Wien (Fides) – Die europäischen Nationaldirektoren der Päpstlichen Missionswerke tagen diese Woche in Heiligenkreuz und Wien. Die Päpstliche Nationaldirektion in Österreich (“Missio Austria“) ist seit 20 Jahren wieder Gastgeber eines solchen Treffens, zu dem 30 Nationaldirektoren zusammenkommen. Eröffnet wurde die Tagung an diesem Montag mit einer heiligen Messe unter dem Vorsitz des interims-Koordinators der Päpstlichen Missionswerke, Pater Tadeusz Nowak (OMI).
Im Mittelpunkt der Beratungen stehen die Vorbereitungen für den 100. Weltmissionssontag im Oktober, die Spiritualität der seligen Missio-Gründerin Pauline Marie Jaricot (1799-1862) sowie die Überarbeitung der Statuten und die Bewegung des lebendigen Rosenkranzes. Darüber hinaus empfing der apostolische Nuntius die europäischen Missio-Vertreter.
Die Sitzungen wurden von Pfarrer Maciej Będziński, dem Nationaldirektor Päpstlichen Missionswerke in Polen, eröffnet, der zum 200. Jahrestages der Gründung der Rosenkranzbewegung durch die selige Pauline Jaricot in Frankreich sprach. Anschließend hielt Pfarrer Anthony Chantry, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in England und Wales, einen Vortrag über die Überarbeitung der Statuten der Päpstlichen Werke in Vorbereitung auf die bevorstehende Generalversammlung und leitete damit den zweiten Teil der Beratungen am Dienstag ein.
Neben den Beratungen spielte auch das gemeinsame Gebet eine zentrale Rolle. Im Stephansdom feierten die Nationaldirektoren gemeinsam mit dem Wiener Weihbischof Franz Scharl am Mittwochmittag die Heilige Messe. Bischof Scharl rief bei dieser Gelegenheit die Nationaldirektoren und die Gläubigen auf „für die Mission in Europa zu beten, damit wir vorankommen und das Wort Gottes und seine Liebe verkünden“.
Im Anschluss daran fand ein Treffen mit dem Apostolischen Nuntius in Österreich, Erzbischof Pedro López Quintana, statt. Der Apostolische Nuntius dankte den Päpstlichen Missionswerken für ihre Arbeit und teilte auch persönliche Kindheitserinnerungen aus Spanien. Besonders die Kindermissionswerke und deren Aktivitäten in seiner Heimatpfarrei hätten sein Glaubensleben geprägt. In seiner Ansprache ermutigte er die europäischen Vertreter eindringlich: „Seid missionarisch und verkündet den Glauben. Die Spenden allein sind nicht das Wichtigste. Sie sind die Stütze für die Arbeit der Päpstlichen Missionswerke.“
Am heutigen Donnerstag, dem 26. Februar, wurde die Tagung mit einem Vortrag des Generalsekretärs der Päpstlichen Missionsvereinigung, Pater Dinh Anh Nhue Nguyen, fortgesetzt, der die Beratungen dieser Tage in den breiteren Kontext der bedeutenden Jubiläumsfeierlichkeiten dieses Jahres einordnete: das 100jährige Jubiläum des Weltmissionssonntages, der am 14. April 1926 von Papst Pius XI. ins Leben gerufen wurde, das 110jährige Bestehen der Päpstlichen Missionsvereinigung und die Begründung des Lebendigen Rosenkranzes vor 200 Jahren.
Unter Bezugnahme auf die Botschaft von Papst Leo XIV. zum Weltmissionssonntag 2026 mit dem Titel „Eins in Christus, vereint in der Mission“, die am 25. Januar (dem Fest der Bekehrung des heiligen Apostels Paulus) veröffentlicht wurde, bezeichnete Pater Anh Nhue diese als Kernstück aller Initiativen, die anlässlich der bevorstehenden Jubiläen auf den Weg gebracht werden. Der Generalsekretär der Päpstlichen Missionsvereinigung erläuterte nicht nur die Gründungsgeschichte des von ihm geleiteten Päpstlichen Werkes, sondern ging auch auf die geplante Initiative zur Wiedereinführung der aktiven Mitgliedschaft ein. Dabei knüpft er an das Beispiel zahlreicher Bischöfe, Priester und Ordensleute an, die in den 110 Jahren seit der Gründung des Päpstlichen Werkes aktive Mitglieder waren (Papst Pius XI. war das erste Mitglieder der Vereinigung aus dem römischen Klerus und auch Papst Paul VI. trat der Päpstlichen Missionsvereinigung als aktives Mitglied bei). „Kardinal Tagle hat bereits zugestimmt, zum Ehrenmitglied der Vereinigung ernannt zu werden“, sagte Pater Nguyen, „und wir danken ihm herzlich dafür.“
Im Rahmen des Treffens, das am morgigen Freitag, den 27. Februar mit einem gemeinsamen Schlussgottesdienst zu Ende geht, wurde im Beisein des Interim-Koordinators der Päpstlichen Missionswerke, Pater Tadeusz Nowak, auch die neugestaltete Missio-Website offiziell gestartet. „Unsere Aufgabe als Päpstliche Missionswerke ist es, die Menschen für die Weltkirche zu motivieren, sie zu informieren und zu Spenden zu animieren. Mit der neuen Website setzen wir einen weiteren Schritt in die Zukunft“, sagt Missio-Nationaldirektor Pater Karl Wallner.
(EG) (Fides 26/02/2026)
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