Diocesi Nivariense
Von Laura Gómez Ruiz
La Restinga (Fides) – Auf der Insel El Hierro, einem der wichtigsten Ankunftspunkte der atlantischen Migrationsroute zu den Kanarischen Inseln, fand kürzlich eine Gedenkfeier für die auf See ertrunkenen Migranten und diejenigen statt, die nach der Überfahrt die Küste erreichten.
Das Gedenken fand im Hafen der Stadt La Restinga an der Südspitze der Insel statt, die zum Bistum Nivariense (die die Inseln Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro umfasst) gehört.
Über die sogenannte Kanarische Route, die hauptsächlich an der Westküste Afrikas beginnt, kommen zahlreiche in Seenot geratene Boote auf dem Atlantik auf dem Archipel an, insbesondere auf El Hierro.
Laut Angaben der Regierung der Kanarischen Inseln nahm die Insel mit ihren nur 11.700 Einwohnern im vergangenen Jahr fast die Hälfte aller irregulären Boote auf, die im Archipel ankamen. Allein im Jahr 2024 landeten 23.994 Migranten an den Küsten der Kanarischen Inseln, mehr als die Hälfte der 46.843, die im selben Jahr auf den Inseln ankamen.
Unter dem Motto „El Hierro hebt den Blick“ verstand die katholische Gemeinde vor Ort diese Initiative als Vorbereitung auf den bevorstehenden Papstbesuch. Der Gottesdienst wurde in der Pfarrei „Nuestra Señora de los Reyes“ gefeiert. Bischof Eloy Alberto Santiago von San Cristóbal de La Laguna (Teneriffa) stand der heiligen Messe vor und konzelebriert mit dem emeritierten Erzbischof von Caracas, Kardinal Baltazar Porras, und den Priestern der Insel. Ebenfalls anwesend war Darwin Rivas, Pfarrer von La Restinga und Delegierter der Cáritas in El Hierro. Er gehört zu den Iniatiatoren der Migrantenaufnahme in der Region und wird bei dem Treffen mit dem Heiligen Vater am 12. Juni auf der Plaza del Cristo de La Laguna über die pastorale Begleitung der Migration im Archipel berichten.
Die Feier war geprägt von seelsorgerlicher Fürsorge mit Blick auf Migrationssituation im Archipel. Bischof Eloy Alberto Santiago betonte mehrfach, wie wichtig es sei, das Leid derer, die die Überfahrt zu den Kanarischen Inseln wagen, nicht zu verschweigen, und forderte angesichts dieser, wie er es nannte, „humanitären Tragödie, in der viele Menschen ihr Leben verlieren“, ein stärkeres institutionelles Bewusstsein. Nach der Eucharistiefeier zogen die Teilnehmer in einer Prozession mit Fackeln in stiller Andacht zum Hafen von La Restinga. Dort sprach der Bischof ein Gebet für die Insel und die Migranten, die ihre Küsten erreicht hatten, und schloss mit einer symbolischen Gedenkgeste, indem er Blumen ins Meer warf, um derer zu gedenken, die bei der Überfahrt ihr Leben verloren haben.
(Fides 09/06/2026)