ASIEN/SRI LANKA - Dengue-Warnung: In Pfarreien sollen Komitees zur Prävention eingerichtet werden

Mittwoch, 20 Mai 2026

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Colombo (Fides) – Seit Anfang 2026 wurden in Sri Lanka fast 28.000 Dengue-Fälle registriert, die in 15 Fällen tödlich verliefen. Die Epidemie wird durch den bevorstehenden Monsunregen verschärft, da dieser die Vermehrung der virusübertragenden Mücken begünstigt. Im gesamten Jahr 2025 wurden insgesamt rund 51.000 Fälle verzeichnet. Laut lokalen Gesundheitsbehörden wurden Fälle in allen 25 Distrikten registriert, mit den meisten Infektionen in Colombo, Gampaha, Matara, Galle, Ratnapura und Kalutara sowie im Stadtgebiet von Colombo (alle in der Westprovinz). Die Nationale Dengue-Kontrolleinheit Sri Lankas (NDCU) schlug Alarm und berichtet von einer rasanten Zunahme der Mückenbrutstätten in Schulen, Betrieben, religiösen Einrichtungen und öffentlichen Gebäuden, hauptsächlich aufgrund unsachgemäßer Abfallentsorgung.

In Sri Lanka, vor allem in den Küsten- und Westregionen, bilden Katholiken eine Minderheit. Die Kirche hat sich jedoch in Gesundheitskrisen stets engagiert und ist weiterhin aktiv in Initiativen auf Gemeindeebene, die sich auf die Beseitigung von Krankheitsherden in Gemeinschaftszentren und religiösen Einrichtungen konzentrieren. Der Erzbischof von Colombo, Kardinal Malcolm Ranjith, ist sich dieser Problematik besonders bewusst und setzt sich aktiv für die Bewältigung der Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit ein. Während Dengue-Epidemien rief er in den vergangenen Jahren immer wieder zum Gebet, Fasten und zu konkreten Maßnahmen wie Aufräumaktionen auf. Während der Epidemie von 2017, die mit über 186.000 Verdachtsfällen und Hunderten von Todesfällen ihren Höhepunkt erreichte, rief der Kardinal zu einer Gebets- und Fastenwoche, einer Novene zum heiligen Sebastian, dem Schutzpatron gegen Pest und Epidemien, zu besonderen Messen und Prozessionen sowie zur Anrufung der Jungfrau Maria und aller Heiligen auf.

Zu den praktischen Präventionsmaßnahmen, die die NDCU auch für religiöse Einrichtungen empfiehlt, zählt insbesondere die wöchentliche Reinigung. Diese könnte beispielsweise sonntagmorgens in Kirchen oder an geeigneten Tagen für andere Glaubensrichtungen unter Einbeziehung von Geistlichen, Mitarbeitern, Freiwilligen und Gläubigen erfolgen. Weitere Vorschläge umfassen die Einrichtung von „Dengue-Präventionskomitees“ in den Pfarreien, analog zu anderen Gemeindegruppen, unter Einbeziehung von Jugendgruppen, wobei die Initiative mit dem Thema der Bewahrung und des Schutzes der Schöpfung verknüpft wird.
(AP) (Fides 20/5/2026)


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