AMERIKA/CHILE - Kirchliches Netzwerk fordert Zugang zu Grundrechten für Migranten

Dienstag, 24 März 2026

Santiago (Fides) – „Das Recht auf soziale Leistungen geht dem Aufenthaltsstatus voraus“, sagte Kardinal Fernando Chomalì, Erzbischof von Santiago de Chile, in Bezug auf eine Stellungnahme der Vertretung des lateinamerikanischen kirchlichen Migrationsnetzwerks „Red Clamor“ in Chile, in der die Organisation ihre Besorgnis über einen Gesetzentwurf zum Ausdruck brachte, der darauf abzielt, den Zugang von Migranten ohne gültige Papiere zu staatlichen Leistungen einzuschränken.
In der Stellungnahme, die Fides vorliegt, beklagt das kirchliche Netzwerk, dass der derzeit im chilenischen Parlament diskutierte Gesetzentwurf grundlegende soziale Rechte einschränkt und den Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und sozialer Sicherheit für Migrantenfamilien in Chile gefährden könnte. Die Erklärung wurde von Schwester Gabriela Herrera, Geschäftsführerin von „Red Clamor“ in Chile, und Bischof Moisés Atisha von San Marcos de Arica unterzeichnet, der das Engagement der Kirche für Migranten und Flüchtlingen bekräftigte. Solche Einschränkungen widersprächen „der Menschenwürde und der Anerkennung der Familie als Kern der Gesellschaft“, warnt das Netwerk.
„Red Clamor“ (vgl. Fides 02/03/2021), ein Zusammenschluss kirchlicher Organisationen, der sich in Zusammenarbeit mit der chilenischen Bischofskonferenz für die Integration von Migranten und Flüchtlingen einsetzt, erklärt, man begrüße das Engagement für die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit und die Funktionsfähigkeit der Institutionen und stellt fest: „Die große Mehrheit der Migranten wünscht sich zunehmend, an diesen Bemühungen mitzuwirken, die Frieden, Ordnung und Wohlstand bringen können, wenn sie der Menschenwürde und dem sozialen Zusammenhalt dienen.“
„Ausschluss löst das Migrationsproblem nicht, sondern verschärft es“, warnt die Organisation. Viele dieser Menschen seien irregulär eingereist, „nicht aus Missachtung des Gesetzes, sondern weil sie gezwungen waren, ihr Leben zu schützen und angesichts der Lage in ihren Herkunftsländern keine andere Wahl hatten.“ Die Organisation ist überzeugt, dass sich Sicherheits- und Grenzkontrollmaßnahmen mit dem Schutz von Grundrechten und der Beeinträchtigung der Menschenwürde und des sozialen Zusammenhalts vereinbaren lassen. Gleichzeitig schlägt sie einen transparenten Dialog vor, um die Risiken der Reform aufzuzeigen. Insbesondere warnt sie davor, dass die Maßnahme „nicht nur den sozialen Zusammenhalt gefährden, sondern auch das Leben von Kindern beeinträchtigen könnte.“
(AP) (Fides 24/3/2026)


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