Johannesburg (Fides) – In verschiedenen südafrikanischen Großstädten finden landesweite Protestkundgebungen gegen illegale Einwanderung statt. Organisatoren sind unter anderem die „Operation Dudula“ (vgl. Fides 25/05/2024 und 25/08/2025), die den 30. Juni als inoffizielle Frist für die Ausweisung von Ausländern ohne gültige Papiere aus dem Land ausgerufen hat.
Die Demonstrationen in Johannesburg, Pretoria, Durban, Kapstadt und anderen Städten verlaufen derzeit friedlich. Gruppen von Migranten haben jedoch in mindestens einer Polizeistation Zuflucht vor den Protestierenden gesucht. Obwohl die Polizei am Vorabend der Proteste angekündigt hatte, bewaffnete Demonstranten festzunehmen, zeigen in den sozialen Medien kursierende Videos Menschen, die mit Stöcken und Stichwaffen marschieren.
Der Erzbischof von Kapstadt und Präsident des South African Concil of Churches (SACC), Sithembele Anton Sipuka, hatte zum Dialog aufgerufen, um der Welle der Fremdenfeindlichkeit entgegenzuwirken, die seit Wochen ausländische Gemeinschaften im Land herrscht (vgl. Fides, 23/06/2026). Am 24. Juni hatte auch der Vorsitzende der bischöflichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden, Bischof Thulani Victor Mbuyisa von Kokstad, mit Blick auf die angekündigten Protestkundgebungen zur Ruhe aufgerufen.
„Angesichts des nahenden Stichtags für die Ausweisung aller Ausländer ohne gültige Papiere aus Südafrika am 30. Juni appellieren wir an die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren und fordern alle Teilnehmenden der Anti-Einwanderungsproteste auf, jegliche Gewalt gegen Ausländer zu unterlassen und die Rechtsstaatlichkeit zu achten und zu verteidigen“, so Bischof Mbuyisa.
Die Anti-Einwanderungsbewegung hat sich angesichts der zunehmenden Spannungen auf dem Arbeitsmarkt, der hohen Arbeitslosigkeit und der hohen Kriminalitätsrate verstärkt. Einwanderer werden zunehmend für die Notlage der südafrikanischen Bevölkerung, insbesondere der ärmsten und am stärksten marginalisierten Bevölkerungsgruppen, verantwortlich gemacht.
Seit Wochen verlassen Tausende von Migranten das Land oder wurden aus Angst vor Gewalt und Unruhen zurückgeführt. Schätzungen des südafrikanischen Geheimdienstes zufolge fanden in den letzten Wochen über 25.000 Rückführungen statt. Heute sollen mehr als 150 Busse mit Migranten aus Malawi, Simbabwe und Sambia den Grenzübergang Beitbridge in Musina, Provinz Limpopo, passieren.
(L.M.) (Fides 30/6/2026)