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Rom (Fides) – In diesem Jahr werden 147 Bischöfe aus allen fünf Kontinenten teilnehmen. Es handelt sich um neu ernannte Bischöfe, die vom heutigen Mittwoch, dem 2. September, bis Donnerstag, dem 10. September, an den vom Dikasterium für Evangelisierung und dem Dikasterium für Bischöfe in Rom organisierten Fortbildungskursen teilnehmen werden. 49 von ihnen sind für den vom Dikasterium für Evangelisierung (Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen) organisierten Kurs eingeschrieben. Die übrigen werden an einem ähnlichen Fortbildungsprogramm des Dikasteriums für die Bischöfe teilnehmen.
Die Bischöfe, die am Kurs des Dikasteriums für Evangelisierung teilnehmen, kommen aus Algerien, Bangladesch, Kamerun, Kolumbien, Kongo, Elfenbeinküste, Äthiopien, den Philippinen, Ghana, Honduras, Indien, Indonesien, Kenia, Madagaskar, Mali, Myanmar, Namibia, Papua-Neuguinea, Peru, der Zentralafrikanischen Republik, Senegal, den Seychellen, den Salomonen, Sri Lanka, Südafrika, Vietnam, Simbabwe, Kirgisistan und Thailand.
In diesem Jahr finden die gemeinsamen Arbeitssitzungen am Montag, dem 7. September, und Dienstag, dem 8. September, gemäß der 2024 eingeführten neuen Kursstruktur an der Päpstlichen Universität Urbaniana statt. Teilnehmen werden Bischöfe, die am Kurs des Dikasteriums für die Evangelisierung (Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen) teilnehmen, sowie Bischöfe, die den entsprechenden Ausbildungskurs des Dikasteriums für Bischöfe besuchen.
Das 2024 eingeführte Format zielt darauf ab, die Gemeinschaft der neu ernannten Bischöfen aus Teilkirchen weltweit zu fördern und ihnen Raum für Begegnung, Austausch und Gemeinschaft zu bieten, mit Blick auf die unterschiedlichen kirchlichen, kulturellen und sozialen Kontexte, in denen sie ihren Dienst ausüben.
Missionarische Arbeitsmodule
Der Fortbildungskurs für die 49 Bischöfe der dem Dikasterium für Evangelisierung unterstellten Kirchsprengel findet im Päpstlichen Missionskolleg „San Pietro Apostolo“ statt und steht unter dem Motto „Diener der Gemeinschaft in der Kirche“. Die Veranstaltung beginnt am Mittwochabend, dem 2. September, mit einer Begrüßung und Vorstellung der Teilnehmer.
Der erste Kurstag, Donnerstag, der 3. September, ist dem Kennenlerne des Dikasteriums für Evangelisierung und seines Dienstes an den Teilkirchen in den Missionsgebieten gewidmet. Die Heilige Messe mit Laudes wird von Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung, zelebriert. Anschließend stellt Kardinal Tagle das Dikasterium für Evangelisierung, die Sektion für Erstevangelisierung und Neue Teilkirchen, vor.
Erzbischof Fortunatus Nwachukwu, Sekretär des Dikasteriums für die Evangelisierung, hält einen Vortrag mit dem Titel: „Diener der Gemeinschaft in der Kirche: Stammesdenken, Kastenwesen, Rassismus und exklusiver Regionalismus in der heutigen Kirche“.
Am Nachmittag spricht Pater Joseph Koonamparampil (C.M.F.), Mitarbeiter und Konsultor des Dikasteriums, über „Die besonderen Befugnisse und die Praxis des Dikasteriums für die Evangelisierung: Priesterdisziplin, geweihtes Leben und Vermögensverwaltung“. Monsignore Erwin Balagapo, Untersekretär des Dikasteriums für die Evangelisierung, befasst sich mit dem Thema der Gläubigenvereinigungen. Pater Anton Paul Padinjarathala (S.D.B.), ein Mitarbeiter des Dikasteriums für die Evangelisierung, geht auf praktische Fragen des geweihten Lebens in der missionarischen Kirche ein.
