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Luanda (Fides) – Auch in Angola, einem „wunderschönen und doch so verwundeten“ Land, könne die Begegnung mit dem auferstandenen Christus, „der an unserer Seite geht“, die Gnade schenken, „neu anzufangen und wieder an der Zukunft zu arbeiten“. In Kilamba, einem Vorort von Luanda, der angolanischen Hauptstadt, wo er gestern Nachmittag eintraf, zelebrierte Papst Leo XIV. an diesem Sonntag (19. April), die Messe am dritten Sonntag der Osterzeit vor 100.000 Gläubigen, die sich seit den frühen Morgenstunden voller Vorfreude auf der Esplanade vor dem Altarzelt versammelt hatten.
In seiner Predigt erinnert der Bischof von Rom daran, dass die Heilung der Wunden und Qualen, die das angolanische Volk in den letzten Phasen seiner Geschichte erlitten hat, ebenfalls ein Geschenk und ein Wunder des Auferstandenen sein könne. Er tat dies im Lichte des Tagesevangeliums, das von den beiden Jüngern berichtet, die nach dem Tod Jesu, „auf den sie vertraut hatten“, „mit verwundetem und traurigen Herzen“ von Jerusalem nach Emmaus gingen.
Ihre Geschichte, so Papst Leo, spiegele in gewisser Weise die Geschichte Angolas wider, eines Landes, das von einem „langen Bürgerkrieg mit seinen Nachwirkungen in Form von Zwietracht und Spaltung, Verschwendung von Ressourcen und Armut“ gezeichnet ist.
Der verwundete Herz der Jünger von Emmaus findet Heilung, als sie erkennen, dass ihr geheimnisvoller Wegbegleiter Jesus ist: „Er lebt, er ist auferstanden und geht an unserer Seite, während wir den Weg des Leidens und der Bitterkeit beschreiten; dabei öffnet er uns die Augen, damit wir sein Wirken erkennen können, und schenkt uns die Gnade, neu anzufangen und wieder an der Zukunft zu arbeiten.“ Diese Gemeinschaft mit dem Herrn, so der Papst, erfahre man in der Beziehung zu ihm „im Gebet, im Hören auf sein Wort, das unser Herz wie das der beiden Jünger entflammt, und vor allem in der Feier der Eucharistie.“
Aus diesem Grund mahnte Papst Prévost in einem Land, in dem magische Praktiken, Glaubensvorstellungen und Riten im Zusammenhang mit Hexerei gesellschaftliche Auswirkungen haben, „stets jenen Formen traditioneller Religiosität wachsam im Auge zu behalten, die zwar zweifellos zu den Wurzeln eurer Kultur gehören, aber gleichzeitig die Gefahr bergen, magische und abergläubische Elemente zu vermischen, die auf dem geistlichen Weg nicht förderlich sind“. „Bleibt den Lehren der Kirche treu“, betonte der Nachfolger Petri ,,vertraut euren Hirten und richtet euren Blick auf Jesus, der sich besonders im Wort und in der Eucharistie offenbart. In beidem erfahren wir, dass der auferstandene Herr an unserer Seite wandelt, und vereint mit ihm überwinden wir auch den Tod, der uns bedrängt, und leben als Auferstandene“.
Angolas jüngste Geschichte und die von „verschiedenen Formen der Armut“ geprägten Verhältnisse im Land, so der Papst, „verlangen nach einer Kirche, die es versteht, euch auf dem Weg zu begleiten und auf den Schrei ihrer Kinder zu hören“. „Angola brauche „Bischöfe, Priester, Missionare, Ordensleute, Laien, die den Wunsch im Herzen tragen, ihr Leben zu teilen und einander zu schenken, sich in gegenseitiger Liebe und Vergebung zu engagieren“, um der gesamten nationalen Gemeinschaft zu helfen, die „alten Spaltungen“ für immer zu überwinden, „indem Hass und Gewalt verschwinden“ und „die Plage der Korruption geheilt wird“. „Auf diesem Weg“, versicherte Leo XIV. zum Abschluss seiner Predigt, „könnt ihr auf die Nähe und das Gebet des Papstes zählen! Aber auch ich weiß, dass ich auf euch zählen kann, und ich danke euch.“
Im Anschluss an die Eucharistiefeier und nachdem Erzbischof Filomeno do Nascimento Vieira Dias von Luanda ihm seinen Dank ausgesprochen hatte, wandte der Papst vor dem „Regina Caeli“-Gebet, seinen Blick und seine Gedanken den Konflikten zu, die andere Völker und andere Regionen der Welt heimsuchen. „Die jüngste Verschärfung der Angriffe auf die Ukraine, von denen auch weiterhin Zivilisten betroffen sind, betrübt mich sehr“ so Papst Leo XIV. „Ich bekunde denen, die leiden, meine Nähe und versichere das ganze ukrainische Volk meiner Gebete. Ich erneuere meinen Appell, die Waffen schweigen zu lassen und den Weg des Dialogs einzuschlagen“. Mit Blick auf die Konflikte im Nahen Osten fügte er hinzu: „Grund zur Hoffnung gibt hingegen der im Libanon ausgerufene Waffenstillstand, der für das libanesische Volk und für die Levante einen Hoffnungsschimmer darstellt. Ich ermutige alle, die sich für eine diplomatische Lösung einsetzen, die Friedensgespräche fortzusetzen, um eine dauerhafte Beendigung der Feindseligkeiten im gesamten Nahen Osten zu erreichen“.
(GV) (Fides 19/4/2026)