AFRIKA/SAMBIA - Besorgnis der afrikanischen Bischöfe über die Festnahme von Bischof Banda

Freitag, 2 Oktober 2026

Lusaka (Agenzia Fides) – „Im Namen des Symposiums der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar (SECAM) möchten wir der Bischofskonferenz von Sambia (ZCCB) und insbesondere seiner Exzellenz Erzbischof Alick Banda von Lusaka in dieser schwierigen Zeit für das Leben der Kirche in Sambia unsere brüderliche Solidarität und unsere Verbundenheit im Gebet zum Ausdruck bringen.“ Mit diesen Worten bekunden die im SECAM versammelten afrikanischen Bischöfe ihre Solidarität mit ihren Amtsbrüdern in Sambia und insbesondere mit Erzbischof Alick Banda von Lusaka, der Ende September festgenommen worden war.
„Mit großer Sorge haben wir die jüngsten Ereignisse zur Kenntnis genommen, die Erzbischof Banda betreffen. Am 28. September 2026 war er von der sambischen Drogenbekämpfungsbehörde (Drug Enforcement Commission, DEC) im Rahmen laufender Ermittlungen vorgeladen worden“, heißt es in der Erklärung, die am 1. Oktober veröffentlicht wurde.

Am 28. September war Erzbischof Banda von der sambischen Drogenbekämpfungsbehörde (Drug Enforcement Commission, DEC) festgenommen und angeklagt worden. Hintergrund ist der Besitz eines Toyota Hilux, der auf unrechtmäßige Weise erworben worden sein soll. Nach Angaben der DEC, die auch für die Bekämpfung von Geldwäsche und Finanzkriminalität zuständig ist, bestehe der „begründete Verdacht, dass der Toyota Hilux unrechtmäßig von der sambischen Steuerbehörde (Zambia Revenue Authority) erworben wurde“.
Erzbischof Banda plädierte vor einem Gericht in Lusaka auf nicht schuldig. Nachdem er eine Nacht in Untersuchungshaft verbracht hatte, wurde er gegen eine Kaution von 80.000 Kwacha (rund 3.600 Euro) freigelassen.
Die Nachricht von der Festnahme ihres Erzbischofs veranlasste zahlreiche Gläubige, sich zum gemeinsamen Gebet in der Kathedrale von Lusaka zu versammeln.

Seine Festnahme wird in Zusammenhang mit der Verhaftung mehrerer Oppositionspolitiker gebracht, die nach den Wahlen vom 13. August festgenommen worden waren. Unter ihnen befindet sich auch der wichtigste Oppositionskandidat Brian Mundubile. Am Tag nach der Wahl wurden bei einem Einsatz der Sicherheitskräfte im Haus Mundubiles elf Personen festgenommen. Bei dem Einsatz war der ehemalige Minister Mutotwe Kafwaya durch Schüsse getötet worden (vgl. Fides 21.8.2026).

Die sambischen Bischöfe hatten für den 29. September eine außerordentliche Vollversammlung der Bischofskonferenz (ZCCB) einberufen. Den Vorsitz führte Erzbischof Ignatius Chama von Kasama. In ihrer Abschlusserklärung zitierten die Bischöfe den Psalm 11,3: „Wenn die Grundfesten eingerissen werden, was kann ein Gerechter noch tun?“ Zugleich warnten sie davor, dass die demokratischen Grundpfeiler des Landes unter dem Druck politischer Polarisierung, Einschüchterung und willkürlicher Verhaftungen zunehmend ins Wanken gerieten.
Die Bischöfe brachten die wachsenden Spannungen mit den umstrittenen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen vom 13. August in Verbindung. Diese hätten ihrer Einschätzung nach das Vertrauen der Bevölkerung in die demokratischen Institutionen untergraben. „Das Vertrauen der Bürger in Wahlen ist von grundlegender Bedeutung für die Legitimität und Stabilität demokratischer Institutionen“, erklärten sie.
In ihrer Erklärung führten die Bischöfe eine Reihe weiterer besorgniserregender Entwicklungen an. Dazu zählen die politische Instrumentalisierung ethnischer Identitäten, die Einschränkung der freien Meinungsäußerung, Schikanen gegen Oppositionsparteien und die Schwächung der Rechtsstaatlichkeit.

(L.M.) (Fides 2/10/2026)


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