ASIEN/PHILIPPINEN - Erdbeben auf Mindanao: Nachbeben erschweren Hilfsmaßnahmen

Mittwoch, 17 Juni 2026

MI

Mindanao (Fides) – Nach dem Erdbeben der Stärke 7,8 vom 8. Juni auf der südlichen Insel Mindanao (vgl. Fides 06/09/2026) ereigneten sich weiterhin Hunderte von Nachbeben. Konkret handelte es sich um kleinere seismische Ereignisse am 15. Juni, die die nach wie vor sehr prekäre Lage der betroffenen Bevölkerung glücklicherweise nicht verschlimmerten. Die Zahl der Todesopfer ist noch vorläufig; zahlreiche Menschen werden vermisst, und die Infrastruktur wurde schwer beschädigt, was die Erreichbarkeit der betroffenen Gebiete stark einschränkt.
Um der Bevölkerung zu helfen, mobilisiert der „Camillian Disaster Service International“ (CADIS), das Katastrophenhilfswerk der Kamillianer, Hilfsprogramme für die Überlebenden. Laut den Kamillianern sind besonders gefährdete indigene Bevölkerungsgruppen, Moro-Gemeinden, Fischer und ländliche Bauernfamilien betroffen.
Die von CADIS bis zum 11. Juni 2026 veröffentlichten Zahlen dokumentieren verheerende humanitäre Folgen, die sich weiter verschärfen. Es wurden 61 Todesfälle, 688 Verletzte, 40 Vermisste, 75.324 betroffene Familien und 12.641 beschädigte Häuser (davon 2.289 vollständig zerstört) gemeldet. Tausende Familien sind weiterhin obdachlos und schlafen im Freien in provisorischen Unterkünften oder in überfüllten Evakuierungszentren. Die Vertreibung wird durch die Angst vor Gebäudeeinstürzen ausgelöst, die durch die Nachbeben, darunter ein Beben der Stärke 5,9 am 10. Juni, verstärkt wird. Vorläufige Schätzungen gehen davon aus, dass wichtige Einrichtungen wie Krankenhäuser und Schulen, Straßen, Brücken, Kommunikationsnetze und Stromleitungen beschädigt wurden. Darüber hinaus haben anhaltende Kommunikationsstörungen und unpassierbare Straßen mehrere Küsten- und Binnendörfer von der Außenwelt abgeschnitten, was die Lieferung lebenswichtiger Hilfsgüter und eine umfassende Schadensbewertung verzögert. Tausende Familien warten weiterhin auf Hilfe.
Das Hilfswerk der Kamillianer-Missionare arbeitet vor Ort mit der Mindanao-Abteilung der „Camillian Task Force“ der Philippinen und mit anderen lokalen Hilfsorganisationen wie dem „Consortium for People's Development Disaster Response“ (CPDDR) und der „Sisters Association of Mindanao“ (SAMIN) zusammen. CADIS betont nach einer ersten Analyse den dringenden Bedarf an lebensnotwendigen Gütern wie Reis, Lebensmittelpaketen und sauberem Trinkwasser. Notunterkünfte, Planen, Plastikplanen, Baumaterialien, Decken und Isomatten werden ebenfalls benötigt. Auch Erste-Hilfe-Materialien, lebenswichtige Medikamente und Hygieneartikel sind dringend erforderlich. Psychosoziale Unterstützung, insbesondere für vertriebene Kinder und Familien, sei ebenfalls notwendig. Lokale Hilfsorganisationen haben trotz extrem begrenzter Ressourcen bereits Hilfsmaßnahmen eingeleitet.
Die Philippinen blicken auf eine lange und dramatische seismische Geschichte zurück. Das Land liegt am Pazifischen Feuerring, einer der aktivsten Regionen der Erde. In den letzten Jahren wurde es von mehreren schweren Erdbeben heimgesucht: Am 30. September 2025 zerstörte ein starkes Erdbeben der Stärke 6,9 zahlreiche Gebäude an der Nordspitze der Insel Cebu (vgl. Fides 2/10/2025); 2019 verursachte eine Serie verheerender Erschütterungen auf der Insel Mindanao umfangreiche Schäden (vgl. Fides 16/12/2019); 2013 zerstörte das Erdbeben von Bohol mit einer Stärke von 7,2 historische Kirchen und forderte über 200 Todesopfer (vgl. Fides 18/10/2021). 1976 löste ein starkes Erdbeben einen verheerenden Tsunami aus, der Tausende von Menschenleben forderte.
(AP) (Fides 17/6/2026)


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