Johannesburg (Fides) – Rund 10.000 malawische Staatsbürger sitzen in Südafrika fest und versuchen, in ihr Heimatland zurückzukehren, wie die Regierung von Lilongwe mitteilte. In zwei separaten Erklärungen, analysieren das malawische Präsidialamt (Office of the President and Cabinet, Department of Disaster Management Affairs) und das Außenministerium des Landes die Lage ihrer Landsleute, die sich aufgrund der Gewalt und fremdenfeindlichen Drohungen der letzten Wochen in Südafrika zur Rückkehr gezwungen sehen (vgl. Fides 15/06/2026).
„Schätzungsweise 10.000 malawische Staatsbürger befinden sich mit Stand vom 13. Juni 2026 in Südafrika in Not“, heißt es in der Erklärung des Präsidialamtes. Als Reaktion auf die Notlage entsandten die malawischen Behörden eine Regierungs-Taskforce nach Südafrika, um die Rückführung zu unterstützen. Gleichzeitig wurde in Malawi im Kamuzu-Stadion in Blantyre eine Erstaufnahme- und Verwaltungseinrichtung bereitgestellt.
Das Außenministerium bestätigte, dass acht Busse mit 645 malawischen Staatsbürgern im Rahmen der Operation „Freiwillige Rückführung“ an diesem Montag (15. Juni) Südafrika verlassen haben. Die Rückkehrer hatten in einer Aufnahmeeinrichtung in Sherwood (Durban) in der Provinz KwaZulu-Natal Zuflucht gefunden.
„Die Rückkehrer werden voraussichtlich am 17. Juni über den Grenzübergang Mwanza nach Malawi einreisen und anschließend zum Kamuzu-Stadion in Blantyre weiterfahren, wo sie die notwendigen Kontrollen und Formalitäten durchlaufen, bevor sie ihre jeweiligen Zielorte erreichen“, hieß es in der Erklärung.
Die malawischen Behörden räumen jedoch ein, dass sie die humanitäre Notlage nicht allein bewältigen können. „Mit rund 10.000 Bürgern in Not, die auf ihre Rückführung warten, haben Umfang und Dringlichkeit der Operation einen beispiellosen finanziellen, logistischen und humanitären Bedarf geschaffen“, erklärte das Präsidialamt der Republik und appellierte an die internationale Gemeinschaft, „damit die Malawier sicher und wohlbehalten, in Würde und mit der Hoffnung auf einen Neuanfang nach Hause zurückkehren können.“
(L.M.) (Fides16/6/2026)