ASIEN/BANGLADESCH - Verkündigung des Evangeliums, Schulen und Entwicklung: Neue Diözese im Nordosten von Bangladesch steht an der Seite indigener Völker

Freitag, 22 Mai 2026

Diocese of Joypurhat

Joypurhat (Fides) – Die katholische Gemeinde von Joypurhat sei „jung, arm, aber dynamisch und eng mit den indigenen Gemeinschaften verbunden“. Sie sei „ein Zeichen für das Wachstum der Kirche und deren Hinwendung zu den ethnischen und ländlichen Randgebieten“, sagte der erste Bischof von Joypurhat, Paul Gomes, in einer Ansprache an die Gläubigen. Die erst kürzlich erfolgte Errichtung des Bistums Joypurhat durch den Heiligen Stuhl im vergangenen März spiegelt das anhaltende Wachstum der katholischen Kirche in Gebieten mit indigenen und Stammesgemeinschaften wider und zielt darauf ab, das Engagement für Evangelisierung, Bildung und Sozialarbeit im Nordwesten Bangladeschs zu stärken.
Wie Bischof Paul Gomes anmerkt, gibt es in der Ortskirche mit etwa 24.000 Katholiken bei einer Gesamtbevölkerung von 7,7 Millionen „Dörfer mit Katechumenen, die ein wachsendes Interesse am Christentum zeigen“. In diesem Kontext, so erklärt er, bringe sich die katholische Kirche in der Gesellschaft „durch Bildungs-, Gesundheits- und ganzheitliche Entwicklungsprogramme“ ein und verfolge dabei einen Ansatz, „der stets auf Inkulturation bedacht ist: Unsere Liturgien integrieren kulturelle Elemente der Adivasi-Stämme (Sprache, Musik, traditionelle Symbole), wodurch das Evangelium näher an ihr Leben herangeführt wird.“
Die Seelsorge in der Diözese, so der Bischof, sei stark sozial ausgerichtet: „Die Kirche ist oft die einzige Institution, die diese marginalisierten Gemeinschaften beständig unterstützt und ihnen in Fragen der sozialen Gerechtigkeit, der Landrechte und der Förderung der Menschenwürde beisteht.“ Die Diözesangemeinde besteht mehrheitlich aus indigenen Gläubigen, insbesondere Santal, Oraon, Mahali, Munda und Paharia.
Diese Gemeinschaften, so der Bischof, gehörten zu den ärmsten und am stärksten diskriminierten in Bangladesch: „Sie leben von Subsistenzlandwirtschaft, arbeiten als Landarbeiter oder Kleinbauern und sind mit hoher Armut, Analphabetismus und der Anfälligkeit für Naturkatastrophen konfrontiert. Diese Situation führt zur Migration in die Städte oder ins Ausland auf der Suche nach Arbeit.“
Indigene Bangladescher erleben zudem häufig ethnische und religiöse Spannungen mit der bengalischen muslimischen Bevölkerung. In diesem Kontext engagiert sich die katholische Kirche durch die Verkündigung des Evangeliums für die Entwicklung dieser Bevölkerungsgruppen durch Schulen, Gesundheitszentren sowie Mikrokredit- und Berufsbildungsprogramme.
(PA) (Fides 22/5/2026)


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