ASIEN/PAKISTAN - Entführer von Arzoo Raja wegen Vergewaltigung angeklagt: Anwalt will weitere Anklagepunkte vorlegen

Freitag, 11 Dezember 2020 religiöse minderheiten   frauen   diskriminierung   ehe     kinder   religionsfreiheit   konversion   gewalt   verfolgung   menschenrechte  

Karatschi (Fides) - Der Rechtsstreit im Fall von Arzoo Raja, dem entführten katholischen Mädchen, das im vergangenen Oktober gewaltsam zum Islam konvertiert und zu einer islamischen Hochzeit gezwungen wurde, geht weiter. Das Mädchen wurde inzwischen von der Polizei befreit wurde und jetzt in einem Familienhaus des Sozialamtes untergebracht. Ein erstinstanzliches Gericht in Karatschi hat die Vorwürfe des muslimischen Entführers von Arzoo Raja, Azhar Ali, formalisiert und ihn wegen Verstoßes gegen das Gesetz gegen die Eheschließung von Minderjährigen, das Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren vorsieht angeklagt. Ein weiteres Verbrechen, das ihm nun zugeschrieben wird, ist die Vergewaltigung, für die eine Freiheitsstrafe von mindestens 10 Jahren und in einigen Fällen sogar die Todesstrafe vogesehen ist. Dies bestätigt der Anwalt der Familie Arzoo, Mohammad Jibran Nasir, zu den am 9. Dezember erlassenen Gerichtsbeschlüssen.
Der Anwalt Mohammad Jibran Nasir bemerkt: "Nach der Anhörung am 9. Dezember fügte der Richter einige Mitangeklagte wie den Bruder und einen Freund von Azhar Ali, den islamischen Geistlichen, der die Ehe zelebrierte, zum Prozess hinzu. Anklagen wurden auch gegen die beiden Trauzeugen und den Anwalt und seine Assistenten erhoben, die Azhar Ali bei der Erstellung falscher Dokumente geholfen hatten".
"Wir wissen zu schätzen, dass der Richter die Angelegenheit sehr sorgfältig geprüft hat", sagt Anwalt Nasir. Die Familie wird dem Richter jedoch eine Petition mit weiteren Anklagen gegen Azhar Ali vorlegen, darunter Entführung einer Person unter 14 Jahren, Grausamkeit gegenüber Minderjährigen; sexueller Missbrauch von Minderjährigen unter 18 Jahren und Urkundenfälschung.
Die Anwälte, Arzoos Familie und die gesamte christliche Gemeinde hoffen auf Urteil, dass diese Fälle von Entführung und erzwungener Bekehrung, die in der pakistanischen Gesellschaft weit verbreitet sind, auch weil sie im Allgemeinen nicht bestraft werden, beendet. Wenn Opfer vor Gericht Schutz fänden, könne man dazu beitragen, das Phänomen auszurotten.
(AG-PA) (Fides 11/12/2020)


Teilen:
religiöse minderheiten


frauen


diskriminierung


ehe


spose bambine

kinder


religionsfreiheit


konversion


gewalt


verfolgung


menschenrechte