AMERIKA/VENEZUELA - Unter dem Schutz der ‘María Pastora’: Friedensmissionare und Erbauer einer neuen Gesellschaft

Freitag, 16 Januar 2026

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Barquisimeto (Fides) – „Wir sind dazu aufgerufen, eine Gesellschaft wiederaufzubauen, an der wir alle teilhaben. Das Jubiläumsjahr ist zu Ende, aber die Hoffnung nicht; im Gegenteil, sie bleibt in unseren Herzen lebendig“, so der Erzbischof von Barquisimeto, Polito Rodríguez, bei der Messe, die am 14. Januar in der Stadt Santa Rosa zum 168. Besuch der „Divina Pastora“ (Göttliche Hirtin), einer der wichtigsten religiösen Figuren Venezuelas, gefeiert wurde.
Der 14. Januar sei „ein großer Tag für Venezuela“, nicht nur in der Region, sondern auch auf nationaler Ebene, betonte der Prälat und forderte zur Verteidigung der Menschenwürde und der grundlegenden Menschenrechte auf. „Wir dürfen uns weder als Menschen noch als Christen mit dem Bösen abfinden, noch mit allem, was die Würde bedroht und die grundlegenden Menschenrechte zerstört.“
„Wir beten für alle, denen die Freiheit genommen wurde“, so der Erzbischof Rodriguez in einer von der Erzdiözese verbreiteten Mitteilung in Bezug auf die Lage im Land. „Wir danken für die Freilassung einiger, vergessen dabei aber nicht, dass viele andere noch immer gefangen sind, und wir dürfen ihren Schrei und den ihrer Familien nicht ignorieren“, sagte er in seiner Predigt. Nach aktuellen Schätzungen sind derzeit noch etwa achthundert Menschen aus politischen Gründen in dem südamerikanischen Land inhaftiert. Wenige Tage vor der Militäraktion, mit der die Vereinigten Staaten am 1. Januar, dem Weltfriedenstag, Präsident Nicolas Maduro verhafteten, ließen die Behörden in Caracas 88 politische Gefangene frei, später wurden es fast 200. Der Prälat betonte, dass die Freilassungen „eine Geste der Versöhnung und Gerechtigkeit“ seien, die „so schnell wie möglich“ vollzogen werden müsse.
Rodriguez erinnerte auch an den Schmerz derjenigen, die „auswandern müssen“, um neue Chancen zu suchen, und vertraute sie dem Schutz der „Divina Pastora“ an. Der Erzbischof gedachte derer, die Hunger und Not gelitten haben, und hob die tiefen sozialen Wunden hervor, die Millionen von Menschen in den letzten Jahren dazu gezwungen haben, ihre Heimat zu verlassen.
„Lasst uns ein Gebet für den Frieden in Venezuela unter dem Schutz unserer Mutter, der Divina Pastora, sprechen, die mit ihrer unendlichen Liebe ihre ganze Herde versammelt”, rief er aus und forderte alle auf, die „Wunden” der heutigen Zeit wie Gleichgültigkeit, Angst und Pessimismus zu überwinden und in Hoffnung zu leben, indem sie wie Maria, die Hirtin der Seelen, handeln. „Diese Verpflichtung lädt uns ein, authentische Mitglieder der Kirche zu sein, als Missionare des Friedens für Venezuela zu handeln und eine neue Gesellschaft aufzubauen, die auf Liebe gegründet ist“, betonte er.
Der 168. Besuch der „Divina Pastora“ in Barquisimeto sieht bis zu ihrer Rückkehr nach Santa Rosa ein reichhaltiges Programm vor, darunter eine Messe für Erzieher, die gestern, am 15. Januar, gefeiert wurde, und eine Messe für Jugendliche und Geistliche, die heute, am 16. Januar, in der Kathedrale stattfindet.
(AP) (Fides 16/1/2026)


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