VATIKAN - Aus der prophetischen Intuition von Jeanne Bigard entstand das Apostel-Petrus-Werk

Donnerstag, 7 Dezember 2023 päpstliche missionswerke   priester   mission   seminaristen   seminaristen  

Von Elena Grazini

Vatikanstadt (Fides) – Sie hat ihr Leben der Förderung und Begleitung von Priesterberufungen in Missionsländern gewidmet. Dies ist die Geschichte von Jeanne Bigard (vgl. Fides 14/04/2021), der Gründerin des Päpstlichen Apostel-Petrus-Werkes, eines der vier Päpstlichen Missionswerke, das 1889 nach der Gründung des Päpstlichen Werkes der Glaubensverbreitung im Jahr 1822 und des Päpstlichen Werkes der Heiligen Kindheit (Kindermissionswerk) im Jahr 1843 gegründet wurde. Ein Werk, das aus dem tiefen missionarischen Gespür von Jeanne Bigard, die am 8. Dezember 1859 geboren wurde, und ihrer Mutter entstand, mit der sie ein Leben lang das Engagement und das Bemühen darum teilte, Missionare in der ganzen Welt zu unterstützen.
Die Geschichte begann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, einer Zeit, in der zahlreiche Missionsinstitute entstanden und die „missio ad gentes“ wiederbelebt wurde. Jeanne Bigard und ihre Mutter lasen die Schriften von Missionaren, die in Afrika, Asien und China tätig waren, und lernten das Päpstliche Werk für die Glaubensverbreitung kennen, das sich in den Dienst der Missionspriester bei der Verkündigung des Evangeliums stellte. Die Arbeit des Werkes für die Glaubensverbreitung inspirierte auch Marie-Zoé du Chesne, die bereits vor der Gründung der des Apostel-Petrus-Werkes im Jahr 1838 in Orléans das "Apostolische Werk" ins Leben gerufen hatte, mit dem die französischen katholischen Missionare im Ausland mit Kelchen, Hostiendosen, Kruzifixen, tragbaren Altären, sakralen Gegenständen, Tischdecken und anderen für die Ausübung ihres Dienstes notwendigen Gegenständen zu versorgen. Die Intuition von Marie-Zoé du Chesne sollte sich als wegweisend für die Gründung des Apostel-Petrus-Werkes erweisen, das sich auch weiterhin um diese liturgischen Bedürfnisse kümmerte, dem aber auch das Verdienst zukam, die Bedeutung der einheimischen Berufungen für die Verkündigung des Evangeliums erkannt zu haben.
Jeanne Bigard und ihre Mutter waren beseelt von dem Willen, sich konkret zu engagieren, und brachten Gebete und Opfer für die Missionare und begannen gleichzeitig, die an sie herangetragenen Bedürfnisse finanziell zu unterstützen, indem sie durch eine engmaschige und unermüdliche Aufklärungssarbeit ein Netz von Wohltätern schufen. Es war ein französischer Missionar in Japan, der Bigard und seine Mutter dem Apostolischen Vikar von Nagasaki, Erzbischof Jules-Alphonse Cousin, vorstellte, der zwar bereits ein Seminar für die Ausbildung japanischer Priester gegründet hatte, aber nicht über die Mittel verfügte, es zu unterhalten und jeden Priesteramtskandidaten finanziell zu unterstützen.
Erzbischof Cousin wandte sich 1899 in einem Brief vom 1. Juni an Jeanne Bigard, ein Brief, der Anstoß für die Gründung des Apostel-Petrus-Werkes sein sollte. "Ich glaube nicht, dass Erzbischof Cousin gewusst hat, dass das Apostel-Petrus-Werk aus dieser Bitte entstehen würde", so Pater Guy Bognon (PSS), Generalsekretär des Apostel-Petrus-Werkes, „Aus dieser Saat", fügt Pater Bognon hinzu, "entstand die Vereinigung des Apostel Petrus, das spätere Apostel-Petrus.Werk (für die Ausbildung des einheimischen Klerus), das sich ausschließlich um eines der dringendsten Bedürfnisse für die Verbreitung des Evangeliums kümmert: die Ausbildung des Klerus und die Errichtung und finanzielle Unterstützung von Priesterseminaren in den Missionsländern“.
Bereits 1893, nicht einmal vier Jahre nach der Gründung, würdigte der Apostolische Vikar der Mandschurei, Bischof Louis Guillon, das Werk mit folgenden Worten: "Das Werk der Ausbildung einheimischer Priester ist der Nerv der Evangelisierung". In einem Brief vom 25. März 1896 erklärte er: "Durch die Vermehrung des einheimischen Klerus wird diese Vereinigung des Apostel Petrus, die so gut in ihre Zeit passt, auch die Früchte unseres Apostolats verzehnfachen... Ich danke Gott von ganzem Herzen, dass er ein so apostolisches und unseren Bedürfnissen entsprechendes Werk ins Leben gerufen hat". Etwa zur gleichen Zeit erklärte auch der Apostolischer Vikar von Mysore in Indien, Bischof Louis Kleiner, in einem Brief vom 27. März 1895: "Gewiss, kein Werk ist zeitgemäßer und kann Gott nicht mehr gefallen als dasjenige, das die Missionen mit den Mitteln zur Ausbildung und Vermehrung des einheimischen Klerus ausstatten will".
Neben den Zeugnissen der Begünstigten der Mission hatte die Gründerin auch die wohlwollende Zustimmung mehrerer französischer Bischöfe erhalten, die über ihre karitativen Aktivitäten informiert waren. Bischof Augustus von Moulins, erklärt in einem Brief vom 27. Mai 1896 mit Nachdruck, dass die Nützlichkeit, ja die Notwendigkeit des Werkes unbestreitbar ist. Angesichts dieser unbestreitbaren Notwendigkeit bat Papst Leo XIII. darum, dass dieses Werk auf alle Diözesen und Pfarreien in allen Ländern ausgedehnt werden möge. Schließlich heißt es in einem von Papst Benedikt XV. unterzeichneten Schreiben vom 4. Januar 1921: "Uns liegt das Werk des Apostels Petrus besonders am Herzen, dessen Ziel es ist, die Kirche in den Missionsländern mit einheimischem Klerus auszustatten, der fähig ist, die Verbreitung des Reiches unseres Herrn Jesus Christus zu beschleunigen; deshalb wünschen wir inständig, dass dieses Werk in jeder Diözese und auch in jeder Pfarrei gedeiht. Mit dieser Hoffnung erteilen wir allen Mitgliedern und Wohltätern dieses lobenswerten Werkes von Herzen Unseren Apostolischen Segen, damit er ein Unterpfand der Gnade und des göttlichen Eifers sei".
(Fides 7/12/2023)


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