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von Cosimo Graziani
Washington (Fides) – Am Donnerstag, dem 10. September, endete die dreitägige Südamerikareise des US-Außenministers Marco Rubio, bei der er mit den Staatschefs von Kolumbien, Ecuador und Peru zusammentraf.
Der Besuch steht im Zusammenhang mit der sogenannten „Donroe Doctrine“, die als eine Art „Donald-Trump-Korollar“ zur historischen Monroe-Doktrin bezeichnet wird. Gemeint ist damit eine Reihe von Erklärungen und politischen Maßnahmen, mit denen die Vereinigten Staaten bereits im 19. Jahrhundert den Europäern deutlich machten, dass sie in der westlichen Hemisphäre nicht länger willkommen seien
Zu den offiziellen Eckpfeilern der Trump-Doktrin gehört der Kampf gegen den Drogenhandel, doch zu den „inoffiziellen“ Gründen für dieses Vorgehen in Lateinamerika gehört auch die Eindämmung der chinesischen Präsenz in der Region.
Der Besuch begann mit einem Treffen mit dem kolumbianischen Präsidenten De La Espriella, der, obwohl er erst seit wenigen Wochen im Amt ist, bereits eine entscheidende Wende in der Außenpolitik seines Landes vollzogen und es nach den Jahren unter Gustavo Petro wieder näher an Washington herangeführt hat. Im August trat Kolumbien dem „Shield of the Americas“ bei, der US-Initiative zur Bekämpfung des Drogenhandels, die von Kritikern im Land als „Blankovollmacht“ bezeichnet wurde, um möglichen militärischen Interventionen der USA auf kolumbianischem Territorium den Weg zu ebnen. Während Rubios Besuch unterzeichneten die beiden Länder zwei weitere Abkommen: Das erste betraf die potenzielle Zusammenarbeit im Bereich der zivilen Nutzung der Kernenergie, das zweite die Lieferung kritischer Materialien für den Technologiesektor.
In Ecuador traf der US-Außenminister mit Präsident Daniel Noboa zusammen. Auch hier stand der Kampf gegen den Drogenhandel im Mittelpunkt des Besuchs.
In den letzten Jahren hat sich Ecuador zu einem Transitland entwickelt, und die Aktivitäten von Banden und kriminellen Gruppen haben zugenommen. Während seines Besuchs stufte Rubio eine weitere lokale kriminelle Gruppe, „Los Tiguerones“, als terroristische Organisation ein. Es handelt sich um die dritte Gruppe, die innerhalb von zwei Jahren als solche ausgewiesen wurde.
Zur Unterzeichnung von Abkommen jeglicher Art kam es jedoch nicht. Die Vereinigten Staaten versicherten aber, die bereits für Ecuador bereitgestellten Mittel zur Sicherung des Landes – auch hier im Kampf gegen den Drogenhandel – um 45 Millionen aufzustocken; hinzu kommen 10 Millionen zur Bekämpfung illegaler Minen im Land, der Rekrutierung durch kriminelle Organisationen sowie der illegalen Finanzierung.
Auf der dritten und letzten Etappe seiner Reise hatte Rubio in Peru ein Treffen mit der neu gewählten Präsidentin Keiko Fujimori. Während des Besuchs kündigte Fujimori an, dass ihr Land dem „Shield of the Americas“ beitreten werde, und erklärte, dass die Partnerschaft zwischen den beiden Ländern die Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich verbessern werde, insbesondere beim Informationsaustausch zwischen den Geheimdiensten und bei der Bekämpfung grenzüberschreitender krimineller Gruppen. Rubios Besuch löste eine Reihe von Stellungnahmen von Oppositionsmitgliedern aus, die die Einmischung der Vereinigten Staaten in die peruanische Außenpolitik kritisierten.
Wenn der Kampf gegen den Drogenterrorismus auch als wichtigste Begründung für das Vorgehen der Trump-Regierung im übrigen Teil der westlichen Hemisphäre angeführt wird, bleiben andere Themen doch im Hintergrund. Besonders hervorzuheben ist das zweite Thema, das bei den Treffen dieser Reise zur Sprache kam: die Zusammenarbeit im Bereich Rohstoffe und Mineralien. Rubio erörterte dies in Kolumbien und vor allem in Peru, wo sich diese Thematik mit der wirtschaftlichen Präsenz Chinas im Land überschneidet.
Peking ist der wichtigste Partner Limas und gehört zu den weltweit größten Kupferabnehmern, was es zu einem unverzichtbaren Handelspartner für Peru macht. Die Trump-Regierung hat mehr als einmal deutlich gemacht, dass ihr außenpolitisches Handeln von der Versorgungssicherheit mit kritischen Rohstoffen bestimmt ist. Vor diesem Hintergrund wird die chinesische Präsenz in Südamerika als ein zu bekämpfender Faktor wahrgenommen und behandelt.
(Fides-Agentur, 12/9/2026)