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Von Paolo Affatato
Kuala Lumpur (Fides) – Die katholische Gemeinde in Malaysia ist aufgerufen, „sich auf einen Weg der Erneuerung, der Mission und der prophetischen Taten zu begeben, und die Zeichen der Zeit zu erkennen, sonst droht sie, wie ein leerer Gong zu verhallen“, dies bekräftigt der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Malaysia, Singapur und Brunei, Erzbischof Julian Leow Beng Kim von Kuala Lumpur. Nach seiner Rückkehr vom „Ad-limina“-Besuch im Vatikan sprach der Erzbischof mit Fides über das kirchlichen Lebens im Land, das sich im Hinblick auf die große Nationale Pastorale Versammlung in Sibu im Bundesstaat Sarawak (im malaysischen Borneo) in einem Prozess der inneren Erneuerung befindet. Die Versammlung soll die vielfältigen kulturellen Identitäten des Landes vereinen. Erzbischof Leow zeichnet das Bild einer kleinen, aber dynamischen Gemeinde, die in einem multiethnischen und multireligiösen Kontext lebt und aufgerufen ist, inmitten des interreligiösen Dialogs, sozialer Herausforderungen und neuer kultureller Verletzlichkeiten zu wachsen.
„Die katholische Gemeinde in Malaysia ist dynamisch und wächst stetig“, bemerkt der Erzbischof, merkt aber gleichzeitig an, dass sie in einem mehrheitlich muslimischen Land „innerhalb recht starrer politischer, rechtlicher und sozialer Grenzen“ existiert. Obwohl die Religionsfreiheit in der Verfassung garantiert ist, bestehen weiterhin einige praktische Einschränkungen: „Im Gegensatz zu Brunei können wir zwar noch neue Kirchen bauen, aber die Genehmigungsverfahren der Behörden sind recht streng“, erklärt er und weist darauf hin, dass die Behörden die Größe und Höhe der Gebäude im Verhältnis zur Anzahl der Gläubigen begrenzen. „Aber wir können bauen, und das ist gut so.“
Trotz dieser Einschränkungen wächst die Kirche weiter. Allein im Erzbistum Kuala Lumpur werden jährlich zwischen 600 und 700 neue Erwachsenentaufen im Rahmen des Ritus der christlichen Initiation Erwachsener gespendet, zusätzlich zu den Taufen von Kindern aus katholischen Familien. Diese neuen Katholiken kommen aus anderen Religionen oder verschiedenen ethnischen Gruppen des Landes und Borneos. „Malaysia ist eine pluralistische Gesellschaft“, bemerkt der Erzbischof, erinnert aber daran, dass die Malaien, die Mehrheitsbevölkerung, Muslime sind und laut Verfassung nicht zum Christentum konvertieren können.
Etwa 3 % der malaysischen Bevölkerung (insgesamt rund 36 Millionen Einwohner) ist katholisch, was etwa 1,3 Millionen Gläubigen entspricht, während Christen insgesamt etwa 9 % ausmachen. Die kirchliche Präsenz ist jedoch ungleich verteilt: Rund 70 % der Katholiken leben in den östlichen Bundesstaaten Sabah und Sarawak auf Borneo, wo das Christentum tief in der indigenen Bevölkerung verwurzelt ist. Auf der malaiischen Halbinsel hingegen bildet die katholische Gemeinde eine kleine Minderheit, die sich hauptsächlich in den Großstädten konzentriert.
Auch Migranten leisten einen wichtigen Beitrag zum Leben der Kirchengemeinden. „Viele junge Menschen kommen aus Myanmar, um dem Krieg zu entfliehen“, sagt Erzbischof Leow. Es gibt auch Flüchtlinge aus Pakistan, die oft vor Gewalt fliehen, sowie Menschen aus dem Iran und anderen Ländern des Nahen Ostens. „Manche kommen, um zu arbeiten, andere sind echte Flüchtlinge. Malaysia erweist sich als ein gastfreundliches Land“, sagt er.
Die Lebendigkeit der Kirche lasse sich auch an der Beständigkeit der neuen Bekehrungen zum katholischen Glauben messen. „Wir verzeichnen weiterhin viele Konversionen, sowohl Erwachsenen- als auch Kindertaufen“, bemerkt der Erzbischof. „In Malaysia, Singapur und Brunei zusammen spenden wir jedes Jahr Tausende von Taufen. Deshalb blicken wir hoffnungsvoll in die Zukunft unserer Gemeinschaft“, fügt er hinzu.
Als größte Herausforderung nennt Erzbischof Leow vor allem Säkularismus und religiöse Gleichgültigkeit. „Wir leben in einer hochtechnologisierten Gesellschaft, in der sich viele Menschen nicht mehr für das spirituelle Leben und Gott interessieren.“ Auch die Pandemie habe das kirchliche Leben geprägt. „Nach Covid blieben viele junge Menschen dem Gottesdienst fern, und einige Ältere gewöhnten sich daran, die Messe online zu verfolgen. Doch nun kehren sie langsam zurück.“ Hinzu komme die Verbreitung von Fehlinformationen in der digitalen Welt, die ebenfalls zur Verwirrung über das Leben der Kirche beiträgt.
In einem multireligiösen Kontext ist der interreligiöse Dialog einer der prägenden Aspekte der katholischen Präsenz im Land. Die Kirche beteiligt sich aktiv an Organisationen, in denen sich Christen, Buddhisten, Hindus, Sikhs und Taoisten zusammenschließen, um gemeinsam Probleme von gemeinsamem Interesse anzugehen. „Wenn wir mit einer Stimme sprechen, hört die Regierung zu“, sagt Erzbischof Leow. Die Gespräche betreffen sensible Themen wie Religionsfreiheit, Konversionen oder Kontroversen um Gotteshäuser aus der Kolonialzeit, die heute von Landbesitzstreitigkeiten betroffen sind. Obwohl er die Existenz kleiner islamistischer Extremistengruppen bestätigt, stellt der Erzbischof fest: „Im Allgemeinen leben wir in Frieden und Harmonie“, und die Regierung ist bestrebt, das Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften zu wahren.