Der Freitag, der 4. September, steht unter dem Motto „Glaube und Inkulturation“ und beginnt mit einer Heiligen Messe unter dem Vorsitz von Kardinal Pietro Parolin, Staatssekretär des Heiligen Stuhls. Kardinal George Jacob Koovakad, Präfekt des Dikasteriums für den Interreligiösen Dialog, spricht zum Thema „Interreligiöser Dialog im aktuellen Kontext“. Erzbischof Aurelio García Macías, Untersekretär des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, hält einen Vortrag über „Kontinuität und Neues in der Liturgie im Kontext der Erstevangelisierung“. Kardinal Kurt Koch, Präfekt des Dikasteriums für die Förderung der Einheit der Christen, beschließt den Tag mit einem Vortrag über „Das Phänomen der Sekten und neuen religiösen Bewegungen: Eine pastorale Herausforderung“.
Der Samstag, der 5. September, steht ganz im Zeichen der juristischen Kompetenz in der bischöflichen Verwaltung. Kardinal Claudio Gugerotti, Präfekt des Dikasteriums für die Orientalischen Kirchen, zelebriert die Heilige Messe. Erzbischof Anthony Randazzo, Präfekt des Dikasteriums für Gesetzestexte, spricht über diözesane Strukturen der Gemeinschaft und Zusammenarbeit sowie über Tribunale, insbesondere im Hinblick auf die Dokumente „Mitis Iudex Dominus Iesus“ und „Vos Estis Lux Mundi“. Erzbischof John Joseph Kennedy, Sekretär der Disziplinarsektion des Dikasteriums für die Glaubenslehre, erörtert den Umgang mit so genannten „delicta gravoria“. Am Nachmittag halten Erzbischof Dario Gervasi, Sekretär des Dikasteriums für Laien, Familie und Leben, und Gabriella Gambino, Untersekretärin desselben Dikasteriums, einen Vortrag zum Thema „Laien, Familie und Leben: Begleitung und Ausbildung in der Seelsorge für das Volk Gottes“.
Gemeinsame Lerneinheiten
Am Montag, dem 7. September, und Dienstag, dem 8. September, finden an der Päpstlichen Universität Urbaniana gemeinsame Sitzungen statt, die die 98 teilnehmenden Bischöfe der beiden Kurse zusammenbringen. Die Heilige Messe am Montag wird von Kardinal Ángel Fernández Artime (SDB), Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens, zelebriert. Kardinal Michael Czerny (SJ), emeritierter Präfekt des Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, wird die Enzyklika „Magnifica Humanitas“ von Papst Leo XIV. vorstellen. Am Nachmittag sprechen Kardinal Mario Grech, Generalsekretär der Bischofssynode, und Kardinal Roberto Repole, Erzbischof von Turin, zum Thema: „Für eine synodale Ekklesiologie: Gemeinschaft, Teilhabe, Sendung“.
Am Dienstag, dem 8. September, dem Fest Mariä Geburt, wird die Heilige Messe in der Päpstlichen Basilika Santa Maria Maggiore von Kardinal Baldassare Reina, Generalvikar Seiner Heiligkeit für das Bistum Rom, zelebriert. Kardinal Lazarus You Heung-sik, Präfekt des Dikasteriums für den Klerus, und Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung, werden über die Priesterausbildung im heutigen Kontext sprechen.
Bei der Nachmittagssitzung zum missionarischen Band mit dem Heiligen Stuhl – dem Peterspfennig, Kanon 1271 und den Päpstlichen Missionswerken – werdeb Erzbischof Filippo Iannone, Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe, Erzbischof Samuele Sangalli, beigeordneter Sekretär für die Verwaltung des Dikasteriums für die Evangelisierung, und Pater Tadeusz Nowak (OMI), Generalsekretär des Päpstlichen Werkes für die Glaubensverbreitung, Vorträge halten.
