In afrikanischen Ländern wächst die Besorgnis über die schädlichen Auswirkungen des illegalen Bergbaus

Sonntag, 12 Juli 2026 entwicklung   Ökologie   verschmutzung   geopolitik  

Von Cosimo Graziani
Monrovia (Agenzia Fides) – In Liberia wurde die Gründung einer Taskforce zur Bekämpfung des illegalen Bergbaus bekanntgegeben. Die „Protect Our Resources Taskforce“ (PORT) soll die Kontrollen verstärken, die Einhaltung von Vorschriften verbessern und die staatliche Überwachung des Phänomens intensivieren. Laut der liberianischen Zeitung „The New Dawn“ wurde Taskforce im Beisein von Energie- und Bergbauminister Matenokay Tingban auf den Weg gebracht, der sie als Zeichen eines „strategischen Wandels hin zu einer nachrichtendienstlich gestützten Stärkung, einer besseren strategischen Koordination und einem verantwortungsvolleren Umgang mit Bodenschätzen“ bezeichnete.
Die Taskforce wird den Betrieb der Minen des Landes überwachen und die Einhaltung von Lizenzen, Lizenzgebühren, Umweltstandards, Arbeitsbestimmungen und anderen Vorschriften sicherstellen. Eines der erklärten Ziele der Regierung ist die Förderung einer kontrollierten Entwicklung des Bergbausektors, die Reduzierung des illegalen Bergbaus und des illegalen Handels, insbesondere mit Gold, um nicht nur die Arbeitsbedingungen und die Umweltauswirkungen zu verbessern, sondern auch die Staatseinnahmen zu erhöhen. Wie Tingban auf der Pressekonferenz erklärte, gehören Liberias Bodenschätze zu seinen nationalen Vermögenswerten und müssen deshalb zur wirtschaftlichen Transformation, finanziellen Stabilität, ökologischen Nachhaltigkeit und zum nationalen Wohlstand beitragen.
Die Entscheidung der liberianischen Regierung, eine Task Force für den Bergbausektor einzurichten, dürfte nicht überraschen. Die zunehmende Verbreitung von illegalen Minen ist eines der sozioökonomischen Probleme, die mehrere Länder des Kontinents plagen.
Am stärksten betroffen sind Westafrika, von Senegal bis Nigeria, sowie das Kongobecken, Kamerun und die Demokratische Republik Kongo (DRK). Aber auch in Südafrika und Uganda gibt es illegale Minen, vorwiegend Goldminen. In den letzten Tagen wurden in diesen beiden Ländern illegale Minen geschlossen. Die Schließungen in Südafrika führten zur Festnahme von über zweihundert Personen, zumeist Einwanderern ohne Aufenthaltsberechtigung.
Illegaler Bergbau schadet afrikanischen Gesellschaften in vielerlei Hinsicht, allen voran der Umwelt. Beim Goldabbau werden Schadstoffe wie Quecksilber eingesetzt, die in Flüsse und Gewässer gelangen. Die verheerenden Umweltauswirkungen gehen mit sozialen Folgen einher: In der kürzlich geschlossenen Mine im Distrikt Kanungu in Uganda war in den vergangenen Wochen ein regelrechter Goldrausch ausgebrochen. Dieser führte dazu, dass ein Großteil der Bevölkerung, das Dorf Kanoni verließ und in verfallene Unterkünfte rund um die Mine zog. Die Verlassenheit des Dorfes führte zu einer lokalen Nahrungsmittelkrise, da die Bauern ihre Felder aufgaben, um in den Minen zu arbeiten. Ganze Familien verließen das Dorf, darunter auch minderjährige Kinder, mussten die Schule abbrechen mussten, um ihre Familien zu unterstützen. Um diese Situation in Uganda zu lösen, musste die Ministerin für Energie und Mineralienentwicklung, Phiona Nyamutoro, eingreifen und den Minenbetrieb nach ihrer Ankunft vor Ort schließen.
Das Problem verursacht nicht nur interne soziale Schwierigkeiten, sondern steht auch in engem Zusammenhang mit internationalen Dynamiken und Konflikten. Der illegale Bergbau wird durch den Rohstoffhunger regionaler und globaler geopolitischer Mächte angeheizt. Er ist mit weit verbreiteter Korruption verbunden und stellt eine weitere Facette des Neokolonialismus dar.
In der Demokratischen Republik Kongo (DRK) hängen die Bergbauaktivitäten mit der Instabilität zusammen, die durch die Präsenz von Rebellengruppen wie der M23 verursacht wird. Seit die Bewegung Anfang 2025 die Kontrolle über Goma übernommen hat, hat die Regierung in Kinshasa die Kontrolle über die lokalen Minen verloren, die nun von der Rebellengruppe betrieben werden. Diese hat ihre Kontrolle auch auf den Goldschmuggel ausgeweitet. Darüber hinaus werden in der Demokratischen Republik Kongo nicht nur Goldminen, sondern auch Edelmetalle für technologische Innovationen abgebaut. Diese stehen im Zentrum eines von Rebellengruppen begehrten Schmuggels, der oft mit engen Allianzen zu Gruppen und Organisationen in Nachbarländern verknüpft ist. So wird der Handel mit Gold und Edelmetallen auch zum Schlachtfeld wirtschaftlicher Konflikte, die wiederum mit regionalen und globalen Konflikten verknüpft sind.
(Fides 12/7/2026)


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