ASIA/MYANMAR - Bischof: Frieden und Aussöhnung mit den Minderheiten gehören zu den Prioritäten des Landes

Montag, 30 April 2012

Banmaw (Fidesdienst) – Während der Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-Moon den birmanischen Präsidenten und die Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi zur Zusammenarbeit im Bemühen um einen Wandel auffordert, erinnert die Kirche ein weiteres Mal an die Prioritäten eines solchen Bemühens: Frieden und Aussöhnung mit den ethnischen Minderheiten.
Bischof Raymond Sumlut Gam von Banmaw im Norden des Landes, wo die Auseinandersetzungen zwischen Soldaten der Regierungsstreitkräfte und Rebellen des Kachin-Volkes anhalten, ist besorgt. In einem Appell, der dem Fidesdienst vorliegt, schreibt er: „Die Regierungseinheiten setzen ihre militärischen Operationen fort. Die Zahl der Binnenflüchtlinge ist auf rund 70.000 angestiegen. Allein 40.000 halten sich in der Diözese Banmaw auf“. Nach einem Besuch in den Aufnahmecamps für Flüchtlinge betont der Bischof, dass „es sich bei rund 95% der Vertriebenen um Christen handelt. Ein Großteil der Flüchtlinge sind Frauen und Kinder und bei rund 8.900 handelt es sich um Kinder und Jugendliche im Alter unter 15 Jahren. Über 20 Schulen in den abgelegenen Dörfern mussten infolge der Gefechte geschlossen werden. Wir haben in einigen Camps provisorischen Grundschulen eingerichtet, die in Zelten untergebracht sind. Doch es gibt kaum Lehrer und Unterrichtsmaterialien“.
In der Diözese Banmaw gibt es 13 Pfarreien mit 29.000 katholischen Gläubigen bei insgesamt rund 400.000 Einwohnern. Viele Pfarreien sind vom Bürgerkrieg betroffen und die Vertriebenen aus den ländlichen Gebieten drängen in die Stadt. Gegenwärtig werden 13.500 Binnenflüchtlinge von der Caritaszentrale in Banmaw in verschiedenen provisorischen Camps betreut. „Humanitäre Hilfen“, so der Bischof zum Fidesdienst, „erhalten wir von großzügigen Wohltätern. Wir brauchen dringend Zelte, warme Kleidung, Lebensmittel, Medikamente aber vor allem versorgen wir die Menschen auch mit pastoraler Betreuung und geistlicher Begleitung.“ An die Weltkirche appelliert Bischof Sumlut Gam mit der Bitte um „das Gebet und um Unterstützung für die Opfer des Bürgerkriegs in Kachin und Engagement für Frieden und Aussöhnung“.
Obschon der birmanische Präsident, Thein Sein, bereits zweimal Anweisungen zur Beendigung der Offensive gegen die Kachin-Rebellen erteilt hat, halten die Gefechte im Norden des Landes an. Bei den jüngsten Friedensgesprächen im vergangenen März hatten die Kachin erneut das Prinzip der Selbstbestimmung im Rahmen des birmanischen Staates geltend gemacht. Dabei forderten sie auch eine von internationalen Beobachtern garantierte Waffenruhe. Bisher wurde jedoch keine konkrete Lösung gefunden. (PA) (Fidesdienst, 30/04/2012)


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