Kinshasa (Fides) – In der Region Masisi in der Provinz Nordkivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo, tobt ein erbitterter Kampf um die Kontrolle der strategisch wichtigen Coltan-Mine in Rubaya. Dieses Abbaugebiet wurde der Trump-Administration von der kongolesischen Regierung im Rahmen eines Abkommensentwurfs angeboten. Dieser sieht vor, dass die USA im Gegenzug für Militärhilfe an die kongolesischen Streitkräfte (FARDC) Zugang zu strategischen Mineralien für ihre militärische und zivile Industrie erhalten. Aus Coltan wird Tantal hergestellt, ein hitzebeständiges Metall, das zur Herstellung von Halbleitern, Luft- und Raumfahrtkomponenten, Computern, Mobiltelefonen und Gasturbinen verwendet wird. Die Mine in Rubaya trägt etwa 15 % zur weltweiten Coltanproduktion bei. Der Abbau erfolgt ausschließlich in Handarbeit durch Einheimische, die dafür nur wenige Dollar am Tag verdienen. Schätzungen zufolge sind Investitionen zwischen 50 und 150 Millionen Dollar erforderlich, um die Mine industriell zu erschließen.
Rubaya liegt im Gebiet der pro-ruandischen Rebellen der M23/AFC (Kongo-Fluss-Allianz), die zwischen Januar und Februar des vergangenen Jahres große Teile der Provinzen Nord- und Südkivu eroberten.
Die Regierung in Kinshasa muss nun die Kontrolle über die Minen, die von den potenziellen Abkommen betroffen sind, zurückgewinnen. Derzeit wird die Offensive zur Rückeroberung Rubayas von Mitgliedern der regierungsnahen „Wazalando“-Miliz angeführt. Die Rückeroberung begann am 20. Februar, als Kämpfer von Wazalando-nahen Gruppen eine Reihe von Angriffen im Gebiet von Masisi in Richtung der Minen in Rubaya starteten. Nach der Einnahme der Städte Kasenyi, Chugi und Kinigi bestätigen mehrere lokale Quellen den Vormarsch der „Wazalando“-Truppen auf die Dörfer Runigi, Kabara, Kiruli und Kanyalu, die etwa 10 Kilometer vom Minengelände entfernt liegen.
Die Militäroffensive hat in den betroffenen Gebieten zu Bevölkerungsverschiebungen geführt: Seit dem 23. Februar sind in Rubaya erhebliche Bevölkerungsbewegungen zu beobachten. Aus Angst, ins Kreuzfeuer zu geraten, fliehen viele Familien überstürzt aus ihren Häusern. Einige suchen Zuflucht in Richtung Ngungu, Bihambwe und Mushaki, andere in Richtung Goma oder überqueren die Grenze zur benachbarten Provinz Südkivu. Die meisten Vertriebenen können nur das Nötigste zum Leben mitnehmen.
Die Offensive der „Wazalendo“-Milizen wird von bewaffneten Drohnen der FARDC unterstützt, die Rebellenstellungen bombardieren. Paradoxerweise handelt es sich dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit um in China hergestellte Drohnen, die im Rahmen einer Militäroperation eingesetzt werden, die es den USA ermöglichen soll, ihre Abhängigkeit von den von Peking kontrollierten Lieferketten zu verringern.
Die von der Demokratischen Republik Kongo US-Investoren vorgelegte Liste umfasst unter anderem die Lithiumvorkommen Manono, die Kupfer- und Kobaltminen des Bergwerkunternehmens „Chemaf“ in den Provinzen Katanga und Lualaba sowie die Germanium-Gallium-Mine in Lubumbashi.
(L.M.) (Fides 24/2/2026)