Kinshasa (Fides) – Es werden neue Angriffe der Rebellen der Bewegung M23 und ihrer ruandischen Verbündeten auf Uvira befürchtet. Dies geht aus einer Mitteilung der lokalen Menschenrechtsorganisation ACMEJ aus Katogota inder Provinz Südkivu, im Osten der Demokratischen Republik Kongo, hervor, die Fides vorliegt. Uvira ist seit Langem umkämpft zwischen der von ruandischen Truppen unterstützten Rebellenorganisation M23/AFC (Kongo-Fluss-Allianz) und der regulären kongolesischen Armee (FARDC), die von lokalen Wazalendo-Milizen unterstützt wird. Nach Druck der USA schien die M23 die Stadt zunächst aufgegeben zu haben (vgl. Fides 06/02/2026). Die Rebellen blieben jedoch in der Nähe, wie nun aus der Erklärung der ACMEJ hervorgeht. Darin heißt es, dass in der Nacht des 17. März in Uvira, insbesondere in den Hügeln von Kalundu, Schüsse zu hören waren, die Panik unter der Bevölkerung auslösten.
In der vergangenen Woche wurden auch Bewegungen ruandischer Truppen und der M23/AFC in der Ebene von Ruzizi gemeldet. Es kam zu Zusammenstößen zwischen Soldaten der FARDC und ihren Wazalendo-Verbündeten sowie der M23/AFC und ruandischen Truppen.
Laut mehreren zuverlässigen Quellen begannen die Kämpfe am Morgen des 17. März gegen 6:00 Uhr in Runingu, Biriba, Kabunambo und Umgebung. Dabei wurden Granaten aus Stellungen der M23 und ihrer ruandischen Verbündeten abgefeuert. „Die Granaten zerstörten Berichten zufolge eine katholische Kirche in Runingu; weitere fielen in den Hof einer Dorfschule“, heißt es in der Erklärung. Es gab zivile Opfer, und die Bevölkerung musste in Richtung Burundi oder nach Uvira fliehen.
ACMEJ berichtet von Aussagen von Bewohnern mehrerer kongolesischer Dörfer an der Grenze zur Gemeinde Bugarama in Ruanda. Demnach wurden ruandische Militärlastwagen mit Truppen an Bord gesehen, die in verschiedene Gebiete der Ruzizi-Ebene und des umliegenden Hochlands unterwegs waren. Die ruandischen Soldaten wollen demnach auch Uvira, eine strategisch wichtige Stadt an der Grenze zu Burundi und Tansania, zurückerobern. Tatsächlich wurden seit dem 20. März in einigen Ortschaften der Ruzizi-Ebene neue Zusammenstöße zwischen den FARDC und ruandischen Streitkräften sowie ihren M23-Verbündeten gemeldet.
Unterdessen ist die Bevölkerung von Uvira auf sich allein gestellt. Ohne Sicherheitsbeamte sind die Einwohner „gezielten Attentaten, Tötungen, Folter und anderen unmenschlichen und erniedrigenden Misshandlungen durch unbekannte Bewaffnete ausgesetzt“.
Die jüngsten Sanktionen der US-Regierung gegen Mitglieder des ruandischen Regimes (vgl.Fides 05/03/2026) haben Kigali also nicht davon abgehalten, seine Militäraktionen in den kongolesischen Provinzen Süd- und Nordkivu fortzusetzen. „Die Bewohner Südkivus hatten gehofft, dass die Maßnahmen des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gegen hochrangige ruandische Militäroffiziere schnell Frieden und Sicherheit wiederherstellen würde, doch leider ist vor Ort keine Veränderung zu verzeichnen“, heißt es dazu abschließend in der Erklärung.
(L.M.) (Fides 24/3/2026)