Nach dem Besuch von Papst Leo auf den Kanarischen Inseln: Statistiken zur Zahl der Flüchtlinge und Vertriebene belegen eine “globalisierte Not”

Sonntag, 21 Juni 2026

unhcr.org

Von Cosimo Graziani

Genf (Agenzia Fides) – Während seiner jüngsten Apostolischen Reise nach Spanien, insbesondere während des Besuchs auf den Kanarischen Inseln, bekräftigte Papst Leo XIV. die Sorge der katholischen Kirche um Migration und Vertreibung – eines der Phänomene der Globalisierung, das das Leben unzähliger Menschen weltweit am stärksten beeinflusst.
In den Tagen in der autonomen Gemeinschaft Spaniens, die diese Tragödie wie keine andere täglich erlebt, traf Papst Leo XIV. sowohl Migranten als auch Mitarbeitende von Aufnahmeeinrichtungen: „Die Aufnahme von Migranten darf weder eine Nebensache sein noch allein einigen Freiwilligen überlassen werden“ erklärte der Bischof von Rom in einem Land, in dem die Stelle aus dem Lukasevangelium, in der Christus Petrus sagt, er werde ein „Menschenfischer“ (Lk 5,10), eine „wörtliche und schmerzhafte“ Bedeutung erhält. „Die Kirche“, fügte er hinzu, „hat dies als Bild führ ihre Mission verstanden.“
Auch an diesem Sonntag (21. Juni) erinnerte Papst Leo XIV. nach dem Angelusgebet an den Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen und an den 75. Jahrestag der Genfer Flüchtlingskonvention, „die ins Leben gerufen wurde, um diejenigen zu schützen, die verfolgt werden und gezwungen sind, ihre Heimat, ihr Zuhause und ihre Familie zu verlassen." Der Papst äußerte seine Hoffnung, „dass der Geist, der die Ausarbeitung dieses wichtigen internationalen Instruments beseelte, auch heute noch das Gewissen der Verantwortlichen der Nationen erleuchtet“. Niemand“, fügte er hinzu, „darf sich von denen abwenden, die Schutz und Sicherheit suchen. Ich fordere zudem alle auf, die Opfer von Verfolgungen aufzunehmen, damit sie in Frieden und Würde leben und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken können.“
Zeitgleich mit den Appellen des Papstes während seines Apostolischen Besuchs in Spanien veröffentlichte das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) Daten zur Lage von Flüchtlingen und Asylsuchenden weltweit für das Jahr 2025.
Den veröffentlichten Statistiken zufolge gab es im vergangenen Jahr 41,6 Millionen Flüchtlinge, ein Rückgang von 3 % gegenüber dem Vorjahr. Dieser Rückgang ist auf die Rückkehr von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen aus Afghanistan, Syrien und dem Sudan in ihre Heimatländer zurückzuführen. Diese Zahlen stehen im leichten Gegensatz zu den Daten der letzten Jahre, die seit mindestens 2015 einen langsamen, aber stetigen Anstieg verzeichnen.
Trotz des Rückgangs der Gesamtzahlen waren im vergangenen Jahr immer noch 5,4 Millionen Menschen gezwungen, als Flüchtlinge ihre Heimatländer zu verlassen.
Mehr als ein Drittel aller Flüchtlinge weltweit befinden sich in nur sechs Ländern: Kolumbien, Deutschland, Türkei, Uganda, Iran und Tschad. Die anhaltenden Notbedingungen, unter denen Vertriebene und Flüchtlinge leben, geben oft Anlass zur Sorge: Statistiken zufolge befinden sich 26 % von ihnen in einem Land, das ärmer ist als ihr Herkunftsland, und etwa 70 % leben seit mehr als fünf Jahren in prekären Verhältnissen.
Verschärft wird die Situation hinsichtlich der Aufnahme durch die Umsiedlungsstatistik: Bis 2025 sank die Gesamtzahl der Flüchtlinge, deren Asylanträge bewilligt wurden, um mehr als die Hälfte – von fast 189.000 im Jahr 2024 auf nur noch 81.000 im Jahr 2025.
Weltweit ist die Zahl der Binnenvertriebenen zwar gesunken, bleibt aber mit 67,7 Millionen Menschen, die sich hauptsächlich auf fünf Länder konzentrieren (Sudan, Kolumbien, Jemen, Afghanistan und Syrien), weiterhin erschreckend hoch.
Die UN-Organisation gibt außerdem die Zahl der Staatenlosen weltweit an, die sich vorwiegend in Bangladesch, der Elfenbeinküste, Thailand und Myanmar konzentrieren: insgesamt 4,5 Millionen Menschen.
Konflikte wie der im Sudan und Krisen wie jene in der Demokratischen Republik Kongo (DRK), Syrien und Afghanistan treiben die Zahl der Flüchtlinge weltweit in die Höhe. Die problematischste Krise weltweit erlebt der Sudan: Die Zahl der Flüchtlinge aus diesem Land stieg bis 2025 um 35 % auf 2,4 Millionen. Auch die Zahl der Binnenvertriebenen ist mit 9,1 Millionen sehr hoch. Die Situation in der DRK erscheint jedoch widersprüchlich: Im vergangenen Jahr wurden fast vier Millionen Menschen innerhalb des Landes vertrieben, gleichzeitig kehrten aber 3,6 Millionen in ihre Heimat in Nord- und Südkivu zurück. Für die Rückkehrer bestand die Herausforderung darin, in völliger Unsicherheit zu leben und den bewaffneten Gruppen in diesen Regionen, insbesondere der M23, ausgeliefert zu sein.
Auch für Vertriebene in Syrien ist die Unsicherheit ein großes Problem. Obwohl es fast fünf Millionen Flüchtlinge gibt, sind 1,9 Millionen Syrer in ihre Heimat zurückgekehrt. Das Problem ist, dass sie sich zu den Millionen weiteren Syrern gesellt haben, die humanitäre Hilfe benötigen.
Im Vergleich zu Syrien verzeichnet Afghanistan mit 2,9 Millionen Menschen eine höhere Zahl an Rückkehrern. Dabei handelt es sich nicht um freiwillige Rückkehrer, sondern um erzwungene Rückführungen – eine Folge der geänderten Migrationspolitik der Länder, die diese Flüchtlinge zuvor aufgenommen hatten.
(Fides 21/6/2026)


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