“Nein zum Krieg”: Katholische Netzwerke und Gruppen bedauern die Militäraktion der USA in Venezuela

Sonntag, 4 Januar 2026

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Caracas (Fides) – „Vor nur zwei Tagen haben wir das Jahr mit dem Gebet von Papst Leo XIV. begonnen und um Frieden in einer verwundeten Welt gebeten. Heute müssen wir jedoch mit tiefem Schmerz feststellen, dass dieser Frieden durch die militärische Intervention der Vereinigten Staaten in Venezuela verletzt wird.“ So beginnt die Botschaft mit dem Titel „Nein zum Krieg. Ein freies und souveränes Lateinamerika“, die wenige Stunden nach dem Blitzangriff und den Bombardierungen der US-Streitkräfte auf venezolanischem Gebiet vom „Encuentro Mondial de Movimentos Populares“ veröffentlicht wurde. Die Militäroperation führte zur Absetzung von Präsident Nicolas Maduro, der zusammen mit seiner Frau aus dem Land gebracht wurde.
Im Laufe der Stunden mehren sich die Erklärungen und Stellungnahmen von Organisationen und Gruppen, die mit der katholischen Kirche verbunden sind und Kritik und Ablehnung gegenüber der US-Militäraktion in Venezuela äußern.
Für das „Encuentro de Movimentos Populares“ handelt es sich um einen „Angriff, der nicht nur ein Gebiet, sondern die Würde einer ganzen Region verletzt“. „Die Volksbewegungen Venezuelas“, heißt es in der Erklärung des Netzwerks, das vom 21. bis 24. Oktober 2025 auch seine Jubiläumswallfahrt nach Rom unternommen hatte, „waren wichtige Protagonisten unserer weltweiten Begegnungen. Es sind Genossinnen und Genossen, die uns durch ihr Beispiel gelehrt haben, indem sie Modelle der öffentlichen Politik von unten aufgebaut und den Armen Wohnraum und Arbeit garantiert haben. Sie haben stets Frieden, Solidarität und Autonomie gefördert. Einen Angriff auf ihre Souveränität zu verüben bedeutet, die Möglichkeit der Völker anzugreifen, über ihr eigenes Schicksal zu entscheiden».
Auch die brasilianische Kommission „Justitia et Pax“ bezeichnet die Aggression in Venezuela als „inakzeptabel“ und verweist auf die Selbstbestimmung der Völker als „Grundprinzip des Völkerrechts“. „Das venezolanische Volk“, so die Botschaft der brasilianischen „Justitia et Pax“-Komission weiter, „hat das Recht, seinen Weg ohne Einmischung von außen zu wählen. Die Entführung des Präsidenten und der Angriff der Vereinigten Staaten auf venezolanisches Territorium stellen eine inakzeptable Herausforderung der nationalen Souveränität und einen gefährlichen Präzedenzfall für die regionale Stabilität und die internationale Ordnung dar.“ Es wird auch die Dringlichkeit bekräftigt, eine „multipolare Welt“ zu schützen, in der die Lösung von Krisen auf „Dialog und Zusammenarbeit“ und nicht auf „Gewalt und Unterdrückung“ basieren.
Auch „Pax Christi International“ bedauerte die „schwere Verletzung des Völkerrechts durch die Regierung und die Streitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika durch den militärischen Angriff in den frühen Morgenstunden des 3. Januar 2026 gegen die Bolivarische Republik Venezuela“. „Dieser Akt der Gewaltanwendung gegen das Territorium und die Zivilbevölkerung”, heißt es in der Erklärung von „Pax Christi International“, „stellt einen Affront gegen den Weltfrieden und eine direkte Bedrohung der Grundlagen des souveränen Zusammenlebens zwischen den Staaten dar. Die Verletzung der internationalen Souveränität durch die Vereinigten Staaten ist ein sehr gefährlichen Präzedenzfall, der neue Verstöße dieser Art durch die Streitkräfte der mächtigsten Nationen rechtfertigen und legitimieren könnte und uns in eine unkontrollierte Situation der Ungerechtigkeit und Gewalt stürzen würde“.“Pax Christi International“ appelliert „aufgrund seines katholischen Glaubens“ auch „an die internationale katholische Gemeinschaft, den wiederholten Aufrufen von Papst Leo XIV. zu Gewaltlosigkeit und zu einem ‚unbewaffneten und entwaffnenden‘ Frieden zu folgen, der die internationale Ordnung wiederherstellt und der Charta der Vereinten Nationen und der Proklamation Lateinamerikas und der Karibik als Friedenszone neue Bedeutung verleiht“.
Unterdessen richtete Bischof José Antonio Da Conceição Ferreira von Puerto Cabello, der auch das Amt des Generalsekretärs der Venezolanischen Bischofskonferenz bekleidet, bereits am Samstag, dem 3. Januar, eine Botschaft an das „Gottes Volk auf dem Weg” seiner Diözese. „Wir erleben Momente der Verwirrung, Unsicherheit und des Schmerzes, in denen wir wenige Stunden nach den Ereignissen in Caracas und anderen benachbarten Gebieten noch keine vollständigen Informationen haben“. „Unter diesen Umständen”, so der Bischof weiter, „müssen wir auf die Kraft und Hoffnung vertrauen, die uns der Herr Jesus gebracht hat, denn er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben (Joh 14,6). Deshalb fordere ich euch auf, vereint zu bleiben und das Gebet zu fördern, das uns zur Unterscheidung im Heiligen Geist führt. Lasst uns ohne Unterlass beten (vgl. 1 Thess 5,17) und Umsicht bewahren (vgl. Spr 3,21).“
(GV) (Fides 4/1/2026)


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