ASIEN/INDIEN - Tag der Märtyrer von Orissa: Kirche und Zivilgesellschaft fordern Gerechtigkeit

Dienstag, 30 August 2016 märtyrer   verfolgung   hinduismus   gerechtigkeit   frieden   zivilgesellschaft  

S.D.

Bhubaneswar (Fides) – Anlässlich des Tages der Märtyrer im Gedenken an die Opfer der antichristlichen Massaker des Jahres 2008 fordert das Forum der Kirchen und der Zivilgesellschaft umfassende und unabhängige Ermittlungen; Schadenersatz für die Opfer, Verfolgung von Beamten und Polizisten, die sich der Komplizenschaft im Zusammenhang mit den Episoden der Gewalt schuldig gemacht haben, Freilassung der sieben unschuldigen Christen, die sich noch in Haft befinden; angemessene Maßnahmen gegen religiösen Fanatismus im Distrikt Kandhamal, Programme zum Schutz der Minderheiten, Fördermaßnahmen in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Kommunikation und die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit.
Die katholische begeht den “Tag der Märtyrer” am heutigen 30. August und erinnert damit an die über 100 Menschen, die bei den Massakern im Distrikt Kandhamal ums Leben kamen. Damals wurden auch 8.500 Wohnungen und 395 Kirchen zerstört, während 56.000 Christen aus den Dörfern flohen.
Auch acht Jahre nach den tragischen Ereignissen, gibt es für die Opfer noch keine Gerechtigkeit. Darauf wiesen die 15.000 Teilnehmer einer Kundgebung in Balliguda, im Distrikt Khandamal hin, die eine staatliche Kommission für Minderheiten forderten. An der Kundgebung nahm auch Jugal Kishore Ranjit teil, der sich als Aktivist für die Rechte der Minderheiten einsetzt und erklärte, dass “das Verfassunksystem in Kandhamal komplett versagt hat", während der Abgeordnete Sri Jacob Pradhan, erklärte, dass “die Unabhängigkeitsfeiern nur Schein sind, so lange es Bürger gibt, die keinen Anspruch auf Rechte und Freiheit haben”, wobei er es als „beschämend“ bezeichnete, dass „die Regierung die Ergebnisse der Untersuchungen im Zusammenhang mit den Massakern in Kandhamal nicht veröffentlicht".
Die Teilnehmer der Kundgebung forderten die “Beseitigung der Spaltung auf der Grundlage von Kaste oder Religion”, während daran erinnert wurde, dass die Regierung in Orissa, bisher die Anweisung der Zuteilung von Forstland an Christen Mitglieder tribaler Volksstämme nicht umgesetzt hat. Vertreter der Kirchen und der Zivilgemeinschaft unterzeichneten in Balliguda eine gemeinsame Erklärung, in der sie Gerechtigkeit, Frieden und Harmonie fordern.
(PA) (Fides 30/8/2016)


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