Khartum (Fides) – Die sudanesische Luftwaffe hat nach monatelanger Unterbrechung die Bombardierung Kordofans mit bemannten Flugzeugen wieder aufgenommen. An diesem Mittwoch (22. April) flogen sudanesische Militärflugzeuge erstmals seit Monaten wieder über Kordofan und bombardierten Ziele der „Rapid Support Forces“ (RSF) nahe der Stadt Dilling im Bundesstaat Süd-Kordofan.
Die sudanesische Luftwaffe hatte ihre Luftoperationen über den Regionen Kordofan und Darfur eingestellt, nachdem die RSF-Luftabwehr mehrere Kampf- und Transportflugzeuge abgeschossen hatte. Das letzte Flugzeug ging in Babanusa in West-Kordofan verloren. Der Verlust bemannter Flugzeuge hatte die von General Abdel Fattah al-Burhan geführte sudanesische Luftwaffe gezwungen, auf Drohnen zurückzugreifen. Diese unbemannten Fluggeräte haben jedoch eine begrenzte Reichweite. In den vergangenen Monaten hatten Drohnen der sudanesischen Streitkräfte (SAF) wiederholt die RSF und ihren Verbündeten, die Sudanesische Volksbefreiungsbewegung-Nord (SPLM-N), in Dilling und nahegelegenen Städten wie Abu Zabad, Al-Fula, Al-Mujlad und Lagawa angegriffen.
Am 22. April bombardierten Kampfflugzeuge aus russischer Produktion mehrere Ziele der RSF und der SPLM-N in der Nähe von Dilling, der zweitgrößten Stadt in Südkordofan, die monatelang von dem Militärbündnis der RSF/SPLM-N und bombardiert worden war.
Den erneuten Einsätzen bemannter sudanesischer Flugzeuge gingen in den Vormonaten gezielte Angriffe auf die Luftverteidigung der RSF voraus. Insbesondere im Februar wurde eine in China hergestellte Raketenbatterie getroffen, die vermutlich von den Vereinigten Arabischen Emiraten an die RSF geliefert worden war.
Unterdessen werden die diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des dreijährigen Krieges intensiviert (vgl. Fides, 16/04/2026). General al-Burhan reiste im Anschluss an die jüngste International Sudan-Konferenz in Berlin zu Gesprächen nach Saudi-Arabien und Oman. Die saudische Führung unterstützt den von Ägypten angeführten Versuch, einen Waffenstillstand zwischen den sudanesischen Konfliktparteien zu erreichen.
(L.M.) (Fides 23/4/2026)