ASIEN/IRAN - Ayatollah bittet Papst um Eingreifen zur Beendigung der US-amerikanischen Sanktionen zur Gewährleistung der medizinischen Versorgung

Freitag, 20 März 2020 menschenrechte     politik  

Teheran (Fides) - Ayatollah Seyed Mostafa Mohaghegh Damad, der sich seit Jahrzehnten für die Überbrückung der Distanz zwischen dem Iran und anderen Ländern der Welt einsetzt, bittet Papst Franziskus in einem beherzten Brief um sein Eingreifen, damit die Sanktionen gegen den Iran, insbesondere in diesen Zeiten in Teilen auszusetzen, um sicherzustellen, dass zumindest die die medizinische Versorgung gewährleistet werden kann. Während der außerordentlichen Synode über den Nahen Osten im Oktober 2010 hatte Papst Benedikt XVI. zwei muslimische Religionsführer, einen sunnitischen und einen schiitischen, zur Teilnahme eingeladen: Ayatollah Damad vertrat die schiitische Glaubensgemeinschaft. In seinem Brief an den Papst schreibt Ayatollah Damad, der derzeit Leiter der Abteilung für Islamwissenschaft der iranischen Akademie der Wissenschaften ist: "In diesen Tagen, in denen Menschen auf der ganzen Welt ernsthaft von der Verbreitung von COVID-19 bedroht sind, bin zutiefst davon überzeugt, dass der Heilige Vater mit aufrichtiger Liebe und Mitgefühl weiterhin dafür betet, dass diese globale Tragödie enddet und menschliches Leiden gelindert wird."
 "Im Iran“ - so der Text weiter - „sehen sich die Iraner - Kinder, ältere Menschen, Männer und Frauen in Städten und Dörfern - angeischts der raschen Verbreitung von COVID-19 mit dem schmerzhaften Verlust von Angehörigen konfrontiert, der sehr oft durch den gravierenden Mangel an Ressourcen verursacht wird, der zu den medizinische Folgen der von den Vereinigten Staaten verhängten Sanktionen gehört. Sie haben das Leid und das Elend der unterdrückten iranischen muslimischen Bevölkerung vervielfacht und sie gezwungen, sich unzähligen Problemen zu stellen, die tiefgreifende und negative Auswirkungen auf ihr Leben, ihren Frieden und ihre geistige Ausgeglichenheit hatten und wurden darüber hinaus der grundlegendsten und unveräußerlichen Menschenrechte beraubt".
"Ohne die Grundursachen dieser unmenschlichen Sanktionen zu beurteilen“, so der Ayatollah in seinem Schreiben an den Papst weiter, „die von den Vereinigten Staaten verhängt wurden, möchte ich als iranischer Islamwissenschaftler Sie demütig bitten, als geliebten Weltführer der Katholiken einzugreifen, damit diese Sanktionen beendet werden". Dies, so der schiitische Religionsführer, sei "eine humanitäres Handeln" der jenigen die an Jesus glaubbe, der "für die ganze Welt ein universelles Symbol für Frieden und Liebe ist".
 Der in New York lebende US-amerikanische katholische Priester und Franiskanerpater und Spezialist für den Dialog mit dem Islam, Pater Elias D. Mallon, betont gegenüber Fides in einem Kommentar zum Schreiben des Ayatollah: "Da die gesamte Menschheit unter dem Coronavirus leidet, laden auch wir dazu ein, alles zu tun, um humanitäre Sanktionen gegen den Iran zu widerrufen, damit das iranische Volk die medizinische Hilfe erhalten kann, die es benötigt. Wir wollen die tiefgreifenden Meinungsverschiedenheiten zwischen den Vereinigten Staaten und der Islamischen Republik Iran nicht minimieren. Die von Jesus vorgegebene Norm für das Verhalten gegenüber Feinden ist jedoch nicht die Vernichtung, sondern die Versöhnung (Matthäus 5, 21-26). Der Tod vieler iranischer Bürger - ältere Menschen, Frauen, Kinder, Zivilisten - trägt sicherlich nicht zur Förderung des Friedens bei. Es ist dringend notwendig, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen und zu beten.“
(PA) (Fides 20/3/2020)


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