Gäste darauf vorbereiten, den Papst auf Spanisch zu begrüßen oder ihm kurz von ihren Erfahrungen zu berichten.
Ein weiterer bedeutender Moment ist die Begegnung mit Integrationsdiensten auf der „Plaza del Cristo de La Laguna“. Dort wird der Papst den Berichten von Migranten, Freiwilligen und Seelsorgern von Cáritas Tenerife zuhören, die über Erfahrungen mit Aufnahme und Integration berichten, um die menschliche Dimension der Migration im Geiste der Hoffnung sichtbar zu machen.
Der Besuch von Papst Leo XIV. auf den Kanarischen Inseln gilt als einer der bedeutendsten Momente seiner Reise. Der Heilige Stuhl hob die symbolische Bedeutung dieser Etappe als Botschaft an Europa hervor, sich Migranten gegenüber offener zu zeigen und legale und sichere Migrationswege zu fördern. In diesem Sinne bezeichnete Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin den Aufenthalt auf den Kanarischen Inseln in einem Interview vor der Abreise als Schlüsselmoment, um die christliche Antwort auf Migration zu bekräftigen, die auf Aufnahme und Integration sowie auf der Unterstützung von Regularisierungsinitiativen beruht.
Die Anwesenheit von König Felipe VI. bei der Abschiedszeremonie am internationalen Flughafen „Tenerife Norte-Los Rodeos“ und die Teilnahme von Ministerpräsident Pedro Sánchez an dem für den 11. Juni geplanten Treffen mit Migranten, Arbeitern und Freiwilligen im Hafen von Arguineguín unterstreichen die institutionelle Bedeutung des Besuchs, der den Archipel in den Mittelpunkt der europäischen Migrationsdebatte rückt.
Der Papstbesuch endet mit der Feier der Heiligen Messe im Hafen von Santa Cruz de Tenerife vor der Rückkehr von Papst Leo XIV. nach Rom.
(LGR) (Fides 10/06/2026)