AFRIKA/SIMBABWE - Diamanten und Armut: Produktion in Chiadzwa soll erweitert werden

Mittwoch, 17 Juni 2026

Harare (Fides) – Die „Zimbabwe Consolidated Diamond Company“ (ZCDC) hat angekündigt, die Produktion in ihrer Mine Chiadzwa im Distrikt Mutare (Provinz Manicaland) im Osten von Simbabwe, von 3,8 Millionen Karat im Jahr 2025 auf 5 Millionen Karat im Jahr 2026 zu steigern.
Trotz der Abschwächung des globalen Diamantenmarktes und der zunehmenden Konkurrenz durch synthetische Edelsteine treibt das Management der ZCDC den Ausbau der Verarbeitungsanlage in Chiadzwa weiter voran. Die Erweiterung mit dem Ziel der Diamantengewinnung soll bis zum 30. August 2026 abgeschlossen sein. Ziel ist es, die Effizienz und Produktionskapazität der Mine zu erhöhen. Der Abbau in Chiadzwa ist seit Jahren Gegenstand von Kontroversen und bringt die ZCDC und einige Kleinschürfer in Konflikt mit Bauern und der lokalen Bevölkerung.
Die Einwohner von Chiadzwa leben trotz der riesigen Diamantvorkommen, die seit fast zwanzig Jahren von der Bergbauindustrie ausgebeutet werden, weiterhin in Armut. Die Straßen sind nach wie vor in einem desolaten Zustand, und die Infrastruktur, einschließlich Gesundheitsversorgung und Bildung, ist weiterhin mangelhaft. Die Bevölkerung wurde zudem zwangsgeräumt, während industrielle und handwerkliche Minenarbeiter mit Unterstützung staatlicher Sicherheitskräfte Gemeindeland in Besitz genommen haben. Auch das Vieh ist erheblichen Gefahren ausgesetzt: Es kann in offene Gruben stürzen oder durch Abwässer und Abfälle aus dem Bergbau gefährdet werden. Der intensive Bergbau hat außerdem die Bodenfruchtbarkeit beeinträchtigt und den Konkurrenzkampf zwischen Bauern und Minenbetreibern um den Zugang zu Wasserressourcen verschärft.
Der Fall Chiadzwa wurde auf der Nationalen Konferenz für Dialog und Mediation in Bergbaugebieten erörtert, die vom 3. bis 4. Juni in Harare stattfand. Die Initiative wurde vom Symposium der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar (SECAM) in Zusammenarbeit mit dem „Inter-Regional Meeting of the Bishops of Southern Africa“ (IMBISA) und der Simbabwischen Katholischen Bischofskonferenz (ZCBC) auf den Weg gebracht.
In der Abschlusserklärung der Konferenz wurde beklagt: „Trotz des enormen Mineralienreichtums leben die Gemeinschaften in den vom Bergbau betroffenen Gebieten weiterhin in Armut, und viele der von Investoren gemachten Versprechen wurden nicht eingehalten.“
Die Teilnehmer forderten konkrete Maßnahmen, um mehr Transparenz bei den Bergbauaktivitäten und der Verwaltung der damit verbundenen Gewinne zu gewährleisten, die Beteiligung der lokalen Gemeinschaften an den Entscheidungs- und Überwachungsprozessen der Rohstoffunternehmen zu fördern, Mechanismen zur Konfliktprävention und -lösung zu stärken und die Einhaltung der Umwelt- und Arbeitsvorschriften sicherzustellen, wobei dem Kampf gegen Kinderarbeit besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird.
(L.M.) (Fides 17/6/2026)


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