ASIEN/PHILIPPINEN - Kirche will gemeinsam mit dem Staat “alternative Wege” der Drogenbekämpfung beschreiten

Samstag, 8 Oktober 2016 gewalt   drogen   zivilgesellschaft   politik   menschenrechte   gerechtigkeit   frieden  

Manila (Fides) – Während Organisationen der Zivilgesellschaft im In- und Ausland die willkürlichen Hinrichtungen der Polizei und der Paramilitärs unter Drogenhändlern und Dealern verurteilen, versucht die katholische Kirche einen “anderen Weg” bei der Drogenbekämpfung in den Philippinen vorzuschlagen ohne dabei auf “staatliche Gewalt” zurückzugreifen: es soll eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Staat und Zivilgesellschaft bei der Förderung von Entzugsprogrammen für Drogenabhängige auf den Weg gebracht werden, die auch die Wiedereingliederung von Dealern und Abhängigen in die Gesellschaft vorsehen.
Unterdessen lädt die Regierung im Rahmen des “MASA Masid” (“Bürgerobservatorium”) die Bevölkerung ein, sich Aktiv an der Bekämpfung von Korruption, Drogen und Kriminalität zu beteiligen.
Nach Angaben der Zivilorganisationen ist die von Präsident Rodrigo Duterte initiierte gewaltsame Bekämpfung von Drogen und Kriminalität bisher 3.500 Opfer. "Die Zahl der Opfer ist unglaublich hoch und nähert sich der Zahl der 4.000 Toten, die es während der Zeit des Kriegsrechts gab”, So Bischof Antonio Tobias von Novaliches.
Indem er der Sorge der Kirche Ausdruck verleiht, begrüßt der Bischof den Regierungsvorschlag eines „alternativen Wegs“: in der Diözese Novaliches sollen deshalb "Zonen des Friedens“ entstehen, "indem wir spezifische Programme des Entzugs und der Rehabilitation auf den Weg bringen, bei denen Staat, Nichtregierungsorganisationen und Kirchen zusammenarbeiten“.
In diesem Zusammenhang fordert die Kirche auch mehr Transparenz: es sollen Listen der Gesuchten veröffentlicht werden, damit diese von den im Bereich der Drogen aktiven Organisationen geprüft werden können, denn "viele Pfarreien und Priester engagieren sich bereits im Rahmen von Entzugsprogrammen aktiv“, so der Bischof. Unter solchen Gesichtspunkten wäre die Kirche zu einer Zusammenarbeit mit dem Staat bereit: “In der Diözese Novaliches wird die Kirche insbesondere auch durch die kirchlichen Basisgemeinschaften im Kampf gegen die Drogen unterstützen, wenn anstelle der Gewalt ein Beitrag zur Heilung und zum Schutz der Opfer der Drogen geleistet wird“.
(PA) (Fides 7/10/2016)


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