Peking (Fides) – Die Dissertation „The Office and Authority of the Local Prior in the Order of Saint Augustine“ von Papst Leo XIV. ist ins Chinesische übersetzt und veröffentlicht worden.
Mit dieser Dissertation zum Kirchenrecht, die sich mit Rolle, Autorität und Pflichten des Ortspriors im Augustinerorden befasst, promovierte von Robert Francis Provost als jungem Augustinerpater 1987 an der Päpstlichen Universität St. Thomas von Aquin (Angelicum).
Die chinesische Ausgabe wurde vom Zentrum für Katholische Studien der Chinesischen Universität Hongkong herausgegeben. Mit der Übersetzung wurde Pfarrer Peter Zhao Jianmin, einem Priester der Diözese Peking mit langjähriger akademischer Erfahrung, beauftragt.
Pfarrer Peter Zhao war der erste chinesische Priester, der nach der „Wiederöffnung“ Chinas promovierte und das Pekinger Institut für Katholische Studien und Kultur gründete. Das am 3. August 2002 eröffnete Institut widmet sich der akademischen Forschung und hat sich zum Ziel gesetzt, durch wissenschaftliche Zusammenarbeit eine Plattform für den interkulturellen Austausch und das gegenseitige Lernen zu fördern. Die Überarbeitung des Textes wurde Pater Peter Ren Panji anvertraut, dem ersten chinesischen Priester, der an der Fakultät für Kanonisches Recht der Päpstlichen Universität Gregoriana promovierte und derzeit am Pekinger Priesterseminar lehrt.
Wie Pfarrer Peter Zhao gegenüber der Fides erklärt, ist dieses Standardwerk nicht nur eine wissenschaftliche Abhandlung, sondern auch ein praktischer Leitfaden für die Kirchenleitung und die Seelsorge. Obwohl es vor fast vierzig Jahren verfasst wurde, besitzt es bemerkenswerte Tiefe und bietet wertvolle Orientierung. Dies ist die erste Ausgabe der chinesischen Übersetzung; es ist zu hoffen, dass jeder, ob Priester Ordensangehöriger oder Kirchenleiter, anhand des Textes neu darüber nachdenken kann, wie Autorität im Dienst der Liebe eingesetzt werden kann. Darüber hinaus analysiert das Werk aus theologischer Perspektive das Wesen kirchlicher Autorität: Autorität ist keine erzwungene Macht, sondern ein Dienst und eine Führung, die von Kirche und Gemeinde anerkannt werden. Wie Robert Francis Prevost betonte auch er, dass Autorität aus Beziehungen ensteht und in einem Verhältnis der Geschwisterlichkeit und Gleichheit ausgeübt werden muss. Aus dieser Perspektive kann der Leser also einen Blick auf das Ideal einer zeitgenössischen kirchlichen Führung werfen, die sich durch Demut auszeichnet und auf die Förderung der Gemeinschaft ausgerichtet ist, wie sie heute von Papst Leo XIV. bezeugt wird.
(NZ) (Fides 28/8/2026)