KWI Catholic Bishops' Conference of Indonesia
Jakarta (Fides) – „Wir erleben eine Zeit des reichen interreligiösen Dialogs zwischen Christen und Muslimen, der im Alltag der Menschen stattfindet, beispielsweise in den Pfarreien und lokalen Gemeinschaften. In Indonesien leben wir einen echten Dialog des Alltags, der sich in der Fastenzeit und im Ramadan deutlich zeigt“, so Pater Alfonsus Widhiwiryawan, Xaverianer-Missionar und Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Indonesien, dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt mit 275 Millionen Einwohnern, von denen 90 % dem Islam angehören und etwas mehr als 10 Millionen Katholiken sind.
„Es ist eine Zeit, die geprägt ist von Begegnungen, bei denen gemeinsam das Fasten gebrochen wird, und in einer Phase schwerer internationaler Spannungen, in der sich Muslime und Christen in Indonesien im Gebet für den Frieden vereinen“, so Pater Widhiwiryawan, „Der Frieden beginnt hier unter uns, in unserem Leben, und wir beten und engagieren uns dafür, dass er sich auf die ganze Welt ausbreitet, die von neuen Kriegen heimgesucht wird.“
Dieser Geist des Dialogs, des Gebets und des gemeinsamen Engagements für den Frieden wird am kommenden Freitag, dem 13. März, auch bei einem Treffen in Jakarta zum Ausdruck kommen, das vom Ausschuss für interreligiöse Beziehungen der indonesischen Bischöfe im Sitz der Bischofskonferenz in Jakarta organisiert wird. An dem Treffen nehmen der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bischof Antonius Subianto Bunyamin (OSC) von Bandung weitere Bischöfe und Priester sowie islamische Religionsführer und Vertreter des Netzwerks „Gusdurian” teilnehmen, das von Abdurrahman Wahid (1940-2009) inspiriert ist, dem historischen indonesischen Präsidenten (auch bekannt als „Gus Dur”), einem großen Förderer des Dialogs und der Harmonie zwischen den Religionen. Das Netzwerk ist in 130 indonesischen Städten aktiv und setzt sich für die Förderung der interreligiösen Zusammenarbeit auf allen Ebenen ein.
Unter den interreligiösen Initiativen, an denen nicht nur Christen und Muslime, sondern auch Hindus beteiligt sind, nennt Pater Alfonsus den bevorstehenden „Tag der Stille“, des Fastens und der Meditation, das hinduistische „Nyepi“-Fest, das 2026 auf den 19. März fällt. Auf Bali, einer indonesischen Insel mit hinduistischer Mehrheit, wird der Tag auf Anordnung der Zivilbehörden von einer 24-stündigen totalen Sperre geprägt sein: keine Lichter, kein Verkehr, kein Internet, kein Lärm und keine Reisen (auch der Flughafen wird geschlossen).
„Man lebt Introspektion und Reinigung”, erklärt der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke, „aber diese Initiative bezieht auch muslimische und christliche Gläubige in einen Moment der Stille ein, der Besinnung und des Gebets”, betont er. „Und der gemeinsame Gedanke wird Frieden sein, Frieden im Herzen eines jeden und Frieden in der Welt”, bemerkt er.
(PA) (Fides 6/3/2026)