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Lusaka (Fides) – „Eine bewusste und zunehmende Missachtung der Verfassung, der Rechtsstaatlichkeit und der Menschenrechte der sambischen Bürger“. So bezeichnet ein Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen das Verhalten der sambischen Regierung nach den Wahlen vom 13. August, die der amtierende Präsident Hakainde Hichilema gewonnen hat (siehe Fides vom 13. und 18. August 2026).
In ihrer Erklärung, die der Agentur Fides vorliegt, betonen die zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter auch Caritas Sambia, dass sie diese „am Vorabend des Internationalen Tages der Demokratie veröffentlicht haben, den die Welt am 15. September begeht – ein von den Vereinten Nationen ins Leben gerufener Gedenktag, um über den Zustand der Demokratie weltweit nachzudenken“.
„Es ist eine bittere Ironie, dass Sambia diesem Tag nicht mit der Würdigung der Stabilität seiner demokratischen Institutionen begegnet, sondern sich einem beispiellosen Angriff auf diese stellen muss“, heißt es in dem Dokument. „Wir fordern alle Sambier und die internationale Gemeinschaft auf, den diesjährigen Internationalen Tag der Demokratie zu begehen, indem sie ernsthaft über die im Folgenden dargelegten Ereignisse und deren Auswirkungen auf die Zukunft unserer verfassungsrechtlichen Ordnung nachdenken.“
Erstens: die willkürliche Einziehung von Reisepässen ohne ordnungsgemäßes Verfahren. Die Reisepässe von sechs Bürgern wurden durch eine Bekanntmachung im Amtsblatt entzogen, ohne dass eine Anhörung stattfand oder die Möglichkeit bestand, die Entscheidung anzufechten. Zu den Betroffenen gehören der ehemalige Botschafter in Äthiopien, Emmanuel Mwamba, der Wissenschaftler Dr. Sishuwa Sishuwa sowie zwei ehemalige Abgeordnete.“
„Zweitens die Vorwürfe des Hochverrats und der Aufruhr gegen den Präsidentschaftskandidaten der Opposition, Brian Mundubile, und seinen Vizepräsidentschaftskandidaten Makebi Zulu, die seit Ende August inhaftiert sind, ohne jemals vor einem Richter erschienen zu sein“ (siehe Fides 26.8.2026). Einige von ihnen seien gefoltert worden, beklagen zivilgesellschaftliche Vereinigungen.
„Drittens die Zunahme von Entführungen, wie sie beispielsweise die Festnahme der amtierenden Abgeordneten Faith Munthali verdeutlicht“
„Wir betrachten diese Vorfälle nicht als Einzelfälle. In ihrer Gesamtheit stellen sie eine Verfassungskrise dar und verletzen die Garantien hinsichtlich der Bewegungsfreiheit, der persönlichen Freiheit und des Rechts auf ein faires Verfahren“, erklären die Unterzeichner der Erklärung.
Bischof George Cosmas Zumaire Lungu von Chipata betonte in einem Hirtenbrief „die tiefe Besorgnis, die Angst und die Unsicherheit darüber, in welche Richtung sich unser Land bewegt“, die „zahlreiche Bürger“ aufgrund der jüngsten Ereignisse empfinden.
Der Bischof von Chipata erinnert daran, dass „die Kirche nicht dazu da ist, sich für die eine oder andere politische Partei zu stellen, noch darf sie sich in ein Instrument der politischen Opposition verwandeln. Sie kann jedoch auch nicht schweigen, wenn die Würde des Menschen, das Gemeinwohl, Gerechtigkeit, Frieden und die Rechtsstaatlichkeit ernsthaft bedroht sind“.
Monsignore Lungu fährt fort: „Die Kirche kann keine Versöhnung predigen, wenn sie sich weigert, die Wunden anzusprechen, die diese Versöhnung notwendig machen. Wir können keine Gerechtigkeit predigen, wenn wir Angst haben, über Ungerechtigkeit zu sprechen. Wir können keinen Frieden predigen, wenn wir schweigen, während die für den Frieden notwendigen Voraussetzungen untergraben werden. Und wir können nicht überzeugend von Menschenwürde sprechen, wenn wir nicht die Würde und die Rechte jedes Einzelnen verteidigen, unabhängig von seiner politischen Zugehörigkeit.“
„In diesem Sinne halte ich einen respektvollen Dialog mit dem Präsidenten und den entsprechenden Vertretern der Regierung für einen konstruktiven Schritt“, schließt er.
(L.M.) (Fides 16/9/2026)