ASIEN/NPAL - Kirche engagiert sich für Frieden, Stabilität und eine säkulare Staatsform

Montag, 22 Mai 2017 politik   menschenrechte   religiöse minderheiten   ethnische minderheiten   zivilgesellschaft   christentum   hinduismus   demokratie  

Kathmandu (Fides) – Frieden, Stabilität, Freiheit, Menschenrechte und eine säkulare Staatsform stehen im Mittelpunkt des Beitrags der katholischen Kirche im Land, aber vor allem auch das soziale Engagement und die Arbeit im Bildungswesen. Dies bekräftigt Pater G. William Robins (sj), der seit 45 Jahren in Südasien arbeitet, zuerst für fünf Jahre in Westbhutan und dann in Nepal. Als Lehrer unterrichtet er Mathematik und Naturwissenschaften in einem Gymnasium.
Der Jesuitenpater beschreibt die Situation nach dem ersten Wahlgang am vergangenen 14. Mai. Es handelt sich um die erste Wahl seit 20 Jahren und damit um einen wichtigen Schritt beim Aufbau der Demokratie, zehn Jahre nach Ende des Bürgerkriegs und zwei Jahre nach der Verabschiedung der Verfassung im Jahr 2015.
Ein vor zwei Jahren festgelegter institutioneller Plan sieht vor, dass auf die Verabschiedung der Verfassung lokale, regionale und nationale Wahlen stattfinden. Der demokratische Prozess soll bis 2018 abgeschlossen sein. Proteste in verschiedenen Teilen des Landes verzögerten allerdings die Organisation.
“In der Gesellschaft herrschen immer noch Vorurteile gegenüber Religionen”, so Pater Robins, „Ein zentrales Thema ist die säkulare Staatsform und ein säkulares Staatsverständnis, das von einigen als Laizismus verstanden wird, die glauben, dass ein säkularer Staat gegen Religionen ist, weshalb sie sich einer säkularen Verfassung widersetzen. Die Religion ist für die meisten Nepalesen sehr wichtig. Außerdem gibt es noch einen kleinen Teil von Bürgern, die einen hinduistischen und einen hinduistischen Staat fördern”, wie er auch von hinduistischen Bewegungen in Indien gefördert wird.
Vor einem solchen Hintergrund stoßen Christen zwar manchmal auf Hindernisse, doch langfristig ist es gelungen Schulen und andere Einrichtungen aufzubauen, die für die Zukunft des Landes wichtig sind. “Die katholische Kirche ist in Nepal vor allem für ihr Engagement im Gesundheitswesen bekannt”, so der Jesuitenpater, “Doch die wird auf noch als ‘ausländische’ Dienstleistung betrachtet. Manche befürchten Bekehrungen zum Christentum. Andere christliche Konfessionen beklagen, dass wir nicht den Mut haben, hinauszugehen und zu predigen, doch wir hoffen, dass die Kirche künftig wachsen wird“.
Wie aus Statistiken des Jahres 2014 hervorgeht, leben im Apostolischen Vikariat Nepal rund 7000 Katholiken, die von 18 Weltpriestern und 60 Ordensleuten in elf Pfarreien betreut werden.
(SD-PA) (Fides 22/5/2017)


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