ASIEN/INDONESIEN - Religionsvertreter veranstalten Demonstration zum Schutz des Kendeng-Gebirges

Mittwoch, 18 Januar 2017 politik   zivilgesellschaft   umwelt   dialog   menschenrechte  

Semarang (Fides) – “Wir beten für den Schutz unserer Berge. Gott segne das Land, das er uns geschenkt hat. Wenn die Menschen sie missbrauchen, dann wird die Natur geschädigt und unser Wasser vergiftet. Unsere Menschen werden nicht mehr in den Flüssen baden und Bauern ihre Felder nicht mehr bewässern können. Das Leben ganzer gemeinden und ein delikates Ökosystem wird zerstört werden”, so Pfarrer Aloys Budi Purnomo, der Vorsitzende der Kommission für Ökumene und interreligiöse Angelegenheiten der Erzdiözese Semarang, bei einer Demonstration, dass er in Zusammenarbeit mit anderen Religionsvertreter, Studenten, Umweltschützern und Künstlern organisierte und die vor dem Gebäude des Gouverneurs der Provinz Zentral-Java in Semarang endete.
Wie der Sekretär der Kommission, Lukas Ali Tristanto, bekräftigt liegt der Ortskirche vor allem das Wohl der Provinz am Herzen; aus diesem Grund lud Pfarrer Budi Purnomo alle Menschen guten Willens zum gemeinsamen Engagement und zum Gebet für den Schutz der Umwelt auf, Damit soll der Gouverneur auf die drohenden Gefahren für die Natur aufmerksam gemacht werden. Gemeinsam will man eintreten für „die Umsetzung des Beschlusses des Obersten Gerichts, der die Erlaubnis für den Bau eines Zementwerks in Rembang für ungültig erklärt”. Der Gouverneur, Ganjar Pranowo, zog unterdessen die Genehmigung nicht zurück, sondern erließ eine Anordnung, die die Zementfabrik “Semen Indonesia“ zum Schutz der Umwelt verpflichtet.
Nach Angaben des muslimischen Religionsvertreters Nuril Arifin Husein von der Koranschule in Pondok sollte der Gouverneur “die Anliegen der Bevölkerung berücksichtigen und die Erlaubnis zurücknehmen, insbesondere nachdem das Oberste Gericht die Ablehnung des Baus eines Zementwerks aus Gründen des Naturschutzes legitimiert“. Der Imam Aziz von der muslimischen Organisation “Nahdlatul Ulama” betont, dass “Kendeng nicht einfach nur ein antikes Bergkette ist, sondern ein Naturgebiet, in dem Menschen, Kulturen und Zivilisationen zusammenleben. Deshalb darf man nicht zulassen das ein derart kostbares Habitat in die Hände von Geschäftsleuten des Zementsektors fällt”
Die Kendung-Bergkette ist ein Karstgebirge, dass die Mitte der Insel Java durchzieht. Umweltschützer erinnern vor allem an das “Recht auf Wasser” und die unterirdischen Quellen Watu Putih, die sauberes Wasser liefern, das unzählige Bauern in Rembang und Tuban für die Bewässerung der Völker nutzen. Nach Angaben von Geologen gibt es in dem Karstgebirge mindestens 77 Höhlen, 154 Quellen, 15 Dolinen und 4 unterirdische Flüsse. Es wird befürchtet, dass die Abwässer der Industrie anlagen diesem System großen Schaden zufügen werden.
“Die Kampagne der Zivilgesellschaft und der Religionsgemeinschaften hat unter Beweis gestellt, dass sich die Beschlüsse der Richter und der Politiker beeinflussen lassen und gezeigt, dass die Regierung berufen ist, vorsichtig mit Fragen des Umweltschutzes umzugehen“, so Mimin Dwi Hartono, von der indonesischen „National Commission for Human Rights“.
(PA-PP) (Fides 18/1/2017)




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