AFRIKA/SUDAN - “Darfur ist nicht nur ein Ort des Leidens. Es ist ein Ort der Reslienz”

Donnerstag, 5 Februar 2026

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Karthoum (Fides) – „Schweigen hat uns nie gerettet. Und heute ermöglicht das Schweigen der Weltgemeinschaft erneut einen Völkermord. Was in Darfur geschieht, ist nichts Neues. Seit 2003 werden die nichtarabischen Gruppen in Darfur, die Fur, Masalit und Zaghawa verfolgt, weil sie es wagen, zu überleben“, so einer sudanesischen Frauenrechtsaktivistin, die von Darfur aus mit der „Strategic Initiative for Women in the Horn of Africa“ (SIHA Network) zusammenarbeitet. In einer Mitteilung an die lokale Presse prangert sie den Belagerungszustand, den Terror und die Verwüstung an, unter denen die Bevölkerung von Darfur leidet.
„Der Krieg, der im April 2023 offiziell im Sudan ausgebrochen ist“, betont sie, „hat nur begonnen, das offenzulegen, was wir in Darfur schon lange als Tatsache kennen: dass unser Land bereits belagert und unser Volk angegriffen wurde. El Fasher blieb über 500 Tage lang allein, bis es im Oktober 2025 von den Rapid Support Forces (RSF) erobert wurde (vgl. Fides 27/10/2025). Wir haben dokumentiert, was passieren würde, aber ohne Aufsehen. Keine Empörung.“
Papst Leo XIV. hatte beim Angelus gebet am 2. November 2025 betont: „Mit großem Kummer verfolge ich die tragischen Nachrichten aus dem Sudan, insbesondere aus der Stadt Al-Faschir im leidgeprüften Nord Darfur“ und damit auf einen der tragischen Konflikte aufmerksam gemacht, die den afrikanischen Kontinent zerreißen, während die internationalen Organismen im Wesentlichen passiv bleiben (vgl. Fides 2/11/2025).
„Massenhinrichtungen, ethnische Diskriminierung, Entführungen und sexuelle Gewalt“, fährt die Frauenrechtsaktivistin fort, die auch Koordinatorin für den Schutz von Flüchtlingsfrauen und Binnenvertriebenen in Darfur ist. „Wir erleben einen Krieg, der mit den Körpern von Frauen geführt wird, einen Krieg, der nicht nur blutig sein will, sondern auch Gemeinschaften zerstören soll. Vergewaltigung ist eine Waffe, ein Instrument nicht nur der Gewalt, sondern auch der Auslöschung. In Zalingei berichten Fur-Frauen, dass sie wie Sklavinnen leben. In ganz Darfur besetzen RSF-Gruppen Haftanstalten, in denen Frauen gefangen gehalten werden“.
Die Menschenrechtsaktivistin betont die Resilienz dieser Opfer und berichtet, dass „viele von ihnen, die die Gewalt überlebt haben, nun Gemeinschaftsküchen betreiben, um andere vertriebene Familien in vielen Teilen Darfurs mit Mahlzeiten zu versorgen. In Tawila helfen sie Gleichaltrigen dabei, Räume in psychosozialen Gruppen zu schaffen. In Tura riskieren sie ihr Leben, um Medikamente zu verteilen und Überlebende an sicherere Orte zu bringen. Durch SIHA tun wir alles, was wir können. Wir bieten medizinische Versorgung, sichere Umsiedlung, rechtliche Dokumentation und psychosoziale Unterstützung. Wir bauen Netzwerke von Überlebenden auf. Aber Tatsache ist, dass das nicht genug ist. Die Welt muss mehr tun, als nur eine Krise zu beobachten. Wir können nicht weitere 20 Jahre auf Gerechtigkeit warten”, beklagt sie.
„Darfur ist nicht nur ein Ort des Leidens. Es ist ein Ort der Reslienz, an dem Frauen die Zukunft gestalten, während die Welt wegschaut“, lautet das Fazit einer Frau, die darum bittet, dass dies nicht der x-te vergessene Krieg sein darf.
(AP) (Fides 5/2/2026)


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