Papst Leo XIV. zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA: “Die Kirche hat zur Entwicklung des Landes beigetragen”

Samstag, 4 Juli 2026 papst leo xiv.   menschenwürde   religionsfreiheit   migranten  

VaticanMedia

Vatikanstadt (Fides) – Anlässlich des 250. Jahrestages der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten vom 4. Juli 1776 würdigte der in Chicago geborene Papst Leo XIV. diesen „entscheidenden Moment“, der „den Idealen der Freiheit, der Gleichheit, des Strebens nach Glück, der Gerechtigkeit und der demokratischer Selbstverwaltung eine bleibende Stimme verlieh“. In einem an diesem Samstag (4. Juli) von den vatikanischen Medien veröffentlichten Brief erinnert er an einige der Prinzipien, die das Wachstum der Nation, der er selbst angehört, „geleitet“ haben, und hebt den Beitrag der katholischen Kirche zur Entwicklung des Landes hervor.
In dem Schreiben vom 25. Juni 2026 stellt der Papst als eines der „wichtigsten Prinzipien“, die von Beginn an in den USA verkündet wurden, die Religionsfreiheit heraus: „das Recht jedes Menschen, seinem Gewissen entsprechend zu beten und seinen Glauben offen, ohne Zwang oder Angst, auszuüben“. Diese Freiheit, so betont der erste amerikanische Bischof von Rom, „hat es der katholischen Kirche ermöglicht, in den Vereinigten Staaten zum Wohle ihrer Mitglieder und der amerikanischen Nation zu wachsen und zu gedeihen“.
So habe die Kirche zur nationalen Entwicklung beigetragen insbesondere „in den Bereichen Bildung, Armenfürsorge, Gesundheitsfürsorge und sozialen Diensten“. In diesem Zusammenhang zitiert er die Enzyklika „Sapientiae christianae“, in der Papst Leo XIII. 1890 schrieb, dass es „keine besseren Bürger gibt […] als den Christen, der sich seiner Pflicht bewusst ist.“
Der christliche Glaube, so erklärt der jetzige Nachfolger Petri, „steht keineswegs im Widerspruch zu staatsbürgerlichen Pflichten, sondern verleiht dem Streben nach Gerechtigkeit, Frieden und Gemeinwohl neuen Schwung und trägt zur Vollendung jeder natürlichen Gabe bei, die der Schöpfer geschenkt hat.“ Schon der heilige Paulus, habe in seinem ersten Brief an Timotheus die frühen Christen ermutigt, „für die Regierenden zu beten, damit sie ein friedliches Leben im Einklang mit Gottes Willen führen könnten“. Und in diesem Sinne „sind Katholiken berufen, ihrer Pflicht gegenüber Gott und dem Vaterland treu nachzukommen und der Nation weiterhin „als Sauerteig für das Wachstum einer Zivilisation der Liebe“ zu dienen.
Zu den Prinzipien, die das Wachstum der Vereinigten Staaten von Amerika geprägt haben, zählt der Papst auch an die „von Gott gegebene Würde jedes menschlichen Lebens“. Ein umfassendes Verständnis dieser Würde führe dazu, „die Bedeutung des Schutzes menschlichen Lebens von seinem Beginn bei der Empfängnis bis zum natürlichen Tod anzuerkennen und eine Gesellschaft aufzubauen, in der die Schwachen, die Leidenden und die Vergessenen stets mit Mitgefühl, Solidarität und Liebe willkommen geheißen werden“. Papst Leo, der an diesem Sammstag die Insel Lampedusa besuchte – ein Ort, der symbolisch für die Tragödien und Hoffnungen der Migration steht –, fügte hinzu, dass dieses Anliegen auch die Aufnahme, den Schutz und die Unterstützung von Einwanderern umfasse, deren Hoffnungen, Opfer und Beiträge von Anfang an Teil der Geschichte dieses Landes waren. In jeder Generation, so Leo XIV. weiter, „haben diejenigen, die auf der Suche nach Freiheit, Chancen und einem Ort der Zugehörigkeit hierhergekommen sind, den Charakter der Nation mitgeprägt“. Sie willkommen zu heißen, „ist nicht nur ein Akt der Nächstenliebe, sondern auch ein Zeichen der Anerkennung der Würde jedes Menschen.“
Der Brief schließt mit der Hoffnung, dass der „Geist von 1776“ weiterhin „Hoffnung und Einheit“ wecken möge, „während die Vereinigten Staaten von Amerika in die Zukunft schreiten“. Er vertraue seine Gebete für die Stärkung der Prinzipien, von denen sich die Gründerväter leiten ließen der Unbefleckten Empfängnis an, der Patronin dieses Landes.
(GV) (Fides 4/7/2026)


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