AFRIKA/SUDAN - Spannungen mit Äthiopien: Sudan zieht Botschafter aus Addis Abeba ab

Dienstag, 5 Mai 2026

Khartum (Fides) – Nach gegenseitigen Anschuldigungen zwischen dem Sudan und Äthiopien, zog der Sudan seinen Botschafter aus der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba ab.
Die sudanesische Regierung in Khartum wirft Äthiopien und den Vereinigten Arabischen Emiraten im Namen der sudanesischen Streitkräfte (SAF) vor, für mehrere Drohnenangriffe auf Ziele im Sudan verantwortlich zu sein. Ein Sprecher der SAF erklärte, seine Regierung habe Beweise dafür, dass seit dem 1. März 2026 Drohnen vom Flughafen Bahir Dar in Äthiopien aus Angriffe durchgeführt hätten. Die Angriffe richteten sich Berichten zufolge gegen verschiedene Gebiete, darunter die Bundesstaaten Weißer Nil und Blauer Nil sowie die Regionen Nord- und Südkordofan.
Am 17. März fing die sudanesische Luftabwehr eine der Drohnen nördlich von El-Obeid ab. Im Anschluss an den Vorfall analysierten Experten die Daten der Drohne und kontaktierten den Hersteller. Laut dem Sprecher bestätigte die Analyse, dass die Drohne mit der Seriennummer S88 den Vereinigten Arabischen Emiraten gehört und ihr Kontrollzentrum auf äthiopischem Territorium, am Flughafen Bahir Dar, lag. Flugdaten zeigten den Startpunkt und die Route der Drohne durch den sudanesischen Luftraum, wo sie Ziele in Al-Kurmuk und anderen Orten im Bundesstaat Blauer Nil sowie in Nord- und Südkordofan angriff.
Die Drohnenangriffe wurden Berichten zufolge zur Unterstützung der paramilitärischen „Rapid Support Forces“ (RSF) durchgeführt, die laut sudanesischen Streitkräften (SAF) Militärhilfe aus Äthiopien und den Vereinigten Arabischen Emiraten erhalten.
Als Reaktion auf die sudanesischen Anschuldigungen wies das äthiopische Außenministerium die Behauptungen Sudans in einer Erklärung zurück und erklärte, die SAF unterstütze die Rebellen der TPLF (Volksbefreiungsfront von Tigray) in Tigray. „Die sudanesischen Streitkräfte haben diese Söldner mit Waffen und finanzieller Unterstützung versorgt und ihnen so ihre Vorstöße entlang der äthiopischen Westgrenze ermöglicht. Die Aktivitäten der TPLF-Söldner im Sudan sind allgemein bekannt, und es gibt umfangreiche und glaubwürdige Beweise dafür, dass der Sudan als Operationszentrum für verschiedene anti-äthiopische Kräfte dient. Es ist offensichtlich, dass diese feindseligen Aktionen sowie die jüngsten und früheren Anschuldigungen von Offiziellen der sudanesischen Streitkräfte auf Anstiftung externer Drahtzieher erfolgen, die ihre eigenen finsteren Ziele verfolgen“, heißt es in der Erklärung des Außenministeriums in Addis Abeba.
(L.M.) (Fides 5/5/2026)


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