Khartum (Fides) – Zwischen der sudanesischen und der äthiopischen Regierung ist eine diplomatische Krise ausgebrochen. Die Regierung in Khartum wirft Äthiopien vor, die Eroberung der Grenzstadt Kurmuk durch Milizionäre der „Rapid Support Forces“ (RSF) und deren Verbündete der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung-Nord (Sudan People’s Liberation Movement, SPLM-N) ermöglicht zu haben.
Laut sudanesischen Regierungsquellen habe Äthiopien den RSF-Einheiten den Durchmarsch durch sein Territorium gestattet, wodurch diese die in der Stadt stationierten Regierungssoldaten der Sudanesischen Streitkräfte (SAF) aus dem Hinterhalt angreifen konnten.
Bereits Anfang Februar hatten sudanesische Regierungsvertreter ähnliche Vorwürfe erhoben. Damals behaupteten sie, RSF- und SPLM-N-Milizionäre seien bei einem Angriff auf Deim Mansour im Bezirk Kurmuk über äthiopisches Territorium in den Staat Blue Nile eingedrungen.
Laut einer Recherche von Reuters soll die RSF auch ein Ausbildungscamp für ihre Kämpfer auf äthiopischem Boden errichtet haben. Zudem sollen Waffen, Munition und andere Güter für die RSF durch Äthiopien transportiert werden.
Die Eröffnung neuer Nachschubwege für die RSF ist Teil der Strategie der Vereinigten Arabischen Emirate, die von Staaten, die die sudanesische Regierung unterstützen – allen voran Ägypten –, verhängten Beschränkungen zu umgehen. Trotz der Schwierigkeiten, die der Krieg im Iran mit sich bringt, unterstützen die Emirate weiterhin die von Mohammed Hamdan Dagalo, bekannt als „Hemedti“, geführte bewaffnete Gruppe. Neben Äthiopien und dem Südsudan werden die RSF auch über die Zentralafrikanische Republik und den Tschad mit Nachschub versorgt.
(L.M.) (Fides 24/3/2026)