Kinshasa (Fides) – „Die US-Sanktionen gegen Ruanda haben keine Auswirkungen auf Kongolesen, die von der M23 rekrutiert werden“, so lokale Quellen aus der Provinz Süd-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo, die von den mit Ruanda verbündeten Guerillakämpfern der M23 besetzt ist, gegenüber Fides.
Am 2. März verhängte das US-Finanzministerium Sanktionen gegen die ruandische Armee und vier hochrangige Militärs aus Kigali unter dem Vorwurf, die M23-Rebellen im Osten der DR Kongo zu unterstützen (vgl. Fides 5/3/2026).
Auf die Frage, ob diese Maßnahme dazu beitragen kann, die Besetzung großer Teile des Ostens der DR Kongo durch die Rebellenbewegung zu beenden, antworten die lokalen Quellen, die aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden möchten: „ Wir alle wissen, dass die M23-Bewegung seit ihrer Gründung in Ruanda ihre Stützpunkte hat und zuvor auch in Uganda hatte. Aber wir wissen: Die M23 befindet sich heute hier im Kongo, und in den Reihen der M23 gibt es mehr als 20.000 Soldaten, die keine Ruander sind und die von den Sanktionen nicht betroffen sind. Und sie sagen es offen: ‚Die Sanktionen betreffen uns nicht‘.“
„Tatsächlich zeigten die Führer der M23-Bewegung wenige Tage nach Verhängung der Sanktionen gegen Ruanda im Fernsehen anlässlich einer Rede von Sultani Makenga (Militärchef der M23) insgesamt 1.500 neue Kommandosoldaten, wie die Mitglieder ihrer Spezialeinheiten genannt werden. Die Zeremonie wurde als Affront gegenüber der amerikanischen Maßnahme wahrgenommen“, so die Beobachter weiter.
„Bislang wurden noch keine direkten Sanktionen gegen die Guerillakämpfer verhängt, die Nord- und Süd-Kivu besetzt halten“, bekräftigen die Beobachter. „Angesichts der gegen Ruanda verhängt Sanktionen, erklärt die M23, nichts mit diesem Land zu tun zu haben. Auch der Chef des politischen Flügels der Bewegung (Kongo-Fluss-Allianz, AFC), Corneille Nangaa, erklärt, er sei Kongolese und die Sanktionen beträfen ihn nicht“.
„Wir sind der Meinung, dass die Sanktionen gegen die Anführer der Armee, die Goma und Bukavu besetzt hält, verhängt werden müssen“, so die Quellen weiter, „Ob Zivilisten oder Militärs, die Führung ist hier, weil die von der M23 eingesetzte Verwaltung aus Kongolesen besteht, auch wenn es in Goma etwas weniger sind. Wenn man also die M23 zwingen will, die besetzten Gebiete an die kongolesischen Behörden zurückzugeben, muss man Sanktionen gegen deren Führung verhängen, die sich hier im Osten des Kongo befindet. Es stimmt, dass Ruanda die Basis ist, von der aus die Männer der M23 aufgebrochen sind, aber nur dieses Land mit Sanktionen zu belegen, reicht nicht aus, denn die Kämpfe gehen sowohl in Nord-Kivu als auch in den Bergen von Süd-Kivu weiter“.
(L.M.) (Fides 6/3/2026)