CEAMA (Facebook)
Quito (Fides) – Es war ein wichtiges Ereignis mit potenziell positiven Entwicklungen für die gesamte kirchliche Gemeinschaft des ecuadorianischen Amazonasgebiets: im Rahmen der ersten kirchlichen Versammlung des ecuadorianischen Amazonasgebiets kamen erstmals die sechs Apostolischen Vikariate der Region zusammen und gingen damit einen bedeutenden Schritt auf ihrem gemeinsamen Weg.
An dem Treffen, das vom 29. Juni bis 1. Juli 2026 im Bildungshaus „Intipungo“ im Apostolischen Vikariat Puyo stattfand, nahmen Delegationen aus Aguarico, Méndez, Napo, Puyo, San Miguel de Sucumbíos und Zamora sowie Vertreter aus Esmeraldas teil. Laut der Kirchlichen Konferenz von Amazonien (Conferencia Eclesial de la Amazonía, CEAMA) diente die Versammlung dem Austausch und der gemeinsamen Entscheidungsfindung nach dem Prinzip des „Gesprächs im Heiligen Geist“ im synodalen Stil.
Die Kirchliche Konferenz von Amazonien (CEAMA) wurde 2020 in Fortführung der Amazonas-Synode (2019) und des Apostolischen Schreibens „Querida Amazonia“ (2020) von Papst Franziskus gegründet, das neue Formen der pastoralen Koordination in der Region forderte. In „Querida Amazonia“ rief der Papst die Kirche dazu auf, „die Neuheit des Geistes mutig anzunehmen, der fähig ist, mit dem unerschöpflichen Schatz Jesu Christi immer etwas Neues zu schaffen“ (Nr. 69) auch durch neue Formen der kirchlichen Organisation. Diese „Erste Kirchliche Versammlung des ecuadorianischen Amazonasgebiets“ ist somit die erste auf nationaler Ebene für die Amazonas-Vikariate Ecuadors, während CEAMA zuvor bereits eigene „panamazonische“ Versammlungen abgehalten hat. An der kirchlichen Versammlung nahmen nicht nur Bischöfe, sondern auch Ordensleute, Laien und Vertreter indigener Völker in einem gemeinsamen Prozess des Zuhörens teil.
Bei dem Treffen bekräftigten die Apostolischen Vikariate ihre Mitgliedschaft in der CEAMA und ihre Verpflichtung, die auf der sechsten Vollversammlung des kirchlichen Gremiums festgelegten pastoralen Leitlinien zu übernehmen und in ihre jeweiligen pastoralen Pläne zu integrieren.
Laut der offiziellen Website von CEAMA wurde das Treffen mit einer Eucharistiefeier eröffnet, der Bischof Rafael Cob García, Apostolischer Vikar von Puyo, vorstand. Er rief die Kirche dazu auf, die Verbundenheit mit den Völkern des Amazonasgebiets zu stärken und das Leben sowie das gemeinsame Haus zu schützen.
Besonderes Augenmerk lag auf dem kirchlichen Weg im Amazonasgebiet, der von den Erfahrungen des länderübergreifenden kirchlichen Netzwerks REPAM über die Amazonas-Synode bis hin zur Gründung von CEAMA reicht. CEAMA wurde während der Versammlung als Organisation vorgestellt, die die lokalen Kirchen der Region konkret unterstützen soll. „Die Versammlung widmete sich zudem der Stärkung der Kultur der Fürsorge durch die Auseinandersetzung mit der Prävention von Missbrauch und der Förderung sicherer Umgebungen im Kontext der Verkündigung des Evangeliums“, heißt es in einer Pressemitteilung der CEAMA.
Wie in den „Pastoralen Horizonten 2026–2030“ der CEAMA zusammengefasst, bekräftigten die Teilnehmenden mehrere gemeinsame Prioritäten, darunter „die Notwendigkeit, die Evangelisierung mit einer amazonischen Identität zu stärken, die Beteiligung der Gemeinden zu fördern, Bildungsprozesse zu festigen, die Führungsrolle indigener Völker zu stärken und die Bemühungen in den verschiedenen Gebieten weiterhin zu koordinieren“. Zu den konkreten Ergebnissen der Versammlung gehörte, dass jedes Vikariat einen Vertreter für ein nationales CEAMA-Koordinierungsteam ernannte, das mit der Überwachung der Umsetzung pastoraler Prioritäten und der Stärkung der Vernetzung beauftragt ist. Laut einer am Ende der Versammlung veröffentlichten Erklärung bekräftigte die Versammlung ihr Engagement für den Weg einer „synodalen, interkulturellen und missionarischen Kirche, die tief in der Realität der Völker Amazoniens verwurzelt ist“.
Wenige Monate nach seiner Wahl sandte Papst Leo XIV. ein ausführliches Telegramm an die Bischöfe, die vom 17. bis 20. August 2025 an der Amazonas-Konferenz in Bogotá teilnahmen (vgl. Fides, 18/8/2025). „Es ist von wesentlicher Bedeutung“ heißt es in dem vom Staatssekretär, Kardinal Pietro Parolin, unterzeichneten Telegramm, „dass Jesus Christus den Bewohnern des Amazonasgebiets mit Klarheit und großer Liebe verkündet wird“. „In dieser Mission werden wir von der Gewissheit angetrieben, die durch die Geschichte der Kirche bestätigt wird, dass dort, wo der Name Christi verkündet wird, die Ungerechtigkeit proportional zurückgeht“, heißt es weiter. Papst Leo dankte den Bischöfen für „ihre Bemühungen, das Wohl der Kirche für die Gläubigen der geliebten Amazonasregion zu fördern“ und forderte sie auf, „auf der Grundlage der einem ‚bischöflichen Organismus‘ eigenen Einheit und Kollegialität Wege zu suchen, die Diözesanbischöfe und Apostolischen Vikare konkret und wirksam bei der Erfüllung ihrer Mission zu unterstützen.“
(MLK) (Fides 7/7/2026)