Caracas (Fides) – Wenn die ersten Bilder der Zerstörung aus den Medien verschwinden, beginnt für die von einem Erdbeben betroffenen Gemeinschaften eine lange und stille Phase: das Leben in Notunterkünften, die Bewältigung des Verlusts geliebter Menschen, die Betreuung der Verletzten und die Suche nach neuer Hoffnung.
In Kolumbien begleitet das Netzwerk der kirchlichen Gemeinschaft weiterhin die Gemeinden, die von dem Erdbeben betroffen sind, das am 10. August das Departement Chocó erschütterte. In Venezuela, mehr als zwei Monate nach den Erdbeben vom 24. Juni, steht die Kirche weiterhin all jenen zur Seite, die noch immer unter den Folgen leiden.
Diesem Einsatz schlossen sich ddas Werk Serve del Focolare della Madre an, vier spanische Ordensfrauen, die sich nach der Kontaktaufnahme mit dem Apostolischen Nuntius Alberto Ortega Martín und dem Erzbischof von Caracas, Raúl Biord Castillo, in diesem Sommer nach Venezuela begaben, um den betroffenen Menschen geistliche Beistand zu leisten.
Die von Schwester Paqui Morales geleitete Mission führte sie in Krankenhäuser, Notunterkünfte und Gemeinschaften in La Guaira. Als sie Betroffenen begegnete, stellte die Ordensfrau fest: „Es gibt ein großes Bedürfnis nach Gott. In den Krankenhäusern konnten sie „dabei helfen, den Kranken die Kommunion zu reichen, mit ihnen zu beten und sie zu trösten, um ihnen Frieden und Hoffnung zu vermitteln“, berichtet Schwester Paqui.
In La Guaira, einem der am stärksten vom Erdbeben betroffenen Gebiete, organisierten die Ordensfrauen eine eucharistische Mission. Sie besuchten die Notunterkünfte und luden die Menschen zur Feier der Heiligen Messe und zu einer Heiligen Stunde ein. Eine dieser Feiern wurde zwischen den Trümmern der Stadt abgehalten und bot den Menschen, die ihr Zuhause verloren haben und weiterhin in Notunterkünften leben, die Möglichkeit, vor dem in der Eucharistie gegenwärtigen Jesus innezuhalten.
Da der Notstand noch andauert, gibt es nach wie vor zahlreiche Bedürfnisse. Die Ordensschwestern heben jedoch das Engagement der Ortskirche hervor. „Wir sind stolz auf den Klerus und die Ordensleute Venezuelas, die sich ohne Vorbehalte für alle einsetzen“, sagt Schwester Paqui. In den Pfarreien wurden Lebensmittel, Kleidung, Hygieneartikel und Medikamente gesammelt und verteilt, während Priester und Ordensleute den Kranken die Sakramente spenden und den Leidenden zuhören und sie trösten. Für die Verteilung dieser materiellen Spenden in den Notunterkünften sind dann die zivilen Behörden verantwortlich.
In Kolumbien wird die Hilfe weiterhin über die Caritas, die Diözesen und die Pfarreien koordiniert, wobei den ländlichen und schwer erreichbaren Gebieten besondere Aufmerksamkeit gilt. Ende August gab die Bischofskonferenz bekannt, dass auch die nationale Kollekte „Dona Nobis 2026“ im Rahmen der Initiative „Con Colombia, hasta el último rincón“ (Mit Kolumbien, bis in den letzten Winkel) Mittel für die vom Erdbeben betroffenen Diözesen bereitstellen wird.
(LGR) (Agenzia Fides, 8/9/2026)