AFRIKA/DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO - 80.000 Menschen fliehen vor Gefechten im Nordkivu

Donnerstag, 31 Mai 2012

Kinshasa (Fidesdienst) – Seit zwei Wochen kommt es in der Demokratischen Republik an der Grenze zu Uganda und Ruanda in der Region Rutshuru (Nordkivu) zu heftigen Gefechten zwischen den Rebellen der Bewegung M23 und der kongolesischen Armee. Viele Menschen sind bereits aus dem Gebiet geflohen. Wie der UN-Flüchtlingshochkommissar Antonio Guterres berichtet, haben fast 80.000 Menschen die Region aus Angst vor den Gefechten verlassen.
„Die Rebellen stellen politische Forderungen und man sollte bedenken, dass die Bewegung M23 aus der CNDP hervorgegangen ist, die offiziell als politische Partei anerkannt war und sogar Mitglied des Mehrheitsbündnisses des Präsidenten ist“, so das Netzwerk „Rete Pace per il Congo“, „Vielleicht hätten die Rebellen ihre Forderungen auf der politischen Bühne stellen sollen, bevor sie zu den Waffen greifen“.
„Was militärische Forderungen anbelangt“, so die Missionare, die sich in dem Netzwerk zusammenschließen, „so wurden die Kämpfer bereits aufgrund früherer Vereinbarungen in die reguläre Armee integriert, weshalb sie sich damit direkt an ihre militärischen Vorgesetzten wenden sollten. Auf jeden Fall rechtfertigt keinerlei Forderung den Einsatz von Waffengewalt. Es ist also der Verdacht begründet, dass sich hinter den offiziellen Forderungen der M23 andere Ziele verbergen“.
Bei den Forderungen der Rebellen handelt es sich vermutlich nur um einen Vorwand, um die Stationierung in anderen Teilen des Landes zu umgehen und eigenen Aktivitäten im Zusammenhang mit der Ausbeutung der Bodenschätze im Kivu fortzusetzen. „Wie aus den verschiedenen Berichten der UN-Experten hervorgeht, sollen hochrangige Mitglieder der kongolesischen Armee in mafiöse Verbindungen und Schmugglergeschäfte verwickelt sein. Dies ist kein Geheimnis. Es ist auch bekannt, dass diese Geschäfte vor allem über Ruanda, aber auch über Uganda und Burundi abgewickelt werden“, so die Missionare abschließend. (LM) (Fidesdienst, 31/05/2012)


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