100 Jahre seit der Weihe der ersten sechs chinesischen Bischöfe - Bischof Filippo Zhao Huaiyi und die Diözese Xuanhua

Montag, 12 Oktober 2026

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Hundert Jahre nach der Weihe der ersten sechs chinesischen Bischöfe in der Neuzeit (28. Oktober 1926) widmet der Fidesdienst diesen Nachfolgern der Apostel und ihren Diözesen, die im Mittelpunkt dieses entscheidenden Ereignisses auf dem Weg der katholischen Kirche in China standen, eine Reihe von Dokumentationen.



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von Prof. Liu Zhiqing

Zhangjiakou (Fides-Agentur) – Die Diözese Xuanhua war die vierte kirchliche Einheit in China, die der Leitung eines chinesischen Geistlichen anvertraut wurde. Sie wurde am 10. Mai 1926 als Apostolisches Vikariat Xuanhua errichtet. Ihr erster Bischof, Philipp Zhao Huaiyi, gehört zu der Gruppe der sechs chinesischen Bischöfe, die vor hundert Jahren, am 28. Oktober 1926, in Rom von Papst Pius XI. in der Vatikanischen Basilika geweiht wurden.
Philipp Zhao war am 13. Mai 1926 von Papst Pius XI. zum Apostolischen Vikar von Xuanhua ernannt worden.

1. Geschichte der Diözese

Am 10. Mai 1926 wurde das Apostolische Vikariat Xuanhua vom Apostolischen Vikariat Peking abgetrennt.

Das Apostolische Vikariat Peking war damals der Kongregation der Mission (Lazaristen) anvertraut, die französischen Ursprungs war. Zu jener Zeit war der Bischof von Peking der französische Lazarist Stanislas-François Jarlin (1856–1933).

Wie Kardinal Celso Costantini, der 1922 von Pius XI. zum ersten päpstlichen Delegaten in China ernannt worden war, später in seinen Memoiren schrieb, zählte die Diözese Peking damals fast 300.000 getaufte Katholiken. Es gab nur 23 französische Priester, während die Zahl der chinesischen Priester bei über hundert lag.
Xuanhua galt als der „Garten“ der Diözese Peking, und dort gab es nur drei französische Priester. Doch angesichts der Aussicht, dort einen kirchlichen Bezirk zu errichten und ihn einem chinesischen Bischof anzuvertrauen, zeigten sich mehrere französische Missionare ratlos und zögerlich.

Kirchlichen Statistiken zufolge zählte das Apostolische Vikariat Peking im Jahr 1925 285.300 getaufte Katholiken und 170 Priester, davon 114 Chinesen und 56 aus dem Ausland. Der chinesische Klerus machte somit 67,06 % der Gesamtzahl aus.

Laut dem Jahrbuch der katholischen Kirche in China von 1925 war das Apostolische Vikariat Peking in fünf große kirchliche Bezirke (Dekanate) unterteilt: Peking, Jingnan, Suqiao, Jingdong und Xuanhuafu (Xuanhua, mit dem Zusatz „fu“, der seinen administrativen Bezirksstatus bezeichnet).

Das Dekanat Xuanhua umfasste 13 Pfarreien: Xuanhuafu, Nihewan, Xihey­ing, Shuangshuzi, Nantun, Zhifanggou, Dongcheng, Lingluo, Yongningcheng, Xixiaozhuang, Shangzhuangzi, Zhangjiakou und Shangyingzhuangzi. Es gab 31.063 Katholiken und 16 Priester, darunter 11 Chinesen und 5 aus dem Ausland.

Am 10. Mai 1926 wurde das Apostolische Vikariat Xuanhua errichtet. Zum Zeitpunkt seiner Errichtung zählte das neue Vikariat 18 Mitglieder des chinesischen Klerus, einschließlich des Apostolischen Vikars, sowie 20 chinesische Ordensschwestern.

Laut den Statistiken von 1927 war das neue Apostolische Vikariat Xuanhuafu bereits in vier Dekanate gegliedert, mit 13 Pfarreien, die über ansässige Priester verfügten.

Im Jahr 1927 gründete der Apostolische Delegat in China, Celso Costantini, gerade in Xuanhua die erste Ordensgemeinschaft, die ausschließlich aus Priestern des chinesischen Klerus bestand: die Kongregation der Jünger des Herrn (Congregatio Discipulorum Domini). Der Sitz der Kongregation wurde im Dorf Penyao außerhalb des Nordtors von Xuanhua eingerichtet.

