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Vatikanstadt (Fides) – Aufgrund des seit 2021 andauernden Bürgerkriegs in Myanmar mussten fünf Bischöfe der insgesamt 17 Diözesen des Landes ihre Bischofssitze und ihre jeweiligen Kathedralen verlassen und leben nun in Pfarreien in sichereren Gebieten, die nicht von den Kämpfen zwischen Rebellen und Armee betroffen sind. „Es handelt sich um die Bischöfe der Diözesen Pekhon, Loikaw, Banmaw, Mindat und Lashio“, sagte Bischof Felice Ba Htoo von Pekhon, einer Stadt im Staat Shan in Zentralmyanmar, gegenüber Fides. Er schilderte das Leid dieser myanmarischen Bischöfe, die miterleben mussten, wie ihr Land seit fünf Jahren vom Bürgerkrieg verwüstet wird, was die Bevölkerung schwer trifft. „Auch wir als Bischöfe sind betroffen, und mit uns unsere Pfarreien. Viele mussten geschlossen werden, weil sie beschädigt oder zerstört wurden oder weil sie ohne Gläubige dastanden“, sagte er. Die Bischöfe von Myanmar, die sich derzeit zu ihrem Ad-limina-Besuch im Vatikan aufhalten, begegneten heute Papst Leo XIV. mit dem sie auch über ihr Leid und das des burmesischen Volkes sprachen. Gemeinsam mit ihm beteten sie für Frieden und Versöhnung.
„Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt“, so Bischof Felice Ba Htoo gegenüber Fides, „Wir leben im Hier und Jetzt und vertrauen auf Gott. Unsere heutige Mission ist es, den Menschen nahe zu sein, den Binnenvertriebenen, die über das ganze Land verstreut sind: einige im Dschungel, andere in Flüchtlingslagern, wieder andere in Dörfern, die weniger stark von der Gewalt betroffen sind. Wir versuchen, sie zu besuchen, sie zu trösten und ihnen Hoffnung zu schenken. Wir feiern die Sakramente mit den Katholiken. Wir ermutigen sie und laden sie ein, im Geiste der gegenseitigen Liebe, der Zusammenarbeit und der Hilfe zu leben, um diese Zeit der Ungewissheit und der Schwierigkeiten zu überwinden. Die Menschen sind müde und traumatisiert von dem Konflikt, der nun schon fünf Jahre andauert. In diesem von Prüfungen und Leid geprägten historischen Kontext begeben wir uns auf unsere Pilgerreise der Hoffnung.“
Priester, Ordensleute und Katecheten stünden in engem Kontakt mit den Menschen und predigten Frieden und Versöhnung, um sicherzustellen, dass der Hass nicht die Oberhand gewinnt, berichtet er. „Wir vertrauen auf Gott und beten für eine Zeit des Lichts für unsere Zukunft.“
„Mindestens 40.000 weitere Vertriebene haben in unserem Bistum Zuflucht gesucht“, so der Bischof zur Lage in seiner Diözese, „Sie gehören verschiedenen Religionen an und suchen Gebiete, die nicht von der Gewalt betroffen sind, wie beispielsweise den westlichen Teil des Bistums.“ Auch die Suche nach Wasser treibe den Flüchtlingsstrom an: „Die Vertriebenen versuchen, sich an Orten mit Wasser anzusiedeln, da Wasser in unserer Region knapp ist. Um zu überleben, waren die Bewohner der indigenen Dörfer in den letzten Jahren sehr gastfreundlich und teilten die Früchte des Landes und das Land zum Anbau. Doch nun, nach fünf Jahren, ist es sehr schwierig geworden: Die indigenen Menschen müssen für ihre Familien sorgen und haben keine Ressourcen mehr, die sie mit den Vertriebenen teilen können. Die humanitäre Lage hat sich verschlechtert.“ „Jetzt“, fährt er fort, „leben Tausende von Vertriebenen in über 30 Flüchtlingslagern in unserer Region. Andere leben in Lagern, wo immer sie können, wo immer sie einen Ort finden, der ihnen das Überleben ermöglicht.“
Zum Leben der katholischen Kirche, das von dieser prekären Lage geprägt ist, bemerkt der Bischof: „Das Leben der Kirche wurde durch den Konflikt beeinträchtigt. Die täglichen Kämpfe zwangen mich, das Pastoralzentrum in Pechon zu verlassen und in ein Dorf zur Pfarrei der Heiligen Jungfrau Maria zu ziehen. Wir mussten etwa sieben von 16 Pfarreien schließen. Von den rund 60.000 Katholiken der Diözese haben viele ihre Pfarreien verlassen und sind in ländliche Gebiete gezogen, näher zu ihren Verwandten.“
„Einige Kirchen und Klöster wurden zerstört“, fährt er fort, „Gerade im Zentrum der Diözese, in Pekhon, lebte die größte katholische Bevölkerung, und es gab dort bessere Gebäude und eine bessere Infrastruktur. Doch in all diesen Gebieten konnten die Menschen nicht bleiben und sie wurden nach und nach entvölkert.“
„Die Diözesanpriester“, berichtet Bischof Felice Ba Htoo, „leben in den Lagern Seite an Seite mit den Flüchtlingen. Sie leben dort mit den Menschen. Sie ermutigen sie, weil diese sich sozusagen den Priestern anvertrauen, ihnen vertrauen und sich sogar ein Stück weit beschützt fühlen. Priester, Ordensleute und Katecheten bemühen sich sehr, den Gläubigen nahe zu sein und ihren Bedürfnisse entgegenzukommen; sie versuchen sicherzustellen, dass diese zumindest sonntags die Messe besuchen können, organisieren Schulunterricht für Kinder und versuchen stets, vertriebene Familien zu ermutigen, zu trösten und zu begleiten.“
„Für uns Priester und Nonnen ist es unerlässlich, traumatisierte Menschen zu begleiten. Das ist unser Hauptanliegen: ihnen zu zeigen, dass der Herr sie immer liebt. Selbst in dieser schwierigen Situation hält Gott noch etwas Gutes für uns bereit: Er schenkt uns die Möglichkeit, diesen verletzlichen und leidenden Menschen wirklich nahe zu sein“, sagt der Bischof.
„Die Lage, in der wir uns befinden ist wirklich kritisch“, beklagt er, „Seit fünf Jahren quält uns die Gewalt. Die Menschen sind erschöpft, aber sie beten mit Tränen in den Augen, mit innigen, tiefgründigen Worten. Die Gläubigen beten den Rosenkranz, gehen in die Kirche oder in provisorische Kapellen und nehmen an der eucharistischen Anbetung teil: Es sind immer so viele Menschen da. Das ist von großer Bedeutung. Es zeigt, dass die Menschen an Gott glauben und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht aufgeben“.
Pekhon im Süden des Staats Shan liegt an der südöstlichen Front des Bürgerkriegs, wo es immer wieder zu sporadischen, aber anhaltenden Gewaltausbrüchen kommt. Das Gebiet ist strategisch wichtig für die Verkehrswege und di Streitkräften der Militärjunta stehen lokalen Volksverteidigungskräften gegenüber. In dieser komplexen und zersplitterten Situation sind auch regierungsnahe ethnische Milizen wie die „Pa-O-National Organisation“ präsent.
Das Gebiet ist nach wie vor umkämpft und äußerst instabil. Es kommt immer wieder zu Zusammenstößen zwischen der Armee, die einige Stützpunkte und die Hauptstraßen kontrolliert, und Widerstandsgruppen, deren Stellungen sich in ländlichen Gebieten und den umliegenden Hügeln befinden.
(PA) (Fides 5/6/2026)