Auch im Bereich der Priesterberufungen gibt es Lichtblicke und Schattenseiten. In ganz Malaysia gibt es etwa 85 Seminaristen in Kleinen und Großen Seminaren, aus den neun Diözesen des Landes; 17 davon gehören dem Erzbistum Kuala Lumpur an. „Das ist ein positives Zeichen, aber es reicht nicht aus“, kommentiert der Erzbischof. „Ich habe gerade zwei neue Priester geweiht, aber gleichzeitig gehen einige ältere Priester in den Ruhestand. Wir brauchen weiterhin Priesterberufungen.“ Und der Rückgang der Berufungen zum Ordensleben, sowohl bei Männern als auch bei Frauen, ist noch deutlicher zu erkennen.
Zu den Ursachen für den Rückgang der Berufungen zählt Bischof Leow auch die Veränderungen an den katholischen Schulen. Obwohl diese weiterhin hohes Ansehen genießen und von Schülern aller Glaubensrichtungen besucht werden, werden sie heute überwiegend von Laien geleitet, da die Regierung die Trägerschaft durch Ordensgemeinschaften nicht gestattet. „Es gibt nicht mehr viele Ordensleute an den Schulen“, bemerkt er. „Darüber hinaus ist die Präsenz religiöser Symbole in Westmalaysia sehr gering, und viele Schulleiter sind nicht katholisch. So ist das tägliche Zeugnis, das über Generationen hinweg die Entstehung neuer Berufungen gefördert hat, verschwunden“, erklärt er.
Was den kirchlichen Weg betrifft, blickt die katholische Kirche in Malaysia mit einem Bewusstsein der Erneuerung und Mitverantwortung in die Zukunft: „Wir bereiten uns auf die Nationale Pastoraleversammlung Malaysias vor, die im kommenden September stattfinden wird“, erklärt Erzbischof Leow. Sie bietet der gesamten Kirche des Landes die Gelegenheit, darüber zu diskutieren, „wie wir unsere Mission authentisch und mutig leben können“. Erzbischof Leow fasst die Stimmung des Treffens zusammen: „Wir sind aufgerufen, prophetisch zu handeln. Die Erneuerung muss bei uns beginnen, sonst sind wir wie ein leerer Gong.“ Zu den zentralen Themen der Versammlung gehören die gemeinsame Verantwortung von Klerus und Laien sowie die Einbindung der jungen Generationen: „Wir sind aufgerufen, den jungen Menschen Priorität einzuräumen“, erklärt der Erzbischof und warnt, dass die Kirche „ihre Zukunft zu verlieren riskiert, wenn sie die Jugendlichen in den Herausforderungen unserer Zeit, die auch durch die Isolation der digitalen Kultur geprägt sind, nicht begleitet.“
Der starke Fokus auf junge Menschen wird im Vorfeld des nächsten Weltjugendtags im August in Südkorea deutlich: Der Erzbischof hofft, mindestens 500 Jugendliche aus seiner Diözese und etwa 2000 aus ganz Malaysia begleiten zu können. Doch das eigentliche Ziel reicht über diese eine Veranstaltung hinaus. „Junge Menschen suchen Antworten auf die großen Fragen des Lebens“, bemerkt er. „Unser Glaube kann sie uns geben, aber wir müssen lernen, sie in ihrer Sprache zu vermitteln.“ Deshalb betont er die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Begleitung: „Eine große Veranstaltung alle drei oder vier Jahre reicht nicht aus. Wenn die jungen Menschen in ihre Diözesen und Gemeinden zurückkehren, müssen wir sie weiterhin begleiten und ihnen eine Seelsorge anbieten, die ihre Sprache und Bedürfnisse anspricht, um ihnen zu sagen: Christus ist in jedem Augenblick und in jedem Bereich eures Lebens bei euch.“
Die malaysische Kirche setzt ihre Hoffnung auf ein Zeugnis in der Gesellschaft. „Ich hoffe, wir können unseren Glauben stärken, um ein authentisch Zeugnis vom Evangelium abzulegen und ein Leuchtfeuer für die ganze Nation zu sein“, sagt Erzbischof Leow. „Ich wünsche mir, dass die Kirche nicht nur Katholiken hilft, sondern allen Menschen, Sinn im Leben und Antworten auf ihre tiefsten Fragen zu finden“, sagt er.
Nach dem „Ad-limina“-Besuch, fügt er hinzu, bleibt ein Wunsch bestehen: „Wir hoffen, Papst Leo XIV. eines Tages in Malaysia begrüßen zu dürfen, damit er den Glauben der Katholiken stärkt und der gesamten Region ein Friedenszeugnis gibt“. Mit Blick auf den Papst betont der Erzbischof die große Wertschätzung, die er genießt, auch unter Muslimen: „Seine Worte gegen den Krieg und für die unschuldigen Opfer, insbesondere im Nahen Osten und im Gazastreifen, werden sehr geschätzt“, bemerkt er. „Ich erhalte Nachrichten von Menschen, die uns danken, nachdem sie die Reden des Papstes gehört haben“, schließt er und merkt an, dass dies auch zur Stärkung der Glaubwürdigkeit der Kirche in der malaysischen Gesellschaft beiträgt.
(Fides 6/7/2025)