Am 11. April 1946 wurde das Apostolische Vikariat Xuanhua in die Diözese Xuanhuafu erhoben.

Laut den von Zhao Qingyuan in seiner „Chronologie der Gliederung der katholischen Diözesen in China und der Nachfolge ihrer Bischöfe“ angegebenen Statistiken gehörten der Diözese im Jahr 1940 258 Kirchen und Kapellen, 43 chinesische Priester und 36.027 Katholiken an.

2. Die Bischöfe der Diözese

Der erste Bischof von Xuanhua war Filippo Zhao Huaiyi (1880–1927), auch bekannt als Bingyi. Er wurde am 4. Oktober 1880 im Dorf Zhengfusi in Changxindian am westlichen Stadtrand von Peking geboren. Auch zwei seiner Brüder waren Priester.
Am 7. November 1893 trat er in das Kleine Seminar bei Beitang (der Kathedrale) in Peking ein. Am 27. Februar 1904 wurde er zum Priester geweiht.

Anschließend unterrichtete er vier Jahre lang am vorbereitenden Seminar in Peking und war dann zweieinhalb Jahre lang als Missionar in Xuanhua tätig. Danach war er zehn Jahre lang Pfarrer in Xin’an im Gebiet Jingzhao und vier Jahre lang Schulleiter der Yuying-Mittelschule in Peking.

Am 8. Januar 1923 wurde er chinesischsprachiger Sekretär des ersten Apostolischen Delegaten in China, Erzbischof Celso Costantini.

Unmittelbar nach der Errichtung des Apostolischen Vikariats Xuanhua (10. Mai 1926) wurde Zhao Huaiyi am 13. Mai von Papst Pius XI. zum ersten Apostolischen Vikar mit dem Titel eines Bischofs von Vaga ernannt. Am 28. Oktober 1926 wurde er in der Petersbasilika im Vatikan von Papst Pius XI. zum Bischof geweiht; er gehörte zu den ersten sechs chinesischen Geistlichen, die nach Rom gekommen waren, um zu Bischöfen geweiht zu werden. Er erhielt die apostolische Sukzession aus den Händen des Bischofs von Rom, des Nachfolgers des Apostels Petrus.

Filippo Zhao starb weniger als ein Jahr später, am 14. Oktober 1927, im Alter von 47 Jahren in Xuanhua.
Nach dem frühen Tod von Filippo Zhao wurde am 28. März 1928 der Priester Pietro Cheng Youyou (1881–1935) zum Apostolischen Vikar von Xuanhua ernannt. Er verstarb am 25. August 1935.

Am 7. Juli 1936 wurde der Priester Josef Zhang Runbo (1899–1949) zum Apostolischen Vikar von Xuanhua ernannt; er trat am 20. November 1947 aus gesundheitlichen Gründen zurück.


Am 8. Januar 1948 wurde der Priester Peter Wang Muduo (1904–1959) zum Bischof der Diözese Xuanhua ernannt. Nachdem er verhaftet worden war, wurde er in Arbeitslager geschickt.


3. Entwicklung der Diözese

Die Diözese Xuanhua ging aus dem Dekanat Xuanhua des Apostolischen Vikariats Peking hervor. Nach 24 Jahren (1926–1950) der Entwicklung erreichte die Zahl der Gläubigen etwa 36.000. Am Ende dieses Zeitraums zählte der Klerus 53 chinesische Mitglieder, darunter 1 Bischof; außerdem gab es 43 chinesische Ordensschwestern.

Die jährlich erfassten Statistiken zum Wachstum der Diözese in diesem Zeitraum sind in der folgenden Tabelle aufgeführt.

Tabelle der pastoralen Statistiken der Diözese Xuanhua, 1926–1950

Zeitraum/JahrBischöfePriesterOrdensfrauenBevölkerung
(Millionen)
Katholische Gläubige
AusländerChinesenAusländerinnenChinesen
1926–1927117201,727644
1927–192811731311,627431
1928–192911430261,627644
1929–19301222281,628644
1930–19311323291,628649
19331526291,630120
19341224341,631561
19351344301,732215
19361236251,733056
19371241341,734199
19381241341,734109
19391247301,734232
19401252331,735241
19411251331,736027
19421354341,736723
19431252431,736902
19471252431,736902
19481252431,736900
19491252431,736900
1950152431,736.000


Quelle: Die Missionen in China und Japan, Die Missionen in China, Verzeichnis der katholischen Missionen in China.


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