Am Mittwoch, dem 9. September, zelebriert Erzbischof Samuele Sangalli die Heilige Messe mit dem Laudesgebet. Monsignore Peter Beer, Professor am Institut für Anthropologie der Päpstlichen Universität Gregoriana, hält einen Vortrag zum Thema „Der Bischof und Krisenmanagement, insbesondere im Klerus“. Pater Hans Zollner (SJ), Dekan des Instituts für Anthropologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana, spricht über „Die Verantwortung der Teilkirchen für den Schutz von Minderjährigen und schutzbedürftigen Erwachsenen“. Das Institut für Anthropologie leitet außerdem den am Nachmittag stattfindenden Workshop, der in Sprachgruppen unterteilt ist.
Begegnung mit dem Papst
Der Kurs endet am Donnerstag, dem 10. September, mit der Heiligen Messe und der Verehrung der Reliquien des Apostels im Petersdom im Vatikan. Der Gottesdienst wird von Kardinal Mauro Gambetti (OFM Conv.), Erzpriester des Petersdoms, geleitet. Anschließend werden die 98 neuen Bischöfe von Papst Leo XIV. empfangen.
Die Begegnung mit dem Nachfolger Petri bildet den Höhepunkt der Tage der Ausbildung, des Gebets und der Gemeinschaft in Rom.
In seiner Ansprache an die im Vorjahr geweihten Bischöfe am 11. September 2025 erinnerte Papst Leo XIV. daran, dass „die Gabe, die ihr empfangen habt, ist nicht für euch, sondern damit ihr dem Evangelium dient“. Bischöfe, so fügte er hinzu, seien „berufen, um als Apostel des Herrn und als Diener des Glaubens ausgesandt zu werden“. Der Papst betonte, dass der Dienst nicht nur eine äußere Dimension des Amtes sei, sondern das Wesen des Bischofs selbst betreffe: „Der Bischof ist Diener, der Bischof ist berufen, dem Glauben des Volkes zu dienen“. Aus diesem Grund rief er die neuen Hirten auf, „in Demut und im Gebet euren Weg zu gehen, um Diener des Volkes zu sein, zu dem der Herr euch sendet“.
In Anlehnung an den heiligen Augustinus betonte Papst Leo XIV.:„Zuallererst muss derjenige, der dem Volk vorsteht, verstehen, dass er der Diener vieler ist“
In seiner Ansprache stellte der Papst auch einen Zusammenhang zwischen dem bischöflichen Dienst und der konkreten Nähe zu Einzelpersonen, Gemeinden und Priestern her. Die Kirche, so betonte er, brauche „fürsorgliche, aufmerksame Hirten, die den Weg, die Fragen, die Ängste und die Hoffnungen der Menschen zu teilen wissen“; Hirten, die „Leiter, Väter und Brüder für Priester und die Brüder und Schwestern im Glauben sein mögen“.
Papst Leo XIV. erinnerte abschließend an die dringenden Herausforderungen, vor denen die Ortskirchen heute stehen: die Krise des Glaubens und seiner Weitergabe, die Mühe hinsichtlich der kirchlichen Zugehörigkeit und Praxis, die neue spirituelle Suche derer, die die weit entfernt vom Glauben zu sein scheinen, die Tragödie des Krieges und der Gewalt, das Leiden der Armen, das Streben viler nach einer geschwisterlichen und solidarischeren Welt sowie ethische Fragen nach dem Wert des Lebens und der Freiheit. In diesem Zusammenhang, so bemerkte er, sei es notwendig, „die Leidenschaft für eine neue Verkündigung des Evangeliums und den Mut zu ihr wiederzufinden“.
Die Weiterbildungskurse für neuernannte Bischöfe in den dem Dikasterium für die Evangelisierung anvertrauten Kirchenbezirken bieten Raum für Gebet, Besinnung, Gemeinschaft und Austausch über die pastoralen, kanonischen und missionarischen Aufgaben des bischöflichen Dienstes. Das Programm von 2026 stellt diesen Weg ausdrücklich unter das Motto des Dienstes an der Gemeinschaft in der Kirche.
(MLK) (Fides 2/9/2026)