ASIEN/LIBANON - Nach dem Tod von Pfarrer El-Rahi: Christen im Süden zwischen Evakuierungsdruck und dem Wunsch zu bleiben

Dienstag, 10 März 2026 ortskirchen   ostkirchen   krisengebiete   vertriebene   bewaffnete konflikte  

Beirut (Fides) – In Friedenszeiten wurde es von Reiseveranstaltern zu Recht in die Liste der „schönsten libanesischen Dörfer” aufgenommen. Heute Morgen sah man in Alma al Chaab, wie seine ausschließlich christlichen Familien unter dem Schutz von UNIFIL-Soldaten in ihre Autos stiegen und das geliebte Dorf verließen. Es war eine schwere Entscheidung, nachdem sie sich tagelang geweigert hatten, den Anweisungen der israelischen Armee zu folgen, die die Bewohner der Dörfer im Südlibanon zur Evakuierung drängte, nachdem sie in libanesisches Gebiet eingedrungen war, um Stellungen und Mitglieder der mit der schiitischen Hisbollah-Partei verbundenen Milizen anzugreifen.
Die Evakuierung von Alma El-Chaab erfolgte wenige Stunden nach der Ermordung des maronitischen Priesters Pierre El-Rahi, Pfarrer der Kirche St. Georg im Dorf al Qlayaa, der gestern von israelischen Soldaten getötet wurde, nachdem er einigen seiner Gemeindemitglieder zu Hilfe gekommen war, die in einem von der israelischen Armee beschossenen Haus verletzt worden waren.
Weniger als zwei Stunden vor seinem Tod hatte Pfarrer El Rahi in einem Telefoninterview, das vom Fernsehsender „Tele Lumiere“ ausgestrahlt wurde, seine feste Absicht und die der Einwohner von al Qlayaa bekräftigt, ihr Dorf nicht zu verlassen: „Sonst würde man die Hoffnung auf eine Rückkehr verlieren“, hatte Pfarre El-Rahi erklärt. Das Gleiche gilt für die Dörfer Debel, Ain Ebel und Rmeish, während bereits vor der Evakuierung von Alma El Chaab die Bewohner des Dorfes Kawzah beschlossen hatten, ihre Häuser zu verlassen, als die israelische Armee in den Libanon einmarschierte.
Die Beerdigung von Pater Pierre El Rahi findet morgen statt.
„Das Geschehene“, so Toni Elias, Priester des Dorfes Rmeish, gegenüber der Fides, „veranlasst uns dazu, noch wachsamer zu sein, um alles zu verhindern, was das Dorf gefährden könnte“.
Gestern Abend drückte auch Papst Leo XIV. über den Telegram-Kanal des Presseamts des Heiligen Stuhls seine „tiefe Trauer“ aus, über „alle Opfer der Bombenangriffe der letzten Tage im Nahen Osten, über die vielen Unschuldigen, darunter viele Kinder, und über diejenigen, die ihnen Hilfe leisteten, wie Pater Pierre El-Rahi“.
(GV) (Fides 10/3/2026)


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