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Von Cosimo Graziani
Stockholm (Fides) – Am vergangenen 9. März veröffentlicht das Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) den Bericht zur Entwicklung des Waffenmarktes im Fünfjahreszeitraum 2021–2025.
Der Bericht gilt als eines der wichtigsten Instrumente für eine Analyse des internationalen Waffenmarktes und dessen Veränderungen im Laufe der Jahre. Insbesondere spiegelt die aktuelle Ausgabe die Veränderungen infolge der Kriege in der Ukraine, im Sudan und im Nahen Osten wider und bietet damit einen Überblick über die Verschlechterung der internationalen Beziehungen in den letzten Jahren.
Dem Bericht zufolge wuchs der Waffenmarkt im Fünfjahreszeitraum 2021–2025 um 9,2 % gegenüber den vorangegangenen fünf Jahren und bestätigt damit einen Aufwärtstrend, der bereits im Fünfjahreszeitraum 2001–2005 begann.
Der Kontinent mit dem stärksten Anstieg der Importe im betrachteten Zeitraum ist Europa mit einem Plus von 210 %, bedingt durch den Konflikt in der Ukraine und die Wiederbewaffnung europäischer Länder. Anderswo ist der Trend negativ: In Afrika sanken die Importe um 41 %, in Asien und Ozeanien um 20 % und im Nahen Osten um 13 %. Nur in Amerika gab es einen Anstieg von 12 %.
Betrachtet man die einzelnen Länder, ist die Ukraine mit einem Anteil von 9,2 % am Gesamtvolumen der weltweit führende Importeur, während die Vereinigten Staaten mit 42 % der wichtigste Lieferant sind.
Bei den Lieferländern haben die USA ihren Anteil in den letzten Jahren um fast ein Drittel gesteigert: Im Vergleich zum Zeitraum 2016–2020 stiegen die Exporte um 27 %. Frankreich und Russland folgen mit 9,8 % bzw. 6,8 % der Exporte. Unter den zehn größten Exportländern befinden sich fünf europäische Länder: Neben Frankreich und Russland sind dies Deutschland, Italien – das mit einem Anstieg von 157 % innerhalb von fünf Jahren den größten Exportzuwachs verzeichnete –, das Vereinigte Königreich und Spanien.
Unter den weiteren zehn größten Exportländern sind China, Israel und Südkorea.
Unter den Ländern, die ihre Exporte in den letzten Jahren gesteigert haben, nimmt Polen eine Vorreiterrolle ein. Das Land repräsentiert zwar nur 1 % der weltweiten Exporte, doch im Vergleich zu 2016–2020 stiegen die polnischen Exporte um 4.387 %. Hauptabnehmerland ist die Ukraine – ein Wert, der die neue, sicherheitsorientierte Außenpolitik des Landes deutlich widerspiegelt.
Betrachtet man die Importländer, so gehören neben der Ukraine auch Polen – dessen Importe um 852 % stiegen und damit die Kehrseite der sicherheitsorientierten Außenpolitik verdeutlichen –, die Vereinigten Staaten, vier Länder in Asien und Ozeanien sowie drei Länder des Nahen Ostens zu den zehn wichtigsten Importländern. Interessanterweise befinden darunter zwei Länder aktuell in Konflikten: Pakistan mit Afghanistan, Katar und Saudi-Arabien mit dem Iran. In diesen Fällen war der Anstieg der Waffenimporte ein Zeichen für die sich verschärfende regionale Sicherheitslage.
Auffällig ist, dass Afrika in beiden Kategorien fehlt, obwohl in den letzten fünf Jahren im Sudan ein Krieg ausgebrochen ist, in Tigray ein Bürgerkrieg tobt, sich der interne Konflikt in der Demokratischen Republik Kongo verschärft hat und die Sicherheitslage in der Sahelzone angespannt ist. Die einzigen afrikanischen Länder unter den größten Importeuren sind Marokko (Rang 28 – mit einem Anstieg von 12 % zwischen den beiden analysierten Zeiträumen) und Algerien (Rang 33 – mit einem Rückgang von 78 %).
Das im Bericht hervorgehobene Problem des afrikanischen Waffenmarktes ist die Geheimhaltung der Abkommen zwischen Lieferanten und Importeuren, die genaue Berechnungen unmöglich macht. Dies zeigt sich deutlich bei den Lieferungen an Algerien, das in den letzten Jahren ein Lieferabkommen mit Russland abgeschlossen hat, dessen Bedingungen unbekannt sind, sowie an die Kriegsparteien im Sudan. Die Geheimhaltung auf dem afrikanischen Waffenmarkt ermöglicht also nur Prognosen für die kommenden Jahre: Wo immer politische Krisen herrschen, kann die Möglichkeit neuer Kriege nicht ausgeschlossen werden.
(Fides 16/3/2026)